Die Geschichte des Geldes – Teil 1

Das englische Original erschien unter dem Titel The History of Money Part 1 auf der Seite xat.org. Der Name des Autors ist nicht ersichtlich. [Er bezieht sich jedoch offensichtlich stark auf das Video Die Rothschilds und ihre Macht – Teil 1, Teil 2, Teil 3 – Ausschnitt aus „The Money Masters“ über die Rothschilds – mit deutschen Untertiteln.] Übersetzt von Osimandia. Links und Bilder stammen nicht aus dem Originaltext, sondern wurden bei der Übersetzung eingefügt.

Wenn man jemandem erzählt, dass man zu einer Buchhalterkonferenz geht, erntet man Gähnen, dabei ist Geld und wie es funktioniert wahrscheinlich eine der interessantesten Sachen der Welt.

Es ist faszinierend und mutet fast wie Magie an, wie Geld auf unserem Planeten auftauchte. Anders als die meisten Errungenschaften, die wir genießen und die auf eine Quelle, eine Zivilisation oder einen Erfinder zurückverfolgt werden können, tauchte Geld überall auf der Welt in erstaunlich gleichartiger Weise an Orten auf, die damals keinerlei Verbindung zueinander hatten.

Man denke nur daran, dass die amerikanischen Indianer Wampum gebrauchten, Westafrikaner handelten mit dekorativen metallischen Objekten, die sie Manillas nannten, und die Wirtschaft der Fidschiinsulaner basierte auf Walzähnen, von denen manche heute noch als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Fügt man dem noch Muscheln, Bernstein, Elfenbein, Schmuckfedern, Vieh einschließlich Ochsen und Schweinen, Steine aller Art einschließlich Jade und Quarz hinzu und vergegenwärtigt sich, dass all das quer über den Erdball zum Handeln benutzt wurde, so bekommt man einen Eindruck von der großen Vielfalt akzeptierter Währungen.

Es hat etwas Bezauberndes und Kindliches, sich vorzustellen, wie primitive Gesellschaften, unsere Ahnen, all diese farbenfrohen Arten von Geld nutzten. Solange sich alle Beteiligten auf einen Wert einigen können, ist es für eine Gesellschaft eine sehr vernünftige Sache, das zu tun.

Schließlich braucht die Person, die hat, was man benötigt, möglicherweise nicht das, was man handeln will. Geld ist eine saubere Lösung für dieses Problem. Es stellt bei jedem Handel einen realen Wert da und jeder profitiert von dieser praktischen Einrichtung. Es ist tatsächlich eine geniale Idee, was möglicherweise erklärt, warum so viele verschiedene Geister unabhängig voneinander auf sie kamen.

Aber die Sache hat einen Haken

Die Geschichtsaufzeichnungen zeigen, dass die Geldwechsler jede mögliche Art von Missbrauch, Intrige, Betrug und Gewalt benutzt haben, um ihre Kontrolle über Regierungen mittels der Kontrolle von Geld und Geldemission aufrecht zu erhalten.” (Präsident James Madison)

Geld, Geld, Geld, es ist einfach immer da gewesen, richtig? Falsch.

Offensichtlich wird es von der Regierung ausgegeben, um uns den Warenaustausch zu erleichtern. Wieder falsch!

Die Wahrheit ist, dass die meisten Menschen sich nicht darüber im Klaren sind, dass die Geldemission im Kern ein privates Geschäft ist, und dass das Privileg der Geldemission die ganze Menschheitsgeschichte hindurch ein wichtiger Streitpunkt war.

Über die Frage der Geldemission wurden Kriege geführt und Wirtschaftsdepressionen verursacht; und doch ist sich die Mehrheit von uns dessen nicht bewusst, was weitgehend daran liegt, dass die Seite, die in diesem Streit den Sieg davongetragen hat, mehr und mehr zu einem respektierten Mitglied unserer globalen Gesellschaft geworden ist und ihren Einfluss auf weite Teile unseres Alltagslebens, einschließlich Bildung, Medien und Regierungen, ausübt.

(mehr …)

Advertisements

Tolkien: Meister von Mittelerde

Von Brittanicus, übersetzt von Deep Roots. Das Original Tolkien: Master of Middle Earth erschien am 7. August 2010 bei „Counter-Currents Publishing

Anm. d. Ü.: Die Zitate aus dem Herrn der Ringe” sind entsprechend der deutschen Ausgabe von 1980 wiedergegeben (Klett-Cotta, aus dem Englischen übersetzt von Margaret Carroux, die dabei noch mit Tolkien zusammengearbeitet hat); die restlichen Zitate sind von mir direkt nach Brittanicus’ Text übersetzt worden.

Trotz der universalen Verspottung durch das literarische Establishment, das seinen inhärenten noblen Geist nie erfassen konnte, wurde J. R. R. Tolkiens „The Lord of the Rings“ kürzlich von tausenden Kunden von Waterstones’ zum größten Romanwerk des zwanzigsten Jahrhunderts gekürt. Diese Auszeichnung ist wohlverdient, denn Tolkiens Meisterwerk ist ein Klassiker des Heldenromans. Inspiriert von der traditionellen europäischen Mythologie und seiner Liebe zum ländlichen England, schuf Tolkien eine imaginäre Welt und erfand eine Mythologie, die sich in ihrer Anziehungskraft als zeitlos erwiesen hat.

1956 erstmals veröffentlicht, besteht Tolkiens Ringsaga aus drei Büchern: „The Fellowship of the Ring“ (Die Gefährten), „The Two Towers“ (Die zwei Türme) und „The Return of the King“ (Die Rückkehr des Königs). Obwohl der verstorbene Walt Disney geplant hatte, einen großen Zeichentrickfilm aus der gesamten Trilogie zu produzieren, der dem Mammutwerk wahrscheinlich gerecht worden wäre, wurden die Filmrechte leider von einem „Bindestrich-ungarischen“ Filmproduzenten erworben. Er riß die Geschichte in Streifen und verlor komplett den Faden der Handlung, wobei er sogar Tolkiens weiße Elbenstämme als Mexikaner mit orientalischen Gesichtszügen darstellte. Es scheint, als würde eine sehenswerte Filmversion dieses großartigen Werkes warten müssen, bis der politische Sieg des britischen Nationalismus eine frische Welle kulturell gesunder künstlerischer Energie freisetzen wird [Anm. v. Greg Johnson: Dieser Essay wurde geschrieben, bevor Peter Jackson seine „Lord of the Rings“-Filme machte]. In der Zwischenzeit haben wir zum Glück die Bücher.

Nationaler Mythos

John Ronald Reuel Tolkien, Ex-Soldat, Experte der Philologie und mit erst 33 Jahren Professor des Angelsächsischen, behauptete, daß er seine Romane geschrieben hätte, um einen inneren Wunsch zu erfüllen, „einen Mythos für England zu schaffen.“ Zu diesem Zweck konstruierte er eine eigene, hochkomplexe und verwickelte Welt, die einigermaßen nach der nordischen Mythologie und Wagners Oper „Der Ring des Nibelungen“ modelliert war. Die Phantasiewelt Mittelerde wurde von verschiedenen Rassen von Menschen, Elben, Zwergen, Orks, Kobolden, Trollen und Hobbits bewohnt. Der Autor ersann komplette Alphabete und Sprachen wie „Elbisch“, schuf Kalender und zeichnete detaillierte Karten der verschiedenen Königreiche und Heimatländer von Mittelerde.

