Über Polygamie, das Heiraten der eigenen Cousine, und Terrorismus

Von Aedon Cassiel, übersetzt von Deep Roots. Das Original On Polygamy, Marrying Your Cousin, & Terrorism erschien am 17. März 2017 auf Counter-Currents Publishing.

Ein beliebtes Argument lautet, daß Terrorismus grundsätzlich eine Reaktion auf die US-Außenpolitik ist – daß, selbst wenn islamische Terroristen ihren Zorn in religiösen Empfindungen formulieren, selbst wenn sie glauben, daß die Vereinigten Staaten tatsächlich ein „Großer Satan“ sind, der einem weltweiten islamischen Kalifat unterworfen werden sollten, das nur wegen des amerikanischen „Imperialismus“ so ist, daß sie mit diesen ideologischen Reaktionen um sich schlagen.

Der Wissenschaftler Robert Pape hat für diese These detailliert in zwei verschiedenen Büchern argumentiert, Dying to Win: The Strategic Logic of Suicide Terrorism, veröffentlicht 2005, und Cutting the Fuse: The Explosion of Global Suicide Terrorism and How to Stop It, veröffentlicht 2010. The Nation bezeichnet ihn als „[den] Mann, der jeden Selbstmordanschlag der Welt studiert hat.“

Seiner Analyse zufolge „ist ausländische militärische Besetzung für 98,5 % – und die Entsendung amerikanischer Kampftruppen für 92 % – aller 1833 selbstmörderischen Terroranschläge überall auf der Welt in den vergangenen sechs Jahren [2004 – 2009] verantwortlich.“ Tatsächlich waren zu der Zeit, in der er seine Analyse erstellte, die Tamilentiger von Sri Lanka – die eine sälulare, marxistische Gruppe von Hindu-Nationalisten waren – die weltweit führende unter den für Selbstmordterror verantwortlichen Gruppen.

Lassen wir die Tatsache beiseite, daß, wenn es um moslemischen Unmut wegen der US-„Besetzung“ der moslemischen Welt geht, die amerikanische Präsenz in Saudi-Arabien mindestens so beleidigend ist, wenn nicht mehr, als die amerikanischen Interventionen in anderen Gebieten.

Warum? Bombardieren „die Amerikaner und ihre Verbündeten“ Mekka? Bombardieren sie die an-Nabawi-Moschee in Medina?

Nein.

Die amerikanische Präsenz in Saudi-Arabien ist beleidigend, weil es „das Land der zwei heiligen Stätten“ ist, und es ist daher, in den Worten von Bin Laden, „eine individuelle Pflicht für jeden Moslem, der es tun kann, in jedem Land, wo das möglich ist … die Amerikaner und ihre Verbündeten zu töten … Zivilisten und Militärs … um die al-Aqsa-Moschee und die heilige Moschee [Mekka] aus ihrem Griff zu befreien…“

Es sind ein paar interessante Fakten zur U.S.-„Besetzung“ von Saudi-Arabien anzumerken. In Saudi Arabia: The Ceaseless Quest for Security stellt Nadav Safran von der Harvard University fest, daß der Strom von Moslems, die für die Hadsch genannte jährliche religiöse Pilgerfahrt nach Mekka und Medina reisen, sich nach 1929 infolge der Großen Depression zu einem Rinnsal verlangsamte. Saudi-Arabiens Abhängigkeit von den Einnahmen aus der Pilgerfahrt ist so stark, daß diese Verlangsamung die bloße Existenz des Landes bedrohte – sodaß König Ibn Saud 1933 der Standard Oil of California eine Ölkonzession gewährte, trotz der Tatsache, daß dieses Abkommen „von den religiösen Führern bitter bekämpft wurde mit der Begründung, daß es Ungläubige ins Land lassen würde, die das Volk korrumpieren und Spirituosen, Phonographen [Plattenspieler] und andere Instrumente des Teufels einführen würden.“

Laut der Air Force Historical Research Agency brachte das Ende des Zweiten Weltkriegs einen Stopp der Ölentwicklung und verlangsamte erneut die Rate der Pilgerfahrten. Standard Oil nahm dann Einfluß auf die US-Regierung, daß diese Saudi-Arabien Hilfe durch das Lend-Lease-Programm gab (das laut dem von New Yorks Senator Mead geleiteten Investigating Committee Saudi-Arabien bis 1945 Hilfe im Wert von zwölf Millionen Dollars geliehen hatte). Im Austausch dafür erlaubte Saudi-Arabien amerikanischen Flugzeugen auf dem Weg in den Fernen Osten ab 1942, in Saudi-Arabien zum Auftanken zwischenzulanden. Als daher die Vereinigten Staaten später Ibn Saud ersuchten, ob sie zu diesem Zweck 1944 ihren eigenen Luftstützpunkt in Dhahran bauen konnten, sagte der König ja, und der Bau war 1946 abgeschlossen.

