Lippisch P 13: Fliegendes Dreieck

Die Lippisch P 13a im Einsatz; Illustration von Daniel Uhr aus „Luft ’46

Von Hans-Peter Darbrowski, aus dem Septemberheft 1998 der „FLUG REVUE“.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Forderungen nach einem billigen und schnellen Jäger immer dringlicher. Professor Alexander Lippisch entwarf daraufhin den revolutionären Staustrahljäger P 13. Es kam jedoch nur noch zur Erprobung des Versuchsgleiters DM 1.

Die ungewöhnliche Geschichte der Triebflügel aus der Feder von Alexander Lippisch begann in einer Zeit, als derartige Entwürfe als Utopien angesehen waren. Der Konstrukteur Lippisch beschäftigte sich aber schon seit 1930 mit schwanzlosen Flugzeugen und hatte als vorläufigen Höhepunkt den bei Messerschmitt gebauten Raketenjäger Me 163 geschaffen, mit dem Heini Dittmar am 2. Oktober 1941 als erster Mensch über 1000 km/h schnell flog.

Ab 1943 war Lippisch Chef der Luftfahrtforschungsanstalt Wien (LFW) und beschäftigte sich dort mit der Problematik schwanzloser Flugzeuge im Überschallbereich. Im Laufe dieser Untersuchungen in den Jahren 1943 und 1944 nahmen seine Jägerprojekte P 12 / P 13 konkrete Formen an. Zu diesem Zeitpunkt begannen die Alliierten einen stetig schärfer werdenden Bombenkrieg gegen die deutsche Rüstungsindustrie und später auch gegen Verkehrsverbindungen und Wohngebiete. Rückzug an allen Fronten sowie eine allmählich katastrophal werdende Materialknappheit und Versorgungslage wurden zum Alltag im Deutschen Reich. Daher hieß die dringlichste Forderung: Jäger, Jäger, Jäger – alles andere war zurückzustellen. Die neuen Jagdflugzeuge sollten über eine überlegene Kampfkraft verfügen sowie schnell und einfach zu bauen sein, unter Vermeidung von teuren und schwer zu beschaffenden Materialien.

Lippischs P 12 paßte genau in dieses Konzept und hatte noch zwei andere Vorteile: Der geplante Antrieb, ein Staustrahltriebwerk, ähnlich dem der Flugbombe Fi 103, war billig und unkompliziert. Außerdem sollte der Treibstoff aus einem leicht beschaffbaren Gemisch von Kohlegranulat und Schweröl bestehen. Nach mehreren Zwischenstufen entstand so auf Lippischs Zeichenbrettern das Projekt P 13a, ein schwanzloses Flugzeug, das hauptsächlich aus Triebwerk und Flügel bestand und daher vom Konstrukteur als „Triebflügel“ bezeichnet wurde.

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Focke-Wulfs Triebflügeljägerprojekt: Früher Senkrechtstarter

Focke-Wulfs projektierter Triebflügeljäger in der CGI-Illustration von Ronnie Olsthoorn.

(Ergänzt am 2. Dezember 2018 – Funktionsschema Staustrahltriebwerk)

Im Dezemberheft 1981 der FLUG REVUE erschien ein Artikel über ein ausgefallenes, faszinierendes deutsches Kampfflugzeugprojekt des Zweiten Weltkriegs mit hubschrauberartig rotierenden Flügeln und Staustrahltriebwerken an den Flügelspitzen, den ich nachfolgend wiedergebe (die Bilder stammen – mit zwei Ausnahmen – auch aus diesem Artikel, an den anschließend weitere CGI-Bilder wie das obige zu finden sind):

FRÜHER SENKRECHTSTARTER

Revolutionäres deutsches Triebflügeljäger-Projekt aus der Zeit vor Ende des Zweiten Weltkriegs

Text und Fotos: G. Sengfelder; Zeichnung: Carlo Demand

So sollte der Triebflügeljäger eingesetzt werden.

Verschiedene Überlegungen führten zum Entwurf dieses außergewöhnlichen Flugzeugs: einmal die ständigen Angriffe alliierter Flugzeuge auf deutsche Flugplätze und die fortschreitende Zerstörung der Start- und Landebahnen in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges, zum anderen die erfolgversprechende Entwicklung eines Staustrahltriebwerks bei Focke-Wulf. Der mit solchen Aggregaten ausgerüstete Triebflügeljäger kam zwar über das Reißbrettstadium nicht hinaus, stellt aber ein derart revolutionäres Konzept dar, daß es dennoch Beachtung verdient. Nachfolgend die Geschichte dieses frühen Senkrechtstart-Projekts.

Der Triebflügeljäger im Modell.

Im Jahrbuch der deutschen Luftfahrtforschung 1942 erschien ein Bericht der aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen mit dem Titel „Der Triebflügel“. Die Verfasser E. v. Holst, D. Küchemann und K. Solf untersuchten in diesem Bericht die Frage, ob ein Fluggerät denkbar sei, bei dem Vortriebs- und Auftriebsorgan vereinigt sind. Ausgehend vom Flug der Libelle wurde die Entwicklung des rollenden Flügels mit allen Vorteilen und Problemen beschrieben.