Obwohl Tolkien Allegorien nicht mochte, ist sein Mittelerde in vieler Art wie unsere eigene Welt, und ethnische Realitäten spielen eine wichtige Rolle im Leben seiner Bewohner. Zum Beispiel waren die Numenorer eine aristokratische Rasse von Menschen, „…schön von Angesicht und groß, und die Spanne ihres Lebens war dreimal so lang wie die anderer Menschen von Mittelerde. Dies waren die Numenorer, die Könige der Menschen, die die Elben die Dunedain nannten.“

Aber drei große Übel gefährdeten die Numenorer: Seuchen, Invasionen durch Horden fremder Wagenfahrer aus den Ländern des Ostens, und Rassenvermischung:

(mehr …)

Die Befreiung des Auenlandes

Von Greg Johnson, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Scouring of the Shire erschien am 3. Januar 2012 auf Counter-Currents Publishing.

Einer meiner Lieblingsteile von Der Herr der Ringe ist Buch 6, Kapitel 8, „Die Befreiung des Auenlandes“, das vorletzte Kapitel von Die Rückkehr des Königs. [Anm. d. Ü.: Im Original heißt dieses Kapitel „The Scouring of the Shire“, also „Die Säuberung des Auenlandes“.]

Nach der Zerstörung des Ringes und dem Fall des Dunklen Herrn kehren Frodo, Sam, Merry und Pippin zurück ins Auenland, nur um herauszufinden, daß es von Fremden besetzt worden ist, die die Hobbits versklavt und beraubt und das Land verwüstet haben.

Die heimkehrenden Veteranen rütteln ihre Leute zur Rebellion auf, töten viele der Usurpatoren und vertreiben den Rest. Dann entdecken sie, wer dahintersteckte: der gefallene Zauberer Saruman, der aus dem Auenland verbannt wird. Bevor er jedoch abreisen kann, wird er von seinem Diener im Verbrechen getötet, dem verräterischen Grima Schlangenzunge, der dann von drei Hobbitpfeilen gefällt wird.

Dieses Kapitel wurde in Peter Jacksons Filmtrilogie weggelassen (wie auch in Ralph Bakshis Zeichentrickversion), obwohl Jackson doch an zwei Stellen darauf anspielt. In Die Gefährten hat Frodo, als er in Galadriels Spiegel schaut, eine Vision, in der die Hobbits versklavt sind und das Auenland von dunklen satanischen Mühlen verdorben ist. In der erweiterten Version von Die Rückkehr des Königs entdecken Merry und Pippin nach dem Fall von Isengart, daß Sarumans Lagerhäuser Produkte aus dem Auenland enthalten, was auf irgendeine Art von Kontakt hindeutet.

Aber Jackson verlegte den Tod von Saruman und Schlangenzunge zum Fall von Isengart. Schlangenzunge tötet auch hier Saruman, aber er wird durch einen Pfeil von Legolas erledigt. Als daher Frodo und seine Begleiter ins Auenland zurückkehren, finden sie es unverändert vor. Somit war Frodos Vision in Jacksons Erzählung nur eine mögliche Zukunft, die durch den Tod von Saruman bei Isengart ausgeschlossen wurde.

Dennoch halte ich es für eine Schande, daß „Die Befreiung des Auenlandes“ nicht verfilmt wurde, denn es ist eine potente politische Allegorie, die bis heute relevant bleibt. Die meisten Kommentatoren bemerken einfach, daß die Befreiung auf Tolkiens persönlicher Erfahrung der Rückkehr aus den Gräben des Ersten Weltkriegs beruht, bei der er England als veränderten Ort vorfand. (Wimmelnde Kolonien von Nichtweißen waren gegründet worden, hauptsächlich, um in Hafenstädten zu arbeiten, was 1919 zu Rassenunruhen führte). Aber die Befreiung geht weit über alles in Tolkiens Erfahrung hinaus. Es ist ein Werk der Fantasie, eine politische Allegorie, die weit mehr den Erfahrungen deutscher Soldaten ähnelt, die aus dem Großen Krieg heimkehrten, um ein radikal neues, von Fremden beherrschtes Regime vorzufinden.

(mehr …)

Historischer Hintergrund zum Zweiten Weltkrieg

William Joyce (Lord Haw-Haw“), ca. 1940er-Jahre.

Von William Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Historical Background to the Second World War erschien am 8. März 2012 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Anmerkung des Herausgebers [d. h. Greg Johnson]:

Das Folgende ist das erste Kapitel „Historical Background“ von William Joyces Twilight Over England. Joyce wurde in New York City geboren. Dann ging er nach Irland und England, wo er ein Mitglied von Sir Oswald Mosleys British Union of Fascists wurde. (Sein Gesicht wurde in einer Straßenschlacht mit jüdischen Schlägern schrecklich vernarbt.)

Kurz bevor Britannien den Zweiten Weltkrieg anfing, flohen Joyce und seine Frau nach Deutschland, wo er 1940 eingebürgert wurde. In seinen Schriften und populären englischsprachigen Radiosendungen unter dem Namen Lord Haw Haw strebte Joyce danach, Deutschlands Sicht auf den Krieg und die Gefahren zu erläutern, denen die europäische Zivilisation sich gegenübersah.

Nach dem Krieg exekutierten die Briten William Joyce wegen seiner Ansichten und klagten ihn des Verrats an, obwohl sie dazu keine Rechtshoheit hatten, denn Joyce war nie ein britischer Staatsbürger gewesen. Kurz, William Joyce starb, damit Sie diese Worte lesen können.

 

WIEVIEL man aus der Geschichte lernen kann, ist lange eine Sache der Spekulation gewesen.

Viel hängt von der Fähigkeit des Schülers ab. Es gibt wahrscheinlich keinen Zweig des Lernens, außer der Ökonomie, in dem Vermutungen eine so große Rolle spielen. Fast jede Anzahl von Fakten kann in parteiischer Weise ausgewählt werden, um jede Theorie zu beweisen, wie absurd sie auch sei. In diesem Kapitel wird kein Versuch einer philosophischen Verallgemeinerung gemacht werden. Unsere einzige Absicht ist es zu zeigen, wie Englands historische Entwicklung zu dem schicksalhaften und fatalen Schritt beitrug, den seine Regierung am 3. September 1939 unternahm [Britanniens Kriegserklärung gegen Deutschland].

Es liegt eine gewisse dramatische Ironie in Mr. Chamberlains Wahl des Datums. Denn der 3. September war das Datum von Oliver Cromwells Geburt und auch seines Todes. Und wieviel das England von heute Cromwell verdankt, wird von sehr wenigen gewürdigt. Diese grobe, harte, hässliche, selbstgerechte Gestalt hat immer noch ihre Bewunderer. Selbst so scharfsinnige und grundehrliche Gelehrte wie Thomas Carlyle haben ihm Anerkennung gezollt. Und die meisten der englischen Liberalen, die vor Diktatur zurückscheuen, haben am Schrein dieses militärischen Autokraten gehuldigt, weil er der erste Engländer war, der eine völlige metaphysische Einheit zwischen Bibel, Geld und Schwert erlangte. Der Leser darf nicht denken, daß wir die Tugenden von Charles I. zu debattieren beabsichtigen, des guten Vaters und treuen Ehemannes. Im Gegenteil, wenn dieser auf nüchterne Weise fromme Mensch es verstanden hätte, sein Wort zu halten, wenn er sich nicht als den Botschafter des Allmächtigen in England betrachtet hätte, wäre es gut möglich gewesen, daß der Name Oliver Cromwells in die Mittelmäßigkeit gehüllt geblieben wäre, aus der er hervorging. Das Schicksal wollte es anders.

Im Jahr 1642 brach der Englische Bürgerkrieg aus, der die gesamten Britischen Inseln in Hader verwickeln sollte. Auf der einen Seite repräsentierte Charles die unbeschränkte Monarchie, die Church of England und in einem geringen Maß ein feudales Gesellschaftskonzept; auf der anderen Seite stand eine in der Tat sehr seltsame Kombination. Es war im Wesentlichen eine Partei, die aus den Lagern der Kaufleute und der Puritaner zusammengeschweißt war, die bereits in den Tagen Königin Elizabeths Anzeichen von Aufsässigkeit gezeigt hatten.

