Monuments Men

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Deep Roots. Das Original The Monuments Men erschien am 11. Februar 2014 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Wenn die großen Meisterwerke des amerikanischen Kinos als Kriegsbeute nach Peking gebracht werden, wird Monuments Men nicht in Gefahr sein. Als ich hörte, daß der alternde Blödmann George Clooney der Regisseur und Co-Autor war und auch eine Hauptrolle spielte, war das alles, was ich wirklich wissen mußte.

Die Vorschauen waren „zu viel Information“: Ich erfuhr, daß in dem Film auch Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Cate Blanchett und Hugh Bonneville (besser bekannt als der Earl of Grantham) Hauptrollen spielen, was bedeutet: 1) zu viele Köche, 2) Mangel an Selbstvertrauen in das Drehbuch und 3) daß es irgendwo in dieser Wüste aus Auftrittszeiten und obersten Stellen auf den Plakaten als Entschädigung ein winziges Wasserloch des Prestiges oder numinoser Tugend geben muß, wo diese dickhäutergroßen Egos ihren Narzißmus stillen können.

Und wirklich, in Monuments Men geht es um Kunst, und es spielt während des Holocaust (man kann jetzt sicher schon die Heuchelei fallen lassen, es Zweiter Weltkrieg zu nennen), was bedeutet, daß es in den Vereinigten Staaten ein natürliches Publikum von, sagen wir, zehn Millionen Hörern von National Public Radio hat, wovon sechs Millionen Juden sind.

Das ist ein ziemlich kleines Publikum für einen 70-Millionen-Dollar-Film, besonders bei der scharfen Konkurrenz durch echte Programmkinofilme und den Holocaust-Film des Monats. Mit überwiegend negativen Rezensionen sieht Monuments Men nach einem Flop an den Kinokassen aus.

Monuments Men handelt von einer Gruppe alliierter Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs damit beauftragt werden, in Westeuropa Denkmäler zu schützen und Kunstschätze zu bewahren und zu bergen. In Wirklichkeit gab es 400 solcher Individuen, aber um der dramatischen Vereinfachung willen befaßt sich dieser Film nur mit sieben Monuments Men, plus einer Französin, gespielt von Cate Blanchett, die mit den Nazis kollaborierte, die uns aber versichert, daß sie insgeheim für die Résistance arbeitete – wie 40 Millionen anderer Franzosen. Jeder Kellner, der in das Essen eines Deutschen spuckte, war anscheinend ein Held der Résistance.

Sogar diese beschränkte Besetzung stellt sich jedoch als zu viel für Regisseur/Drehbuchautor Clooney heraus. Die Handlung von Monuments Men ist ein verwirrendes Durcheinander aus mehreren Handlungssträngen und Zeitsprüngen, das die meisten Kinogeher ratlos machen wird. Quentin Tarantino kann solche Handlungen durchziehen, aber Clooney nicht.

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Sturmabwehr – Die Attacke auf den Damm

Von Dunkler Phönix und Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht am 2. Mai 2015 auf „As der Schwerter“; von mir – DR/Lu – für die Nachveröffentlichung hier teils mit ersatzweisen Bildern und Videolinks versehen).

Einleitung: Die Hungerspiele

Die Buch- und Filmserie „The Hunger Games“ (dt. „die Tribute von Panem“) enthält einige Inhalte, die für uns interessant sein können.

Die Geschichte der Serie ist kurz erzählt: In der Zukunft ist von Amerika nur noch eine Hauptstadt, sowie zwölf eher ländlich organisierte „Distrikte“ übrig. Die Distrikte müssen die Hauptstadt mit allen möglichen Waren beliefern. Während die Bewohner der Hauptstadt in dekadentem Luxus leben, sind die der Distrikte mehr oder weniger Sklaven, die mit knappen Essensrationen, Gewalt und den „Hunger Games“ unter Kontrolle gehalten werden. Die Hungerspiele werden von je einem männlichen und weiblichen Jugendlichen aus allen Distrikten jährlich ausgetragen. Die 24 Teilnehmer werden in eine Arena verbracht, wo sie gegeneinander kämpfen, bis nur noch einer übrig ist.

In der Arena liegen Waffen und Vorräte verteilt, es gibt aber auch Fallen, Tiere und Mutanten, die das „Spiel“ erschweren. Die Arena ist riesig, deswegen ist unklar wie die Veranstalter es schaffen, jede Szene zu filmen, die sich dort abspielt – aber natürlich wird alles live als Unterhaltung für die Leute in der Hauptstadt (und gleichzeitig als makabere Erinnerung, wer der Chef ist, an die Leute in den Distrikten) ausgestrahlt.

Die Heldin Katniss Everdeen aus Distrikt 12 hat von ihrem verstorbenen Vater einige Survival- Fertigkeiten erlernt und geht illegalerweise im Wald jagen. Als ihre kleine Schwester an den Hungerspielen teilnehmen soll, meldet sie sich freiwillig, um an ihrer Stelle in die Arena zu gehen.