Bei all diesen Untersuchungen ging man von der Überlegung aus, daß ein starkes Triebwerk, im Rumpf installiert, zwei gegenläufige Luftschrauben von großem Durchmesser antreiben sollte. Ein leichtes, einfaches Strahltriebwerk war noch nicht entwickelt.

Die Lorindüse war zwar bekannt, und Dr. Sänger arbeitete ab 1941 an Staustrahlrohren, die nicht nur einen entsprechenden Startschub entwickelten, sondern auch eine große Baulänge hatten. In der gasdynamischen Abteilung von Focke-Wulf arbeitete ein Team unter der Leitung von Dr. Pabst an einem Staustrahlantrieb, der wesentlich kleiner baute als herkömmliche Lorindüsen. Ein weiteres Ziel der Focke-Wulf-Forschung war es, den Brennstoffverbrauch zu senken und minderwertige Treibstoffe wie Stein- oder Braunkohlenteeröl zu verwenden.

In verschiedenen Versuchsreihen gelang es, einen sehr einfachen und wirkungsvollen Brenner zu entwickeln. Durch die Anordnung vieler kleiner Brenner mit entsprechendem Scheibendurchmesser erreichte man eine kurze Brennlänge sowie eine gleichmäßige Temperaturverteilung in einem großen, aber kurzen Brennraum.

Eine weitere Möglichkeit, das Triebwerk zu verbessern, ergab sich aus aerodynamischen Überlegungen. Durch die Verwendung eines Stromlinien-Diffusors gelang es, die Eintrittslänge, die bei den herkömmlichen Lorin-Düsen drei Triebwerksdurchmesser ausmachte, auf einen Durchmesser zu kürzen.

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Monuments Men

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Deep Roots. Das Original The Monuments Men erschien am 11. Februar 2014 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Wenn die großen Meisterwerke des amerikanischen Kinos als Kriegsbeute nach Peking gebracht werden, wird Monuments Men nicht in Gefahr sein. Als ich hörte, daß der alternde Blödmann George Clooney der Regisseur und Co-Autor war und auch eine Hauptrolle spielte, war das alles, was ich wirklich wissen mußte.

Die Vorschauen waren „zu viel Information“: Ich erfuhr, daß in dem Film auch Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Cate Blanchett und Hugh Bonneville (besser bekannt als der Earl of Grantham) Hauptrollen spielen, was bedeutet: 1) zu viele Köche, 2) Mangel an Selbstvertrauen in das Drehbuch und 3) daß es irgendwo in dieser Wüste aus Auftrittszeiten und obersten Stellen auf den Plakaten als Entschädigung ein winziges Wasserloch des Prestiges oder numinoser Tugend geben muß, wo diese dickhäutergroßen Egos ihren Narzißmus stillen können.

Und wirklich, in Monuments Men geht es um Kunst, und es spielt während des Holocaust (man kann jetzt sicher schon die Heuchelei fallen lassen, es Zweiter Weltkrieg zu nennen), was bedeutet, daß es in den Vereinigten Staaten ein natürliches Publikum von, sagen wir, zehn Millionen Hörern von National Public Radio hat, wovon sechs Millionen Juden sind.

Das ist ein ziemlich kleines Publikum für einen 70-Millionen-Dollar-Film, besonders bei der scharfen Konkurrenz durch echte Programmkinofilme und den Holocaust-Film des Monats. Mit überwiegend negativen Rezensionen sieht Monuments Men nach einem Flop an den Kinokassen aus.

Monuments Men handelt von einer Gruppe alliierter Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs damit beauftragt werden, in Westeuropa Denkmäler zu schützen und Kunstschätze zu bewahren und zu bergen. In Wirklichkeit gab es 400 solcher Individuen, aber um der dramatischen Vereinfachung willen befaßt sich dieser Film nur mit sieben Monuments Men, plus einer Französin, gespielt von Cate Blanchett, die mit den Nazis kollaborierte, die uns aber versichert, daß sie insgeheim für die Résistance arbeitete – wie 40 Millionen anderer Franzosen. Jeder Kellner, der in das Essen eines Deutschen spuckte, war anscheinend ein Held der Résistance.

Sogar diese beschränkte Besetzung stellt sich jedoch als zu viel für Regisseur/Drehbuchautor Clooney heraus. Die Handlung von Monuments Men ist ein verwirrendes Durcheinander aus mehreren Handlungssträngen und Zeitsprüngen, das die meisten Kinogeher ratlos machen wird. Quentin Tarantino kann solche Handlungen durchziehen, aber Clooney nicht.

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Die Maschinenpistole MP 40/I im scharfen Schuß

Rekonstruktion: Gefreiter der Artillerie patrouilliert 1944 an der Ostfront in der Umgebung seiner Batterie, bewaffnet mit der Maschinenpistole MP 40/I.

Von Robert Bruce, übersetzt von Cernunnos. Dies ist meine Übersetzung des Kapitels über die Maschinenpistole MP 40/I aus dem Buch „German Automatic Weapons of World War II – Live Firing Military Weapons in Colour Photographs“ von Robert Bruce (ISBN I-85915-043-8). Sämtliche Bilder stammen ebenfalls aus diesem Buch, wie auch die von mir übersetzten Bildunterschriften (am Schluß gibt es eine mit Fotos illustrierte Zerlegeanleitung).