Die Tudor-Despotie war 1485 begründet worden, weil der Handel ohne feste Regierung unmöglich gewesen wäre und auch weil das ganze Land den dauernden Zank unter den Überbleibseln der alten Aristokratie satt hatte.

Kaum hatte jedoch diese Autokratie, diese Diktatur, dem englischen Volk Wohlstand gebracht, als auch schon eine Bewegung damit begann, sich ihrer zu entledigen. Nichts auf der Welt konnte natürlicher sein, als daß die Kaufmannsprinzen, fett geworden an den Gewinnen aus der Neuen Welt, Einwände dagegen hatten, Steuern – und noch dazu hohe Steuern – an den Thron zu zahlen, der ihnen ihren Erfolg verschafft hatte. Daher entstand früh in de englischen Geschichte die unheilvolle Tendenz, Geld und Macht als synonym zu betrachten. Nun wurde diese neue Plutokratie enthusiastisch von den Puritanern unterstützt. Diese ernsten, wenn auch fanatischen Extremisten hatten unzweifelhafte Beschwerden. Es wurde ihnen sicherlich verboten, ihre Religion auszuüben. Sie wurden in vielen Fällen mit der Intoleranz dieser Zeit verfolgt, wie es auch die römischen Katholiken wurden. Diese Puritaner hatten jedoch allzu tief aus der jüdischen Philosophie getrunken. Sie waren nicht damit zufrieden, das Alte Testament zu lesen. Sie mußten sich mit den Gestalten darin identifizieren. Sie gaben sich Namen wie „Hew-Agag-In-Pieces-Before-The-Lord.“ Ben Johnson übertrieb kaum, als er seine Puritaner Tribulation Wholesome [„Gesunder Kummer“] und Zeal-in-theLand [„Eifer im Land“] nannte. Gewiß hatte sich der Materialismus der Juden, wie er im Alten Testament enthüllt wird, tief in ihre Seelen gefressen: denn bei all ihren Psalmen und all ihren Hymnen begannen sie bald, mit vollen Händen Geld zu scheffeln. Durch irgendeinen ziemlich obskuren Vorgang schlichen sie sich allmählich in die Kaufmannsschicht ein, vielleicht weil ihre Religion kein Laster außer der Liebe zum Geld erlaubte. Wenn ihr Eindringen in die Plutokratie auch nicht leicht zu erklären ist, so ist es nicht schwierig zu erklären, warum so viele Kaufleute Puritaner wurden. Der Grund war, daß es so viel würdiger klang, in Verteidigung der Religionsfreiheit gegen die Krone zu protestieren als in versuchter Steuervermeidung.

(mehr …)

Die Mythologie und Religion der Wikingerzeit

wikinger-grabsteine

Von Rudolf Simek, erschienen im Ausstellungskatalog zur Ausstellung „Die Wikinger“ in der Kunsthalle Leoben 2008; ISBN 987-3-9500840-4-0.

„Alle im Kampf auf dem Schlachtfeld gefallenen Krieger seit Anbeginn der Welt kommen nach Walhall zu Odin. Dort ist daher eine riesige Menschenmenge, aber für alle ist genug Fleisch vom Eber Saehrimnir da, der jeden Tag aufs Neue vom Koch Andhrimnir gesotten wird und am Abend wieder ganz ist. Odin aber füttert mit dem Fleisch nur seine beiden Wölfe, Geri und Freki, er selbst lebt nur vom Wein allein. Seinen Kriegern aber, unter denen sich natürlich viele Könige und Fürsten befinden, läßt er Met vorsetzen, der unablässig vom Euter der Ziege Heidrun in ein Gefäß tropft, sodaß alle Einherier – so heißen die gefallenen Krieger Odins – genug bekommen. Die Ziege aber steht auf dem Dach von Walhall und frißt die Blätter eines Baumes namens Laeradr. – Walhall hat 540 Tore, und durch jedes Tor können gleichzeitig 800 Krieger ausziehen, sodaß Odin ein riesiges Heer befehligt. Wenn die Einherier aber nicht gerade trinken oder essen, dann gehen sie am Morgen hinaus und kämpfen miteinander und erschlagen sich gegenseitig: das ist ihr Zeitvertreib, aber am Abend reiten sie heim nach Walhall und setzen sich alle wieder gemeinsam zum Trinken nieder.“ 1

Diese Schilderung von Odin und seinem Kriegerparadies Walhall prägt heute wie schon vor 100 oder 200 Jahren das neuzeitliche Bild von der Religion der Wikingerzeit und scheint die Todesverachtung der Wikingerkrieger angesichts dieses attraktiven Jenseits zu erklären. Sie fehlt in kaum einem Wikingerfilm und hat die Phantasie von deutschen, englischen und skandinavischen Schriftstellern der letzten Jahrhunderte beflügelt.

Dieses Bild ist aber lange nach der Wikingerzeit entstanden: Der christliche Dichter und Staatsmann Snorri Sturluson (1179 – 1241) hat es um 1225 auf Island als Teil seiner Edda verfaßt, zeitlich und räumlich fernab von wikingerzeitlichem Schlachtgetümmel. Seine Beschreibung ist stark beeinflußt von höfisch-romantischen, christlichen und antiken Vorstellungen des Hochmittelalters, aber als geschickter Autor hat er uns in dieser und vielen anderen mythologischen Beschreibungen ein in sich stimmiges und attraktives Bild der nordischen Vorzeit hinterlassen, das bis heute nachwirkt.

Wir müssen uns aber hüten, die wissenschaftliche und literarische Aufarbeitung nordischer Mythologie durch die christlichen mittelalterlichen Autoren in Snorris Edda ebenso wie der Liederedda mit dem wahren Glauben oder religiösem Brauchtum der Wikingerzeit zu verwechseln, auch wenn diese Werke und noch mehr die Sagas, die historischen Romane des 13. Jahrhunderts, ein romantisches Bild des wikingerzeitlichen Skandinavien vorgaukeln.

Was aber war wirklich die Vorstellung der wikingerzeitlichen Krieger von ihrem Nachleben? Zwei Erinnerungsgedichte (die Eiriksmál und die Hákonarmál), in den 960er-Jahren von zwei isländischen Skalden in Norwegen auf gefallene Fürsten verfaßt, zeigen ein etwas anderes Bild: Der Tod ist hier ein unausweichliches Schicksal, Odin ruft die Krieger zu sich, weil er sie zum Kampf gegen die Mächte der Unterwelt am Ende der Welt benötigt. Die ganze gefallene Armee zieht Richtung Walhall, aber nur der Fürst darf eintreten, und er ist voller Furcht vor dem unberechenbaren Gott, auch wenn einige Halbgötter oder Heroen den Helden in Walhall begrüßen.

Solche Diskrepanzen zwischen literarischer Darstellung des Hochmittelalters und Glaubenswelt der Wikingerzeit sind zwar bei einem zeitlichen Abstand von 250 Jahren zu erwarten, dürfen aber bei der Rekonstruktion der wikingerzeitlichen Religion nicht vernachlässigt werden, sodaß in erster Linie Quellen der heidnischen Zeit, also vor dem Ende des 10. Jahrhunderts, herangezogen werden müssen. Dazu kommt, daß die Glaubensvorstellungen der Wikingerzeit nicht einfach aus allen möglichen Quellen homogenisiert werden können, denn niemand konnte sich auf eine kodifizierte Buchreligion berufen wie etwa im Christentum. Von Gegend zu Gegend waren die Bräuche und Riten etwas abweichend, und auch die Mythenerzählungen finden wir nicht selten in mehr als einer Variante. Dies kann ebenfalls nicht überraschen, wenn wir uns vor Augen halten, daß die Wikinger in England und Irland, die schon ab etwa 800 in ständigem Kontakt mit der christlichen Bevölkerung der Inseln lebten, ihren eigenen Glauben einerseits anders erlebten als Menschen in den schwedischen Wäldern, zum anderen aber auch unterschiedliche Einflüsse, von keltischen Sagen in Irland oder antiken Stoffen in England bis zu slawischen oder byzantinischen Geschichten im Osten, auf die Religion der Skandinavier gewirkt haben müssen.