Im dritten Teil „Mockingjay“ kämpft Katniss als „Maskottchen“ des zerstört geglaubten Distriktes Nr. 13 und produziert Propagandafilme, um die Bewohner in den Distrikten dazu zu bringen, gegen die Hauptstadt in den Krieg zu ziehen.

Genauer wollen und können wir den Inhalt der Bücher und Filme hier nicht wiedergeben, es wird klar, dass insbesondere die Themengebiete Survival, Unterdrückung und Propaganda für uns von Interesse sein können. Wir empfehlen das vorherige Lesen der Bücher (wenn man wenig Schlaf braucht, schafft man ein Buch pro Tag) und das folgende Schauen der Filme (den ersten Teil fanden wir nicht so gut umgesetzt, der zweite ist besser und der dritte, welcher die erste Hälfte des dritten Buches erzählt, ist ziemlich gut – ein vierter Film wird Ende 2015 folgen).

Der Damm

In diesem Artikel geht es uns um die „Damm-Szene“ aus dem dritten Film der Reihe mit dem Titel: „Mockingjay Part I.“

Man kann sie hier ansehen:

(Es könnte für BRD-User Probleme geben, das Video anzusehen, Urheberrecht und so – den Tor-Browser oder ein ähnliches Programm nutzen oder die untenstehende Zusammenfassung lesen! [Aus Österreich geht es anzusehen – Lu.]).

Die eigentliche „Damm-Szene“ beginnt bei 2:00 min, wir empfehlen aber die ganzen viereinhalb Minuten anzusehen, weil die Szene filmisch sehr interessant ist:

• Katniss singt ein trauriges Lied, das ihr verstorbener Vater ihr beigebracht hat. Ihr Filmteam nimmt sie dabei ohne ihr Wissen auf, und das Militär von Distrikt 13 macht einen Propagandafilm daraus.
• Der (natürlich schwarze) Wissenschaftler „Beetie“ erklärt, dass er den Film in den Distrikten senden konnte, aber nicht in der Hauptstadt, weil deren Abwehrschirm zu stark ist (Erklärung, warum der Damm gestürmt wird).
• Nach einigen Streichersequenzen, die zu dem Lied passen, wird die Stimme von Katniss langsam ausgeblendet und man hört stattdessen einen Chor, der das Lied weitersingt. Dabei sieht man eine Menschenmenge in abgerissenen Klamotten langsam einen Hügel hinaufgehen, sie scheinen so etwas wie Särge zu tragen und das Lied von Katniss zu singen.
• Die Musik wird episch, man sieht die Großaufnahme des Damms. Plötzlich nehmen vier „Peacekeeper“ (Soldaten der Hauptstadt in weiß, gesichtslos, weil behelmt) auf der Hauptstraße des Damms Aufstellung und legen Maschinenpistolen an.
• Nun rennt die Menschenmenge (schätzungsweise fünfzig bis hundert Leute) über die Straße auf die Peacekeeper zu. Diese fangen sofort an, gezielte Salven auf die Rennenden zu feuern.
• Die Perspektive wechselt sehr schnell: Erst „steht“ der Zuschauer hinter den feuernden Soldaten, dann „rennt“ er mit dem Mob mit und sieht, wie links und rechts die „Kameraden“ fallen.
• Dann eine Großaufnahme, durch die man sieht, dass auf der anderen Seite des Damms simultan ein ähnlicher Angriff stattfindet.
• Angreifer, welche eine der Kisten tragen, werden niedergeschossen, andere nehmen die Kiste wieder auf und tragen sie weiter.
• Die Menschenmenge kommt bei den Soldaten an und rennt sie einfach um, die Kisten werden im Innern des Damms deponiert, die Bomben darin scharf gemacht, dann explodiert der Damm.
• Man sieht erst in Großaufnahme, wie in der Hauptstadt die Lichter ausgehen, dann befindet man sich in der sich ebenfalls verdunkelnden Villa des Präsidenten und kann seine Reaktion darauf beobachten.

Im Kontext des Films muss man natürlich auf der Seite der Stürmenden sein, die sich gegen die brutale Unterdrückung durch die Hauptstadt wehren (was auch der – kontextuell nachvollziehbare – Grund ist, dass sich die Angreifer nicht durch die Gewehrsalven und die sterbenden Kameraden von ihrem Vorhaben abbringen lassen).

Beim mehrmaligen Schauen der Szene fiel uns aber auf, dass wir mehr und mehr die Perspektive der „Peacekeeper“ einnahmen und uns fragten, wie denn in einer solchen (hypothetischen) Situation, wenn fünfzig bis hundert „Zombies“ (wie wir die Aufständischen in den anschließenden Diskussionen nannten) auf einen zulaufen, die eigenen Chancen stehen.

Also sind wir nach heißen theoretischen Diskussionen über die Szene die Sache wissenschaftlich angegangen und haben ein Experiment gestartet.

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Von der Virtualität zur Realität: Memoiren eines geläuterten Fernsehsüchtigen

Von Alex Kurtagic, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich für „As der Schwerter“). Das Original From Virtuality to Reality: Memoirs from a Reformed TV Addict erschien am 26. August 2009 im Occidental Observer.

