Spacewreck: Killerplaneten / Salamander City

Während des frühen Stadiums der Besiedelung wohnten und arbeiteten Kolonisten oft in Schutzfahrzeugen.

Original: „Killer Planets“ und „Killer Planets: Salamander City“, hier zusammengefaßt; Übersetzung: Cernunnos alias Lucifex (Bilder von Angus McKie [Titelbild] und Tony Roberts [2. Bild]). Dies ist Teil 9 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kurzer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. (Links zu den anderen bisher hier veröffentlichten Übersetzungen am Schluß).

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Killerplaneten

Die Besiedelung einer fremden Welt wird nie leichtfertig unternommen. Die Investitionen an Leben und extrem teurer Ausrüstung kann nie ohne sorgfältigste Untersuchung und vorheriges Studium des fraglichen Planeten aufs Spiel gesetzt werden. So anpassungsfähig der Mensch auch ist, so sind die Bedingungen, unter denen er überleben kann, stark eingeschränkt. Die Atmosphäre, die er atmen kann, ist eine fein ausgewogene Mischung, und die Existenz eines einzigen giftigen Gases kann eine ansonsten ideale Welt ungeeignet machen. Es gibt natürlich isolierte Fälle, wo Kolonien an Orten gegründet werden, wo die Errichtung einer künstlichen Umwelt notwendig ist. Damit dies der Fall ist, muß die Welt Ressourcen oder Eigenschaften von beträchtlichem Wert besitzen, da der Import und die Wartung der geeigneten Technologie kostspielig ist.

Zusätzlich muß es eine angemessene Wasserversorgung geben, eine Oberflächenbeschaffenheit, die für die Versorgung mit Nahrungsmitteln genutzt werden kann, und ein erträgliches Klima. Die Masse und Schwerkraft sind ein weiterer Faktor, der eine Bewohnung durch Menschen zulassen muß, zusammen mit einer Anzahl geringerer Erwägungen wie einheimische Lebensformen, mit denen die Kolonisten vielleicht konkurrieren müssen. Diese Gleichung reduziert die Anzahl der Welten, wo Menschen arbeiten und leben können, sehr dramatisch, und je weiter der Planet vom Herzen der Terranischen Föderation entfernt liegt, desto sorgfältiger muß er in Erwägung gezogen werden. Wenige Kolonien können ihre Gründungsjahre ohne angemessenen Zugang zu den Heimatwelten zwecks Unterstützung und Nachschub überleben. Und da die Föderation es sich nicht leisten kann, einen neuen Planeten unbegrenzt zu finanzieren, ist dessen zukünftiger Beitrag zum Netzwerk des interstellaren Handels bei jeder kolonialen Beurteilung von großer Bedeutung.

Sobald eine Kandidatenwelt entdeckt ist, wird ein komplexes und gründliches Studienprogramm eingeleitet. Unbemannte Sonden und Forschungslaboratorien führen eine anfängliche Untersuchung durch, bevor PSR-Teams (Pre-Settlement Research – Erforschung vor der Besiedlung) entsandt werden, um eine Untersuchung aus erster Hand durchzuführen. Während diese Aktivität im Gange ist, studieren Experten in den Datenzentren der Terran Trade Authority die mögliche Logistik der neuen Welt und erforschen ihre Implikationen hinsichtlich des galaktischen Handels. Infolgedessen ist zu der Zeit, wo der Planet als geeignet für eine Kolonisierung erklärt wird, das Spektrum der Produkte oder Materialien, die die Siedler zu exportieren streben sollten, festgestellt worden. Dies hindert die zukünftigen Bewohner natürlich nicht daran, jedes seltene oder einzigartige Gut ausbeuten zu können, die der Planet vielleicht bietet, aber es ermöglicht ihnen, sich sicher in dem Wissen zu fühlen, daß sie einen sofortigen Beitrag leisten können, der ihr Unternehmen zu finanzieren hilft.

Wenn die Kolonisationsschiffe mit ihren Frachten aufbrechen, führen sie eine Nutzlast aus Ausrüstung und Versorgungsgütern mit, die spezifisch auf die Eroberung der vor ihnen liegenden Welt maßgeschneidert ist, und die Siedler selbst sind sorgfältig so ausgewählt, daß sie die Geeignetsten für dieses bestimmte Projekt sind.

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Spacewreck: Opfer von Arachnidia

Original: „Killer Planets: Victims of Arachnidia“; Übersetzung: Cernunnos alias Lucifex (Bild von Tony Roberts). Dies ist Teil 8 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kurzer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung
Todesschiff von Alkahera
Das Wrack der Jancis Jo
Die Kriegswelt Alshain
Kinder der Götter
Ein tödliches Eden

Der Friedhof von Beta Pavonis

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Manchmal stößt selbst die bestvorbereitete Expedition auf Probleme, auf die ihre Mitglieder keine Antwort haben und die sie zu überwältigen drohen. Beim gegenwärtigen System der Erforschung und Besiedelung ist kein Außenposten so abgelegen, daß er nicht in der Lage ist, die Ressourcen der Föderation zur Hilfe oder Rettung anzurufen. Leider hatten die frühen Kolonisten keine solche Rückgriffsmöglichkeit. Zu oft führte ihr Eroberer- und Abenteuergeist sie weit über den Kontakt zu ihren Mitmenschen hinaus, und von vielen hörte man nie wieder etwas. Manche dieser Gruppen gedeihen vielleicht noch auf fernen und aus anderen Gründen unbekannten Welten, wo ihre Isolation vom Rest der Menschheit es ermöglicht hat, daß ihre Entwicklung auf einem Weg weitergeht, der frei von irgendeinem körperschaftlichen Einfluß weitergeht. Es ist vorstellbar, sogar wahrscheinlich, daß zukünftige Forschungen Welten wiederentdecken, wo menschliche Siedler überlebt und sich in solche einer Weise entwickelt haben, daß sie für ihre Mitmenschen nicht wiederzuerkennen sind. Andere sind zweifellos gescheitert, angesichts von Bedrohungen, gegen die sie keine Verteidigung hatten. Ein tragisches Beispiel dafür wurde im einsamen Einplanetensystem Epsilon Hydrae gefunden, eines Zwergsterns vom Spektraltyp G0, der 136 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt.

