Warum der Westen in Libyen intervenierte: War dies eine Überraschung?

Monsieur & Madame Henry-Levy

Von John Graham, übersetzt von Deep Roots. Das Original Why The West Intervened in Libya: Was This A Surprise? erschien am 2. April 2011 im Occidental Observer.

Durch Steve Sailer erfahre ich, daß der prominente französische Jude Bernard-Henri Levy  für sich in Anspruch nimmt, Präsident Sarkozy dazu überredet zu haben, erfolgreich auf eine westliche Intervention in Libyen zu drängen.

In der Geschichte in der New York Times, auf die Sailer verlinkt, „By His Own Reckoning, One Man Made Libya a French Cause von Steve Erlanger vom 1. April 2011 wird Levy mit den Worten zitiert:

Ich bin stolz auf mein Land, etwas, das ich seit vielen Jahren nicht empfunden habe.“

In einem gut geführten Interview in Der Spiegel, „We Lost a Great Deal of Time in Libya Because of the Germans“ vom 30.03.2001 enthüllt er, daß sein Aktivismus

von der moralischen und spirituellen Tradition herrührt, mit der ich aufwuchs. Für mich ist es die Definition des Judentums. Jude zu sein bedeutet, mehr Pflichten als Rechte zu haben.“

Obwohl er allgemein als „Philosoph“ bezeichnet wird, scheint Bernard-Henri Levy mehr ein großmäuliger herrschsüchtiger Ideologe von der Sorte von Norman Podhoretz zu sein. Er wurde in Wirklichkeit in Algerien geboren. Steve Sailer leistet perfekte Arbeit darin, eine Perspektive zu geben, aber The Lies of Bernard-Henri Lévy von Doug Ireland in In These Times vom 3. März 2006 ist ein Schluck exquisit verfeinerten Vitriols.

Levy hat schon in der Vergangenheit westliche Militärinterventionen an Orten wie Bosnien und Darfur gefordert. Während Amerikas Neocons der Aufgabe deutlich gewachsen waren, das Irak-Unternehmen stattfinden zu lassen, entschied er sich dafür, sich gegen dessen Legalität in Positur zu bringen.

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Historischer Hintergrund zum Zweiten Weltkrieg

William Joyce (Lord Haw-Haw“), ca. 1940er-Jahre.

Von William Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Historical Background to the Second World War erschien am 8. März 2012 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Anmerkung des Herausgebers [d. h. Greg Johnson]:

Das Folgende ist das erste Kapitel „Historical Background“ von William Joyces Twilight Over England. Joyce wurde in New York City geboren. Dann ging er nach Irland und England, wo er ein Mitglied von Sir Oswald Mosleys British Union of Fascists wurde. (Sein Gesicht wurde in einer Straßenschlacht mit jüdischen Schlägern schrecklich vernarbt.)

Kurz bevor Britannien den Zweiten Weltkrieg anfing, flohen Joyce und seine Frau nach Deutschland, wo er 1940 eingebürgert wurde. In seinen Schriften und populären englischsprachigen Radiosendungen unter dem Namen Lord Haw Haw strebte Joyce danach, Deutschlands Sicht auf den Krieg und die Gefahren zu erläutern, denen die europäische Zivilisation sich gegenübersah.

Nach dem Krieg exekutierten die Briten William Joyce wegen seiner Ansichten und klagten ihn des Verrats an, obwohl sie dazu keine Rechtshoheit hatten, denn Joyce war nie ein britischer Staatsbürger gewesen. Kurz, William Joyce starb, damit Sie diese Worte lesen können.

 

WIEVIEL man aus der Geschichte lernen kann, ist lange eine Sache der Spekulation gewesen.

Viel hängt von der Fähigkeit des Schülers ab. Es gibt wahrscheinlich keinen Zweig des Lernens, außer der Ökonomie, in dem Vermutungen eine so große Rolle spielen. Fast jede Anzahl von Fakten kann in parteiischer Weise ausgewählt werden, um jede Theorie zu beweisen, wie absurd sie auch sei. In diesem Kapitel wird kein Versuch einer philosophischen Verallgemeinerung gemacht werden. Unsere einzige Absicht ist es zu zeigen, wie Englands historische Entwicklung zu dem schicksalhaften und fatalen Schritt beitrug, den seine Regierung am 3. September 1939 unternahm [Britanniens Kriegserklärung gegen Deutschland].

Es liegt eine gewisse dramatische Ironie in Mr. Chamberlains Wahl des Datums. Denn der 3. September war das Datum von Oliver Cromwells Geburt und auch seines Todes. Und wieviel das England von heute Cromwell verdankt, wird von sehr wenigen gewürdigt. Diese grobe, harte, hässliche, selbstgerechte Gestalt hat immer noch ihre Bewunderer. Selbst so scharfsinnige und grundehrliche Gelehrte wie Thomas Carlyle haben ihm Anerkennung gezollt. Und die meisten der englischen Liberalen, die vor Diktatur zurückscheuen, haben am Schrein dieses militärischen Autokraten gehuldigt, weil er der erste Engländer war, der eine völlige metaphysische Einheit zwischen Bibel, Geld und Schwert erlangte. Der Leser darf nicht denken, daß wir die Tugenden von Charles I. zu debattieren beabsichtigen, des guten Vaters und treuen Ehemannes. Im Gegenteil, wenn dieser auf nüchterne Weise fromme Mensch es verstanden hätte, sein Wort zu halten, wenn er sich nicht als den Botschafter des Allmächtigen in England betrachtet hätte, wäre es gut möglich gewesen, daß der Name Oliver Cromwells in die Mittelmäßigkeit gehüllt geblieben wäre, aus der er hervorging. Das Schicksal wollte es anders.

Im Jahr 1642 brach der Englische Bürgerkrieg aus, der die gesamten Britischen Inseln in Hader verwickeln sollte. Auf der einen Seite repräsentierte Charles die unbeschränkte Monarchie, die Church of England und in einem geringen Maß ein feudales Gesellschaftskonzept; auf der anderen Seite stand eine in der Tat sehr seltsame Kombination. Es war im Wesentlichen eine Partei, die aus den Lagern der Kaufleute und der Puritaner zusammengeschweißt war, die bereits in den Tagen Königin Elizabeths Anzeichen von Aufsässigkeit gezeigt hatten.

