Die christliche Zerstörung der klassischen Welt

Von A. Graham, übersetzt von Lucifex. Das Original The Christian Destruction of the Classical World erschien am 7. August 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Catherine Nixey
The Darkening Age: The Christian Destruction of the Classical World
Boston: Houghton Mifflin Harcourt, 2018

Catherine Nixeys The Darkening Age ist eine starke und sehr lesenswerte Darstellung der christlichen Zerstörung der klassischen Antike. Es ist sicherlich nicht ohne Mängel, aber es bietet schonungslose und prägnante Widerlegungen weitverbreiteter Mythen, die die Geschichte des frühen Christentums umgeben.

Es gibt überraschend wenige Bücher zu diesem Thema. Die einzige umfassende Darstellung der Verbrechen des Christentums gegen die heidnische Welt ist Karlheinz Deschners zehnbändige Kriminalgeschichte des Christentums, die nie ins Englische übersetzt worden ist. Der Hauptgrund dafür ist natürlich, daß das Christentum das intellektuelle Leben in Europa mehr als ein Jahrtausend lang beherrschte, und die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Nixey weist darauf hin, daß Oxford bis 1871 von all seinen Studenten verlangte, Mitglieder der Church of England zu sein. Wenige wagten es, das Christentum in solch einer Atmosphäre zu kritisieren.

The Darkening Age ist (soweit ich weiß) das einzige populärgeschichtliche Werk zum Thema der christlichen Gewalt gegen Heiden. Anders als Deschners Werk ist es kein dichter, wissenschaftlicher Band, sondern vielmehr eine Polemik, die für ein allgemeines Publikum geschrieben wurde. Nixeys Prosa ist mutig und lebhaft, und sie gibt nicht vor, unparteiisch zu sein, wie sie in ihrer Einführung klarstellt:

Dies ist ein Buch über die christliche Zerstörung der klassischen Welt. Der christliche Angriff war nicht der einzige – Feuer, Flut, Invasion und die Zeit selbst spielen alle ihre Rolle -, aber dieses Buch konzentriert sich speziell auf den Angriff des Christentums. Dies soll nicht heißen, daß die Kirche nicht auch Dinge bewahrte: das tat sie. Aber die Geschichte der guten Werke des Christentums ist wieder und wieder erzählt worden; solche Bücher wuchern in Bibliotheken und Buchhandlungen. Die Geschichte und die Leiden derjenigen, die das Christentum besiegte, sind nicht erzählt worden. Dieses Buch konzentriert sich auf sie.

Nixey anerkennt, daß die katholische Kirche tatsächlich klassische Manuskripte und Kunstwerke bewahrte. Sie lobt „das Christentum der alten klösterlichen Bibliotheken, der Schönheit illuminierter Manuskripte, des Ehrwürdigen Bede.“ Jedoch wurde, wie sie hervorhebt, viel mehr zerstört, als bewahrt wurde. Daß die Kirche einen Bruchteil des Gesamtbestandes klassischer Manuskripte und Kunstwerke bewahrte, ändert nicht die Tatsache, daß der Triumph des Christentums zum großen Teil durch die Vernichtung des Heidentums möglich gemacht wurde.

Christlichen Mönchen wird oft das Verdienst zugeschrieben, klassische Texte bewahrt zu haben. Weniger oft anerkannt ist, daß Mönche selbst ebenfalls Mittäter bei der Zerstörung der klassischen Antike waren. Dazu gehörte der heilige Benedikt, der berühmte Gründer des Benediktinerordens. Bei der Ankunft in Monte Cassino, wo er sein erstes Kloster gründete, war seine erste Tat die Zerstörung einer Statue des Apollo zusammen mit einem ihm gewidmeten Altar, worauf er eine Kapelle baute, die Johannes dem Täufer gewidmet war. Er ging weiter und „riß die Idole nieder und zerstörte die Haine auf dem Berg… bis er den letzten Rest des Heidentums in jener Gegend mit der Wurzel ausgerissen hatte.“

Der heilige Martin von Tours, ein Mönch und Bischof, dem das älteste Kloster in Europa gewidmet ist, zerstörte heidnische Schreine und Statuen im gesamten ländlichen Raum Galliens. Eine Zeile im Leben des Heiligen Martin lautet: „Er zerstörte völlig die Tempel, die der falschen Religion gehörten, und verwandelte all die Altäre und Statuen in Staub.“ Übertreibungen sind in Hagiographien natürlich reichlich vorhanden, aber es ist vielsagend, daß die Hagiographen sowohl von Benedikt als auch von Martin Tempelzerstörung als lobenswert ansahen und von ihren Eskapaden schwärmten.

Banden christlicher Mönche waren für ähnliches Wüten in Syrien bekannt. Das Buch beginnt mit einer Beschreibung (die mit etwas dichterischer Freiheit gezeichnet ist) des Sturzes von Palmyra 385 n. Chr. Der Altar des Tempels von Al-Lat (einer nahöstlichen Göttin, die mit Athene assoziiert wird) wurde zerstört, und die Statue von Allat-Athena wurde enthauptet, und ihre Arme und Nase wurden abgeschlagen. Nahezu zweitausend Jahre später vollendete ISIS, was ihre monotheistischen Vorgänger begonnen hatten, indem sie Tempel und Statuen in Palmyra zerstörten, einschließlich dessen, was von der Statue Athenas übrig war.

