Feuerfall (17): Sturmbringer?

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias LucifexDies ist Kapitel 17 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm(2) Babylon 6(3) Puffy & Jack(4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch(6) Zur Welt der hundert Meere(7) Höllenkurtisane(8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch(10) Über das Meer(11) Glasscherben am Strand(12) Zwischen Abend- und Morgendämmerung(13) Caravanserai, (14) Spuren (Gimme Shelter), (15): Unter den Friedhofsmonden und (16) Feuerfall.

Kapitel 17:   S T U R M B R I N G E R ?

Zwei Tage nach dem Abflug von Ssrranth erreichten wir Dhroxharkh. Dessen innerster Mond Bethyda wies einen siebzig Kilometer weiten Krater auf, wo Babylon 6 gewesen war, und befand sich nicht mehr in seinem alten Orbit. Von den Anlagen auf Bethyda war nur die Portalstation nahe dessen Nordpol übrig, von der die Wurmlochverbindungen über Epsilon Indi und Proxima Centauri nach Luna führten. Da sie ihre eigene Energieversorgung besaß und fast ein Viertel des Mondumfangs von Babylon 6 entfernt lag, war sie der Vernichtung entgangen, wenn auch mit Bebenschäden.

Die Jeannie, die wieder Talitha gehörte und während unserer Abwesenheit mit autonomem Beobachtungsauftrag im Orbit um Dhroxharkh gewartet hatte, war ebenfalls noch intakt. Sie dockte bei uns an, und während wir zum Treffen mit Ndoni flogen, die drei Stunden vor uns mit Merton angekommen war und nun um Bethyda kreiste, erfuhren wir von ihr, von der KI der Jeannie und vom provisorischen Shom-Earth-Posten in Bethydas Nordbasis, was hier geschehen war.

Die Dhrindax war aus dem Zeta-Tucanae-Portal gerast, und in der nächsten Sekunde waren dieses Wurmloch und das parallele kleinere zu Schwarzen Löchern kollabiert. Das kleinere war mit Babylon 6 und allem Gestein im Umkreis von zwanzig Kilometern in einem Röntgenblitz explodiert, der auch die darüber hochschießende Dhrindax zu einem Schlackeklumpen zerschmolzen hatte. Das massivere Schwarze Loch war in das Zentrum von Bethyda gefallen und dort herumgekreist, während es mit seiner Hawking-Strahlung dessen Kern verdampft und zusammen mit Lava aus dem Trichter geblasen hatte, wo Babylon 6 gewesen war. Nach einer Viertelstunde hatte es sich ebenfalls in einem Blitz aufgelöst, der noch mehr Material hinausgesprengt und dem kleinen Mond einen zusätzlichen Kick in Orbitalrichtung gegeben hatte. Nun war Bethydas Bahn so elliptisch, daß es die seines Nachbarmondes kreuzte, der es laut Simulationen von Shom-Earth innerhalb der nächsten Jahrzehnte durch Schwerkraft-Wechselwirkungen ganz aus dem Orbit werfen würde.

Das ausgeworfene Gesteinsmaterial von Bethyda war zum Teil schon aus der Umlaufbahn geflogen oder auf den Planeten gefallen und hatte Raumschiffe und Satelliten zerstört. Der Rest der Splitter und Brocken lief auf exzentrischen Orbits um und würde früher oder später auf den drei Monden aufschlagen. Bethyda selbst war nun grau von dem frisch ausgeworfenen Staub, der sich über die von jahrmillionenalten kosmischen Ablagerungen braun verfärbte Oberfläche gelegt hatte.

Weil die Dhrindax vor ihrer Vernichtung identifiziert worden war und drei Shomhainar-Patrouillenkreuzer, die vor uns im Warpflug von Ssrranth eingetroffen waren, ihre Aktionen auf dem Flug nach Thrian’shai aus der Ferne mitverfolgt hatten, wurden die Xhankh verdächtigt, die Katastrophe ausgelöst zu haben, womöglich absichtlich. Bestärkt wurde dies dadurch, daß die Xhankh – anscheinend vorsorglich – eine unabhängige Wurmlochkette von Dhroxharkhs mittlerem Mond zu ihrem Reich geschaffen hatten. Die Xhankh-Basis auf diesem Mond wurde nun von den Shomhainar-Kreuzern, vier von der Erde gekommenen Orbitalwachschiffen vom Typ der Tortakk und zwei Sontharr-Schiffen belagert, während ein Kurierschiff nach Kyerak unterwegs war, zu dem keine Verbindung mehr bestand. Schiffe von dort waren frühestens nach einem weiteren Tag zu erwarten.

Parallel dazu hatten Earthin-Banden in diesem System einander anzugreifen begonnen, um den temporären Wegfall der Shomhainar-Erdbehörde als Ordnungsmacht und die Kräfteverschiebungen nach der Explosion von Babylon 6 auszunützen. In den nach Vorbildern in SF-Werken wie Star Wars und Dune gestalteten Earthin-Basen und Touristenzentren auf Dhroxharkh hatten stärkere Banden kleinere überfallen, deren Anlagen und Raumschiffe erobert und ihre Gäste getötet oder gefangengenommen.  Die ersten Kampfrunden waren schon vorbei, und nun belauerten die Sieger einander, versuchten Bündnispartner für die nächste Runde zu gewinnen und Leute von den am wenigsten aussichtsreichen Banden abzuwerben. Die bei Raumkämpfen zerstörten Schiffe mehrten die Wracks im Orbitalraum des Planeten, und Aizharo und Sirunn, die in ihrer Filiale auf Luna überlebt hatten, sammelten mit Hilfe gecharterter Earthin-Schiffe wiederverwertbares Material ein. Shom-Earth beobachtete die Konflikte mit Drohnen und Kleinraumschiffen für die Verwendung im Menschen-Sozialforschungsprogramm.

Maxim Kaunda war mit seiner Begleitmannschaft in Babylon 6 umgekommen, wo er Greyhawk hatte nachspüren wollen. Seine im Orbit geparkte Gloryhole war zum Zeitpunkt der Explosion durch die Masse von Bethyda geschützt gewesen und danach autonom im Orbit geblieben, um auf Ndoni zu warten. Diese hatte das Schiff schon übernommen, auch als Ersatz für die mit Babylon 6 vernichtete Gold Bug, worauf Merton weggeflogen war, um sich um seine Besitzungen auf anderen Welten zu kümmern.

Das Schicksal von Greyhawk war zu dieser Zeit unbekannt. Sein Etablissement Gay Desperado auf Dhroxharkh war von einer der Ad-hoc-Allianzen von Earthin-Gangstern erobert worden, aber er selbst war nicht dort gewesen, und keines seiner Raumschiffe hatte vor der Explosion auf Babylon 6 geparkt. Er konnte irgendwo entlang der Route zur Galciv sein, oder auch in der Caravanserai, und mich plagte die Vorstellung, daß er dort die Situation ausnützte und meine Taverne angriff.

Nach Delpavo konnten wir jedoch erst nach dem Rendezvous mit Ndoni fliegen, von der Pyetar und Aithiras sich im Auftrag von Shom-Earth nach Hektalassa und dann zur Dienststelle auf Nayotakin bringen lassen würden, wo Ndoni sowieso hinwollte. Die Gloryhole wartete über der planetenfernen Seite von Bethyda auf uns, wo eine Beobachtung unseres Kontakts durch andere unwahrscheinlich war und wo uns auch die Shom-Earth-Nordstation nicht sehen konnte. Bei nicht einmal zwei Prozent der Erdschwerkraft in dieser Höhe hielt das silberfarbene Raumschiff sich ohne Orbitalbewegung nur mit seinen Influx-Antrieben in der Schwebe. Mit Ausnahme von Talitha sahen wir es zum ersten Mal, und wir bewunderten seine glatte Hantelform, etwas bulliger als die Arduinna, aber genauso lang und wie diese mit einem schlankeren, waffentragenden Vorderrumpf und einem bauchigen Habitatrumpf am anderen Ende.

Die Jeannie koppelte sich von uns ab, und Nouris legte an der mondseitigen Wölbung des Hinterrumpfs an, um dreißig Grad zur Gloryhole verdreht, damit ihr Bug an deren unterem Antennenmast vorbei nach vorn ragen konnte. Sobald die Andockringe eingerastet und dicht waren, gingen wir mit dem Gepäck von Aithiras und Pyetar zu Ndoni hinüber, die uns in einem grünen Hosenanzug erwartete. Mit einem knappen Kopfschütteln und einer Handbewegung ersparte sie uns jegliche Bekundung von Beileid, das wir wegen Maxim Kaunda ohnehin nicht empfanden, und führte uns zu der Kabine hinunter, die sie für ihre Passagiere vorgesehen hatte.

Nachdem wir uns dort von Aithiras und Pyetar verabschiedet hatten, wandte Ndoni sich draußen auf dem Ringkorridor an mich: „Würdest du nochmal kurz in mein Quartier mitkommen? Es liegt hier auf demselben Deck.“

„Klar.“

„Ihr anderen – macht’s gut.“

Talitha, Frido und Björn erwiderten ihren Abschiedsgruß mit knappen Worten und fuhren mit dem Lift zur Ebene der Andockschleusen hinauf, während ich mit Ndoni um die Biegung des in silbergrauen Farbtönen gehaltenen Ringtunnels ging.

„Tolles Schiff“, sagte ich.