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Die Feinde zerschmettern wie ein Hammer – die jüdische Sowjetunion

Dies ist ein Ausschnitt aus Juri Linas Buch Under the Sign of the Scorpion, welches im englischen Original hier als PDF erhältlich ist. Übersetzung durch Sternbald, von dem auch der für den Ausschnitt gewählte Titel stammt. Ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“.

Alle hören auf ein Kommando

Die gesamte Gesellschaft wurde nun vom Bösen durchdrungen, und die Macht wurde noch stärker zentralisiert als zur Zeit der Jakobiner in Frankreich. Trotzki wollte militarisierte Sklaven als Untertanen. Alle Formen des Bettelns wurden verboten, genauso wie es in der Pariser Kommune am 16. April 1871 per Dekret erlassen worden war; auf Zuwiderhandeln stand der Tod. Das Bürgertum wurde gezwungen, die Straßen zu kehren und Schnee zu schaufeln; seine Kinder wurden von der höheren Schulbildung ausgeschlossen. Lenins Anweisung, dass die Universitäten vor allem denen offenstehen sollten, die nicht nach höherem Wissen strebten, sondern ein Diplom in der Hand halten wollten, wurde ebenfalls umgesetzt. Bereits die frühen Taoisten wussten: „Je mehr die Menschen wissen, desto schwieriger sind sie zu kontrollieren.“

1918 belegte der orthodoxe Patriarch Tikhon das Sowjetregime mit einem Bann und erklärte es als Werkzeug des Antichristen. Er protestierte vehement, als die Bolschewiken begannen, das Eigentum der Kirche zu konfiszieren. Die GPU [Anm. d. Übers.: Vorläufer des KGB] ermordete ihn im Mai 1922. Die kommunistische Terrorherrschaft war grenzenlos; im Namen der Macht wurden alle vorstellbaren Abscheulichkeiten begangen. Moses Uritzki (eigentlich Boretzki) wurde Chef der Tscheka in Petersburg. Durch sein außerordentlich brutales Vorgehen erwarb er sich den Spitznamen „Schlächter von Petersburg“. Er hatte mit der Hilfe von Seeleuten und deutschen Soldaten im Januar 1918 das Parlament aufgelöst.

Obwohl die jüdischen „Revolutionäre“ und Henker es vorzogen, unter Decknamen zu leben, fanden die gewöhnlichen Russen bald heraus, wer ihr Land mit eiserner Hand regierte. Die jüdischen Parteien „Bund“ und „Po’alei Zion“ blieben unbehelligt, als 1920 alle anderen Parteien verboten wurden. Im Dezember 1928 fusionierten sie mit der Kommunistischen Partei. Nicht eine einzige Synagoge wurde wie die Kirchen zerstört oder in öffentliche Toiletten oder Lagerhäuser umgewandelt. Nicht ein einziger Rabbi wurde gekreuzigt. Während 1922 viele Kirchen in Moskau abgerissen wurden, entstand eine neue Synagoge mit Platz für zweitausend Menschen. Insgesamt wurden 60 000 Kirchen zerstört. Die jüdischen Henker pflegten „Lang lebe der rote Terror! Tod der Bourgeoisie“ zu rufen. Arbeitsdienst wurde eingeführt, und Landstreicher wurden an Ort und Stelle erschossen. Die Times gestand am 18. September 1920: „Das Sowjetregime gründet auf jüdischen Gehirnen, lettischen [d.h. deutschen] und chinesischen Bajonetten und der fürchterlichen russischen Unwissenheit“. 1922 publizierte Victor Marsden, der Korrespondent der britischen Morning Post, die Namen aller 545 Mitarbeiter der zivilen Regierungsbehörde: 477 unter ihnen waren Juden und nur 30 Russen (5,5 %). 1920 arbeiteten bereits eine halbe Millionen Juden in der Sowjetischen Partei, im Staatsapparat, in verschiedenen Institutionen, als Unternehmensführer und in allen möglichen anderen Feldern im Bereich des Sowjetregimes. Viele von ihnen waren eingewandert, v.a. aus Polen und Litauen (vgl. The Book of Russian Judaism, New York: 1968, S. 137). Die wichtigsten Diplomaten der Sowjetunion waren ebenfalls Juden. Auch in der ersten sowjetischen Auslandsvertretung in Stockholm wirkten jüdische Funktionäre, beispielsweise Aaron Zimmermann.

