„Etwas anderes als weiß werden“: Irland und radikaler jüdischer Aktivismus

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Lucifex. Das Original „Become other than White”: Ireland and Radical Jewish Activism erschien am 30. August 2019 auf The Occidental Observer.

„Fünf Juden kamen mit Geschenken über das Meer zu Tairdelbach [dem König von Munster], und sie wurden wieder über das Meer zurückgeschickt.“

Annals of Inisfallen, 1079 n. Chr.

„Ich schlage eine Befragung darüber vor, wie die irische Nation etwas anderes als weiß (christlich und ansässig) werden kann durch Privilegierung der Stimmen der Rassialisierten und durch Unterlaufen der staatlichen Einwanderungs- aber auch Integrationspolitik.“

Ronit Lentin (israelische Akademikerin), From racial state to racist state: Ireland on the eve of the citizenship referendum, 2007.

 

Vorspiel

Tairdelbach von Munster (Turlough O’Brien 1009 –1086), der um 1079 effektiv der Hochkönig Irlands war, hält wahrscheinlich den Weltrekord für den schnellsten Rauswurf von Juden. Er dominierte die irische politische Szene, hatte die Wikingerführung von Dublin zerschlagen und besaß „die Standarte des Königs der Sachsen“. Sein Sohn hatte sogar mit Überfällen nach Wales und an die britische Küste begonnen. Leider können wir die Nuancen der Reaktion des 70jährigen Warlords auf die plötzliche Ankunft einer Handvoll geschenkebringender Juden nur vermuten, denn die Annalen von Inisfallen sind spärlich an Details. Die Delegation kam fast sicher aus der Normandie, wo Juden unter einer symbiotischen Finanzbeziehung mit Wilhelm dem Eroberer gediehen. Wilhelm hatte natürlich die Juden im angelsächsischen England eingeführt, dreizehn Jahre vor dem Herantreten an Tairdelbach, was die Möglichkeit offen läßt, daß sie direkt von einer dieser neuen jüdischen Enklaven in England nach Irland gereist sein könnten. Auf jeden Fall ist es fast sicher, daß sie um die Erlaubnis ansuchten, sich in Irlands städtischen Zentren niederzulassen, eine Beziehung zur irischen Elite (Tairdelbach selbst) zu formen und ausbeuterischen Geldverleih unter den niedrigeren gesellschaftlichen Ständen zu betreiben. Dies war ein Muster, das man bis dahin überall in Europa erlebt hatte. Und doch war Tairdelbachs Reaktion, die Geschenke abzulehnen und die Juden sofort auszuweisen. Sie sollten mehrere Jahrhunderte lang nicht in der Lage sein, eine Gemeinschaft in Irland zu bilden.

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, daß Tairdelbach zu seinen Lebzeiten als guter und christlicher König betrachtet wurde. Er genoß enge Beziehungen zur irischen Kirche und zur Kirche in England und war Schirmherr einer Anzahl von religiösen Gestalten und Gelehrten. Er war fast sicher ein schriftkundiger und gebildeter Mann, und seine Entscheidung, die jüdische Delegation auszuweisen, beruhte vielleicht auf einem Wissensstand statt auf bloßem Instinkt. Die Historiker Aidan Beatty und Dan O’Brien kommentieren den Hinauswurf:

Niemand in Irland hatte vor dieser Begebenheit jemals eine jüdische Person gesehen, doch die Besucher werden eindeutig als „fünf Juden“ (coicer Iudaide) beschrieben, und die Iren haben bereits ein Wort für Juden, Iudaide, ein mittelalterliches gälisches Wort, das seine Wurzeln klar in den Sprachen der klassischen Antike hat. Aber neben diesem Paradox ist hier auch eine gewisse Art von kulturellem Wissen am Werk. Die mittelalterlichen Iren, die diese jüdischen Gäste so kurzerhand abfertigen, „wissen“ etwas über Juden, oder genauer, sie denken manche Dinge über Juden: sie „wissen“, daß Juden nicht vertrauenswürdig sind, daß man Juden, die Geschenke bringen, nicht in seine Obhut nehmen soll. Und Juden sind nicht geeignet für den Aufenthalt in Irland – sie sollten des Landes verwiesen werden.[1]

Man hat daher den Eindruck, daß Tairdelbach ein kluger und selbstloser Anführer war, der das Wohl seines Volkes mehr anstrebte als das Wohl seiner eigenen kurzfristigen Finanzsituation.

Die jüdische Rache, ob direkt oder indirekt, fand ein Jahrhundert später statt, als die glorreichen Tage der gälischen Hochkönige wie Tairdelbach dank der normannischen Invasion Irlands durch Richard „Strongbow“ de Clare zu einem Ende kamen. Ebenso wie die normannische Invasion Englands wurde Strongbow von Juden finanziert, in diesem Fall einem in England ansässigen jüdischen Finanzier namens Josce of Gloucester. Nach der normannischen Invasion brachte die neue normannische Elite eine kleine Zahl ihrer Juden nach Irland, hauptsächlich für finanzielle Aktivitäten in Häfen statt für eine groß angelegte Ansiedelung. Eine mit 28. Juli 1232 datierte Bewilligung von König Heinrich III an Peter de Rivel gab ihm das Amt des Treasurer and Chancellor of the Irish Exchequer, die Häfen und die Küste des Königs und auch „die Obsorge für die Judenheit des Königs in Irland.“ Dieser wenigen namenlosen Juden sollte man sich nach der Vertreibung aus England im Jahr 1290 entledigen, und Juden blieben Irland fern bis zur Zeit von Cromwell, der in der irischen Geschichte eine besondere traurige Berühmtheit hat.