Der griechische Redner Libanius beschrieb die Zerstörung der Tempel in Syrien: „Diese Leute beeilen sich, die Tempel mit Stöcken und Steinen und Eisenstangen anzugreifen, und in manchen Fällen diese verschmähend mit Händen und Füßen. Dann folgt die völlige Zerstörung mit der Abdeckung von Dächern, dem Einreißen von Mauern, dem Niederreißen von Statuen und dem Umstürzen von Altären, und die Priester müssen entweder still sein oder sterben…“

Somit war die Zerstörung von Tempeln und Kunstwerken nicht die Domäne einsamer Wölfe und isolierter Verrückter. Sie wurde von christlichen Mönchen, Bischöfen und Theologen inszeniert und unterstützt, von denen manche später heiliggesprochen wurden. Sogar St. Augustinus erklärte einmal, „daß die Vernichtung allen Aberglaubens von Heiden das ist, was Gott will, was Gott befiehlt, was Gott verkündet!“ Johannes Chrysostomos erfreute sich am Niedergang des Heidentums: „Die Tradition der Vorväter ist zerstört worden, der tief verwurzelte Brauch ist ausgerissen worden, die Tyrannei der Freude und der verfluchten Feste… sind wie Rauch ausgelöscht worden.“ Er freute sich hämisch, daß die Schriften „der Griechen alle vernichtet worden sind und ausgelöscht sind.“ „Wo ist Plato? Nirgendwo! Wo ist Paulus? In aller Munde!“

Chrysostomos ermutigte andere Christen dazu, die Häuser von Menschen zu durchsuchen und darin nach jeglichem Anzeichen von Häresie zu stöbern. Diese Taktik wurde auch von Schenute übernommen, einem ägyptischen Mönch, der nun von der koptischen Kirche als Heiliger betrachtet wird. Schenute und seine Schlägerbanden pflegten in Häuser von Menschen einzubrechen, die verdächtigt wurden, Heiden zu sein, und „heidnische“ Statuen und Literatur zu zerstören. Nach seinen Worten „gibt es kein Verbrechen für diejenigen, die Christus haben.“ Ein syrischer Bischof des fünften Jahrhunderts riet Christen, „Bücher der Ketzer… an jedem Ort zu suchen, und wo immer ihr könnt, bringt sie uns entweder, oder verbrennt sie im Feuer.“

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Yeats‘ heidnisches „Second Coming“

Luc Olivier Merson, Rast auf der Flucht nach Ägypten, 1879

Von Greg Johnson; das Original „Yeats’ Pagan Second Coming“ wurde am 16. Februar 2015 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right veröffentlicht.
Übersetzung: Lichtschwert. (Originalübersetzung hier)
Spanische Übersetzung hier.

William Butler Yeats verfaßte sein berühmtestes Gedicht, „The Second Coming“, im Jahr 1919, in der Zeit des Großen Krieges und der bolschewistischen Revolution, als die Dinge wahrlich „auseinanderfielen“, darunter hauptsächlich die europäische Zivilisation. Der Titel bezieht sich natürlich auf die Wiederkunft Christi. Aber so wie ich es lese, lehnt das Gedicht die Vorstellung ab, daß die buchstäbliche Wiederkunft Christi bevorsteht. Stattdessen bekräftigt es zwei nichtchristliche Bedeutungen von Wiederkunft. Erstens gibt es die metaphorische Bedeutung des Endes der gegenwärtigen Welt und der Enthüllung von etwas radikal Neuem. Zweitens gibt es die Bedeutung der Wiederkunft nicht von Christus, sondern des vom Christentum verdrängten Heidentums. Yeats verkündet eine heidnische Wiederkunft.

Das Gedicht lautet:

Turning and turning in the widening gyre,
The falcon cannot hear the falconer;
Things fall apart; the center cannot hold;
Mere anarchy is loosed upon the world,
The blood-dimmed tide is loosed, and everywhere
The ceremony of innocence is drowned;
The best lack all conviction, while the worst
are full of passionate intensity.

Surely some revelation is at hand;
Surely the Second Coming is at hand.
The Second Coming! Hardly are those words out
When a vast image out of Spiritus Mundi
Troubles my sight: somewhere in the sands of the desert
A shape with lion body and the head of a man,
A gaze blank and pitiless as the sun,
Is moving its slow thighs, while all about it
Reel shadows of the indignant desert birds.
A darkness drops again; but now I know
That twenty centuries of stony sleep
Were vexed to nightmare by a rocking cradle
And what rough beast, its hour come round at last,
Slouches towards Bethlehem to be born?

Wenn man dieses Gedicht als eine Allegorie auf den modernen Nihilismus liest, wird eine Menge klar. „Turning and turning in the widening gyre“ – Kreisend und kreisend im sich erweiternden Wirbel. Man stelle sich hier einen Falken vor, vielleicht mit einer an einem seiner Beine befestigten langen Leine, der auf einer immer weiter werdenden Spiralbahn fliegt, während immer mehr von der Leine ausgerollt wird. Im Zentrum des Wirbels steht, die Leine haltend, der Falkner, der Herr des Falken. Während die Leine ausrollt und der Wirbel weiter wird, kommt ein Punkt, an dem „der Falke den Falkner nicht hören kann.“

Vermutlich ist das, was der Falke nicht hören kann, der Falkner, der den Vogel zurück auf seinen Arm ruft. Nicht länger in der Lage, die Stimme des Falkners zu hören, zieht der Falke weiter nach außen. An irgendeinem Punkt jedoch wird seine Leine zu Ende sein, an welchem Punkt sein Flug entweder mit einem heftigen Ruck enden und er erdwärts stürzen wird – oder der Falkner die Leine loslassen und der Falke seinen Flug nach außen fortsetzen wird.

Aber ohne die Leine zum Zentrum – eine buchstäbliche Leine, oder nur die Stimme seines Herrn – wird der Weg des Falken seine Spiralform verlieren, die durch die Leine zwischen dem Falken und dem Falkner festgelegt wird, und der Falke wird seine Flugbahn selbst bestimmen müssen, eine Flugbahn, die zweifellos im Zickzack mit den Luftströmungen und den vorübergehenden Wünschen des Falken verlaufen wird, aber keine erkennbare Struktur aufweisen wird – außer vielleicht irgendwelche restlichen Echos ihrer ursprünglichen Spirale.