Die Tudor-Despotie war 1485 begründet worden, weil der Handel ohne feste Regierung unmöglich gewesen wäre und auch weil das ganze Land den dauernden Zank unter den Überbleibseln der alten Aristokratie satt hatte.

Kaum hatte jedoch diese Autokratie, diese Diktatur, dem englischen Volk Wohlstand gebracht, als auch schon eine Bewegung damit begann, sich ihrer zu entledigen. Nichts auf der Welt konnte natürlicher sein, als daß die Kaufmannsprinzen, fett geworden an den Gewinnen aus der Neuen Welt, Einwände dagegen hatten, Steuern – und noch dazu hohe Steuern – an den Thron zu zahlen, der ihnen ihren Erfolg verschafft hatte. Daher entstand früh in de englischen Geschichte die unheilvolle Tendenz, Geld und Macht als synonym zu betrachten. Nun wurde diese neue Plutokratie enthusiastisch von den Puritanern unterstützt. Diese ernsten, wenn auch fanatischen Extremisten hatten unzweifelhafte Beschwerden. Es wurde ihnen sicherlich verboten, ihre Religion auszuüben. Sie wurden in vielen Fällen mit der Intoleranz dieser Zeit verfolgt, wie es auch die römischen Katholiken wurden. Diese Puritaner hatten jedoch allzu tief aus der jüdischen Philosophie getrunken. Sie waren nicht damit zufrieden, das Alte Testament zu lesen. Sie mußten sich mit den Gestalten darin identifizieren. Sie gaben sich Namen wie „Hew-Agag-In-Pieces-Before-The-Lord.“ Ben Johnson übertrieb kaum, als er seine Puritaner Tribulation Wholesome [„Gesunder Kummer“] und Zeal-in-theLand [„Eifer im Land“] nannte. Gewiß hatte sich der Materialismus der Juden, wie er im Alten Testament enthüllt wird, tief in ihre Seelen gefressen: denn bei all ihren Psalmen und all ihren Hymnen begannen sie bald, mit vollen Händen Geld zu scheffeln. Durch irgendeinen ziemlich obskuren Vorgang schlichen sie sich allmählich in die Kaufmannsschicht ein, vielleicht weil ihre Religion kein Laster außer der Liebe zum Geld erlaubte. Wenn ihr Eindringen in die Plutokratie auch nicht leicht zu erklären ist, so ist es nicht schwierig zu erklären, warum so viele Kaufleute Puritaner wurden. Der Grund war, daß es so viel würdiger klang, in Verteidigung der Religionsfreiheit gegen die Krone zu protestieren als in versuchter Steuervermeidung.

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Drogengeschäfte I: Die Sassoons und die Opiumkriege

Von Osimandia, ursprünglich erschienen auf „As der Schwerter“ (Titelbild nachträglich von Lucifex eingefügt).

Der folgende Artikel ist hauptsächlich eine Übersetzung, deren englisches Original unter dem Titel The Sassoon Opium Wars am 1. Oktober 2007 auf dem Blog In Pursuit of Happiness erschienen ist. Ich habe die historischen Angaben und Namen, die darin erwähnt werden, bei Wikipedia überprüft und an einigen Stellen zum Abgleich auch aus Wikipedia zitiert. Diese Stellen sind als Einschub im Text kenntlich gemacht.

Das britische Dampfschiff „HMS Nemesis“ (rechts) zerstört im November 1839 chinesische Kriegsdschunken.

Der 99-jährige britische Pachtvertrag für Hongkong lief im Juli 1997 aus und ermöglichte den Rotchinesen die Übernahme. Hunderte von Zeitungs- und Fernsehberichten befassten sich mit diesem Ereignis, aber nicht ein einziger erwähnte, wie England ursprünglich die Kontrolle über Hongkong erlangt hatte.

Die Wahrheit liegt in der Familienlinie David Sassoons, der „Rothschilds des Fernen Osten” und ihrem Monopol auf den Opiumhandel verborgen. Großbritannien kam in den Besitz von Hongkong, indem es die Opiumkriege führte und den Sassoons das Exklusivrecht verlieh, eine gesamte Nation auf Drogen zu setzen.

David Sassoon wurde 1792 in Bagdad geboren. Sein Vater Saleh Sassoon war ein wohlhabender Banker und der Schatzmeister von Ahmet Pascha, dem Herrscher Bagdads. (Damit war er dessen „Hofjude” – eine höchst einflussreiche Stellung).

1829 wurde Ahmet Pascha wegen Korruption gestürzt und die Familie Sassoon floh nach Bombay in Indien. Bombay lag an der strategischen Handelsroute ins Innere Indiens und war das Tor zum Fernen Osten. Innerhalb kürzester Zeit verlieh die britische Regierung den Sassoons Monopolrechte für alle Textilwaren, Seide und – am bedeutsamsten von allem – Opium, damals die Droge mit dem höchsten Suchtpotential der Welt!

Die Jewish Encyclopedia von 1905 schreibt, dass Sassoon seinen Opiumhandel nach China und Japan ausweitete. Er postierte seine acht Söhne an den wichtigsten Opiumumschlagsplätzen in China.

Einschub: Wikipedia beschreibt David Sassoon als osmanisch-britisch-indischen Geschäftsmann und als Philanthropen, dessen Familie wegen „Unterdrückung der jüdischen Gemeinde” durch das Osmanische Reich aus Bagdad fliehen musste und nur wenig Vermögen mitnehmen konnte. In Bombay wurde er nach kleinen Anfängen als Teppichhändler innerhalb kürzester Zeit zu einem der reichsten Männer der Stadt.

Gemäß der Jewish Encyclopedia von 1944 „beschäftigte Sassoon in seinen Betrieben ausschließlich Juden, und wo immer er sie hinschickte, baute er Synagogen und Schulen für sie. Er importierte ganze Familien von Mitjuden … und gab ihnen Arbeit.“

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Gegen rechten Kulturalismus

Die English Defence League: Multirassische englische Nationalisten?

Von Richard Hoste, übersetzt von Deep Roots. Das Original Against Right Wing Culturalism erschien am 26. Dezember 2010 bei Counter-Currents Publishing und zuvor am 2. Januar 2010  auf The Occidental Observer.