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Was der Kapitalismus noch zu sagen hat

Von Michael Walker, übersetzt von Lucifex. Das Original What Capitalism Has Left to Say erschien am 12. August 2019 auf Counter-Currents Publishing. [Anm. d. Ü.: der Originaltitel könnte ein doppeldeutiges Wortspiel sein, mit der möglichen anderen Bedeutung: „Was der Kapitalismus der Linken zu sagen hat“.]

Charles Robin
La gauche du capital: libéralisme culturel et idéologie du Marché
Paris: Krisis, 2014

Auf den Fußspuren von Jean-Claude Michéa (dessen Our Enemy: Capital ich für Counter-Currents rezensiert habe) veröffentlichte Charles Robin, ein ehemaliger Militanter in der Linksaußenpartei Nouveau parti antcapitaliste (NPA), im Jahr 2014 ein Buch mit dem Titel La Gauche du Capital: libéralisme culturel et idéologie du Marché (Die Linke des Kapitals: Kulturliberalismus und Marktideologie). Es besteht aus einer Anzahl kritischer Essays über den Liberalismus und seine typische Beziehung zum Kapitalismus. Der erste davon, „Le Liberalisme comme Volonté et comme Representation“ („Liberalismus als Wille und Idee“) ist bei weitem der längste und nimmt 86 der 243 Seiten ein. Diese Wortschöpfung, die dem Titel von Arthur Schopenhauers berühmtestem Werk (Die Welt als Wille und Idee) entlehnt ist, verweist auf die Hauptthese des Buches, nämlich daß es nicht viele unabhängige Arten von Liberalismus gibt, sondern nur eine: eine monolithische, „totalisierende“ (Robin verwendet nicht das Wort „totalitär“) Weltsicht, getrieben vom Willen, alles plattzumachen und zu vernichten, was sich ihr widersetzt.

Robins Ziel ist, eine radikale Untersuchung des Liberalismus zu liefern. Sein Argument ist, daß alle Arten von Liberalismus – insbesondere einschließlich dessen, was er als die beiden Hauptformen sieht, den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Liberalismus – Manifestationen einer Ideologie sind und ontologisch in Wechselbeziehung stehen. Eine Analogie von Pierre Bérard im selben Sinne wird aus einem Interview für das französische „neurechte“ Journal Éléments zitiert: Zusammen, sagt er, demonstrieren der Liberalismus in der Wirtschaft und der gesellschaftliche Liberalismus „die sehr hervorstechende Versöhnung des Castor und Pollux des doppelten liberalen Denkens.“[1] Im selben Sinne lautet Robins Argument, daß die „menschliche Vielfalt“, die überall in der westlichen Welt gepriesen wird, sich auf der einen Seite im Engagement der Linken für „freie Bewegung von Menschen“ und „keine Grenzen“ widerspiegelt und auf der anderen Seite im Engagement des Kapitalismus für „die freie Bewegung von Kapital und Arbeitskräften.“ Engagement für Toleranz und Vielfalt und Engagement für Fortschritt und Profit sind dasselbe Engagement, da sie derselben liberalen Quelle entspringen.

Liberalismus wird von verschiedenen Autoren und sogar in verschiedenen nationalen Traditionen in sehr verschiedener Weise verstanden. Liberalismus scheint in Frankreich, Britannien und den Vereinigten Staaten nicht dasselbe Phänomen auszudrücken. Ich sage „scheint“, weil es genau Robins Überzeugung ist, daß verschiedene Autoren in der Betrachtung verschiedener Aspekte des Liberalismus nicht mehr oder weniger recht haben, sondern keine holistische Sicht auf den Liberalismus haben und ihn daher nicht richtig verstehen. Diejenigen, die den Liberalismus als nur links sehen, als nur laissez-faire-kapitalistisch oder nur als permissive Gesellschaftspolitik, betrachten den Liberalismus, ohne das zu erkennen, was Robin die „Prüfsteine“ der liberalen Ideologie nennt.

Überraschenderweise streicht Robin nicht die verschiedenen Konnotationen hervor, die das Wort „liberal“ in verschiedenen Ländern zu haben tendiert, Konnotationen, die durch Unterschiede in der nationalen Geschichte erklärt werden können. Wie entstand der Liberalismus? In Britannien bezog der Begriff sich ursprünglich auf die sogenannten Whigs – die protestantischere Klasse von Freihändlern, die den liberalen Manchesterkapitalismus förderten, der mehr Rechte für die Stadt und die Produktion gegenüber den wirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft und des Reichtums aus Landverpachtung forderte (tatsächlich wurde die erste große liberale Tageszeitung in England in Manchester veröffentlicht, der Manchester Guardian). Die Gegner der Whigs wurden durch die Partei der Krone repräsentiert, die Tories. Im Laufe der Zeit und besonders mit dem Aufstieg der Labour Party wurde der Begriff „liberal“ zumindest in Britannien zunehmend als auf jene bezogen verstanden, die einen gemäßigten dritten Weg zwischen den Kräften des Konservatismus und der Empires auf der Rechten und der Herausforderung des Sozialismus und der internationalen Arbeiterrevolution auf der Linken suchten.

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Fukuyama über Identitätspolitik

Von Greg Johnson, übersetzt von Tekumseh. Das Original Fukuyama on Identity Politics erschien am 11. Januar 2019 auf Counter-Currents Publishing.

