Feuerfall (12): Zwischen Abend- und Morgendämmerung

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 12 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6, (3) Puffy & Jack, (4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch, (6) Zur Welt der hundert Meere, (7) Höllenkurtisane, (8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch, (10) Über das Meer und (11) Glasscherben am Strand.

Kapitel 12:   ZWISCHEN  ABEND –  UND  MORGENDÄMMERUNG

Es hatte zu schneien aufgehört, als wir in Towopol auf Nayotakins Nordkontinent Pakarran landeten. Die Sonne war schon seit drei Stunden untergegangen, aber die spektakuläre Wölbung von Karendrus Nordkalotte, die an ihrer fast unveränderlichen Position über den Horizont ragte, erhellte die Polarnacht mit ihrem Widerschein.

Von dem Landeplatz, den wir für die Dreamspider gefunden hatten, war es nur ein kurzer Fußmarsch bis zum Eingang des Veranstaltungszentrums. Der frisch gefallene Schnee war noch nicht geräumt worden, daher half ich meiner Begleiterin in ihren hochhackigen Schuhen über die Stufe zum Eingangsvorplatz. Ein paar Ballbesucher standen dort mit ihren Leibwächtern und grüßten uns beiläufig, als wir an ihnen vorbei hineingingen. Einer davon kam mir bekannt vor, aber ich wußte nicht, wo ich ihn hintun sollte.

„Das war Marcoran“, raunte Ndoni mir zu, als wir an ihnen vorbei waren.

„Ah, der.“ Er war einer der aufstrebenden Rivalen von Maxim Kaunda, daher lag es nahe, daß er dessen Tochter geläufiger war als mir. Seinen Klarnamen kannten wir nicht.

In der Garderobe half ich Ndoni aus ihrem webpelzgefütterten roten Kapuzenmantel und hängte ihn in den Spind, in dem wir auch unsere Bewaffnung verstauten. Von der Notwendigkeit zur Kampfbereitschaft befreit, hängte Ndoni sich für den Weg hinein bei mir ein. Als wir an einer Spiegelwand vorbeikamen, konnte ich das Bild betrachten, das wir zusammen abgaben: ich in meinem taubengrauen Maßanzug, sie im dunkelblauen Spaghettiträgerkleid, zu dem das breite rote Elastikhalsband einen interessanten Kontrast bildete. Die Haare trug sie zu zwei französischen Zöpfen über den Schläfen geflochten.

Nach den ersten sieben Wochen unserer Zusammenarbeit (sie nannte es Partnerschaft) lagen bereits fünf erfolgreiche Zugriffe gegen Kleinakteure in der kriminellen Earthin-Szene hinter uns, und die Frauen dieser Männer dienten nun als Sklavinnen in Ndonis Caravanserai. Bei allen Zielpersonen hatte ich zuvor von Pyetar nicht nur Merton Wieners Informationen über sie überprüfen lassen, sondern auch, ob es sich tatsächlich um Schurken handelte, die Tod oder Versklavung verdienten. Im Gegenzug hatte ich Pyetar übermittelt, was ich bei den Begegnungen mit Wiener an eventuell Interessantem gehört hatte. Während unserer Einsätze hatte ich Ndoni als kluge, mutige und fähige Kämpferin zu schätzen gelernt.

Im großen Ballsaal stellten wir fest, daß wir die Eröffnungsansprachen schon verpaßt hatten, so wie es unsere Absicht gewesen war. Gerade ging ein Musikstück zu Ende, das ich nicht kannte und das wohl als Lückenfüller für die Zeit gedacht war, bis die meisten Redenschwänzer eingetroffen waren. Die Tanzfläche war mäßig bevölkert, von Menschen verschiedener Rassen, und wir gesellten uns gleich hinzu, um uns aufzuwärmen.

Als nächstes Stück folgte der Donauwalzer, meine Lieblingstanznummer, die ich mit Ndoni am meisten geübt hatte. Das kam uns gelegen, weil wir deshalb unsere Bewegungen routiniert ablaufen lassen und unsere Aufmerksamkeit mehr der Umgebung widmen konnten, was ein Zweck unserer Teilnahme war. Wir zogen Schleifen durch den ganzen Ballsaal, und während ich Ndoni dabei gezielt an dichteren Menschenansammlungen vorbeiführte, hielt sie Ausschau nach bekannten Gesichtern, machte mich auf Personen aufmerksam, nannte Namen und Fakten und erzählte kurze Anekdoten.

So ging es dahin, während der Saal sich allmählich füllte, bis die Musik ausklang. Wir verschnauften kurz und schlenderten dann während des weniger tanzbaren Anfangs des Walzers Wiener Blut – ein Titel, bei dem mir Assoziationen kamen, die Ndoni weniger gefallen hätten – in Richtung der nächsten interessanten Personengruppe. Gerade als wir uns erneut in Tanzposition begeben hatten, schritt eine Blondine in einem kurzärmeligen schwarzen Kleid von hinten an mir vorbei und berührte Ndoni an der Schulter. „Excuse me please, may I have your partner for this dance?“

„Of course; and I’ll take yours.“ Sie hatte die Frau anscheinend schon kommen gesehen. „Bis später, mein Eisbär.“

„Ich seh‘ dich, Schokohaserl.“ Damit wandte ich mich meiner neuen Tanzpartnerin zu, ergriff ihre Rechte, faßte hinter ihre Schulter und sah ihr erstmals genauer ins Gesicht, während wir uns in Bewegung setzten. Es war eine attraktive Frau, anscheinend Mitte Vierzig, mit blaugrauen Augen, die mich genauso musternd ansahen wie ich sie. Ich hatte sie zuvor schon mehrmals vorbeitanzen gesehen, aber nun kam sie mir sehr bekannt vor. Sie wirkte verfremdet, weil ihre Stirnhaare nach hinten gekämmt und über dem Hinterkopf zusammengebunden waren… und es war doch zu unwahrscheinlich, hier meine ehemalige Chefin zu treffen.

„Du bist’s also wirklich“, sagte sie lächelnd, als sie mein halbes Erkennen bemerkte. Auch ihre Stimme war die angenehme Altstimme, an die ich mich erinnerte.

Gudrun?

„Leibhaftig. So ein Zufall, daß wir uns hier treffen.“

„An Zufälle glaube ich bei solchen Sachen schon nicht mehr. Was machst du hier?“

„Ich bin mit einem… Gönner aus der Earthin-Szene hier, der sich nach dem Tod meines Mannes meiner angenommen hat. Deshalb bin ich auch wieder frischer beinand‘, obwohl die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist. Die Haut erneuert sich ja innerhalb von Tagen, aber das Darunter und die Innereien brauchen länger, und wir sind noch nicht so lange zusammen. Ich staune übrigens über dich: Weißer Bär und Braune Taube… wer hätte das gedacht? Eine interessante Partnerin hast du da.“

„Eneska? Ja, es ist tatsächlich interessant mit ihr. Du errätst nie, wer ihre Mutter ist, aber das kann ich dir nicht sagen.“

„Okay. Ich sag‘ meinem Partner ja auch nicht, wie du wirklich heißt.“

„Ist das der, mit dem Eneska gerade tanzt?“ Ich deutete mit dem Kopf nach dem langen, schlanken Kerl mit dem schmalen Dressmangesicht und der dunklen Mittelscheitelfrisur.

„Ja. Er hat mir schon ein bißchen erzählt, was ihr so macht – was man halt so weiß. Wie bist du zu Eneska gekommen – und überhaupt in diese Szene?“

„In letzter Konsequenz durch ihre Mutter, aber das, was ich dir dazu sagen kann, läßt sich schlecht beim Tanzen erzählen. Ist deine alte Handynummer noch aktuell?“

„Nein; ich geb‘ dir nach diesem Tanz meine neue, und du gibst mir deine.“

„Und du rufst mich an, wenn du reden kannst. Was macht dein Freund so?“

„Darüber weiß ich nichts Näheres. Irgendwelche Geschäfte wahrscheinlich, aber welche… das will ich gar nicht so genau wissen. Er reist viel mit mir herum, auf der Erde und auf anderen Welten. Wir besuchen Veranstaltungen und treffen viele Leute.“

Ihre Äußerungen über die Geschäfte hatten Unbehagen erkennen lassen. „Bist du glücklich mit ihm?“ fragte ich sie.

„Nun ja… am Anfang war ich es. Jetzt… er hat sich verändert. Er läßt mich immer mehr spüren, daß ich das alles ihm verdanke. Er wird immer fordernder und herrischer.“

„Was fordert er denn von dir?“

„Darüber möchte ich jetzt nicht reden. Vielleicht später einmal… so wie wir im Büro immer geredet haben, weißt du noch? Es war trotz allem eine schöne Zeit.“

„Ja, das war es.“ Für den Rest des Tanzes wärmten wir Erinnerungen an früher auf, und ich genoß ihre Gegenwart, ihre Stimme und das Gefühl, sie zu halten und zu führen. Noch vor den letzten Takten des Walzers blieb sie stehen – praktischerweise ein gutes Stück von ihrem Partner und Ndoni entfernt –, und wir tauschten unsere Kontaktdaten aus, ehe die beiden uns erreichten. Ndoni hängte sich bei mir ein und schlug vor, einen Tanz auszusetzen und zur Bar zu gehen.