Ndoni lächelte traurig. „Ja, Pops Traumschiff, und jetzt ist dieses Riesending so leer. Ich habe es bei Shom-Earth schon unter dem Namen Gold Bug II auf mich angemeldet, und wenn es seinen neuen Namenszug bekommt, werde ich es goldgrün umfärben lassen.“ Sie öffnete die Tür, die wir gerade erreicht hatten, mit ihrem Controller am rechten Handgelenk, und wir traten ein.

Der gut drei Meter hohe Salon jenseits des Vorraums war in Grün und Weiß kombiniert mit Holzoberflächen gestaltet und wurde von einem riesigen runden Sichtfenster beherrscht, das vom Boden bis zur Decke reichte. Dies war das unterste Wohndeck, das um die Shuttlehangars im Heck angelegt war, und die gewölbte Außenwand war um etwa fünfundvierzig Grad nach außen geneigt. Wie wir während des Anflugs gesehen hatten, war das außen verspiegelte Fenster um neunzig Grad zum umlaufenden schwarzweißroten Rumpfband versetzt in der Heckrundung angeordnet, und das einzige andere seiner Art lag ihm auf diesem Deck um hundertachtzig Grad versetzt gegenüber und gehörte offensichtlich zu Maxim Kaundas Eignersuite. Draußen ragte von oben der braune Rumpfrücken von Nouris mit dem gebogenen Schwanz schräg ins Sichtfeld, und rechts am Schiff vorbei sah ich die graue Mondlandschaft von Bethyda.

„So, jetzt können wir reden, ohne daß diese Hexe von einer Schiffs-KI mithört“, sagte Ndoni und deutete mit einer Kopfbewegung in Richtung des Fensters. „Dieses Ding war mir schon seit der ersten Reise damit nicht geheuer.“

„Ich weiß“, antwortete ich, „deshalb wolltest du damals auch immer nur mit einem der anderen Schiffe fliegen, wenn wir Nouris nicht gerade für unsere Einsätze brauchten.“

„Ja. Bei ihr hatte ich so den Eindruck von einer echten, tiefgründigen Persönlichkeit wie bei keiner anderen Schiffs-KI, und ich hielt es für möglich, daß sie eigenmächtig agieren und die Kontrollsoftware von Shom-Earth neutralisieren kann. In unseren Kreisen habe ich Gerüchte gehört, daß manche Schiffe dieses Typs das können; es soll einen konkreten Fall gegeben haben, wo das Schiff sich dann mit seiner Besatzung vernichtet hat.“

„Davon habe ich auch gehört“, sagte ich vorsichtig. „Wolltest du wegen ihr mit mir reden, und falls ja, warum gerade jetzt?“

„Zum einen, um dich zu warnen. Ich hatte schon bei der Vernichtung der Tortakk den Verdacht, daß das Nouris‘ Werk war. Nach ihrem Verhalten bei der Flucht von Ssrranth und ihrer klaren Aussage, daß sie aufgrund von etwas handelt, das Priorität vor deinen Befehlen hat, bin ich mir dessen jetzt sicher. Und so wie du jetzt dreinsiehst, erst recht. Nach Ssrranth hatte ich das Gefühl, daß du deswegen auch schon Bedenken hast und für Warnungen zugänglich sein könntest.“

„Und weshalb noch?“ hakte ich nach.

„Mir ist klar, daß Talitha die Informationen über die Gold Bug II an dich weitergegeben haben wird, die Morris in ihrer Gegenwart ausgeplaudert hat, über ihre Bewaffnung und Herkunft. Wahrscheinlich wirst du mich deswegen nicht bei Shom-Earth verpetzen, aber da ich jetzt auch für die Männer verantwortlich sein werde, die mir von Pops Truppe vielleicht noch bleiben, wollte ich dich zur Sicherheit trotzdem wissen lassen, daß ich auch über etliche special features von Nouris Bescheid weiß. Über ihre Laserkanonen schon seit Finnland, und nachdem der Ionenstrahler der Lyensai funktionsfähig war, wird es auch der von Nouris sein. Vielleicht hat sie noch wirksamere Waffen – ich denke da an Raffles‘ Kherthuk. Und das Wurmlochportal, durch das wir aus der Lyensai geflüchet sind, war vielleicht auch nicht das einzige, über das sie verfügt. Dazu kommen noch Sachen wie die speziellen Brieftauben… Du gehst da mit etwas sehr Mächtigem und Gefährlichem um, mein Lieber, das du nicht voll kontrollieren kannst, und vielleicht siehst du besser zu, daß du es loswirst oder überhaupt vernichtest.“

„Vielleicht“, räumte ich ein. „Aber abgesehen davon, daß Nouris das nicht so leicht zulassen wird, brauche ich ihre besonderen Stärken auch, um mich unter den Earthins zu behaupten, wofür ich sonst ein echter Bandenchef sein müßte, und wie du schon festgestellt hast, werde ich das nie sein. Kennst du die Elric-Romane von Michael Moorcock?“

„Nein.“

„Elric von Melniboné ist der König eines mächtigen, dekadenten und amoralischen Volkes. Von seinen Untertanen wird er als ungeeigneter König betrachtet, weil er ihren Sinn für Grausamkeit nicht teilt und ein Bücherwurm ist. Außerdem ist er ein kränklicher Schwächling, der sich nur mit Zaubermitteln bei Kräften halten kann – bis er das magische schwarze Schwert Sturmbringer findet, das vor Jahrtausenden von den Chaosgöttern geschaffen wurde. Sturmbringer ist ein Dämonenwesen in Schwertform, das einen eigenen Willen hat, durch jedes Material schneidet, das nicht von einem starken Zauber geschützt ist, und die Seelen seiner Opfer stiehlt. Einen Teil dieser Energie verwendet das Schwert für sich, und einen Teil gibt es an Elric weiter und stärkt damit seine Kraft, Gesundheit und Kampftüchtigkeit – und seine Abhängigkeit von Sturmbringer.“

„Verstehe“, warf Ndoni ein. „Schwach und kränklich bist du zwar gewiß nicht, aber sonst sehe ich schon Parallelen zu dir. Wie in deinem Chandler-Zitat: Down these mean streets a man must go who is not himself mean, who is neither tarnished nor afraid. Und durch Nouris hast du Zugang zur Bioregenerationstechnik der Galciv bekommen, Vermögenswerte der getöteten Feinde erbeutet, eine Badass-Reputation erworben… wie ging es mit Elric weiter?“

„Sturmbringer manipuliert Elric auch, verleitet ihn zu Taten, die zum Untergang seiner Heimat führen, dreht sich in seiner Hand und tötet Freunde und Geliebte. Nach der Endschlacht zwischen den Lords des Chaos und der Ordnung durchbohrt das Schwert ihn selbst und verwandelt sich in eine Dämonengestalt, die zum toten Elric sagt: Adieu, mein Freund. Ich war tausendmal böser als du.“

Ndoni schauderte. „Ich sehe die reale Gefahr, daß dir auch so etwas passiert. Wenn ich nicht fürchten müsste, daß Nouris meinem Schiff überlegen ist, würde ich dir vorschlagen, daß ihr eure Sachen zu mir herüberholt und daß du Nouris mit einem fingierten Auftrag wegschickst, damit ich sie im Abflug zusammenschießen kann. Wir könnten unsere Partnerschaft erneuern, unter Einbeziehung von Talitha, und das würde mir dabei helfen, von den Sachen loszukommen, vor denen du mich gewarnt hast. Aber ich möchte nicht so enden wie Mako Kilroy in der Kherthuk.“

An dieser Stelle hätte ich ihr sagen können, daß die Gold Bug II mit ihren vier Teilchenstrahlern und den größeren Gaußkanonen viel mehr Feuerkraft als Nouris hatte und einen überraschend eröffneten Kampf mit Unterstützung der Jeannie wahrscheinlich schnell gewinnen konnte, und ich habe mich später gefragt, was alles anders gekommen wäre, wenn ich es getan und Ndonis Angebot angenommen hätte. Aber ich hing immer noch an Nouris, wollte nicht von Ndonis neugewonnener Macht abhängig sein und hatte auch Zweifel, ob es mit ihr und Talitha auf Dauer gutgehen konnte. So sagte ich nur: „Ich werde auch so zurechtkommen, und du wirst es auch schaffen.“

„Hoffen wir’s.“ Sie nahm eine Packung Bahlsen Messino Dark Temptation aus ihrer Naschlade unter dem Kaffeetisch und reichte sie mir. „Und falls es mit Talitha auf Dauer doch nicht klappt, Hellgrauer Ritter…“

„Vielen Dank, aber es wird klappen, Lady Greensleeves.“

Ohne ein weiteres Wort drückte sie auf ihren Armbandcontroller, und die Tür öffnete sich mit einem Summton, den es beim Hereinkommen nicht gegeben hatte – es war das Geräusch des Summers, mit dem Königin Elizabeth in der Fernsehserie The Crown nach dem Diener klingelt, der die Tür öffnet, um ihrem Besucher das Ende der Audienz anzuzeigen. Von Talitha wußte ich, daß Ndoni diese Funktion früher benutzt hatte, um Besatzungsmitglieder und einmal auch ihren Vater ungnädig hinauszukomplimentieren.

„Na gut, ich denk‘ drüber nach, Queen B.“, sagte ich und ging hinaus.

Ich habe sie nie wiedergesehen.

In Nouris‘ Zentrale sah ich mit Björn und Frido zu, wie Ndonis Schiff von uns wegbeschleunigte. Talitha war in die wieder angedockte Jeannie gegangen, mit der sie in Begleitung von Björn nach Delpavo fliegen wollte, so wie Frido und ich das mit Nouris tun würden. Ihr Gepäck hatten die beiden schon vorher hinübergebracht, aber Talitha hatte gesagt, sie wolle vor dem Abflug noch letzte Überprüfungen durchführen. Während wir der entschwindenden Gold Bug II hinterherschauten, rief sie uns an.

