Teilchenbeschleuniger 2: Verteidigung mit Kipplauf-Flinten

Bockdoppelflinte Baikal IJ 27

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“ am 21. Oktober 2015; Links für hier angepaßt)

In dieser Fortsetzung zu meinem ersten Flintenratgeber „Teilchenbeschleuniger 1“ werde ich hauptsächlich auf die praktischen Aspekte der Verteidigung mit Kipplaufflinten eingehen, der wahrscheinlich verbreitetsten Flintenart. Diese wird wohl auch häufiger als halbautomatische und Repetierflinten von Leuten angeschafft oder zum Kauf in Erwägung gezogen werden, die bis dahin eher Waffenlaien waren und nur eine wirksame Schußwaffe für die Selbstverteidigung besitzen wollen. Die ballistischen Ausführungen in diesem Artikel werden natürlich auch für Besitzer anderer Flintenarten interessant sein; Wiederholungen von Informationen, die bereits im ersten „Teilchenbeschleuniger“-Artikel enthalten sind, sollen weitgehend unterbleiben.
Hier zunächst noch einmal kurz die aktuelle Situation bezüglich

ERWERB UND BESITZ VON KIPPLAUFFLINTEN UND FLINTENMUNITION

In Österreich war der Erwerb von Kipplaufflinten bis zum Inkrafttreten des Waffengesetzes 2010 am 1. Oktober 2012 für über 18jährige völlig frei und formlos möglich. Seit 1. Oktober 2012 muß der Neuerwerb solcher Flinten ins elektronische Zentrale Waffenregister des Innenministeriums eingetragen werden; davon abgesehen sind sie immer noch frei ab 18 Jahren erhältlich. Altbesitz von vor dem 1. Oktober 2012 erworbenen Kipplaufflinten (Waffen der Kategorie D) braucht NICHT NACHGEMELDET zu werden (außer bei Weiterveräußerung), man kann sie jedoch jederzeit freiwillig registrieren lassen. Siehe dazu den Leitfaden des BMI zum Zentralen Waffenregister (PDF, 12 Seiten).

Vor dem 1. Oktober 2012 erworbene Kipplaufflinten sind in Österreich also eine Möglichkeit, völlig legal eine nicht registrierte, sehr wirksame Schußwaffe zu besitzen!

Daß es diese Möglichkeit gibt, erstaunt mich immer noch. Sie beinhaltet nämlich für das Regime auch das Problem, daß kaum nachweisbar sein wird, daß eine Waffe aus solchem Altbesitz erst nach dem 1. Oktober 2012 privat den Besitzer gewechselt hat, wenn beide Parteien der Transaktion dazu schweigen oder wenn – in einem Erbfall – der Vorbesitzer nicht mehr lebt.
Oder daß man die Flinte in Wirklichkeit noch besitzt, wenn man behauptet, man hätte sie irgendwann vor dem 1. Oktober 2012 irgendwem verkauft, von dem man nicht mehr weiß, wie der hieß.

Flintenmunition kann in Österreich nach wie vor ab 18 Jahren völlig frei und formlos erworben werden.

In Deutschland gibt es solch ein Schlupfloch nicht, weil dort für den Erwerb von Kipplaufflinten schon bisher eine sogenannte „Gelbe Waffenbesitzkarte“ erforderlich war, weshalb vor dem aktuellen Waffenrecht erworbene Waffen dieser Art schon vorher behördlich erfaßt waren und von den jeweiligen Ordnungsämtern in das neue elektronische „Nationale Waffenregister“ eingetragen werden.

Die „Gelbe Waffenbesitzkarte“ wird für Sportschützen eines nach § 15 Waffengesetz anerkannten Verbandes nach § 14 Abs. 4 Waffengesetz erteilt und berechtigt zum Besitz von Einzelladergewehren mit glatten (Kipplaufflinten) und gezogenen Läufen, Repetierbüchsen, einläufigen Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition und mehrschüssigen Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen). Die Anzahl der Waffen ist nicht beschränkt, es dürfen aber in der Regel nur zwei Waffen innerhalb von sechs Monaten erworben werden. Weiters muß die erworbene Waffe in der Disziplin der Sportordnung eines anerkannten Schießsportverbandes zugelassen sein. Der Erwerb muß innerhalb von 14 Tagen bei der zuständigen Waffenbehörde angemeldet werden.

Die Waffenbesitzkarte für Sportschützen berechtigt zum Transport der nicht schußbereiten und nicht zugriffsbereiten Waffen zum jeweiligen Ereignis, also Transport zum Schießstand, und muß dabei zusammen mit dem Personalausweis oder dem Reisepaß mitgeführt werden.

