Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 4

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 4 erschien am 4. Februar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Letzter Teil; zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Gefängnis der Nation behandelt Wladimir Putins Ära nicht, aber Shiropajew hat sie in seinen anderen Schriften ausführlich kritisiert. Er betrachtet Putins Regime als „orthodoxen Neostalinismus“: eine Mischung der schlimmsten Elemente der byzantinischen und der bolschewistischen Phase des Projekts. Es ist eine Herrschaft von Kommissaren, die vom orthodoxen Klerus gesegnet werden und das Imperium auf Kosten der weißen Bevölkerung Rußlands erweitern, während sie Staatsbürgerpatriotismus, Rassenvermischung, Alkoholismus und Mystizismus fördern, nachdem gottesfürchtige (oder vielmehr: priesterfürchtige) betrunkene „Patriotards“ nie gegen ihre Oberherren rebellieren werden.

Und wieder einmal sind es die „anderen Rassen“, welche die wahren Nutznießer des eurasischen Projekts sind: die russische Bevölkerung bezahlt die Rechnungen für alle nichteuropäischen Provinzen, wo die örtlichen Despoten von Moskau durch Bestechung zum Gehorsam veranlaßt werden. Es sind besonders die asiatischen Moslems, die das letzte Wort in Rußland haben. Der Kreml paßt seine Politik ihren Forderungen an. Sie stellen den Kern der Armee, wo sie den russischen Soldaten und Offizieren ihre Bedingungen diktieren. Sie stellen die Mehrheit von Rußlands illegalen Arbeitskräften. Am schlimmsten von allem ist, daß die Tschetschenenmafia die großen Städte der Russischen Föderation kontrolliert.

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Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 2

Wiktor Wasnezov, „Iwan der Schreckliche“, 1897 (Detail)

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 2 erschien am 29. Januar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Teil 2 von 4. Zuvor erschienen: Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 1

Der Archetyp des Tyrannen: Iwan der Schreckliche

Während Iwan III. das Fundament eines unabhängigen russischen Königreichs schuf (oder vielmehr eines orthodoxen Moskowiter Khanats), war es sein Enkel Iwan IV. Wassiljewitsch, besser bekannt als Iwan der Schreckliche, der das zaristische Rußland schuf und die wahren Moskowiter Expansionen des 16. Jahrhunderts begann.

Shiropajew identifiziert die Gründung der Opritschnina als die größte Errungenschaft des antirussischen Projekts unter Iwan dem Schrecklichen. Opritschnina ist ein Begriff, der für die Beschreibung der Innenpolitik von Iwan dem Schrecklichen verwendet wird: brutale Stärkung der Macht des Zaren und Unterdrückung allen Widerspruchs, was die Zerschlagung der inneren Opposition seitens der Bojaren (der russischen Adeligen) oder jeglicher separatistischer Tendenzen bedeutete. Die Ausführenden dieser Politik waren die Opritschniks: Mitglieder einer Elitegarde, die direkt dem Zaren verantwortlich war. Sie wurden zu seinen Hunden und Besen erklärt (zur Bewachung und Säuberung seines Königreichs). Die Methoden der Opritschniks waren Folter und Hinrichtungen, Terror und Verrat. Shiropajew betrachtet die Opritschniks als Vorbild für die spätere sowjetische Sicherheitstruppe, die Tscheka, die Russen nach der Revolution hinrichtete.

Iwan der Schreckliche wird oft als labiler, geistesgestörter Mann dargestellt, dem es – trotz seiner Krankheit – gelang, einen effektiven russischen Staat aufzubauen. Shiropajew sieht das anders: Iwans Handlungen erscheinen abnormal im Vergleich zu europäischen Herrschern. Aber wenn man ihn mit mongolischen Khanen vergleicht, so sind seine Zornausbrüche, seine Ausrottungen ganzer Populationen, seine Neigung zu Grausamkeit und daß er sogar Mitglieder seiner eigenen Familie ermordete, nur typische Eigenschaften eines asiatischen Despoten. Seine Politik des Terrors und der Expansion sollte nicht als bloße persönliche Marotten betrachtet werden. Sie sind genau die Art, wie die mongolische Tyrannei und die Horde immer funktioniert hatten.

Die Mutter von Iwan dem Schrecklichen war Helena Glinskaja, deren Familie vom mongolischen Khan Mamai selbst abstammte. Iwan der Schreckliche war Asiate in Blut und Geist, was einer der Gründe dafür ist, daß er keine Zurückhaltung bei der Ausrottung der russischen Bevölkerung hatte, die er als seine Sklaven von fremder Herkunft betrachtete. Unter der Herrschaft von Iwan dem Schrecklichen erlitten Asiaten keine Diskriminierung; ganz im Gegenteil. Der Zar respektierte die asiatischen Adelstitel und betrachtete den mongolischen Adel als von höherem Rang als seine weißen Untertanen (oder genauer: Sklaven). Jedoch begünstigte Iwan der Schreckliche das orthodoxe Christentum und förderte die Christianisierung, was im Grunde bedeutete, daß die Ostexpansion Rußlands in Rassenvermischung resultierte, da getaufte Mongolen als reguläre Mitglieder der orthodoxen Gesellschaft betrachtet wurden.