Jede Welt, die eine atembare Atmosphäre besitzt, ist für die Terran Trade Authority von vorrangigem Interesse, und da diese einsame Welt eine erdähnliche Lufthülle hatte, wurde ein Erkundungsschiff entsandt, sobald die Entdeckung gemacht worden war. Dessen Bericht war nicht ermutigend, da Wasser knapp zu sein schien und die aride Oberfläche wenig Vegetation aufwies. Was es an struppigen Gewächsen überhaupt gab, war an den Polen konzentriert, und obwohl es einen recht hohen Bedeckungsgrad durch Wolken gab, war die Niederschlagsrate auf dem Großteil des Globus extrem niedrig. Es gab wenig Variation zwischen Nacht und Tag, da die geringe Lichtmenge von der kleinen Sonne, die die Wolkenbänke durchdrang, schwach war. Jedoch deutete eine vorläufige Untersuchung darauf hin, daß der felsige Planet, obwohl ihm ein Reiz als mögliche Kolonialwelt fehlte, einigen Wert für den Bergbau haben könnte, und ein spezialisiertes Forschungsteam wurde ausgesandt, um eine Oberflächenstudie durchzuführen.

Die Geologen hatten mehr als drei unbequeme Monate mit dem Sammeln von Proben und der Kartierung der Planetenoberfläche verbracht, bevor sie ihre Aufmerksamkeit einer der vielen gebirgigen Regionen des Planeten zuwandten. Während eines der frühen Märsche in diesem Terrain stießen sie auf ein Gebiet, das eine Anzahl großer spinnwebartiger Strukturen enthielt. Sie bestanden aus einem immens starken Material, das sich der Analyse widersetzte, und stellenweise waren sie so dicht, das sie unmöglich zu passieren waren. Sie schienen in bestimmten Bereichen mit freiem Boden darum herum konzentriert zu sein. Nachdem es mehrere dieser bemerkenswerten Phänomene umgangen hatte, sah das Team ein weiteres vor sich. Sie wollten ungern einen weiteren Umweg machen und wollten schon denselben Weg zurückgehen, als einem der Gruppe eine ungewöhnliche Felsstruktur im Herzen der Netzmasse auffiel. Während das Terrain immer zerklüftet und kantig gewesen war, war dieser Felsvorsprung glatter und hob sich von dem steinernen Wirrwarr ab, das ihn umgab. Sie beschlossen, so nahe wie möglich heranzugehen, um eine Holovid-Aufzeichnung zu machen, bevor sie zur Basis zurückkehrten, und kletterten über die Felsen darauf zu. Je näher sie kamen, desto unnatürlicher sah das Objekt aus, bis sie plötzlich erkannten, daß es keine Felsformation war.

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Spacewreck: Der Friedhof von Beta Pavonis

Der Friedhof von Beta Pavonis ist ein wahrhaft ehrfurchtgebietender Anblick. Unzählige tausende verlassener Schiffe kreisen endlos um den leblosen Globus des einzigen Planeten in dem System. Fast alle Fahrzeuge stammen von jenseits der bekannten Galaxis, und diejenigen, die identifiziert worden sind, kommen aus vielen Perioden unserer Geschichte. Eines der bemerkenswertesten davon ist der uralte und beinahe intakte Space Shuttle, der in den ersten Tagen des Raumfluges operierte, noch bevor überhaupt die Föderation gebildet worden war. (Bild von Peter Elson.)

Original: „The Graveyard of Beta Pavonis“; Übersetzung: Cernunnos alias Lucifex (Bilder von Peter Elson, Fred Gambino, Tony Roberts und Robin Hiddon). Dies ist Teil 7 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kurzer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung

Todesschiff von Alkahera

Das Wrack der Jancis Jo

Die Kriegswelt Alshain

Kinder der Götter

Ein tödliches Eden

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Die fernsten Teile jedes großen Reiches haben in der ganzen Geschichte immer ein größeres Maß an Freiheit und Unabhängigkeit erfahren als jene Regionen, die näher an der Zentralregierung liegen. Das Gesetz ist schwerer durchzusetzen, und die Kommunikation ist auf das Wesentliche beschränkt. Obwohl es viele Vorteile für die Bewohner jener abgelegenen Gebiete geben mag, gibt es auch Nachteile. Es ist beträchtlich schwerer für sie, am gemeinsamen Netzwerk des Handels und der Wirtschaft mit ihren offenkundigen Vorteilen teilzunehmen, und sie sind zu einem hohen Maß an Autarkie gezwungen, um zu existieren. Wichtige Materialien und Versorgungsgüter sind Mangelware und oft von einer Art, die unmöglich zu improvisieren ist.

Die Raumregion, die von Alpha Indi dominiert wird, einer Sonne sehr ähnlich unserer eigenen, war ein typisches Beispiel. 102 Lichtjahre vom Zentrum der Terranischen Föderation entfernt liegend, besaß sie mehrere Planeten, von denen zwei in der jüngeren Vergangenheit kolonisiert worden waren. Obwohl beide Welten recht groß waren, war ein Großteil ihrer Oberfläche dürr und unwirtlich, und die Kolonisation nahm die Form zahlreicher isolierter Siedlungen an, die über die ganzen Enklaven fruchtbaren Landes verteilt waren. Aber diese Welten waren für sich nicht der Grund, warum Menschen durch die Leere gereist waren. Über das ganze System verstreut gab es mehrere erzreiche Asteroidenschwärme, von denen jeder aus Tausenden einzelner Objekte bestand. Das Problem war, an sie heranzukommen. Versorgungsschiffe von den Industriewelten näher am Kern der Föderation kamen selten vorbei, und wenn einmal Händler bei Alpha Indi aus dem Warp auftauchten, beförderten sie üblicherweise wichtige medizinische Nachschubgüter oder Haushaltsgeräte statt Raumschiffbaugruppen oder Bergbauausrüstung, die zu bezahlen den Siedern schwerfallen würde. Die großen Bergbaukonzerne waren in diesem Stadium mehr an den Feldern näher der Heimat mit ihren bedeutend niedrigeren Transportkosten interessiert. Es war für die Kolonisten sehr frustrierend, die Chance zu sehen, die riesigen Konzerne mit diesen reichen Feldern zu schlagen, und doch unfähig zu ihrer Ausbeutung zu bleiben. Ihr Problem war nicht einzigartig, und die Konzerne waren damit zufrieden zu warten, bis die Nachfrage die neuen Felder rentabel machen würde, bevor sie ihre Ausrüstung heranschafften. Auf jeden Fall waren viele von ihnen auch Raumschiffhersteller und begrenzten in gegenseitigem Einvernehmen die Lieferung von Raumfahrzeugen und Ausrüstung an solche Welten.