„Wer ist denn die?“ fragte sie, als wir uns ein Stück entfernt hatten. „Du schienst dich angeregt mit ihr zu unterhalten. Kennst du sie?“

„Sie ist eine frühere Chefin von mir. Deine Mutter und ich haben für sie gearbeitet.“

„Gudrun, nicht wahr? Mutter sagte, daß du ein sehr gutes Verhältnis zu ihr hattest.“

„Das stimmt; sie ist nur drei Jahre älter als ich, und ich habe sie immer auf Distanz verehrt und auch nach dem Ende ihrer Firma Kontakt zu ihr gepflegt.“

„Dann solltest du sie vor Petaurus warnen. Ihrem Kerl, meine ich. Der macht sich als lukratives Hobby an attraktive ältere Society-Frauen heran, führt sie in die Earthin-Szene ein und verschafft ihnen Bioregenerationsbehandlungen. Damit und mit anderen Sachen macht er sie von sich abhängig. Nach einer Weile fängt er an, immer mehr von ihnen zu verlangen, sie zu benutzen und zu erniedrigen. Dabei weidet er sich an ihrem Zwiespalt, weil sie ihm zwar ihre zurückgewonnene Schönheit und Vitalität verdanken, sich dafür aber immer mehr von ihm gefallen lassen müssen. Bevor sie so weit sind, daß sie ihn verlassen wollen, versteigert er sie als Sklavinnen, mit der abschließenden Genugtuung, daß ihr Zwiespalt dann noch stärker wird. Bis dahin hat er sie unter den Earthins schon ausgiebig als seine angeblichen Freundinnen herumgezeigt, sodaß Kaufinteressenten schon eine Vorstellung von ihnen haben. Danach beginnt er das Spiel mit einer Neuen. Für deine Ex-Chefin besteht aber wahrscheinlich noch keine unmittelbare Gefahr, denn normalerweise läßt er seine Opfer noch weiter regenerieren, bevor er sie verkauft.“

„Weiß er, daß du das von ihm weißt?“ fragte ich sie.

„Ja; wieso? Oh, ich verstehe.“

„Genau. Er wird sie jetzt nach mir ausfragen und danach annehmen, daß du mich über sein Hobby informierst und ich sie dann warnen wollen würde.“ Wir hatten inzwischen die Bar erreicht, die sich auf einer vier Stufen über der Tanzfläche liegenden Plattform befand, und nahmen auf Hockern Platz. Nachdem wir Seontu bestellt hatten, wandten wir uns um und schauten über die Köpfe der Tanzenden.

„Eigentlich ist es schon ein extremer Zufall“, sagte Ndoni, „daß Petaurus ausgerechnet Gudrun für sein Spiel auswählt und dann gerade an dem Abend mit ihr hierherkommt, wo du auch da bist. Findest du das nicht seltsam?“

„Doch, genau das habe ich mir auch gedacht. Als hätte er schon vorher gewußt, daß ich mit ihr befreundet bin, und es darauf angelegt, daß ich sie mit ihm sehe und dann von dir erfahre, was er tut.“

„Jetzt, wo du es sagst…“ sie nahm eine der Tassen, die gerade vor uns hingestellt worden waren, „…kommt mir vor, daß er am Ende des Donauwalzers mit ihr in unsere Nähe getanzt ist, um ihr die Möglichkeit zum Partnerwechsel zu geben. Vielleicht spekuliert er darauf, daß du mehr als andere auszugeben bereit bist, um sie freizukaufen.“

„Meinst du, daß es notwendig sein wird, sie ihm abzukaufen? Können wir sie nicht einfach gewaltsam befreien?“

„Einfach? Du sagst das so leicht, aber das ist es nicht. Petaurus hat zwar nur eine kleine Bande, aber doch eine stärkere als unsere bisherigen Ziele. Und ganz abgesehen von der Frage, warum ich bei so einer Aktion mitmachen sollte, wo für mich nichts drin liegt…“

„Keine Sorge, du kriegst von mir die Hälfte ihres Marktwertes, wenn du mir hilfst. Was wolltest du noch sagen?“

„Er schützt sich auch auf andere Weise. Er hat keinen festen Wohnsitz, sondern nur seine beiden Raumschiffe Idmon und Escapegoat, die er abwechselnd nutzt. Ansonsten wohnt er bei wechselnden Earthins, bei Geschäftspartnern oder bei solchen, die ihm etwas schulden oder gegen die er etwas in der Hand hat. Er ist ein Hütchenspieler, was seine Aufenthaltsorte betrifft. Auch bei den zum Verkauf angebotenen Frauen. Du hättest keine Chance, herauszufinden, wo Gudrun festgehalten wird, sofern du sie nicht online über Babcom ersteigerst. Dann gibt es einen Vertrag, und du kannst sie nach der Bezahlung innerhalb eines Zeitfensters an einem geheimen Ort holen, wo nur sie ist.“

„Woher weißt du das alles?“

„Pop und Merton haben ab und zu schon mitgeboten. Soll ich dir das Auktionsportal zeigen? Vielleicht ist sie schon drin.“

„Ja, zeig’s mir.“

Sie holte ihren Poccomp heraus, klappte ihn auf und loggte sich ins Earthincom-Netz ein. „Tatsächlich“, sagte sie kurz darauf. „Schau.“

Ich nahm das Gerät und sah, daß auf der angewählten Seite schon eine Verkaufspräsentation von Gudrun drin war, unter ihrem Earthin-Decknamen Marisa von Steinberg. Dazu gab es persönliche Daten sowie Aufnahmen von ihr, die Petaurus zum Teil privat gemacht haben mußte. Andere zeigten sie in jüngeren Jahren. Gebote gab es auch schon; der bisherige Stand lag bei fünfzigtausend GVE. Ich sah auf die Auktionsfrist.

„Das ist ja schon morgen!“ sagte ich zu Ndoni.

„Siehst du?“ antwortete sie. „Wie willst du bis dahin herausfinden, wo sie ist, und einen erfolgversprechenden Zugriff vorbereiten?“

Ich stand auf und schaute suchend über die Tanzfläche. „Ich seh‘ die beiden nirgends“, sagte ich zu ihr. „Schau mal, ob du sie findest.“

Ndoni erhob sich ebenfalls und schüttelte nach einer Weile den Kopf. „Scheinbar sind sie nicht mehr da.“

Schnell wählte ich die Nummer, die Gudrun mir gegeben hatte, aber sie hob nicht ab, und stattdessen erhielt ich eine Kurznachricht mit einem Link zu genau der Online-Auktionsseite, die ich gerade betrachtet hatte. „Schon zu spät“, sagte ich zu Ndoni. „Verschwinden wir von hier, wir müssen Vorbereitungen treffen.“

*     *     *

Drei Tage später flogen wir in der Jeannie von Norden auf den Westrand der Finnischen Seenplatte zu. Die Sonne war schon untergegangen, und im Osten stand der Vollmond tief über dem Horizont. Ndoni, Frido, Björn und ich saßen in der Zentrale und betrachteten die im Zwielicht unter uns dahinrasende Landschaft, die nach einem späten Wintereinbruch noch einmal frisch verschneit war. Wir trugen schon unsere Kampfrüstungen, die wir als Absicherung gegen böse Überraschungen verwenden wollten.

Nachdem ich am Vortag Gudrun gegen einen hartnäckigen Bieter ersteigert hatte, waren wir losgeflogen, um die Angaben für den Übergabeort – eine Jagd- und Ferienhütte in einem Wald in Südwestfinnland – sowie den Schlüssel dafür aus einem Schließfach in Babylon 6 zu holen. Das Zeitfenster für die Abholung lag zwischen der Abenddämmerung dieses Tages und der Morgendämmerung des nächsten. Daß wir in der Jeannie kamen, war Teil der Vertragsbedingungen, was darauf hindeutete, daß Petaurus mit einem seiner Schiffe in der Nähe wartete und sich dagegen absichern wollte, daß Nouris‘ Überlegenheit mich in Versuchung führte, ihn anzugreifen, wenn wir Gudrun hatten.

Unterwegs waren Frido und Björn zu uns gestoßen. Frido besaß inzwischen seine Raumskipperlizenz und war uns mit Björn, Lilandri und seiner Freundin in der Dayu entgegengeflogen. Nach dem Umstieg der Männer zu uns bei 66 Centauri hatten die Frauen den Flug nach Chakarionn fortgesetzt. Nouris parkte auf dem Raumhafen von Babylon 6, wo sie wieder verdeckt das Kommunikationssystem anzapfen sollte.

Kurz vor dem Ziel gingen wir auf eine Höhe knapp über den Wipfeln herunter und ließen unsere vorausfliegenden acht Aufklärungsdrohnen nach einer Lichtung suchen, die möglichst nahe am Haus lag und wenigstens groß genug für eine Landung mit dem Beiboot war. Als sie eine geeignete Stelle gefunden hatten, ließ ich das Schiff darüber in den Schwebeflug gehen, während wir uns ins Beiboot setzten und starteten. Begleitet von den Drohnen, die nun von der Jeannie koordiniert nach Feinden am Boden spähten, sanken wir in der kleinen Lichtung zum Waldboden und stiegen dort unbehelligt aus.

Nach einem Blick zum Schiff, das während unserer Abwesenheit gemäß seiner Instruktionen über dem Wald Wache halten würde, gingen wir in Richtung der Hütte los. Dabei hielten wir unsere Waffen schußbereit – hochwertige Weiterentwicklungen des FG 42 aus Babylon-6-Produktion mit .308er-Hartkernmunition, denn Shom-Earth sah es nicht gern, wenn nach Kämpfen auf der Erde Leichen gefunden wurden, die erkennbar mit Lasern oder Coilguns getötet worden waren. Nur als Zweitwaffen trugen wir Laserpistolen.