Einen freien Munitionserwerb gibt es in Deutschland nicht; man benötigt dafür entweder einen Munitionserwerbsschein (MES), in den die Behörde die Munition einträgt, die der Berechtigte erwerben und besitzen darf, oder wenn man bereits ein waffenrechtliches Dokument besitzt (Waffenbesitzkarte, bei Jägern für Langwaffenmunition auch der gültige Jagdschein), erhält man die Munitionserwerbsberechtigung durch einen entsprechenden behördlichen Eintrag auf diesem Dokument. Die Munitionserwerbsberechtigung kann nur für bestimmte Kaliber oder Munition aller Art erteilt werden. Zwischen dem Besitz und dem Führen von Munition wird im Waffengesetz nicht unterschieden. Jede Person, die Munition am Mann trägt, besitzt lediglich.

FLINTENBALLISTIK, TEIL 1: STREUUNG UND SCHUSSBILDER VON FLINTEN

Flinten werden unter anderem deswegen gern von Leuten ohne viel Waffenerfahrung oder Möglichkeit zum Üben gekauft, weil sie bekanntlich mit jedem Schuß eine Garbe von Schrotkugeln abfeuern, die eine gewisse Streuung aufweisen, sodaß man meint, dafür keine besonderen Schießkünste zu benötigen, und in einem gewissen Ausmaß stimmt das auch. Flinten streuen jedoch nicht so gießkannenartig, wie Laien sich das oft vorstellen, und man muß auch mit ihnen zielen. Als Faustregel gilt, daß die Schrotladung aus Läufen mit Zylinderbohrung (also ohne Verengung zur Mündung hin) pro Meter Flugstrecke um ca. 2,5 Zentimeter auseinandergeht, zusätzlich zu den 18 mm Mündungsdurchmesser. Wie sieht die Streuung von Schrotschüssen nun in der Praxis aus? Um das herauszufinden und für unsere Leser anschaulich darstellen zu können, habe ich mehrere Versuche durchgeführt.

Für den ersten, dessen Ergebnisse ich hier vorstelle, habe ich eine Anzahl Schrotpatronen der Sorte Rottweil „Waidmannsheil“ mit Papphülsen, nominal 36 g Schrotvorlage und Schrotgröße 4 mm aus einer Bockdoppelflinte Baikal IJ 27 (siehe Titelbild dieses Artikels) verschossen. Auf der nachfolgenden Abbildung ist diese Patronensorte links als Schnitt dargestellt (rechts ein anderes Fabrikat mit Kunststoffhülse und Schrotbecher):

Zur Klärung von Fragen, die sich aus den für diesen Artikel durchgeführten Schießversuchen ergaben, habe ich ein Exemplar dieser Patronensorte sowie je eines von zwei weiteren Jagdschrotpatronensorten aufgeschnitten, um das jeweilige Zwischenmittel zu bestimmen sowie die Schrotkörner zu zählen und auf einer alten mechanischen Briefwaage zu wiegen.
Hier sind die Ergebnisse dieser Untersuchungen (bei denen ich auch feststellte, daß Schrotkügelchen in dieser Größenklasse nicht so makellos rund sind, sondern ein bißchen unregelmäßig geformt und teils sogar Abplattungen haben):

Rottweil 12/70 Waidmannsheil 4 mm, 36 g:
109 Kugeln mit 34,5 g Gesamtgewicht; Filzpfropfen, Papphülse

Dionisi 12/67 4 mm, 32g:
93 Kugeln mit 31 g Gesamtgewicht; Plastik-Schrotbecher, Kunststoffhülse

Rottweil 12/67 Fasan Jagd 2,7 mm, 28 g:
242 Kugeln mit 27 g Gesamtgewicht; Filzpfropfen, Papphülse

Geschossen wurde bei diesem Versuch mit den Rottweil „Waidmannsheil“ auf jeweils zwei leere, an den Längskanten zusammengeklebte Papierbögen im Format DIN A3 auf Entfernungen (ab der Mündung) von 5, 10 und 15 Metern, und zwar aus beiden Läufen. In der Mündung des unteren Laufes war ein Zylinderchoke eingeschraubt, in jener des oberen Laufes ein Halbchoke, um die Auswirkungen unterschiedlicher Chokes auf die Schußbilder zu ermitteln.

Hier ist das Ergebnis des ersten Schusses – aus dem Zylinderchoke auf 5 Meter:

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Teilchenbeschleuniger 1

Ein weiterer Krisenvorbereitungsartikel von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2015 – Änderung bezüglich Zerlegen und Entspannen). [Anm. des Autors für die Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“: der erste Teil über die waffenrechtliche Situation in Österreich ist nunmehr historisch und gibt den Stand vor Inkrafttreten des aktuellen Waffengesetzes 2010 am 1. Oktober 2012 wieder. Ich lasse ihn aber trotzdem so drin. Wen’s nicht interessiert: einfach drüberscrollen bis „Waffengesetz-Novelle 2010“. Auch die Preisangaben entsprechen dem Stand von 2012.]

In diesem Beitrag möchte ich mich mit Flinten befassen, und da es hier um Volksbewaffnung geht, werde ich die halbautomatischen Flinten wie die Beretta im Bild oben sowie Repetierflinten ausklammern und mich auf Kipplaufflinten konzentrieren, die man in Österreich frei ab 18 Jahren erwerben kann und die noch bis zum Inkrafttreten der Waffengesetznovelle 2010 (am 1. Oktober 2012) ohne behördliche Registrierung erhältlich sind und auch danach nur im Falle der Weiterveräußerung gemeldet werden müssen.