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Das Scheitern des Multikulturalismus in der polnischen Ukraine

Mykola Pymonenko – In den Krieg!

Von Thomas Jones, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Failure of Multiculturalism in Polish Ukraine erschien am 26. Februar 2017 auf „The Occidental Observer“.

Uns wird heute oft gesagt, daß der Multikulturalismus, das heißt, ein Staat, der aus einer Vielfalt von Völkern besteht, eine große Stärke sei. Nein, es ist in Wirklichkeit unsere größte Stärke! Irgendwelche Besorgnisse oder Kritiken zu äußern, egal wie mild, wird als Sakrileg gesehen.

Jedoch ist das Gegenteil wahr, und die ganze Geschichte hindurch gab es viele Beispiele für vielfältige und multikulturelle Gesellschaften, die in Zwietracht und Hader verfielen. Der Fokus dieses Artikels wird auf einem Ort liegen, der im Nachhinein für seinen Liberalismus und seine Toleranz gepriesen worden ist: Polen-Litauen.

Polen-Litauen entstand nach dem Vertrag von Lublin von 1569, als das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen vereinigt und zu einem Land gemacht wurden. Davor waren die beiden in der Union von Krewo von 1385 in einer Personalunion unter dem herrschenden litauischen Monarchen verbunden. Vor 1569 war das Gebiet, das jetzt Weißrußland und ein Großteil der Ukraine ist [1], ebenfalls Teil des Großfürstentums, das zu der Zeit das größte europäische Land war. Gemäß dem Vertrag von 1569 wurde jedoch die Ukraine an Polen übergeben, womit die Bühne für eine gewalttätige Zukunft des ethnischen Konflikts bereitet wurde.

Der polnische Adel, die Szlachta, war an ein hohes Maß an Autonomie gewöhnt, die nur noch größer wurde, nachdem die alte litauische Jagiellonendynastie ausstarb. Danach wurde die Monarchie gewählt und wurde zunehmend den Adeligen untergeordnet. Die Szlachta, das sollte festgehalten werden, war ethnisch nicht zur Gänze polnisch. Es gehörten schließlich litauische, ukrainische und andere nichtpolnische Adelshäuser dazu, die sich in solchem Ausmaß polonisierten, daß sie genausogut hätten ethnisch polnisch sein können. Zu den Beispielen für die Macht, die der Adel innehatte, gehörte dessen Fähigkeit, die Leibeigenschaft (genannt Neo-Leibeigenschaft) wieder einzuführen, und ein Gesetz von 1518, das besagte, daß der König an seinen Gerichten keine Beschwerden von Untertanen auf Adelsland annehmen durfte, was dem Adel eine freie Hand verschaffte. Die Adeligen gaben sich mit der Zeit die Macht, Fronarbeit einzuführen und Bauernland mitsamt den Bauern, die es bearbeiteten, zu beschlagnahmen [2].

Jedoch war in den Jahren, die zum turbulenten siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert führten, nicht alles in Ordnung mit dem Adel:

Scharfsinnige Ausländer… sahen zum Beispiel, daß die vielgepriesene Freiheit der Szlachta, die Polen den Ruf verschaffte, einer der freiesten Staaten der Welt zu sein, darauf beruhte, allen anderen Klassen der Bevölkerung Rechte wegzunehmen und sie zu versklaven; daß einhergehend mit den unbegrenzten Freiheiten der Adeligen den Bürgern alle Teilhabe am politischen Leben genommen wurde und sie in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt und innerhalb der Stadtmauern eingesperrt wurden.

Der Parlamentarismus blühte in Polen, aber parallel dazu hatte die Exekutive nicht die Macht zu funktionieren. … Die Königsmacht war streng begrenzt, und alle Entscheidungen wurden von der mächtigen herrschenden Adelsschicht getroffen. Diese Klasse degenerierte außerdem. Die polnischen Adeligen hatten ihren früheren ritterlichen und kämpferischen Geist verloren. Sie waren durch den Reichtum korrumpiert und hatten ihre frühere Energie verloren, die nun nur noch erweckt werden konnte, um für Privilegien gegen reale oder eingebildete Angriffe seitens der Königsmacht zu kämpfen.[3]