Unsere Drohnen schwebten in einem weiten Bogen im Tiefflug voran. Dabei hielten die kleinen Flugscheiben nicht nur im Optischen und Infraroten nach möglichen Gefahren Ausschau, sondern suchten auch den frischen Schnee nach Fußspuren ab. Solche fanden sie aber erst vor dem Haus, wo offenbar mehrere Menschen zwischen dem Eingang und der Landestelle eines inzwischen wieder verschwundenen Raumschiffbeibootes hin und her gegangen waren.

Als wir das Haus erreichten, sahen wir nur im kleinen Badezimmerfenster Licht. Es war eine Luxusvariante des finnischen Mökki, eingeschossig und in Blockbauweise wie die traditionelle Form, aber größer. Während die anderen drei sicherten und die Drohnen einen Ring um das Mökki bildeten, sperrte ich die Tür auf und schaltete das Licht ein. Im Vorraum war niemand, ebenso im Wohnraum und in der Küche. An der Badezimmertür steckte der Schlüssel außen, was darauf hindeutete, daß Gudrun darin war, so wie ich es im Vertrag gefordert hatte, damit sie bis zur Abholung aufs Klo gehen und Wasser trinken konnte. Ich nahm den Helm ab, klopfte an die Tür und rief: „Susi, wir kommen dich holen“, um sie wissen zu lassen, daß draußen jemand war, der ihren alten Spitznamen kannte, falls sie mich nicht sowieso an der Stimme erkannte. Dann drehte ich den Schlüssel herum und öffnete die Tür.

Gudrun war tatsächlich drin, allein und gemäß meinen Bedingungen in Kleidung, in der sie sofort mit uns mitgehen konnte. Sie trug Jeans, einen flauschigen weißen Rollkragenpullover und schwarze Winterstiefel. Sie sah erstaunt drein, als sie mich erkannte, und fragte dann: „Hast du mich gekauft?“

„Natürlich hat er das“, sagte Ndoni hinter mir, noch ehe ich selbst zu einer Antwort kam. Sie hatte ihren Helm auch schon abgenommen und rückte sich das Stirnband zurecht, das ihre Haare zusammenhielt.

Gudrun kam heraus und sagte dabei: „Ist wohl noch das Beste, was mir unter diesen Umständen passieren konnte.“

Wenn du wüßtest, wie sehr ‚das Beste‘, dachte ich und gab der Versuchung nach, sie noch kurz in dem Glauben zu lassen, ich hätte sie als Sklavin gekauft. „Du bist ja auch der beste Kauf, den ich mir denken kann“, sagte ich. „Weißt du noch, was du zu mir gesagt hast, als ich damit anfing, dir CAD-Grundkenntnisse beizubringen?“

„Nein.“

„Du sagst mir, wie ich tun muß, und ich füg‘ mich nach dir.“

Gudrun lächelte schwach, mit einem Blick, den ich nicht so recht deuten konnte. „So wird’s auch jetzt sein“, sagte sie. Dann drehte sie sich um, schüttelte mit ihrer typischen Hand- und Kopfbewegung ihr Haar zurück und kreuzte ihre Handgelenke hinter dem Rücken. „So, bind‘ mich.“

Ich schaute zur Seite und begegnete dabei Ndonis wissend-spöttischem Blick. So fängt es an, mein Grauer Ritter, schien sie mir sagen zu wollen. Ich trat von hinten an Gudrun heran, strich ihr von den Schultern über die Oberarme und tätschelte dann ihre Hüften. „Ach Susi“, sagte ich, „Eneskas Information war unvollständig. Natürlich habe ich dich freigekauft. Komm, verschwinden wir von hier. Unser Beiboot wartet draußen im Wald.“

Freudestrahlend umarmte sie mich mit Begrüßungskuß wie früher und eilte dann mit uns hinaus. Draußen gab ich ihr die mitgebrachte Kopfhörer-Mikrofon-Kombi, mit der sie mit uns und dem Schiff Funkverbindung halten konnte und die auch als aktiver Gehörschutz dienen würde, falls wir schießen mußten. Wir anderen setzten unsere Helme wieder auf. Frido versperrte die Hütte und legte den Schlüssel unter einen großen Stein neben der Tür. Dann marschierten wir nach Norden, auf unser Beiboot zu.

Wir waren noch nicht weit gekommen, als wir von der Jeannie angerufen wurden. „Paßt auf“, sagte sie, „es kommen Bewaffnete von Norden. Sie werden das Beiboot in siebzig Sekunden erreicht haben.“

„Starte das Beiboot“, sagte ich, „und laß‘ es so weit aufsteigen, daß sie es unter den Ästen hindurch nicht sehen können. Laß‘ auch die Drohnen ständig weiter werdende Suchkreise um uns fliegen, und suche selber den Bereich außerhalb davon ab. Wie viele Leute siehst du?“

„Fünf, Meister – jetzt einen sechsten. Er hat auf mich geschossen.“

„Erschieß jeden, den du siehst, mit deinen Kanonen und auch mit der Bordwaffe des Beibootes. Schieß auch dorthin, wo sie unter Ästen verschwinden. Tragen sie Kampfrüstungen?“

„Ja, Meister. Das Beiboot hat einen siebten geortet.“ Von vorn hallte kurz das Knattern einer Gaußkanone durch den Wald und verstummte nach einem Schrei. Nun feuerte rechts vor uns das untere Vierlingsgeschütz der Jeannie. Ihr Taktikprogramm würde der Situation hoffentlich gewachsen sein.

„Da vorn hat’s keinen Sinn für uns“, sagte Björn von seiner Nachhutposition. „Ich glaube, wir laufen besser wieder zurück zur Hütte. Dort kann das Beiboot landen.“

„Okay“, stimmte ich zu. Frido übernahm die Führung, gefolgt von Ndoni und Björn, und ich bildete die Nachhut hinter Gudrun. So liefen wir in unserer Spur zurück. Östlich von uns knallte es zweimal, und ich meinte beim zweiten Mal einen Lichtschein zwischen den Bäumen aufblitzen zu sehen.

„Eine der Drohnen ist zerstört“, meldete die Jeannie. „Die Feinde kommen auch von Osten.“ Hinter uns, irgendwo im Nordwesten, ratterte wieder die Waffe des Beibootes.

„Verdammt“, schimpfte Ndoni, „die kommen sicher von allen Seiten!“

„Vermutlich hast du recht“, stimmte Frido ihr zu. „Was machen wir dann?“

„In die Hütte flüchten“, antwortete sie. „Dort können wir warten, bis die Jeannie und das Beiboot alle erledigt haben.“

Voraus sahen wir schon den lichteren Bereich um das Mökki. „Wartet“, sagte ich, „gehen wir lieber vorsichtig ran. Jeannie, schick‘ eine der Drohnen hinter dem Haus vorbei.“

„Ja, Meister.“ Das Schiff feuerte wieder. „Hier im Osten sind unter mir auch überall Feinde, aber ich erwische sie kaum mehr, weil sie so vorsichtig sind.“

Inzwischen hatten wir den Waldrand vor der Hütte erreicht. Wir hockten uns hin und spähten zur anderen Seite. Neben mir hörte ich Gudrun keuchen. Plötzlich knallte es von drüben, und unsere Sonde glitt als brennendes Wrack rechts hinter der Hütte hervor und fiel in den Schnee. Also waren die Feinde auch dort schon.

„Jeannie“, sagte ich, „geh östlich der Hütte in den Schwebeflug, sodaß du den Bereich dahinter beschießen kannst. Laß das Beiboot westlich von uns Position beziehen, und sag‘ uns, wenn es soweit ist. Dann laufen wir zur Hütte und…“

„Entschuldige die Unterbrechung, Meister, aber von Osten nähern sich drei Raumschiffe im Tiefflug. In einer knappen Minute werden sie da sein.“

„Zieh dich zurück!“ befahl ich. „Schlüpfe hochkant zwischen die Bäume, mit dem Bug schräg nach oben, sodaß du immer noch mit allen Waffen nach oben schießen kannst! Und versuche, das Beiboot zwischen den Bäumen in unsere Nähe zu manövrieren.“

„Die treiben verdammt viel Aufwand“, sagte Ndoni, während das Schiff bestätigte. „Ich glaub‘ nicht, daß das wegen Gudrun ist.“

„Ich auch nicht“, antwortete ich. „Schnell in die Dickung da drüben.“

Hastig und geduckt rannten wir zu einer Gruppe dicht beisammenstehender junger Fichten, und als wir gerade unter deren Ästen verschwanden, sahen wir noch ein kompaktes Diskusschiff über die Wipfel nördlich von uns huschen. Nach wenigen Sekunden kam es langsam von Westen zurückgeschwebt.