Vor zehn Jahren lebte und arbeitete ich in einer Ein-Zimmer-Wohnung in East Finchley, London. Ich hatte einen großen, rechteckigen Wohn-Eßbereich, von dem ein Teil mein Büro war. Mein Tag begann mit der Ankunft des Briefträgers vor 9 Uhr morgens, der Pakete mit CDs und Kundenbestellungen brachte, ging weiter mit der täglichen Bearbeitung der Bestellungen, Beantwortung von E-Mails und Vorbereitung und Verschickung von Paketen, und er endete mit Recherche- und Entwicklungsarbeit.

Um 7 Uhr abends jedoch hörte ich auf und schaltete das Fernsehgerät ein – ständig, um die Nachrichten zu sehen. Und von da an bis ich zu Bett ging, unterbrochen nur durch gelegentliche Einlagen von Gitarrespiel, blieb ich vor dem Fernsehgerät auf dem Sofa sitzen oder liegen und sah Sendung um Sendung – alles von milder Unterhaltung bis zum am wenigsten Anstrengenden, das im Angebot war. An Freitagen blieb ich länger als üblich auf (und sah fern), und an Wochenenden schaltete ich das Gerät noch früher ein und blieb bis in die frühen Morgenstunden hypnotisiert vor dem Bildschirm. Ich rechne, daß ich zwischen 1994 und 2001 im Durchschnitt auf über 7 Stunden pro Tag kam, 50 Stunden pro Woche, 2.548 Stunden pro Jahr, und 17.836 Stunden insgesamt – die eine Doktorarbeit benötigt annähernd 7.300 Stunden bis zur Fertigstellung.

Zum Glück für mich war ich während dieser Zeit nicht gänzlich unproduktiv: zwischen 1995 und 1998 stellte ich drei Alben zusammen, zeichnete viele Albencover und brachte mir Spitzen-Computerprogramme bei; ich trainierte auch dreimal pro Woche mit Gewichten, hatte Freundinnen und fand Zeit, eine ziemliche Anzahl kognitiv anregender Bücher zu lesen. (Zu letzteren gehörten Tipler & Barrows The Anthropic Cosmological Principle, Roger Penroses The Emperor’s New Mind, Prestons Franco, Coveney & Highfields The Arrow of Time, plus einige klassische Romane.)

Jedoch habe ich mich seit dem Sommer 2002, als ich meiner Fernsehsucht ein Ende setzte, oft gefragt: Wie viel mehr hätte ich in meinen 20ern erreichen können, wenn ich nicht so viel Zeit für eine letztendlich unergiebige und unproduktive Aktivität verschwendet hätte? Und: Wie viel besser wäre ich darauf vorbereitet, den Herausforderungen der dystopischen Zukunft zu begegnen, die ich in meinem Roman Mister vorwegnehme (eine Zukunft, die kommt), wenn ich diese Zeit damit verbracht hätte, etwas darüber zu lernen, wer und was hinter der Welt steckt, in der ich lebe, statt in die Wohlfühlfiktionen eingetaucht (und durch sie abgelenkt) zu bleiben, die dazu geschaffen wurden, das zu verbergen?

Es gab natürlich gute Gründe für diese Sucht: Wegen der häufigen Umzüge und Schulwechsel (besonders während meiner Teenagerjahre) gewann ich typischerweise in einem Jahr Freunde und mußte im folgenden Jahr von vorn anfangen. Es bedeutete auch, daß all meine Freundinnen in diesem Zeitraum mitten in einer Beziehung wegzogen. Die häufigen Brüche wurden durch die Tatsache erschwert, daß Leute wie ich, die in Ländern mit unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen sind, eine schlechte Erfolgsbilanz darin haben, enge Freundschaften zu schließen und in Kontakt mit denen zu bleiben, mit denen man Freundschaften schließt (siehe Dr. R. A. Bergemanns „Global Leaders: A Review of the Globalite Culture“).

Das Ergebnis war, daß während der Neunziger mein gedeihendes Unternehmen, das um mich herum konstruiert war und von zu Hause aus betrieben wurde, fern von Familie und Freunden, bald zu einem Eremitendasein führte. Das Fernsehen wurde so zu einem Ersatz für reale menschliche Interaktion – und eine, die mir sehr zupaß kam, da ich, nachdem ich mich nicht mit vorbeischauenden Menschen befassen mußte, mit Besuchern und Wohnungsnachbarn, oder mit regelmäßigen sozialen oder familiären Verpflichtungen, zu jeder Zeit an meinem Unternehmen und meinen Projekten arbeiten konnte – worauf ich mich konzentrieren wollte.

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Solo: A Star Wars Story

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Lucifex. Das Original Solo: A Star Wars Story erschien am 25. Mai 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Ich hatte ein schlechtes Gefühl bei dieser Sache.