Francis Fukuyama: Identity. Contemporary Identity Politics and the Struggle for Recognition. (Identität. Zeitgenössische Identitätspolitik und ihr Ringen um Anerkennung). London: Profile Books 2018.

 

Francis Fukuyama ist der am meisten hervorstechende lebende neokonservative Intellektuelle. Ich habe sein Werk seit 1992, als er sein erstes Buch, The End of History and the Last Man. (Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch) veröffentlichte, bewundert und davon profitiert. Darum war ich etwas besorgt zu hören, dass er mit großer Geschwindigkeit ein neues Buch geschrieben hatte, um den Wind aus den Segeln Weißer Identitätspolitik zu nehmen.

Hat Fukuyama einen gröberen Fehler im White Nationalism entdeckt, der uns zu einem Überdenken unserer Positionen oder sogar ihrer Preisgabe bringen würde? Die Antwort ist nein. Tatsächlich ist Identity ein sehr nützliches Buch für White Nationalists, weil Fukuyama praktisch jede essentielle Prämisse für unsere Position einräumt, aber seine Argumente, um unseren schlussendlichen ethnonationalistischen Schlüssen zu widerstehen, sind extrem schwach.

Rechte Identitätspolitik ist in der menschlichen Natur angelegt.

Das wichtigste Zugeständnis, das Fukuyama macht, ist, dass Identitätspolitik in der menschlichen Natur angelegt ist und darum niemals ausgemerzt werden kann.

Die moderne liberal-globalistische Auffassung ist, dass Politik in letzter Konsequenz in rationalem Eigennutz besteht. Im Leben geht es nur darum, die Vernunft einzusetzen, um die eigenen Wünsche zu erfüllen; Liberalismus und Globalismus folgen daraus notwendig. Liberalismus ist einfach ein Rahmen, um den Individuen die Verfolgung ihrer privaten Interessen durch freie Verträge zu ermöglichen. Aber weil Vernunft eine universelle Eigenschaft ist, und alle Menschen die gleichen Grundbedürfnisse haben, gibt es keinen Grund, wieso das liberale System sich nicht über den ganzen Globus erstrecken sollte.

Liberalismus ist darum gegen alle politischen Identitäten gerichtet, die seine globale Ausdehnung verhindern; besonders die Bindung an bestimmte Rassen, Nationen, ethnischen Gruppen und religiösen Gemeinschaften, die ausschließliche Wahrheit behaupten. Linke (Liberale) halten solche Anhänglichkeiten einfach für nicht fundierte Stimmungen und Aberglauben aus der Vergangenheit, die wir abschütteln müssen und können, indem wir uns weiterentwickeln und in eine immer perfektere linke Zukunft fortschreiten. (mehr …)

Die Notwendigkeit des Antikolonialismus

Von Eugène Montsalvat, übersetzt von Lucifex. Das Original The Necessity of Anti-Colonialism erschien am 9. Februar 2015 auf Counter-Currents Publishing (französische Übersetzung hier)

[Vorbemerkung des Übersetzers: In diesem Essay gibt es leider viel Falsches im Richtigen, weshalb ich nach seinem Erscheinen lange von einer Übersetzung Abstand genommen habe: die Idealisierung von Evola und Feudalaristokratie, die Palisoli-Dummheit und illusionäre Vorstellungen, daß nichtweiße Nationalisten unsere Bereitschaft zur Kooperation und unseren Einsatz für sie erwidern würden. Aber John Keller und R_Moreland haben sich in ihren hervorragenden Kommentaren sehr gut mit diesen Dingen befaßt.]

 

Antikolonialismus muß ein Bestandteil jeder Ideologie sein, die verwurzelte Identitäten zu verteidigen versucht. Es ist notwendig, gegen die Entwurzelung von Völkern im Streben nach Macht und Reichtum zu sein. Sowohl in seiner historischen imperialen Form als auch in seiner modernen finanziellen Erscheinung hat der Kolonialismus sowohl den Kolonialisten als auch den Kolonisierten verzerrt, hat ganze Kulturen und Völker vermischt, verdünnt und sogar ausgelöscht. Wir wissen von der negativen Auswirkung des Kolonialismus auf die Kolonisierten. Jedoch werden seine Folgen für die Menschen von Kolonialnationen selten diskutiert, um ein Narrativ zu stärken, das die europäische Geschichte dämonisiert.

Leider empfinden viele patriotische, durchschnittliche Weiße eine Art von Stolz auf ihre imperiale Geschichte. Sie erkennen nicht, daß sie ebenfalls deren Opfer sind. Verborgen in den historischen Archiven sind die weißen Armen und Arbeiter, die als Kanonenfutter für die Agenda von Plutokraten dienten, die auf die Erweiterung ihres Imperiums des Wohlstands aus waren. Sie wurden gezwungen, mit fremden Arbeitskräften zu konkurrieren, gelegentlich sogar mit Sklavenarbeitern. Bedenkt, wie das Leiden von Tausenden Iren, Schotten und Engländern, die vom britischen Empire gezwungen wurden, als „indentured servants“ – das heißt offen gesagt, als weiße Sklaven – in Amerika zu arbeiten, bequemerweise aus dem öffentlichen Wissen getilgt worden ist. Wie viele Menschen wissen vom Kampf weißer australischer Arbeiter, die gegen die englische Kolonialmacht aufstanden, die ihre Löhne mit indischen und chinesischen Einwanderern unterbieten wollten? Diese Tatsachen werden von unseren Führern vor unserem Bewußtsein verborgen, und das Endergebnis ist eine selbstmörderische Unterstützung für ein ausbeuterisches System oder einen Schuldkomplex, der den modernen Neokolonialismus in der Verkleidung als „Menschenrechte“ und „Fortschritt“ nährt.