Sie waren nicht nur durch Laster und Macht korrumpiert, sondern die Szlachta hatte auch aufgehört, irgendeinen Bezug zwischen sich und dem Volk zu sehen, das sie regierte. Der Adel hatte ab dem sechzehnten Jahrhundert eine Sarmatianismus genannte Ideologie entwickelt, die fälschlicherweise besagte, daß die Szlachta die Nachkommen von Sarmaten seien, eines Steppenvolkes, das aus der Gegend stammt, die heute Südrußland ist. Wichtig ist, daß die Szlachta sich als ethnisch verschieden auch gegenüber den polnischen Bauern sahen.[4] Sie sahen den römischen Katholizismus auch schließlich als die einzig wahre Form des Christentums. Solch eine Ideologie mußte scharfe gesellschaftliche Spaltungen erzeugen, aber besonders gegenüber ihren ukrainischen Untertanen. Dies sollte im mittleren und späten siebzehnten Jahrhundert eine große und schreckliche Auswirkung auf Polen-Litauen haben.

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Juden, Sklaverei und Dixie

Von Hunter Wallace (Original: Jews, Slavery, and Dixie, erschienen am 25. August 2012 auf Occidental Dissent). Übersetzung: Lichtschwert.

Es war einmal, da waren Juden aktive Teilnehmer in Sklaverei, weißer Vorherrschaft und Rassentrennung.

Es war einmal, da waren Juden aktive Teilnehmer in Sklaverei, weißer Vorherrschaft und Rassentrennung.

Drüben auf Counter-Currents ist Andrew Hamilton auf etwas gestoßen, das wir hier auf „Occidental Dissent“ schon mehrmals diskutiert haben.

Historisch gesprochen gab es im Tiefen Süden keine Judenfrage. Juden entwickelten ihren gegenwärtigen Ruf als Bedrohung für die weiße Vorherrschaft erst ab der Bürgerrechtsbewegung in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts.

Juden in den Südstaaten nahmen am Sklavenhandel teil, besaßen Sklaven, profitierten als Kaufleute von der Sklaverei (Lehman Brothers wurde in Montgomery gegründet), identifizierten sich mit der weißen Mehrheit, dienten in der Konföderierten Regierung, kämpften für die Konföderation und gestalteten sogar viele der Rassentrennungsgesetze im Jim-Crow-Süden.

Ich weiß, daß es nach allem, was seit damals geschehen ist, schwer zu glauben ist. Wir sind daran gewöhnt, von Juden als einem unverdaulichen feindlichen Element in unserer Gesellschaft zu denken, aber Südstaatler haben traditionellerweise nicht so von ihnen gedacht, weil sie bis in jüngere Zeit keinen Grund dazu hatten.

Vor einem Jahr postete ich ein witziges Video von den Juden von Selma, Alabama, die in Erinnerungen an die Bürgerrechtsbewegung schwelgten – als MLK 1965 in Selma marschierte, waren die örtlichen Juden das geschäftliche Establishment in der Stadt, und es waren ihre Innenstadtgeschäfte, die die Rassentrennungsgesetze durchsetzten, welche die Schwarzen boykottierten.

Tausende von Nordstaaten-Juden, liberalen Protestanten und Unitariern, die von den Mainstream-Medien aufgewiegelt worden waren, kamen nach Selma, um über Rassismus und Rassentrennung und Antisemitismus in Alabama zu zetern. Einige der einheimischen Juden erklärten ihnen geduldig, daß Juden als Bürgermeister der Stadt gedient hatten und am Aufbau des örtlichen Country Club beteiligt gewesen waren und einige von dessen prominentesten Mitgliedern waren.

Wie Andrew Hamilton erläutert, waren Juden sogar Mitglieder des ursprünglichen Ku Klux Klan in der Zeit des Wiederaufbaus – Juden dachten zu der Zeit von sich als weiß oder machten mit dem Weiß-sein mit, weil die Behauptung, weiß zu sein, stark zu ihrem Vorteil wirkte.

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Caribbean Project 13: Die Kolonisierung des nordamerikanischen Festlands

Von Hunter Wallace (Original: Caribbean Project: Colonizing The North American Mainland, erschienen am 30. August 2012 auf Occidental Dissent). Übersetzung: Lichtschwert.

Zuletzt aus dieser Reihe hier erschienen: Caribbean Project 12: Der jüdische Exodus nach Barbados

Die Kultur Britisch-Westindiens trifft in South Carolina ein

Die Kultur Britisch-Westindiens trifft in South Carolina ein

Hier sind einige Auszüge aus David Brion Davis‘ Buch Inhuman Bondage: The Rise and Fall of Slavery in the New World [„Unmenschliche Knechtschaft: Der Aufstieg und Fall der Sklaverei in der Neuen Welt“], die das Narrativ wiederholen, das wir den ganzen Sommer lang hier diskutiert haben, daß der Tiefe Süden ein kultureller Zweig Britisch-Westindiens ist.