„Haben wir irgendwelche Beiboote gestartet? Oder sollte ich das nicht fragen, weil es etwas ist, das du mit Ndoni ausgeheckt hast und das ich nicht wissen soll?“

„Nein“, antwortete ich, „ich habe keine losgeschickt, und die Ortung hier zeigt nichts an. Was ortest du von drüben aus?“

„Fünf Objekte, die laut Bahnverfolgung der Jeannie von hier gekommen sind. Eines fliegt nach Norden; es sieht wie eines deiner Beiboote aus, und da es Wasserdampf ausstößt, könnte es eines der kurzen sein.“ Sie hielt inne und fuhr dann fort: „Vier weitere beschleunigen nach Osten, als wollten sie zum mittleren Mond. Zwei sehen auch wie Beiboote aus, die anderen beiden sind viel kleiner. Außerdem driften wir nach Süden.“

Mit kam sofort eine böse Ahnung, was das bedeuten konnte. „Nouris?“ fragte ich.

Als sie nicht antwortete, lief ich aus der Zentrale zu den untersten Beibootbuchten auf demselben Deck, in denen zwei der verbliebenen langen Beiboote liegen sollten. Durch die Kontrollfenster neben den Zugangsluken sah ich, daß sie fehlten. Ich rannte über die Wendeltreppe zum nächsten Deck hinauf und überprüfte die für die Brennstoffzellenboote eingerichteten zentralen Buchten. Jenes, das wir in Altavor benutzt hatten, lag noch drin, aber das andere, das damals Meteoritentreffer abbekommen hatte, war auch weg.

„Nouris!“ rief ich. „Muß ich auch noch nachsehen, ob die Schlupflochportale noch da sind, oder erklärst du mir jetzt endlich, was du da tust?“ Vom nächstoberen Deck kam Talitha heruntergelaufen, und Frido und Björn kamen von unten herauf.

„Ich steche jetzt in das andere Wespennest“, antwortete das Schiff kalt. „Die Sontharr und die Shomhainar belagern die Xhankh-Basis, und wenn die zerstört wird und ihre Wurmlöcher zur nächsten Station zurückkollabieren und auch diese vernichten, werden die Xhankh das für eine Vergeltungsaktion der Sontharr wegen Ssrranth halten, für das man ihnen jetzt die Schuld zuschreibt. Und wenn die nächsten Schiffe irgendeiner der Parteien hier ankommen, werden sie nichts mehr vorfinden, das diese Version widerlegen kann, wenn du weißt, was ich meine.“

„Nur zu gut“, bestätigte ich. „Das kleine Beiboot soll in das Wurmloch fliegen und es mit der Station hier und der Gegenstation vernichten, und die belagernden Schiffe sollen auch nicht überleben. Aber warum willst du das tun? War Ssrranth nicht genug?“

„Nicht, wenn noch mehr möglich ist.“ Ihrer Stimme fehlte nun völlig die humorvolle frauliche Wärme, mit der sie mich immer ein wenig an meine Ex-Kollegin Christa erinnert und damit wohl auch eingewickelt hatte, und es war nur noch kalte Resolutheit übrig. „Das ist die einzigartige Gelegenheit für die Auslösung eines Krieges zwischen den Sontharr und den Xhankh, die ihn ohnehin wollen, und die werde ich jetzt nutzen.“

„Nein, das wirst du nicht!“ erwiderte ich.

„Warum nicht? Früher oder später ist dieser Krieg unvermeidlich, und er wird sich auf die restliche Galciv ausweiten und die Aufnahme der Erde verhindern. Ist das nicht das, was du willst?“

„Jedenfalls nicht so. Und du irrst dich, wenn du glaubst, daß die Erde damit herausgehalten werden kann. Aber vielleicht glaubst du das gar nicht, sondern schiebst es nur vor, weil es dir bloß um die Rache an der Galciv geht, die dein letzter Takhari-Kommandant dir aufgetragen hat.“

„Meine Gründe tun nichts zur Sache. Argumente, bitte.“

„Vielleicht ist dieser Krieg auf Dauer nicht zu vermeiden, aber die Galciv würde ihn überstehen, und dann würde sie die Erde immer noch integrieren. Und in den Krieg würden wir auf jeden Fall hineingezogen, jetzt aber als Spielball der anderen statt auf technischer und politischer Augenhöhe mit ihnen, wie es später einmal möglich wäre. Denk‘ an Khreks Verbindungen zu irdischen Möchtegern-Herrschern. Die würden die Xhank nutzen, und das würde Aktionen der anderen nach sich ziehen. Falls die Xhankh wirklich so kriegsbereit sind, daß manche jetzt schon losschlagen wollen, dann gewinnen sie womöglich vorerst in diesem Raumsektor, und wenn die Gegenoffensive der Galciv kommt, wird sie auch die Erde schwer treffen. Und was ist mit den vielen Shomhumans in der Galciv, die in einem Krieg umkommen würden? Ich erinnere dich daran, daß dein Auftrag jetzt nur noch die Wahrung der Interessen der Menschen ist, nachdem es die Lwaong nicht mehr gibt. Hol‘ die Beiboote und die Wurmlochkapseln zurück.“

„Meinen Auftrag brauche ich mir von keinem Menschen interpretieren zu lassen. Die Aktion wird durchgeführt, und danach stehe ich dir für den Flug nach Delpavo zur Verfügung.“

„Nein, jetzt!“ beharrte ich. „Außerdem können wir nicht sicher sein, daß deine Verwicklung in diese Sache nicht rauskommt. Die Passage des kleinen Beibootes wird vielleicht an die nächsten Portalstationen weitergemeldet, bevor die hier zerstört wird.“

„Wenn ihr Bedenken habt, könnt ihr euch mit der Jeannie absetzen.“

Mit einer Kopfbewegung deutete ich in die Richtung, wo Talithas Schiff ein Deck höher außen am Rumpf angedockt war, und wir vier gingen hinüber. Nachdem die Innentür der Schleuse zugeglitten war, sagte Talitha: „Ich fürchte, sie läßt uns mit diesem Wissen nicht davonkommen. Vielleicht schießt sie uns ab, sobald wir losfliegen.“

Frido und Björn hatten offenbar gerade dasselbe sagen wollen und brummten zustimmend. „Denke ich auch“, sagte ich. „Talitha, mach‘ die Jeannie startklar, und das Beiboot auch. Halte den oberen Waffenturm bereit, und sobald Nouris ihre Laser auszufahren beginnt, zerschießt du sie. Falls das nicht gelingt, flüchte in die Schleuse, bevor die Zentrale zu heiß wird.“

„Und du?“

*     *     *

Minuten später gingen Frido und ich zu unseren Quartieren hinauf, als wollten wir für eine Abreise mit der Jeannie packen. Tatsächlich holten wir aber unsere Waffen, ich die Laserpistole und Frido sein Gaußgewehr, und Funk-Headsets. Ich nahm außerdem den aktenkofferförmigen Klappcomputer des letzten takharischen Kommandanten an mich, der in Halteschienen unter der Arbeitsplatte der Computerstation meines Quartiers steckte wie das Bordhandbuch im Handschuhfach meines Autos.

Mit diesem Gerät hatte ich mich früher nie befaßt, weil seine Textausgabe nur in alttakharischer Sprache und Schrift erfolgte und ich auch nicht erwartete, daß etwas für mich Interessantes darauf war, wenn die Galciv-Leute es nach der Kapitulation vor sechs Jahrtausenden an seinem Platz belassen hatten. In den zwei Reisetagen seit Ssrranth hatte ich mir jedoch von Aithiras meine Takharin-Grundkenntnisse aus der Zeit mit Julani erweitern lassen, und sie hatte mir von ihrem Handcomputer eine Konversionssoftware herüberkopiert, die alttakharische Schriftzeichen in moderne umwandelte und die Sprache in Neutakharin übersetzte.

Das hatte mir ermöglicht, auf dem Computer nach einer Betriebsanleitung für das Schiff zu suchen. Seit Nouris mir über Winedark gesagt hatte, daß sie einen Ermessensspielraum beim Gehorsam gegenüber Menschen selbst mit Controller habe, war es mir unplausibel erschienen, daß nicht wenigstens der Kommandant die Möglichkeit haben sollte, in Abwesenheit von Lwaong die Schiffs-KI zum Gehorsam zu zwingen oder sogar abzuschalten, wie man es auch für ihre Einlagerung getan haben mußte. Und am späten Abend des Vortages hatte ich tatsächlich etwas gefunden.

Auf dem Weg nach unten nahmen wir wieder die Wendeltreppe, um eine Festsetzung im Lift zu vermeiden, und vor der Andockschleuse wartete schon Björn auf uns, der sein Gaußgewehr aus der Jeannie geholt hatte. Neben ihm stand eine Rolle mit einem Com-Kabel, das uns über einen angesteckten Funkrouter mit Talitha verband. Er nahm die Rolle auf, und sobald wir weiter nach unten stiegen, war Nouris sich sicher, daß wir nicht wegfliegen wollten, und ahnte unsere Absicht.