Falls es unter patriotischen Weißen irgendeine Nostalgie für die Imperien der Vergangenheit gibt, sollte sie weggewischt sein, wenn sie erkennen, in was jene Imperien sich umgewandelt haben. Als ausgedehnte Imperien den Profit nicht mehr maximierten, hatten ihre Kontrolleure die Idee, die Grenzen zwischen ihnen aufzulösen, um eine wahrhaft globale Finanzoligarchie sicherzustellen. Heute ist die Agenda hinter dem Kolonialismus entblößt: es ging niemals um Tapferkeit und Erforschen, sondern um die wirtschaftliche Ausbeutung aller Völker der Welt. Es ist kein faustischer Wagemut, sondern merkantile Gier, die den Willen zum Verschlingen der ganzen Erde antreibt.

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Power aus dem Süden

Von Deep Roots alias Lucifex, ursprünglich erschienen auf „As der Schwerter“ unter Verwendung eines gekürzten Artikels aus „bild der wissenschaft“ vom März 2009, aus dem auch das Titelbild stammt. Die Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“ zehn Jahre nach Erscheinen des bdw-Artikels erfolgt, um zu zeigen, daß aus den Plänen der feindlichen Eliten nicht immer etwas werden muß, auch wenn in diesem Fall „aufgeschoben“ nicht „aufgehoben“ bedeuten muß. Das gilt sowohl für das Sonnenstrom-Projekt „Desertec“ als auch für die „Mittelmeerunion“.

* * *

Ich habe ja schon im Schlußteil von Allahs Uhren gehen anders gemutmaßt, daß die Umstürzlereien der letzten Zeit in Nordafrika, Jordanien und Jemen nicht bloß spontane „Volkserhebungen“ sind (auch wenn sie reale Ursachen in den Grundproblemen dieser Länder haben), sondern von interessierten Kreisen angestiftet und koordiniert wurden. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Interviews, die der israelische Journalist Ari Shavit im von mir übersetzten Haaretz-Artikel White Man’s Burden, aus dem ich in „Allahs Uhren“ zitiere, mit mehreren jüdisch-amerikanischen „Neocons“ geführt hat.

Nachdem „Globomerica“ sich mit der militärischen Vorgangsweise im Irak und Afghanistan übel die Finger verbrannt hat, liegt der Verdacht nahe, daß hinter diesen „Volksaufständen“ der Versuch steckt, nach dem gescheiterten militärischen Ansatz auf nichtmilitärische Weise „mit anderen arabischen Ländern weiterzumachen“, indem man diese Unruhen gezielt über Facebook und andere Kanäle schürt, um nach dem Sturz der alten Regimes diskret neue nach eigenen Vorstellungen etablieren zu können.

Allerdings darf über den Washingtoner Bestrebungen nicht vergessen werden, daß auch die EU ein Interesse hat, die nordafrikanischen Staaten für die am 13. Juli 2008 gegründete „Mittelmeerunion“ kompatibler zu machen, die auf dem 1995 begonnenen „Barcelona-Prozeß“ aufbaut und seit März 2010 aktiv ist. Im Rahmen dieser Mittelmeerunion, alias „Euromediterrane Partnerschaft“ soll zwischen den Mitgliedsländern (siehe Karte unten) schließlich eine Freizügigkeit der Waren, Dienstleistungen und Personen verwirklicht werden!

Eine der Motivationen für diese Bestrebungen wird aus dem Titelthema der Ausgabe März 2009 der Zeitschrift bild der wissenschaft klar: „Sonnenstrom aus der Sahara“.

Neben der Abhandlung technisch interessanter Aspekte wird darin euphorisch für eine großtechnische Stromversorgung Europas mittels ausgedehnter Solarkraftanlagen in Nordafrika geworben. Ein besonders aufschlußreicher Artikel daraus ist dieser, den ich hier gekürzt wiedergebe (fette Hervorhebungen im Text von mir, ebenso wie die Anmerkungen in eckigen Klammern):

POWER AUS DEM SÜDEN, von Bernd Müller

20-20-20 – diese Zahlenkombination bezeichnet nicht etwa die Maße eines magersüchtigen Models. Sie stammt vielmehr aus dem reichen Fundus der Politikerphrasen und steht für das ehrgeizige Klimaziel der Europäischen Union: 20 % Energieeinsparung, 20 % Emissionsreduktion und 20 % erneuerbare Energien bis 2020. Schon heute ist klar, daß die EU-Staaten die Vorgabe von 20 % erneuerbarer Energie kaum erreichen werden. Das hat zwei Gründe: Zum einen wird die klimafreundliche Energie nicht dort geerntet, wo sie in Hülle und Fülle anfällt, nämlich vor den Atlantikküsten (Wind) und in der Wüste Nordafrikas (Sonne). Zum anderen gibt es nicht genug Leitungen, um diesen Strom zu den größten Verbrauchern zu transportieren.

Wie bringt man Erzeuger und Verbraucher zusammen? In den 1980er-Jahren entwickelt und in den 1990er-Jahren fast vergessen, erlebt ein Konzept seine Renaissance, das diesen Spagat schaffen soll: Kraftwerke in Nordafrika, so die Vorstellung, verwandeln Sonnenenergie in Strom, der nach Mitteleuropa exportiert wird. Die Idee klingt bestechend: Ein Quadratkilometer Wüste liefert pro Jahr 250 Gigawattstunden Energie und spart 200.000 Tonnen CO2-Emission. Nur 0,3 Prozent der Wüstenfläche Nordafrikas und des Nahen Ostens wären nötig, um die Anrainerstaaten selbst sowie Europa komplett mit Sonnenstrom zu beliefern. Ein Prozent – eine Fläche von 500 x 500 km – könnte die ganze Welt versorgen.