In seinem Buch We Are Doomed: Reclaiming Conservative Pessimism listet John Derbyshire drei Arten auf, die Welt zu betrachten, wobei er klarmacht, daß er die dritte bevorzugt: Religion, Kulturalismus und Biologismus.

Der religiöse Standpunkt postuliert, daß die Menschheit und das, was mit ihr geschieht, das Produkt göttlichen Willens ist. Der Kulturalismus meint, daß Unterschiede zwischen Menschengruppen das Ergebnis von Unterschieden in (vage definierter) „Kultur“ sind (oder manchmal von geographischen Zufällen bestimmt sind wie in Jared Diamonds Arbeiten). Der Biologismus sieht die Welt durch die Linse einer zugrundeliegenden menschlichen Natur und biologischen Unterschieden zwischen Gruppen.

Während die meisten gebildeten Menschen die religiöse Sichtweise meiden, verläuft die allgemeine intellektuelle Debatte im Westen zwischen Arten von Kulturalismus. Auf der Linken befinden sich die extremsten Hausierer in Sachen weiße Schuld. Dies scheint eine deformierte Version der alten marxistischen Sicht zu sein, die besagt, daß jene, die erfolgreich sind, durch die Ausbeutung anderer reich oder auch nur Mittelklasse geworden sind. Was der zeitgenössischen antiweißen Bewegung ein mehr kulturalistisches Gefühl gibt, ist die Idee, daß die Rassen, die gegenwärtig das Unterdrücken besorgen, willkürlich ausgewählt sind oder irgendwann wurden. In Colleges sind sowohl Klassen- als auch Rassengroll gesund und munter.

Die Mainstream-Rechte bevorzugt eine Art konservativen Kulturalismus, der so manchen weißen Nationalisten verführt hat. Statt daß der Erfolg des Westens auf Böswilligkeit beruht, kommt er von einer Anzahl positiver kultureller Werte, die zu übernehmen andere Rassen gut beraten wären. Als Dinesh D’Souza die Weißen gegen Vorwürfe des systematischen Rassismus verteidigen und dabei gleichzeitig uns widerlegen wollte, die wir an Rassenunterschiede in Intelligenz glauben, wies er auf Migranten aus der Karibik hin, die nach Amerika kommen und unsere einheimischen Schwarzen leistungsmäßig übertreffen. Zum Pech für ihn beginnt diese sogenannte Modell-Minderheit sich ab der zweiten Generation den afroamerikanischen Normen anzunähern.

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Caribbean Project 11: Erforschung der niederländischen Karibik

St. Eustatius: Blick auf die Sklavenstraße vom Hafen hinauf zum Dorf über dem Hafen und der Bar.

St. Eustatius: Blick auf die Sklavenstraße vom Hafen hinauf zum Dorf über dem Hafen und der Bar.

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: Exploring The Dutch Caribbean erschien am 29. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent.

Zuletzt hier aus dieser Reihe erschienen: Caribbean Project 10: Juden, Sklaverei und die niederländische Karibik

St. Eustatius:

Ich habe die Recherchen über die niederländische Karibik fortgesetzt und ein paar weitere interessante Dinge gelernt:

1) Es waren die Niederländer, die 1619 die ersten schwarzen Sklaven nach Jamestown brachten. Ich wusste das bereits, aber ich frage mich dabei, wer denn diese „niederländischen“ Sklavenhändler waren, die die Sklaverei in Virginia einführten.

2) Im Jahr 1667 traten die Niederländer Neu-Amsterdam (nun als New York bekannt) im Vertrag von Breda an die Briten ab, um Surinam im nördlichen Südamerika zu behalten. Ich wußte das nicht, aber es ergibt Sinn im Lichte dessen, daß die karibischen Kolonien, nicht die nordamerikanischen Kolonien, früher das Epizentrum des europäischen Kolonialismus in der Neuen Welt waren.

Am Ende des Siebenjährigen Krieges traten die Franzosen Kanada an die Briten ab, um Guadeloupe und Martinique zu behalten. Während der Amerikanischen Revolution überließen die Briten Philadelphia den Patrioten, um in das von den Franzosen gehaltene St. Lucia einzumarschieren.

3) Curaçao, Aruba und Bonaire – die drei niederländischen Inseln in der Südkaribik vor der Küste Venezuelas – haben ein arides Klima und waren nie auf Rasse beruhende Plantagengesellschaften nach dem Schema von Barbados oder Saint-Domingue.

Von diesen war das jüdisch dominierte Curaçao der größte Umschlaghafen für den Sklavenhandel des 17. Jahrhunderts in der Karibik, und die Sklaven, die auf der Insel arbeiteten, bauten großteils Nahrung für den Strom afrikanischer Sklaven an, der sich auf dem Weg zu Auslandsmärkten in Spanisch-Amerika und in Französisch- und Britisch-Westindien durch Curaçao ergoß.

Aruba und Bonaire waren abhängige Gebiete von Curaçao – auf dem ersteren ernteten ein paar Sklaven Färberholz und arbeiteten auf einer gescheiterten Maisplantage, und auf dem letzteren bauten Sklaven Salz für den Export auf andere karibische Inseln ab, aber es waren beides marginale Inseln in der weiteren karibischen Plantagenwelt.

4) Das jüdisch dominierte Surinam im nördlichen Südamerika war eine vollentwickelte, auf Rasse beruhende Plantagengesellschaft nach dem Schema von Saint Domingue. Es hatte auch den Ruf, eine der brutalsten Sklavengesellschaften in der Neuen Welt zu sein.

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Kann Deutschland ohne Beschneidung überleben?

Von Osimandia (ursprünglich veröffentlicht am 18. Juli 2012 auf „As der Schwerter“)

 Kann das deutsche Volk überleben, obwohl es angeblich „das Göttliche zunächst mit Feuer und Schwert” und jetzt mit einem Gerichtsurteil ausgetrieben hat?

Kann das deutsche Volk überleben, obwohl es angeblich „das Göttliche zunächst mit Feuer und Schwert” und jetzt mit einem Gerichtsurteil ausgetrieben hat?

…und in Deutschland ist ein Sack Kartoffeln umgefallen!”