Hier noch einmal der entscheidende Satz:

Ein- oder mehrläufige Kipplauf-Flinten sind (zumindest für Österreicher) noch bis 30. September 2012 die letzte Möglichkeit, legal eine behördlich nicht registrierte, recht wirksame Schußwaffe zu erwerben, die auch nach Inkrafttreten der neuen Waffengesetznovelle am 1. Oktober 2012 nicht gemeldet werden muß!

Nach dem bisherigen Waffengesetz 1996 sieht es für die einzelnen Waffenkategorien so aus:

Kategorie A – Verbotene Waffen:
Hierunter fallen Kriegswaffen, d. h. alles, was vollautomatisch schießt (Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Maschinengewehre), behördlich nicht freigegebene militärische Halbautomaten sowie Vorderschaft-Repetierflinten (Pumpguns). Ohne behördliche Ausnahmebewilligung ist der Besitz dieser Waffen verboten.

Kategorie B – Genehmigungspflichtige Waffen:
Dies sind zum einen Faustfeuerwaffen (Pistolen und Revolver) sowie halbautomatische Büchsen und Flinten (wie die Beretta im Titelbild) und Repetierflinten, die keine Pumpguns sind (wie z. B. die Marlin Goose Gun, die ein Zylinderverschlußsystem hat).

Für den Erwerb solcher Waffen braucht man eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpaß. Beide Dokumente erhält man erst ab 21 Jahren; die WBK berechtigt nur zum Erwerb der Waffen sowie zu deren Transport im ungeladenen, nicht zugriffsbereiten Zustand, der Waffenpaß entspricht dem deutschen Waffenschein und berechtigt nicht nur zum Besitz, sondern auch zum Führen der Waffen. Die Zahl der damit zu erwerbenden Waffen ist normalerweise auf zwei begrenzt, man kann jedoch bei der Waffenbehörde um Erweiterung ansuchen. Type etc. der jeweiligen Waffe werden nicht auf dem Dokument vermerkt, sondern liegen nur bei der Waffenbehörde auf. Beim Kauf bei einem Waffenhändler meldet dieser den Erwerb an die Behörde, die das waffenrechtliche Dokument ausgestellt hat, bei Veräußerung von Privat zu Privat (die nur an einen Inhaber eines der vorgenannten waffenrechtlichen Dokumente erfolgen darf) muß der Veräußerer seiner zuständigen Bezirkswaffenbehörde die Veräußerung melden sowie den Namen des Erwerbers und Nummer und ausstellende Behörde von dessen waffenrechtlichem Dokument angeben.

Auch Munition für Faustfeuerwaffen bekommt man nur mit einem der beiden waffenrechtlichen Dokumente!

Kategorie C – Meldepflichtige Waffen:
Diese Kategorie umfaßt alle Langwaffen (= Gewehre) mit gezogenem Lauf, die keine Voll- oder Halbautomaten sind, d. h. Repetierbüchsen (auch Militärkarabiner), Einzelladerbüchsen der verschiedenen Systeme sowie ein- oder mehrläufige Kipplaufbüchsen oder Kombinationswaffen (Bockbüchsflinten etc.), sofern auch nur ein gezogener Lauf (= Kugellauf) vorhanden ist. Dies betrifft auch Kleinkalibergewehre oder -läufe!

Waffen der Kategorie C können frei ab 18 Jahren erworben werden; wenn der Käufer ein waffenrechtliches Dokument (Waffenbesitzkarte oder Waffenpaß) besitzt, kann er das Gewehr gleich mitnehmen, ansonsten fragt der Händler nach Kaufabschluß erst bei der Behörde an, ob gegen den Käufer kein Waffenverbot besteht, und falls nicht, dann kann die Waffe drei Werktage nach Kaufabschluß („Abkühlfrist“) beim Händler abgeholt werden.

Die Meldung erfolgt in der Form, daß Art, Type, Seriennummer etc. der Waffe in ein Meldeformular eingetragen wird, von dem der Kunde das Original erhält, während eine Kopie beim Händler verbleibt, der sie sieben Jahre lang aufbewahren und den Sicherheitsbehörden auf Verlangen Einsicht gewähren muß.