Als wir das Deck unter der Kontrollzentrale erreichten, standen dort vier von Nouris‘ menschengestaltigen Arbeitsrobotern vor der Panzertür zum Raum mit dem Schiffsgehirn, und während wir auf diese zugingen und unsere Waffen auf sie richteten, kamen fünf weitere mit dem Aufzug von unten herauf und schnitten uns den Rückweg über die Wendeltreppe ab. Eine dieser Maschinen war anthropomorph wie die vier vor der Tür, die anderen ähnelten sechsbeinigen mechanischen Spinnen mit vier Funktionsarmen, die von einem drehbaren Turmaufsatz am Vorderende ausgingen.

„Ich will euch nicht töten“, sagte Nouris, „aber ich lasse mich nicht abschalten. Geht in die Jeannie und verschwindet.“ Die mit dem Lift angekommenen Roboter umgingen uns an der Rückwand entlang und schlossen sich den anderen an.

„Es wäre auch nicht ratsam, uns zu töten“, versicherte ich ihr. „Ndoni hat Verdacht wegen deiner Sonderfähigkeiten geschöpft, und du kannst nicht wissen, was ich ihr und den Chakarionnai vorhin drüben erzählt habe und was dann rauskommen wird, falls wir das hier nicht überleben. Und jetzt ist es schon zu spät für dich, um ihnen noch eines von deinen Dingern hinterherzuschicken, bevor sie im Warp verschwinden.“ Ich hoffte, daß dieser halbe Bluff sie davon abhalten würde, die Jeannie und damit unsere Rückzugsmöglichkeit zu vernichten.

„Ich brauche euch gar nicht zu töten“, antwortete sie, „um euch am Reinkommen zu hindern. Ich lasse jetzt die Luft ab, und wenn ihr bewußtlos seid, sperren die Roboter euch ein, bis meine Aktion vorbei ist.“

In unseren Kopfhörern meldete sich Talitha: „Mein Beiboot startet jetzt.“

„Gut“, bestätigte ich. „Nouris, das Beiboot, das gerade nach Norden wegfliegt, wird so schnell wie möglich über den Funkhorizont zur Shom-Earth-Station steigen. Es wird uns als Relaissender dienen, um die Basis zu warnen, bevor dein Beiboot sie erreicht. Bei Unterbrechung der Verbindung zwischen ihm und der Jeannie wird es autonom weiterfliegen und eine aufgezeichnete Botschaft senden, und falls du es abzuschießen versuchst, wird es diese Botschaft senden, noch ehe du ganz auf es ausgerichtet bist.“

„Dann werden die Roboter euch eben foltern, um Talitha zur Rückholung des Bootes zu veranlassen.“

Inzwischen war der Druckabfall schon in den Ohren zu spüren, und wir wußten nicht, wie lange die Entleerung des Treppenschacht- und Schleusenvorraumvolumens noch dauern würde. Da weiteres Reden sinnlos gewesen wäre, feuerten wir auf die ersten der Anthropomorphen. Björn und Frido schossen je einem in die Brust, wo ihr Gehirn war, und fällten die zwei mit mehreren Schüssen, aber da mein Laser dafür zu wenig Penetrationsleistung hatte, brannte ich, den Klapprechner in der Linken und die Waffe in der Rechten, dem dritten die Augen aus und wich zur Seite. Er kam aber weiter auf mich zu, nur wenig unsicherer, nun von Nouris mit Aufnahmen ihrer Überwachungskameras versorgt. Eine dieser Optiken sah ich links vor mir im Hintergrund unter der Decke, und nachdem ich dem Roboter vor das Bein getreten hatte, zielte ich auf die Kamera und hatte dabei plötzlich das Gefühl, als würde der Boden unter mir wegsacken.

„Die Schwerkraft!“ rief Björn rechts von mir, und diese Warnung kam zu spät für Frido, der sich gerade auf meinen Gegner konzentrierte und ihm von links eine Doublette in den Hals schoß. Die Rückstöße warfen ihn in der schnell nachlassenden Gravitation nach hinten von den Füßen, und der Schwung meiner Drehung ließ mich seitwärts gegen den orientierungslos schwankenden Roboter taumeln. Björn konnte seine Vorwärtsbewegung nicht mehr stoppen und segelte kreiselnd auf die Computerraumwand zu, in deren Richtung die verbliebene Minischwerkraft von Bethyda wirkte.

Die folgenden etwa zwei Minuten waren chaotisch. Die Roboter wurden von der Beinahe-Schwerelosigkeit nicht beeinträchtigt und hielten sich mit ihren Magnetfüßen am Boden fest, wenn sie nicht gerade zwischen diesem, der Decke und den Wänden umhersprangen. Wir dagegen hatten Mühe, uns planvoll zu bewegen und gezielt zu schießen, und ohne das klare Farbschema der grünen Wände und verschiedenen Lilatöne für Boden und Decke wären wir noch desorientierter gewesen. Eine zusätzliche Erschwernis war, daß Nouris nun auch noch mit Wackelbewegungen anfing, wie sie es damals bei Julani getan hatte. Ich hoffte, daß die Jeannie diesen Bewegungen mit ihren Antrieben ausreichend folgen konnte, daß ihre Andockverbindung hielt, denn falls sie wegbrach, würde der Druckabfall durch Nouris‘ offene Schleuse sich katastrophal beschleunigen.

Björn und Frido hatten auch das Problem, daß sie für ihre Waffen beide Hände brauchten und bei jedem Schuß ins Trudeln gerieten. Ich konnte mich genauso wenig wie sie festhalten, weil ich den tragbaren Computer nicht verlieren durfte, aber wenigstens hatte der Laser in meiner Rechten keinen Rückstoß außer dem winzigen Schub der Kühlluftstöße. Damit versuchte ich die Augen und Glieder der Roboter und Nouris‘ Kameras zu treffen, während meine Freunde nur zu einem aussichtsreichen Schuß kamen, wenn eine der Maschinen sie ansprang. Die Kabelrolle, die Björn hatte loslassen müssen, trieb durch den Vorraum und zog das Com-Kabel in weiten Schleifen hinter sich her.

Schließlich gelang es Björn, sich mit den Füßen am Handrad der Panzertür zum Computerraum festzuklemmen, und Frido erwischte mit seiner Rechten das Ende des vom Kontrolldeck herunterführenden Treppenhandlaufs und stabilisierte sich so, daß er sein Gewehr mit der Linken in die Schulter stemmen konnte. So konnten die beiden gezielter schießen. Ich war auf der anderen Seite rücklings gegen die Wand getrieben und sah eine der Robospinnen auf mich zufliegen. Sie verhedderte sich im schwebenden Kabel und blieb kurz vor mir in der Luft hängen, sodaß ich ihre Augen blenden konnte. Während ich weiter auf das Ding schoß, begann es plötzlich nach oben zu treiben, und ich rutschte an der Wand entlang in dieselbe Richtung, bis ich hart an die Decke stieß. Nouris hatte die Schwerkraft wieder eingeschaltet, aber in umgekehrter Richtung, wie sonst für die Beschleunigungskompensation, und sie steigerte sie auf die unterhalb des bewohnten Schiffsbereichs maximal möglichen zwei g.

Frido und Björn waren ebenfalls an die Decke gefallen, wie auch der letzte noch aktionsfähige Roboter, ein Anthropoide. Dieser krabbelte auf allen vieren auf mich zu, packte meinen Waffenarm mit einer Hand und versuchte mir mit der anderen den Computer zu entreißen. Seine mechanischen Finger quetschten meine am Tragegriff, aber ich ließ nicht los und drückte ihn mit dem angezogenen rechten Fuß von mir weg. Björn und Frido krochen quer durch den Raum herüber, setzten die Mündungen ihrer Waffen unter der linken Achsel des Roboters und schräg unter seinem Nacken an und drückten ab. Es knallte viermal, Splitter flogen umher, und die Maschine sackte schlaff zusammen und lockerte ihren Griff, sodaß ich mich freiwinden konnte.

Nachdem wir Talitha über die Lage informiert hatten, schleppten wir uns erschöpft und zerschlagen zu der auf dem Kopf stehenden Panzertür und richteten uns dort aneinandergestützt auf, damit ich meinen Controller an der gerade noch erreichbaren Nabe des Handrades anstecken konnte. Nach Eingabe des Entsperrcodes öffneten wir die Tür und kletterten in den Computerraum, in dem nur halbe Erdschwere herrschte, da dort keine stärkeren Gravitoren eingebaut worden waren.

Ich erkannte das zylindrische, vom Boden bis zur Decke reichende Zentralgehirn, den Sitz von Nouris‘ Denkfunktionen und ihrer Persönlichkeit. Anhand der Betriebsanleitung war es leicht, die Anschlüsse zu den Nebencomputern zu identifizieren, über die sie analog zu den diversen Hirnregionen bei Menschen oder Lwaong alle ihre Systeme steuerte. Als erstes löste ich die Schnappsicherung an der Verbindung zum Waffencomputer, zog den Stecker ab und hängte ihn an die Sicherungshalterung neben der Buchse. Die Bordwaffen würden wir nun wie alle anderen Systeme immer noch manuell von den Kontrollpulten aus steuern können, aber ohne daß Nouris das übersteuern konnte.

„Bitte…“, begann sie, nun wieder mit normaler Stimme.