Der letzte Khan des Khanats von Kasan, Yadegar Mokhammat, kämpfte zuerst gegen Iwan den Schrecklichen, akzeptierte aber schließlich die Herrschaft des Zaren, konvertierte zum Christentum und wurde unter dem Namen Simeon Kasajewitsch ein russischer Adeliger. Ein weiterer Khan, Sain-Bulat, später bekannt als Simeon Bekbulatowitsch, heiratete eine der Töchter von Iwan dem Schrecklichen und wurde (für ein Jahr) vom Zaren zum Großfürsten der Rus‘ gemacht; Simeon wurde später zum Großfürsten über Twer und Torschok gemacht, zu einem der Befehlshaber der Armee des Zaren, und wurde schließlich ein orthodoxer Mönch. Ein weiterer Tatar am Hof des Zaren war Boris Godunow, einer der Opritschniks, ein Mitglied einer christianisierten mongolischen Familie, der einer der Favoriten von Iwan dem Schrecklichen war und nach dessen Tod Zar wurde.

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Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 1

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 1 erschien am 27. Januar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Алексей Широпаев
Тюрьма Народа. Русский взгляд на Россию
Москва 2001

[Alexiej Shiropajew, Gefängnis der Nation: Die russische Perspektive auf Rußland (Moskau, 2001).]

Es gibt verschiedene Ansätze beim Erzählen der Geschichte Rußlands und des russischen Volkes. Es gibt die patriotisch-orthodoxe Version der Geschichte, das kommunistische sowie das liberale und demokratische Narrativ. Es gibt natürlich einige wichtige Alternativen. Diejenige, die gegenwärtig die beliebteste unter europäischen Nationalisten zu sein scheint, ist die eurasianistisch-imperialistische Version, wie sie von Alexander Dugin beworben wird, aber in Wirklichkeit von Lew Gumiljow geschaffen wurde. Es gibt jedoch auch eine explizit weiß-nationalistische Erzählweise der Geschichte Rußlands. Die wichtigste Präsentation dieser Sichtweise ist Tyurma Naroda (Gefängnis des Volkes oder Gefängnis der Nation) von Alexiej Shiropajew. Wie Sie aus dem Titel allein ersehen können, ist Shiropajews Sicht auf den russischen Staat extrem kritisch.

Da das Buch nur auf Russisch erhältlich ist, und es extrem unwahrscheinlich ist, daß es jemals ins Englische (oder irgendeine andere Sprache) übersetzt werden wird, werde ich zuerst eine detaillierte Übersicht über Shiropajews Argument präsentieren, und dann eine Kritik an dem Buch.

Rus’ protiv Rossiyi: Rus’ versus Rußland

Ein Thema, das gleich einmal geklärt werden muß, ist die Terminologie. Zwei völlig verschiedene Wirklichkeiten werden durch die deutschen Begriffe „Rußland“ und „Russe“ zu einer gemacht. In der russischen Sprache gibt es zwei verschiedene Wörter als Name des Landes: „Rus‘“ und „Rossiya“. Rus‘ steht für die Länder, die ursprünglich von östlichen Slawen bewohnt wurden, wohingegen Rossiya den größeren russischen Staat bedeutet: das zaristische russische Reich, die Sowjetunion oder die zeitgenössische Russische Föderation. Und diese beiden Begriffe werden oft unter Verwendung eines Wortes ins Deutsche übersetzt: „Rußland“, was daher einige Verwirrung verursacht.

Im Russischen gibt es zwei verschiedene Begriffe: „Russkiy“ und „Rossiskiy“. „Russkiy“ (sowohl als Eigenschaftswort wie auch als Hauptwort) bedeutet einen ethnischen Russen, eine Person von ostslawischer Herkunft, die die russische Sprache spricht. „Rossiskiy“ (als Eigenschaftswort) oder „Rossiyanin“ (als Hauptwort) steht für eine Person, die Russisch spricht oder sich als Teil der russischen („rossiyskiy“) Kultur betrachtet und ein Bürger des russischen Staates sein kann – aber von jeder ethnischen Herkunft sein kann. Wiederum werden beide oft als ein Wort ins Deutsche übersetzt: „Russe“.