„Wir wissen, daß ihr da unten seid!“ bellte von oben eine Männerstimme. „Ihr seid umzingelt, und euer Schiff hat keine Chance gegen unsere drei. Wir greifen es vorerst noch nicht an, während ihr überlegt, ob ihr unsere Forderung erfüllen wollt. Flint, Strasskat, liefert uns Eneska aus. Zwingt sie, mit erhobenen Händen vor die Hütte zu gehen. Ein Beiboot wird landen, und wenn sie drin ist, fliegen wir weg, und unsere Männer ziehen sich zurück. Ihr habt nur so lange Bedenkzeit, bis sie euch erreichen.“

Ndoni sah mich über ihre Schulter an. Wegen des Helmvisiers konnte ich ihr Gesicht nicht sehen, aber ihrer Körperhaltung war anzusehen, daß sie erschrocken und besorgt war. Mein Gewehr war zwar nicht auf sie gerichtet, aber ich hatte sie vor mir und konnte auf sie zielen, noch ehe sie sich zu mir umgedreht hätte, und da waren noch Frido und Björn. Wir waren in der Position, die Forderung der Angreifer zu erfüllen. Sie war eine Verbrecherin, wenngleich sie durch ihren Vater dazu gebracht worden war, und eigentlich stand es nicht dafür, die Sicherheit von uns anderen – einschließlich Gudruns – für sie zu riskieren. Und doch widerstrebte es mir, sie zu verraten. Sie hatte mir vertraut, war mir eine gute Kampfgenossin gewesen, konnte vielleicht auf einen besseren Weg gebracht werden, war Julias Tochter, und… sie hatte es mit ihrem Charme und Charisma erreicht, daß ich sie zu mögen begonnen hatte. Außerdem war fraglich, ob die Feinde uns nach Erfüllung ihrer Forderung wirklich gehen lassen würden. Ich weiß nicht mehr, wie lang jener angespannte Moment dauerte, bis ich ihr mit einem Wackeln der linken Hand bedeutete: Nein. Über den Helmfunk wollte ich sicherheitshalber nicht sprechen.

Sie entspannte sich. Mit der Linken öffnete sie ihr Helmvisier und sagte: „Danke. Ich versprech‘ euch: wenn es wirklich eng wird, geh‘ ich raus. Wahrscheinlich wollen sie mich als Geisel gegen Pop. Aber hast du einen Plan, wie wir da rauskommen können?“

Ich öffnete ebenfalls das Visier und schaltete das Mikrofon aus. „Keinen guten“, gab ich zu. „Wir können das Beiboot rufen; es fliegt dicht an unsere Dickung heran, öffnet schon vorher die Tür, wir springen hinein und fliegen zwischen den Bäumen davon und versuchen in die Nähe einer Ortschaft zu kommen. Ich gebe der Jeannie den Auftrag, über die Wipfel aufzusteigen und einen Ablenkungskampf anzufangen. Ich habe vorher nicht daran gedacht, daß sie vielleicht gar nicht den Ärger riskieren wollen, den sie mit Shom-Earth bekommen, wenn sie hier unprovoziert ein Raumschiff abschießen statt eines Beibootes, das sie selber abtransportieren könnten.“

„Den Ärger, den sie mit Pop und Mervindo kriegen, wenn ich hier davonkomme, werden sie vielleicht noch mehr fürchten“, wandte Ndoni ein. Das war plausibel, denn die Bande von Maxim Kaunda und Merton Wiener war in der Zwischenzeit stark gewachsen.

Über uns zog wieder das Diskusschiff langsam hinweg. „Eure Zeit läuft ab!“ rief die Lautsprecherstimme. „Unsere Männer sind schon…“ In diesem Moment stachen zwei grüne Lichtstrahlen von Osten auf das Schiff zu und ließen eine Wolke großer Funken wie bei einem Feuerwerk aus seiner Flanke sprühen. Gleich darauf folgte ein weiterer Doppelblitz, durch den Teile von dem Schiff abfielen, und dann war es hinter den Bäumen verschwunden. Kurz donnerte ein Schußwechsel von Gaußkanonen aus der Richtung, in der die Jeannie sein mußte.

Wir sahen uns überrascht an. „Hier Nouris“, hörten wir die vertraute Stimme in den Kopfhörern. „Diese Verbindung läuft über die Jeannie, weil ich noch zu weit weg bin, um euch direkt anzufunken. Ich komme von Osten und versuche die Feindschiffe über das Meer zu treiben und dort abzuschießen. Sie fliehen schon; gegen meine Lichtshow haben sie auf die Distanz keine Chance. Ich brauche noch acht Minuten, bis ich über euch bin.“

Mir fiel auf, daß sie das Wort Laser über Funk vermied. „Gut“, sagte ich und schloß mein Visier. „Jeannie, steig‘ über die Bäume auf und komm‘ über uns – wir sind in einer dichten Baumgruppe nördlich der Hütte. Kannst du uns das Beiboot herschicken?“

„Ja, Meister, ich habe eure Peilung, aber es wird zu gefährlich sein, einzusteigen. Die Feindlage am Boden ist zu unübersichtlich.“

Ich sah die anderen an. Björn sagte: „Was ist mit dem Auwald weiter im Süden, den wir auf den Sat-Bildern gesehen haben? Dort müßte das Schiff landen können.“

„Versuchen wir’s“, stimmte ich zu. „Schleichen wir von einer Deckung zur anderen; Jeannie, zieh die Drohnen um uns zusammen und bekämpfe alle Gegner, die du siehst.“

Das Schiff bestätigte, und gleich darauf knallten ganz in der Nähe Schüsse vom Boden und aus der Waffe des Beibootes, wenig später gefolgt vom Vierlingsgeschütz der Jeannie. Als es wieder still war, krochen wir vorsichtig aus der Dickung und schlichen geduckt zum Westrand der Lichtung um das Mökki, über die gerade die Jeannie hinwegflog.

Auf der Lichtung ins Beiboot zu steigen, war nicht ratsam, denn wir wären dabei vom Mond beleuchtet gewesen, während wir nicht wissen konnten, ob nicht aus den Schatten in den Waldrändern rundum Feinde auf uns zielten. Deshalb blieben wir im Wald und bewegten uns von Baum zu Baum an der Lichtung vorbei nach Süden, immer wieder in Deckungen feuernd, wo die Drohnen Feinde geortet hatten. Einmal war ich dabei zu langsam und erhielt einen Coilgun-Streifschuß an der Hüfte, der meine Rüstung eindellte. Ich rappelte mich auf, hastete hinter einen Baum und sah gerade noch, wie eine Geschoßgarbe von der Jeannie hinter dem Reisighaufen einschlug, von wo der Schuß gekommen war. Schnell folgte ich den anderen.

Als wir schon ein Stück südlich des Mökki waren, wurde es vor uns plötzlich laut. Schüsse krachten, Männer schrien durcheinander, Äste knackten. Voraus stäubte Schnee auf, der von Bäumen gefallen war. In der Ferne sahen wir zwischen den Stämmen hindurch nach rechts rennende Gestalten.

„Da war eine große Gruppe beisammen“, hörten wir die Jeannie in den Kopfhörern. „Ein Teil der Überlebenden flieht nach Westen, die anderen nach Osten.“

Anscheinend hatten die feindlichen Kämpfer sich über ihr weiteres Vorgehen nach der Flucht ihrer Schiffe beraten – und offenbar gehörten sie nicht alle derselben Gruppe an. Auf unserem Weg nach Süden kreuzten wir immer wieder ihre Spuren, die teils auch von ihrem Anmarsch stammten. Die Fichten standen hier dichter, sodaß wir nicht wußten, ob Feinde in der Nähe waren, aber nach einigen weiteren nervenzerreißenden Minuten erreichten wir endlich den aus kahlen Laubbäumen bestehenden Auwald, wo die Jeannie über einem zugefrorenen Altarm schwebte.

Ich befahl dem Schiff zu landen, und während es zwischen den Baumkronen herabsank, gingen wir zu der freien Fläche. In einer Wolke aus Dampf und hochgewirbelten Schneekristallen, die im Gegenlicht des Vollmondes glitzerten, setzte die Jeannie auf und senkte die Rampe.

Über die Fußspuren unserer Feinde, die hier anscheinend mit Flugmaschinen abgesetzt worden waren, rannten wir hin, wobei wir Gudrun in die Mitte nahmen. Ich stieg als Letzter ein, betätigte den Rampenschalter und rief: „Jeannie, abheben! Hol‘ das Beiboot und die restlichen Drohnen herein, und flieg‘ dann Nouris hinterher!“

„Die wird schon weit voraus sein“, sagte Ndoni aus dem hinteren Teil des Ringtunnels, wo Frido gerade Gudrun in die Zentrale geleitete.

Ich schloß die Schleusentür, nahm meinen Helm ab und grinste sie an. „Wenn wir die alluvialen Dämpfer ausschalten, haben wir sie schnell eingeholt.“

Sie warf mir einen tadelnden Blick zu. „Mußt du in dieser Situation blödeln?“

„Gerade in dieser Situation. Ich bin so erleichtert, daß wir das gut überstanden haben.“

„Ich auch. Und nochmal… danke.“

„Nächstes Mal du. Geh’n wir rein.“ Ein Rumpeln von backbord zeigte an, daß gerade das Beiboot eindockte, und als wir uns an die Kontrollpulte setzten, begann das Schiff zu beschleunigen. „Nouris, wo bist du gerade?“ fragte ich.

„Nördlich der Åland-Inseln“, antwortete sie. „Die Feindschiffe sind schon ins Meer gestürzt.“

„Wie kommt es, daß du gerade rechtzeitig hier warst?“

„Meine speziellen Brieftauben haben mir zugetragen, daß an den Koordinaten der Hütte genau zu dieser Zeit ein Treffen von drei Raumschiffen stattfinden sollte, von denen keines Petaurus gehörte. Da bin ich schnell hierhergeflogen.“

Das hieß, sie hatte die Earthincom-Kanäle nach solchen Informationen durchsucht und war dabei auf diese Auffälligkeit gestoßen. Mir drängte sich der Gedanke auf, daß ich ohne die Macht meines Hauptschiffes wohl viel weniger wäre, als man im Earthin-Milieu in mir sah.