Bei Weiterveräußerung der Waffe von Privat an Privat braucht man das Gewehr nicht bei seiner Behörde oder sonstwo abzumelden, sondern man muß dem Käufer nur mitteilen, wo man sie beim Kauf gemeldet hat, damit der Erwerber, der die Waffe seinerseits bei irgendeinem Fachhändler melden muß, das hierbei angeben kann. Ob der Erwerber das auch tatsächlich macht, entzieht sich dem Einfluß und der Verantwortung des Vorbesitzers. Das heißt, all diese Meldungen sind für die Behörde eigentlich wertlos, denn sie geben ja nur wieder, in wessen Besitz die Waffe im Zeitpunkt der Meldung gewesen ist. Was nachher damit geschehen ist, ob sie verkauft, verschenkt oder vererbt wurde, ist ja aus der Meldung nicht zu ersehen; die Meldung des neuen Besitzers konnte ja auch bei einem anderen Fachhändler oder auch gar nicht erfolgt sein, und die Meldungen sind nicht miteinander verknüpft. Vor Inkrafttreten der Waffengesetznovelle 2010 in Verkehr gebrachte Waffen der Kategorie C sind daher für die Behörde nicht greifbar, solange sie nicht bei dem von dieser Novelle vorgesehenen zentralen Waffenregister gemeldet werden.

Kategorie D:
Darunter fallen sämtliche Schußwaffen mit glattem Lauf, sofern es sich nicht um Schußwaffen der Kategorie A (Pumpguns) oder B (sonstige Repetierflinten sowie Halbautomaten) handelt, also ein- und mehrläufige Kipplaufflinten. Diese Waffen sind frei ab 18 Jahren erwerbbar; beim Kauf wird nur Name und Adresse des Käufers in das Waffenausgangsbuch des Händlers eingetragen. Wie bei den C-Waffen können D-Waffen von Käufern mit einem waffenrechtlichen Dokument gleich nach Kaufabschluß mitgenommen werden, ansonsten gilt dieselbe „Abkühlfrist“-Regelung wie bei den C-Waffen (Anfrage bei Behörde wegen Waffenverbot, Abholung drei Werktage nach Kaufabschluß). Die Weiterveräußerung an Dritte (sofern diese über 18 Jahre alt sind) kann nach der derzeit noch gültigen Rechtslage formlos und ohne irgendeine Meldepflicht erfolgen.

Waffengesetz-Novelle 2010:

Diese wurde zwar bereits am 16. Juni 2010 vom Parlament beschlossen, um der Forderung der EU-Waffenrichtlinie (Beschluß bis spätestens Ende Juni 2010) nachzukommen, wird aber erst dann vom Innenminister per Verordnung in Kraft gesetzt werden, wenn das neue elektronische Waffen-Zentralregister in Betrieb ist, was voraussichtlich irgendwann im Laufe des Jahres 2012 der Fall sein wird. [Aktualisierung: Das Gesetz ist per 1. Oktober 2012 in Kraft getreten.] Zwecks umfassender Information über das neue Waffengesetz siehe den obigen Link; hier sollen nur die zwei wesentlichen Konsequenzen für die Waffen der Kategorien C und D angeführt werden:

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Das entscheidende Ausrüstungsstück, das bewaffnete Heimverteidiger immer vergessen

Von Robert Farago, übersetzt von Deep Roots (Schlußbild von Osimandia modifiziert). Das Original The Critical Piece of Kit Armed Home Defenders Always Forget erschien am 15. Oktober 2014 auf Faragos Seite The Truth About Guns.

In aller Herrgottsfrühe hört ihr etwas durch die Küchentür brechen. Warum ist der Alarm nicht losgegangen? Habe ich vergessen, ihn einzustellen? Keine Zeit, sich darum zu sorgen. Ihr schnappt euch eure Brille und eure Schußwaffe, weckt eure bessere Hälfte und setzt euren Heimverteidigungsplan um. Während das Adrenalin durch eure Adern strömt (wie tausend Eisenbahnzüge), zielt ihr und drückt ab. Und schießt vorbei. Vielleicht. Vielleicht habt ihr ihn getroffen. Wer weiß? Zum Glück gibt der Bösewicht Fersengeld. Aber jetzt hört ihr seine Schritte nicht…

Weil ihr taub seid. Falls ihr eine Faustfeuerwaffe abgeschossen habt, klingeln eure Ohren schmerzhaft und blockieren alle Umgebungsgeräusche. Falls ihr eine Schrotflinte abgefeuert habt, seid ihr stocktaub – ein Zustand, der sich mit der Zeit vielleicht selbst repariert oder auch nicht, und selbst wenn, dann vielleicht nur teilweise. Was soll’s. Ihr habt eine tödliche Bedrohung gestoppt. Ihr habt überlebt. Euer Gehör ist ein kleiner Preis dafür. Nur…

Ein weiterer Schurke kommt hinter euch heran und haut euch mit einem Baseballschläger nieder. Oder sticht euch ein Messer in den Rücken. Oder erschießt euch. Während ihr zu Boden fallt, gilt euer erster Gedanke eurer Familie. Die Bullen werden bald hier sein. Früh genug? Gott, ich hoffe es. Euer zweiter Gedanke: aufstehen und kämpfen! Nur daß ihr es nicht könnt. Und irgendwo in eurem Hinterkopf taucht eine weitere Idee auf: wenn ich ihn nur hätte kommen hören.