Daher ist ein moslemischer Tschetschene, dessen Muttersprache Tschetschenisch ist, der Grundkenntnisse in Russisch hat und sich als loyalen Bürger der Russischen Föderation betrachtet, unzweifelhaft ein „Rossiyanin“ und ohne Zweifel kein „Russkiy“. Ein heidnischer Russe, dessen Muttersprache Russisch ist und dessen Familie über zahllose Jahrhunderte auf russischem Boden gelebt und diesen bearbeitet hat, der die Russische Föderation verläßt und sich den ukrainischen Freiwilligenkräften anschließt, um gegen die Separatisten von Novorossiya zu kämpfen, ist kein „Rossiyanin“ mehr, aber er ist sicherlich ein „Russkiy“.

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Was Populismus nicht ist

Von Greg Johnson, übersetzt von Lucifex. Das Original What Populism Isn’t erschien am 28. Dezember 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Jan-Werner Müller
What is Populism?
Penguin, 2017

Wenn ein politisches Establishment sich von einer wachsenden Kraft wie dem Nationalpopulismus bedroht fühlt, dann besteht Plan A darin, das Establishment zu verteidigen und seine Gegner anzugreifen, indem es geistig durchschnittliche Journalisten entsendet, um zu spotten und zu verhöhnen, und geistig durchschnittliche politische Schreiberlinge, um parteipolitische Argumente zu konstruieren. Das Ziel des Establishments ist, die Loyalität seiner Basis zu verstärken, die Köpfe der Unentschlossenen zu vergiften und Dissidenten zu demoralisieren, indem es sie wie Dreck behandelt.

Wenn es Plan A nicht gelingt, die steigende Flut zurückzudrängen, dann besteht Plan B darin, die akademischen Gehirn-Bugs auf das Studium der Opposition und die Formulierung von Kritiken und Gegenstrategien anzusetzen. Offensichtlich lautet die Annahme von Plan B, daß das Establishment objektives Wissen braucht, um ernsthaften Gegnern zu kontern. Es besteht jedoch eine Gefahr, daß Spuren der parteipolitischen Apologetik der ernsthaften intellektuellen Analyse von Plan B in die Quere kommen. Ein Paradebeispiel dafür ist Jan-Werner Müllers What Is Populism?

Populismus und Demokratie bedeuten genau das Gleiche. Sogar ihre Etymologien sind dieselben. Demos ist Griechisch und populus ist Lateinisch für „das Volk“. „Das Volk“ bezieht sich richtigerweise auf das Ganze eines Staatswesens, kann aber auch „die Vielen“ bezeichnen – die gewöhnlichen Leute im Gegensatz zu den Eliten.

Populisten verwenden „das Volk“ in beiderlei Sinn. Populisten meinen, daß politische Legitimität auf dem Gemeinwohl der Gesellschaft beruht – des Volkes als Ganzem. Aber Populisten sprechen oft im Namen des Volkes im engeren Sinn von „die Vielen“, denn wenn politische Systeme vom Gemeinwohl abweichen, dann nimmt es buchstäblich immer die Form an, daß „die Wenigen“ – Regierungs- und Wirtschaftseliten – ihre Gruppeninteressen auf Kosten der Vielen verfolgen. Daher verteidigen und mobilisieren populistische Bewegungen das Volk im engeren Sinne, um ein Regime wiederherzustellen, das den Interessen des Volkes im breiten Sinn dient.

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„Das Volk bin ich“: Rezension von Jan-Werner Müllers „What is Populism?“

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Lucifex. Das Original Le Peuple, C’est Moi erschien am 18. Dezember 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Jan-Werner Müller
What Is Populism?
Penguin, 2017

Jan-Werner Müller, ein gebürtiger Deutscher, ist Professor für Politik an der Princeton University und der Autor mehrerer vorheriger Bücher. Die vorliegende Studie über den Populismus wurde 2016 von der University of Pennsyslvania Press veröffentlicht und schnell von Penguin Books in einem beliebten Taschenbuchformat nachgedruckt. Diese für einen akademischen Titel ungewöhnliche Auszeichnung verdankt natürlich viel der jüngsten Mode des Begriffs „populistisch“, aber auch der ungewöhnlichen Klarheit der These des Autors und deren Darlegung.

Es gibt wenig allgemeine Einigkeit über den Populismus, außer daß es eine Form der Politik ist, die sich für das „Volk“ gegen die Eliten einsetzt. Müller bemerkt, daß eine solche Haltung tatsächlich eine notwendige Voraussetzung für die Identifizierung eines Politikers oder einer Bewegung als „populistisch“ ist, aber keine ausreichende. Er lehnt psychologisierende Erklärungen ab, die sich auf den „Zorn“ von Populisten fokussieren, während sie dessen Ursachen ignorieren. Diese Arten von Theorien behaupten, daß das, was Populisten wirklich brauchen, nicht politische Repräsentation oder die Beseitigung objektiver Mißstände ist, sondern eine Art von Psychotherapie. Das ist sowohl herablassend als auch etwas, das unheimlich an den alten sowjetischen Mißbrauch der Einweisung von Dissidenten in psychiatrische Kliniken erinnert.