Es war nicht bloß die verfluchte Produktionsgeschichte von Solo; die ursprünglichen Regisseure wurden nahe dem Ende des Drehs gefeuert, und Ron Howard wurde hinzugeholt, um den Film fertigzustellen, wofür er 70 Prozent davon neu drehte. Es waren nicht bloß die Gerüchte, daß Alden Ehrenreich der Rolle des Han Solo nicht gewachsen war. Es waren nicht bloß die lauwarmen Rezensionen.

Das wahre Problem besteht darin, überhaupt einen Film über den jungen Han Solo zu machen. Denn das, was Star Wars fesselnd macht, sind nicht Raumschlachten und Kantinen voller exotischer Außerirdischer. Es ist die Präsenz von großer Politik – das Imperium und die Rebellion – und des Numinosen: die Macht und die in sie Eingeweihten, die guten und bösen. Han Solo vor seiner Verwicklung in das eine und das andere ist bloß der zynische Schmuggler, dem wir auf Tatooine begegneten.

Nun gab es nicht, das Disney davon abhielt, einen großartigen Film über einen zynischen Schmuggler mit einem guten Herzen zu machen, der seinen Lebensunterhalt in einem brutalen Universum zu bestreiten versucht. Aber solch ein Film wäre anders als jeder andere Star-Wars-Film, und das würde ein Problem für den Autor und den Regisseur darstellen. Sie konnten sich nicht bei der großen Politik und beim Numinosen bedienen. Bestenfalls konnten diese nur am Rande und in einer Weise erscheinen, in der Han ihre volle Bedeutung nicht begreifen konnte. Stattdessen würden sie einen schlichten Abenteuerfilm machen müssen, der im Star-Wars-Universum spielt, aber ohne sich auf die Faktoren zu stützen, die das Franchise einzigartig und fesselnd machen. (Ganz zu schweigen von sicheren Hits, selbst wenn sie schlecht sind.)

Aber es gibt zwei Arten von Abenteuerfilmen: Schundfilme mit Pappkartoncharakteren, die beliebigen Explosionen ausweichen – und gute Filme, die drei Dinge haben müssen: Charakterentwicklung, dramatische Konflikte in Verbindung mit tiefen moralischen und metaphysischen Themen, und eine Geschichte, die nicht bloß ein Zufall nach dem anderen ist. Eine gute Handlung braucht ein Element der Notwendigkeit. Die Geschichte muß in irgendeiner Weise von den Charakteren und den moralischen und metaphysischen Themen erzeugt werden. Großartige Geschichten, die einen in ihren Bann ziehen, sind Begegnungen zwischen dem, was tief in uns ist, und dem, was tief im Universum ist.

Solo hätte ein guter Film sein können, sogar ein großartiger. Aber die Autoren und Regisseure mußten sich bei jedem Schritt fragen: Wäre dies immer noch ein guter Film, wenn wir all den Star-Wars-Scheiß fallenließen und ihn in irgendeinem anderen Universum oder in einer anderen Zeit spielen ließen? Die Antwort ist leider nein. Ich fand Solo als von Anfang bis Ende leblosen Film, an dem man keinen Anteil nimmt.

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Unbreakable – Unzerbrechlich

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Lucifex. Das Original Unbreakable erschien am 14. Mai 2018 auf Counter-Currents Publishing. (Links im Text vom Übersetzer eingefügt.)

Unbreakable – Unzerbrechlich (2000) ist für viele Leute der am wenigsten geschätzte Film von M. Night Shyamalan, aber ich denke, daß er sein bester ist: brillantes Konzept und Drehbuch, schön gespielt und gefilmt, und sehr bewegend. Nachdem der Film fast zwei Jahrzehnte alt ist, vertraue ich darauf, daß niemand sich über Spoiler beklagen wird.

Unbreakable ist ein Superheldenfilm, aber er enthält keine Computeranimationen, stroboskopschnellen Schnitte oder ohrenbetäubendes Krachen und Bumsen. Stattdessen hat Unbreakable das Tempo und den Stil eines Kunstfilms. Er ist sehr realistisch, aber in einer glänzenden statt düsteren Art. Shyamalans Kamera erfüllt alltägliche Objekte und Szenen mit einem Glanz, der jeden Wunsch abschwächt, hinter ihre Oberflächen zu schauen. Sein Ziel – das sogar in seiner Verwendung niedriger Kamerablickwinkel kommuniziert wird – ist es, eine Welt herbeizuzaubern, in der das Fantastische und Heroische nur in der Fantasie existiert und dessen Fehlen alles mit Traurigkeit einfärbt.

Wie Elijah Price – Samuel L. Jackson in einer seiner emotional stärksten Rollen – sagt, ist dies „eine mittelmäßige Zeit.“ „Die Menschen beginnen die Hoffnung zu verlieren. Es fällt vielen schwer zu glauben, daß Außergewöhnliches in ihnen selbst und in anderen lebt.“ Das „überraschende Ende“ des Films ist die Entdeckung, daß außergewöhnliche Möglichkeiten wirklich in der bequem oberflächlichen Welt existieren, die Shyamalans Kamera geschaffen hat.