Euer Gehörssinn ist ein entscheidender Bestandteil der bewaffneten Selbstverteidigung. Er liefert euch einsatzentscheidende Informationen über Ort, Anzahl, Geschwindigkeit, Größe und Richtung von freundlich Gesinnten und potentiellen Bedrohungen. Falls euer Gehörssinn ernsthaft vermindert wird oder ihr ihn verliert – wie es sicherlich der Fall sein wird, wenn ihr eine Feuerwaffe in eurem Haus abfeuert -, verliert ihr eine enorme Menge Situationsbewußtsein. Warum also solltet ihr?

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Warum jeder Krieger eine Feuerwaffe besitzen sollte

Von Stefan H. Vestappen (Original: Why Every Warrior Should Own a Firearm, erschienen am 10. Januar 2017 auf „The Occidental Observer“ (Auszug aus dem Buch A Masters Guide to the Way of the Warrior von Stefan H. Vestappen).

Übersetzt von Cernunnos

1-warrior

Besser eine Schußwaffe haben und nicht benötigen,

als eine zu benötigen und nicht zu haben.

(Autor unbekannt)

Während viele Kampfkunstschulen den Kampf mit einer Vielzahl alter Waffen unterrichten, was eine aufregende, wenn auch altmodische Beschäftigung ist, muß man, um in der Moderne als Krieger zu leben und nicht als Sklave, eine Feuerwaffe besitzen.

Es gibt zwei Argumente dafür, daß jeder Krieger und jede Familie eine Feuerwaffe besitzt.

Der erste und entscheidendste Grund ist die Tatsache, daß der Staat nicht will, daß ihr Schußwaffen habt. Dies allein sollte Grund genug sein, sich eine Schußwaffe zu besorgen.

Es ist eine wenig bekannte Tatsache, daß die überwiegende Mehrheit der Morde in einer Gesellschaft vom Staat begangen wird. Dies wird Demozid genannt, und man schätzt, daß im letzten Jahrhundert 174.000.000 bis 262.000.000 Bürger von ihren eigenen Regierungen ermordet wurden. (1)

Ein Beweis dafür, daß eine bewaffnete Bevölkerung ein Abschreckungsmittel gegen Tyrannei ist, ist die Tatsache, daß alle Tyranneien zuerst bestrebt waren, ihre Bevölkerungen zu entwaffnen. Ein schnelles Studium der Geschichte zeigt, daß der Staat jedes Mal, wenn er seine Bevölkerung entwaffnen will, finstere Absichten hat.

Die Liste der Regierungen, die ihre Bevölkerung entwaffneten, nur um Massenmord und Genozid zu begehen, reicht 3000 Jahre in die Geschichte zurück.

Es sollte angemerkt werden, daß eine bewaffnete Bevölkerung keine gewalttätige Erhebung gegen die Regierung bedeutet; tatsächlich trifft das Gegenteil zu. Bloß die Mittel und Entschlossenheit zum Widerstand gegen Gewalt wirkt als eine Form von Drohverhalten, das verhindert, daß Gewalt überhaupt erst stattfindet.

Das Wissen, daß es Hunderttausende bewaffneter Bürger gibt, ist das, was eure Regierung davon abhält, euch zum Transport in einen Gulag zusammenzutreiben.

Das Wissen, daß es Hunderttausende bewaffneter Bürger gibt, ist das, was eure Regierung davon abhält, euch zum Transport in einen Gulag zusammenzutreiben.

Dasselbe trifft auf gesellschaftlicher Ebene zu. Ein Land mit einer gut ausgerüsteten und trainierten Armee ist ein Abschreckungsmittel gegen benachbarte Nationen, die an eine Invasion denken. In gleicher Weise ist eine schwer bewaffnete und trainierte Zivilbevölkerung ein Abschreckungsmittel gegen Tyrannei. Jeder Diktator weiß, daß er mit wenig Konsequenzen besteuern, regulieren und beliebig viele unterdrückerische Maßnahmen gegen eine Bevölkerung einführen kann. Wenn es jedoch darum geht, unschuldige Menschen auf den Straßen und in ihren Häusern zu erschießen, wie es Diktatoren immer tun wollen, dann werden diejenigen, die Schußwaffen haben, sich wehren.

Gegenwärtig erscheinen die meisten Regierungen als relativ gutartig, und die Menschen genießen ein paar Freiheiten, und daher, so das Argument, gibt es keine Notwendigkeit, daß Zivilisten sich bewaffnen. Jedoch zeigt die Geschichte wiederum, wie schnell eine anscheinend gutartige Regierung in eine Diktatur verwandelt werden kann. Jetzt bewaffnet zu sein, ist eine Versicherung gegen zukünftige Diktatoren.

Der zweite Grund, warum jeder Krieger und jede Familie eine Feuerwaffe besitzen muß, ist die Selbstverteidigung. Gegenwärtig ist es in den meisten westlichen Ländern illegal, sich mit irgendeiner Art von Waffe zu verteidigen, besonders mit einer Feuerwaffe. Während gesetzestreuen Bürgern der Zugang zu den Mitteln für die Selbstverteidigung verweigert wird, kann selbst der niedrigste kriminelle Straßenschläger leicht zu einer Schußwaffe kommen.