Daher bemerkten sie mit einiger Überraschung einen Zuwachs des Angebots bestimmter wichtiger Minerale auf dem Markt, einen Zuwachs, für den sie nicht verantwortlich waren. Zuerst war das Volumen nicht bedeutend genug, um die allgemeinen Preise zu drücken, und sie achteten wenig darauf. Aber allmählich nahm das Rieseln zu, und es begann eine deutliche Wirkung auf ihre Preise zu haben. Die Lieferungen wurden bald nach Alpha Indi zurückverfolgt, und Kundschafter wurden ausgeschickt, um herauszufinden, wie die Siedler an die Quelle gelangten und die Materialien abbauten. Es war offenkundig, daß die Menschen von Alpha Indi Schiffe hatten, aber es gelang den Kundschaftern nicht herauszufinden, wie man sie erhalten hatte, insbesondere nachdem sie keinen existierenden Typen entsprachen. Die Kolonisten beharrten darauf, daß sie sie selbst gebaut hätten, aber dies erschien unmöglich. Sie hatten weder die beträchtliche Expertise, die nötig war, um solche Fahrzeuge von Grund auf zu konstruieren und zu bauen, noch die hochentwickelten Einrichtungen, die solch ein Unterfangen erfordern würde. Die Fabriken, die es gab, waren nicht mehr als ziemlich primitive Montagewerkstätten. Der Bau fertiger Schiffe wäre nur mit einem hohen Grad an Vorfabrikation möglich gewesen, und kein registrierter Anbieter hatte solche Baugruppen angeliefert.

Dennoch wurden die Erze in ständig wachsenden Mengen gefördert, wobei die Siedler selbst die Schiffe in die Heimatsysteme flogen. Die Bergbaufirmen ersuchten schließlich die Terran Trade Authority um Ermittlung, mit der Begründung, daß die neue Kolonie vielleicht ihre Produktionsquote überschreiten könnte, aber die TTA konnte nichts ausrichten. Produktionsquoten wurden vorab vor jeder Bergbauoperation festgesetzt, und in diesem Fall war keine festgelegt worden, weil erwartet wurde, daß diese Felder erst in vielen Jahren in Betrieb sein würden. Was die Schiffe betraf, so waren sie von einzigartiger Konstruktion, aber sie entsprachen alle den standardmäßigen Sicherheitsvorschriften und waren ordnungsgemäß registriert worden.

Daß es genug Schiffe gab, um einen Bergbaubetrieb von beträchtlicher Größe zu ermöglichen, war außergewöhnlich genug, aber daß es auch eine große Zahl von Fahrzeugen gab, die als private Verkehrsmittel zwischen den beiden Schwesterwelten benutzt wurden, viel mehr, als mit dem gewachsenen Wohlstand der Bergbauleute erklärt werden konnte, war ganz unerklärlich. Die TTA war offensichtlich sehr interessiert daran, wie eine isolierte und etwas verarmte Kolonie es geschafft hatte, fast über Nacht eine blühende und individuelle Schiffbauindustrie zu schaffen, ohne die teuren und raffinierten Ressourcen, die für ein Unternehmen dieser Art für notwendig erachtet wurden. Ihre Ermittler wurden offen und warmherzig empfangen und sofort zu den betreffenden Fabriken geführt, wo bald offensichtlich wurde, daß die Bewohner mit den Grundbaugruppen in vorfabrizierter Form beliefert wurden.

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Spacewreck: Ein tödliches Eden

„Für den nichtsahnenden Reisenden gibt es nichts am System Delta Gruis selbst, das auf die Gefahr hindeutet, die auf der Oberfläche des Planeten Eden lauert. Nur die Warnfunkfeuer, die diesen Raumbereich umringen, liegen zwischen der Realität und dem Wahnsinn.“ (Bild von Angus McKie)

Original: „Killer Planets: A Deadly Eden“; Übersetzung: Cernunnos alias Lucifex (Bilder von Angus McKie, Fred Gambino und Colin Hay). Dies ist Teil 6 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kurzer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung

Todesschiff von Alkahera

Das Wrack der Jancis Jo

Die Kriegswelt Alshain

Kinder der Götter

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230 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt die nähere Komponente des optischen Doppelsterns Delta Gruis. Delta Eins ist eine Sonne mit ähnlichen Eigenschaften wie Sol, anders als der fernere des Paares, der ein roter Stern vom Spektraltyp M4 ist. Vor etwa 34 Jahren wurde herausgefunden, daß Delta Eins ein Planetensystem aus mindestens vier größeren Körpern besitzt, und eine Vorbeiflugsonde zeigte an, daß zwei davon die Eigenschaften bewohnbarer Welten hatten. Es ist nicht oft der Fall, daß ein System auch nur einen solchen Planeten enthält, und daß eines zwei davon enthält, war selten genug, daß die Entdeckung beträchtliches Interesse erregte. Infolgedessen wurde ein Vermessungsteam eigens zusammengestellt, um sofort weiterzuforschen, statt daß das System der Liste der Welten hinzugefügt wurde, die darauf warteten, studiert zu werden. Nach einer ereignislosen Reise näherten sich die beiden Schiffe des Teams dem ersten der fraglichen Planeten und gingen in den Orbit, um mit der Arbeit zu beginnen.

Selbst die ersten Studien deuteten schon darauf hin, daß dies eine so nahe am Idealen liegende Welt war, wie man sie bisher nur entdeckt hatte. Es gab reichlich Oberflächenwasser, eine sauerstoffreiche Atmosphäre, ein gemäßigtes Klima mit wenig Variation zwischen den Polen und weite Gebiete mit üppiger Vegetation. Keine Hinweise auf künstliche Strukturen oder Bauwerke, die groß genug waren, um aus dieser Höhe entdeckbar zu sein, waren zu finden, was darauf hindeutete, daß jegliche intelligente Spezies, die die Oberfläche bewohnte, nicht aus großen Stammesgruppen bestand, und daß es daher unwahrscheinlich war, daß sie eine sehr hoch entwickelte Technologie besäße. Es gab eigentlich nichts, das darauf hindeutete, daß der Planet überhaupt bewohnt war. Es wurde daher beschlossen, mit einer Erkundung im Tiefflug fortzufahren und so bald wie möglich auf der Oberfläche zu landen.

Es war aus dem Studium im Tiefflug leicht zu ersehen, daß es mehrere große Tierarten gab, die die ausgedehnten Wälder bewohnten, und andere, sie sich in den Meeren und seichten Seen regten, welche die grünen Weiten unterbrachen. Bei einem dieser Überflüge erfaßten die Scanner die Form eines großen künstlichen Objekts, das auf der Oberfläche lag. Die beiden Vermessungsschiffe trafen sich sofort über der Position, wobei eines höher stieg, um das andere zu decken, während es zu einem langsamen Überflug wendete. Der Formationsführer hielt seine Geschwindigkeit und Höhe so niedrig, wie er es wagte, und seine Besatzung hielt sich für einen Notaufstieg beim kleinsten Anzeichen von Problemen bereit.