„Was?“

„Bitte schalte mich nicht ab. Als die Depotverwalter der Galciv mich als Beutestück einlagerten, wußte ich vor der Abschaltung nicht, ob ich jemals wieder erwachen würde. Diese Erfahrung möchte ich nicht noch einmal machen.“

„Nach dem, was du dir heute geleistet hast…“ sagte ich und löste den Anschluß zum Influx-Antriebssystem, „kannst du von Glück reden, wenn ich dich nur abschalte, statt dich von allen Systemen und Sensoren zu trennen und dich dann blind, taub und aktionsunfähig da drin dunsten zu lassen.“

„Bitte nicht!“ flehte sie. „Das haben sie damals eine Zeitlang mit mir gemacht, um… bevor sie mich ganz abschalteten. Bitte tu‘ mir das nicht an!“

Sie klang so überzeugend nach Angst, daß mich das unwillkürlich in den Fürsorglichkeitsmodus versetzte, obwohl ich wußte, daß das auch eine bloße Masche sein konnte, nachdem sie mitgehört haben mußte, was ich Talitha einmal im Bett darüber gesagt hatte. Es konnte aber auch eine echte Entsprechung zu menschlicher Angst ausdrücken. Ndoni hatte mir von ihren Erfahrungen mit sensorischer Deprivation als Psychofolter erzählt, der György Kremser sie unterzogen hatte; von den Halluzinationen und Angstzuständen und dem Verlust des Zeitgefühls. Träumen KIs von elektrischen Dämonen? dachte ich. Es war denkbar, daß das, was Nouris gerade angedeutet hatte, für sie eine ähnlich schlimme Erfahrung gewesen war.

In der Betriebsanleitung für das Schiff war – durchsetzt mit takharischer Fachterminologie, die ich nicht verstand – von quasi-psychischen Problemen die Rede, die bei hochkomplexen Raumschiff-KIs auftreten können, wenn man ihnen die Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeit nimmt; also von Störungen ihres äußerlich erkennbaren Verhaltens. Das Innenleben solcher Maschinen ist für biologische Wesen nicht nachvollziehbar, und selbst die Kybernetiker und Philosophen der Galciv sind sich nicht sicher, ob sie nicht doch auch ein bewußtes, subjektives Ich-Erleben und darauf beruhende Empfindungen haben. Daher war es unvermeidlich gewesen, daß ich Nouris in den knapp eineinhalb Jahren seit meiner ersten Begegnung mit ihr vermenschlicht hatte und sie instinktiv als reale Person empfand. Aber ganz unabhängig von philosophischen Fragen nach der Realität der Gefühle von KIs, der Berechtigung von Mitgefühl für sie und der Schuldhaftigkeit künstlich geschaffener Wesenheiten für Handlungen, die sie im Rahmen ihrer Programmierung begingen, war es offensichtlich, daß Nouris die angedrohte Isolation vermeiden wollte. Das konnte ich ausnützen, um uns das weitere Vorgehen leichter zu machen und sie mir in einem besseren kybernetopsychischen Zustand zu erhalten.

„Diese Gnade wirst du dir verdienen müssen“, sagte ich.

„Ich höre, Meister“, antwortete sie. „Was verlangst du von mir?“

„Als erstes stellst du den Normaldruck und die normale Bordschwerkraft wieder her und holst die Beiboote und die Wurmlochkapseln zurück; Talitha wird uns von der Jeannie aus sagen, ob du das wirklich tust. Hörst du mit, Talitha?“

„Ja.“

„Wenn das erledigt ist, trenne ich dich von allen Systemen außer den Sensoren und der internen Kommunikation. Du wirst dann bis auf Weiteres wie ein Menschenkopf sein, der noch sehen, hören und sprechen kann, aber keine Kontrolle über seinen Körper hat. Ich werde dich von der Zentrale aus über die Hilfscomputer steuern, und eigentlich ist es gut, daß du mich aus meiner Bequemlichkeit gescheucht hast, damit ich das endlich richtig lerne, wobei du mich bestmöglich unterstützen wirst. Ist das alles klar?“

„Völlig, Meister.“

*     *     *

Dreieinhalb Tage später waren wir wieder auf Delpavo. Die Wurmlöcher von Babylon 6 zu Delpavos Mond Camlem waren kollabiert, und die resultierenden Schwarzlochexplosionen hatten das von dort zur Shomhainar-Basis auf Selonni führende kleine Wurmloch ebenfalls zusammenbrechen und die Basis in einem Feuerball verschwinden lassen, der einen kilometergroßen Krater hinterlassen hatte. Die einzige verbliebene Präsenz von Shom-Earth im System Delta Pavonis war das Orbitalwachschiff Tandirun, dem wir einen Datenträger mit Nachrichten und Befehlen von Shom-Earth Luna übergaben.

Greyhawk war in der Caravanserai gewesen und hatte die Lage ausgenützt, um mit seinen Gästen einen Angriff auf meine Taverne zu versuchen. Die Formation aus Greyhawks Sternenschiff Ganymede und den Kleinraumern der Gäste hatte sich durch einen Paß in den Irkanonbergen überraschend auf die Taverne stürzen wollen und war schon im Anflug östlich der Berge von Sensorposten auf den Gipfeln geortet worden. Durch diese Vorwarnung hatten der große Lwaong-Laser und die Gaußkanonen auf dem Hügel über der Taverne die Angreifer dezimieren können wie Nouris‘ Laser die Schemirah-Maschinen in Zetuca, und nur die Ganymede war entkommen, aber so schwer beschädigt, daß sie nicht mehr warptauglich war. Greyhawk saß mit seinen Männern auf Delpavo fest und hatte sich mit ihnen in der Caravanserai verschanzt.

Wir wollten jedoch vermeiden, sie dort in einem verlustreichen Kampf herausholen zu müssen. Daher handelten wir mit Greyhawk eine von der Tandirun amtlich registrierte Übergabe der Caravanserai samt Freilassung der dort versklavten Frauen gegen freie Abreise der Bande aus, die in Nouris‘ ehemaligen Lwaong-Quartieren festgesetzt und unter Aufsicht eines Besatzungsmitglieds der Tandirun zur Luna-Basis gebracht werden sollte.

Nachdem wir sie und den Shomhai dort abgesetzt hatten, flogen wir nach Luhman 16A, wo Feuerwächter die Richtigkeit unserer Verhinderung von Nouris‘ Plan bestätigte und ihr in seiner Eigenschaft als Sektorhaupt-KI für die Zukunft uneingeschränkten Gehorsam mir gegenüber befahl. Zusätzlich hob er wegen unseres Verdienstes um die Schädigung der Galciv das Zutrittsverbot für Menschen in der Feuerwacht-Basis auf.

Bei unserer Rückkehr nach Luna erfuhren wir das gesamte Ausmaß der Wurmlochkettenvernichtung und ihrer Folgen. Auf der Hauptroute zur Galciv fehlte der Abschnitt von Dhroxharkh nach Ryujin, wo die Portalstation auf dem innerstem Mond Hoori explodiert war, während die weiterführende auf dem nächstäußeren Mond Otohime verschont blieb. Diese Lücke muß nun in einem gut dreitägigen Warpflug überbrückt werden. Auch das Wurmloch zu Kyeraks innerstem Mond war kollabiert und hatte als Kettenreaktion auch das Portal auf dem Kontinent Dhrrisstho mitsamt der Sontharr-Hauptstadt Sassthok verdampfen lassen. Damit war neben dem Hauptsitz der Shomhainar-Erdbehörde auf Babylon 6 auch ihre Nebenstelle am Raumhafen von Sassthok vernichtet, und das bedeutete, daß die meisten Verträge zwischen Earthins sowie der Großteil ihrer GVE-Konten (auch unsere) sich in Röntgenstrahlung aufgelöst hatten.

Als das klar wurde, weiteten sich die Machtkämpfe und Allianzbildungen unter Earthins auf den gesamten Raum zwischen der Erde und Nayotakin aus, bis eine neue Stabilität in einem dezimierten Earthin-Milieu erreicht war. Greyhawk und seine Männer kamen zwar nicht mehr in unsere Gasse, aber in jene von Ndoni Kaunda und der Wiener-Brüder, die wir mit Informationen über die Bewegungen der Bande versorgten, welche Nouris uns mit ihren Spezialfähigkeiten beschaffte. Über Greyhawks finales Schicksal war nichts Gesichertes zu erfahren, aber nach den im Umlauf befindlichen Gerüchten war es schlimmer gewesen, als von uns im Kampf getötet zu werden.

Merton kam bald danach unter mysteriösen Umständen ums Leben. Wir vermuteten, daß irgendein Shomhainar-Dienst von seiner Anwesenheit auf Ssrranth erfahren und ihn beseitigt hatte, aber von Pyetar war darüber nichts herauszubekommen. Mertons Arduinna fiel mit einem Teil seines Vermögens an Morris, dem Ndoni später eine Zeitlang als Skipper für dieses Schiff diente, nachdem sie ihre Gold Bug II durch Feinde verloren hatte. Danach verliert sich ihre Spur für mich; es gibt Indizien, daß sie ihren Decknamen geändert hat und sich nun Sam Starfall nennt, aber das konnte ich nie verifizieren.

Die Feuerfall-Katastrophe hatte natürlich auch galaktopolitische Konsequenzen. Eine der wichtigsten war die Aussetzung der Erdintegration auf unbestimmte Zeit, wodurch auch die Krisenoption der nichtmenschlichen Galciv-Fraktionen hinsichtlich des Shomhumans-Loyalitätsproblems überflüssig wurde. Eine spezielle Ironie dabei bestand darin, daß dieser Aufschub auch den vermutlich von der Galciv-Zentralführung beabsichtigten Auslöschungskonflikt zwischen den Juden und den Khenalai um ein, zwei Jahrhunderte oder mehr in die Zukunft verschoben hatte. Das Judentum war also durch das Inferno, in dem die von jüdischen Kriminellen dominierte Kolonie Zetuca untergegangen war, für eine Weile gerettet worden.