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Beobachtungen zum sich entfaltenden Brexit-Drama

Von Michael Walker, übersetzt von Lucifex. Das Original Baby, Where Did Our Love Go? Observations on the Unfolding Brexit Drama erschien am 1. Februar 2009 auf Counter-Currents Publishing.

Eine Sache war beim Ergebnis des Referendums vom 23. Juni 2016 offensichtlich – nämlich daß keine der beiden Seiten es erwartet hatte. Arroganz seitens der Remainers [Befürworter des Verbleibs] und Verantwortungslosigkeit seitens der Leavers [Austrittsbefürworter] hatten bedeutet, daß keine Seite für den Fall eines „Leave“-Ergebnisses vorgesorgt hat, trotz der Tatsache, daß alle Umfragen ein knappes Ergebnis vorhergesagt hatten. Boris Johnson und Michael Gove, zwei führende Konservative, die sich für „Leave“ eingesetzt hatten, konnten sich nicht darauf einigen, wer nach David Camerons Rücktritt als Kandidat für die Führung der Konservativen Partei antreten sollte, womit sie es Theresa May, die sich für „Remain“ eingesetzt hatte, ermöglichten, ihnen die Führung der Konservativen Partei vor der Nase wegzuschnappen. Dies war die erste von vielen Anomalien: eine Person, die glaubt, daß Britannien in der EU verbleiben sollte, wurde zum Regierungsoberhaupt gewählt, das Britanniens Austritt verhandeln sollte.

Die völlig falsche Annahme, daß der gesamte Austritt schmerzvoll mit den Führern der Europäischen Union geregelt werden müßte, war der Mythos, mit dem die Remainers den Abstimmungsausgang für den Austritt von Tag Eins an untergraben haben. Sie wissen, daß es für Britannien völlig möglich gewesen wäre zu verkünden, daß alle einzelnen Handelsabkommen der Gegenstand von Verhandlungen seien, in Kraft bleiben würden, bis sie zu einer Neuverhandlung kämen, und dann sofort damit zu beginnen, sie nicht als Paket zu verhandeln, sondern einzeln. Daß das nicht getan wurde – daß auf einem kompletten Deal als ein Paket beharrt wurde und die Leavers nicht klar machten, daß die Ablehnung eines Ein-Paket-Deals der einzuschlagende Weg sei, womit sie sich der Vorstellung anschlossen, daß der Brexit nur als ein komplett ausverhandelter Deal betrachtet werden muß – könnte der Remain-Seite ihre letzte Chance geben, den Brexit zu verhindern.

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What is at stake

By Deep Roots (German original here: Was auf dem Spiel steht)

„Maybe this is the disease of our days in the first place: Not to know that we are not alone, but just a link in a chain that reaches not only far into the past, but likewise into the future.“
Reader Lepanto1 in her comment quoted in my post Zum Jahreswechsel: Was die Pummerin uns sagt.

Inspired by Trainspotter’s Taming the Elites I have written this article to illustrate what outrageous, unimaginably far-reaching consequences our elite‘s treason will have in case of their success. It’s by far not merely about our own future, or that of our children or their children; it is much, much more than that which is at stake. To explain this, I have to go far afield.

According to our current knowledge the Cro-Magnons, the first European branch of Homo sapiens, appeared in Europe about 45,000 years ago. They must have been evolving somewhere else for quite a while in similar geographic and genetic isolation as Homo neanderthalensis, as they were then at least as evolved as the Neanderthals who had been there for about 170,000 years. The oldest fossils of modern Homo sapiens, about 195,000 years old, have been found in Omo Kibish in Ethiopia (German edition of National Geographic, March 2006: „Der lange Marsch um die Erde“ [„The long march around the earth“]). According to this map from „bild der wissenschaft“ 5-2012 („Denisova-Mensch: Ein Phantom tritt aus dem Schatten“ [„Denisova hominin: A phantom emerges from the shadows“], translated caption from the original article) anatomically modern humans began to spread into southern, central and northern Africa as well as into the Middle East at least since 110,000 years ago:

At least since 110,000 years ago anatomically modern humans expanded from East Africa (1) to the Arabian Peninsula and into the Middle East. About 50,000 years ago a population of modern humans mixed with the archaic Neanderthals (2). From this group several migration waves originated, the first along the southern coast of Asia (3). Presumably on the islands of Southeast Asia the Moderns met with archaic Denisova hominins – at least two hybridizations with them are verified (4). Bearers of Neanderthal-plus-Denisova DNA arrived in New Guinea and Australia 45,000 years ago (5).

According to the article „Die ersten Araber“ („The first Arabs“) in „Spektrum der Wissenschaft“ of April 2011 (from which the following map and caption are taken) Homo sapiens had crossed Arabia as early as 125,000 years ago and reached the Strait of Hormuz. („Spektrum der Wissenschaft“ is the German edition of „Scientific American“.) The findings from Qafzeh are also mentioned in „Der lange Marsch um die Erde“, where an age of 100,000 years is given for them; there it reads: „But this group never got farther and died out 90,000 years ago.“

According to latest archaeological findings Homo sapiens might have crossed the Bab-el-Mandeb early on, populated Southern Arabia and spread from there further into Asia (purple arrows). Thus they would have appeared in Jebel Faya 125,000 years ago. According to a scenario that has been discussed already before modern Man wandered on a northern route across the Suez area into the Levant – either coming from East Africa (green arrow) or from the Sahara (solid red arrow). His fossils were found in the caves of Es Skul and Qafzeh in Israel. In humid climate phases these human groups would have found enough waters in Arabia to settle this area too (dotted red arrows).