So ähnlich stellt man sich die Reaktion eines Chinesen aus Hongkong vor, dem gerade mitgeteilt wurde, dass das Landgericht Köln im Juni 2012 geurteilt hat, dass die Beschneidung von Kindern aus religiösen Gründen eine strafbare Handlung darstellt. Es ist nicht ersichtlich, warum es Chinesen, die das Beschneidungritual nicht praktizieren, interessieren sollte, dass Deutsche, die dieses Ritual ebenfalls nicht praktizieren, einer Moslemfamilie, die sich zufällig in Deutschland aufhält, gerichtlich bescheinigt haben, dass die Beschneidung ihres vierjährigen Sohnes, die schwere Komplikationen nach sich zog, gesetzwidrig war.

Laut ärztlichem Gerichtsgutachter war bei der Beschneidung kein Kunstfehler unterlaufen, die Komplikationen, die dazu führten, dass das Kind mehrere Nachoperationen (die dann wenigstens gnädigerweise unter Narkose) und einen längeren Krankenhausaufenthalt erdulden musste, waren vollkommen im Rahmen dessen, was nach diesem medizinisch unnötigen zweifelhaften Eingriff in manchen Fällen einfach erwartet werden muss.

Dennoch wird der Leserschaft der Hongkonger Ausgabe der Asia Times ausführlich nahe gebracht, um was es bei diesem Urteil tatsächlich ging: Um nichts Geringeres als das Überleben des deutschen Volkes, das anscheinend durch diese Gerichtsentscheidung in höchstem Maße gefährdet ist.

Die spinnen, die Moslems???

Ja, das tun sie zuweilen schon, aber in diesem Fall waren sie es nicht. Es ist der jüdische Autor David P. Goldman, der unter dem Künstlernamen Spengler und dem Titel Das Beschneidungsverbot gefährdet Ihre Gesundheit die Kölner Richter im besonderen und das deutsche Volk im allgemeinen in einem offenen Brief anspricht und den Chinesen aus Hongkong die Zusammenhänge zwischen diesem Urteil und – sollte es Bestand haben – unserer drohenden Auslöschung als Volk nahebringt.

Wörtlich schreibt er:

„Euer Ehren: Ihre Entscheidung der letzten Woche, das religiöse Ritual der Beschneidung zu verbieten, stellt eine Bedrohung für das Überleben des deutschen Volkes dar. Deutschen mangelt es am Wunsch zu leben. Mit Ihrer derzeitigen Geburtenrate von 1,3 Kindern pro Frau werden  praktisch keine deutschsprachigen Menschen mehr da sein, um Goethes vierhundertsten Geburtstag zu feiern, obwohl es noch ein paar jüdische Gelehrte geben mag, die deutsch als Zusatz zum Jiddischen lernen werden.”

Deutsch als „Zusatz” zur Weltsprache Jiddisch, sozusagen als jiddischer Dialekt und Juden als einzige übriggebliebene Träger deutscher Kultur, die noch daran denken, dem alten Johann Wolfgang zum 400. zu gratulieren? Nun, manche würden das Größenwahn nennen, andere vielleicht Wunschdenken. Aber Spengler packt das Ganze in den Stil einer freundlichen Warnung, die selbstverständlich nur ganz leicht an die freundlichen Warnungen von Erpressern erinnert.

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Das Gesicht der Revolution: Betrachtungen zur Roten Rosa

Von Tobias Langdon, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Face of Revolution: Reflections on Red Rosa erschien am 12. Januar 2017 auf „The Occidental Observer.“

Die polnisch-jüdische Revolutionärin Rosa Luxemburg (1871 – 1919) war etwas Seltenes: eine sympathische Marxistin. Anders als Lenin, Stalin, Trotzki und die einander befehdenden Revolutionäre unserer eigenen Zeit schien ihre Politik nicht hauptsächlich von Machtgelüsten, Egomanie und Hass befeuert gewesen zu sein. Sie war gegen die bolschewistische Tyrannei und verteidigte die Redefreiheit mit dem klassischen Satz „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“. Sie liebte die Natur, wollte, daß der Ruf der Blaumeise auf ihrem Grabstein eingraviert würde und hatte sogar eine Schwäche für Wespen.

„In ihr Gesicht geschrieben…“

Wäre sie sympathisch geblieben, wenn sie in der Revolution der Arbeiterklasse an die Macht gekommen wäre, zu der sie in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg aufzuwiegeln versuchte? Wir werden es nie wissen, weil sie 1919 in Berlin von rechten Freikorps-Soldaten ermordet wurde. Eines erscheint jedoch sicher: Wenn Marxisten in Deutschland an die Macht gekommen wären, dann hätten sie eine Tyrannei à la Lenin geschaffen, nicht Freiheit à la Luxemburg. Das ist es, was zur selben Zeit in Ungarn während der katastrophalen, aber glücklicherweise kurzen „kommunistischen Republik“ geschah, die vom jüdischen Marxisten Béla Kun (d. h., Cohen) regiert wurde. Anders als Kun kam Luxemburg nie an die Macht, und ihr Märtyrertod hat ihr einen besonderen Platz in der marxistischen Hagiographie gesichert. Man könnte sie den Bonnie Prince Charlie der progressiven Politik nennen, aber mit einem wichtigen Vorbehalt: sie war nicht bonny [schön].

Das Gesicht der Revolution: Rosa Luxemburg

Das Gesicht der Revolution: Rosa Luxemburg

Stattdessen hatte sie entschieden jüdische Gesichtszüge. Man kann sie auf fast jeder Seite von Kate Evans‘ Red Rosa: A Graphic Biography of Rosa Luxemburg (Verso, 2015) sehen. Evans akzeptiert nicht bloß Luxemburgs Jüdischkeit: man könnte sagen, daß sie darauf beharrt. Sie zitiert aus einem Brief von Luxemburg: „Ich habe in meinem Herzen keinen besonderen Platz für das Ghetto. Ich fühle mich überall zu Hause, wo es Wolken und Vögel und menschliche Tränen gibt.“ (15) Zur Veranschaulichung dieser Empfindungen porträtiert Evans Luxemburg im Profil, wie sie eine Schwalbe durch das Fenster einer Synagoge betrachtet. Der Text darunter fährt fort: „Rosas Mangel an religiösem Glauben kann ihr keine Freiheit erkaufen. Ihre kulturelle Identität ist ihr ins Gesicht geschrieben. Sie wird immer als Jüdin gesehen werden.“

Zerschlagt die Tafel

Als revolutionäre Sozialistin glaubt Evans zweifellos an die tabula rasa, nämlich, daß menschliche Wesen eine „leere Tafel“ oder ein unbeschriebenes Blatt sind, auf das eine neue Kultur und neue Verhaltensformen geschrieben werden können, so wie es uns (oder unseren marxistischen Herren) gefällt. Aber ihr Bilderroman legt in Wirklichkeit Zeugnis für die gegenteilige Theorie ab: die tabula Rosa, nämlich, daß menschliche Wesen überhaupt keine unbeschriebenen Blätter sind. Die kulturelle Identität ist in der Tat „ins Gesicht geschrieben“, weil Kultur sich auf die Genetik auswirkt und menschliche Gesichtszüge stark genetisch bestimmt sind.