Sie werden diese Geschichte in keiner einzigen öffentlichen Schule in den Vereinigten Staaten gelehrt finden. Nur wenige College-Abgänger wissen überhaupt davon. Der Süden ist die abartige Region in Amerika, weil er eine kulturelle Erweiterung der rassenbasierten Plantagengesellschaften der britischen Karibik ist:

Bei der Art, wie Geschichte unterrichtet wird, begreifen wenige gebildete Amerikaner, daß zu der Zeit, als die Engländer in Jamestown Tabak anzubauen begannen und Pilger in Plymouth die Ordnung durchsetzten, indem sie einen Maibaum umschnitten, andere Engländer sich in St. Christopher (St. Kitts, 1624), Barbados (1627), Nevis (1628) und Montserrat und Antigua (1630er) anzusiedeln begannen. Ihnen folgten dichtauf die Franzosen, die sich tatsächlich den Engländern auf St. Christopher bei einem überraschenden Nachtangriff auf eingeborene Indianer anschlossen. Die Franzosen erwiesen sich als bereitwilliger als die Engländer, die wilden Kariben-Indianer auf Guadeloupe und Martinique zu bekämpfen und zurückzudrängen, obwohl sie etwas länger brauchten, bis sie sich dem Zucker zuwandten. Um 1655 wurde England von Oliver Cromwell regiert, der eine große Armee schickte, die sich Piraten bei der Wegnahme Jamaikas von den Spaniern anschließen sollte. Ein paar Jahre später besetzten die Franzosen das westliche Drittel von Santo Domingo, das nun Saint-Domingue (später Haiti) genannt wurde. Cromwells Expedition hatte versucht, irgendeinen Teil von Santo Domingo einzunehmen, war dabei aber gescheitert.

Die Geschichte des Tiefen Südens beginnt in St. Kitts, Barbados, auf den Leeward Islands [Inseln über dem Winde] und setzt sich fort mit der Eroberung Jamaikas im Jahr 1655 und der Entwicklung dieser britischen Kolonien zu Sklavengesellschaften zwischen den 1640ern und 1690ern:

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Caribbean Project 12: Der jüdische Exodus nach Barbados

Ursprünglich 1654 erbaut, nahm die Nidhe-Israel-Synagoge jüdische Flüchtlinge aus Niederländisch-Brasilien auf.

Ursprünglich 1654 erbaut, nahm die Nidhe-Israel-Synagoge jüdische Flüchtlinge aus Niederländisch-Brasilien auf.

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: The Jewish Exodus To Barbados erschien am 31. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent.

Zuletzt aus dieser Reihe hier erschienen: Caribbean Project 11: Erforschung der niederländischen Karibik

Das bedeutsamste Ereignis beim Kickstart der auf Rasse beruhenden Plantagensklaverei und der Schaffung von Sklavengesellschaften in Britisch- und Französisch-Westindien – woraus später das kulturelle Modell für die Sklaverei im Unteren Süden wurde – war die Ankunft jüdischer Flüchtlinge aus Brasilien auf Barbados.

Diese Geschichte über die Ankunft des internationalen Juden in Barbados wird auch in David Brion Davis’ Inhuman Bondage: The Rise and Fall of Slavery in the New World erwähnt:

Um 1640 erkannten Pflanzer, daß Barbados dringend eine neue Feldfrucht brauchte; Tabak und sogar Baumwolle brachte wenig Profit. Wie wir gesehen haben, hatte Brasilien ein buchstäbliches Monopol auf die Zuckerproduktion für Europa aufrechterhalten, aber Krieg und Rebellion störten ernsthaft sowohl die portugiesischen als auch die niederländischen Anstrengungen, die wachsende Nachfrage zu befriedigen, bis 1654, als die Portugiesen schließlich die Niederländer vertrieben. Obwohl Boden und Klima von Barbados ideal für den Anbau von Zucker waren, hatten die Engländer keine Erfahrung bei der Produktion solch eines Gutes. Barbadische Pflanzer erlernten die Techniken von Holländern, auch wenn die genaue Geschichte unklar ist. Etwas Zuckerrohr wurde aus dem niederländischen Pernambuco herbeigeschafft, während ein paar englische Barbadians es ebenfalls besucht hatten, und laut einem Bericht brachte ein Pflanzer namens James Drax, der einen anglo-holländischen Hintergrund hatte, ein Modell einer Zuckerfabrik aus Holland nach Barbados.