Unbreakable mag ein Superheldenfilm sein, aber der Schlüssel zu seiner emotionalen Kraft ist, daß er eine Allegorie auf das Schicksal von Jedermann – buchstäblich jedes Mannes und der Männlichkeit selbst – in einer übermäßig feminisierten und bourgeoisen Gesellschaft ist, die dem langen und unrühmlichen Leben Priorität gegenüber dem riskanteren, ruhmreicheren Weg gibt.

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Batman – Die Rückkehr des Dunklen Ritters

Von Trevor Lynch (Greg Johnson) übersetzt von Lucifex. Das Original Batman: The Dark Knight Returns erschien am 5. Mai 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Batman – Die Rückkehr des Dunklen Ritters ist eine Animationsfilm-Adaption von Frank Millers Comicroman The Dark Knight Returns. 2012 und 2013 in zwei 76minütigen Teilen veröffentlicht, dann zu einer 148minütigen Ausgabe auf DVD und Blu-ray kombiniert, ist dies eine lahme, sklerotische, verstopfte Z-klassige Animation, die zu lähmender Länge ausgewalzt wurde und der völlig der visuelle Stil und die Dynamik des originalen Comicromans fehlt, der auf den gedruckten Seiten lebendiger ist als in dieser Adaption.

Warum dann eine Rezension davon? Der originale Comicroman erscheint ziemlich paradox. Die Charaktere von Batman und Polizeichef Gordon sind sehr rechts und liegen auf der F-Skala schon außerhalb des Diagramms. Aber dies wird ausgeglichen durch eine Anzahl von Merkmalen, die man nur als politisch korrekt beschreiben kann: antirassistisch, antisexistisch und anti-homophob. Was diese beiden Dimensionen miteinander verknüpft, ist Millers rechter Individualismus. Seine rechten Werte sind universale Prinzipien, denen jeder folgen kann, ungeachtet der Rasse, des Geschlechts etc., und es ist nur im Dienst dieser Werte zulässig, sich außerhalb des Gesetzes zu begeben. Obwohl der Film großteils vom Comicroman abweicht, hat er ebenfalls ein paar Ansätze, die seine rechten Dimensionen erhöhen.

Nach dem Tod von Jason Todd (dem zweiten Robin) hat Bruce Wayne sich im Alter von 45 von der Rolle des Batman zurückgezogen. Zehn Jahre später ist Gotham der Gnade der Mutantenbande ausgeliefert (die lächerlicherweise rein weiß und praktisch ausschließlich blond ist, wie praktisch alle anderen Verbrecher in Gotham). Polizeichef Gordon ist 70 und steht kurz vor der Pension. Der Joker befindet sich katatonisch im Irrenhaus von Arkham. Harvey Dent / Two-Face bekommt dank Bruce Wayne eine rekonstruktive chirurgische Behandlung. Dent wird als geistig gesund erklärt, aus Arkham entlassen und verschwindet sofort außer Sicht, um wieder zum Verbrechen zurückzukehren.

Gelangweilt in seinem Ruhestand und entsetzt von der Verbrechenswelle legt der 55jährige Bruce Wayne Cape und Maske an und kehrt zur Verbrechensbekämpfung zurück. Bei einem seiner Streifzüge rettet Batman das Teenagermädchen Carrie Kelley vor den Mutanten. Kelley kauft sich dann ein Robin-Kostüm und steigt in die Verbrechensbekämpfung ein, wodurch sie schließlich Batmans Vertrauen gewinnt. Kelleys Charakter ist ein offensichtliches Zugeständnis an den Feminismus, und mit ihrem kurzen Haar und burschikosen Verhalten auch eines an das Lesbentum.

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Der Krieg gegen die Weißen in der Werbung: Eine Nachbetrachtung

Von R. Houck, übersetzt von Lucifex. Das Original The War on Whites in Advertising: A Follow-Up erschien am 9. April 2018 auf Counter-Currents Publishing. (Das Titelbild des Originalartikels wurde vom Übersetzer weggelassen, und das im Original vorhandene Sprite-Werbevideo gibt es unter diesem URL nicht mehr; wer will, kann danach googeln.)

Kurz nach der Veröffentlichung des Artikels, der den Krieg gegen die Weißen in der Werbung behandelte, bekam ich eine Menge Kommentare, Nachrichten und Posts in den sozialen Medien – die Unterstützung für den Artikel war enorm, danke. Eine Nachricht, die wir erhielten, betraf den „verbotenen deutschen Oralsex-Werbespot für Sprite.“ Der Leser schrieb uns und ersuchte uns, den Werbespot anzusehen. Was ich fand, war weit interessanter, als sogar der Leser gewußt haben mag. Das Video ist unten eingefügt. [Anm. d. Ü.: der Link funktioniert nicht mehr, daher habe ich ihn weggelassen.] Es zeigt eine weiße, blonde Frau auf Knien vor einem schwarzen Mann, und wir hören sie denken: „Ich würde jetzt so gern Sprite schlürfen“, während sie Oralsex an ihm praktiziert, und am Ende bekommt sie Sprite-Schaum über ihr ganzes Gesicht gesprüht, während sie denkt: „Ich liebe Sprite!“