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Rosa Luxemburg hatte ein unverkennbar jüdisches Gesicht, wie Evans selbst zugibt. Aber Luxemburg hatte auch ein unverkennbar jüdisches Gehirn, wie Evans nicht zugeben würde. Ein menschliches Gesicht ist so ziemlich wie der Umschlag zu einem Buch: es sagt uns etwas über das dahinter befindliche Gehirn und über die Genetik der Person, die es trägt. Wie eine Eingeborene von Fidschi oder Tibet hatte Rosa Luxemburg eine Nase, einen Mund, ein Kinn, Augen und so weiter. Aber sie hätte nie mit einer Eingeborenen von Fidschi oder Tibet verwechselt werden können: ihr menschliches Gesicht hatte rassische Variationen, die es deutlich als jüdisch kennzeichneten.

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Flugreisen im Kali Yuga

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Von Alex Kurtagić, übersetzt von Deep Roots. Das Original Air Travel in the Kali Yuga erschien am 11. Mai 2009 im Occidental Observer, wo aber inzwischen keine Artikel von Alex Kurtagić mehr vorhanden sind.

Ich bin mit dem Flugzeug gereist, seit ich drei Jahre alt war, und seit damals habe ich durchschnittlich zwei Flüge pro Jahr unternommen, immer zu internationalen Reisezielen. Ich habe in fünf verschiedenen Ländern gelebt, sowohl in der Ersten als auch der Dritten Welt, auf beiden Seiten des Atlantiks. Dies bedeutet, daß ich sechsunddreißig Jahre Erfahrung als internationaler Reisender habe, was mich gewissermaßen zu einer Autorität darüber macht, wie sich das globale Flugreiseerlebnis seit den frühen 1970ern verändert hat.

Weil wir in den 1970ern, 1980ern und 1990ern so häufig übersiedelten und flogen, habe ich bis nach dem 11. September 2001 nie wirklich über das Reiseerlebnis nachgedacht, als die verschärften Sicherheitsmaßnahmen sowohl am Flughafen als auch an Bord mich dazu brachten, es zu bemerken und damit zu beginnen, die gegenwärtigen Verhältnisse mit denen der Vergangenheit zu vergleichen.

Ich habe sehr vage Erinnerungen an meinen ersten Flug im Dezember 1973, und an keinen der Flüge nach und von Texas 1975-76, aber ich weiß, daß sie nicht wesentlich anders waren als der erste, an den ich mich deutlich erinnere, im Juli 1977. In dem Jahr schickten meine Eltern mich rüber nach Europa, um 45 Tage bei meinen Cousins, Tanten, Onkeln und Großmutter mütterlicherseits zu verbringen, die in Frankreich und Spanien lebten. Da meine Eltern zu der Zeit in Venezuela lebten, war der Flug rüber nach Europa eine achtstündige Transatlantikreise an Bord einer Boeing 747, die im Zwielicht abhob und am nächsten Tag auf dem Madrider Flughafen Barajas landete.

Es erstaunt mich, wenn ich die Größe von Madrid Barajas im Jahr 1977 damit vergleiche, wie es heute ist. 1977, zu einer Zeit, da die Weltbevölkerung 40 % geringer war als heute, bestand es aus einem einzelnen Terminal, und ich konnte am Förderband der Gepäckabholung stehen und meine Verwandten sehen, die gleich jenseits einer doppelten Glasschiebetür in der Ankunftshalle auf mich warteten. Die Tür war nicht kilometerweit entfernt, wie es in modernen Terminals der Fall ist, und die Sicht wurde nicht durch Wände, Barrieren, Vorräume, gewundene Grundrisse, undurchsichtige Überwachungszellen oder farbiges Glas blockiert.

Es erstaunt mich noch mehr, wenn ich daran denke, wie das Essen an Bord des Flugzeuges serviert wurde, das mich dorthin brachte. Heutzutage muß man Glück haben, wenn man ein kaltes Sandwich in einem Plastikbeutel bekommt, und wenn man es bekommt, wird man wahrscheinlich seine Geldbörse herausholen und bar dafür bezahlen müssen. Der Grund dafür ist, wie wir alle wissen, daß die Fluglinien sich selbst schützen müssen, denn mir könnte leicht einfallen, ein Mitglied der Kabinenbesatzung zu betäuben, indem ich ihr mein Plastiktablett ins Gesicht knalle, oder ihr mit meiner Plastikgabel in den Hals zu stechen, oder mein winziges Plastikmesser dazu zu benutzen, die Kehle jedes Passagiers durchzuschneiden, der mich zu Boden ringen wollte, bevor ich den Plastiksprengstoff in meinen Schuhen zünde, um alle im Namen Allahs in die Luft zu sprengen. Außerdem fliegen die Fluglinien, die sich seit Jahren in halsabschneiderischer Konkurrenz untereinander befunden haben (und besonders die Viehtransporter, die man „Billigfluglinien“ nennt) und auch von aufgeblähten Treibstoff- und Sicherheitskosten verkrüppelt werden, heutzutage o,527 Femtometer oberhalb des Bankrotts, sodaß ich ihnen beim Überleben helfen muß, indem ich meine Ausgaben erhöhe und meine kulinarischen Erwartungen senke.

Dinner: Pan Am in den 1970ern

Dinner: Pan Am in den 1970ern

1977 wurde das Essen heiß serviert, auf einem Tablett samt normal großem Stahlbesteck. In einem Folienbehälter fand ich gedünstetes Rindfleisch und gekochtes Gemüse, und neben dem Behälter war eine Scheibe Brot, Kräcker, Käse, Butter, ein Obstsalat und eine Scheibe Kuchen. All dies wurde gratis serviert, da es im Flugpreis inbegriffen war.