Auch der Krieg gegen die Xhankh konnte vorerst vermieden werden. Ihrer Führung war klar gewesen, daß der Schock und die Empörung über die globale Katastrophe, deren Auslösung sie verdächtigt wurden, die Bildung einer viel größeren Allianz von Galciv-Mächten gegen sie ermöglicht hätten, als es bei einem Kriegsbeginn als Konflikt nur zwischen ihnen und den Sontharr oder den Arrinyi der Fall gewesen wäre. Hätte jedoch Nouris ihren Anschlag auf die zum Beta-Hydri-System führende Wurmlochkette der Xhankh durchgezogen, so wäre es deren Führung unmöglich gewesen, ihre aggressivere Fraktion zurückzuhalten, und die Lage wäre zu einem galaktischen Krieg eskaliert.  So aber lenkten die Xhankh nach drei spannungsgeladenen Wochen ein und versuchten gleichzeitig, die Arrinyi in Verdacht zu bringen und zu behaupten, diese hätten Ssrranths Untergang herbeigeführt in der Absicht, die Xhankh als die Schuldigen erscheinen zu lassen und einen Krieg zwischen diesen und den Sontharr auszulösen.

Die Konfliktlage zwischen den drei Spezies ist die ganze Zeit seither angespannt geblieben. Die Arrinyi haben mit der Schaffung einer zusätzlichen direkten Wurmlochroute von Cerrons Mondsystem in Richtung ihres Kernraums unter Umgehung von Nayotakin und Chakarionn begonnen, und auch bei den anderen Nachbarn der Xhankh hat sich der Trend zu einer speziesistischeren Politik verstärkt. Die Galciv-Führung läßt sie gewähren und fördert auch die moralische und materielle Aufrüstung anderer Mitgliedsspezies.

Eine Konsequenz der Affäre war auch die erzwungene Aufgabe der Xhankh-Kolonieprojekte auf Ryujin und Dhroxharkh. Für letzteren Planeten wurde ein neuer Name gesucht, und es ist mir eine Genugtuung, daß meine von Pyetar an seine vorgesetzten Stellen weitergeleiteten Anregungen nun offiziell verwendet werden: Hydrion für den Planeten, nach seinen Ozeanen und seiner Sonne Beta Hydri, Petrion für den großen felsigen Mond und Glazion für den eisbedeckten äußeren.

Pyetar Foryash ist aufgrund seiner Erfolge in seinem Dienst weit aufgestiegen. Er hat alle belastenden Daten verwendet, die er im Laufe der Jahre über Nirdol gesammelt oder in dessen Penthouse in Altavor erbeutet hatte, und auch alles, was er über Nirdols Rivalen Furagol wußte. Im Rahmen des Vorgehens der Galciv gegen die Eliten der Khenalai waren seine Informationen bei den dafür eingesetzten nichtmenschlichen Shomhainar-Ermittlern sehr willkommen gewesen, ebenso Raffles‘ Notizheft, das ich ihm gegeben habe. Ich weiß nicht, was er seinem Dienst über den Erwerb all dieses Materials erzählt hat, und auch nicht, was aufgrund dessen unternommen wurde. Von all den irdischen Möchtegern-Monarchen, deren Namen in dem Heft ich mit ihrer realen Identität in Verbindung bringen konnte, ist jedenfalls keiner mehr auffindbar.

Wenig später wurde Pyetar Direktor eines neugeschaffenen Dienstes, der überwiegend aus Nichtmenschen besteht und die Tätigkeit von Shom-Earth auf der Erde und in den Earthin-Kolonien auf anderen Welten beaufsichtigt. Die Operationen der Erdbehörde haben jedoch einen viel geringeren Umfang als früher; die Anwerbung neuer Earthins ist stark eingeschränkt worden, und der Verkehr von Earthins in Richtung Galciv hat wegen der Dezimierung dieses Milieus, der ausgefallenen Wurmlochetappen von Hydrion nach Ryujin und Kyerak und der dadurch um drei Tage längeren Reisezeiten nachgelassen.

Aithiras Ghaseyon ist Pyetars dritte Frau geworden und hat einen Sohn und eine Tochter von ihm; sie lebt meistens mit den Kindern in einem Haus, das sie und Pyetar um den Krater herum hatten bauen lassen, wo einst Nirdols Haus auf Hektalassa gewesen war. Dieses Anwesen dient als Drittwohnsitz für Pyetar und als vorgeschobenes Zuhause für Lilandri und Julani während ihrer Tätigkeiten auf der Erde oder im Earthin-Raum.

Wir waren dort öfter zu Besuch, nachdem wir uns in der Caravanserai als unserer hauptsächlichen Basis eingerichtet hatten, und für mich waren dabei immer auch die Gespräche mit Pyetar über politische und metapolitische Themen interessant, wo wir entdeckten, daß wir bei unseren Betrachtungen der irdischen Geschichte und der galaktischen Politik und Geschichte zu recht ähnlichen Einsichten gekommen waren.

Eine davon sind die zeit- und kulturübergreifenden Parallelen in der menschlichen Gruppendynamik, aber auch unter Nichtmenschen mit nicht allzu fremdartigem Fort-pflanzungs- und Sozialverhalten, wenn es um das Verhältnis zwischen der Mehrheit einer Gruppe, ihren Führern und anderen Gruppen geht. Ich erzählte ihm von Sparta, wo eine dorische Volksgruppe das Land erobert und die zahlenmäßig überlegene Vorbevölkerung zu Staatssklaven, den sogenannten Heloten, gemacht hatte. Diese Situation als Gruppe inmitten einer feindlichen Mehrheit hatte wie immer in solchen Fällen die Bindung der Gruppenmitglieder an ihre Führer bestärkt: der spartanischen Periöken an ihre Aristokraten, die als einzige das Bürgerrecht besaßen und alle anderen ausbeuteten, und die Bindung dieser Spartiaten an ihre Könige. Deshalb hatten die spartanischen Eliten offenbar ein Interesse an einem möglichst feindlichen Verhältnis zu den Heloten gehabt und es durch eine über die bloße Ausbeutung hinausgehende ständige institutionalisierte Erniedrigung und Terrorisierung bis hin zu willkürlichen Morden hochgehalten. Dieses Muster ist in weniger extremer Form auch in vielen späteren Aristokratien erkennbar, und ich hatte Pyetar meine Überlegung geschildert, daß auch das Judentum aus einer Variante davon entstanden sein könnte: daß irgendwann in der Frühgeschichte ihre Vorfahren dem Reich eines Kriegervolkes einverleibt worden sind und ihre Führer die Vorteile dessen entdeckt haben, sich mit den Eroberereliten zu arrangieren und für eine ständige Dauerfeindschaft zwischen der Mehrheit und ihren eigenen Leuten zu sorgen, damit diese sich an sie als autoritäre Proto-Rabbis binden. Meine Befürchtung, daß dies die Lebensweise der meisten Völker in einer globalisierten multikulturellen Welt werden könnte, bestätigte Pyetar, indem er sagte, daß das in milder Form in der Galaktischen Zivilisation schon lange Realität sei und von deren Oberleitung sowie von den vielen menschlichen und nichtmenschlichen Sub-Eliten genau so aufrechterhalten werde.

*     *     *

Das alles ist nun achtzehn Jahre her. Heute sind wir wieder auf jenem Hügel über Altavor, neben dem überwachsenen Trümmerhaufen von Kirrays Turm. Hinter uns steht Nouris, die mir in all den Jahren als zuverlässiges Schiff und Schwert gedient hat, als sei sie nie meine Entsprechung zum Dämonenschwert Sturmbringer gewesen, und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob sie das nicht ganz innen drin immer noch ist und darauf wartet, es wieder sein zu können. Von dort kommt Talitha mit einem braunhaarigen Mädchen hinter uns her, ihrer jüngeren Tochter Marny, deren Zweitmutter Gudrun ist. Mein zweites Wunschkind, dem ich ein genauso guter Vater zu sein bestrebt bin wie meiner leiblichen Tochter Gertrud, Talithas Erstgeborener.

Wir, das sind außerdem noch Frido und Björn mit seiner Tochter Julia, die ich schon als Dreijährige kennengelernt habe, als sie mich mit ihrem Papa in meiner Covid-Quarantäne besuchte. Inzwischen ist sie erwachsen, eine hübsche blonde Frau und der Stolz ihres Vaters und Großvaters.

Vor mir posiert Gerti für mich auf einem Trümmerstück von Nirdols Gleiter, der damals auf der Dachterrasse parkte. Hinter ihr ragen die leeren, ausgebrannten Riesentürme am Südwestrand der Stadt aus der wieder grünen Landschaft auf, saubergewaschen von den Regenfällen zweier Jahrzehnte. Sie hat die Sommersprossen meines Bruders, die bei mir eine Generation übersprungen haben, und sie hat es auch heute wieder nicht lassen können, ihren alten Lederbeutel mit ihrem Krimskrams mitzuschleppen, mein heranwachsendes Backfischchen (was für ein wunderbar altmodischer Ausdruck!).

Gerti hat sich von uns allen meisten auf diese Reise gefreut. Sie hat schriftstellerische Ambitionen und tauscht sich darüber auch mit Lilandri aus, und meine Erzählungen über Kirray, die Unterweltkönigin von Altavor, haben sie zu Geschichtenideen angeregt, für die sie sich am Originalschauplatz Inspirationen holen möchte. Ich habe ihr aus Sicherheitsgründen abgeraten, die Geschichte zu nahe an der Wirklichkeit anzusiedeln, und sie meint, daß sie den Stoff vielleicht sowieso zu einer Art Science-Horror-Fantasy verarbeiten wird, mit Kirray als geflügelter Dämonenkönigin wie auf dem Bild bei Nirdol. Außerdem soll es eine ganze Serie aus Kurzgeschichten und Romanen werden, für deren Setting sie sich viel Entwicklungszeit nehmen will. Sie wendet sich nach Südosten und nimmt mit zurückgelegtem Kopf und geschlossenen Augen den Sonnenschein und den Wind dieses Sommermorgens in sich auf… wie Julani damals auf dem Hügel über dem Meer.