*    *    *

Die mängelbehaftete Mauser R713 war nur eine Nebenveranstaltung im deutschen Arsenal. Es waren seit langem Arbeiten im Gange an einer wahren Maschinenpistole, um eine taktische Rolle auszufüllen, die sich allmählich entwickelt hatte, beruhend auf Erfahrungen aus dem Großen Krieg und vorausschauend auf die neue „Blitzkriegs“-Doktrin der hohen Beweglichkeit und maximalen örtlichen Überlegenheit. 1938 eingeführt, zu einer Zeit, als alle Maschinenpistolen der Welt unnötig schwer und teuer waren – nach den traditionell engen Toleranzen der Büchsenmacherei aus solidem Stahl gearbeitet und mit Hartholzschäften ausgestattet – revolutionierte die neue Maschinenpistole MP 38 aus der deutschen Firma Erfurter Maschinenfabrik (Erma) konventionelle Vorstellungen von dem, was eine Maschinenpistole sein sollte. Mit klappbarem Skelettschaft, Plastikgriff und vielen Blechprägeteilen boten sich die MP 38 und die nachfolgende MP 40-Familie von Maschinenpistolen für die effiziente Massenproduktion an und waren im Nahkampf sehr wirksam. Sie dienten dem deutschen Soldaten gut, von der Invasion Polens im September 1939 bis zum Zusammenbruch des „Tausendjährigen Reiches“ im Mai 1945.

Entwicklung

Obwohl Hugo Schmeissers MP 18/I von Bergmann – die erste wahre Maschinenpistole der Welt – zu spät gekommen war, um den Ausgang des Ersten Weltkrieges zu beeinflussen, spielte sie eine prominente Rolle in den sozialen Unruhen, die örtlich auf Bürgerkrieg hinausliefen, die auf Deutschlands Niederlage folgten. Anderswo in der unruhigen Nachkriegswelt befeuerten interne Rebellionen und Grenzkriege eine Nachfrage nach Maschinenpistolen, die von verschiedenen europäischen Waffenherstellern befriedigt wurde. Deutsche Firmen gehörten zu den stärksten Mitbewerbern und produzierten die von Schmeisser konstruierte Haenel-MP 28, die Bergmann-MP 34 und MP 35 und eine innovative Waffenserie von Erma.

1927 erhielt Heinrich Vollmer, ein Waffenkonstrukteur bei Erma, ein Patent für ein raffiniert konstruiertes Verschlußsystem. Ein mehr oder weniger gewöhnlicher gefräster Stahlverschluß wurde von einer Röhre getrieben, die sich teleskopartig in drei zunehmend kleineren Abschnitten zusammenschob. Darin befand sich eine Schraubenfeder, die sich um einen langen Stab wand, der aus der Rückseite eines nagelartigen Schlagbolzens hervorstand. Die Hauptvorteile dieser Anordnung waren Zuverlässigkeit und glatte Funktion. Die Abschnitte der Teleskopröhre schützten die Schließfeder vor Schmutz und verhinderten, daß sie bei hartem Gebrauch und häufigem Zerlegen zur Reinigung geknickt wurde.

Frühe Produktionsmuster der Vollmer/Erma-Maschinenpistole – 1928 vorgestellt und nach Frankreich und Lateinamerika exportiert – kamen in zwei Versionen: mit einem langen konisch verjüngten Lauf und einer Einbein-Teleskopstütze, und mit einem kürzeren Lauf und ohne Einbeinstütze. Die davon abgeleiteten Erma-EMPs ab 1930 waren, auch wenn sie in drei verschiedenen Versionen erschienen, der MP18 äußerlich sehr ähnlich, mit einer Menge traditionell verarbeitetem Stahl, geschlitzten Laufmänteln und schweren Hartholzschäften. Ein leicht identifizierbares Merkmal vieler EMPs war der senkrechte hölzerne Vordergriff, der vielleicht von jenem der amerikanischen Thompson-Maschinenpistole inspiriert war. Der Spanische Bürgerkrieg brach im Sommer 1936 aus, und deutsche Militärbeobachter und Spezialistenpersonal der „Legion Condor“ wurden fast sofort ausgesandt, um die Nationalisten zu unterstützen; hier hatten sie zahlreiche Gelegenheiten, aus erster Hand den praktischen Wert von Maschinenpistolen im Nahkampf zu beobachten. Wieder in Deutschland, verlangten Pioniere der Panzerkriegführung nach Maschinenpistolen, um die neuen Panzergrenadiereinheiten der motorisierten Infanterie zu bewaffnen.

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Suomi KP/-31: Die Mähmaschine von Tikkakoski

Mündungsbremsen oder Kompensatoren sind nutzlose Gimmicks an langläufigen Maschinenpistolen wie der KP/-31. Der Druck der Mündungsgase ist zu gering, um eine ausreichend starke Gegenkraft zum „Mündungssteigen“ zu erzeugen. Ein geübter MPi-Schütze kann leicht den Rückstoß kontrollieren und die Waffe ruhig halten, indem er den Daumen der Abzughand hinter der Gehäuseabschlußkappe hält. Dieser Daumen muß die gesamte Rückstoßkraft aufnehmen. Der Kolben der Waffe darf nicht gegen die Schulter des Schützen stoßen bzw. sie nicht einmal berühren. Eine weitere Methode zur Rückstoßkontrolle ist es, die Waffe mit steifen Händen zu halten, wiederum ohne festen Kontakt zur Schulter.