„Spezielle Brieftauben?“ fragte Ndoni und sah mich von der Seite an. „Es hat wohl keinen Zweck, nach denen zu fragen. Nouris, was waren das für Schiffe?“

„Für eines wurde nur ein Kürzel verwendet, aber es sah nicht wie eines der beiden von Petaurus aus. Die anderen waren Marcorans Kildar und Ghost.“

„Marcoran!“ rief Ndoni aus. „Also hat er dieses Komplott organisiert und sich dafür mit Petaurus zusammengetan.“

Frido wandte sich zu uns um und sagte: „Und er hat es so eingerichtet, daß Petaurus seine Beteiligung abstreiten kann: Zuerst die vertragsgemäße Übergabe, und wenn dann andere daherkommen, die anscheinend irgendwie davon erfahren haben, kann ihm keiner nachweisen, daß er damit etwas zu tun hatte.“

„Wer weiß“, fügte ich hinzu, „vielleicht hat Marcoran Petaurus überhaupt erst dazu angestiftet, Gudrun als nächstes Opfer auszuwählen, als Lockvogel für mich, um Eneska zu erwischen und als Geisel gegen ihren Vater zu benutzen.“

Jetzt mischte sich auch Gudrun in das Gespräch ein. „Dazu müßte er aber irgendwie von der Verbindung zwischen dir und mir erfahren haben“, wandte sie ein. „Wäre das möglich?“

„Ich wüßt’s nicht“, sagte ich. „Eneska, vielleicht irgendwie im Zusammenhang mit deinem Besuch bei deiner Mutter?“

Ndoni sah zweifelnd drein. „Glaub‘ ich nicht. Da müßten sie meine Bewegungen beobachtet haben, und warum haben sie mich nicht schon dort geschnappt? Aber jetzt zu etwas ganz anderem: ich will endlich aus dieser Rüstung raus. Ihr nicht auch? Jeannie, wie ist der Status?“

„Keine akuten Bedrohungen, aber ich bin links an der Rumpfoberseite beschädigt, und auch das Beiboot hat Treffer abbekommen.“

„Kannst du Luna noch erreichen?“ fragte ich.

„Ja, aber die Schäden müssen bald untersucht werden.“

„Gut. Melde dich bei Aizharos Filialwerft auf Luna zur Reparatur an und informiere sie gleich über die Schäden, soweit sie für dich erkennbar sind.“

Wir begaben uns in unsere Quartiere. Eine Viertelstunde später standen wir in Bordkleidung in der Luftschleuse, während das Schiff hoch über Südschweden bei Nouris andockte. Ndoni hatte ihrem Vater schon eine kurze Nachricht über Marcorans Komplott mit Petaurus geschickt, damit er mit seiner Bande sofort gegen die beiden und den dritten Komplizen vorgehen konnte. Wir stiegen mit unserem Gepäck um und setzten uns in die Zentrale, und die Jeannie koppelte sich ab und flog uns in den Orbit voraus.

Wir hatten noch nicht ganz die Orbitalgeschwindigkeit erreicht und überquerten gerade die norwegische Küste bei Stavanger, als wir von einem Shomhainar-Patrouillenschiff angerufen wurden, das von Osten auf einer niedrigen Umlaufbahn aufholte. Auf den Bildschirmen unserer Kontrollpulte erschien das Gesicht eines Yarriuk.

„Earthin-Schiff Nouris“, sagte er, „hier Kommandant Karruyn vom Patrouillenschiff Tortakk. Wir haben über Finnland und der Ostsee Laserblitze von Schiffswaffenstärke wahrgenommen. Wir wollen aufklären, wer da solche illegalen Waffen besitzt. Wissen Sie etwas darüber?“ Seine deutsche Rede war nicht synchron mit seinen Mundbewegungen, also kam sie aus einem Übersetzungscomputer, der sie in einer typischen rauhen, tiefen Yarriuk-Stimme übertrug, wie ich sie auf Yuryul kennengelernt hatte.

„Nein“, log ich und dachte dabei: Verdammt! „Vielleicht war es eines der drei Schiffe, die einander über der Ostsee bekämpft und zerstört haben?“

Karruyn verzog seine hässliche Schnauze. „Ich glaube Ihnen nicht. Passen Sie Ihre Bahn an unsere an, damit wir zur Inspektion an Bord kommen können.“ Hinter ihm ging ein anderer Yarriuk durch den Aufnahmekegel, und weiter hinten saß ein Anviu.

Ich schaltete die Tonübertragung von unserer Seite ab und hielt die Hand vor den Mund, für den Fall, daß sie ein Lippenleseprogramm hatten. „Nouris, was können wir machen?“

„Davonfliegen jedenfalls nicht“, antwortete sie. „Das ist ein reines Orbitalwachschiff ohne Warpantrieb, dadurch kann es deutlich stärker beschleunigen als ich. Und wenn sie ihr Kontrollprogramm einsetzen…“

Ich verstand, was sie in Gegenwart von Gudrun und Ndoni nicht sagen wollte: dann mußte sie entweder gehorchen – oder erkennen lassen, daß sie das Programm illegalerweise blockieren konnte. Mir fiel auf, daß wir nicht mehr beschleunigten, obwohl wir immer noch nicht auf Orbitalgeschwindigkeit waren. Vor uns kam Schottland in Sicht, und dahinter glänzte das Licht der wieder aufgehenden Sonne golden auf dem Atlantik. Luna und die dortige Shomhainar-Basis waren schon vor dem Anruf unter dem Horizont hinter uns verschwunden.

„Können sie auch ohne direkte Verbindung mit ihrer Mondbasis kommunizieren?“ fragte ich Nouris. Frido, der als einziger außer mir wußte, wozu das Schiff fähig ist, sah mich fragend an.

„Soweit ich weiß nicht“, sagte Nouris. „Shom-Earth hackt sich ins irdische Satellitensystem, um das Earthincom-Netz mit dem Internet zu verbinden und Erdbeobachtung zu betreiben. Man hat angesichts der Überfüllung des Erdorbitalraums mit Satelliten und Weltraumschrott darauf verzichtet, wegen der kurzen Zeit, in der Patrouillenschiffe keine direkte Verbindung zum Mond haben, eigene Kommsats zu betreiben. Was gäbe es hier auch, mit dem Patrouillenschiffe kurzfristig nicht allein fertig werden können?“

Ihr letzter Satz kam mir irgendwie ironisch vor. Auf meinem Bildschirm wurde angezeigt, daß die Tortakk versuchte, das Kontrollprogramm in Nouris‘ Zentralgehirn zu aktivieren. Als das erfolglos blieb, begann Karruyn wieder zu sprechen.

„Draco Flint“, sagte er, „nachdem Sie sich weigern, Ihre Bahn an unsere anzupassen, werden wir jetzt unsere an Ihre anpassen. Manövrieren Sie währenddessen nicht, und richten Sie Ihr Heck nicht auf uns. Wir wissen, daß Ihre Gaußkanonen auch nach hinten schießen können. Sobald Sie sich in unsere Richtung drehen, feuern wir auf Sie.“

Auf meinem Bildschirm erschien eine Textnachricht von Nouris. „Sag‘ ihm, dass wir uns daran halten werden“, schrieb sie. „Vertrau‘ mir, ich weiß, was ich tue.“

Oh nein, dachte ich, was hat sie vor?  Laut sagte ich: „Bestätigt, Tortakk.“

Ndoni sah nervös zu mir herüber und fragte: „Willst du nichts unternehmen?“

„Vertrau‘ mir“, versuchte ich sie zu beruhigen, „ich weiß, was ich tue.“

„Bist du jetzt auch Sledge Hammer, oder was?“

Das Schiff kam auf einem Kurs heran, der unseren in sehr flachem Winkel von Süden her schnitt. Dabei flog es tiefer als wir und paßte sich unserer Geschwindigkeit an. Als es nur noch vierzig Kilometer entfernt war, hielt es diesen Abstand, genau hinter uns und ein paar Grad tiefer, außerhalb der Schußrichtung unserer Kinetics und der Ionenkanone. Für die beweglichen Laser auf Nouris‘ Rumpfoberseite war es sowieso unerreichbar. Seine Längsachse war auf uns gerichtet, und ich vermutete, daß ein Beiboot ausgeschleust werden sollte, das bei uns andocken würde.

Auf meinem Pultbildschirm erschien nun ein Längsschnitt des Hecks von Nouris, der eine Darstellung der Ionenkanone mit dem hinteren Elektronenbeschleuniger enthielt. Darüber füllte eine Teleaufnahme der Tortakk, von der nur die anthrazitfarbene Front des breiten, kantigen Rumpfvorderteils sichtbar war, das Bild. Der Elektronenbeschleuniger schwenkte um ein paar Grad nach unten – ich hatte gar nicht gewußt, daß er beweglich ist – und feuerte eine Serie fast lichtschneller Elektronenstrahlpulse in das Schiff.

Nouris!“ rief ich.