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Die Kultur der Kritik (7): Jüdische Mitwirkung an der Gestaltung der amerikanischen Einwanderungspolitik

Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“). Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine Veröffentlichung in Buchform oder in irgendeiner sonstigen Weise.

(I will not claim any reward whatsoever from the author, Professor Kevin MacDonald, should he publish this translation in printed or any other form)

Zuvor veröffentlicht:

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe

Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie

Die Kultur der Kritik (2) – Die Boas’sche Schule der Anthropologie und der Niedergang des Darwinismus in den Sozialwissenschaften

Die Kultur der Kritik (3) – Juden und die Linke

Die Kultur der Kritik (4): Die jüdische Beteiligung an der psychoanalytischen Bewegung

Die Kultur der Kritik (5): Die Frankfurter Schule für Sozialforschung und die Pathologisierung nichtjüdischer Gruppenloyalitäten

Die Kultur der Kritik (6): Die jüdische Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Eine Reprise

Heute… scheinen die Einwanderer – vor allem die jüdischen Einwanderer – amerikanischer zu sein als die WASP’s. Sie sind die Gesichter und Stimmen und Gedankenwendungen, die uns am vertrautesten scheinen, als buchstäbliche zweite Natur. [Der WASP] ist der komische Kauz, der Fremde, das Fossil. Wir werfen einen Blick auf ihn, ein wenig verdutzt, und sagen uns: „Wo ist er hin?“ Wir erinnern uns an ihn: blaß, balanciert, ordentlich gekleidet, lebhaft seiner selbst sicher. Und wir sehen ihn als Außenseiter, als Ausländer, eine halbwegs noble Zuchtlinie, die dabei ist, zu verschwinden… Er hat aufgehört, repräsentativ zu sein, und wir haben es erst in dieser Minute bemerkt. Und sowieso nicht so eindeutig.

Was seit dem Zweiten Weltkrieg geschehen ist, ist, daß die amerikanische Empfindung teilweise jüdisch geworden ist, vielleicht genauso jüdisch wie irgendetwas anderes… Der gebildete amerikanische Geist hat gewissermaßen begonnen, jüdisch zu denken. Es ist ihm beigebracht worden, und er war bereit dazu. Nach den Entertainern und Romanautoren kamen die jüdischen Kritiker, Politiker, Theologen. Kritiker und Politiker und Theologen sind von Berufs wegen Former: sie formen die Art zu sehen. (Walter Kerr 1968, D1, D3)

Die Einwanderungspolitik ist ein paradigmatisches Beispiel für Interessenkonflikte zwischen Volksgruppen, weil die Einwanderungspolitik die zukünftige demographische Zusammensetzung der Nation bestimmt. Volksgruppen, die nicht in der Lage sind, die Einwanderungspolitik in ihrem eigenen Interesse zu beeinflussen, werden schließlich von Gruppen verdrängt werden, die zur Erreichung dieses Zieles fähig sind. Einwanderungspolitik ist daher für einen Evolutionisten von fundamentalem Interesse.

Dieses Kapitel behandelt den ethnischen Konflikt zwischen Juden und Nichtjuden auf dem Gebiet der Einwanderungspolitik. Diese ist jedoch nur ein Aspekt des Interessenkonflikts zwischen Juden und Nichtjuden in den Vereinigten Staaten. Die Scharmützel zwischen den Juden und der nichtjüdischen Machtstruktur, die im späten neunzehnten Jahrhundert begannen, hatten immer starke Obertöne von Antisemitismus. Bei diesen Kämpfen ging es um jüdische Aufwärtsmobilität, Quoten für die jüdische Vertretung in den Eliteschulen, angefangen im neunzehnten Jahrhundert und kulminierend in den 1920ern und 1930ern, die antikommunistischen Kreuzzüge in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wie auch um die sehr starke Besorgnis wegen der kulturellen Einflüsse der größeren Medien, die sich von Henry Fords Schriften in den 1920ern über die Inquisitionen der McCarthy-Ära bis in die Gegenwart erstreckte (Separation and its Discontents, Kapitel 2). Daß Antisemitismus an diesen Angelegenheiten beteiligt war, kann man aus der Tatsache ersehen, daß Historiker des Judaismus (z.B. Sachar 1992, S. 620ff) sich verpflichtet fühlen, Berichte über diese Ereignisse als wichtig für die Geschichte der Juden in Amerika einzubeziehen, an den antisemitischen Äußerungen vieler der nichtjüdischen Teilnehmer und am selbstbewußten Verständnis jüdischer Teilnehmer und Beobachter.

Die jüdische Beteiligung an der Beeinflussung der Einwanderungspolitik in den Vereinigten Staaten ist besonders als Aspekt ethnischen Konflikts bemerkenswert. Die jüdische Mitwirkung an der Beeinflussung der Einwanderungspolitik hat gewisse einzigartige Eigenschaften gehabt, die jüdische Interessen von den Interessen anderer Gruppen unterschieden, die eine liberale Einwanderungspolitik befürworteten. Während eines Großteils der Zeitperiode von 1881 bis 1965 entsprang ein jüdisches Interesse an liberaler Einwanderungspolitik einem Wunsch, eine Zuflucht für Juden zu schaffen, die vor antisemitischen Verfolgungen in Europa und anderswo flohen. Antisemitische Verfolgungen sind ein wiederkehrendes Phänomen in der modernen Welt gewesen, angefangen mit den russischen Pogromen von 1881 und fortgesetzt bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion und in Osteuropa. Als Folge davon ist liberale Einwanderung ein jüdisches Interesse gewesen, weil „das Überleben oft diktierte, daß Juden Zuflucht in anderen Ländern suchten“ (Cohen 1972, S. 341). Aus einem ähnlichen Grund haben Juden beständig eine internationalistische Außenpolitik der Vereinigten Staaten befürwortet, weil „ein international gesinntes Amerika wahrscheinlich sensibler für die Probleme ausländischer Judengruppen sein wird“ (S. 342).