Wie auch immer der Transfer bewerkstelligt wurde, Barbadians produzierten ab 1643 Zucker für Europa, und innerhalb von sieben Jahren gab es einen Wertzuwachs von Plantagenland auf das Zehnfache. Niederländische Händler hatten eine fortdauernde Partnerschaft mit den Engländern in Barbados, agierten als Zwischenhändler und boten in Holland die besten Raffinerien in Europa. Als niederländische Exilanten aus Brasilien in der Karibik eintrafen, brachten sie zusätzliche Fertigkeiten, Erfahrung und Kapital für die Zuckerproduktion mit. Der Exodus von 1654 aus Brasilien umfaßte auch Tausende sephardischer Juden, die in Niederländisch-Brasilien relative Religionsfreiheit wie in Holland selbst genossen hatten. Viele dieser Juden siedelten sich in neuen niederländischen Kolonien wie Curaçao und Surinam an. Um 1680 gab es sogar vierundfünfzig jüdische Haushalte in Bridgetown, dem einzigen wirklichen städtischen Zentrum auf Barbados mit einer Bevölkerung von fast dreitausend. Als großteils städtische Kaufleute wurden diese Juden, anders als ihre Brüder in Surinam, niemals Mitglieder der reichen Pflanzerelite.

Anmerkung: Wir haben bereits gesehen, daß Juden eine Mehrheit der „Niederländer“ in Surinam ausmachten. Davis legt in den Fußnoten dar, daß Surinam die einzige Kolonie in der Neuen Welt war, wo bedeutende Zahlen von Juden zu Sklavenhaltern wurden.

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Caribbean Project 11: Erforschung der niederländischen Karibik

St. Eustatius: Blick auf die Sklavenstraße vom Hafen hinauf zum Dorf über dem Hafen und der Bar.

St. Eustatius: Blick auf die Sklavenstraße vom Hafen hinauf zum Dorf über dem Hafen und der Bar.

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: Exploring The Dutch Caribbean erschien am 29. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent.

Zuletzt hier aus dieser Reihe erschienen: Caribbean Project 10: Juden, Sklaverei und die niederländische Karibik

St. Eustatius:

Ich habe die Recherchen über die niederländische Karibik fortgesetzt und ein paar weitere interessante Dinge gelernt:

1) Es waren die Niederländer, die 1619 die ersten schwarzen Sklaven nach Jamestown brachten. Ich wusste das bereits, aber ich frage mich dabei, wer denn diese „niederländischen“ Sklavenhändler waren, die die Sklaverei in Virginia einführten.

2) Im Jahr 1667 traten die Niederländer Neu-Amsterdam (nun als New York bekannt) im Vertrag von Breda an die Briten ab, um Surinam im nördlichen Südamerika zu behalten. Ich wußte das nicht, aber es ergibt Sinn im Lichte dessen, daß die karibischen Kolonien, nicht die nordamerikanischen Kolonien, früher das Epizentrum des europäischen Kolonialismus in der Neuen Welt waren.

Am Ende des Siebenjährigen Krieges traten die Franzosen Kanada an die Briten ab, um Guadeloupe und Martinique zu behalten. Während der Amerikanischen Revolution überließen die Briten Philadelphia den Patrioten, um in das von den Franzosen gehaltene St. Lucia einzumarschieren.

3) Curaçao, Aruba und Bonaire – die drei niederländischen Inseln in der Südkaribik vor der Küste Venezuelas – haben ein arides Klima und waren nie auf Rasse beruhende Plantagengesellschaften nach dem Schema von Barbados oder Saint-Domingue.

Von diesen war das jüdisch dominierte Curaçao der größte Umschlaghafen für den Sklavenhandel des 17. Jahrhunderts in der Karibik, und die Sklaven, die auf der Insel arbeiteten, bauten großteils Nahrung für den Strom afrikanischer Sklaven an, der sich auf dem Weg zu Auslandsmärkten in Spanisch-Amerika und in Französisch- und Britisch-Westindien durch Curaçao ergoß.

Aruba und Bonaire waren abhängige Gebiete von Curaçao – auf dem ersteren ernteten ein paar Sklaven Färberholz und arbeiteten auf einer gescheiterten Maisplantage, und auf dem letzteren bauten Sklaven Salz für den Export auf andere karibische Inseln ab, aber es waren beides marginale Inseln in der weiteren karibischen Plantagenwelt.