Der Falke ist der moderne Mensch. Die motivierende Kraft des Fluges des Falken ist das menschliche Verlangen, sein Stolz, seine Lebendigkeit und sein faustisches Streben. Die Spiralstruktur des Fluges ist das allgemein verständliche Maß – die Mäßigung und Moralisierung des menschlichen Verlangens und Handelns -, das durch das moralische Zentrum unserer Zivilisation auferlegt wird, verkörpert durch den Falkner, den Herrn des Falken, unseren Herrn, den ich in nietzscheanischen Begriffen als die höchsten Werte unserer Kultur interpretiere. Die Leine, die uns vom Zentrum aus hält und ihm ermöglicht, unserem Flug ein Maß aufzuzwingen, ist die „Stimme Gottes“, d. h. der Anspruch der Werte unserer Zivilisation an uns; die Fähigkeit der Werte unserer Zivilisation, uns zu bewegen.

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Der Judaismus in der Welt der Antike

Von Julius Evola. Das Original „L’ebraismo nel mondo antico“ erschien in der Juliausgabe 1938 von La Vita Italiana und wurde von Das Gletscherkreuz für Counter-Currents Publishing ins Englische übersetzt. Deutsche Übersetzung auf Basis dieser am 16. Januar 2018 auf Counter-Currents erschienenen englischen Fassung, Judaism in the Ancient World, von Lucifex.

Eines der taktischen Argumente, die am häufigsten gegen jene verwendet werden, die das jüdische Problem heute zur Sprache bringen, ist, daß der Antisemitismus eine bloße Modeerscheinung sei, eine importierte Ideologie, ein Versuch, den deutschen Rassismus und Nazismus nachzuahmen, etwas, das keinen wirklichen Platz in unserem Land [Italien; d. Ü.] hat.

Wir haben Behauptungen dieser Art bereits in der Juniausgabe des Vorjahres gekontert, indem wir gezeigt haben, daß das jüdische Problem in Italien unabhängig von rassistischen oder nazistischen Prämissen formuliert werden kann und sollte, und daß es nicht künstlich entsteht, sondern vielmehr in seiner höchsten Form in direkter Verbindung mit der römischen imperialen Idee. [1]

Ein weiteres taktisches Argument besteht in der Behauptung, daß der Antisemitismus heute bloß der säkularisierte Überrest religiöser Vorurteile sei. Das Christentum, wird behauptet, schuf den Antisemitismus. Coudenhove-Kalergi hat auf dieser Grundlage sogar versucht, die instinktive Abneigung, die viele Nichtjuden gegenüber Juden empfinden, auf der Grundlage eines unterbewußten Erbes zu erklären. An der Wurzel dieses Instinkts, behauptet er, befindet sich der Hass, der einst vom Christentum gegen jene eingeimpft wurde, die Jesus zu Folter und Tod führten und die ausriefen, daß sein Blut über sie kommen solle. Auch diese Ansicht ist tendenziös und unrichtig. Ihre Hauptwiderlegung ist die Tatsache, daß der Antisemitismus bereits in einer Welt existierte, in der das Christentum noch nicht erschienen war. Die antike vorchristliche, arische, klassische und mediterrane Welt kannte schon klar definierte Formen von Antisemitismus und spürte bereits intuitiv die jüdische Bedrohung, oft in Begriffen, die jenen von heute auffallend ähneln. Wir halten es für sehr angebracht, diese Tatsache hervorzuheben. Daher wird es nicht schaden, auch wenn viele antisemitische Dokumente aus der klassischen Antike der Öffentlichkeit bereits allgemein bekannt sind, sie schnell zu betrachten, um das oben erwähnte polemische Argument endlich zu beseitigen. Außerdem ist bekannt, daß Antisemitismus auf christlicher Grundlage in gewissem Ausmaß einen Bumerang-Effekt erzeugt hat: sobald er vom Christentum gegen die Juden geschleudert wird, droht er letztendlich auf das Christentum selbst zurückzuwirbeln. Die radikalsten Formen des zeitgenössischen Antisemitismus greifen das jüdische Element im Christentum selbst an. Wir wiederholen jedoch, daß die Tatsache, daß es schon in der Antike Antisemitismus gab, ein wichtiger Faktor bei der Befreiung des jüdischen Problems von jeglichen christlichen Prämissen ist.

Wenn man sich auf die Welt der klassischen Antike bezieht, muß man die Bedeutung des Begriffs „Antisemitismus“ klarstellen. Die Einstellung, die dieser Begriff bezeichnet, richtete sich in der klassischen Antike nie zum Beispiel gegen die Assyrer, die Babylonier oder die Araber, die alle semitische Völker sind. Somit wäre es richtiger, von „Antijudaismus“ zu sprechen. Es stimmt, daß man die Verwendung des nun gängigen Begriffs „Antisemitismus“ auf der Grundlage einer breiteren Gegnerschaft zwischen allgemeinen Zivilisationstypen und Weltsichten rechtfertigen könnte [https://www.counter-currents.com/2015/07/the-jewish-question-in-the-spiritual-world/]: aber dies würde zu weit führen und uns von dem Thema wegführen, das wir hier spezifisch zu diskutieren beabsichtigen. Es sollte daher von Anfang an klargemacht werden, daß, wenn wir von „Antisemitismus“ in der antiken Welt sprechen, dies in der Bedeutung von „Antijudaismus“ verstanden werden sollte.

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Die Soros-Bergoglio-Achse

Von Joseph S. Salemi, übersetzt von Lucifex. Das Original The Soros-Bergoglio Axis erschien am 20. Dezember 2017 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Ich weiß, daß viele Leser von Counter-Currents antichristlich sind, als Teil ihrer größeren Ablehnung universalistischer Ideologien, die farbenblind und rasseblind sind. Dies war die Position des verstorbenen Revilo P. Oliver, dessen lebenslanges Studium von Religionen ihn zu der Schlußfolgerung geführt hatte, daß sowohl der Liberalismus als auch der Marxismus „Nachfolgereligionen“ sind – das heißt solche, die bloß die universalistische und altruistische Ethik des Christentums bewahrt hatten, während sie dessen metaphysische Sanktion in Doktrin, Schrift und kirchenväterlicher Tradition fallenließen. Diese Nachfolgereligionen waren einfach „Christentum Lite“, eine Art Wohlfühl-Güte, die auf einer übermäßig optimistischen Sicht auf die menschliche Natur beruhte.