Im Folgenden können daher immer nur einzelne Schlaglichter aus den Quellen auf die religiösen Vorstellungen geworfen werden, ohne daß diese für alle Skandinavier der Wikingerzeit, von den Schweden in der kaiserlichen Warägergarde von Konstantinopel bis zu den isländischen Siedlern auf Grönland, Gültigkeit gehabt haben.

1 Frei paraphrasiert nach Snorri Sturluson: Edda, Gylfaginning, Kap. 38 – 41.

(mehr …)

Emma West und der englische Nationalismus

John Opie, „Boadicea hält den Briten eine Predigt“; vor 1807

John Opie, „Boadicea hält den Briten eine Predigt“; vor 1807

Von Christopher Pankhurst, übersetzt von Deep Roots. Das Original Emma West & English Nationalism erschien am 5. Dezember 2011 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Zur Zeit, da dies geschrieben wird, wird Emma West in Haft gehalten und wartet auf einen weiteren Auftritt vor Gericht. Im Gefolge ihrer weithin publizierten Polemik gegen die Einwanderung ist sie der verschärften, vorsätzlichen, rassisch-religiösen Unruhestiftung angeklagt worden. Falls sie für schuldig befunden wird, droht ihr ein Höchsturteil von zwei Jahren Gefängnis.

Das Vergehen der „vorsätzlichen Unruhestiftung“ wurde mit dem Public Order Act von 1986 geschaffen. Eines der erklärten Ziele des Gesetzes war es, „das Aufhetzen zum Rassenhass zu kontrollieren“ [1]. 1998 führte der Crime and Disorder Act neue „rassisch oder religiös verschärfte“ Straftaten ein. [2] Dies bedeutet, daß manche Verbrechen von den Gerichten als schwerwiegender behandelt werden, wenn bewiesen werden kann, daß in dem Verbrechen ein religiöses oder rassisches Element enthalten war. Wenn bewiesen werden kann, daß der Angeklagte beim Begehen eines Verbrechens Feindseligkeit gegenüber der rassischen oder religiösen Zugehörigkeit des Opfers gezeigt hat, dann wird das Verbrechen als religiös oder rassisch verschärft beurteilt werden. Als Hinweis darauf, wie ernst das genommen wird: die maximale Gefängnisstrafe für vorsätzliche Belästigung ist sechs Monate, aber wenn das Verbrechen als rassisch oder religiös motiviert beurteilt wird, dann schnellt die Höchststrafe auf bis zu zwei Jahre empor.

Solche Gesetze werden von den Behörden in England mit Begeisterung vollzogen und sind ein Mittel, politische Meinungen unter legalistischer Verkleidung zu zensurieren. Der Führer der British National Party (BNP), Nick Griffin, wurde 2006 in einer Reihe von Verfahren wegen des Gebrauchs von Worten oder Verhaltensweisen freigesprochen, die das Ziel haben, Rassenhass zu schüren, ein weiteres Vergehen aus dem Public Order Act von 1986. Dies hing mit einer verdeckten Ermittlung der BBC zusammen, die einen Undercover-Reporter heimlich eine Versammlung der BNP für die nachfolgend ausgestrahlte Sendung „The Secret Agent“ filmen ließ. [3]

In jüngerer Zeit wurden Simon Sheppard und Stephen Whittle inhaftiert wegen Anstiftung zum Rassenhass mittels Material, das auf der Webseite „Heretical Press“ erschien. Sie wurden wegen Vergehen nach dem Public Order Act angeklagt: Veröffentlichung von rassenhetzerischem Material, Verbreitung von rassenhetzerischem Material und Besitz von rassenhetzerischem Material mit der Absicht, es zu verbreiten. Sheppard wurde zu vier Jahren und zehn Monaten verurteilt, Whittle zu zwei Jahren und vier Monaten (später nach Berufung reduziert). [4]

Der Fall von Stephen Whittle ist besonders interessant. Die Bücher des erfolgreichen Autoren Whittle waren von Creation Press, Headpress und Richard Bransons Virgin Books veröffentlicht worden. Seine Interessen waren die dekadenten und extremen Manifestationen der Postmoderne: der Serienmörder, das Okkulte, sexuelle Perversionen und andere Arten von Häresie. All dies war unauffällig. Irgendwann beschloß er, Artikel für Simon Sheppards Webseite (www.heretical.com) zu schreiben, in denen er die jüdische Macht hinter den Kulissen beschrieb, ihre Manipulation politischer Akteure und die schädlichen Auswirkungen ihrer Einwanderungspolitik auf die einheimische Bevölkerung. Der letzte Essay, der auf der Webseite veröffentlicht wurde, bevor er verhaftet wurde, hatte den Titel „Brave Jew World“. [5] All dies stellte sich als eine Ketzerei zuviel heraus. Niemand außerhalb der „äußersten Rechten“ und nicht viele innerhalb derselben sprach sich für die Redefreiheit des Autors aus, als er inhaftiert wurde.

Die Zensur jener, die für die einheimische Bevölkerung sprechen möchten, wird begleitet von der Verdrängung dieser Bevölkerung. Im letzten Jahrzehnt sind fast zwei Millionen Einwanderer (nicht eingeschlossen illegale Einwanderer) in das Vereinigte Königreich gekommen. Es wird prognostiziert, daß die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs in den nächsten 16 Jahren um sieben Millionen wachsen wird, wovon fünf Millionen auf die Einwanderung zurückgehen werden. [6] Ein Teil des Grundes dafür, warum das liberale Establishment so scharf auf dieses lähmende Ausmaß der Einwanderung ist, ist dessen Wunsch, die Fähigkeit der einheimischen Bevölkerung zu zerstören, sich selbst wirksam zu repräsentieren. Dies war es, was hinter der geheimen Verschwörung der Labour-Regierung zur Erhöhung der Einwanderung steckte. Die Labour-Regierung entschied, daß ein hohes Einwanderungsniveau „die Nase der Rechten in [ethnische] Vielfalt stecken“ würde. [7] Das geheime Dokument, das enthüllte, daß die Regierung die Einwanderung als Mittel zur Gesellschaftsklempnerei verwenden wollte, wurde nur als Folge eines Antrags auf Informationsfreiheit öffentlich gemacht [8] und hat wenig bleibendes Interesse der Medien bewirkt. Die Tatsache, daß Einwanderer wahrscheinlicher Labour wählen werden, macht dies zum unverschämtesten Akt von Wahlschiebung in der politischen Geschichte.