Von P. T. Kekkonen, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich für „As der Schwerter“). Fotos von J. Hartikka, Korrekturlesung des englischen Originals von Eero Juhola (siehe auch Homepage Finnish Weapons). Das Original Mowing Machine of Tikkakoski, Part 1+2 erschien auf der Webseite Gunwriters.

[Vorbemerkung des Übersetzers: Im Unterschied zu meinen bisherigen Waffenbeiträgen ist es bei diesem Artikel nicht sehr wahrscheinlich, daß sein Gegenstand einmal in den Besitz von Morgenwacht-Lesern gelangt oder sich dort gar schon befindet. Deshalb hätte ich ihn bestimmt nicht eigens für „As der Schwerter“ übersetzt, aber nachdem ich ihn sowieso schon vor Jahren aus Interesse an Waffentechnik und –geschichte für mich und zur Weitergabe an gleichgesinnte Freunde übersetzt habe und er überdies interessante Einblicke in die Geschichte des Russisch-Finnischen Winterkrieges und des Zweiten Weltkrieges in dieser Gegend bietet, bringe ich ihn hier doch. Er enthält auch allgemein bezüglich taktischen Schußwaffengebrauchs interessante Informationen, außerdem ist nicht auszuschließen, daß Gegner in einer eventuellen Krisenzeit mit Maschinenpistolen ausgerüstet sind, weshalb es gut ist, über deren Leistungen und Grenzen etwas Bescheid zu wissen. Auch gefällt mir der patriotische Ton des Autors („Männer hinter Waffen und Waffen in den Händen von Männern erfüllten ihre Pflicht…!“). Und wer weiß, vielleicht findet der eine oder andere von euch mal so ein Ding im Nachlaß des verstorbenen Opas, und ehe er dazukommt, es als gesetzestreuer Bundesbürger bei der Behörde abzugeben, bricht Ragnarök los…]

 

MÄHMASCHINE VON TIKKAKOSKI

Die berühmte Suomi-Maschinenpistole oder Maschinenkarabiner war als „für die Ewigkeit gemachtes“ Ausrüstungsstück konstruiert. Gebrochene oder abgenutzte Teile wie Auszieher, Läufe, Verschlüsse, Schließfedern und Holzschäfte waren einfach zu ersetzen. Gehäuse und Laufmantel waren wahrlich dauerhafte Teile, und – mit Ausnahme einiger Federn und Stifte – nutzten sich die Kleinteile des Abzugsmechanismus nicht leicht ab. Der allererste Prototyp der Suomi-MPi wurde von einem jungen finnischen Waffenmeister, AIMO JOHANNES LAHTI (1896-1970) 1920 oder 1921 gebaut. Das Kaliber war .32 A.C.P. oder 7.65 mm Browning. Die Waffe war 30 cm  (11.8 Zoll) lang. Diese „Maschinenpistole“ war eine sehr zuverlässige Waffe, aber die Patrone .32 Auto war zu schwach für „ernsthaften militärischen Gebrauch“, und die Feuerrate war angeblich zu hoch.

Es ist nicht bekannt, ob Lahti diesen Mangel aller „Ratterpistolen“ mit einer Art pneumatischem Feuerratenreduzierer zu beseitigen versuchte. Die Prototypwaffe und ihre Zeichnungen sind unglücklicherweise für immer verloren. Der nächste Prototyp der Suomi im Kaliber 7.65 x 21 mm Parabellum oder Luger wurde von der Maschinen- und Werkzeugfabrik Leskinen & Kari, aus Tampere, Finland, 1922 gebaut. Ein einzelnes Muster der Konepistooli (Maschinenpistole) Modell 1922 überlebt in einem deutschen Museum, der Wehrtechnischen Studiensammlung in Koblenz.

Das erste finnische Patent auf eine Maschinenpistole wurde 1922 beantragt und gewährt. Die Erfinder waren der Oberwaffenmeister A. Lahti, Leutnant Y.Koskinen und L. Boyer-Spoof, auch Leutnant der finnischen Armee und kommandierender Offizier von Aimo J. Lahti. Das Patent wurde am 11. September 1922 gewährt und schützte eine neue Art der Laufbefestigung und den Abzugsmechanismus mit einem einfachen Selektor für halbautomatisches Feuer. Der Verschluß des frühen Modells M/22 war ähnlich dem der deutschen Bergmann, der britischen  STEN und der australischen Owen, aber es gab einige besondere Konstruktionsmerkmale, um die ansonsten exzessiv hohe Feuerrate ab dem Modell M/22 zu reduzieren. Die Verringerung der Feuerrate basierte auf Luftkompression oder Vakuum hinter dem Verschluß, der fast hermetisch dicht im röhrenfömigen Gehäuse saß.