Die protestantischen Mainline-Sekten wurden vor Jahren „Lite“. Sie wurden im Grunde zu einer spirituellen Jubelabteilung des Democratic National Committee. Nun scheint es, daß die römisch-katholische Kirche wild entschlossen ist, sich in eine weitere Variante dieses „Christentum Lite“ zu verwandeln. Und sie scheint das mit der Hilfe und Unterstützung des böswilligen George Soros zu tun.

Es fällt schwer, an George Soros zu denken, ohne Brechreiz zu bekommen. Ein von einem ideologischen Fanatismus zur völligen Veränderung der Welt getriebener Multimilliardär, ist er ein perfektes Musterexemplar für die Denkweise, die hinter Esperanto stand, der künstlichen Sprache (mit einer dazugehörenden universalistisch-utopischen Philosophie), die seinen Vater begeisterte, den Ungarn Tivadar Soros (Theodore Schwartz). Esperanto, das in den 1880ern vom russischen Juden Ludwig Zamenhof erfunden wurde, sollte mehr sein als bloß ein Mittel zur leichten Kommunikation. Zamenhofs Traum war, daß seine neue Sprache den Weg zu universalem Frieden und Brüderlichkeit in einer sozialistischen Welteinheit erleichtern würde. Esperanto hatte immer eine politische Dimension neben seiner linguistischen Identität. Die Soros-Familie hat diesen Traum am Leben gehalten und strebt danach, ihn mittels ihres Geldes und ihres Einflusses zu einer Realität zu machen. Und es wäre vor sechzig Jahren ziemlich schwierig gewesen, sich vorzustellen, daß solch ein Mann wie George Soros Freundschaft mit den Führern der römisch-katholischen Kirche schließt. Jahrhundertelang ist die Kirche eine Art Bastion und Bollwerk gegen alle Formen von Linksliberalismus und alle Spielarten sozialistischen Träumens gewesen. Wie konnte der hierarchisch solide Traditionalismus des Vatikans und des Heiligen Offiziums mit den Luftschlössern des Esperanto-Eine-Weltlertums vereinigt werden?

Aber i tempi cambiano, sagte Michael Corleone. Die Zeiten ändern sich. Heute werden die Visionen von George Soros in den höheren Rängen des offiziellen Katholizismus mit einer Art Sympathie betrachtet, und besonders vom gegenwärtigen Inhaber des Stuhles Petri. Der unbegrenzte Reichtum von Soros, kombiniert mit dem immer noch beträchtlichen Einfluß, den der Katholizismus unter Millionen einfacher Leute hat, scheint nun nahe daran sein zu verwirklichen, was der Linken nie gelungen ist – eine wahrhaft globale Revolution, eine, die alle Nationen und alle Personen umfassen wird. Solch eine Weltrevolution wird nicht einfach die Frucht wohlplazierter Finanzierung und politischer Propaganda sein, sondern auch einer neuen Bekehrungstätigkeit – einer Bekehrungstätigkeit, die nicht in irgendwelchen Dogmen wurzelt, sondern in einem Tsunami gedankenloser Emotion. Eine Spezies von Grinsegesicht-Spinner-Franziskanismus wird die Welt regieren, die auf einer massiven Welle aus Liebe, Brüderlichkeit, multikultureller Akzeptanz, Ökumenismus und dem clownhaften Lächeln des Papstes surft. Linke Esperantosprecher sind dem Katholizismus begegnet und haben ihn angenommen.

Das wahre Interesse, das die globalistische Linke am Katholizismus hat, ist überhaupt nicht religiös, sondern wurzelt in einer neidischen Bewunderung der disziplinären und administrativen Struktur der Kirche. Die Linke träumt von einer ideologischen Hegemonie über die Welt – eine, die nicht bloß Rückhalt durch Macht und Geld hat, sondern auch durch eine Art von unangreifbarer metaphysischer Sanktion. In der Sicht der Linken wäre der Katholizismus, wenn er von seiner atavistischen Bindung an bestimmte Dogmen und Praktiken getrennt werden könnte, ein perfekter Motor für die soziale Kontrolle über Massenpopulationen. Dies ist die wahre Triebkraft hinter dem Versuch von Soros, Verbindungen zum Vatikan und zu den freakigeren Elementen in der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil herzustellen. Die weitreichende Strategie der Linken sieht einen neuen und völlig umgeformten Katholizismus vor, einen, der nicht auf himmlische Belohnungen gerichtet ist, sondern auf die säkularen Ziele des Progressivismus, Humanismus, Umweltschutzes, internationalen Konsens und die völlige Ausrottung ethnischer und kultureller Identitäten. Kurz, die Linke will, daß die Kirche zu einer weltumspannenden NGO wird, die sich total der Propagierung der Akzeptanz einer progressivistischen soziopolitischen Agenda unter ihren Schäfchen widmet. Die sorgfältig orchestrierte Wahl (durch eine Kabale radikaler Kardinäle) des etwas einfältigen Linken Jorge Bergoglio zum „Papst Franziskus“ war ein bedeutender Schritt in diese Richtung.