Keine Sorge, dies ist eine „waffenfreie Zone“, und die Bullen werden jetzt jede Minute hier sein… jede Minute… bald.

Keine Sorge, dies ist eine „waffenfreie Zone“, und die Bullen werden jetzt jede Minute hier sein… jede Minute… bald.

Der von der Regierung angegebene Grund dafür, daß sie die Bürger daran hindert, sich selbst zu verteidigen, ist, daß staatliche Gesetzeshüter die Bürger gegen Verbrechen verteidigen werden.

Die Behauptung, daß der Staat die Bürger beschützt, ist nicht nur eine Lüge, sondern auch eine physische Unmöglichkeit. Zahlreiche Studien haben gezeigt, daß die Polizei sowohl bei der Verhinderung als auch Verringerung von Verbrechen null Wirkung hat. (2)

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Moderne Armbrüste

Der Autor beim Probeschießen mit dem Horton-Armbrustmodell „Hunter“

Der Autor beim Probeschießen mit dem Horton-Armbrustmodell „Hunter“

Von Laszlo Tolvaj, aus Heft 7-8-1991 des „Internationalen Waffen-Magazins“.

Dacron statt Hanf, Kunststoff und Aluminium statt Holz und Eisen – Wilhelm Tell würde staunen, was heute aus der Armbrust geworden ist. Er würde sich aber auch wundern, was für Leistungen die heutigen Armbrüste zu bieten haben. Hinsichtlich Präzision und Energie gleichen sie sich den Feuerwaffen an.

Mit diesem Artikel wollen wir uns nicht mit den 12.000 Schweizer Armbrustschützen anlegen, die in rund 140 Vereinen Brauchtum, Geselligkeit und Treffsicherheit pflegen. Technische Verbesserungen am Material, abweichende Schießdisziplinen oder moderne Trainingsmethoden sind ihnen von vornherein suspekt. Das Bolzenverschießen auf 10 und 30 Meter ist für sie das einzig Wahre. Am besten unter einem schützenden Dach, Bier und Stumpen in Griffnähe. Das Räderwerk moderner Compound-Armbrüste grenzt bei ihnen an ein Sakrileg, Tell würde sich im Grabe umdrehen.

Daneben gibt es aber noch die Tüftler, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln noch bessere, schnellere, stärkere und treffsicherere Armbrüste haben wollen. Auch wenn das Ding eher aussieht wie ein aufpoliertes Kunstwerk von Tinguely und in nichts mehr an die zwei zum Kreuz zusammengebundenen Holzstücke erinnert, die eine rechte Armbrust ausmachen. Mit solchen Maschinen versucht dann der eine oder andere, einen neuen Weitschußweltrekord aufzustellen oder Bären zu erlegen.

Versöhnen wir uns für einen kurzen Moment und schauen uns eine Auswahl dessen an, was im Jubeljahr der Eidgenossenschaft an modernen Armbrüsten angeboten wird. Matcharmbrüste, Dekorationsmodelle und Spielzeugwaffen wollen wir hierbei ausklammern.

Betrachtet man die Herstellerliste, kommt man schnell zum Schluß, daß die Schweiz die Armbrust nicht für sich allein gepachtet hat. Barnett (Großbritannien), Horton, Jennings und PSE (alle USA) heißen die wichtigsten Vertreter der Armbrusterzunft. Lothar Walther wäre da noch zu nennen, oder Marcel Burri, der einzige Eidgenosse in der Runde. Seine Armbrüste hat das IWM schon mehrmals vorgestellt.

Einsteiger-Waffe

Für unsere Umschau wählten wir stellvertretend einige Horton-Armbrüste. Die Amerikaner bieten nicht nur ein breites Sortiment an, sondern verfügen auch über das notwendige Know-how und die Innovationsfreude, um zuverlässige und unserer Epoche angepaßte Armbrüste herzustellen.

Für Anfänger und Liebhaber traditioneller Armbrüste ist das Modell „Stag“ wohl am besten geeignet. Mit seinem schlichten Recurve-Bogen und der offenen Visierung kommt es noch am ehesten an die alten Vorbilder heran, obwohl das übrige Design und vor allem die Werkstoffe mit denen der antiken Armbrüste nicht mehr vieles gemeinsam haben.

An die Stelle des Holzprügels, der normalerweise Säule und Schaft bildet, ist ein schlankes, schwarzes Kunststoffteil getreten, das zwecks Gewichtsersparnis im Schaftbereich noch zusätzlich „skelettiert“ ist. Die Verwendung von Kunststoff (in diesem Falle Polypropylen) ist übrigens konsequent. Metallischen Ursprungs sind nur noch die Schrauben, das Abzugssystem, der Steigbügel, das Bogenmittelstück sowie der Zielstachel. Die Wurfarme, Korn- und Visierträger samt Visier sind allesamt aus Kunststoff, die Sehne aus Dacron.