Gemäß den Patentzeichnungen waren die meisten Bauteile zu filigran und schwierig korrekt einzustellen. Die am wenigsten komplizierte Kadenzreduziervorrichtung, ein simples Vakuumventil, wurde in jeder Suomi-MPi seit 1930 bis ca. 1986 verwendet, als die letzten Exemplare dieses großartigen Ausrüstungsstückes zusammengebaut wurden. Die Konstrukteure der „Prä-Suomi“, A. Lahti, Y. Koskinen, L. Boyer-Spoof und ihr kommandierender Offizier Hauptmann V. Korpela gründeten die Firma „Konepistooli Oy“ („Maschinenpistolen-GmbH“) für die Maschinenpistolenproduktion.

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Büchsen-Licht (8): Springfield M 1903, MAS 1936 und Schweizer K 31

Springfield M 1903 mit S-Schaft. Hier ist die Vorderschaft-Greifrille der ursprünglichen Ausführung gut zu sehen. Anscheinend wurde bei diesem Gewehr nachträglich die bei diesem Modell serienmäßig noch nicht vorhandene zweite Entlastungsbohrung an der rechten Seite der Verschlußhülse angebracht.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; Preise auf dem Stand von 2012)

In diesem „Büchsen-Licht“ zum Thema Militärrepetierer werde ich die noch verbliebenen Gewehrtypen aus dieser Sparte behandeln, die dem bewaffnungsinteressierten Leser unterkommen könnten, wenn man von Exoten einmal absieht. Dieser Artikel entstand hauptsächlich auf Grundlage des zweibändigen Werks „Infanteriewaffen gestern“ von Reiner Lidschun und Günter Wollert (ISBN 3-89488-036-8) sowie diverser Artikel im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ und in „VISIER“.

Die erste Baureihe davon ist das amerikanische Springfield M 1903, das im Jahre 1903 bei den US-Streitkräften eingeführt und in verschiedenen Modellen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und sogar noch von 1950 bis 1953 während des Koreakrieges bei diesen im Einsatz war. Diese lange Dienstzeit war nicht nur darauf zurückzuführen, daß die Umbewaffnung der amerikanischen Truppen auf das neue Selbstladegewehr Garand M 1 nicht im geplanten Tempo machbar war, sondern auch darauf, daß diese Konstruktion von ausgezeichneter Qualität war und sich schon im Ersten Weltkrieg hervorragend bewährt hatte. Insgesamt wurden vom Springfield M 1903 zwischen 1903 und 1944 von allen Varianten etwa 3,2 Millionen Exemplare produziert.

Dasselbe Gewehr Springfield M 1903 mit S-Schaft von links.

Das Springfield-Gewehr gehörte zweifellos zu den beispielhaften Waffenkonstruktionen von Anfang des 20. Jahrhunderts, wenngleich die in der US-Fachliteratur häufig vorkommende Einschätzung, es sei das beste Infanteriegewehr aller Zeiten gewesen, eine patriotisch eingefärbte Übertreibung sein dürfte. Allerdings ist lediglich der zweiteilige Schlagbolzen eine amerikanische Konstruktion. Das seinerzeit geringfügig verbesserte Verriegelungssystem ist jedoch eine Mauser-Entwicklung, das Spannstück eine Konstruktion der norwegischen Firma Krag-Jørgensen und das Magazin eine Lee-Enfield-Erfindung. Unbestritten sind allerdings die sehr guten Schußleistungen des Springfield-Gewehrs und die außerordentliche Präzision bei der Fertigung des Systems, auch die gute Oberflächenbearbeitung und Schäftung sowie alles in allem das anspruchsvolle Design.

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Büchsen-Licht (6): Mosin-Nagant-Gewehre

Feuerzauber: Mündungsblitze der starken Infanteriepatrone 7,62 x 54R aus den kurzen Läufen von Mosin-Nagant-Karabinern auf einem nächtlichen Schießstand.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; die Preisangaben im Artikel entsprechen dem Stand von 2012)

Dieser Beitrag behandelt ein weiteres klassisches Infanteriewaffensystem, nämlich die russischen Gewehre und Karabiner des Systems Mosin-Nagant 1891. Quellen hierfür waren diverse Artikel im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ und in „VISIER“, die Bücher „Infanteriewaffen gestern“ und „Schützenwaffen heute“ von Günter Wollert, Reiner Lidschun und Wilfried Kopenhagen sowie eigene Praxiserfahrungen und Gespräche mit anderen Schützen.

Das Mosin-Nagant-Waffensystem gehört zu den wenigen Konstruktionen, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und mit kleinen Änderungen und Verbesserungen beide Weltkriege überlebten. In seiner Konstruktion lassen sich einige Details finden, die bei dem berühmtesten und in der Welt am verbreitetsten System – dem Mauser 98 – besser gelöst waren, z. B. die Art der Sicherung. Die lange Lebensdauer der Waffe zeugt jedoch von der Qualität der Mosin’schen Konstruktion. Im Verlauf etlicher Jahrzehnte und im harten kriegerischen Einsatz entsprach die Waffe den Anforderungen an eine Armee-Standardwaffe und bewies weitgehend ihre Nützlichkeit, Verläßlichkeit und geringe Störanfälligkeit.