Das Ausmaß der Einwanderung in England ist unverhältnismäßig größer als in Wales oder Schottland, und manche Orte sind bereits effektiv verloren. Dasselbe trifft auf das Schulsystem zu, wo weiße Kinder jetzt unter den Schülern in London, Slough, Leicester und Birmingham eine Minderheit sind. [9]

Der Protest von Mrs. West, daß ein Schwarzer kein Engländer sein kann, mag sie ins Gefängnis bringen, aber es ist keine falsche Aussage. Es gibt ein großes Maß an Verwirrung um die Unterscheidung zwischen englisch und britisch, und dies wird durch die Existenz des Vereinigten Königreichs verschärft. Kurz, die Engländer stammen von den Angeln und Sachsen ab, die ungefähr ab dem fünften Jahrhundert in dieses Land kamen. Die Schotten stammen von den Skoten ab, einem irischen Stamm, und die Waliser von den Briten, die in England lebten, als die Angeln und Sachsen ankamen. („Walisisch“ stammt vom altenglischen Wort wealisc, das „fremd“ bedeutet). Die Geschichte des Vereinigten Königreichs wird von Tony Linsell in „An English Nationalism“ kurz und bündig zusammengefaßt:

(mehr …)

Juden und Schußwaffenkontrolle: Eine Reprise

König Edward I. von England, der im Jahr 1290 auf Druck seiner Barone die Juden aus England vertrieb.

König Edward I. von England, der im Jahr 1290 auf Druck seiner Barone die Juden aus England vertrieb.

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Jews and Gun Control: A Reprise erschien am 2. August 2014 im Occidental Observer. (Bild vom Übersetzer eingefügt.)

 

Das dornige Thema der jüdischen Unterstützung für Schußwaffenkontrolle hat einmal mehr ihr Haupt erhoben, diesmal im Bundesstaat Washington. Die Jewish Federation of Greater Seattle hat den Rücktritt von Brian Judy gefordert, eines Lobbyisten der National Rifle Association, der angeblich die Schußwaffenkontrolle mit jener unantastbaren Ikone des jüdischen Opferstatus, dem Holocaust, in Verbindung gebracht hat. Bei einer Nachrichtenkonferenz im Hauptquartier der Federation sagte Präsident Keith Dvorchik, Judy sollte zurücktreten, weil der eine Wählerinitiative gegen Schußwaffen mit politischen Maßnahmen in Verbindung brachte, die von Nazideutschland betrieben wurden. Dvorchik forderte weiters, das nationale Büro der NRA solle „klarstellen, daß es seinen ignoranten und unproduktiven Dialog ablehne.“

Judys Bemerkungen tauchten zuerst auf dem linken Blog Horseass.org auf. Eine Audioaufnahme ist einem Standbild von einer Versammlung unterlegt, in der Judy über Juden spricht, die Schußwaffenkontrolle unterstützen. Die Bemerkungen wurden bei einer Versammlung in Silverdale gegen I-594 gemacht, einer in diesem Herbst zur Abstimmung stehende Maßnahme, die die Hintergrundüberprüfungen für Waffenkäufer weiter ausdehnen würde. In der Aufnahme nimmt Judy auf Nick Hanauer Bezug, einen Juden aus Seattle, der mehr als 300.000 Dollar für eine unabhängig finanzierte Gruppe gespendet hat, die I-594 unterstützt, zusätzlich zu einer früheren Zusage über 1 Million Dollar. Andere bedeutende Mittel sind vom jüdischen Milliardär und ehemaligen Microsoft-Generaldirektor Steve Ballmer gekommen, der zusammen mit seiner Frau Connie ein Großspender für die von Hanauer gegründete Organisation Washington Alliance for Gun Responsibility ist. Hanauer schrieb kürzlich in Politico darüber, wie seine Familie aus Nazideutschland floh. Der Redner auf der Aufnahme nimmt Bezug auf Hanauers Text: „Nun gibt Hanauer Geld, er hat eine halbe Million Dollar in diese Politik gesteckt, dieselbe Politik, die dazu geführt hat, daß seine Familie von den Nazis aus Deutschland verjagt wurde. Wissen Sie, da bin ich baff, es ist einfach, sowas kann man nicht erfinden. Daß diese Leute, es ist wie bei allen Juden, denen ich begegnet bin, die gegen Waffen sind, ich denke, ‚Meinen Sie das ernst? Erinnern Sie sich nicht, was geschehen ist?’ Und warum ist das geschehen? Weil sie Schußwaffen registriert haben und sie dann weggenommen haben. Warum mußtet ihr überhaupt aus diesem Land fliehen? Hallo! Irgend jemand zu Hause?“

Dvorchik unterläßt bei seiner Forderung nach Judys Rücktritt die Erwähnung breiterer jüdischer Interessen an der Entwaffnung der Zivilbevölkerung (die ich weiter unten behandeln werde) und behauptet statt dessen, daß die Jewish Federation of Greater Seattle ein Interesse an der Sache hätte wegen einer Schießerei, die vor acht Jahren stattfand. Naveed Haq, ein anscheinend gestörter Moslem, bahnte sich mit einer Faustfeuerwaffe gewaltsam einen Weg in die Büros der Federation, wobei er einen Angestellten tötete und fünf weitere verletzte. Dvorchik hat verlangt, daß das nationale Büro der NRA sich von Judys Bemerkungen und der „idiotischen, simplistischen und einfach falschen“ Vorstellung distanziert, daß die Behandlung der Juden in Nazideutschland irgend etwas mit einer Wählerinitiative zu tun hat, die Hintergrundüberprüfungen für Schußwaffenkäufer fordert. Er fügte hinzu, die Frage, ob die Juden „die Geschichte nicht verstehen, ist die abscheulichste rhetorische Frage, die je gestellt worden ist.“ Dvorchik haben sich die waffenfeindlichen jüdischen Politiker Reuven Carlyle und David Frockt angeschlossen, die gesagt haben, Judys Äußerungen trügen „dunkle, häßliche und subtile Untertöne von Antisemitismus.“ Zusätzlich berichtet Hanauers Washington Alliance for Gun Responsibility auf ihrer Webseite, daß die folgenden jüdischen Organisationen nun I-594 entsprechend ihren Grundsätzen unterstützen: Die Anti-Defamation League, Bet Alef, Congregation Beth Shalom, Jewish Council for Public Affairs, Jewish Family Service, Jewish Federation of Greater Seattle, Kavana Cooperative, Kol HaNeshamah, National Council of Jewish Women, Stroum Jewish Community Center, Temple Beth Am, Temple Beth Hatfiloh, Temple Beth Or, Temple B’Nai Torah, Temple De Hirsch Sinai, Tikvah Chadashah, Herzl Ner Tamid, Temple Beth El und das Washington State Holocaust Education Resource Center.

Prominente Juden haben eine widerliche Gewohnheit, mit der NRA aneinanderzugeraten. Der Fall Judy ist beinahe Kopie des Fiaskos von 2013 unter Beteiligung des jüdischen Bürgermeisters von Jersey City, Steve Fulop. Im November kündigte Fulop an, daß er die Kaufkraft der Waffenbeschaffungen seiner Polizeitruppe benutzen würde, um Waffenanbieter im Grunde zu erpressen, den Waffenkauf für gewöhnliche Kunden schwieriger zu machen. Kurz nachdem Fulop seine Absichten öffentlich machte, sagte Scott L. Bach, ein Vorstandsmitglied der NRA und Geschäftsführer der Association of New Jersey Rifle and Pistol Clubs, angeblich vor Publikum: „Seine (Fulops) Großeltern waren laut Wikipedia Holocaust-Überlebende. Daher muß man sich fragen, warum er es nicht kapiert.“ Der oberste Hexenjäger der ADL, Abe Foxman, reagierte seinerseits und verurteilte Bachs Bemerkungen nicht nur dafür, den Holocaust zu beschwören, um politisch zu punkten (vermutlich ist dieses Privileg nur Juden gewährt), sondern fügte auch hinzu, daß Bachs Beschwörung von Fulops persönlicher Familiengeschichte „das alles nur noch anstößiger macht.“

(mehr …)

Frei zu betrügen: „Jüdische Emanzipation“ und die anglo-jüdische „Cousinhood“, Teil 1

Benjamin Disraeli, der jüdische Premierminister Großbritanniens im Jahr 1868 sowie von 1874 - 1880 (Bild vom Übersetzer eingefügt).