Das erste, was ich bei der Recherche dazu herausfand, war, daß die Werbung keine war, die die Coca-Cola Company (die Sprite besitzt) in Deutschland oder anderswo laufen ließ. Der Spot war in Wirklichkeit eine spekulative Werbung, ein „spec ad.“

Spec ads sind unabhängig produzierte Werbungen, die nicht von einer Firma in Auftrag gegeben oder erbeten worden sind. Sie sind für diejenigen, die in der Werbeindustrie arbeiten, eine Möglichkeit, ihr Portfolio zu erweitern oder Verträge mit zukünftigen Arbeitgebern zu gewinnen, indem sie ihre Fähigkeiten vorführen. Spec ads sind in mancher Weise eine Entsprechung zu einer „Schriftprobe“, können aber als Möglichkeit zur Verschiebung von Werbetrends bei gleichzeitiger Forcierung von Sozialnormen dienen. Populäre spec ads erzeugen Aufmerksamkeit, und Werbefirmen werden oft aufmerksam. Diese bestimmte spec ad erzielte innerhalb von Tagen nach der ersten Online-Veröffentlichung über eine Million Betrachtungen und ist seither um Millionen Male öfter angesehen worden, als es auf sozialen Medien und Webseiten wieder hochgeladen und geteilt worden ist.

Daß der Werbespot „fake“ ist, ist etwas, das ich sofort interessant fand, aber da ist noch viel mehr dran. Der Artikel in der Huffington Post, der den Werbespot diskutierte, erwähnte, daß der Name des Produzenten und Regisseurs Max Isaacson war… Isaacson? Interessanter Nachname. Ich suchte auf Twitter nach dem Namen und fand einen Account, der zu diesem Namen paßte und eine Webseite in seinem biographischen Abschnitt auflistete. Die Webseite ist für BroSis Pictures und gibt eine kurze Bigraphie von Max:

Er hatte dieses unglaubliche Auge für Visuelles, setzte sich in den Regisseursstuhl und filmte eine Anzahl von Musikvideos und Werbespots für Kampagnen wie HBOs True Blood sowie einen unlizenzierten „verbotenen deutschen Sprite-Werbespot“, der ein riesiger viraler Hit wurde und 1,2 Millionen Betrachtungen in zwei Tagen überschritt.

Max Isaacsons Twitter-Account verlinkt auf die Seite, was bestätigt, daß ich den richtigen Max Isaacson hatte. Ich suchte schnell seine Einträge durch, in der Annahme, daß ich meine Einbildung bestätigen könnte, daß es einen merklichen jüdischen Einfluß in der Rassenvermischungspropaganda gibt, den ich in meinem vorherigen Artikel im Abschnitt „Lieferanten“ diskutierte. Hier ist, was ich fand:

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Der Krieg gegen die Weißen in der Werbung

Von R. Houck, übersetzt von Lucifex. Das Original The War Against Whites in Advertising erschien am 23. März 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Die Massenvermarktung interrassischer Beziehungen, besonders von weißen Frauen mit schwarzen Männern, ist so allgegenwärtig und so militant geworden, daß es sogar die unaufmerksamsten Mitglieder unserer Kultur zu bemerken begonnen haben. Als ich kürzlich durch ein Einkaufszentrum ging, bemerkte ich in drei verschiedenen Geschäften drei große Werbebilder von Paaren. Zwei der drei waren von interrassischen Paaren und zeigten eine weiße Frau und einen schwarzen Mann; das dritte Paar war weiß. Was mir als höchst seltsam auffiel, war die Tatsache, daß in der Stadt, in der ich einkaufte, Weiße etwa 97 % der Bevölkerung ausmachen und Schwarze weniger als 2 %. Ich fragte mich, ob der Zweck der „vielfältigen“ Werbung war, mehr Produkte zu verkaufen, oder in Wirklichkeit zu indoktrinieren, zu konditionieren und zu signalisieren, wie „fortschrittlich“ sie sind.

Beruhend auf kleinen Blicken auf die Kultur könnte man annehmen, daß es bei der Hälfte oder mehr aller Beziehungen irgendeine Art von Rassenvermischung gibt. Wenn jemand, der keine Information über die Vereinigten Staaten oder Europa hat, unser Fernsehen, unsere Magazine, Plakatwände und Geschäftsfassadenwerbungen sähe, würde er vielleicht annehmen, daß buchstäblich keine normalen weißen Männer mehr zu finden seien. Die Kombination weißer Frauen mit schwarzen Männern ist locker das häufigste gemischtrassige Paar, das in der Werbung abgebildet wird; diese Kombination wird der Schwerpunkt dieses Essays sein.