Es gibt auch Hinweise darauf, daß Juden viel mehr als jede andere aus Europa stammende Volksgruppe in den Vereinigten Staaten eine liberale Einwanderungspolitik als Mechanismus gesehen haben, der sicherstellt, daß die Vereinigten Staaten eine pluralistische statt einer einheitlichen, homogenen Gesellschaft sein würden (z. B. Cohen 1972). Pluralismus dient sowohl inneren (gruppeninternen) als auch externen (zwischen Gruppen) jüdischen Interessen. Pluralismus dient inneren jüdischen Interessen, weil er das interne jüdische Interesse an einer Rationalisierung und offenen Befürwortung eines Interesses an offener statt halb-kryptischer jüdischer Gruppenbindung und Nichtassimilierung legitimiert, was Howard Sachar (1992, S. 427) als seine Funktion der „Legitimierung der Bewahrung einer Minderheitskultur inmitten der mehrheitlichen Gastgesellschaft“ bezeichnet. Sowohl Neusner (1993) als auch Ellman (1987) meinen, daß das gesteigerte Gefühl ethnischen Bewußtseins, das seit kurzem in jüdischen Kreisen zu erkennen ist, von dieser allgemeinen Bewegung innerhalb der amerikanischen Gesellschaft hin zur Legitimierung von kulturellem Pluralismus und Ethnozentrismus von Minderheitengruppen beeinflußt worden ist. Dieser Trend zu offenen statt der halb-kryptischen Formen, die das Judentum in westlichen Gesellschaften des zwanzigsten Jahrhunderts charakterisiert haben, wird von vielen als entscheidend für den Fortbestand des Judentums betrachtet (z. B. Abrams 1997; Dershowitz 1997; siehe Separation and its Discontents, Kapitel 8). Das Reformjudentum, die am wenigsten offene Form des zeitgenössischen Judentums, wird stetig traditioneller, einschließlich einer größeren Wertlegung auf religiöse Rituale und einer tiefen Sorge um die Verhinderung von Mischehen. Eine vor kurzem abgehaltene Konferenz von Reformrabbis betonte, daß die starke Zunahme des Traditionalismus teilweise das Ergebnis der zunehmenden Legitimität des ethnischen Bewußtseins im Allgemeinen ist (Los Angeles Times, 20. Juni 1998, A26).

Ethnischer und religiöser Pluralismus dient auch äußeren jüdischen Interessen, weil Juden dadurch nur eine von vielen Volksgruppen werden. Dies hat die Streuung politischen und kulturellen Einflusses unter den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen zur Folge, und es wird schwierig oder unmöglich, einheitliche, zusammenhängende Gruppen von Nichtjuden zu entwickeln, die in ihrer Opposition gegen das Judentum vereint sind. Geschichtlich haben größere antisemitische Bewegungen dazu geneigt, in Gesellschaften auszubrechen, die abgesehen von den Juden religiös und/oder ethnisch homogen gewesen sind (siehe Separation and its Discontents). Umgekehrt war ein Grund für den relativen Mangel an Antisemitismus in Amerika im Vergleich zu Europa der, daß „Juden nicht als einzelne Gruppe von [religiösen] Nonkonformisten hervorstachen.“ (Higham 1984, S. 156). Obwohl ethnischer und kultureller Pluralismus sicherlich nicht in garantierter Weise jüdische Interessen befriedigen (siehe Kapitel 8), ist es trotzdem so, daß ethnisch und religiös pluralistische Gesellschaften von Juden als mit größerer Wahrscheinlichkeit jüdische Interessen befriedigend wahrgenommen worden sind als Gesellschaften, die von ethnischer und religiöser Homogenität unter Nichtjuden gekennzeichnet sind.

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Die Kultur der Kritik (3) – Juden und die Linke

Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“). Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine Veröffentlichung in Buchform oder in irgendeiner sonstigen Weise.

(I will not claim any reward whatsoever from the author, Professor Kevin MacDonald, should he publish this translation in printed or any other form)

Zuvor veröffentlicht:

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe

Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie

Die Kultur der Kritik (2) – Die Boas’sche Schule der Anthropologie und der Niedergang des Darwinismus in den Sozialwissenschaften

Juden und die Linke

Ich konnte nie verstehen, was das Judentum mit dem Marxismus zu tun hatte, und warum die Infragestellung des Letzteren gleichbedeutend damit sei, illoyal gegenüber dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu sein. (Ralph de Toledano [1996, S. 50] in Diskussion seiner Erfahrungen mit osteuropäischen jüdischen Intellektuellen)

Der Sozialismus war für viele eingewanderte Juden nicht bloß Politik oder eine Idee, er war eine umfassende Kultur, ein Stil der Wahrnehmung und des Urteilens, durch den sie ihr Leben zu strukturieren hatten. (Irving Howe 1982, S. 9)

Die Verbindung zwischen Juden und der politischen Linken ist ab dem neunzehnten Jahrhundert weithin bemerkt und kommentiert worden. „Was immer ihre Situation sein mag… in fast jedem Land, über das wir Informationen haben, spielte ein Segment der jüdischen Gemeinschaft eine sehr entscheidende Rolle in den Bewegungen, die dazu bestimmt waren, die existierende Ordnung zu untergraben“ (Rothman & Lichter 1982, S. 110).

Zumindest oberflächlich betrachtet kann die jüdische Beteiligung an radikalen politischen Aktivitäten überraschend erscheinen. Der Marxismus, zumindest wie von Marx vorgestellt, ist das genaue Gegenteil des Judaismus. Der Marxismus ist ein Musterbeispiel einer universalistischen Ideologie, in der ethnische und nationalistische Barrieren innerhalb der Gesellschaft, ja sogar zwischen Gesellschaften im Interesse der gesellschaftlichen Harmonie und eines Gefühls gemeinsamen Interesses schlußendlich beseitigt werden. Zudem ist Marx selbst, obwohl von zwei ethnisch jüdischen Eltern geboren, von vielen als Antisemit gesehen worden.71 Seine Kritik am Judentum (Zur Judenfrage [Marx 1843/1975]) konzipierte das Judentum als grundsätzlich mit egoistischem Streben nach Geld befaßt; es hatte die Weltherrschaft erlangt, indem es sowohl den Menschen als auch die Natur zu verkäuflichen Objekten gemacht hatte. Marx sah das Judentum als abstraktes Prinzip menschlicher Habgier, das in der kommunistischen Gesellschaft der Zukunft ein Ende finden würde. Jedoch argumentierte Marx gegen die Idee, daß Juden ihr Judesein aufgeben müßten, um deutsche Bürger zu sein, und er stellte sich vor, daß der Judaismus, befreit vom Prinzip der Habgier, in der umgeformten Gesellschaft nach der Revolution zu existieren aufhören würde (Katz 1986, S. 113).