Benjamin Disraeli, der jüdische Premierminister Großbritanniens im Jahr 1868 sowie von 1874 – 1880 (Bild vom Übersetzer eingefügt).

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Free to Cheat: “Jewish Emancipation” and the Anglo-Jewish Cousinhood, Part 1 erschien am 27. August 2012 im „Occidental Observer“.

 

„Menschen denken, wie es treffend gesagt worden ist, in Herden; man wird sehen, daß sie in Herden verrückt werden, während sie nur langsam und einer nach dem anderen wieder zu Sinnen kommen.“

Charles Mackay, 1841 [1]

Kurz nach seiner Wahl ins Parlament im Jahr 1830 schrieb Thomas Babington Macaulay (1800 – 1859), ein berühmter Historiker und einer von Britanniens führenden Literaten, sich die Aufhebung der jüdischen „bürgerlichen Einschränkungen“ in Britannien auf die Fahne. Mit einer Reihe von Reden war Macaulay entscheidend behilflich beim Betreiben der Forderung, Juden im Parlament sitzen zu lassen, und sein Artikel Civil Disabilities of the Jews vom Januar 1831 hatte eine „bedeutende Wirkung auf die öffentliche Meinung.“ [2] Bekennende Juden, die zu der Zeit in Britannien wohnten, konnten keine Sitze im Unterhaus einnehmen, weil man, bevor man im Parlament saß, einen christlichen Eid ablegen mußte. Zusätzlich waren Juden „ausgeschlossen von Kronämtern, von Körperschaften und vom Großteil der [akademischen] Berufe, bei denen der Zugang von religiösen Eiden, Prüfungen und Erklärungen starrte.“ [3] Sogar das Einbürgerungsgesetz von 1753, das im Ausland geborenen Juden die Staatsbürgerschaft gewährte, war nach verbreiteter Erregung im Volk und einer alles durchdringenden Atmosphäre des Argwohns und Mißtrauens gegen Juden im Allgemeinen und insbesondere gegen ausländische Juden aufgehoben worden. [4] Ursula Henriques erklärt, daß „die Juden still geblieben waren” wegen der entschlossenen Ablehnung des britischen Volkes gegenüber der Mitwirkung von Juden im britischen politischen Leben seit ihrer Wiederaufnahme im 17. Jahrhundert. [5]

Nachdem sie jedoch Auftrieb durch die Gewährung politischer Emanzipation für protestantische Andersgläubige und Katholiken in den Jahren 1828 und 1829 erhalten hatten, begannen britische Juden für ihre eigene „Emanzipation“ zu agitieren, und diese Agitation wurde in großem Ausmaß von Thomas Macauley verstärkt und angeführt. Innerhalb von dreißig Jahren hatte die britische Elite kapituliert; nicht nur waren alle christlichen Eide abgeschafft worden, sondern es saßen auch sechs nicht konvertierte Juden im Unterhaus. Innerhalb von fünfzig Jahren hatte Britannien sechzehn jüdische Parlamentsabgeordnete und einen jüdischen Premierminister, der eine Doktrin der jüdischen rassischen Überlegenheit verfocht – Benjamin Disraeli; und unter Disraeli sollte Britannien eine Außenpolitik verfolgen, die in großem Ausmaß von dem diktiert wurde, was der zukünftige Premierminister William Gladstone „jüdische Sympathien“ nannte. [6] Zu dieser Außenpolitik sollte eine Unterstützung der Osmanen gehören, die freundlich gegenüber Juden waren und Christen in Bulgarien massakrierten. Und dazu sollte die Kriegführung gegen die Buren in einer Aktion gehören, die für jüdische Bergbauoperationen in Südafrika höchst vorteilhaft war. [7] Wie und warum fand solch eine dramatische Veränderung der Umstände statt? Und wie hat die anglo-jüdische Elite Britannien seinen Akt der „Gerechtigkeit“ vergolten?

Kehren wir zuerst für einen Moment zu Macaulay zurück. Eine gründliche Untersuchung seines Lebens enthüllt keine jüdische Abstammung und keine eindeutigen Verbindungen zu Juden. Als Sohn eines schottischen Kolonialgouverneurs und Abolitionisten erscheint Macaulay auf den ersten Blick als eine Art knieweicher liberaler Idealist, und zusätzlich scheint er sehr wenig Wissen über jüdische Geschichte oder Kultur gehabt zu haben. Er sah die jüdische Agitation um Zugang zur Regierung als hauptsächlich religiöse Frage und nahm die Juden nach seinen eigenen Worten als „Opfer von Intoleranz” wahr. [8] Macaulay war auf seine Kenntnis der griechischen Literatur stolz [9], und doch können wir uns nur wünschen, daß er mehr Zeit für seine griechische Philosophie verwendet hätte, insbesondere auf jene von Plato, der „jene, die Gerechtigkeit durch Ängstlichkeit oder Dummheit praktizieren“ verdammte und meinte: „wenn die Gerechtigkeit nicht gut für den Gerechten ist, dann begehen Moralisten, die sie als Tugend empfehlen, einen Betrug.“ [10]

(mehr …)

Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Teil 3]: „Englischer literarischer Antisemitismus“

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Review: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Part 3]: „English Literary Anti-Semitism“ erschien am 22. Februar 2013 im „Occidental Observer“.

Zuvor erschienen:

Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora: A History of Anti-Semitism in England“, Teil 1

Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Teil 2]: „Mittelalterlicher englischer Antisemitismus“

Illustration aus „The Prioress‘ Tale“

Illustration aus „The Prioress‘ Tale“

Wir setzen unsere Analyse von Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ fort, indem wir unsere Aufmerksamkeit einem der umfangreicheren Abschnitte des Buches zuwenden – einem Kapitel, das sich mit dem befaßt, was Julius für Englands einzigartig hasserfüllten Beitrag zur Weltliteratur hält. Im ersten Teil dieser Analyse erforschten wir den Hintergrund des Autors, seine Geschichte als jüdischer ethnischer Aktivist und auch, durch einige seiner Aussagen und bibliographische Informationen, Aspekte seiner Psychologie. Es ist bereits demonstriert worden, daß diese psychologische und in gewissem Sinne auch politische Sichtweise sowohl Julius’ Wahrnehmung der Geschichte der Juden in England wie auch seine Schriften über diese Geschichte beeinflußt. Dies ist am offensichtlichsten in dem Faden des Opfertums, den Julius grob durch einen Großteil des Buches webt.

Heimtückischer sind jedoch die Fälle, die wir im zweiten Teil der Analyse gesehen haben, wo Julius vorsätzlich Beweise ignorierte, weil sie nicht dem entsprachen, wovon er glaubt, daß es so war, und auch, weil sie nicht dem entsprachen, was er andere glauben machen möchte. Julius hat damit gezeigt, daß er ein Propagandist ist, der zu dem Getrommel beiträgt, daß der Westen böse ist.

Julius eröffnet sein Kapitel mit einer Darstellung der Bedeutung der Klagelieder Jeremias’ [Lamentationes] in der jüdischen Tradition. Das Buch, das Juden als Megillat Eicha bekannt ist, hält den Verlust Jerusalems und die Zerstörung des Tempels durch die Babylonier fest. Laut Julius (S. 144) erneuert seine Rezitation durch Juden jedes Jahr am Fastentag Tishah be’Av

die jüdische Erinnerung an das babylonische Exil und an jene anderen Momente nationalen Unglücks, derer man sich konventionsgemäß an diesem Tag erinnert – unter anderem die Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer im Jahr 70 [n. Chr.] und die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492. In seiner langsamen Summierung von Katastrophen ermutigt Tishah be’Av dazu, Katastrophen als die definierende Qualität der Existenz in der Diaspora zu betrachten… Der Tradition zufolge wurden die Juden an Tishah be’Av aus England vertrieben. An diesem Tag sollen die Juden sich auch an diese Katastrophe erinnern.