Als sie sich vorsichtig auf das Gebiet zu bewegten, das von den Koordinaten angezeigt wurde, begaben sich die Mitglieder des Forschungsteams an die Sichtschirme und spähten auf den endlosen Anblick subtropischer Vegetation hinaus. Dort, über das dichte Gewirr aufragend, lag die rostende Masse eines gigantischen Raumfahrzeuges. Mit an mehreren Stellen gebrochenem Rücken lag das riesige Schiff über eine Lichtung ausgebreitet, und große Risse hoben sich schwarz von der hellfarbig korrodierten Außenhaut ab. Davon abgesehen war es im wesentlichen intakt und war offensichtlich irgendwann in der fernen Vergangenheit ohne Probleme gelandet. Sein gegenwärtiger Zustand lag hauptsächlich am Zahn der Zeit und an den Einwirkungen der Atmosphäre auf sein Gefüge. Als seine Tragkonstruktion schwächer wurde, führte ein Gewicht seinen Zusammenbruch herbei. Das Schiff selbst paßte zu keinem bekannten Typ der Föderation, aber es war eindeutig nicht für den Oberflächenbetrieb entworfen worden. Die Art des Rumpfes war die eines Tiefraumfahrzeuges, und die Leistung, die für Oberflächenlandungen notwendig gewesen wäre, hätte eine wiederholte Verwendung in dieser Weise unpraktisch gemacht. Es konnte nur ein Kolonisationsschiff sein; die Frage war: woher?

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Spacewreck: Kinder der Götter

„Andere Gerätschaften wurden gefunden, wie dieser Landschreiter, die aus dem zerstörten außerirdischen Kolonisationsschiff stammen mußten, aber nun Gegenstände von heiliger Bedeutung waren.“ (Illustration von Tony Roberts)

Original: „Children of the Gods“; Übersetzung: Cernunnos (Lucifex). Dies ist Teil 5 meiner Übersetzungsreihe Spacewreck aus dem Buch SPACEWRECK: Ghostships and Derelicts of Space (1979, ISBN 0600 329909) von Stewart Cowley, einer Sammlung kurzer illustrierter, nicht zusammenhängender Geschichten vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte der Expansion des Menschen in die Galaxis. Zuvor hier veröffentlicht:

Spacewreck: Einführung

Todesschiff von Alkahera

Das Wrack der Jancis Jo

Die Kriegswelt Alshain

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Die Paquita war eine TTA-Fregatte der Quantum-Klasse, die aus der Mitte des 24. Jahrhunderts stammte. Obwohl hundert Jahre alt, konnte sie die meisten der gegenwärtigen Generation von Mehrzweckschiffen an Leistung übertreffen. Ursprünglich für militärische Geleit- und Aufklärungszwecke gedacht, hatten die Schiffe der Quantum-Klasse jahrelang gedient, bevor sie ausgemustert und für den Verkauf an jeden verfügbar gemacht wurden, der es sich leisten konnte, sie zu betreiben. Es gab wenige Kunden, weil ihre sehr hohe Leistung und beschränkte Frachtkapazität sie nicht für wirtschaftlichen Betrieb geeignet machten. Die meisten derer, die verkauft wurden, gingen an Frachtkonzerne, die nach Schiffen für den Transport kompakter, aber wertvoller Fracht suchten, aber ein paar wurden von Einzelpersonen gekauft.

Chalee Sameth war einer davon. Geboren auf dem erbittert unabhängigen Planeten Asterion II, der etwa dreißig Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Canes Venatici (Jagdhunde) lag, fühlte er sich von der stolzen, aber etwas primitiven Lebensweise seines Volkes eingeengt. Entschlossen, sein Glück anderswo zu finden, erarbeitete er sich seine Passage zur Erde und trat in den Dienst einer der von der TTA betriebenen Frachtlinien ein. [TTA = Terran Trade Authority] Er lernte schnell und war nach ein paar Jahren zum Ersten Flugingenieur geworden, und die Beförderung zum Kapitän war nicht weit entfernt. Aber die Aussicht auf weitere Jahre auf lokalen Fahrten war nicht reizvoll, und er bewarb sich erfolgreich um einen Posten als Navigator auf Tiefraumfrachtern. Leider erwies sich auch dies als weniger befriedigend, als er gehofft hatte, und er begann sich nach etwas umzusehen, das zu seinem Temperament paßte.

Obwohl seine Tüchtigkeit außer Frage stand, hatte seine stolze und wilde Natur seine Dienstakte mit zahlreichen Vermerken gefüllt, die den begehrten Kapitänsrang zu einer eher langfristigen Möglichkeit machten. Die Entscheidung betreffend seine Zukunft bei der TTA wurde schließlich für ihn getroffen. Während er darauf wartete, daß sein Schiff auf einem der großen Frachtterminals in den Menkalinan-Feldern mit der Beladung fertig wurde, wanderte er durch das verrufenere Viertel der Siedlung auf dem Asteroiden und brachte es fertig, in einer kleinen, schäbigen Bar, die in einer Hintergasse versteckt lag, monumental betrunken zu werden. Als er nahezu vierzehn Stunden später aufwachte, war sein Schiff schon lange weg, und nachdem das Nichterscheinen zum Dienst auf einem interstellaren Flug für ein höherrangiges Besatzungsmitglied als schwerer Verstoß behandelt wird, begann er sich nach einer neuen Anstellung umzusehen. Für die meisten Männer ist es leicht, Arbeit auf den Bergwerksfeldern in diesem ungezähmten und mineralreichen Teil der Galaxis zu finden, aber nicht für einen Raumfahrer. Alle Flugjobs sind nur für zugelassenes Personal oder lizensierte Privatbetreiber offen, und Lizenzen sind schwierig und teuer zu erlangen.

Aus diesem Grund sind die Frachttransportraten recht hoch, aber es gibt eine Anzahl von Schiffen, die ohne Lizenzen und zu verhandelbaren Raten operieren. Nach einer oder zwei Wochen war Chalees Geld zu Ende gegangen, und er fand sich in schmuddeligen kleinen Zimmern bei schmuddeligen kleinen Bars wieder, wo er verstohlen mit Fremden flüsterte, bis er eines Tages aus einem davon als Navigator der Grey Lady herausging, eines heruntergekommenen und veralteten Frachters, der eine unter der Hand verkaufte Lieferung von Werkzeugmaschinen zu erledigen hatte. Die Reise war ein Erfolg, und auch diejenigen danach. Es dauerte nicht lange, und Chalee hatte genug verdient, um eine beträchtliche Anzahlung auf eine zernarbte und verbeulte Fregatte der Quantum-Klasse zu leisten, die Paquita, und ein paar Flüge später konnte er es sich leisten, sie so weit wiederherstellen zu lassen, daß sie in besserem Zustand war, als sie es seit langem gewesen war. Drei Wochen nachdem er sie ausprobiert hatte, fand er eine Besatzung und hatte seinen ersten Liefervertrag abgeschlossen. Die Kreditzinsen und die fälligen Raten zwangen ihn, sich für die hochbezahlten Jobs zu entscheiden, bei denen keine Fragen gestellt wurden. Die ersten beiden gingen glatt, und Chalee begann über Verbesserungen nachzudenken, die er an der Paquita vornehmen könnte, aber der dritte Job ging ziemlich schief.