Vorbehalte gegen eine solche „Plastikwaffe“ sind verständlich, sollten sich jedoch nur auf das Ästhetische beziehen. Über den Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten. Von der Stabilität, der Dauerhaftigkeit und der Pflegeleichtigkeit her betrachtet sind alle Einwände unbegründet. Da kann sich nichts verziehen, es bekommt im Alter keine Sprünge und braucht nie abgerieben zu werden. Einzig die Pfeilbahn verlangt nach einem Gleitmittel, damit die Sehne mit möglichst wenig Widerstand darüberflutschen kann.

Die etwas rauhe Materialoberfläche fühlt sich recht sympathisch an, und bei großer Kälte ergibt sich nie die Gefahr des Anfrierens wie bei Metallteilen.

Neben der Gewichtseinsparung hat der Kunststoffschaft noch zwei wichtige Vorteile. Erstens wird der Fabrikationsvorgang dieses komplizierten Teils wesentlich erleichtert, was sich nicht zuletzt auch auf den Verkaufspreis auswirkt. Zweitens kann auf den Einbau einer speziellen Pfeilbahn verzichtet werden, da das Material einerseits genug Abriebresistenz aufweist, andererseits aber auch über die nötige Gleiteigenschaft für Pfeil und Sehne verfügt.

Unsere Testversion war mit einem einfachen Lochvisier ausgerüstet. Dieses ist natürlich auch ein Kunststoffteil, das sich einfach auf den Visierträger aufschieben läßt und ohne Verschraubung oder Leim an Ort und Stelle bleibt. Mit etwas Murks kann dieses „Peep Sight“ abgezogen und gegen das „Military V Sight“ ausgetauscht werden. Beide sind fix und können nicht verstellt werden.

Gekrümmte Flugbahn der Pfeile

Die Treffpunktlage wird am Zielstachel eingestellt. Da der Kornträger mehr als nur diesen einen Stachel aufnehmen kann, empfiehlt es sich von Anfang an, je nach maximaler Schußdistanz, noch zwei bis vier weitere „Pins“ anzuschaffen und auf Distanzen von 10, 20, 30 Meter einzuschießen. Armbrustpfeile folgen nämlich einer ziemlich gekrümmten Flugbahn. Was auf 10 Meter noch im Schwarzen sitzt, findet sich auf 40 Meter im Grünen. Sauber eingeschossen und mit einer korrekten Distanzschätzung im Gelände sollten jedoch solche Malheurs nicht passieren.

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Über Gewalt, Kontrolle und Freiheit

Von Trilby Ulyanov; Orignal: On Force, Control, and Freedom, am 24. September 2013 von Dymphna auf Gates of Vienna veröffentlicht.

Übersetzung: Lucifex.

Vorwort von Dymphna:

Ein Leser, Trilby Ulyanov, postete den untenstehenden Essay auf Fascebook, zusammen mit einer kleineren Version des Bildes, das ich verwendete (obwohl die Botschaft des Bildes auf Facebook ebenfalls Schusswaffenkontrolle betraf, wählte ich diese Variante wegen ihrer Größe und des unteren Teils der Botschaft).

Er sagte: „Bitte verbreitet dies, ich habe kein sehr großes Publikum“. Zufällig befassten sich mehrer Kommentare zu einem anderen Beitrag mit demselben Thema, daher scheint das Timing synchron zu sein. Schusswaffen und Waffengesetze sind heiße Themen in diesem Land. Der Autor des Essays scheint aus Oz [in diesem Fall: Australien; d. Ü.] zu sein; ich weiß nicht, wie dort die Vorschriften sind, aber ich bete darum, daß seine Bürger nicht so entmannt worden sind, wie sie es an vielen Orten wurden. Eigentlich war das, was mich dazu bewegte, einen Beitrag aus seinem Kommentar zu machen, das, was ein weiterer Kommentator, Sluggy, im Strang zu „Dutch Attack“ sagte. Seine Worte waren eine Antwort auf etwas, das Luke22 sagte, und Sluggy ist frustriert von Lösungen, die gewöhnlichen Bürgern nicht erlaubt sind:

Die Opfer sollten „sich bewaffnen“? Womit?

Der Besitz von Feuerwaffen ist in den Niederlanden eine Straftat.
Alles, was als Waffe verwendet werden kann, ist illegal.
Dies schließt Replicas, BB-Waffen, Luftdruckwaffen, Airsoft-Waffen und sogar einige realistisch aussehende Spielzeugwaffen ein, sie sind alle illegal. Keule, Pfefferspray: illegal.
Stilette, Springmesser und Butterflymesser sind illegal. Pfeile und Pfeilspitzen sind illegal. Taser: illegal. Totschläger, Schlagringe: illegal.

In der Tat. Ich wette, sogar die Verwendung eurer Hände wird als Waffe betrachtet.