Was immer Marx’ Ansichten zu dem Thema waren, eine entscheidende Frage wird im Nachfolgenden sein, ob die Akzeptanz radikaler universalistischer Ideologien und die Teilnahme an radikalen, universalistischen Bewegungen mit der Identifikation als Jude vereinbar sind. Entfernt einen die Annahme einer solchen Ideologie im Grunde aus der jüdischen Gemeinschaft und ihrem traditionellen Bekenntnis zu Separatismus und jüdischem Volkstum? Oder, um diese Frage im Sinne meiner Sichtweise umzuformulieren, könnte das Verfechten radikaler, universalistischer Ideologien und Handlungen mit der fortgesetzten Teilnahme am Judaismus als gruppenevolutionärer Strategie vereinbar sein?

Man beachte, daß diese Frage sich von der Frage unterscheidet, ob Juden als Gruppe zutreffend als Befürworter radikaler politischer Lösungen für nichtjüdische Gesellschaften beschrieben werden können. Es wird nicht behauptet, daß der Judaismus eine einheitliche Bewegung darstellt oder daß alle Segmente der jüdischen Gemeinschaft dieselben Überzeugungen oder Einstellungen gegenüber der nichtjüdischen Gemeinschaft haben (siehe Kap. 1). Juden können ein vorherrschendes oder notwendiges Element in radikalen politischen Bewegungen ausmachen, und Identifikation als Jude kann sehr gut mit der Beteiligung an radikalen politischen Bewegungen vereinbar sein oder diese sogar begünstigen, ohne daß die meisten Juden an diesen Bewegungen beteiligt sind und selbst wenn Juden innerhalb der Bewegung eine zahlenmäßige Minderheit sind.

RADIKALISMUS UND IDENTIFIKATION ALS JUDE

Die Hypothese, daß jüdischer Radikalismus mit dem Judaismus als gruppenevolutionäre Strategie vereinbar ist, bedeutet, daß radikale Juden sich weiterhin als Juden identifizieren. Es gibt wenig Zweifel daran, daß die große Mehrheit der Juden, die sich ab dem neunzehnten Jahrhundert für linke Anliegen einsetzten, sich stark als Juden identifizierten und keinen Konflikt zwischen Judaismus und Radikalismus sahen (Marcus 1983, S. 280ff; Levin 1977, S. 65, 1988, I, S. 4 – 5; Mishkinsky 1968, S. 290, S. 291; Rothman & Lichter 1982, S. 92 – 93; Sorin 1985 an verschiedenen Stellen). Tatsächlich waren die größten jüdischen radikalen Bewegungen sowohl in Rußland als auch in Polen die Jüdischen Bünde, die ausschließlich jüdische Mitglieder und ein sehr eindeutiges Programm der Verfolgung spezifisch jüdischer Interessen hatten. Das Proletariertum des polnischen Bundes war in Wirklichkeit Teil eines Versuchs, ihre Nationalität als Juden zu bewahren (Marcus 1983, S. 282). Die Brüderlichkeit mit der nichtjüdischen Arbeiterklasse sollte ihre spezifisch jüdischen Ziele fördern, und eine ähnliche Aussage kann über den russischen Jüdischen Bund gemacht werden (Liebman 1979, S. 111ff). Nachdem die Bünde bei weitem die Mehrheit der jüdischen radikalen Bewegung in diesen Gebieten stellten, identifizierte sich die große Mehrheit der Juden, die sich an radikalen Bewegungen dieser Zeit beteiligten, stark als Juden.

Außerdem scheinen viele jüdische Mitglieder der Kommunistischen Partei der Sowjetunion darauf aus gewesen zu sein, eine Form von säkularem Judentum zu begründen, anstatt das Weiterbestehen der Juden als Gruppe zu beenden. Die postrevolutionäre Sowjetregierung und die jüdischen sozialistischen Bewegungen rangen mit der Frage der Bewahrung der nationalen Identität (Levin 1988; Pinkus 1988). Trotz einer offiziellen Ideologie, in der Nationalismus und ethnischer Separatismus als reaktionär gesehen wurden, war die Sowjetregierung dazu gezwungen, sich mit der Realität sehr starker ethnischer und nationaler Identifikation in der Sowjetunion auseinanderzusetzen. Als Folge davon wurde eine jüdische Sektion der Kommunistischen Partei (Evsektsiya) geschaffen. Diese Sektion „kämpfte hart gegen die zionistisch-sozialistischen Parteien, gegen demokratische jüdische Gemeinschaften, gegen den jüdischen Glauben und gegen die hebräische Kultur. Sie hatte jedoch Erfolg bei der Formung einer säkularen Lebensart, die auf Jiddisch als anerkannter Sprache der jüdischen Volksgruppe beruhte, im Kampf um das nationale Überleben der Juden in den 1920ern und bei der Verlangsamung des Assimilationsprozesses der Sowjetisierung der jüdischen Sprache und Kultur in den 1930ern“ (Pinkus 1988, S. 62).72

Das Ergebnis dieser Anstrengungen war die Entwicklung einer staatlich geförderten, separatistischen jiddischen Subkultur, einschließlich jiddischer Schulen und sogar jiddischer Sowjets. Diese separatistische Kultur wurde sehr aggressiv von der Evsektsiya gefördert. Widerstrebende jüdische Eltern wurden „durch Terror“ gezwungen, ihre Kinder in diese kulturell separatistischen Schulen zu schicken statt in Schulen, wo die Kinder ihren Stoff nicht noch einmal auf Russisch zu lernen hätten brauchen, um Aufnahmsprüfungen zu bestehen (Gitelman 1991, S. 12). Die Themen der prominenten und offiziell geehrten sowjetjüdischen Schriftsteller in den 1930ern weisen auch auf die Wichtigkeit der ethnischen Identität hin: „Der Tenor ihrer Prosa, Gedichte und Dramen lief auf eine Idee hinaus – die Beschränkung ihrer Rechte unter dem Zarismus und das Aufblühen der einst unterdrückten Juden unter den Sonne der Verfassung von Lenin und Stalin“ (Vaksberg 1994, S. 115).

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