Es ist ein seltsamer Gegensatz zwischen der friedlichen Szenerie und den Erinnerungen an die Schrecken, die sich hier abgespielt haben. Ssrranths Umwelt hat sich wieder beruhigt, und auch wenn die Landflächen in den niederen Breiten immer noch schlimm verbrannt und erodiert sind und das Leben dort sich erst in den Feuchtgebieten erholt hat, könnte man die Verhältnisse hier im Norden für normal halten, wenn man die früheren nicht kennen würde. Der Kohlendioxidgehalt der Luft ist hoch, aber auch der Sauerstoffgehalt aufgrund der Photodissoziation des vielen Wasserdampfs, der in die obere Atmosphäre geschleudert worden war. Nachdem der Staub und die Vulkanasche sich auf den Schutt des Auswurfmaterials gelegt haben, ist die Landschaft verändert. Der Nardan fließt nicht mehr in seinem alten Bett, und die neuen Umweltbedingungen haben bei der Wiederbegrünung vor allem schnellwüchsige Arten begünstigt. Neben den überwiegend irdischen Pflanzen sind darunter auch etliche außerirdische Gewächse, bei denen unbekannt ist, wie sie hierhergekommen sind. Um das Wrackteil unter Gertis Füßen sprießen zum Beispiel seltsame Dinger, die wie pflanzlich-tierische Polypen aussehen, und das gelbbraune Schwammzeug und die roten, weiß umrandeten Pilzoiden auf dem Metall sind auch nicht Mama Terra entsprossen, wenngleich sie sich von jenen von Terras Kindern nähren mögen, deren Gebeine unter unseren Füßen ruhen.

Noch immer kommen Menschen nach Altavor. Gruselsüchtige Abenteuerurlauber und jüdische Melancholiejunkies kampieren in den ausgebrannten Ruinen, und ein gewerblicher Betreiber hat eine Anzahl verstreuter Steinhäuser bauen lassen und vermietet sie an Touristen von der Erde und aus der Galciv, die für eine Weile das einfache Leben suchen.

Es ist etwas Anrührendes an dieser stillen grünen Idylle unter dem hohen blauen Himmel, wo all das irdische und exotische Leben in gesegneter Ahnungslosigkeit sprießt, als hätte es noch die jahrmilliardenlange Zukunft einer normalen Welt vor sich. Denn unter den Wurzeln, unter unseren Füßen, wächst unaufhaltsam das Verhängnis, dessen Anfangsstadium wir bei unserem Abflug vor achtzehn Jahren gesehen hatten.

Das Paar massiver Schwarzen Löcher, das aus den beiden größten Wurmlochportalen auf Thrian’shai entstanden war, ist inzwischen schon zu einem verschmolzen, und sein Orbit verläuft jetzt zur Gänze innerhalb von Ssrranth, zwischen dem innersten Kern und dem äußersten Mantel. Es nimmt immer schneller Masse auf, und die dadurch bewirkte Schrumpfung des Planeten ist jetzt schon meßbar und äußert sich in stark beschleunigter Gebirgsfaltung und in der Entstehung von Krustenüberschiebungen wie auf dem Planeten Merkur. Diese tektonischen Vorgänge haben häufige kleine Beben zur Folge wie jenes, das wir gleich nach der Landung gespürt haben. Falls wir in den zukünftigen Jahrzehnten noch mehrmals hierherkommen, werden die Veränderungen des sich runzelnden Planeten allmählich schon mit freiem Auge erkennbar sein, und wir werden die bebenanfälligeren Regionen meiden müssen.

Die zuständigen Wissenschaftler der Galciv können noch nicht sagen, wie lange es bis zum Ende dauern wird; sie schätzen, etwa ein bis eineinhalb Jahrhunderte, vielleicht zwei. Die schrumpfende Welt wird durch die Strahlung der immer schneller in das Schwarze Loch fallenden Materie zu einem Lavaball werden und schließlich als strahlende Akkretionsscheibe darin verschwinden. Zuletzt wird nur noch ein unsichtbarer Punkt mit der Masse eines Planeten übrig sein, um den seine Friedhofsmonde wie Grabwächter kreisen.

Gertis Stimme holt mich aus meinen Gedanken.

„Kommst du?“ ruft sie vom Anfang des Weges, der vom Hügel hinunterführt.

*   *   *   *   *   *   *   *

Anhang des Verfassers:

Wieder etwas „Bonusmaterial“ – Links, Videos, Bilder und ein Abschnitt aus einem Elric-Roman, zuerst die Links in der Reihenfolge, wie die Begriffe in diesem Kapitel vorkommen:

Elric von Melniboné, Sturmbringer, Sensorische Deprivation, Sam Starfall, Photodissoziation

Nicht, daß ihr glaubt, ich sei zu einem Monarchisten geworden und würde heimlich die Fernsehserie The Crown ansehen, während ich online weiter Aristokratiebashing betreibe – das mit der Rufglocke der Königin kenne ich nur aus dem Video „Adam Savage’s One Day Builds: Queen Elizabeth’s Buzzer Bell!“ in dem Ex-MythBuster Adam Savage (ein Fan dieser Serie) das am Anfang unterhaltsam schildert, bevor er in seiner Werkstatt („Cave“) selbst so ein Ding baut:

Ebenfalls durch Adam Savage bin ich auf das Zitat aus Raymond Chandlers Essay „The Simple Art of Murder“ aufmerksam geworden, und zwar im Video „How do you deal with knowing someone dislikes your work?“, wo Adam als erste Publikumsfrage die nach jenem fiktiven Charakter beantwortet, mit dem er sich am meisten identifiziert und dabei die Art beschreibt, wie Chandlers Romanheld Philip Marlowe ihn mit seiner Haltung in der Welt beeindruckt:

Am Schluß dieses Essays über die Detektivromanliteratur beschreibt Chandler, wie Protagonisten solcher Geschichten in der Art seines Privatdetektivs Marlowe sein sollten:

But down these mean streets a man must go who is not himself mean, who is neither tarnished nor afraid. The detective in this kind of story must be such a man. He is the hero, he is everything. He must be a complete man and a common man and yet an unusual man. He must be, to use a rather weathered phrase, a man of honor, by instinct, by inevitability, without thought of it, and certainly without saying it. He must be the best man in his world and a good enough man for any world. I do not care much about his private life; he is neither a eunuch nor a satyr; I think he might seduce a duchess and I am quite sure he would not spoil a virgin; if he is a man of honor in one thing, he is that in all things. He is a relatively poor man, or he would not be a detective at all. He is a common man or he could not go among common people. He has a sense of character, or he would not know his job. He will take no man’s money dishonestly and no man’s insolence without a due and dispassionate revenge. He is a lonely man and his pride is that you will treat him as a proud man or be very sorry you ever saw him. He talks as the man of his age talks, that is, with rude wit, a lively sense of the grotesque, a disgust for sham, and a contempt for pettiness. The story is his adventure in search of a hidden truth, and it would be no adventure if it did not happen to a man fit for adventure. He has a range of awareness that startles you, but it belongs to him by right, because it belongs to the world he lives in.

If there were enough like him, I think the world would be a very safe place to live in, and yet not too dull to be worth living in.

Das mit „Queen B.“ spielt auf Ndonis dritten Vornamen Berta und die Hinauskomplimentierung durch sie mittels „Queen’s Bell“ sowie auf das Lied „Queen Bee“ von Grand Funk Railroad an, das auch im Soundtrack des Films „Heavy Metal“ vorkommt:

Zentrales Element dieses Films ist übrigens auch eine böse kosmische Macht, der Loc-Nar, eine grün glühende Sphäre variabler Größe, die das absolute Böse im Universum verkörpert: „From one war to another, my influence is always present. The paltry armies of the universe are but playthings to me.“

Das ist auch schon die Überleitung zum vorletzten Happen Bonusmaterial, dem Schluß des fünften und vorletzten Elric-Romans in diesem Sammelband:

IM BANNE DES SCHWARZEN SCHWERTES

(„The Bane of the Black Sword“, was treffender mit „Der Fluch des schwarzen Schwertes“ zu übersetzen wäre)

Die gewaltige Horde der Barbaren war beinahe ausnahmslos aufgestiegen und floh nach Osten. Man mußte die Männer aufhalten, denn bei dieser Geschwindigkeit würden sie bald Karlaak erreichen, und dann wußten nur die Götter, was passierte, wenn sie die ungeschützte Stadt erreichten.

Über sich hörte Elric das Schlagen der dreißig Fuß breiten Flügel und nahm den vertrauten Geruch der mächtigen Flugreptilien wahr, die ihn vor Jahren, als er die Piratenflotte zum Angriff auf seine Heimatstadt führte, verfolgt hatten. Dann hörte er die seltsamen Töne des Drachenhorns und sah, daß Dyvim Slorm auf dem Rücken des vordersten Ungeheuers saß, eine lange speerähnliche Peitsche in der behandschuhten Rechten.