Abgesehen von den Auswirkungen dieses jährlichen Festivals des Opfertums auf die Gruppenidentität und Gruppenpsychologie schreibt Julius, daß ein zentraler Aspekt der Megillat Eicha eine Erinnerung an die Babylonier sei, wie sie ihren Sieg über die Juden feierten, indem sie sie in ihre Lieder und Spötteleien einbezogen.

Dieses Feiern über die Besiegten ist wichtig, weil laut Julius der angeblich antijüdische englische Literaturkanon aus der Zeit nach der Vertreibung wenig mehr ist als das Feierlied von Engländern, die ihren Feind besiegt haben und sich dieses Sieges für immer in ihrer Kunst erinnern werden. Es kommt Julius nicht in den Sinn, daß die Vorstellung, daß der berühmte literarische Ausstoß von einem der weltgrößten Produzenten des geschriebenen Wortes sich um die Juden drehe, ein Beweis für ein wahrlich pathologisches Ausmaß von Ethnozentrismus ist.

Stattdessen schreibt Julius (S. 149), daß die Juden nach der Vertreibung herausfanden,

daß sie zum Stoff für Lieder geworden waren. Dies gehört zu den bittersten Folgen für sie. Die Bedrohung, die sie darstellten (oder als die sie wahrgenommen wurden), kann nun zeremoniell beschworen werden… Diese Lieder oder Balladen, die endlos wiedererzählt werden und die den Besiegten das Pathos ihrer Niederlage verweigern, folgen sowohl auf Akte der Barbarei, wie sie auch selbst barbarisch sind. Sie sind mitleidlos; sie können verfolgerisch sein.

Wir können schnell sehen, daß das Gefühl des Opfertums, das in den vorherigen Abschnitten des Buches so offensichtlich ist, weiterhin gewohnheitsmäßig aus jedem Absatz trieft. Julius schreibt (S. 149):

Englands ehemalige Juden hätten sich versammeln können, um solch ein Klagelied [wie die Eicha] anzustimmen, während sie in ihren überseeischen Zufluchtsorten über die entstehende Literatur ihres ehemaligen Heimatlandes nachdachten, eine Literatur, die Texte verbreitete, in denen die Verbrechen räuberischer Juden aufgedeckt und ihre Täter bestraft werden.

Eine sorgfältige Zählung der Werke, die sechshundert Jahre überspannen und von denen Julius behauptet, daß sie antijüdischen Inhalt hätten, kommt auf insgesamt sechzehn, einschließlich Titeln wie Bram Stokers Dracula, das keine Verweise auf Juden oder das Judentum enthält. Das ist kaum die „Verbreitung“, die Julius postuliert, und kaum ein Beweis für einen vorherrschenden antisemitischen nationalen „Diskurs“.

(mehr …)

Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Teil 2]: „Mittelalterlicher englischer Antisemitismus“

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Review: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Part 2]: „Medieval English Anti-Semitism“ erschien am 21. Januar 2013 im „Occidental Observer“.

In Teil 1 dieses Essays schufen wir die Grundlagen für eine Untersuchung von Anthony Julius’ Trials of the Diaspora, indem wir den Hintergrund des Autors betrachteten, seinen Hintergrund als Anhänger der Frankfurter Schule und seine Rolle bei der Verteidigung und Förderung jüdischer Interessen. Wir gehen nun zu einer Diskussion des historischen Inhalts des Textes über. Die folgende Analyse wird dem Leser zuerst Julius’ Narrativ der jüdischen Erfahrung im mittelalterlichen England liefern. Die zweite Hälfte des Essays wird der Sezierung seines Narrativs gewidmet sein und dem Aufzeigen seiner Myriaden von Fehlern, Falschdarstellungen und Erfindungen.

Julius über die Juden im mittelalterlichen England

Julius beginnt seine Geschichte der Juden im mittelalterlichen England, indem er ein häufiges Thema in der jüdischen ethnisch-aktivistischen Geschichtsschreibung einführt – die völlige jüdische Passivität und den Einsatz dessen, was ich „das Opferparadigma“ nenne. Wie ich in meiner früheren Arbeit über die russischen Unruhen im 19. Jahrhundert erläuterte, „ist es die Vorstellung, daß Juden als exemplarisches ‚schuldloses Opfer’ in der Welt allein dastehen. Auch nur irgendein Gefühl jüdischer Einwirkung zuzulassen – irgendeine Behauptung, daß Juden vielleicht in mancher Weise zu antijüdischen Einstellungen beigetragen haben – heißt, dem Fortbestand dieses Paradigmas zu schaden.“ Für Julius ist die Geschichte der Juden im mittelalterlichen England eine, in der eine unschuldige jüdische Population von „einem räuberischen Staat, einer feindseligen Kirche und einer zeitweise, aber mörderisch gewalttätigen Bevölkerung“ zum Opfer gemacht wird (S. xli). Julius schreibt, daß die Periode „einen Krieg gegen die Juden“ erlebte (S. xli). Das Leben der Juden war laut Julius ab dem Moment ihrer Ansiedlung im Land im Jahr 1066 „immer schwierig, oft unerträglich“ (S. xli).

Julius malt ein Porträt einer Gemeinschaft wie jede andere, vielfältig in ihren Interessen und Berufen. Sicherlich, gibt Julius zu, gab es „einige große Finanziers“, aber der Geldverleih spielte im jüdischen Leben keine große Rolle, und es gab auch „Ärzte, Händler, Goldschmiede und Balladensänger“ (S. 106). Julius behauptet, „sie waren nicht von ihren christlichen Nachbarn abgesondert“ (S. 107). Er drängt uns zur Vermeidung „der Fehlvorstellung, daß das typische jüdische Milieu ein kommerzielles sei, und daß der Judaismus selbst besonders günstig für das Geldverdienen sei“ (S. 123).

Julius schreibt die erste ernsthafte Störung dieser prekären Existenz dem Erscheinen der „Ritualmordlegende“ zu, die laut Julius aus der Irrationalität und angeborenen Bösartigkeit der christlichen Bevölkerung entstand (S. 123). Die Krone machte dann mit und „machte das Abpressen von Geld von Englands reichsten Juden zu einem Projekt“ (S. 123). Man betrachte das Opferparadigma, das hier am Werk ist, wenn Julius behauptet: „Die Geschichte des mittelalterlichen englischen Judentums ist daher in großem Maße die Geschichte der Verfolgung des mittelalterlichen englischen Judentums“ [Hervorhebung im Buch] (S. 123). Er behauptet: „Im mittelalterlichen England wurden Juden diffamiert, ihr Vermögen wurde enteignet, sie wurden getötet oder verletzt, sie waren diskriminierenden und erniedrigenden Vorschriften unterworfen, und sie wurden schließlich vertrieben“ (S. 108). Gewalt „kam von oben und unten“ (S. 108), „weder jüdisches Leben noch jüdisches Eigentum war jemals gänzlich vor Angriffen sicher… Sogar ihre gewöhnlichsten, belanglosesten sozialen Begegnungen mit Christen waren mit Gefahr für Juden befrachtet“ (S. 119). Opfertum, Passivität, Mangel an eigener Tätigkeit.

Julius behauptet, daß der Staat die Juden zu Opfern gemacht hätte, indem er „Erpressung durch gerichtliche Sanktionierung falscher Anschuldigungen unterstützte, durch seine stillschweigende Unterstützung für Mob-Gewalt und seine Weigerung, die Mörder von Juden zu bestrafen“ (S. 119). Die Kirche „praktizierte Gewalt und stiftete andere zu Gewalt an durch ihr Streben nach verfolgerischen Gesetzen, durch ihre Predigten und durch andere Zwangsmaßnahmen“ (S. 119). Mob-Gewalt war „radikal, gnadenlos und sehr oft geschickt angeleitet“ (S. 119). Julius liefert keine Verweise, Zitate oder Beweise zur Unterstützung dieser Behauptungen.