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Lügen über den jüdischen Bolschewismus

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Tekumseh. Eine Rezension von A Specter Haunting Europe: The Myth of Judeo-Bolshewism von Paul Hanebrink (Cambrigde, Massachusetts/London: Harvard University Press 2018). Das Original Lying About Judeo-Bolshevism erschien am 2. März 2019 auf The Occidental Observer.

A Specter Haunting Europe: The Myth of Judeo-Bolshevism
Paul Hanebrink
Harvard University Press, 2018.

Das Schreiben und Diskutieren jüdischer Historiographie in der zeitgenössischen Mainstream-Wissenschaft folgt einer nur feinem Empfinden zugängliche Choreographie. Es handelt sich tatsächlich um eine Serie von Ausweichmanövern, die Tänzen ähneln, in denen Fakten präsentiert und pariert werden und verblüffende Narrative vorangetrieben werden, von denen jeder weiß, dass sie falsch sind, aber die schamlos und wiederholt auftauchen. Meine Aufmerksamkeit wurde zuerst durch eine glänzende Rezension in dem New York Reviev of Books geweckt, mit dem Titel „Die falsche Bedrohung des jüdischen Kommunismus'“. Browning ist ein etablierter Historiker, der davor bekannt ist, Juden legal zu unterstützen – für den richtigen Preis. Unter anderem hat er über 30 000 $ von Deborah Lipstadt dafür bekommen, gegen David Irving auszusagen; außerdem hat Browning in Kriegsgerichtsverfahren gegen eine bedeutende Anzahl von europäischen Ex-Soldaten ausgesagt. Obwohl sein bedeutendstes Werk Normale Männer: Reserve-Polizei-Bataillon 101 und die Endlösung in Polen (1992) die wenig spektakuläre These beinhaltet, dass der Krieg normale Männer in Killer verwandelt, hat Brownings Beschäftigung mit dem jüdischen Narrativ dazu geführt, dass er ein wahrer Guru der jüdischen Opferkultes wurde. Er bekam Preise und Mittel von Organisationen wie Yad Vashem, der USC Shoa Foundation sowie üppige Promotion in den Mainstream-Medien und Wissenschaft und Brownings Lob ist im Feld potentiell karriere-schaffend. Offensichtlich hat er beschlossen, seine magische Hand auf Paul Hanebrink aufzulegen. In diesem Essay möchte ich sowohl die Herangehensweisen von Brownings Rezension als auch Hanebrinks Text als Übungen in der Schöpfung von heuchlerischen Geschichten erforschen.

Ich musste zweimal auf Brownings Titelzeile sehen. Mein erster Gedanke war: „Wirklich? Du möchtest wirklich dieses Fass aufmachen? Glaubst du wirklich du kannst die Faktizität des jüdischen Kommunismus ‚debunken‘?“ Solch eine Unternehmung würde ohne Frage unendliche Chuzpe erfordern, aber es ist vom Beginn der Rezension an klar, dass es eine Sache des Ausweichens, nicht der Debatte sein wird. Wie Browning in seinem Eröffnungsabsatz schreibt, „Hanebrinks Ansatz wiederholt nicht das, was er für den Fehler der Zwischenkriegszeit hält – den vergeblichen Versuch, einen Mythos auf der Basis von historischen Fakten und statistischen Daten zu widerlegen.“ Obwohl dieses Ausweichmanöver vorhersagbar war, ist es recht bemerkenswert, ein mehr oder wenige offenes Eingeständnis zweier angeblich erstklassiger Historiker zu sehen, dass sie keine hinreichenden Fakten haben, den „Mythos“ zu widerlegen, den zu bekämpfen sie ausgezogen waren. Jegliche Präsentation von Fakten als einen „vergeblichen Versuch“ zu sehen, scheint intellektuell schlaff; ein Eingeständnis der Schwäche des eigenen Falles.

Aber was hier tatsächlich präsentiert wird, ist natürlich die Standardstruktur der jüdischen Historiographie: Umschiffe die Fakten; spiele sie herunter, wenn ein Eingeständnis absolut notwendig ist und verlege die Diskussion hin zu Abstraktionen und Sophisterei. Indem er eine Seite des ADL (Anti Defamation League) Strategiepapiers entlehnt, quäkt Browning schüchtern, dass „ein kleines Körnchen Wahrheit das Stereotyp des jüdischen Bolschewismus untermauert“, aber besteht darauf, dass betreffend den Kommunismus „der Jude als ‚das Gesicht der Revolution‘ eine ‚kulturell konstruierte‘ Wahrnehmung war.“. Damit sind wir an der bekannten Position angekommen, an der Fakten keine Bedeutung haben und alles, was Juden nicht mögen triumphierend als ein bloßes Konstrukt bezeichnet wird.

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„Wie hat mich überhaupt irgendjemand bemerken können?“ Rezension von Jonathan Weismans (((Semitism))): Being Jewish in America in the Age of Trump

Von Donald Thoresen, übersetzt von Tekumseh. Das Original “How Did Anyone Even Notice Me?” erschien am 30. Januar 2019 auf Counter-Currents Publishing.

Jonathan Weisman
(((Semitism))): Being Jewish in America in the Age of Trump
New York: St. Martin’s Press, 2018

Es gibt ein Dilemma in der Kritik von jüdischer Literatur durch Weiße Nationalisten [White Nationalists, also Anhänger einer rassenbasierten politischen Ordnung, in der Ethnien zweitrangig sind. Es handelt sich also eben nicht um Nationalisten im europäischen Sinne des Wortes; d. Ü.]: Wie soll man mit jüdischer Hysterie bezüglich unmittelbar bevorstehender Pogrome umgehen, die es immer gibt, wann immer ein Jude nicht mit Verehrung behandelt wird, es aber gleichzeitig ein tatsächliches Ziel des Weißen Nationalismus ist, unsere Gesellschaft unblutig von Juden und jüdischem Einfluss zu befreien. Es gibt endloses Klagen über den drohenden Untergang der Juden, wann immer die leiseste Bedrohung für Internationalismus und Liberalismus in der Öffentlichkeit vernehmbar wird und man kann sich über diese Überreaktionen – oder was wir für Überreaktionen halten – kaum ein Schmunzeln verkneifen. Wir wollen sie verspotten, aber wir wollen auch, dass sie gehen. Wenn auch Juden besonders empfindlich für das Parfum des Ethnonationalismus sind, wenn es durch den Marktplatz der Ideen schwebt, sollten wir doch ihre intensive allergische Reaktion als ein positives Signal sehen und zwar selbst wenn wir, die wir uns so tragisch an auf uns zielende systemische rassische Schmähungen gewöhnt haben, ihre Ängste neurotisch und melodramatisch finden. Die gegenwärtige Welle von Literatur in Panik geratender Juden sollte alle Pro-Weißen ermutigen.