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Black Panther

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Lucifex. Das Original “Only White Nationalism Will Make Wakanda Real”: Black Panther erschien am 24. Februar 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Ich sah Black Panther letzte Woche gemeinsam mit einem Freund in Seattle. Nach dem ehrfürchtigen Schweigen im Kino zu urteilen – das nur gelegentlich durch unser Gelächter an unabsichtlich humorvollen Stellen gebrochen wurde – war es ein rein weißes Publikum. Der ernsthafte Ton von Black Panther ist eine Abweichung gegenüber neueren Marvel-Filmen, die Heldentum ständig mit ironischem Humor untergraben. Aber Black Panther ist ein Film über numinose, magische Neger, und manche Dinge sind heilig. Über Gott spottet man nicht. (Sofern er nicht Thor ist.)

Angesichts des massiven Medienhypes und der grotesken, liebedienernden Unterstützung durch weiße Liberale war ich darauf vorbereitet, Black Panther zu hassen. Aber es ist in Wirklichkeit kein schrecklicher Film, obwohl ich ihn nicht wieder ansehen würde.

Die Prämisse von Black Panther ist lächerlich, aber um nichts alberner als bei den meisten Superheldenfilmen. Der als Black Panther bekannte Superheld ist der Erbmonarch eines fernen afrikanischen Königreiches namens Wakanda. Wakanda wurde wie Äthiopien, Lesotho und Swasiland nicht von Weißen kolonisiert. Wakanda besitzt auch eine einzigartige natürliche Ressource, ein magisches Metall außerirdischer Herkunft namens „Vibranium“. (Man muß sich fragen: als Stan Lee und Jack Kirby den Charakter des Black Panther im Jahr 1966 schufen, war da „vibrant“ bereits ein Euphemismus für nichtweiß?) Wegen seiner Isolation und des Vibraniums entwickelte Wakanda die fortschrittlichste Technologie auf dem Planeten. Um sich vor weißen Kolonisatoren zu schützen, benutzten die Wakander diese Technologie, um ihre futuristische Hauptstadt – mit fliegenden Autos – hinter einer Art Strahlenschild zu verbergen, wie ein afrikanisches Galt’s Gulch.

Black Panther ist ein zutiefst feministischer Film, obwohl der Feminismus im wirklichen Afrika genauso alltäglich ist wie fliegende Autos. Manchmal sehen die Kostüme und das Bühnendesign aus, als hätten sie aus der Feder von A. Wyatt Mann stammen können, besonders der Kerl mit dem grünen Zoot-Anzug und dazupassender Lippenplatte. Es gibt eine urkomische Szene, in der einige Wakander einen weißen Mann mit Uga-uga-Lauten zum Schweigen bringen. (Ich bete dafür, daß dies Schule macht.) Als ein wakandisches Flugauto in Oakland erscheint, beginnen die einheimischen urbanen Jugendlichen sofort darüber zu reden, es auszuschlachten und die Teile zu verkaufen. Natürlich wagten die weißen Liberalen um mich nicht, über irgendetwas davon zu lachen.

Aber an einem bestimmten Punkt beschloß ich, Black Panther als einen Science-Fiction-Film zu betrachten, der vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie spielt, und diese Suspendierung des Unglaubens ermöglichte es mir, mich zu entspannen und das Schauspiel zu genießen.

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Aufbruch nach Wakanda (2): Black Panther Supremacy

Von Martin Lichtmesz; das Original erschien am 25. Februar 2018 auf Sezession.

Wäre die Familie Schneider aus dem ARD-Film „Aufbruch ins Ungewisse“ statt im Flüchtlingsparadies Südafrika in Wakanda gelandet, hätte sie nicht so viel Glück gehabt.

Der fiktive, merito-monarchisch regierte, utopische afrikanische Nationalstaat aus dem aktuellen Marvel-Blockbuster „Black Panther“ ist nämlich knallhart isolationistisch und läßt niemanden über seine Grenze, der nicht zu seiner Herrenrasse gehört (erkennbar an einer blau leuchtenden Tätowierung im Inneren der Unterlippe).

An einer Stelle des Films beschwört ein Berater den edlen König T’Challa (der sich mit mithilfe eines Hi-Tech-Kostüms in den Superhelden „Black Panther“ verwandeln kann):

Wenn wir Flüchtlinge hereinlassen, dann werden sie ihre Probleme mitbringen und dann wird Wakanda ein Ort wie jeder andere werden.

Seinen Reichtum und seine extrem fortgeschrittene Technologie verdankt Wakanda zwei Dingen: einem blau schimmernden Allzweckrohstoff namens „Vibranium“, der ihm erlaubt, autark zu leben, und der Tatsache, daß das Land niemals von Europäern entdeckt und kolonisiert wurde (darauf werde ich noch zurückkommen).

Der Film selbst ist ein leidlich unterhaltsames, professionell gemachtes buntes Actionspektakel mit den genreüblichen Kindereien, quasi die „Blaxploitation“-Variante von „Spider-Man“, „Iron Man“ und Konsorten. Daß er in den USA momentan frenetisch gefeiert wird und die Hitliste des maßgeblichen Bewertungsportals Rotten Tomatoes  als „bester Film aller Zeiten“ vor „Citizen Kane“ etc. anführt, hat allerdings vor allem politische und metapolitische Gründe.