Ihre Geschichte reicht zurück in die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts, als die Militärbeschaffungsstellen des russischen Zaren ganz im Trend der damaligen Zeit nach einem kleinkalibrigen Repetiergewehr suchten. Gefunden wurde diese neue Waffe für die Zarenarmee mit dem Mosin-Nagant-Gewehr im Drei-Linien-Kaliber 7,62 mm, dessen erste Variante, heute als Modell 1891 bezeichnet, 1891 eingeführt wurde. Dabei handelt es sich um die Kombination eines vom russischen Offizier Sergej Mosin in der staatlichen Waffenfabrik Tula entwickelten Systems mit dem von den belgischen Waffenkonstrukteuren Emile und Leon Nagant entworfenen Repetiergewehr mit einreihigem Magazin. Vom Mosin-Gewehr wurde die Systemhülse samt Verschluß übernommen und von der Nagant-Waffe das Magazin.

Mosin-Nagant-Waffen, von oben nach unten: ursprüngliches Zar-Nikolaus-Gewehr 1891; vermutlich ähnliche Ausführung ohne Riemenbügel; 2 x Gewehr 1891/30; Karabiner Modell 1938; Karabiner Modell 1944.

Die neue Patrone vom Kaliber 7,62 x 54R, die heute noch in Nord- und Osteuropa als Sport- und Jagdpatrone ein hohes Ansehen genießt und in Finnland als 7,62 x 53R bezeichnet wird, wurde zunächst mit einem Rundkopfgeschoß laboriert und 1908 mit einem 9,7 g schweren Spitzgeschoß an die neuen Anforderungen an Infanteriemunition angepaßt. Die 7,62 x 54R rückte somit in die Leistungsklasse der heutigen .308 Winchester (7,62 x 51 NATO).

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Büchsen-Licht (4): Lee-Enfield-Gewehre

Lee-Enfield-Gewehre: Im Vordergrund ein „Jungle Carbine“ No. 5 Mark 1, darunter eine No. 4 Mark 1, dahinter ein SMLE.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; im Artikel angegebene Preise noch auf dem Stand von 2012)

In diesem vierten Teil meiner Büchsen-Serie stelle ich eines der erfolgreichsten Militärrepetierer-Systeme der Welt vor, das sich gut ein Jahrhundert lang – länger als jedes andere System – im Truppendienst hielt. Dieses geht auf die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurück, als sich die britischen Militärbeschaffungsstellen für das Lee-Enfield-Gewehr entschieden, das in seiner ersten Version im Dezember 1888 von den britischen Streitkräften übernommen wurde. Die Waffe entstand aus dem Lee-Metford-Gewehr, das nach der Umrüstung der Truppe auf Nitropatronen mit dafür ausgelegten Läufen aus Enfield versehen und mit dem Magazinsystem des schottischstämmigen Amerikaners James Paris Lee ausgerüstet wurde, der als Erfinder des abnehmbaren Kastenmagazins gelten kann. Mit dieser damals revolutionären Erfindung wurde die neue Gewehrserie ausgestattet, die wegen der damals noch gängigen Vorstellungen vom präzisen Schuß über weiteste Entfernungen auch noch an der linken Schaftseite ein spezielles Weitschußvisier bis 2800 Yards aufwies. Merkwürdigerweise erkannten die Briten nicht, welche Vorteile das einsteckbare Magazin bietet. Wurde zu Anfang noch zu jedem Gewehr ein Reservemagazin ausgegeben, so wurden diese später wieder eingezogen und die Magazine am Gewehr sogar mit einer kleinen Kette befestigt (obwohl diese Kette später wieder entfiel, gab es die dafür bestimmte Öse an der Systemunterseite sogar noch bis zur No. 4 Mark 2!).

Frühes Lee-Enfield-Gewehr Mark I*, noch mit Magazinabschaltung (hier aktiviert) und Staubschutzdeckel und ohne Ladestreifenbrücke.

SHORT, MAGAZINE, LEE-ENFIELD: DAS GEWEHR No. 1 (SMLE)

Um die Jahrhundertwende entstand aus den Lee-Enfield-Gewehren das SMLE („Short, Magazine, Lee-Enfield“), das fast fünfzig Jahre lang die britischen Truppen auf die Schlachtfelder begleiten sollte. Beim SMLE mit seiner stutzenartigen Mündung, den hohen Kornschutzbacken und dem langen, bis zur Mündung reichenden Handschutz wurden die unangenehmen Erfahrungen aus dem Burenkrieg berücksichtigt, wo man es zum ersten Mal mit einem zumindest gleichwertig bewaffneten Gegner zu tun hatte. Nach den peinlichen Gefechten, in denen sich die britischen Truppen ziemlich blamierten, wurde die Schuld auf das Lee-Metford geschoben. Zu Recht, was einige Details an der Waffe betraf, wie die ab Werk vorjustierten, aber nicht nachgeschossenen Visierungen mit stark abweichenden Treffpunkten, oder der zu kurze Handschutz und die klappernden Schäfte. Zu Unrecht, wenn das ganze Gewehr als dem Mauser unterlegen geschildert wurde.

Die wahren Gründe lagen nicht nur in den von den Buren meisterhaft geführten Mauser-Gewehren. Zwar waren die Mauser-Repetierer M 1896 im Kaliber 7 x 57 (von denen der Schweden-Mauser im Kaliber 6,5 x 55 ein Ableger ist) den Lee-Gewehren technisch und ballistisch etwas überlegen, aber der wahre Grund lag in den Buren, die die Geländeverhältnisse kannten und zu ihrem Vorteil ausnutzen konnten. Mit der Waffe regelrecht lebend, konnten sie die Perfektion der Mauserbüchsen voll ausnutzen, während die Engländer eine eher mäßige, erst nach dem Debakel verbesserte Schießausbildung erhielten. Der wichtigste Vorteil lag aber bei der Kampfmoral der Buren darin, daß sie in ihrem eigenen Land kämpften.