Die wahrhaft essentielle Eigenschaft des Populismus ist nach Müllers Sichtweise der Anspruch auf ausschließliche Vertretung des Volkes. Das erste Beispiel, das er anbietet, ist der gegenwärtige Präsident der Türkei, Recep Erdogan. Bei einem vor kurzem stattgefundenen Parteikongreß antwortete Erdogan seinen Kritikern mit der Bemerkung: „Wir sind das Volk; wer seid ihr?“ Der Autor kommentiert:

Natürlich wußte er, daß seine Gegner ebenfalls Türken waren. Der Anspruch auf ausschließliche Vertretung ist kein empirischer; er ist immer eindeutig moralisch. Populisten stellen ihre politischen Konkurrenten als Teil der unmoralischen, korrupten Elite dar.

Kurz gesagt, der Populist ist nach Müllers Darstellung die politische Gestalt oder Bewegung, die angedeutet oder ausdrücklich behauptet: le peuple, c’est moi – das Volk bin ich.

Dies ist eine kühne These, nicht zuletzt, weil sie nach dem eigenen Eingeständnis des Autors die People’s Party der amerikanischen 1890er – die oft als die originalen Populisten betrachtet wird – davon disqualifiziert, als „wahre“ Populisten betrachtet zu werden. Sie unterstellt auch, daß das antike Athen, trotzdem es uns das Wort Demagoge vermachte, keine „wahren“ populistischen Führer hervorbrachte, denn niemand konnte in einer direkten Demokratie, die keinen Gebrauch von Repräsentation machte, Anspruch auf ausschließliche Vertretung erheben. Weiter hinten in dem Buch erklärt er auch, daß Bernie Sanders nach dieser Definition nicht als Populist qualifiziert wäre.

Aber Müller verweist sicherlich auf eine reale und hervorstechende Neigung vieler Politiker, die als populistisch bezeichnet werden. Hugo Chavez’ Wahlkämpfe bringen Slogans wie „Chavez ist das Volk! und „Chavez, wir sind Millionen, auch ihr seid Chavez!“ George Wallace begann seine berühmte „Rassentrennung für immer“-Rede mit der folgenden großspurigen Erklärung: „Im Namen des großartigsten Volkes, das jemals auf Erden wandelte, ziehe ich die Linie im Staub und werfe der Tyrannei den Fehdehandschuh vor die Füße…“ Der Autor fragt spitz, mit welcher Autorität der Gouverneur von Alabama annahm, im Namen des amerikanischen Volkes als Ganzem zu sprechen.

Klarerweise erhalten populistische Politiker niemals einhundert Prozent Unterstützung von den Wählern. Um diese unbequeme Tatsache zu umschiffen, neigen sie dazu, an die vage Vorstellung vom „wirklichen“ Volk zu appellieren, das aus der Gesamtsumme der tatsächlichen Staatsbürger herausgezogen und von dieser unterschieden werden muß. Als zum Beispiel Nigel Farage im Brexit-Referendum das Ergebnis bekam, das er wollte, nannte er es einen „Sieg für das wahre Volk,“

und machte damit die 48 Prozent der britischen Wählerschaft, die dagegen gewesen waren, das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union herauszuholen, irgendwie weniger als real – oder stellte ihren Status als eigentliche Mitglieder der politischen Gemeinschaft in Frage.

In ähnlicher Weise hat eine populistische finnische Partei sich bis vor kurzem die „Wahren Finnen“ genannt.

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Das Weiße Pferd: So reich ist Österreichs Kirche

Anmerkung von Deep Roots / Lucifex: Auf diesen interessanten Artikel vom November 1998 (den ich schon seinerzeit auf „As der Schwerter“ gebracht habe) bin ich auf der Seite der Zeitung „Das Weiße Pferd“ gestoßen; hier ist zwar noch von Schilling und D-Mark die Rede (und Bischof Kurt Krenn war damals auch noch im Amt), jedoch gibt es am Ende des Artikels einen Link zu Artikeln mit aktuelleren Zahlen:

So reich ist Österreichs Kirche

Links zu aktuelleren Zahlen [2012] siehe hier

Noch hält das Geld die Kirche zusammen…

„Man spricht nicht über Geld – man hat es. An diese kirchliche Devise hielt sich das österreichische Wirtschaftsmagazin Trend nicht, als es den Reichtum der Kirche zum Themenschwerpunkt seiner Aprilausgabe machte.

Wer wusste zum Beispiel, dass die Kirche im glücklichen Österreich Ländereien mit einer Gesamtfläche von mehr als 250.000 Hektar besitzt? Das sind immerhin drei Prozent der Gesamtfläche Österreichs oder anders ausgedrückt eine Fläche so groß wie ganz Vorarlberg und zweimal die Stadt Wien. „Insgesamt erwirtschaftet der Konzern „Katholische Kirche“ Österreich einen Umsatz von geschätzten 20 Milliarden Schilling“, schreibt Trend. Das sind immerhin 0,8 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts von 1996 oder mehr als die gesamte Ausfuhr Österreichs nach Asien, Lateinamerika und Australien.