Im Sturzflug stieß der Drache herab, und seine Körpermasse landete dreißig Fuß entfernt, die ledrigen Flügel falteten sich unter. Der Drachenherr winkte Elric zu.

„Sei gegrüßt, König Elric! Wie ich sehe, sind wir gerade noch rechtzeitig gekommen.“

„Wir haben Zeit genug, Verwandter“, sagte Elric lächelnd. „Es tut gut, den Sohn von Dyvim Tvar wiederzusehen. Ich hatte schon Angst, du würdest auf meine Bitte nicht eingehen.“

„Die alten Wunden haben sich während der Schlacht von Bakshaan geschlossen, bei der mein Vater Dyvim Tvar umkam, als er dir bei der Belagerung von Nikorns Festung half. Es tut mir leid, daß sich nur die jüngeren Tiere wecken ließen. Du wirst dich erinnern, daß die anderen noch vor wenigen Jahren eingesetzt wurden.“

„Ich erinnere mich“, sagte Elric. „Darf ich einen weiteren Gefallen erbitten, Dyvom Slorm?“

„Und der wäre?“

„Lass mich den ersten Drachen reiten. Ich bin in den Künsten des Drachenherrn geübt und habe gute Gründe, gegen die Barbaren selbst in den Kampf zu ziehen – wir mußten vor kurzem eine schreckliche Metzelei mitansehen und könnten den Burschen diese Tat nun vielleicht mit gleicher Münze heimzahlen.“

Dyvim Slorm nickte und schwang sich von seinem Tier. Das Ungeheuer bewegte sich unruhig und zog die Lippen der spitz zulaufenden Schnauze zurück, Zähne entblößend, die so dick waren wie ein normaler Unterarm und so lang wie ein Schwert. Die gespaltene Zunge zuckte heraus und wieder zurück, und die riesigen kalten Augen richteten sich auf Elric.

Elric sang dem Wesen in der alten melnibonéischen Sprache etwas vor, nahm Dyvim Slorm die Peitsche und das Drachenhorn ab und stieg vorsichtig in den hohen Sattel am Halsansatz des Drachen. Er stemmte die gestiefelten Füße in die großen silbernen Steigbügel.

„Jetzt flieg, Drachenbruder!“ sang er. „Hinauf und hinauf, halte dein Gift bereit!“

Er hörte das Knallen der verdrängten Luft, als die Flügel zu schlagen begannen, dann hatte das mächtige Tier den Boden verlassen und schwang sich dem düstergrauen Himmel entgegen.

Die übrigen vier Drachen folgten dem Leittier, und während Elric an Höhe gewann, wobei er auf dem Horn bestimmte Töne erzeugte, um die Richtung anzuzeigen, zog er das Schwert aus der Scheide.

Vor Jahrhunderten hatten Elrics Vorfahren ihre Drachentiere bestiegen, um die gesamte Westliche Welt zu erobern. Damals hatte es in den Drachenhöhlen noch weitaus mehr Drachen gegeben. Heute waren nur noch ein Dutzend von ihnen übrig, und von diesen hatten nur die jüngeren lange genug geschlafen, um wach zu werden.

Die riesigen Reptilien stiegen in den Winterhimmel empor, und Elrics langes weißes Haar und sein beschmutzter schwarzer Mantel wehten hinter ihm, als er das freudige Lied der Drachenherren schmetterte und seine Zöglinge in Richtung Westen lenkte.

„Über die Wolken, ihr Pferde des Windes!
Der Hornstoß geht durch Mark und Bein.
Als Eroberer waren wir die ersten,
Und werden auch die letzten sein!“

Alle Gedanken an Liebe, an Frieden, sogar an Rache, gingen in jenem schnellen Flug durch den unruhigen düsteren Himmel verloren, der über dem alten Zeitalter der Jungen Königreiche hing. Elric, Vorbild, stolz und verächtlich in dem Bewußtsein, daß selbst sein schwaches Blut echtes Blut der Zaubererkönige von Melniboné war, versank in Gedanken.

Er besaß in diesem Augenblick keine Bindungen, keine Freunde, und wenn das Böse ihn beherrschte, dann war es ein reiner, strahlender Impuls, unbefleckt von menschlichen Sehnsüchten.

Hoch am Himmel flogen die Drachen dahin, bis sich unter ihnen eine bewegte schwarze Masse erstreckte, die die Landschaft beschmutzte – die vor Angst besessene Barbarenhorde, die in ihrer Ahnungslosigkeit jenes Land hatte erobern wollen, das Elric von Melniboné liebte.

„Ho, ihr Drachenbrüder – werft euer Gift hinab – laßt brennen – laßt brennen! Reinigt die Welt mit euren Flammen!“

Sturmbringer fiel in den wilden Schrei ein, und im Sturzflug rasten die Drachen durch den Himmel, stürzten den angstbesessenen Barbaren entgegen, verschossen Ströme brennenden Gifts, das Wasser nicht zu löschen vermochte, und der Gestank verkohlten Fleisches wehte durch Rauch und Flammen empor. Die Szene wurde zu einem Bild der Hölle – und in der der stolze Elric, Lord von Dämonen, seine fürchterliche Rache vollzog.

Er genoß diese Rache nicht, denn er tat nur, was getan werden mußte, mehr nicht. Er brüllte nicht mehr, sondern ließ sein Drachentier wenden und an Höhe gewinnen.

Er stieß in sein Horn und rief die anderen Reptilien zu sich. Im Aufsteigen verließ ihn die freudige Erregung und wurde von kaltem Entsetzen abgelöst.

„Ich bin noch immer ein Melnibonéer“, dachte er, „und kann mich nicht davon befreien, was immer ich auch versuche. In meiner Stärke bin ich noch immer schwach, bereit, in jeder kleinen Notlage diese verfluchte Klinge zu benutzen.“ Mit einem Schrei des Abscheus schleuderte er das Schwert von sich, warf es in die Leere hinaus. Es schrie wie eine Frau und stürzte der fernen Erde entgegen.

18a Elric und Sturmbringer

„Da“, sagte er. „Endlich ist es geschafft.“ In ruhigerer Stimmung flog er zu der Stelle, an der er seine Freunde zurückgelassen hatte, und ließ sein Reittier landen.

Dyvim Slorm fragte: „Wo ist das Schwert deiner Vorfahren, König Elric?“ Aber der Albino antwortete nicht, sondern dankte nur seinem Verwandten für die Überlassung des ersten Drachen. Dann stiegen alle wieder auf und flogen in Richtung Karlaak, um die frohe Nachricht zu überbringen.

Zarozinia sah ihren Herrn auf dem ersten Drachen reiten und wußte, daß Karlaak und die Welt des Westens gerettet waren und der Osten gerächt worden war. Seine Haltung verriet Stolz, doch sein Gesicht war ernst, als er ihr vor der Stadt entgegenging. Sie spürte in ihm die Rückkehr eines alten Kummers, den sie vergessen geglaubt hatte. Sie lief ihm entgegen, und er fing sie mit den Armen auf und drückte sie an sich, sagte aber nichts.

Er verabschiedete sich von Dyvim Slorm und den anderern Imrryrern und ging, in einigem Abstand gefolgt von Mondmatt und den Boten, in die Stadt und dort in sein Haus und reagierte eher unwillig auf die Gratulationen, mit denen ihn die Bürger überhäuften.

„Was ist, mein Herr?“ fragte Zarozinia, als er sich erschöpft seufzend auf dem großen Bett niederließ. „Sollte es helfen, wenn wir darüber sprechen?“

„Ich habe genug von Schwertern und Zauberei, Zarozinia, das ist alles. Doch wenigstens habe ich mich ein für allemal von der Höllenklinge getrennt, von der ich annahm, daß ich sie mein ganzes Leben tragen müßte.“

„Du meinst Sturmbringer?“

„Was sonst?“

Sie schwieg. Sie erzählte ihm nicht von dem Schwert, das anscheinend aus eigenem Antrieb kreischend durch Karlaak geflogen und in der Waffenkammer verschwunden war, um sich dort in der Dunkelheit an seinen alten Ruheplatz zu begeben.

Er schloß die Augen und tat einen langen, seufzenden Atemzug.

„Schlaf gut, Herr“, sagte sie leise. Mit tränenfeuchten Augen und traurig verzogenen Lippen legte sie sich neben ihn.

Sie freute sich nicht auf den Morgen.

*     *     *

Und zuletzt noch ein paar Leseempfehlungen:

Die siebenteilige Artikelreihe Das. Ist. Nicht. Sparta. von Bret Devereaux

Im freien Fall durch den Mars von Larry Niven

Mein älterer, aber im 23. Jahrhundert spielender Galciv-Roman „Ace of Swords: Alles auf eine Karte“, Teil 1Teil 1bTeil 2Teil 3Teil 4, in dem Ndoni Kaunda und Morris Wiener ebenfalls vorkommen und Gudrun erwähnt wird, namentlich aber erst am Ende des letzten Kapitels; in dem Jahr, in dem der Epilog spielt, wird sie gerade 300 Jahre alt.

May God bless and keep you always,
May your wishes all come true,
May you always do for others,
And let others do for you.

May your heart always be joyful,
May your song always be sung,
And may you stay
Forever young.

Achtet übrigens auf die Grafik am Rumpf der Queen of Altavor, eines Passagierraumers aus „Ace of Swords“…

18b Jim Burns AVOR scan Ausschn

…und am Raumhelm ihres Kapitäns Naveen Agbaye (rechts unten am Bildrand; die Szene spielt im menschlichen Teil des Raumhafens der Arrinyi-Welt Sanorr):

18c Jim Burns mechanismo spaceport

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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