4) Das jüdisch dominierte Surinam im nördlichen Südamerika war eine vollentwickelte, auf Rasse beruhende Plantagengesellschaft nach dem Schema von Saint Domingue. Es hatte auch den Ruf, eine der brutalsten Sklavengesellschaften in der Neuen Welt zu sein.

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Caribbean Project 10: Juden, Sklaverei und die niederländische Karibik

Afrikanische Sklaven in Niederländisch-Curaçao schuften für ihre jüdischen Herren.

Afrikanische Sklaven in Niederländisch-Curaçao schuften für ihre jüdischen Herren.

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: Jews, Slavery, and the Dutch Caribbean erschien am 28. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent.

Zuletzt hier aus dieser Reihe erschienen: Caribbean Project 9: Die jüdische Rolle in der amerikanischen Sklaverei

Curaçao:

Während des Großteils des Sommers habe ich mich intensiv auf Britisch-Westindien und Französisch-Westindien wegen deren starken organischen Bindungen zur Kultur des Unteren Südens konzentriert.

Wir haben gesehen, wie dem Typ der rassenbasierten Sklavengesellschaft, die in South Carolina und Louisiana entstand, in der britischen und französischen Karibik der Weg bereitet und von Siedlern von den Inseln dorthin gebracht wurde.

Die niederländische Karibik spielte in dieser Geschichte ebenfalls eine entscheidende Rolle – es waren sephardische Juden, die durch die Niederländische Westindien-Gesellschaft operierten, die die rassenbasierte Plantagensklaverei in den 1640ern von Brasilien nach Barbados brachten, welche zum Modell für die Ausbreitung der Sklaverei über die gesamte Karibik und den amerikanischen Süden wurde.

Von den 1620ern bis zu den 1650ern war die spanische Hegemonie in der Karibik als Konsequenz des Dreißigjährigen Krieges in Europa im Schwinden, und Spanien begann der Großteil der Region und die gesamte östliche Karibik an Britannien, Frankreich und die Niederlande zu entgleiten.

– England eroberte St. Kitts (1624), Barbados (1627), Nevis (1628), Providence (1630), Antigua (1632), Montserrat (1632) und Jamaika (1655).

– Frankreich beanspruchte Saint-Christophe (1625), Saint-Domingue (1641), Guadeloupe (1635) und Martinique (1635).

– Die Niederländer beanspruchten St. Martin (1631), Curaçao (1634), St. Eustatius (1635), Saba (1640) und Aruba und Bonaire (1634).

Die niederländischen Inseln St. Martin, St. Eustatius, und Saba sind Teil der Inseln unter dem Winde [Leeward Islands] in den nördlichen Kleinen Antillen. Curaçao, Aruba, und Bonaire sind kleine Inseln vor der Küste Venezuelas westlich von Trinidad und Tobago.

1630 eroberten die Niederländer Pernambuco und Recife im nordöstlichen Brasilien, wo sie stark in Zuckerplantagen investierten, die zum Kern des agro-industriellen Komplexes in der Neuen Welt werden sollten. Von 1630 bis 1654 war Niederländisch-Brasilien als Neu-Holland bekannt.

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Caribbean Project 9: Die jüdische Rolle in der amerikanischen Sklaverei

Die verborgene jüdische Rolle bei der Hervorbringung der Sklaverei in den Amerikas.

Die verborgene jüdische Rolle bei der Hervorbringung der Sklaverei in den Amerikas.

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: The Jewish Role In American Slavery erschien am 27. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent.

Zuletzt aus dieser Reihe hier erschienen: Caribbean Project 8: Der Proto-Süden

Barbados:

In den letzten Monaten habe ich hier beträchtliche Zeit dafür verwendet zu erklären, wie Barbados – die ursprüngliche englische Sklavengesellschaft – der Kulturkreis von Britisch-Westindien und des Unteren Südens war.

South Carolina (gegründet 1670) und Jamaika (gegründet 1655) wie auch das französische Saint-Domingue (gegründet 1697) wurden von Anfang an auf der Grundlage des barbadischen Modells der auf Rasse basierenden Plantagensklaverei aufgebaut.

Barbados (gegründet 1627) und Virginia (gegründet 1607) waren ältere englische Kolonien, die nicht als vollentwickelte, auf Rasse beruhende Plantagengesellschaften begannen. Beide Kolonien hatten ursprünglich eine weiße Mehrheit und stützten sich auf eine Arbeiterschaft aus englischen Schuldknechten, um Baumwolle und Tabak anzubauen.