We are descended either from that branch of Northeast African Homo sapiens which spread across the Levant into Asia Minor and from there around the Black Sea to Europe, or maybe from the one that wandered, as shown on the first map, westward along the southern coast of the Mediterranean and eventually reached the northern slope of the Atlas Mountains. This was, as shown on the following map from „Spektrum der Wissenschaft“ 12-2010 („Als der Mensch fast ausstarb“ / „When Man almost died out“) a green region even in this age. There, separated from the Proto-Negroids in the South by the desert and from the Neanderthals in the North by the Mediterranean Sea, our ancestors might have evolved in genetic isolation to become the Cro-Magnons who later invaded Europe across the Strait of Gibraltar, which was even narrower during the Ice Age, to displace the Neanderthals.

From „Spektrum der Wissenschaft“ 12-2010 „Als der Mensch fast ausstarb“ / „When Man almost died out“; caption: SAVED NEAR THE SEA. Earth fell into an Ice Age 195,000 to 123,000 years ago, during which time wide parts of Africa became inhospitable for humans. Only few regions could have provided Homo sapiens with enough food, for he needed grass- and scrubland. Excellent conditions were offered by the South African coast with its nutritious plants and plenty of seafood.

But maybe both is true: maybe the Proto-Indo-Europeans are derived from the eastern branch that moved through the Middle East and around the Black Sea, while the ancestors of the neolithic Europeans (e.g. „Ötzi“) came across Gibraltar, later to be overlaid and absorbed by the Indo-Europeans. Maybe there were several such mixings of Eastern and Western Europeans during the many thousand years of their unrecorded history in Europe.

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Thomas Friedman, der Einwanderungsfanatiker

Thomas Friedman

Ein Artikel von Dennis Mangan, dessen Original am 21. März 2010 bei „Mangan’s Adventures in Reaction“ erschienen ist (mit interessanten Kommentaren von Fjordman!), übersetzt von Deep Roots (ursprünglich für „As der Schwerter“):

http://mangans.blogspot.com/2010/03/thomas-friedman-immigration-fanatic.html

Der prominente NYT-Kolumnist Thomas Friedman schreibt eine Lobrede auf den Rassenaustausch: America’s Real Dream Team. Fast jedes Klischee und jede Platitüde pro-Einwanderung hat hier einen Auftritt, zusammen mit seiner Imitation eines enthusiastischen Hündchens, das sich praktisch naßmacht vor Begeisterung darüber, wie klug die Einwanderer und ihre Kinder im Vergleich mit uns hoffnungslosen Rednecks sind:

O.K. All diese jungen Leute sind amerikanische High-School-Schüler. Sie stellten die Mehrheit der 40 Finalisten bei der Intel Science Talent Search 2010,die über einen nationalen Wettbewerb die besten High-School-Schüler in Mathematik und Wissenschaften in Amerika ermittelt und auszeichnet, basierend auf ihren Lösungen wissenschaftlicher Probleme. Das Preisverleihungsdinner fand am Dienstag statt, und wie man aus der obigen Liste ersehen kann, stammen die meisten Finalisten aus Einwandererfamilien, großteils aus Asien.

In der Tat, wenn Sie noch immer nicht von den Vorteilen der Einwanderung überzeugt sind, kommen Sie einfach zu den Finalbewerben des Intel-Science-Bewerbs. Ich bin ein fanatischer Befürworter der Einwanderung. Ich denke, daß die Erhaltung eines ständigen Zustroms legaler Einwanderer in unser Land — ob sie nun einen blauen Kragen tragen oder Labormäntel — der Schlüssel dafür ist, unseren Vorsprung vor China zu bewahren. Denn wenn man all diese energischen, ehrgeizigen Leute mit einem demokratischen System und freien Märkten mischt, dann passiert etwas Magisches. Wenn wir hoffen, diese Magie zu bewahren, dann brauchen wir eine Einwanderungsreform, die garantiert, daß wir immer, in geordneter Weise, die erste Wahl unter den Ehrgeizigen und Intellektuellen der Welt anziehen werden.

Friedman kann sich kaum im Zaum halten wegen seiner Entdeckung, daß so wenige angelsächsische Namen unter den Geehrten der Intel Science Talent Search sind. Bequemerweise übersieht er auch die Tatsache, daß die Gruppe, deren Mitglieder in den letzten paar Jahrzehnten die große Mehrheit der Einwanderer ausgemacht haben – die Hispanics – auch niemanden unter den Geehrten haben. Eine kleine Fliege in Friedmans Suppe: der Gewinner scheint ein “weißer Nicht-Hispanic” zu sein, wie man uns jetzt nennt.

Für Friedman und seinesgleichen reduziert sich alles auf “Konkurrenzfähigkeit”, und die Notwendigkeit, immer mehr Menschen zu importieren, ist „der Schlüssel dazu, unseren Vorsprung vor China zu bewahren.“ Ich frage mich, ob er jemals darüber nachgedacht hat, daß die Vereinigten Staaten während ihrer ganzen Existenz immer “China voraus” waren und daß es erst in den letzten Jahren ein entferntes Risiko gegeben hat, daß wir zurückfallen könnten. Ganz klar hat während der letzten Generation oder so irgendetwas von unseren politischen Maßnahmen und Praktiken genug Verfall der amerikanischen Stärke verursacht, daß wir uns jetzt darum sorgen müssen, von China überholt zu werden. Diese politischen Maßnahmen und Praktiken sind jene, von denen Friedman am begeistertsten ist: Einwanderung, Invasion und Insolvenz.