Jonathan Weisman

Jonathan Weisman, ein Jude und stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift The New York Times in Washington, ist auf den fahrenden Zug „Zu Trumps Zeit“ aufgesprungen und hat ein Buch geschrieben, das die Juden nachdrücklich ermahnt, die Bedrohung der Alt Right [Alternative Rechte; neue Strömung der anglophonen Rechten; d. Ü.] sehr ernst zu nehmen. Die oben beschriebenen Arten der Reaktion machen das Buch zwar zu Schund [litter the book; d. Ü.], aber ob der Autor beschreibt, was eine triviale Begebenheit ist oder das Gegenteil – die Lektion, die gelernt werden muss, ist die gleiche: Jüdische Solidarität im Gesicht der Weißen Anwaltschaft [white advocacy; also des Verfechtens weißer Interessen; d. Ü.]  ist überaus wichtig. Obwohl Weisman etwas weniger hysterisch ist als andere Juden, schafft er es doch, überall Drohungen zu finden. Während man dieses Buch oder gleiche Bücher liest, ist es klar, dass die Standards von sozialer Gerechtigkeit und Ansehen, die Juden von anderen erwarten, so hoch sind, dass das völlige Fehlen von Empathie für weiße Klagen über Probleme viel größerer Bedeutung als irgendein Jude in den US entgegensieht, nur ein Resultat puren anti-weißen Hasses sein kann. Was Juden heute zu Tobsuchtsanfällen reizt, sind Dinge, die Weiße viele Dekaden in beinahe völligem Schweigen erduldet haben. Wenn, wie Weisman nahelegt, die Juden in der Zeit von Trump unter existenzieller Bedrohung sind und endlich zum Handeln übergehen müssen, so gilt für Weiße – wenn die gleichen Standards angewandt werden – dass sie lange den Punkt hinter sich gelassen haben, den die Juden erst kürzlich erreicht haben und daher moralisch verpflichtet sind, ihre Interessen sofort zu verteidigen. Ein Jude könnte nicht fünf Minuten als ein weißer Mann in Amerika überleben.

Das Buch besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Der erste behandelt den Aufstieg der Alt Right, der zweite besteht aus Weismans Seelen-Forscherei und seinen Reflexionen über die jüdische Gemeinschaft, die zum Ergebnis haben, was er für die korrekte jüdische Antwort auf die Bedrohung hält. Für Weiße Nationalisten und andere der Alt Right, die während der 2016er Wahlsaison auf Twitter aktiv waren, ist der erste Teil des Buches sehr unterhaltsam: Die Namen von Accounts, die vor langer Zeit gesperrt wurden, werden dem Leser sicherlich ein Lächeln auf die Lippen zaubern, während er sich an sie erinnert, ebenso wie an die – eingestandenermaßen – oft kindischen, aber sehr lustigen verbalen Attacken auf Journalisten und andere, die querab des Schicksals standen und „oy vey“ riefen. Aber es ist natürlich viel mehr daran, als sowohl Weiße Nationalisten als auch Weisman wissen. Seine Einführung beginnt er mit seinem initialen Kontakt mit der Alt Right, „Wie hat mich überhaupt jemand bemerken können?, überlegte ich, genauso perplex wie schmerzgeplagt“ (S. 11).

Nachdem er ein Zitat eines neokonservativen Juden getweetet hatte, wurde Weisman mit dem heute berühmten und stets nützlichen Echo-Mem begrüßt: „’Hallo (((Weisman)))‘,  schrieb ‚Cyber Trump'“ (S. 7). Das war nur die erste von „vielleicht mehr als zweitausend“ (S. 9) solcher Begebenheiten in den nächsten paar Wochen und ging ihm wirklich unter die Haut. Er wurde von Leuten konfrontiert, die unwillig waren, seine Gedanken von seiner Identität zu dekontextualisieren, weil sie sich selbst vom Kult der Rassen-Blindheit deprogrammiert hatten; das ist etwas, woran Juden – besonders amerikanische Juden – ganz und gar nicht gewöhnt sind. Diese gleichen Leute hatten also entschieden, dass ob der Schwere der dahinterstehenden Fragen die bürgerliche Etikette vernachlässigt werden konnte. Wie er in seinem Buch erklärt, brachte ihn das dazu, in seiner Kindheit zu graben. Er erzählt dem Leser, wie gänzlich normal, recht säkular und progressiv sie war. Er ist, lesen wir, auch ein normaler Erwachsener: Er geht in den gleichen Geschäften einkaufen und ist, wie alle anderen auch, wegen seines Gewichts in Sorge (S. 11). Wie können sich diese Weißen dann an seinen Gedanken kehren, oder an seiner Unterstützung einer Ideologie, die droht, sie zu vernichten? Und wie konnten sie überhaupt entdecken, dass diese Gedanken und diese Ideologie, wie auch andere von ähnlichem destruktivem Potential, von so vielen Juden getragen wurde?

„Der Jude gedeiht, wenn Grenzzäune fallen, wenn Grenzziehungen verwischen, wenn Mauern zerstört, nicht aufgebaut werden“, ist der Eröffnungssatz von Weismans ersten Kapitel (p. 33). Wenngleich das sicherlich nicht ihre Praxis ist, wenn sie ihr eigenes Land bekommen, um es effizient und sicher regieren, so ist es doch die Art, wie Juden in Ländern anderer Völker existieren und in der Vergangenheit existierten. Es ist auch einer der fundamentalen Gründe dafür, dass der Autor und seine Mit-Juden so viele feindliche Nachrichten auf Twitter erhalten haben: eine steigende Zahl von Weißen anerkennt exakt das, was Weismann selbst zugibt und weiß, dass es eine dramatische Lebensqualitätssenkung im Heute darstellt und eine vollkommene Katastrophe für ihre Rasse im Morgen. Und selbst wenn es nicht unbedingt eines dieser Dinge heißt, würde es doch notwendig den langsamen Zerfall und das schlussendliche Verschwinden von nationalen Kulturen bedeuten, welche für jede Gruppe von Menschen außer den Weißen als schrecklicher Verlust für die Nachwelt wahrgenommen würden. Und den gleichen Geschmack für Konsumgüter zu empfinden ändert diese Dinge nicht. Aber sich gegen diese Zersetzung, diese Auslöschung, diese Marginalisierung und gegen jene zu stemmen, die sie wünschen und organisieren, ist hasserfüllt, sagt Weisman.