Zwar gibt es in Österreich keine vom Staat eingezogene Kirchensteuer, doch die Finanzämter liefern der Kirche die Daten, aufgrund derer diese dann die Pflichtbeiträge der Gläubigen eintreiben kann: 4,2 Milliarden Schilling im Jahr (600 Millionen DM). Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Österreich ein Konkordat, einen Vertrag zwischen dem Vatikan und dem Staat. Aus diesem Vertrag folgt die Verpflichtung des Staates, der Kirche jährlich 500 Millionen Schilling zu zahlen – als „Wiedergutmachung“ für während der NS-Zeit eingezogenes Kirchengut. (Von Wiedergutmachung für die Opfer des Jahrhunderte langen Zehnt-Eintreibens durch die Klöster und der fast sprichwörtlichen kirchlichen Erbschleicherei redet allerdings niemand, auch nicht von den „Hexen“, deren Vermögen vor der Hinrichtung konfisziert wurde.) Rechnet man die 3,5 Milliarden Schilling hinzu, die der Staat außerdem jährlich für die Gehälter der Lehrkräfte an kirchlichen Schulen bezahlt, so kommt man, wie in Deutschland, zu dem Ergebnis: Der Staat bezahlt den Kirchen in etwa noch einmal soviel an Subventionen aus allgemeinen Steuermitteln, wie diese an Pflichtbeiträgen einnehmen.

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Das letzte Testament von Flashmans Schöpfer: Wie Britannien sich selbst zerstört hat

George MacDonald Fraser

Von George MacDonald Fraser (Autor der Flashman Papers), übersetzt von Lucifex. Das Original The last testament of Flashman’s creator: How Britain has destroyed itself erschien anläßlich des Todes des Autors am 2. Januar 2008 auf Daily Mail Online, als Auszug aus seiner Autobiographie The Light’s On At Signpost. (Links im Text vom Übersetzer eingefügt.)

Als ich vor 30 Jahren Flashman wiederbelebte, den Bully in Thomas Hughes‘ viktorianischem Roman Tom Browns Schooldays, hatte man noch nichts von Political Correctness gehört, und niemand stieß sich am Charakter meines adoptierten Helden, an seinem Verhalten, an seiner Einstellung zu Frauen und untertanen Rassen (in der Tat irgendwelchen Rassen, einschließlich seiner eigenen) und seiner allgemeinen schrecklichen Art.

Im Gegenteil, es wurde bald offensichtlich, daß dies seine Hauptanziehungspunkte waren. Er war politisch höchst inkorrekt.

Durch die Siebziger und Achtziger führte ich ihn auf seinem skandalösen Weg, arschkriechend, lügend, schummelnd, davonlaufend, Frauen wie beweglichen Besitz behandelnd, Untergebene aller Farben beschimpfend, mit nur einer rettenden Tugend – der schonungslosen Ehrlichkeit, mit der er seine Fehler zugab und sogar in ihnen schwelgte.

Und niemanden störte es, oder falls es jemanden störte, sagten sie es mir nicht. In all den vielen tausend Leserbriefen, die ich erhielt, erhob nicht einer Einspruch.

Flashman

In den Neunzigern begann ein Wandel stattzufinden. Rezensenten und Interviewer begannen Flashman (und mich) als politisch inkorrekt zu bezeichnen, was wir auch sind, wenngleich keinesfalls auf dieselbe Art.

Dies geht für mich in Ordnung. Flashman ist mein Brotverdienst, und wenn er kein elitistisches, rassistisches Sexistenschwein wäre, würde ich Schuhbänder an Straßenecken verkaufen, statt ein erfolgreicher, populärer Schriftsteller zu sein.

Aber was ich mit Belustigung bemerke, ist, daß viele Kommentatoren nun die Aufmerksamkeit auf Flashys (und meine) politische Inkorrektheit lenken, um sich davon zu distanzieren. Es ist nicht so, daß ihnen die Bücher nicht gefallen. Aber wo einst das mit der politischen Inkorrektheit ohne Bemerkungen dazu durchgehen konnte, haben sie nun das Gefühl, sie müßten Leser davor warnen, daß manche Flashman anstößig finden könnten, und daß seine Ansichten bestimmt nicht diejenigen des Interviewers oder Rezensenten sind, Gott bewahre.