Wenn ich über dieses Problem nachdenke, so ist eines der ersten Dinge, die mir einfallen, daß zu der Zeit, als die Feindseligkeiten zwischen den amerikanischen Kolonisten und den Soldaten des Königs ausbrachen, die letzteren sofort versuchten, das Arsenal in Concord zu sichern. Von diesem Versagen kam „der Schuss, der um die ganze Welt gehört wurde.“

ÜBER GEWALT, KONTROLLE UND FREIHEIT

Waffenkontrolle - Gun control

Waffengesetze würden Amokschießereien verhindern? Bitte erzählt mir mehr darüber, wie Verbrecher Gesetze befolgen.

„Schusswaffenkontrolle“ ist nichts Neues. Eigentlich hat es sie schon viel länger gegeben, als es Schusswaffen gibt. Es ist ein universales Phänomen unter menschlichen Gesellschaften gewesen. Und es ist dabei nie um die öffentliche Sicherheit gegangen. Es ist ein Akt der Kastenschichtung und der Kontrolle der Bevölkerung gewesen und wird es immer sein.

In alten Feudalgesellschaften überall auf der Welt, insbesondere in China und Japan und vielen Teilen Europas und des Nahen Ostens, wurde Bauern und Plebejern der Besitz von Waffen verboten. Wenn die herrschenden Aristokraten und feudalen Landbesitzer eine militärische Streitmacht brauchten, gaben Bedienstete, denen sie vertrauten, Waffen an zum Kriegsdienst ausgehobene Bauern aus und schickten sie als Vorhut der Hauptstreitmacht in die Schlacht. Nachdem die Schlacht zu Ende war und die Truppen das Feld geplündert hatten, sammelten die Bediensteten diese Waffen wieder ein und schickten die Knechte zurück an die Arbeit. Warum wurde den gewöhnlichen Bürgern der Besitz von Waffen verboten?

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Massaker, Studien über Schusswaffenkontrolle und gesellschaftliche Veränderung

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Von Enza Ferreri; Original: Massacres, Gun Control Studies and Social Change, erschienen am 16. Februar 2013 auf Gates of Vienna.

Übersetzung: Lucifex

Ich habe die Debatte in den Vereinigten Staaten über Schusswaffenkontrolle von außerhalb genau verfolgt, und als Europäerin versuche ich, daraus schlau zu werden, weil ich weiß, dass das, was auf dem Spiel steht, nicht nur das Waffengesetz ist, sondern auch die amerikanische Verfassung mit dem, was sie als die historisch wichtigste Erklärung der Menschenrechte und Freiheiten repräsentiert, die gegen die Macht des Staates abgesichert werden sollen; die dornigen Themen der kaputten Familien und wie man die Geisteskranken behandeln soll; und sogar die immer kontroverse Frage von Rasse und Bandengewalt.

Ich habe nie im Leben eine Schusswaffe gesehen, außer im Fernsehen und in Filmen. Ich wuchs in einem sehr waffenfeindlichen Umfeld in Norditalien auf. Fast jeder, einschließlich der Leute, die politisch Mitte-rechts standen, wie meine Familie, glaubte, dass gewöhnliche Bürger keine Schusswaffen haben sollten und dass Amerika strengere Waffengesetze bräuchte.

Dies ist mehr oder weniger das, was auch ich glaubte, bis ich zu erkennen begann, wie freiheitsfeindlich und despotisch unsere westlichen Regierungen in Wirklichkeit sind, etwas, das ich zuvor nicht begriffen hatte. Das ließ mich erst einmal einen besseren Blick auf die Bedeutung des Zweiten Verfassungszusatzes werfen.

Hier gibt es einen klassischen Konflikt von Emotion gegen Vernunft. Viele von uns haben eine instinktive Abscheu vor Waffen, daher glauben wir, je weniger, desto besser, aber bei genauerer Untersuchung könnten die Dinge anders liegen.

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Wenn etwas Traumatisches wie das Massaker von Newtown geschieht, dann ist die normale menschliche Reaktion, Mittel zur Kontrolle zu finden, damit wir uns beruhigt fühlen, dass es nicht wieder passieren wird. In mancher Weise ist dieses Bedürfnis nach Kontrolle nicht unähnlich den Ritualen und Zwängen, die von einem Zwangsneurotiker vollführt werden, die nicht auf Realität und Vernunft beruhen müssen, solange sie die Macht haben, die Angst zu lindern.

Ich denke, dass so etwas jetzt in kollektivem Maßstab in Amerika geschieht.

Die Vorstellung, dass weniger Schusswaffenkontrolle zu mehr Schusswaffen führt, und dass mehr Schusswaffen zu mehr Morden führen, ob mehrfach oder nicht, ist nicht so sehr einfach als simplistisch. Einfach ist das, was sich mit dem Problem befasst; simplistisch ist, was ihm ausweicht.

Der Grund, warum ich das sage, ist, dass es trotz der unmittelbaren intuitiven Natur (zusammen mit Wunschdenken) der These, dass mehr Schusswaffenkontrolle die Gewaltkriminalität reduziert, absolut keine Beweise gibt, die sie stützen.

Und nicht, weil man nicht versucht hätte, welche zu finden.

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