Sofort spürten wir eine kleine Drehung und eine starke Querbeschleunigung, als Nouris sich aus der Schußlinie der Tortakk hob und ihre Ionenkanone auf sie richtete. Das Schiff war durch die Bremsstrahlung der Elektronenpulse gelähmt, und sobald der Elektronenbeschleuniger wieder mit der Ionenkanone in Linie war, sorgte Nouris mit der vollen Wucht des Teilchenstrahlers dafür, daß es starb. Auf die kurze Distanz brannten die konzentrierten Pulse blaugrün leuchtenden Quecksilberplasmas tiefe Löcher in den Rumpf und ließen Stichflammen nach vorn herausschießen. Ich war völlig verblüfft darüber, daß mein Schiff eigenmächtig ein Polizeischiff der Galciv mitsamt der Besatzung vernichtet hatte. Auf meinem Schirm wurde angezeigt, daß wir wieder beschleunigten, und es erschien die Textnachricht: „Du weißt, warum ich das tun musste.“

Als ich aufschaute, sah ich, daß auch die Innenseite der Bildschirmkuppel die Teleaufnahme der Tortakk zeigte, unter der gerade Irland zum Horizont zurückwich, nur daß das Schadensbild sich von dem unterschied, das Frido und ich auf unseren Bildschirmen gesehen hatten. Statt vieler kleinerer Löcher wies die Stirnfläche des schwarzgrauen Schiffes ein einziges großes links der Mitte auf. Die langsame Rotation um alle Achsen war jedoch dieselbe. Dadurch konnten wir die seltsame Hammerform erkennen, die einen klotzigen Vorderrumpf mit einem langen Stiel kombinierte, an dessen Hinterende sich zwei nach vorn abgewinkelte zylindrische Gebilde befanden. Beiderseits des Stiels waren Trapezflügel angeordnet, die an den Hinterkanten zwei weitere Zylinder und an den Enden längliche Gondeln trugen. Durch die Seltsamkeit der Orbitalmechanik begann die Tortakk gerade wegen des Geschwindigkeitsunterschieds unter uns durchzuziehen.

Gudrun wandte sich zu uns um. „Kann mir jemand erklären, was hier passiert ist?“ fragte sie, und Ndoni setzte mit Blick zu mir hinzu: „Das würde ich auch gern wissen. Sag‘ nicht, wir haben die Bullenkiste abgeschossen!“

„Pöh, was du uns zutraust“, konnte ich mir nicht zu entgegnen verkneifen. „So etwas würden wir doch nie tun, nicht wahr, Nouris? Sag‘ ihnen, was wirklich passiert ist.“

„Das Stück Weltraumschrott muß sie getroffen haben, dem ich gerade ausgewichen bin“, erklärte das Schiff. „Oder vielleicht war es ein ausgedienter Starlink-Satellit. Das Ding kam uns auf abfallender Bahn aus leichter Überhöhung entgegen, deshalb war es für die Tortakk von meinem Rumpf verdeckt, bis es zu spät war. Ihr habt ja die Explosion gesehen. Je nach Gewicht des Teils entspricht die kinetische Energie einer solchen Frontalkollision mehreren Tonnen Sprengstoff.“

Ndoni warf mir einen skeptischen Blick zu. „So ein günstiger Zufall“, sagte sie.

„Und was passiert jetzt mit dem Schiff?“ fragte Gudrun weiter.

Ich sah auf meine Anzeigen. „Es stürzt ab“, sagte ich. „Es war so wie wir knapp unter der Orbitalgeschwindigkeit, und jetzt, wo seine Antriebe es nicht mehr auf Höhe halten, sinkt es schon. Nouris, wie wird der weitere Verlauf sein?“

„In knapp fünf Minuten wird es in die Atmosphäre einzutreten beginnen. Es ist zu massiv, um ganz zu verglühen, aber das Wrack wird je nach Luftwiderstand ein paar Minuten später irgendwo zwischen den Azoren und Bermuda in den Atlantik stürzen. Dort ist das Wasser fünf bis sechs Kilometer tief.“

Björn nickte zufrieden. „Das findet keiner mehr.“

„Meinst du?“ widersprach Ndoni. „Das Verschwinden eines Patrouillenschiffes wird Shom-Earth sicher nicht so einfach hinnehmen. Die werden suchen, bis sie es finden.“

„Shom-Earth wird die Mittel dafür nicht bewilligen“, erklärte Nouris. „Die Behörde und besonders ihre Luna-Basis hat überwiegend Menschen als Personal, und zwischen denen und den Yarriuk gibt es eine uralte Feindschaft. Shomhumans würden verhindern, daß so ein Aufwand wegen eines kleinen Raumschiffs mit einer Besatzung aus Yarriuk und ein paar anderen Nichtmenschen betrieben wird. Erst recht, wenn…“

„Und woher weißt du das schon wieder?“ unterbrach Ndoni sie. „Auch von den speziellen Brieftauben?“

„Genau, Schätzchen. Jedenfalls wird Shom-Earth eine Suche nach der Tortakk noch leichter ablehnen können, wenn wir uns als Zeugen melden und die Aufnahmen zeigen, die ich von dem Unglück gemacht habe.“

„Meinst du, daß wir das tun sollten?“ fragte ich.

„Es wäre besser. Wir können nicht sicher sein, ob sie nicht irgendwie erfahren, daß wir in der Nähe waren, und dann würde es verdächtig aussehen, wenn wir uns einfach davongemacht und den Vorfall nicht gemeldet haben. Das Kontrollprogramm, das bei mir installiert wurde, enthält auch einen Zwang zur Wahrheit gegenüber der Behörde, daher werden sie sicher sein, daß ich die Aufnahmen nicht mittels CGI verfälscht haben kann.“

Frido nickte. „Daß wir kurz vorher in Finnland waren, müssen wir Shom-Earth sowieso sagen, wenn wir den Aufräumtrupp für die Spurenbeseitigung im Wald bestellen“, gab er zu bedenken. „Da können sie leicht auf die Idee kommen, daß wir danach auf dem Weg in den Orbit ihrem Schiff begegnet sind, das da gerade drübergeflogen ist.“

Das war auch ein Punkt, und natürlich würde mich das Einsammeln unserer zerstörten Drohnen und der Toten mit ihrer Galciv-Ausrüstung weiteres Geld kosten, außer es ließe sich die Identität der Angreifer feststellen, sodaß es von ihren Konten abgezogen werden konnte. „Okay“, sagte ich. „Nouris, du nimmst Verbindung zur Shom-Earth-Basis auf, sobald wir wieder in Sichtlinie zum Mond kommen, und meldest in meinem Namen den Unfall der Tortakk und den Kampf im Wald. Bestelle eine Aufräumaktion und laß dir dafür von der Jeannie den Umriß des Kampfgebietes angeben. Und jetzt schlage ich vor, daß wir in den Salon hinaufgehen.“

Damit waren alle einverstanden. Wir fuhren mit dem Lift hinauf, und als wir im Salon ankamen, sahen wir auf der erdseitigen Bildschirmwand, wie tief unter uns die Tortakk schon wie ein Meteor durch die Hochatmosphäre raste. Mit zunehmender Abbremsung begann sie wieder hinter uns zurückzufallen, leuchtete einmal hell auf, als anscheinend ihr Rumpf zerbrach, und verblaßte dann schnell. Wir beobachteten die eingeblendete Flugbahn weiter, bis das Wrack im Ozean aufschlug.

„Gudrun, magst du etwas essen?“ fragte ich, während die anderen sich an einen Tisch setzten. „Für uns ist früher Nachmittag, und wir haben schon vor der Aktion gegessen.“

„Nein danke“, antwortete sie. „Ich habe nach der ganzen Aufregung überhaupt keinen Appetit. Vielleicht einen Café au Lait?“

„Den kann ich dir anbieten. Für uns andere mach‘ ich eine Runde Seontu, der wird dir zu stark sein. Mögt ihr welchen?“ Alle bejahten, und Ndoni stand auf, um mir zu helfen. „In vier Stunden sind wir auf dem Mond“, fuhr ich fort, „und dort lade ich euch zu einem Abendessen ins Earthlight ein, um den guten Ausgang unseres Abenteuers zu feiern.“

„Ich würde euch einladen, wenn Petaurus mir nicht alles weggenommen hätte“, sagte Gudrun. „Das wäre das Allermindeste nach dem, was ihr für mich getan habt.“

„Das war mir ein Herzensanliegen“, versicherte ich ihr, während ich Wasser in die Seontu-Maschine füllte. „Als dein Büroleiter Gerd und ich uns einmal mit Julia im Buster Keaton trafen, erzählte er ihr, daß ich nach ihrem Weggang das neue Chefin-Schatzerl bin, und er sagte: ‚Er tut alles für sie, und sie tut alles für ihn‘. Ich war damals dein Ritter am Arbeitsplatz, und das war jetzt wieder so ein Fall, wo ich alles Nötige für dich getan habe.“ I was once a shining knight, I was the guardian of a queen

„Herzensanliegen…“ wiederholte Gudrun mit weichem Blick. „Ich hoffe, das hat keine Eifersucht zur Folge gehabt.“

„Wir sind nicht verheiratet, falls du das meinst.“ Das trug mir einen Ellbogenstoß von Ndoni in die Rippen ein, den ich mit einem festen Klaps auf ihren Po beantwortete.

Gudrun hob besänftigend die Hände. „Bitte seid friedlich. Jedenfalls bin irrsinnig froh, daß mir die Versklavung erspart geblieben ist. Ich hab‘ schon ein bißchen gesehen, wie das unter Earthins gehandhabt wird, und als du mich mit Eneska holen gekommen bist, habe ich befürchtet, du würdest mich ihr für das zur Verfügung stellen, was sie macht…“

„Wie meinst du das?“ fragte ich sie und sah Ndoni an, die etwas angespannt wirkte.