Ich finde die Disclaimer alarmierend. Sie sind beinahe eine reflexhafte Reaktion und oft eine ziemlich nervöse, als ob der Autor sagen würde: „Schaut, ich bin kein Rassist oder Sexist. Ich habe die richtigen Ansichten, und ich stimme mit dem modernen, aufgeklärten Denken überein, ehrlich.“

Sie werden nicht riskieren, irgendetwas zu sagen, an dem die PC-Lobby sich stoßen könnte. Und das ist es, was mich alarmiert – die bei so vielen aufrichtigen und ehrlichen Leuten offensichtliche Furcht davor, man könnte denken, sie würden aus der Reihe tanzen.

Ich stieß erstmals in den Vereinigten Staaten darauf, wo das Krebsgeschwür sich viel tiefer ausgebreitet hat. Als Drehbuchautor [worin Fraser fast so erfolgreich war wie mit den 12 Flashman-Romanen; sein bekanntestes Werk war das Drehbuch für den Film Die drei Musketiere, d. Red.] brachte ich einmal ein Drehbuch für einen Film namens The Lone Ranger, in dem ich ein Stück Westerngeschichte verwendete, das nie auf der Leinwand gezeigt worden war, und das ebenso spektakulär wie schockierend war – und wahr.

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2018: Das Jahr zur Beendigung aller Jahre (und was von 2019 zu erwarten ist!)

Von Jef Costello, übersetzt von Lucifex. Das Original 2018: The Year to End all Years
(And What to Expect from 2019!)
erschien am 1. Januar 2019 auf Counter-Currents Publishing.

Es war die schlechteste aller Zeiten, es war die schlechteste aller Zeiten. Tatsächlich war es nicht gar so schlimm. Eigentlich sind 2018 etliche gute Dinge geschehen – in der Welt, und sogar in unserer Bewegung.

Sehen wir uns nur so zum Spaß an, was das Establishment feiert. CNN brachte auf seiner Webseite einen Artikel mit dem ermutigenden Titel „2018 Wasn’t ALL Bad: Here Are All the Good Things that Happened in the World“. Man wird darin solche Meilensteine aufgelistet finden wie:

  1. „Meghan Markle wurde die erste farbige Frau, die in die britische Königsfamilie aufgenommen wurde.”
  2. „Die ersten moslemischen Frauen und die ersten amerikanischen Ureinwohnerinnen wurden in den Kongreß gewählt.”
  3. „Texas wählte die erste afroamerikanische Richterin, die offen LGBTQ ist.”
  4. „Colorado wählte den ersten offen schwulen Gouverneur in den Vereinigten Staaten.”
  5. „Nevada wurde der erste Bundesstaat mit einer mehrheitlich weiblichen Legislative.”

Es ist tröstlich, daß CNN seine Prioritäten auf der Reihe hat. Währenddessen geht die Opioidkrise unvermindert weiter. Aber seid guten Mutes: „Die großen Modemarken sind vereint gegen den Klimawandel.“

Nichts ist gegen den unzweifelhaft grassierenden Wahlbetrug getan worden, der nur den Demokraten nützt. Aber wenigstens „wurde eine Stadt in Georgia [South Fulton] zur ersten, deren Strafjustizsystem gänzlich von schwarzen Frauen geleitet wird.“ Der Originalartikel zitiert die schwarze vorsitzende Richterin Tiffany Carter Sellers mit den Worten: „Es kam sehr organisch zustande.“ Das ist eine exzellente Wortwahl und sollte ziemlich wörtlich genommen werden. Uns wird gesagt: „Sellers stellte Cofield [ebenfalls schwarz] ein, die Gerichtsadministratorin, und dann arbeiteten sie zusammen daran, alle anderen einzustellen [ebenfalls schwarz].“ Fortschritt!

Währenddessen, fährt CNN fort, „führte zum ersten Mal in der Geschichte des Marine Corps eine Frau einen Infanteriezug.“ Schmeißt euch hin! (Habt ihr jemals eine Frau ein Sturmgewehr handhaben sehen?)

Europas Migrationskrise rast voran, mit Schweden anscheinend am Rande des Bürgerkriegs. Aber – hurra! – „Schottland wurde das erste Land, das das Unterrichten von LGBTI-Fragen in Schulen unterstützt.“ (LGBT…I?)

Fortschritte in der Mechanisierung eliminieren weiterhin immer mehr Jobs für die Unintelligenten und Unqualifizierten, während in Europa und Amerika die Unintelligenten und Unqualifizierten weiter hereinströmen. Tatsächlich werden sie als die Lösung für all unsere Probleme angepriesen. Während es etwas Hoffnung für Europa zu geben scheint (besonders in den ehemals kommunistischen Ländern), wird man hier herüben noch sehen, ob Orange Man letztendlich irgendetwas tun wird, um den Lauf der Dinge aufzuhalten. Aber keine Angst! „Afroamerikanische Filme kamen bei den Nominierungen für die Golden Globes stark vor“, und „Crazy Rich Asians und Black Panther wiesen an den Kinokassen den Weg für Vielfalt und Inklusion.“