Die Veränderungen am SMLE gegenüber seinen Vorgängern betrafen außer den großen, optisch auffallenden Maßnahmen, wie dem bis zur Mündung von Vorderschaft und Handschutz umschlossenen Lauf, an dem man sich nun nicht mehr die Finger verbrennen konnte und bei dem es nicht mehr so schnell zu Hitzeflimmern in der Visierlinie kam, auch kleinere Modifikationen, wie zum Beispiel die Materialänderung der Kolbenkappe von Eisen zu Messing. Im Jahre 1907 kam es auf diesem Wege der vielen kleinen Schritte zum SMLE Mk. III (später, nach der Einführung des Gewehrs No. 4 Mk. 1 wurde das SMLE auch als Lee-Enfield No. 1 Mk. III bezeichnet). Natürlich blieb die Entwicklung nicht stehen, so fiel zum Beispiel die überflüssige Weitschußvisierung und die Magazinabschaltung weg, woraus das (No. 1) Mark III* entstand.

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Büchsen-Licht (3): Militärische Mausergewehre

Deutscher Landser mit Karabiner 98k; Mauser-Doppel: 98er Brasilien-Mauser M1935 (links) und Schwedenmauser M96

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“)

[Anmerkung des Autors zur Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“: die nun aktuelle waffengesetzliche Lage in Österreich ist jene des Waffengesetzes 2010, das seit 1. Oktober 2012 gilt; die im Artikel angegebenen Preise entsprechen noch dem Stand von 2012.]

Ab diesem dritten Artikel über Gewehre mit gezogenen Läufen (Büchsen) möchte ich über eine weitere Waffenkategorie informieren, die sich für eine „ballistische Volksbewaffnung“ eignet: über die klassischen militärischen Repetiergewehre, wie sie bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Standard in allen Armeen waren.

Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten, als noch öfter relativ einheitliche Bestände solcher Waffen aus aufgelösten Arsenalen auf den Markt kamen, sind diese Gewehre heute aus dem Katalogangebot großer Handelsketten wie Frankonia, Kettner oder Jagd & Sport bzw. Austro-Jagd verschwunden, weshalb ich hier für die einzelnen Modelle keine Preise aus solchen Katalogen angeben kann. Im Waffen-Einzelhandel sind sie immer wieder als Einzelposten aus Privatverkäufen zu finden und meist zu Preisen zwischen 150 und 400 Euro (je nach Modell und Erhaltungszustand) zu finden.

Die klassischen militärischen Repetiergewehre haben meist ein fest eingebautes Mittelschaftmagazin für 5 Patronen; die größte Feuerkraft bieten die britischen Lee-Enfield-Gewehre (No. 1 Mark III*, No. 4 Mark I und 2 und der Jungle Carbine No. 5) mit ihren zehnschüssigen Einsteckmagazinen. Die Nutzung der Magazinwechselmöglichkeit bei den Lee-Enfields wird jedoch dadurch erschwert, daß Ersatzmagazine sehr schwer zu bekommen sind. Die meisten Gewehre können auch mittels Ladestreifen nachgeladen werden, was bei manchen, wie den Mauser-Waffen und den russischen Mosin-Nagants recht gut flutscht, bei den Enfields dagegen meiner Erfahrung nach weniger gut. Die Patronen, für die diese Gewehre eingerichtet sind, reichen im Kaliber von 6,5 mm bis 8 mm und haben Energiewerte im Bereich von 3000 bis 5000 Joule. Zu bevorzugen sind Kaliber, die auch heute noch regulär gefertigt werden und die in Deutschland, Österreich und der Schweiz einigermaßen regelmäßig erhältlich sind; von diesen bekommt man die meisten nicht nur mit Vollmantel-Spitzgeschoß, sondern auch als Jagdpatronen mit Teilmantelgeschoß. Nicht zu empfehlen sind dagegen Kaliber, die nur im Ersten Weltkrieg und eine Zeitlang danach aktuell waren, wie das 8 x 50 R und 8 x 56 R der österreichischen Steyr-Mannlicher M95 oder nationale Exoten wie 7,65 Argentinisch-Mauser. Die Patrone 7,5 x 55,5 mm Schmidt-Rubin ist außerhalb der Schweiz auch eher schwer zu bekommen. Waffensammler und –fans fertigen sich solche Patronen zwar selber durch Umformen anderer Hülsen oder betreiben das Wiederladen, aber dieser Artikel soll vor allem für bisher Unbewaffnete eine Anleitung bieten, und diese werden sich den Aufwand mit dem Hülsenbearbeiten und Wiederladen kaum antun wollen.