In Caribbean Project: Der Proto-Süden verfolgten wir die Ursprünge der rassenbasierten Plantagensklaverei zurück zu den spanischen und portugiesischen Zuckerplantagen auf Madeira und den Kanarischen Inseln im östlichen Atlantik. Wir sahen, wie Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise 1493 das Zuckerrohr nach Hispaniola brachte.

Im folgenden Jahrhundert teilten sich Spanien und Portugal die Neue Welt im Vertrag von Tordesillas auf. Bedeutsamerweise legitimierte dies den spanischen Anspruch auf den Großteil der Amerikas, während Afrika und Brasilien an die Portugiesen abgetreten wurde. Es legte auch den afrikanischen Sklavenhandel in portugiesische Hände, indem Spanien aus Afrika vertrieben wurde.

Während des sechzehnten Jahrhunderts schufen die Spanier die ersten rassenbasierten Zuckerplantagen auf Hispaniola und Puerto Rico. Ursprünglich wurden karibische Indianer als Sklavenarbeiter verwendet, aber als ihre Populationen schwanden, wandten sich die Spanier an die Portugiesen, um afrikanische Sklaven zu importieren.

Um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts gab es Zigtausende afrikanischer Sklaven auf Hispaniola und Puerto Rico. Als Spaniens Interessen sich aber in Richtung seiner lukrativeren Eroberungen in Mexiko und Peru verlagerten, wurden Hispaniola und Puerto Rico zu abgelegenen Nebengebieten des Imperiums, und das Plantagensystem brach dort zusammen.

Die zukünftige Dominikanische Republik und Puerto Rico waren gescheiterte spanische Sklavenstaaten, die schließlich von Viehzucht und kleinbäuerlicher Landwirtschaft dominiert wurden – dies ist der Grund, warum die Dominikaner und Puertorikaner so viel vermischter und multirassischer wurden als die Kubaner.

An diesem Punkt erschien es in der Neuen Welt, daß die rassenbasierte, moderne agro-industrielle Plantagensklaverei gescheitert war – aber es gab eine große Ausnahme, das portugiesische Brasilien, wo die Zuckerindustrie wegen ständiger Verstärkungen der afrikanischen Sklavenarbeiterschaft aus dem nahen Portugiesisch-Angola schnell wuchs.

Wie wurde Barbados zur ersten rassenbasierten Plantagengesellschaft in Britisch-Amerika?

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Caribbean Project 8: Der Proto-Süden

Die Geburt der Plantagensklaverei auf den Kanarischen Inseln

Die Geburt der Plantagensklaverei auf den Kanarischen Inseln

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: The Proto South erschien am 24. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent. (Mit dem „Süden“ wird hier auf die Südstaaten der USA angespielt.)

Zuletzt aus dieser Reihe hier erschienen: Caribbean Project 7: Schwarz in Lateinamerika

Ich habe gerade einen faszinierenden Essay in The Caribbean: A History of the Region and Its Peoples gelesen, der im Wesentlichen eine Vorgeschichte des südstaatlichen Plantagensystems ist:

1) Zuckerrohr stammt vom Persischen Golf und wurde zuerst im siebten und achten Jahrhundert von Moslems im Irak mit schwarzen Sklaven aus Ostafrika angebaut.

2) Zucker war in Europa während der Antike und des frühen Mittelalters unbekannt – Honig und Fruchtsäfte wurden zum Süßen verwendet.

3) Vom Irak aus verbreiteten die Moslems das Zuckerrohr unter dem Kalifat nach Ägypten, Nordafrika, Südspanien und Sizilien.

4) Zuckerrohr wurde zur Zeit von al-Andalus in ganz Südspanien angebaut. Es wurde Europäern durch Kaufleute vertrauter gemacht, die in ägyptischen Häfen Handel trieben.

5) Während der Kreuzzüge stießen Europäer in Palästina und Syrien auf Felder von „Honigholz“, und die Kreuzritter ernteten es und verkauften es nach Europa, wo sich ein Markt dafür entwickelte.

6) Die Venezianer brachten das Zuckerrohr nach Zypern und Kreta, und es wurde in Sizilien vor und nach der normannischen Eroberung angebaut.

7) Im Spätmittelalter wurde Zuckerrohr auf Plantagen mit freien Arbeitern um die Ränder Europas in Südspanien, Sizilien, Zypern und Kreta angebaut. Selbst hier ist Zuckerrohr eine tropische Pflanze und wuchs nicht gut in Südspanien und Sizilien, die kälter und trockener und der Nordrand seines Lebensraumes sind.

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