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Eurocentrism and Halloween

Ein interessantes Video von Hugh MacDonald (10:41 min):

Götter, Götter, Götter: Die Macht der alten Mütter

NORD-LICHT

Maria lactans (stillende Maria) Maria lactans (stillende Maria)

Von „bast“, aus dem Historie-Magazin „Karfunkel“ Nr. 80 Februar-März 2009 (einschließlich der Bilder, außer jenem von der Mondsichelmadonna im Bonner Münster und jenen in meinem Anhang). Dort ist der Artikel unter dem Originaltitel „Götter, Götter, Götter, Teil 4: Die Macht der alten Mütter“ erschienen; das mit „Teil 4“ habe ich weggelassen, um den irrigen Eindruck zu vermeiden, daß die Teile 1 – 3 ebenfalls hier auf Nord-Licht erschienen seien. Auch habe ich den vorletzten Abschnitt dieses Artikels, „Gott oder Göttin – die Standpunkte in der theologischen Diskussion“ hier weggelassen, weil es darin fast nur um die Auseinandersetzung innerhalb der christlichen Theologie und die – von „bast“ offenbar eher distanziert gesehene – „feministische Theologie“ geht, was hier nicht das Thema sein soll (man muß auch bei Angaben zu heidnischen Göttinnen immer aufpassen, daß man nicht feministischem Unsinn aufsitzt). Mir geht es hier hauptsächlich um die Kultkontinuität…

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Frauen als Maß für Glaubwürdigkeit

Von Alex Kurtagić, übersetzt von Lucifex. Das Original Women as a Measure of Credibility erschien am 25. Mai 2011 auf Radix und ist auf „Herren des Universums“ archiviert. (Links im Text vom Übersetzer eingefügt.)

Letztes Jahr schrieb ich, daß Frauen die natürlichen Verbündeten der (alternativen) Rechten sind. Die jüngste Debatte über die Präsenz und Rolle von Frauen in der Bewegung verdient eine Neubetrachtung und nähere Ausführung einiger der Argumente, die zur Unterstützung meiner These vorgebracht wurden, wie auch die Erforschung eines Weges nach vorn angesichts existierender Bedingungen.

Ich behaupte, daß Frauen ein Interesse an der Sicherung des Erfolgs der Rechten haben und daß es im Interesse der Rechten ist, sich nicht darauf zu beschränken, eine Bewegung zur Verfechtung von Männerrechten zu sein – bei unserer Bewegung geht es um die Rettung der gesamten Rasse vor dem Aussterben, nicht einer bestimmten Hälfte davon.

Worum es hier nicht geht

Ich bin nicht hier, um die Äquivalenz von Frauen zu Männern zu postulieren; ich betrachte die Geschlechter als nicht-äquivalent, womit ich meine, daß sie nicht austauschbar sind: Männer und Frauen haben Stärken und Schwächen, die für ihr Geschlecht einzigartig sind. Ich bin nicht hier, um eine Kampagne für die Gleichheit der Repräsentation zu führen; für mich haben Männer und Frauen eigene, wenn auch einander ergänzende Rollen, aber das bedeutet nicht unbedingt, daß gleiche Zahlen einen Erfolg in unserem bestimmten Unterfangen anzeigen werden – funktionell könnte die optimale Balance sehr wohl asymmetrisch erreicht werden. Ich bin nicht hier, um über Ungerechtigkeiten zu reden, die von einem Geschlecht gegenüber dem anderen begangen werden, oder einem Geschlecht die Schuld für das Unglück aller zu geben; der Krieg der Geschlechter ist ein feindliches Konstrukt und eine Ablenkung im Kampf um das rassische Überleben. Schlußendlich bin ich nicht hier, um Frauen zu sagen, was sie tun oder nicht tun sollten; es ist surreal, daß wir über die Köpfe der Frauen hinweg über sie reden, ohne daß sie Teil der Konversation sind – Frauen, denen etwas am Überleben der weißen Rasse liegt, können selbst entscheiden, was oder wer sie sein wollen und wie sie sich beteiligen.

Frauen im Westen

In westeuropäischen Kulturen haben Frauen im Verhältnis zu nichtwestlichen Kulturen traditionell einen hohen gesellschaftlichen Status und Freiheit genossen, trotz wohldefinierter Geschlechterrollen. Dies widerspiegelt sich nicht nur in der gesellschaftlichen Organisation, sondern reicht bis zur Mythologie zurück.

In der nordischen Tradition ist Freya die Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit, aber auch des Goldes, des Seiðr, des Krieges und des Todes. Sie ist ein Mitglied der Wanen, einer Gruppe von Göttern, die mit Fruchtbarkeit, Weisheit und Vorauswissen in Verbindung gebracht wurden. Sie herrscht über Folkvangr, wohin nach dem Tod die Hälfte derjenigen geht, die im Kampf sterben (die andere Hälfte geht nach Walhalla). Frigg erscheint vorrangig als Ehefrau und Mutter, aber sie ist auch die Königin von Asgard, hat die Macht der Prophezeiung und ist außer Odin die einzige, die auf dem Hlidskialf sitzen und in alle Welten sehen darf. Ihre Gefährte Eir, ist mit medizinischen Fertigkeiten verbunden. Sie ist auch eine Walküre. Walküren entscheiden, wer im Kampf stirbt. Von denen, die nicht im Kampf sterben, wird ein Teil von Hel aufgenommen, die über das gleichnamige Reich herrscht, das in Niflheim liegt. In der Prosa-Edda herrscht sie über große Wohnsitze und ihre Unterweltdiener. Bei der versuchten Wiederbelebung Baldurs spielt sie eine Schlüsselrolle. Gná macht Botengänge für Frigg in anderen Welten und reitet ein fliegendes, über das Meer laufendes Pferd, Hófvarpnir. Vár steht mit Eiden und Abkommen in Verbindung; Vör mit Weisheit, Skadi mit der Bogenjagd, dem Skilauf, dem Winter und den Bergen.