Meine Freunde, die Ahnungslosigkeit von all dem ist tatsächlich Grund zur Hoffnung. Wie Greg Johnson in seiner neuen Rezension von Jan-Werner Müllers What is Populism? sagte: „Faßt Mut: ein so abgehobenes Establishment ist wahrlich zum Untergang verurteilt.“ Tatsächlich hat 2018 uns einige starke Gründe für Hoffnung präsentiert. Wenn ich gezwungen wäre, das wichtigste einzelne Ereignis des Jahres zu nennen, würde ich definitiv die Gelbwestenproteste in Frankreich anführen. (Noch wichtiger als „the caravan.“)

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Quo vadis, weiße Rasse?

Von Deep Roots alias Lucifex (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“)

In seinem Essay Mit einem Wimmern behandelt Matt Parrott die Möglichkeit eines Niedergangs der weißen Rasse in Form einer Reihe „weicher Zusammenbrüche“ anstelle eines epischen „großen Zusammenbruchs“, der einen Paradigmenwechsel bewirken könnte, und schreibt in diesem Zusammenhang:

Aus historischer Perspektive gibt es nichts Unerklärliches an einem Niedergang der Weißen. Es gab keinen „Zusammenbruch“ in Brasiliens Niedergang von einer vielversprechenden und wohlhabenden portugiesischen Kolonie zu einer Drittwelt-Senkgrube. Es gab keinen „Zusammenbruch“ in Indiens Niedergang von einem reichen und fortgeschrittenen arischen Reich zu einem kranken und dysfunktionalen Basar der Verzweiflung und Verkommenheit. Selbst heute noch klammern die Brasilianer und Inder sich an die Illusion, daß sie nicht zusammenbrechen oder zusammengebrochen sind. Tatsächlich prahlen sie eifrig damit, wie sehr sie sich in letzter Zeit „entwickelt“ haben. Während die Mehrheit der Brasilianer und Inder in den Brandungssog gezogen worden sind, verbleibt in beiden Ländern eine weißer-als-durchschnittliche Elite, die aus jenen besteht, denen Generation um Generation die Grätsche über dem Abgrund gelungen ist.

Nun, das werden wir hier ebenfalls haben. Es wird Weiße geben, die es schaffen, im neuen multirassischen und multikulturellen Kontext erfolgreich zu sein. Aber sie werden nur relativ zu ihrem Kontext erfolgreich sein. Sie werden am Bug ihres sinkenden Schiffes stehen, strahlend vor Stolz auf ihre Überlegenheit relativ zu ihren ertrinkenden Landsleuten und sich undeutlich dessen bewußt, wir weit sie relativ zu ihren Vorfahren gesunken sind. Ohne eine tief verwurzelte generationenübergreifende Tradition der Einimpfung und Durchsetzung von Rassenhygiene werden interrassische Ehen zur Routine werden, und die Rasse wird aussterben. Während es sicherlich noch mehrere Jahrhunderte lang Menschen geben wird, die mehr oder weniger weiß sind, werden sie effektiv, wenn nicht tatsächlich ausgelöscht sein, ganz wie die eingeborenen Australier, Indianer und Ainu als sozial, politisch und demographisch unfruchtbare Flüchtlinge aus der Vergangenheit zurückbleiben.

Der Prozeß hat in Amerika bereits den kritischen Umkipp-Punkt überschritten, nachdem einfach zu viele Amerikaner einen halb-asiatischen Neffen haben, einen loyalen mexikanischen Mitarbeiter oder einen schwarzen Freund aus der Kindheit. Sie sind bereits verschwunden. Sie sind bereits unfruchtbar. Amerikas in Entstehung begriffener weißer ethnischer Identität wurde zu schnell und zu vollständig der Garaus gemacht, um zu dieser späten Stunde noch in irgendeiner umfassenden Weise gerettet werden zu können. „Amerika“ kann nur (durch eine Reihe weicher Zusammenbrüche) zu einer Drittwelt-Nachäffung der großen Nation herabsinken, die unsere Vorväter sich aus dem Grenzgebiet zu schaffen bemüht und ihren Nachkommenschaft anvertraut haben. Die letzte Gelegenheit für eine umfassende Umkehr gab es lange bevor ich geboren wurde, und es gab einfach zu viel Geld und gutorganisierte Gegnerschaft, als daß die wenigen Fackelträger der vorherigen Generationen ihre ehrgeizigen Ziele hätten erreichen können.

Es kann durchaus sein, daß es so kommt. Um an Matt Parrotts Beispiel von Indien anzuknüpfen: Ich wußte ja schon länger, daß Lettisch und Litauisch zwar indogermanische Sprachen sind, aber keiner größeren Gruppe innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie angehören, wie es bei den germanischen, keltischen, romanischen und slawischen Sprachen der Fall ist. Vor einer Weile habe ich dann in einem MERIAN-Band über das Baltikum gelesen, daß die dem Lettischen und Litauischen nächstverwandte Sprache das Sanskrit ist!