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Alexander Dugins 4. Politische Theorie ist für das russische Imperium, nicht für europäische Ethnonationalisten

Von Kevin MacDonald, übersetzt von Lucifex. Das Original Alexander Dugin’s 4 Political Theory is for the Russian Empire, not for European Ethno-Nationalists erschien am 18. Mai 2014 auf The Occidental Observer.

Nur sehr wenige in der alternativen Rechten kannten Alexander Dugin vor der Veröffentlichung und Übersetzung seines Buches The Fourth Political Theory im Jahr 2012. Plötzlich wurde der Inhalt dieses Buches zum Thema lebhafter Diskussion, und er wurde als „wohl der prominenteste neurechte Denker der Welt“ begrüßt. Mit der Ausnahme von Michael O’Meara auf Counter-Currents waren die meisten Rezensionen sehr positiv oder zumindest sympathisierend. Nachdem ich Rezensionen, Interviews, Blogs und Artikel gelesen und einige Videovorlesungen von Dugin angehört hatte, beschloß ich, The Fourth Political Theory (FTP) zu lesen.

Über die ersten Seiten war ich ziemlich beeindruckt von Dugins lakonischer Behandlung der Art, wie der Liberalismus die normativen Bedingungen für eine Menschheit geschaffen hatte, die empfänglich für eine Weltregierung in ihrer „Glorifizierung der totalen Freiheit und der Unabhängigkeit des Individuums von jeglicher Art einschließlich Vernunft, Identität (sozial, ethnisch und sogar geschlechtlich), Disziplin und so weiter“ ist (S. 18). Mit der „Befreiung“ des Menschen von jeder notwendigen, vorgegebenen Mitgliedschaft in irgendeiner Gemeinschaft oder Identität und der weithin akzeptierten universalen Moral der Menschenrechte standen nun wenige Hindernisse einem totalitären globalen Markt im Weg.

Dugin ist ein Patriot, und ich stimme zu, daß Rußland als kontra-hegemoniale Macht gegen die Ausbreitung amerikanischer Hollywood-Werte und die fortdauernde Ausdehnung der EU in ehemals sowjetische Territorien agieren muß.

Aber es wurde bald offenkundig, daß Dugins FPT mehr als eine Kritik an der amerikanischen Hegemonie und am Atlantizismus war: es war ein unerbittlicher Angriff auf die ganze Essenz der westlichen Zivilisation. Die folgende Argumentation zieht sich durch sein ganzes Buch: Liberalismus = Amerikas gegenwärtige Militär- und Außenpolitik = westliche Zivilisation = europäische Geschichte seit der Antike = Böse. Für Dugin ist die Idee, daß Amerika die erste universale Nation ist, „im Wesentlichen… eine aktualisierte Version und Fortsetzung eines westlichen Universalismus, der vom Römischen Reich über das mittelalterliche Christentum, die Moderne im Sinne der Aufklärung und die Kolonisation bis zum heutigen Tag weitergegeben wurde“ (S. 74). Die Europäer sind immer oder zumindest seit römischer Zeit der intrinsische Feind der ethnischen Identität, der Tradition und Wahrhaftigkeit gewesen.

Um die Essenz des Liberalismus angemessen zu verstehen, müssen wir erkennen, daß es kein Zufall ist, daß sein Erscheinen in den politischen und ökonomischen Ideologien auf fundamentalen Prozessen beruht, die in der gesamten westlichen Zivilisation ablaufen. Der Liberalismus ist nicht nur ein Teil dieser Geschichte, sondern ihr reinster und verfeinertster Ausdruck, ihr Ergebnis (S.140).

Der Rezensent Siryako Akda sagt: Dugin kritisiert die westliche Welt vom Standpunkt der Tradition und Authentizität.“ Ich lese das so, daß Dugin das russische Volk und Reich aus der Perspektive der Tradition verteidigt, während er den Westen aus der Perspektive des Postmodernismus und Kulturmarxismus kritisiert. Es ist der Aufmerksamkeit der Kommentatoren in der alternativen Rechten entgangen, daß Dugin sich bei seiner Beurteilung des Liberalismus fast zur Gänze auf Kulturmarxisten stützt. Ich denke nicht, daß wir es leicht nehmen sollen, daß er Karl Marx‘ Ideen als „enorm nützlich und anwendbar“ feiert (S. 50), Franz Boas „den größten amerikanischen Kulturanthropologen“ nennt (S. 63) und glaubt, daß Levi-Strauss „überzeugend gezeigt hat“, daß primitive Kulturen in Afrika genauso komplex und reich wie europäische Kulturen waren (S. 109). Ohne Zögern und ohne Wertschätzung der Art, wie der Westen zur vorrangigsten Zivilisation der Welt aufstieg, zur kreativsten in Kunst und Wissenschaft, erklärt er, daß „allein schon die Ideologie des [westlichen] Fortschritts rassistisch in ihrer Struktur ist.“ Er ist sich nicht bewußt, daß das russische Reich, das er so bewundert und irrigerweise mit der Tradition per se identifiziert, sich ohne die Assimilation europäischen Knowhows durch Peter den Großen in der Neuzeit aufgelöst hätte.