Viel von Julius’ Polemik zu diesem Zeitraum betrifft die „Ritualmordlegende“, ein Phänomen, das er völlig zu erklären oder in einen Zusammenhang zu stellen verabsäumt. Er stützt sich darauf, es als „den beispielhaften Fall einer völligen Erfindung“ abzutun, ohne zu fragen, warum eine örtliche Bevölkerung a) überhaupt Beweise gegen Juden erfinden würde und b) warum das die Form annahm und zu der Zeit aufkam, wie es der Fall war. Nachdem die Beantwortung solcher Fragen entscheidend für das Verständnis jeder historischen Frage oder Periode ist, ist Julius’ ganzer Abschnitt dazu nicht nur faktisch, sondern auch methodisch fehlerhaft. Er schreibt die antijüdischen Unruhen von 1189 bis 1190 „einer breiten Begeisterung für die Kreuzzüge“ zu (S. 119), ohne Gründe für solch eine Aussage zu bieten, und schreibt provokant, daß er sich die Massen von Nichtjuden vorstellt, wie sie „rauben, vergewaltigen, verbrennen und töten – die ganze Zeit selbstgerecht“ (S. 119).

Die Krone, behauptet Julius, belastete Englands Juden mit „drückenden Steuern“, die aufgrund persönlicher Habgier und einer bösartigen Theologie eingehoben wurden, die sie für „Gottes zurückgewiesenes Volk“ hielt (S. 125). Sie seien den Launen von Königen ausgesetzt gewesen, die große Darlehen und tallages [eine Art von Landsteuer] forderten. Die englische Kirche verfolgte Juden, indem sie Christen sagte, nicht zu jüdischen Ärzten zu gehen und kein Geld von Juden zu borgen, und durch die priesterliche Befassung mit jüdischen religiösen Gestalten in theologischen Debatten. Edward I. war besonders gemein, erklärte Julius, denn er „gab Anweisungen an Juden, dominikanischen Predigten beizuwohnen“ (S. 139).

Julius schreibt, daß Edward I. im Jahr 1290 eine „geschwächte“ und „eingeschüchterte“ jüdische Bevölkerung aus England vertrieb, sobald sie für die Krone finanziell nicht mehr nützlich war. Ein deprimierendes und für den uninformierten Leser in der Tat mitleiderregendes Narrativ.

Aber ein gänzlich falsches.

Juden im mittelalterlichen England

Sogar damals im Jahr 1894 gab es eine genügende Menge dieser Dokumentation, daß W. Bacher schreiben konnte: „Kein Land in Europa besitzt einen so reichen Bestand an Dokumentation über die Geschichte der Juden im zwölften Jahrhundert wie England“ [1] Trotz der Verfügbarkeit großer Mengen von primären Dokumentarbeweisen konsultierte Julius nicht eine originale Quelle für seine Diskussion über die mittelalterlichen englischen Juden, sondern macht statt dessen starke und selektive Anleihen bei anderen Autoren. Wie G. R. Elton, der große englische rationalistische Historiker, in seinem Klassiker The Practice of History (1961) sagte: „Zu wissen, was andere Historiker geschrieben haben, ist entscheidend für eine ordentliche Arbeit“, aber „die erste Forderung für solide Geschichtswissenschaft muß betont werden: sie muß auf einer breiten Inangriffnahme allen relevanten Materials beruhen.“ [2] Julius geht nicht nur nicht alles relevante Material an, das im Laufe von Jahrhunderten ausgegraben worden ist – er befaßt sich mit gar nichts davon. Mit der Ausnahme von ein oder zwei Einträgen besteht Julius’ Liste von über einhundert Fußnoten für seine Diskussion der Juden im mittelalterlichen England ausschließlich aus Büchern, die in den 1980ern und 1990ern von Historikern der Art geschrieben wurden, die von Elton als Lieferanten „antipositivistischer Kritiken“ bezeichnet wurden – das heißt, eine Schule von Historikern, die behaupten, daß die Theorie den Beweis übertrumpft, und für die es daher „buchstäblich axiomatisch ist, daß Historiker nie mit den Materialien der rohen Vergangenheit arbeiten.“ [3] Natürlich war der Antipositivismus die Hauptlinie des Denkens der Frankfurter Schule, die das Schreiben der akademischen Historie in den 1960ern infizierte, und bis zum heutigen Tag fortbesteht. [4] Seine Verfechter glauben daran, ihre Forschung im Bereich der Fantasie durchzuführen statt im Archiv.

Befassen wir uns als erstes mit Julius’ Behauptung, daß diese jüdische Gemeinschaft vielfältig in Gewerbe und Beruf war, und daß der Geldverleih ein sehr geringfügiger Teil davon war. Anders als Julius konsultierte A. M. Fuss für seinen Artikel von 1875 über „innerjüdische Kredite in England vor der Vertreibung“ die verfügbaren Aufzeichnungen und kam zum Schluß, daß die englischen Juden „sich hauptsächlich mit Geldverleih befaßten, statt mit Gewerbe oder Handel… Tatsächlich bieten die von den Königen John und Richard erteilten Privilegien [d. h., im Sinne von Lizenzen; d. Ü.] spezifischen Schutz für ihre Geldverleihaktivitäten.“ [5] P. Elman schreibt in der Economic History Review: „Die offenkundige Funktion der Juden hinsichtlich der allgemeinen Bevölkerung war jene des Geldverleihs.“ [6] B. Lionel Abrahams verwendete in seinem mit dem Arnold Prize ausgezeichneten Artikel „The Expulsion of the Jews from England in 1290“ [„Die Vertreibung der Juden aus England im Jahr 1290“] große Mengen von Archivbeweisen und konnte aufgrund dieser Beweise schlußfolgern, daß die Juden, als sie sich erstmals in England ansiedelten, „Geld mitbrachten, aber keine Fertigkeiten in irgendeinem Beruf, außer es [das Geld] gegen Zinsen zu verleihen.“ [7] Ein weiterer Artikel stellt fest, daß es in dieser reichlichen Literatur keinen Hinweis gibt, „um anzunehmen, daß die englischen Juden dieses Zeitraums ihren Lebensunterhalt in irgendwelchen beträchtlichen Zahlen aus irgendeiner anderen Kunst oder einem anderen Handwerk erhielten… Es ist daher wahrscheinlich, daß das Kapital, mit dem die Gemeinschaft im Land begann, sehr beträchtlich war.“ [8] In den Tausenden und Abertausenden von Seiten von Dokumenten, die wir über diese Gemeinschaft haben (die Wohnsitzdaten, die Steuerinformationen, die Details ihrer persönlichen Darstellungen etc.) finden wir keine beruflich vielfältige und verstreute Population, sondern statt dessen eine enggestrickte, untereinander in Wechselbeziehung stehende und extrem gut organisierte Gruppe von Geldverleihern und Finanziers. Julius würde es nicht gefallen, wenn wir die „Fehlvorstellung“ hätten, „daß das typische jüdische Milieu ein kommerzielles ist“, daher verzerrt er schamlos die historischen Aufzeichnungen. Hinsichtlich dessen, ob dies eine vorsätzliche Verzerrung ist: er zitiert die Seite sechsundzwanzig aus H. G. Richardsons The English Jewry under Angevin Kings (1960). Die vorhergehende Seite, das ist die Seite fünfundzwanzig, liefert eine ausführliche Beschreibung des riesigen jüdischen Geldverleihunternehmens. [9]

(mehr …)