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Die Chodorkowski-Affäre

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich für „As der Schwerter“). Das Original The Khodorkovsky Affair erschien auf Spearhead Online (es ist dort zwar kein Datum angegeben, aber nach den im Text genannten Daten muß er irgendwann Anfang November 2003 veröffentlicht worden sein. Titelbild von mir eingefügt). Die im Text geäußerte Einschätzung von Wladimir Putin als Widerstandsfaktor gegen die Juden ist aus heutiger Sicht wohl viel zu optimistisch (und trifft wahrscheinlich nur bezüglich einer Fraktion des globalen Machtjudentums zu), aber der Artikel ist allein schon wegen der Informationen über den hohen Judenanteil unter den Oligarchen in Rußland interessant.

Beträchtliche Publizität erhielt in Großbritannien die kürzliche Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die geschäftlichen Aktivitäten von Michail Chodorkowski zu untersuchen, eines der Multimilliardäre, die in den britischen Medien oft als Musterbeispiele der neuen „Unternehmenskultur“ Rußlands hochgehalten werden. Wer ist Chodorkowski, und was steckt hinter Putins Zug gegen ihn? Das Folgende ist eine leicht gekürzte Version einer Radiosendung zu dem Thema, die am 1. November von American Dissident Voices ausgestrahlt wurde. Es hat in dem Text auch geringfügige Streichungen gegeben, als Absicherung gegen Strafverfolgung nach den Gesetzen des Vereinigten Königreichs, nach denen es strafbar ist, abfällig über gewisse ethnische Gruppen zu sprechen oder zu schreiben.

American Dissident Voices ist auf www.natvan.com zu erreichen.

In einem erstaunlichen Zusammentreffen erreichte der russische Freiheitskampf genau an dem Tag, an dem American Dissident Voices’ Sendung „Russia Struggles to Live“ über die russischen Oligarchen ausgestrahlt wurde, die Rußland beherrschen, am 25. Oktober 2003, mit der Verhaftung eines jener jüdischen Oligarchen, Michail Chodorkowski, einen entscheidenden Moment. Die jüdischen Oligarchen – und nahezu alle der Oligarchen sind Juden, keine Russen – sind eine Gruppe superreicher Parasiten, denen es gelang, den Großteil der natürlichen Ressourcen und des institutionellen Reichtums Rußlands auf manipulierten Auktionen während des internationalistischen Jelzin-Regimes in Rußland nach dem Fall der Sowjetunion zu Tiefstpreisen zu erwerben.

Der russische Präsident Putin hat Maßnahmen ergriffen, um die Macht der Oligarchen zu zügeln, und zwei der Notorischsten davon – Boris Beresowski und Wladimir Gusinskij – sind gezwungen worden, aus dem Land zu fliehen, um der Strafverfolgung zu entgehen. Beserowski verbirgt sich gegenwärtig in Großbritannien, Gusinskij in Griechenland.

Chodorkowskis Privatjet wurde am Samstag von getarnten russischen Spezialeinheiten umstellt, die den jüdischen Milliardär auf einem sibirischen Flughafen in einer dramatischen Konfrontation verhafteten. Chodorkowski hatte es verabsäumt, auf einer Anhörung zu erscheinen, und seine Geschäftspartner hatten den Gerichten mitgeteilt, daß er nicht kommen könnte, weil er auf einer Geschäftsreise sei.

Ein Mann vieler Unternehmen

Chodorkowski, der Chef des Ölkonglomerats Yukos und vieler anderer Unternehmen, hatte geschworen, daß er nicht ins Exil gehen würde, wie es seine jüdischen Mit-Oligarchen Boris Beresowski und Waldimir Gusinskij getan hatten. Beresowski hat von Großbritannien „politisches Asyl“ erhalten, und Gusinskij versteckt sich in Griechenland, wo die Regierung sich bislang geweigert hat, ihn auszuliefern, um sich der Anklage in Rußland zu stellen. Realisten weisen darauf hin, daß es einem Milliardär in den meisten Ländern einschließlich Griechenlands recht leicht fallen könnte, niedere Bürokraten dazu zu überreden, seinen Anordnungen Folge zu leisten.

Chodorkowskis Plan war es, seinen Reichtum und Einfluß zu nutzen, um die politischen Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu finanzieren und zu fördern – aber es sieht aus, als sei diese Strategie zu wenig und zu spät gewesen, und der reichste Mann in Rußland (sein Vermögen übertrifft angeblich acht Milliarden Dollar) wird sich jetzt der Anklage im Zusammenhang mit seinen extrem fragwürdigen finanziellen Transaktionen stellen müssen.

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