In der keltischen Mythologie ist Morrigan eine Göttin der Fruchtbarkeit, aber auch des Kampfes und der Schlächterei, des Haders, des Landes und Reichtums. Morrigan ist eine dreifache Göttin, von der Macha ein Teil ist; Macha ist die Göttin des Kampfes und der Souveränität. Epona ist auch eine Pferdegöttin und verkörpert den Begriff der Pferdestärke oder der Reitkunst. Pferde waren ein Symbol der Macht, ein Instrument der indoeuropäischen Expansion, entscheidend für den Erfolg und den Schutz des Stammes. Muttergöttinnen sind ein wiederkehrendes Element in der keltischen Mythologie. In der walisischen Tradition sind Dôn, Rhiannon und Modron Muttergestalten, genauso wie Danu, Boand, Macha und Ernmas in der irischen Tradition. Für die Kelten war ihre Rolle und Symbolik jedoch nie allein auf die Mutterschaft beschränkt, und in Geschichten wird das Gebären von Kindern nur beiläufig erwähnt.

In der griechischen Mythologie ist Athene die Göttin der Weisheit, der Zivilisation, der Kriegführung, der Strategie, der Stärke, der weiblichen Künste, des Handwerks, der Geschicklichkeit und Gerechtigkeit. Als schlaue Begleiterin von Helden ist sie auch die Göttin der heroischen Bestrebungen. Athenes Mutter war die Titanin Metis, Zeus‘ erste Gattin und ihm gleichgestellt, und die Göttin des Krieges und der Weisheit. Artemis war die Göttin des Kindergebärens, der Jungfräulichkeit und der jungen Frauen, aber sie ist auch die Göttin der Wildnis, der wilden Tiere und der Jagd. Sie wird mit Pfeil und Bogen dargestellt. Rhea, Titanin und Tochter des Uranus (des Himmels) und Gaias (der Erde) war als „die Mutter von Göttern“ bekannt. Im Goldenen Zeitalter waren sie und Kronos, ihr Ehemann, Königin beziehungsweise König der Götter.

Im vorchristlichen Nordeuropa wurden Frauen verehrt. In der Germania zum Beispiel schreibt Tacitus:

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Die Entführung Jesu auf dem Weg zur Apokalypse

Von Penelope Thornton, übersetzt von Deep Roots.

Das Original Hijacking Jesus on the Way to the Apocalypse erschien am 14. Juni 2010 bei „The Occidental Observer“.

Legen Sie Ihre Splitterschutzweste an. Vergewissern Sie sich, daß Ihr Sicherheitsgurt angelegt ist. Ziehen Sie sich die Schutzbrille über die Augen. Und vergessen Sie Ihre Ohrstöpsel nicht.

Atmen Sie tief ein und machen Sie sich bereit! Bereit? Okay, wir gehen ins Kino.

Erster Zwischenstop: 2012“

Kein Grund, sich um die Zukunft zu sorgen, denn es gibt keine.

Das Ende ist nahe; das Ende ist da, und es ist kein schöner Anblick. Paps, der wieder in seine Vaterrolle eingesetzte Verlierer, zischt mit halsbrecherischer Geschwindigkeit dahin, während er seine Familie rettet und die Autobahn in LA unter ihnen Falten wirft. Aber es ist nicht nur Kalifornien, das auseinanderfällt und einstürzt. Es ist der ganze Planet. Die heilige Mutter Erde ist erledigt, aufgrund einer seltsamen Kombination aus globaler Erwärmung und Magnetpolverlagerung.

Natürlich beginnt der Trend in Kalifornien. Alle Trends beginnen in Kalifornien. Aber es geht darum, nach Shangri-La oder Tibet zu gelangen, um gerettet zu werden! Wir haben das schon mal gehört. Das sind gute Nachrichten für Buddhisten, aber was ist mit uns anderen? Traurigerweise werden die meisten von uns nicht gerettet. Aber Präsident Morgan Freeman — St. Morgan (alias America’s Spiritual Presence-in-Chief) für die meisten von uns — entschließt sich dazu, bei den Nicht-Auserwählten zu bleiben und verschwindet mit uns anderen unter dem Flugzeugträger USS John F. Kennedy, der das plattmacht, was von Washington DC noch übrig ist [Anm. d. Ü.: hier irrt die Autorin. In diesem Film spielt Danny Glover den schwarzen Präsidenten; Morgan Freeman hatte diese Rolle in „Deep Impact“]. Das Bild des weisen, altruistischen schwarzen Präsidenten, der sich als Mitglied der Elite hätte retten können, aber mit dem Schiff untergeht, ist eines der eindringlichsten Bilder des Films.

Warnung: Dieser Film ist sehr anstrengend. Sie werden sich daher vielleicht noch einige Vitamine einwerfen wollen, bevor Sie sich 2012“ ansehen.

Die politischen Botschaften sind interessant. Wir werden von einem heiligmäßigen schwarzen Präsidenten in unseren unvermeidlichen Untergang geführt. Die zwei Gebäude, die man völlig einstürzen sieht, sind der US-Kongreß und der Petersdom in Rom. Die Vereinigten Staaten von Amerika und die katholische Kirche müssen verschwinden? [Anm. d. Ü.: Laut Roland Emmerich war auch die Zerstörung einer Moschee sowie der Kaaba in Mekka geplant; aus Furcht vor radikalen Moslems hätte man aber darauf verzichtet. An die umstürzende Christus-Statue auf dem Corcovado sei auch noch erinnert!]

Die Chinesen sind diejenigen, die die Technologie zur Rettung einiger weniger Auserwählter zur Verfügung stellen, einschließlich ein paar Weißer.

Der Film richtet sich an Weiße, nachdem die Hauptfiguren, gespielt von John Cusack und Amanda Peet, und ihr Familienleben den Großteil des menschlichen Elements der Geschichte liefern. Aber die Weißen leben in einer Welt, in der indische Wissenschaftler das Problem erkannt haben, die Chinesen die Technologie besitzen, um der Katastrophe zu entkommen, und in der es einen schwarzen Präsidenten der USA gibt. Auch wenn sie einen zentralen Platz im emotionalen Teil der Geschichte haben, im großen Ganzen sind sie Kleindarsteller.