„Ich war vor ein paar Wochen mit Petaurus bei einem Treffen seiner Geschäftsfreunde, und da hatte der Gastgeber eine aus Eneskas Caravanserai ausgeliehene Sklavin dabei, die uns nicht nur bedienen mußte, sondern von den Männern und ihren Frauen auch sexuell benutzt wurde. Davon habe ich nur den Anfang mitgekriegt, weil ich dann auf die Dachterrasse rausgegangen bin. Vielleicht kennst du sie: eine große Schwarzhaarige, wie hieß sie nochmal? Ah ja, Talitha.“

Ndoni war nun sichtlich erschrocken. Die Cascara-Dose, die sie gerade in den Schrank zurückstellen wollte, entfiel ihr, und sie wich bei dem Blick, den ich ihr zuwarf, in die Küchenzeile zurück. Mit offenem Mund rang sie nach Worten und fand keine.

„Es ist also wirklich Talitha?!“ fuhr ich sie an. „Du hinterhältige, verlogene Mistwab’n – wie lang hältst du sie schon gefangen?“ Ich griff in ihre offenen Haare, stieß sie an die Wand am Ende der Küchenzeile und packte sie mit beiden Händen am Hals, um sie zu würgen. Dann ließ ich sie los, als mir auffiel, daß sie sich nicht wehrte. Sie sackte zusammen und saß dann an die Wand gelehnt am Boden. Mit unglücklichem Gesichtsausdruck schaute sie zu mir auf, während ich mich vor sie hockte.

„Bitte laß es mich erklären“, sagte sie. „Talitha war schon eine Weile meine Sklavin, als zu mir gekommen bist, um unseren Partnerschaftsvertrag abzuschließen. Also…“

„Und du hast mir das die ganze Zeit verheimlicht und mich mit dem Begrüßungslied verarscht!“ Ich zwang mich zur Ruhe, was mir durch die Aussicht erleichtert wurde, Talitha zurückgewinnen zu können, und fuhr dann fort: „Okay, das erzählst du mir jetzt alles der Reihe nach, von Anfang an. Aber nicht hier am Küchenboden, sondern drüben am Tisch. Machen wir jetzt erst einmal die Kaffeesachen fertig. Steh auf.“

Ich erhob mich und wandte mich von Ndoni ab, um das Geschirr aus dem Schrank zu nehmen. Gudrun trug es zum Tisch, und Frido bereitete Milchschaum zu. Ein paar schweigsame Minuten später saßen wir vor unseren gefüllten Tassen um den Tisch, und ich sah Ndoni, die mir gegenübersaß, auffordernd an.

„Talitha wollte dich gar nicht verlassen“, begann sie. „Sie hat uns erzählt, daß sie bei ihrer Gefangennahme im Falkenhorst geschworen hat, dich und uns als Rache zu töten, und daß sie das später, was dich betrifft, bereut hat. Deshalb ist sie mit Jerrys Landyacht abgehauen und direkt zu unserem Sietch gefahren, den sie von einem früheren Besuch kannte. Dort hat sie den Wagen in einer engen Schlucht des Felsplateaus westlich davon versteckt und wollte uns auflauern, um Pop, Mervindo und mich mit einem Weitschuß-Lasergewehr zu erschießen, wenn wir auf der Terrasse meinen Geburtstag vorfeiern. Danach wollte sie eine Situation herbeiführen, wo sie dich hätte töten können, es aber nicht tun, um dir zu beweisen, daß sie das nicht will und mit dir zusammen sein möchte.“

Das also war es, was Talitha schon für den Fall beabsichtigt hatte, daß ihre Flucht über Winedark gelungen wäre, und was sie mir auf dem Weiterflug von Sanorr nicht hatte sagen wollen, weil es ihr zu unglaubwürdig erschienen war. Rechts von mir setzte Frido seine Tasse ab. „Dann war sie also gar nicht in dem kleinen Raumschiff, das von Majerdun gestartet ist“, stellte er fest. Auf der Bildschirmwand hinter ihm zog gerade Kuba unter uns durch.

„Das muß jemand von Raffles‘ Bande gewesen sein“, fügte ich hinzu. „Der hat wahrscheinlich auch den Kerl erschossen, den wir dort gefunden haben, ehe er mit der Raumfähre abgehauen ist. Gudrun, ich erzähl‘ dir später, was es mit Talitha und mir auf sich hat. Wie ging es dann weiter, Eneska?“

„Wegen der Übernahme von Arkinor bin ich erst am folgenden Morgen allein zum Sietch geflogen, und Pop später nach Majerdun. Deshalb waren wir den ganzen Tag auf drei Orte verteilt und an meinem Geburtstag auf Majerdun, sodaß Talitha uns nie alle zusammen im Sietch erwischen konnte. Sie hat dann darauf gewartet, daß wir doch noch kommen, bis Pop am Tag nach meinem Geburtstag mit ein paar Männern in einem Gleiter zum Sietch geflogen ist, um dort nach dem Rechten zu sehen. Sie sind im Tiefflug über das Plateau gekommen, um eventuelle Feinde zu überraschen, und da haben sie zuerst den in einer Klamm versteckten Wagen entdeckt und dann Talitha. Mervindo, der schon immer auf sie scharf war, hat sie Pop abzuschwatzen versucht, aber der hat sie bald darauf mir geschenkt.“

„Und du hast sie heimlich behalten“, sagte ich, „obwohl es zu unseren Vertragsbedingungen gehörte, daß du mich deine damaligen Sklavinnen freikaufen läßt.“

„Was hätte ich denn tun sollen?“ erwiderte sie. „Wenn ich sie dir überlassen hätte, dann wäre mit unserer Partnerschaft nichts geworden.“

„Mit der ist es jetzt sowieso vorbei. Wo war Talitha, wenn ich bei dir im Sietch oder in der Caravanserai gewohnt habe?“

„Entweder auswärts vermietet, oder im anderen Anwesen, oder in einem Verlies, beaufsichtigt von einer meiner zuverlässigen Wächterinnen.“

Ich wußte, wen sie damit meinte: die sechs schwarzen Amazonen, die den Sietch und die Caravanserai bewachten und in Ndonis Abwesenheit leiteten. „Das hört jetzt auf“, bestimmte ich. „Du wirst sie freilassen, und wenn ich dir die hunderttausend zahlen muß, die dein Vater damals für sie geboten hat.“

„Ich kann sie dir nicht geben“, antwortete sie trotzig. „Laut Pops Überlassungsvertrag darf ich sie nicht freilassen, weil sie uns töten will, und wenn ich sie verkaufe, hat Mervy ein Vorkaufsrecht. Vergiß auch alle Versuche, sie zu befreien oder mich jetzt festzuhalten, um ihre Freilassung zu erzwingen. Danach hättest du Pop und Merv mit ihrer Bande am Hals, und gegen die hättest du keine Chance. Vor allem könntest du deine Angehörigen auf der Erde nicht alle schützen, wo ich jetzt deinen Klarnamen kenne. Dazu bräuchtest du eine richtige Bande, und ein Bandenchef wirst du nie sein, Mister Badass Nice Guy.“

Das mit den Vertragsbedingungen konnte gelogen sein, aber mir war klar, daß sie mit dem Rest ihrer Argumentation recht hatte. Ich starrte sie wütend an und überlegte mir Alternativen. „Dann machen wir einen anderen Deal…“ begann ich.

„Ich wollte dir gerade einen vorschlagen. Ich schulde dir etwas dafür, daß du heute zu mir gehalten hast. Und das, was du mir über Györgys Milgram-Programm mit Talitha erzählt hast, hat meine Haltung ihr gegenüber ein bißchen aufgeweicht. Außerdem… hat sie mir mit ihrer Stärke in ihrer Lage zu imponieren begonnen, und damit, wie sie sich für ihre Mitgefangenen einsetzt. Deshalb biete ich dir an, daß ich sie zwar in der Caravanserai behalte, nachdem ich sie nicht freilassen kann, aber sie nur noch in dem Umfang arbeiten lasse, daß Kost und Logis bezahlt sind, und nichts, was sie nicht machen will.“

„Und ich kann sie jederzeit besuchen!“

„Nach Terminvereinbarung, nicht außer Haus, und bei entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, wozu auch gehört, daß du nicht mit Nouris kommst. Die muß währenddessen irgendwo parken, wo ich sie über Earthincom-Webcams sehen kann. Ist das für dich okay?“

„Ja. Ich möchte aber einen Vertrag abschließen, mit dem ich Talitha ständig für mich reserviere, damit wir nicht auf deinen dauernden guten Willen angewiesen sind. Als Bezahlung erlasse ich dir die Pönale für die Verletzung unseres Kooperationsvertrags. Das handeln wir später unter uns aus, um die anderen nicht zu langweilen.“

„In Ordnung.“ Sie trank ihre Tasse aus und lehnte sich zurück. „Sobald wir auf dem Mond sind, schicke ich die Anweisungen für Talithas neue Dienstbedingungen zur Caravanserai.“

Gudrun räusperte sich zu meiner Linken und fragte: „Und wie geht’s jetzt mit mir weiter?“