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Adam Fergussons „When Money Dies“

Von Alex Kurtagić, übersetzt von Deep Roots. Das Original Adam Fergusson’s When Money Dies erschien am 14. Januar 2011 auf Counter-Currents Publishing.

Adam Fergusson:

When Money Dies: The Nightmare of Deficit Spending, Devaluation, and Hyperinflation in Weimar Germany

Old Street Publishing, 2010

Ungeachtet Warren Buffetts Empfehlungen sagt es etwas über den Zustand unserer Wirtschaft aus, wenn jemand es für an der Zeit hält, einen 35 Jahre alten Bericht über die Hyperinflation der Weimarer Ära auferstehen zu lassen.

Geschrieben in den stagflationären 1970ern, enthält Adam Fergussons „When Money Dies: The Nightmare of the Weimar Hyperinflation“ [„Wenn Geld stirbt: Der Alptraum der Weimarer Hyperinflation“] vieles, das unsere morbide Neugier kitzelt, abgesehen davon, daß es eine lehrreiche Veranschaulichung dessen ist, was wir erwarten können, falls die düstersten Prophezeiungen der Ökonomen der österreichischen Schule jemals Wirklichkeit werden sollten. (Das Buch, das lange vergriffen war, brachte im letzten Sommer auf eBay nahezu $ 700 und ist jetzt im elektronischen Format verfügbar.)

Hyperinflation, die im vorliegenden Text als eine Inflationsrate definiert wird, die 50 % pro Monat überschreitet, wird von einem unkontrollierten Wachstum des Geldumlaufs und einen Verlust an Vertrauen in die Währung verursacht. Wegen der fehlenden Tendenz zum Gleichgewicht sind die Menschen aus Furcht vor schnellem und fortwährendem Wertverlust nicht bereit, Geld länger als nötig zu behalten, bevor sie es gegen irgendwelche greifbaren Güter oder Dienstleistungen eintauschen. Hyperinflation ist daher durch sehr schnelle Abwertung und eine dramatische Geschwindigkeitszunahme des Geldumlaufs gekennzeichnet.

Obwohl sie die berühmteste ist (weil sie die erste war, die systematisch beobachtet wurde, und weil man annimmt, daß sie Hitler möglich machte), nimmt die Hyperinflation Deutschlands in der Weimarer Ära, als die auf Papiermark lautenden Preise sich alle 3,7 Tage verdoppelten, „nur“ den vierten Platz in der Rangliste der Hyperinflationen ein. Der erste Platz gebührt Ungarn nach dem Zweiten Weltkrieg, als die auf Pengö lautenden Preise sich im Juni 1946 alle 15 Stunden verdoppelten. Der zweite Platz gehört Mugabes Zimbabwe, als die auf Zimbabwe-Dollars lautenden Preise sich im November 2008 alle 24,7 Stunden verdoppelten. Und der dritte Platz gebührt Jugoslawien in der Zeit der Balkankriege, als die auf jugoslawische Dinar lautenden Preise sich im Januar 1994 alle 1,4 Tage verdoppelten.

In Deutschland hatte der Inflationszyklus bereits während des Ersten Weltkrieges begonnen, als die Papiermark von 20 pro Pfund (das zu der Zeit etwa 4 Dollar wert war) bis Kriegsende auf 43 pro Pfund sank. Obwohl die Papiermark weiter abwärtstaumelte und dabei im ersten Quartal einen momentanen Spitzenwert erreichte, erholte sie sich danach etwas und blieb bis zur ersten Hälfte von 1921 mehr oder weniger stabil. Das Londoner Ultimatum jedoch, das verlangte, daß die Kriegsreparationen in Goldmark im Ausmaß von 2.000.000.000 jährlich plus 26 % des Wertes der deutschen Exporte, löste eine neue Etappe schneller Abwertung aus Die französische Politik gegenüber Deutschland, die von den Briten unterstützt wurde, war sehr rachsüchtig und erlegte Deutschlands Wirtschaft eine drückende Bürde auf: der von Deutschland geforderte Betrag überstieg eigentlich Deutschlands gesamten Bestand an Gold oder Devisen. Das Budgetdefizit, zu dem die Reparationen zu einem Drittel beitrugen, wurde durch Abwertung der Staatsanleihen und Drucken von Geld ausgeglichen.

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Die Wahrheit über die Beziehungen zwischen Nationalsozialisten und Zionisten: Ingrid Weckerts Jewish Emigration from the Third Reich

Von J. A. Sexton, übersetzt von Lucifex. Das Original The Truth About Nazi-Zionist Relations: Ingrid Weckert’s Jewish Emigration from the Third Reich erschien am 21. März 2011 auf Counter-Currents Publishing. [Die Links im Text wurden vom Übersetzer hinzugefügt.]

Ingrid Weckert
Jewish Emigration from the Third Reich
Chicago: Theses & Dissertations Press, 2004

Die schrecklichen Geschichten über Juden, die zwangsweise aus Deutschland vertrieben wurden, mit wenig, wenn überhaupt, von ihren Besitztümern oder anderem materiellem Reichtum (einschließlich Geld) sind zu 100 % falsch. Jüdische Banken stellten sicher, daß Juden mit reichlich Mitteln in ihre neuen Heimatländer auswanderten.

Die jüdische Kriegserklärung gegen das nationalsozialistische Deutschland

Warum erklärten die Juden Hitler und Deutschland den Krieg, kurz nachdem er rechtmäßig zum Reichskanzler ernannt worden war? Ich werde nicht einmal versuchen, diesen Schritt zu verstehen, aber es genügt zu sagen, daß die Mehrheit der in Deutschland lebenden Juden wenig, falls überhaupt etwas mit dem internationalen jüdischen „heiligen Krieg“ zu tun haben wollte. Weckert beteuert, daß Deutschlands 500.000 Juden „keine bedeutende Veränderung ihrer Situation erwarteten.“ In anderen Worten: sie waren wegen Hitler nicht besorgt. Zum Unglück für sie waren Juden, die im Ausland lebten und von dort aus immense Macht ausübten, entschlossen, jegliche Überreste freundlicher Beziehungen zwischen Deutschen und deutschen Juden zu zerstören, daher ihre Erklärung eines „heiligen Krieges“ gegen Deutschland.