Um den Score derart hochzutreiben, wird kräftig manipuliert: So hat Facebook auf Betreiben von Rotten Tomatoes eine Gruppe gelöscht, die dem Film negativ gegenüberstand. Aus Kritikern werden flugs „Rechtsextreme“, die „Kritiken manipulieren“ wollen , womit die Stoßrichtung des Hypes klar ist: Wer „Black Panther“ nicht mag, aus welchen Gründen auch immer, muß ein „Rassist“ oder „Rechtsextremist“ sein.

Das entspricht der Strategie des ARD, schon im Vorfeld via Twittermeldung zu suggerieren, daß etwaige negative Kritiken zu „Aufbruch ins Ungewisse“ natürlich nur von „rechten Trollen“ stammen können:

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass rechte Aktivisten dazu aufgerufen haben, die Diskussion über den #FilmMittwoch „Aufbruch ins Ungewisse“ in den sozialen Netzwerken gezielt zu beeinflussen.

Wie üblich, übernahmen auch unsere Leitmedien ungeprüft den amerikanischen Hype mitsamt der ideologischen Agenda. Eine Autorin des Handelsblattes schreibt etwa:

Das Ende des weißen Superhelden bringt Disney Riesenerfolg. Der Marvel-Film zeigt: Diversität rechnet sich wirtschaftlich. Die Produktion mit zumeist schwarzen Darstellern bricht viele Rekorde.(…) Auch dieser Streifen beweist, es besteht eine Nachfrage für Action-Filme, deren Hauptdarsteller nicht weiße Männer sind.

Die Stoßrichtung ist überdeutlich: „Diversity“ wird einem Film mit einem fast komplett schwarzen Cast zugebilligt (der alte Spruch trifft wieder mal zu: „diversity = less white people“) und einen komplett schwarzen, fiktiven Ethnostaat darstellt. Die Endspitze richtet sich wie immer gegen die „weißen Männer“.

Ähnlich äußert sich ein Autor des Spiegels:

Das ist Mainstream-Kino mit ganz neuem Groove – und besitzt das Potenzial für eine kulturelle Zeitenwende… Die schönste, stolzeste Farbe in „Black Panther“ ist aber, natürlich, Schwarz. Martin Freeman (als CIA-Mittelsmann) und Andy Serkis (als Waffenschieber Klaue) sind die einzigen Weißen im Cast, spielen aber keine tragenden Rollen.

Oder die österreichische Presse, in der ein weißer, männlicher Autor die in der Tat auffallende (und etwas alberne) Dichte an „starken Frauen“ in dem Film hervorhebt – ob als geniale junge Wissenschaftlerinnen oder als glatzköpfige Amazonen wie aus einem Grace-Jones-Video, die reihenweise weiße Männer mit ihren Hi-Tech-„Vibranium“-Speeren vermöbeln:

Wakanda kann Vorbild sein, auch was die Darstellung der Frau – mit Kämpferinnen und Technikgenies – betrifft: Das ist sehr erfrischend, gerade für das machoide Comicfilm–Genre. Die weiblichen Figuren spielen die männlichen Protagonisten (auch T’Challa selbst) mit Schmäh und Stärke regelrecht an die Wand. So gesehen ist „Black Panther“ wie „Wonder Woman“ – auch die weibliche DC-Ikone musste viele Jahrzehnte auf einen Kinofilm warten – ein Meilenstein: Die Comic-Zukunft ist schwarz und weiblich. Und hip.

Wenn etwas derart „hip“, cool, trendy und progressiv ist, will natürlich kein Rezensent hintenanstehen, und dabei wird auf das Wesentliche völlig vergessen: Was wir hier sehen, ist offensichtlich ein trivialer, eskapistischer Wunscherfüllungstraum auf dem Level der Größen- und Allmachtsphantasien von Zwölfjährigen, der nichts, rein gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat – weder mit realen Frauen noch realen Schwarzen, insbesondere Afrikanern.

David Cole schrieb in Takimag:

Hollywood hat den schwarzen Amerikanern zum diesjährigen Valentinstag eine hochbudgetierte, herzförmige Zelluloidschachtel mit Schokoladenoptimismus geschenkt, damit sie für ein paar Stunden der Realität entkommen können, indem sie sich einen Film ansehen, dessen schwarze Helden brillant, tapfer, verantwortungsvoll und siegreich sind, und dessen fiktives afrikanisches Königreich prosperierend, sauber und ordentlich ist, ohne eine Menschenseele mit AIDS. Die schwarze Community braucht diesen Film jetzt. Denn die Zukunft – die Zukunft im echten Leben, nicht die Marvel-Kino-Universum-Zukunft der endlosen Sequels, Tie-ins und Reboots – ist düster.

Weiterlesen im Original! (dies ist Seite 1 von 4)

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Siehe auch:

Von Krakau nach Krypton: Juden und Comics von Ted Sallis

Marvel Comics, Ethnizität und Rasse von Ted Sallis

Wer kontrolliert Hollywood? von Joel Stein

Das Ulmer Münster und die Neger von mir

Alle Artikel der Reihe Star Dreck

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Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.