Und es wird in der Zukunft nicht mehr viele Weiße geben. Das sub-saharische Afrika ist die einzige Landmasse, die nach der Katastrophe übrig ist, und es ist das Ziel der Archen, nachdem sich die Dinge beruhigen. Also, ich weiß nicht, ob das ein Bezug auf das Thema vom Garten Eden ist, oder von Afrika als Geburtsstätte der Menschheit, oder einfach darauf, daß die Chinesen eine Menge in die Ressourcen Afrikas investieren.

Aber die Welt wird in Afrika neu beginnen, sodaß die Afrikaner die große Mehrheit aller Menschen ausmachen werden. Vermutlich werden sie alle wie Präsident Morgan Freeman sein — Brunnen der Weisheit und Vorbilder an Altruismus und Moralität. Die Welt wird bestimmt ein besserer Ort sein, als sie es jetzt ist.

„Legion“

Kinder, hört mir zu, ich werde euch die Furcht vor dem Herrn lehren.

Psalm 23

So beginnt der Film Legion“.

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Kann Deutschland ohne Beschneidung überleben?

Von Osimandia (ursprünglich veröffentlicht am 18. Juli 2012 auf „As der Schwerter“)

 Kann das deutsche Volk überleben, obwohl es angeblich „das Göttliche zunächst mit Feuer und Schwert” und jetzt mit einem Gerichtsurteil ausgetrieben hat?

Kann das deutsche Volk überleben, obwohl es angeblich „das Göttliche zunächst mit Feuer und Schwert” und jetzt mit einem Gerichtsurteil ausgetrieben hat?

…und in Deutschland ist ein Sack Kartoffeln umgefallen!”

So ähnlich stellt man sich die Reaktion eines Chinesen aus Hongkong vor, dem gerade mitgeteilt wurde, dass das Landgericht Köln im Juni 2012 geurteilt hat, dass die Beschneidung von Kindern aus religiösen Gründen eine strafbare Handlung darstellt. Es ist nicht ersichtlich, warum es Chinesen, die das Beschneidungritual nicht praktizieren, interessieren sollte, dass Deutsche, die dieses Ritual ebenfalls nicht praktizieren, einer Moslemfamilie, die sich zufällig in Deutschland aufhält, gerichtlich bescheinigt haben, dass die Beschneidung ihres vierjährigen Sohnes, die schwere Komplikationen nach sich zog, gesetzwidrig war.

Laut ärztlichem Gerichtsgutachter war bei der Beschneidung kein Kunstfehler unterlaufen, die Komplikationen, die dazu führten, dass das Kind mehrere Nachoperationen (die dann wenigstens gnädigerweise unter Narkose) und einen längeren Krankenhausaufenthalt erdulden musste, waren vollkommen im Rahmen dessen, was nach diesem medizinisch unnötigen zweifelhaften Eingriff in manchen Fällen einfach erwartet werden muss.

Dennoch wird der Leserschaft der Hongkonger Ausgabe der Asia Times ausführlich nahe gebracht, um was es bei diesem Urteil tatsächlich ging: Um nichts Geringeres als das Überleben des deutschen Volkes, das anscheinend durch diese Gerichtsentscheidung in höchstem Maße gefährdet ist.

Die spinnen, die Moslems???

Ja, das tun sie zuweilen schon, aber in diesem Fall waren sie es nicht. Es ist der jüdische Autor David P. Goldman, der unter dem Künstlernamen Spengler und dem Titel Das Beschneidungsverbot gefährdet Ihre Gesundheit die Kölner Richter im besonderen und das deutsche Volk im allgemeinen in einem offenen Brief anspricht und den Chinesen aus Hongkong die Zusammenhänge zwischen diesem Urteil und – sollte es Bestand haben – unserer drohenden Auslöschung als Volk nahebringt.

Wörtlich schreibt er:

„Euer Ehren: Ihre Entscheidung der letzten Woche, das religiöse Ritual der Beschneidung zu verbieten, stellt eine Bedrohung für das Überleben des deutschen Volkes dar. Deutschen mangelt es am Wunsch zu leben. Mit Ihrer derzeitigen Geburtenrate von 1,3 Kindern pro Frau werden  praktisch keine deutschsprachigen Menschen mehr da sein, um Goethes vierhundertsten Geburtstag zu feiern, obwohl es noch ein paar jüdische Gelehrte geben mag, die deutsch als Zusatz zum Jiddischen lernen werden.”

Deutsch als „Zusatz” zur Weltsprache Jiddisch, sozusagen als jiddischer Dialekt und Juden als einzige übriggebliebene Träger deutscher Kultur, die noch daran denken, dem alten Johann Wolfgang zum 400. zu gratulieren? Nun, manche würden das Größenwahn nennen, andere vielleicht Wunschdenken. Aber Spengler packt das Ganze in den Stil einer freundlichen Warnung, die selbstverständlich nur ganz leicht an die freundlichen Warnungen von Erpressern erinnert.

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Imbolc: Das Fest zum Beginn der hellen Jahreshälfte

morgenlicht

Von Lichtschwert, unter Verwendung von Material aus Waltraud Ferraris Buch „Alte Bräuche neu erleben: Fest- und Alltag im Rhythmus der Jahreszeiten“.

Beginnend mit dem heutigen Vorabend zum 1. Februar und am 1. Februar selbst, teilweise auch in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar, wird das keltische Fest Imbolc oder Imbolg (gesprochen i-MOLC oder i-MOLG) gefeiert, das ungefähr die Mitte zwischen der Wintersonnenwende und der Frühlings-Tagundnachtgleiche markiert. Mit Imbolc endet die dunkle Jahreshälfte nach keltischer Zeitrechnung, und das helle Halbjahr beginnt, das mit dem Herbstbeginnsfest Lughnasad am 1. August und dessen Vorabend endet. Es ist eines der vier großen keltischen Jahreszeitenfeste, zusammen mit Beltane, Lughnasad und Samhain, und war in heidnischer Zeit mit der Göttin Brigid oder Brighid verbunden, aus der in christlicher Zeit die heilige Brigitta von Kildare wurde, deren Namenstag der 1. Februar ist, während das Fest selbst heute am 2. Februar als Mariä Lichtmeß gefeiert wird. Hier ist, was Waltraud Ferrari in „Alte Bräuche neu erleben“ dazu schreibt:

Mariä Lichtmess – 2. Februar

Mariä Lichtmess gehörte zu den wichtigsten Los- und Feiertagen im ganzen Jahr. Vor allem Beobachtungen zum Wetter standen dabei an vorderster Stelle. Um die Bedeutung dieses Tages zu erklären, muss man etwas weiter ausholen.