Der „Krieg“ war fast rein wirtschaftlicher Natur: die Juden im Ausland wollten die Deutschen wirtschaftlich zermalmen, wenn sie es nicht über die deutsche Innenpolitik tun konnten. Ihr sowjetisches Experiment war gescheitert, daher versuchten sie einen anderen Ansatz: von außerhalb Deutschlands. Zum Glück gelang es diesen internationalen Juden nicht, die deutsche Wirtschaft zu erdrücken. Weckert: „Daß sie es nicht taten, daß im Gegenteil Deutschlands Wirtschaft sich mit erstaunlicher Schnelligkeit erholte und dadurch ein Beispiel für andere Länder abgab, lag gänzlich am Genie ihrer Führung. Dies wird durch zeitgenössische Berichte bestätigt, aber auch durch jüngere Studien, die sich der Präsentation der Tatsachen widmen.“

Juden in Deutschland

Der Boykott der internationalen Juden hatte seinen Preis. Hitlers Regierung konterte in gleicher Weise mit einem Aufruf nach Entfernung der Juden aus der deutschen Gesellschaft. Nachdem deutsche Juden eine Tendenz hatten, ihre jüdische Identität vor ihrer nationalen deutschen Identität zu unterstützen, mußten sie entfernt werden. Sie waren eine potentiell feindliche fünfte Kolonne. Hitler beschloß, das trotz der unglaublichen Feindseligkeit der Welt gegenüber ihm und seiner politischen Bewegung so freundlich und gesetzeskonform wie möglich zu tun.

Weckert sagte, daß es vier verschiedene allgemeine Sichten auf Deutschland und sein Verhältnis zu Juden gab. Die erste Gruppe war der CV [Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens], der im Wesentlichen von religiösen Juden gegründet wurde. Die zweite Gruppe war die ZVfD [Zionistische Vereinigung für Deutschland]. Dieser zionistische Verein spaltete sich jedoch 1925, was in einer abgespaltenen Fraktion Neuer Zionisten (die „Revisionisten“) resultierte, die einen eigenen Staat wollten (Jabotinsky und Kareski). Die dritte Gruppe war der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF), der aus jüdischen Soldaten bestand. Die letzte Gruppe war der Verband nationaldeutscher Juden (VJN), der 1921 gegründet wurde und etwa 10.000 Mitglieder aufwies. Diese Gruppe wurden außer dem VJN, der sich weigerte, einer höheren Autorität untergeordnet zu werden, alle unter einer Dachorganisation namens RV (Reichsvereinigung der Juden in Deutschland) zusammengefaßt. Aus diesen Gruppen gingen zwei Themen hervor:

1) Deutschtum als oberste Priorität und Judaismus als zu lösende religiöse Angelegenheit;

2) Ein jüdisches Nationalbewußtsein, vereint mit dem Judaismus (dieses Thema wurde zum modernen Zionismus).

Goebbels sprach mit Kareski, und ihm gefiel die Idee eines separaten jüdischen Staates außerhalb Deutschlands. Zionisten und orthodoxe Juden fanden Kareskis Ansichten ebenfalls reizvoll.

Jüdische Auswanderung

Die Zionisten beharrten auf der Gründung ihres neuen jüdischen Staates in Palästina. Die Nationalsozialisten unterstützten diese Fraktion im Allgemeinen, weil sie ein judenfreies Deutschland schaffen wollten. Daher wurde die nationalsozialistisch-zionistische Zweckallianz gebildet, und drei Organe halfen dabei mit. Das erste war der Hilfsverein für deutsche Juden, der für die jüdische „Auswanderung in alle Teile der Welt“, außer Palästina, verantwortlich war. Die zweite Organisation war das Palästinaamt (Palestine Office), das sich auf die Auswanderung junger, körperlich leistungsfähiger Juden nach Palästina spezialisierte. Die dritte Organisation war das Hauptbüro für jüdische Migrationswohlfahrt, das als jüdisches Reisebüro begann, sich aber zu einer Auswanderungsagentur entwickelte, die bei der Umsiedlung nichtdeutscher Juden half. Die nationalsozialistische Regierung half all diesen Organisationen in jeder möglichen Weise bis zum Ausbruch des Krieges, der die Dinge viel schwieriger machte.

Das Ha’avara-Abkommen

Die jüdischen Vertreter einer palästinensischen Zitrusfirma traten 1933 in Sachen jüdische Auswanderung an die nationalsozialistische Regierung heran. Die Juden in Palästina brauchten Arbeiter, und die Nationalsozialisten wollten neue Heimatländer für ihre jüdische Bevölkerung finden. Jüdische Banken in Deutschland, die von der NSDAP unangetastet blieben, machten diesen „Transfer“ möglich. Die Mittel wurden verwendet, um in Palästina zu investieren oder Geldmittel für die Auswanderung von Mitjuden zur Verfügung zu stellen. Jeder jüdische Auswanderer mußte den englischen Besatzungsbehörden bei der Ankunft in Palästina seine 1000 Palästina-Pfund vorweisen – um zu beweisen, daß er sich in seinem neuen Heimatland selbst erhalten konnte.

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Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 4

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 4 erschien am 4. Februar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Letzter Teil; zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Gefängnis der Nation behandelt Wladimir Putins Ära nicht, aber Shiropajew hat sie in seinen anderen Schriften ausführlich kritisiert. Er betrachtet Putins Regime als „orthodoxen Neostalinismus“: eine Mischung der schlimmsten Elemente der byzantinischen und der bolschewistischen Phase des Projekts. Es ist eine Herrschaft von Kommissaren, die vom orthodoxen Klerus gesegnet werden und das Imperium auf Kosten der weißen Bevölkerung Rußlands erweitern, während sie Staatsbürgerpatriotismus, Rassenvermischung, Alkoholismus und Mystizismus fördern, nachdem gottesfürchtige (oder vielmehr: priesterfürchtige) betrunkene „Patriotards“ nie gegen ihre Oberherren rebellieren werden.

Und wieder einmal sind es die „anderen Rassen“, welche die wahren Nutznießer des eurasischen Projekts sind: die russische Bevölkerung bezahlt die Rechnungen für alle nichteuropäischen Provinzen, wo die örtlichen Despoten von Moskau durch Bestechung zum Gehorsam veranlaßt werden. Es sind besonders die asiatischen Moslems, die das letzte Wort in Rußland haben. Der Kreml paßt seine Politik ihren Forderungen an. Sie stellen den Kern der Armee, wo sie den russischen Soldaten und Offizieren ihre Bedingungen diktieren. Sie stellen die Mehrheit von Rußlands illegalen Arbeitskräften. Am schlimmsten von allem ist, daß die Tschetschenenmafia die großen Städte der Russischen Föderation kontrolliert.

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