Empfehlenswerte Kaliber sind also:
– das deutsche 8 x 57 IS (7,92 x 57 mm, 8 mm Mauser);
– das russische 7,62 x 54 R, das von finnischen Herstellern als 7,62 x 53 R bezeichnet wird;
– das amerikanische .30-06 Springfield;
– das .303 British der Lee-Enfield-Gewehre
– das 7 x 57 Mauser, eines der wenigen metrischen Kaliber, die sich in Nordamerika als Jagdkaliber durchgesetzt haben;
– das 6,5 x 55 Schwedisch Mauser;
– die NATO-Patrone 7,62 x 51 NATO / .308 Winchester, auf die einige Modelle nach dem Krieg umgerüstet wurden (eine israelische Nachkriegsversion des 98er-Wehrmachtkarabiners wurde von Haus aus für dieses Kaliber eingerichtet);
– 7,5 x 55,5 Schmidt-Rubin (hauptsächlich für Schweizer);
(das französische Kaliber 7,5 x 54 MAS ist von der Lieferbarkeit her auch eher grenzwertig)

Bevor wir zu den einzelnen Waffen kommen, sei noch einmal die waffenrechtliche Lage in Österreich kurz wiederholt:

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Dresden 1945

Die Frauenkirche in Dresden vor dem 13./14. Februar 1945.

Von Thomas Goodrich, übersetzt von Deep Roots. Das Original Dresden, 1945 erschien am 12. Februar 2014 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Anmerkung von Greg Johnson:

Der folgende Bericht über die Zerstörung von Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 ist ein Auszug aus Kapitel 10 von Hellstorm: The Death of Nazi Germany, 1944-1947 (Sheridan, Colorado: Aberdeen Books, 2010), das sich vorwiegend mit dem Schicksal unschuldiger Deutscher, hauptsächlich Frauen, Kinder, Alte und Kranke, im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs und in der Zeit danach befaßt.

Fasching ist ein jährliches deutsches Ereignis ähnlich der lateinischen Feier von Mardi Gras. An diesem besonderen Fastnachtsdienstag legen normalerweise biedere, zurückhaltende Teutonen seltsame Kostüme an, gesellen sich zu Freunden oder völlig Fremden, schwärmen in Bars, Restaurants und Theater aus und beteiligen sich dann mehrere Stunden lang an sinnlosen, aber harmlosen Erheiterungen. Wegen der Erfordernisse des Krieges war jedoch die Feier, wie das meiste andere im verwüsteten Reich, fast völlig aufgegeben worden. In nur einer Stadt bestand die Faschingstradition so ziemlich in der Weise fort, wie es immer gewesen war, und in der Nacht des 13. Februar füllten Frauen und Kinder zusammen mit den wenigen verbliebenen Männern die Straßen, um zu feiern.

Dresden war wahrlich einer der größten Kulturschätze der Welt. „Florenz an der Elbe“ genannt, war der alte Schaukasten im Herzen von Sachsen buchstäblich eine Zeitkapsel der gotischen Architektur und mittelalterlichen Kultur. An jeder Ecke jeder schmalen Pflasterstraße gab es ein kunstvolles Schloß, ein Museum, eine Kunstgalerie oder eine hoch aufragende, jahrhundertealte Kathedrale. Wie Paris, Rom und Venedig war Dresden schön, romantisch und dauerhaft. Jahrzehntelang war die Stadt eine der „Pflichtstationen“ für Reisende auf dem Kontinent gewesen, besonders für jene aus Britannien und Amerika.

So willkommen es auch war, so verblüffte die Tatsache, daß eine Stadt von der Größe Dresdens überlebt hatte, als alle anderen zerstört waren, manche Einwohner und beunruhigte andere. Nachdem in fünf Kriegsjahren nur zwei winzige Tagesangriffe stattgefunden hatten, nahmen viele an, daß Dresdens Errettung an seinem Ruf als „Stadt der Kunst“ lag; daß es bei einem unschätzbaren, unersetzlichen Schmuckstück der westlichen Kultur sogar „Terrorbombern“ an ausreichendem Hass fehlte, um solche Schönheit auszulöschen. Andere vermuteten, daß der Feind, nachdem Dresden fast keine Schwerindustrie hatte – und das wenige, das es gab, hatte keine Bedeutung für den Krieg – die Stadt einfach nicht für ein geeignetes Ziel hielt. Wenn Skeptiker darauf hinwiesen, daß viele andere schöne deutsche Städte mit wenig oder keiner Industrie systematisch ausradiert worden waren, erfanden Gerüchte neue Gründe für Dresdens wundersames Überleben.

Die Frauenkirche in Dresden nach der Bombardierung.

Ein Glaube, den viele hegten, besagte, daß eine Tante von Churchill in Dresden lebte. Ein anderer deutete an, daß die Stadt wegen riesiger amerikanischer Investitionen verschont wurde. Daß Dresden zu einer „Hospitalstadt“ mit zahlreichen medizinischen Einrichtungen geworden war, erschien anderen als rationale Erklärung. Für manche schienen die sechsundzwanzigtausend alliierten Kriegsgefangenen, die in der Stadt interniert waren, eine logischere Antwort zu sein. Unter vielen Dresdnern war jedoch die vielleicht größte Erklärung dafür, daß ihre Stadt lebte, wenn alle anderen starben, daß unzweifelhaft noch immer ein Funke der Gnade in den Herzen britischer und amerikanischer Flieger brannte. Unter all den vielen Namen, unter denen es bekannt war, beschrieb keiner Dresden im Februar 1945 besser als „Stadt der Flüchtlinge.“

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