Einige der anderen Denker, auf die Dugin sich stützt, sind Baudrillard, Foucault und Deleuze. Er akzeptiert Foucaults Verdammung der Aufklärung als einen Träger „all der Zeichen des intellektuellen Rassismus, der Apartheid und anderer totalitärer Vorurteile“ (S. 133). Mit solchen Aussagen würde Dugin sich leicht in eine westliche Universitätsumgebung passen. Seine Darstellung all dessen, was westlich ist, als rassistisch und böse, kombiniert mit seiner Identifikation nichtwestlicher traditioneller Kulturen als authentisch, natürlich und wahr unterscheidet sich nicht von der multikulturalistischen Schablone, die in der akademischen Welt durchgesetzt wird. Wir sollen glauben, daß die Chinesen mit ihren unterdrückten Minderheiten und ihrem offiziellen Diskurs über rassische Hierarchien, die Russen mit ihrer Geschichte des Zerbrechens von nationalem Erbe und die Inder mit ihrem dreckigen Kastensystem nicht rassistisch sind, sondern Besitzer gesunder Reiche, die von weißen Nationalisten in der Gegnerschaft zur amerikanischen Hegemonie unterstützt werden sollten.

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Das „Recht auf Migration“ sticht alles

Von Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots (Titelbild vom Übersetzer eingefügt). Das Original The „Right to Migrate” Trumps All erschien am 24. November 2010 im „Occidental Observer“. [Anm. d. Ü.: die Nachveröffentlichung dieser alten Übersetzung erfolgt aus dem aktuellen Anlaß, daß am 10./11. Dezember 2018 in Marrakesch ein „globales UN-Migrationsabkommen“ (Global Compact for safe, orderly and regular Migration) unterzeichnet werden soll. 191 der 193 UNO-Mitgliedsstaaten billigen diese Vereinbarung, nur die USA und Ungarn sind ausgestiegen.]

Das „Center for Immigration Studies“ hat einen Bericht veröffentlicht, Fewer Jobs, More Immigrants, in dem es heißt, daß trotz des Verlusts von einer Million Jobs 13,1 Millionen Einwanderer im letzten Jahrzehnt gekommen sind. Das Einwanderungsniveau blieb gleich, trotz einer enormen Verschlechterung der Jobsituation.

Am vielsagendsten ist, daß 2008 – 2009, inmitten des größten wirtschaftlichen Abschwungs seit der Großen Depression, 2,4 Millionen neuer Einwanderer (legal und illegal) sich in den Vereinigten Staaten niedergelassen haben, obwohl im selben Zeitraum 8,2 Millionen Jobs verlorengingen. Und die Vorhersagen sind miserabel, die Schlagzeile der Druckausgabe der LA Times schreit: „Fed sagt Jahre der Schmerzen an der Jobfront voraus“. Der Artikel zitierte niemanden, der dachte, daß eine Verringerung der Einwanderung eine gute Idee wäre.

Was uns eines sagt: Es geht nicht um die Wirtschaft. Wie das CIS anmerkt: „Das Niveau der neuen Einwanderung kann sogar angesichts massiver Jobverluste hoch bleiben.“

Ich wurde daran erinnert, als ich meine tägliche E-Mail von der American Third Position las, mit dem Titel: „UN verlangt mehr legale Einwanderung, während US-Jobs zunehmend nach Übersee ausgelagert werden.“ (Klicken Sie hier für den Artikel; die Instruktionen zum Erhalt von A3P-E-Mails sind auf der selben Seite).

Navi Pillay, die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, sagte: „Obwohl Staaten legitime Interessen an der Sicherung ihrer Grenzen und der Durchführung von Einwanderungskontrollen haben, übertrumpfen solche Belange nicht die Verpflichtungen des Staates, die international garantierten Rechte aller Personen zu respektieren.“ Zu diesen Rechten gehört das Recht auf Migration, wohin immer sie wollen – was effektiv heißt, daß Staaten kein Recht darauf haben, ihre Grenzen zu kontrollieren.

Sie unterstellt, daß die entwickelte Welt bereit sein sollte, 214 Millionen (!!) internationaler Migranten aufzunehmen. Amerika leistet eindeutig nicht seinen Anteil. (Und es wird eine Menge mehr künftiger Migranten geben, sobald diese 214 Millionen eingezogen sind). In der Tat drohte sie, wie A3P anmerkt, daß die Amerikaner internationales Recht nicht einhielten und behauptete: „Das Prinzip der Nichtdiskriminierung ist grundlegend im Gesetz der internationalen Menschenrechte.“ Jeder hat ein Recht darauf, in die Vereinigten Staaten zu kommen, und die Vereinigten Staaten haben kein Recht, unter zukünftigen Einwanderern zu diskriminieren.

In den Händen der Drittweltideologen ist das, was als die mächtige, einzigartig westliche Idee begann, daß Menschen Rechte gegenüber dem Staat haben, im Effekt in das Recht verwandelt worden, die Menschen zu verdrängen, die diese Gesellschaften geschaffen haben. Westliche Gesellschaften haben eine auf ihren traditionellen Völkern und Kulturen beruhende Identität zurückgewiesen zugunsten einer Ideologie, daß sie nichts weiter seien als „Willensnationen“ – ein Hauptthema von „The Culture of Critique“. Solche Willensnationen sind schlecht gerüstet für eine prinzipienfeste intellektuelle Verteidigung gegen solche unerhörten Ausweitungen von Rechten. Aus der Perspektive eines, sagen wir, afrikanischen Eingeborenen von Kenia bedeutet jede Politik, die zugunsten von Menschen europäischer Abstammung diskriminiert, eine unzulässige Diskriminierung.

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