Grundsätzlich fiel auf diesen Zeitpunkt ein Mittwinterfest, das von verschiedenen Völkern in vielen Regionen Europas begangen wurde. Es war einerseits ein Reinigungsfest, andererseits ein Anlass, dem wachsenden Licht, dem Sonnenfeuer und dem damit verbundenen Erstarken des Lebens zu huldigen.

Im keltischen Kalender wurde in der Nacht vom ersten auf den zweiten Februar Imbolc gefeiert. Über die Herkunft dieser Bezeichnung herrscht Uneinigkeit. Am wahrscheinlichsten ist die Deutung „rituelle Waschung, Reinigung“. Überlieferungen zufolge war es üblich, speziell Hände, Füße und das Haupt mit Wasser zu reinigen, Haus und Hof zu putzen und anschließend riesige Feuer zu entzünden. Der Tag, an dem dies stattfand, war der Göttin Brighid gewidmet, deren Name so viel wie „die Helle, die Strahlende, die Streitbare“ bedeutet, ähnlich der bereits bekannten Frau Perchta. Brighid war bewandert in Heilkunst und Poesie, sie war die Hüterin des Feuers (weswegen ihr auch die Schmiede unterstanden) und im Speziellen die Hüterin des Herdfeuers und die Schutzherrin gebärender Frauen. Es hieß, Brighid beuge sich über jede Wiege, in der ein Neugeborenes liegt. Die Legende berichtet auch, Brighid besitze einen blauen Mantel, ähnlich dem Firmament. Ihr Symbol ist eine Art Sonnenrad, das heute Brighids Kreuz genannt wird.

brighidkreuz

Römischen Aufzeichnungen nach war Brighid die große Muttergöttin keltischer Stämme, der Briganten (im Nordosten Britanniens beheimatet) und der mit ihnen lose verwandten Brigantier, deren Siedlungsgebiet am Bodensee im heutigen Vorarlberg lag. Einige Orte in Mitteleuropa erinnern noch heute an ihren Namen, unter anderem die Hauptstadt Vorarlbergs, Bregenz.

Im christlichen Kalender feierte man am 1. Februar das Fest der heiligen Brigitte von Kildare/Irland, die vor allem als Viehpatronin und als Beistand bei Geburten angerufen wurde. Sie wurde auch als die „gälisch-keltische Maria“ bezeichnet, wodurch sich der Zusammenhang zum Lichtmessfest ergab.

Auch bei den Römern gab es um diese Jahreszeit ein großes Reinigungsfest mit Namen februa, wovon sich der Monatsname Februar ableitet. Es wurden Fackelumzüge abgehalten, Räucherwerk entzündet und Lärmbräuche zum Vertreiben der dunklen Winterdämonen eingesetzt.

Im Christentum wurde der 2. Februar dann zu Mariä Lichtmess, der Tag der Reinigung Mariä nach der Geburt Jesu. (Nach biblischer Auffassung galt eine Frau nach der Geburt eines Kindes für eine bestimmte Zeit als unrein.) Die um diese Zeit immer schon üblichen Licht- und Feuerbräuche blieben in Form der großen Kerzenweihe erhalten. Bei einem feierlichen Gottesdienst wird für die Gläubigen der Kerzenvorrat für ein ganzes Jahr geweiht, und diese Lichtmesskerzen gelten auch heute noch als besonders wundertätig. Früher stellte man sie den Gebärenden ans Bett, um die Geburt zu erleichtern und Mutter und Kind vor schlechten Einflüssen zu behüten, bei Gewitter wurden sie zum Schutz angezündet, oder man ließ drei Tröpfchen ihres Wachses in den Brotteig fallen und gab dieses spezielle Brot den Tieren zu fressen, um sie vor Krankheiten zu schützen. In Vorarlberg gab es zu Lichtmess die Kerzenrodel. Sie bestand aus einer Art langer, dünner, wachsbezogener Kerzenschnur, die man zu einem kunstvoll gewundenen Knäuel wickelte. Sie wurde nur von Frauen bei Begräbnissen, bei Gedächtnisgottesdiensten oder auf dem Friedhof verwendet.

Der Lichtmesstag spielte im bäuerlichen Leben eine wichtige Rolle. Die fälligen Abgaben mussten bezahlt werden, was oft mithilfe der im Winter hergestellten Produkte geschah, und die Dienstboten wechselten den Arbeitsplatz. Verließ ein Dienstbote den Hof, musste ihm die Bäuerin ein „Lichtmesskoch“ oder einen „Lichtmesskrapfen“ zum Abschied geben.

In einigen Gebieten der Alpen kommen heute noch die Lichtmeßsänger oder –geiger ins Haus, um ihre Segenswünsche vorzutragen. Als Lohn erhalten sie den Lichtmesskrapfen, Schnaps und manchmal auch kleine Geldspenden. Auch in der Stadt lässt sich der Brauch des Lichtmeßsingens in etwas abgewandelter Form praktizieren. Menschen, die gerne miteinander musizieren und singen, können in ihrer Nachbarschaft von Haus zu Haus gehen. Aber auch an einem öffentlichen Platz, ja sogar in der U-Bahn hört mancher vielleicht gerne gute Segenswünsche, die ihm mit auf den Weg gegeben werden.

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