„Es gibt gute Chancen, daß du dein Eigentum zurückbekommst“, erklärte ich ihr. „Falls nicht sowieso Eneskas Vater Petaurus erwischt, verklage ich ihn bei Shom-Earth wegen Verdacht auf Verletzung der Nichtangriffsklausel und beantrage behördliche Einsicht in seine Kommunikation mit Marcoran, um das vertragswidrige Komplott aufzudecken. Warten wir jetzt einmal ab, bis Petaurus erledigt ist. Dann klären wir ab, ob für dich noch von irgendeiner Seite Gefahr besteht. Bis es für dich sicher ist, nach Hause zurückzukehren, kannst du hier an Bord wohnen.“

„Danke.“ Sie lächelte. „Ich möchte mich aber nicht auch noch von dir aushalten lassen, nach allem, was du für mich schon aufgewendet und riskiert hast. Ich stehe bei dir noch mehr in der Schuld als Eneska. Bitte laß mich etwas für dich tun.“

„Ich könnte tatsächlich eine Sekretärin brauchen…“ überlegte ich laut. „Auch für ein Projekt, das ich vielleicht demnächst beginne. Und eine Schiffshostess als Unterstützung für Fridos Freundin. Wir machen nämlich auch Flüge mit zahlenden Passagieren, und ich weiß, daß du eine gute Hausfrau und eine charmante Gastgeberin bist.“

„Sag‘ gleich: ein Mädchen für alles.“ Jetzt zeigte sie ihr schelmisches Lächeln, wegen dem ich sie schon früher mit den Augen hätte fressen können. „Ich werde ein Mädchen für alles sein. Du sagst mir, wie ich tun muß, und ich füg‘ mich nach dir. Und ich werde gut funktionieren. Vielleicht erinnerst du dich noch daran, was ich damals in Verona zu dir gesagt habe: Ich funktionier‘ immer!“

„Ja, das weiß ich noch. Wir werden dir den Umgang mit Raumschiffen beibringen, und wir kennen eine liebe junge Frau aus der Galciv, die dich offiziell beraten kann. Ich würde dir gern zusätzlich zu deinem Sportbootführerschein zu einer Raumskipperlizenz verhelfen. Die Raumschiffe steuern sich wenigstens selbst, sodaß dir Sachen wie dieses gewisse Anlegemanöver mit dem Motorboot erspart bleiben – Käpt‘n Gudi.“

„Das war wirklich peinlich, vor all den Leuten. Aber meinst du, das zahlt sich aus? Wie lange werde ich denn bei dir bleiben können?“

„Auf jeden Fall so lange, bis du wieder sicher nach Hause kannst, und auch danach noch, wenn du möchtest. Ich weiß aber nicht, ob es auf Dauer etwas für dich ist, mein Leben mit all den Gefahren mit mir zu teilen.“

„Da könntest du recht haben“, sagte sie nachdenklich. „Ich bin ein Hosenscheißerl.“

„Ich weiß, das hast du uns damals im Büro gesagt. Aber zumindest in der nächsten Zeit habe ich nichts allzu Gefährliches vor, da kannst du uns schon begleiten. Ich werde dir auch die Fortsetzung deiner Bioregeneration bezahlen. Mir gefällt die Vorstellung, daß es dich vielleicht in zweihundert Jahren immer noch gibt. Je nachdem, wie lange es noch bis zur Aufnahme der Erde in die Galciv dauert, wirst du deine Identität mehrmals wechseln müssen, um zu verschleiern, daß du nicht alterst. Oder vielleicht übersiedelst du in eine Earthin-Kolonie außerhalb der Erde. Deshalb möchte ich dich darauf vorbereiten, daß du dich in diesem Milieu selbständig behaupten und Raumschiffe führen kannst.“

„Na du denkst weit in die Zukunft. Aber vielen Dank im Voraus für deine Fürsorglichkeit. Ich weiß gar nicht, wie ich dir das alles vergelten kann.“

„Ich habe auch vor, noch in Jahrhunderten da zu sein“, sagte Ndoni. „Wer weiß, ob wir uns dann nicht immer noch ab und zu begegnen – und unter welchen Umständen.“

„Ich bezweifle, daß du so lange leben wirst, wenn du nicht aus der kriminellen Szene aussteigst“, versetzte ich.

„Abwarten“, sagte sie und wandte sich an Gudrun. „Wie war das nochmal? Er tut alles für sie, und sie tut alles für ihn – ich wüßte etwas, das du für ihn tun kannst und das potentiell sehr alles ist.“

Wir sahen sie erwartungsvoll an, und ich hatte schon eine ungute Ahnung, was sie vorschlagen würde. So gut kannte ich sie schon.

„Ich wäre bereit, Talitha deinem Schatzerl bei Besuchen auch für Ausflüge außer Haus mitzugeben, damit sie wirklich privat unter sich sein können“, fuhr sie fort, „wenn du dich mir für die Zeit als Geisel zur Verfügung stellst. Wenn er Talitha nicht innerhalb der vereinbarten Frist zurückbringt, gehörst du mir – zur uneingeschränkten Verwendung.“

„Eneska!“ sagte ich scharf.

„Ich mein’s ernst“, erwiderte sie kühl. „Du kannst Talitha auch für mehrere Tage haben, sogar mit ihr von Delpavo wegfliegen – wenn Gudrun mir währenddessen als Geisel Ersatzdienst leistet. Nur im allgemeinen Hotelbetrieb, als Zimmermädchen, Kellnerin, Köchin…“

„Nichts da!“ unterbrach ich sie. Mir war klar, daß Ndoni damit das Verhältnis zwischen Gudrun und mir belasten und mich in einen inneren Konflikt treiben wollte. „Gudrun, du brauchst das nicht zu tun, und falls du dich doch dazu entschließt, dann als Hotelgast auf meine Kosten.“

Sie seufzte. „Ich weiß. Das ist wirklich etwas, wovor ich Schiß hätte. Aber falls ich es tue, dann zwar hauptsächlich für dich, aber doch auch für Talitha. Sie hat mir so leid getan damals, als ich sie gesehen habe, und ich würde ihr ein bißchen Glück zwischendurch gönnen. Huh… ich weiß noch nicht. Mut kann man nicht kaufen.“

„Du mußt das jetzt auch nicht entscheiden“, beruhigte ich sie. „Es wird für Talitha und mich schon schön sein, wenn ich sie einfach in der Caravanserai besuchen kann und sie Diensterleichterung bekommt. Du kannst es dir unbegrenzt lange überlegen. Und jetzt reden wir nicht mehr darüber. Weiß jemand von euch ein harmloses Gesprächsthema?“

„Ja, ich“, meldete sich Ndoni. „Gudrun, was glaubst du, wer meine Mutter ist?“

*     *     *

Als zehn Minuten später der Mond über dem Südpazifik aufging, waren wir immer noch in das Gespräch vertieft, das sich aus dieser Eröffnung entwickelt hatte, und Nouris mußte mich an die Reservierung eines Tisches im Earthlight erinnern. Das tat ich dann von der Mehrzweckkonsole in der Küchennische aus, und ich bestellte für nur vier Personen, denn Ndoni hatte ihren Verzicht erklärt. Sie bat stattdessen um Buchung einer Passage durch die Personen-Wurmlöcher von Luna über Babylon 6 zu Camlem, dem innersten Mond von Delpavo, wo sie sich von ihrer bei der Caravanserai stationierten Raumfähre Gold Bug abholen lassen wollte. Ich gewährte ihr die Bitte, und anschließend kontaktierten wir die Vertragsregistrierungsabteilung von Shom-Earth und lösten unseren Kooperationsvertrag auf.

Fortsetzung: Kapitel 13 – Caravanserai

Anhang des Verfassers:

Nachfolgend habe ich wieder Ergänzungen zum obigen Kapitel gesammelt, zuerst die Links in der Reihenfolge, wie die Begriffe darin vorkommen:

SWM-Serie „Sturmgewehre“: Fallschirmjägergewehr 42 von Max Meinrad Krieg, Mökki, Alluviale Dämpfer, Bremsstrahlung

In dieser Nahansicht der Nordhalbkugel von Nayotakin (hier noch im Frühwinter) ist der Nordkontinent Pakarran gut zu sehen, wo auf einer Halbinsel jenseits des Nordpols Towopol liegt (der Name der Stadt leitet sich von „Top of the World Polis“ ab). Am rechten unteren Bildrand ist die Kyurui-Wüste zu sehen.

Und hier die Videos – als erstes Gus Backus mit „Brauner Bär und Weiße Taube“, auf das Gudrun anspielte:

…Sledge Hammer: „Vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue!“

…und Gordon Lightfoot mit „Don Quixote“:

Through the woodland, through the valley
Comes a horseman wild and free
Tilting at the windmills passing
Who can the brave young horseman be
He is wild but he is mellow
He is strong but he is weak
He is cruel but he is gentle
He is wise but he is meek

Reaching for his saddlebag
He takes a battered book into his hand
Standing like a prophet bold
He shouts across the ocean to the shore
Till he can shout no more

I have come o’er moor and mountain
Like the hawk upon the wing
I was once a shining knight
Who was the guardian of a king
I have searched the whole world over
Looking for a place to sleep
I have seen the strong survive
And I have seen the lean grown weak

See the children of the earth
Who wake to find the table bare
See the gentry in the country
Riding off to take the air

Reaching for his saddlebag
He takes a rusty sword into his hand
Then striking up a knightly pose
He shouts across the ocean to the shore
Till he can shout no more…

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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