Magnumkaliber im Verteidigungsschießen

Einschußloch in Tonblock, verursacht von .44 Magnum-Patrone von Norma mit 240-grs-Teilmantelgeschoß.

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffen-Magazin“ 6-7 1996 (dort unter dem Titel „Magnumkaliber im Verteidigungsschießen (2)“; das Heft mit Teil 1 habe ich leider nicht).

Die typischen Magnumpatronen liegen nicht nur in der Durchschlagsleistung, sondern auch in anderen Aspekten der Zielwirkung zum Teil deutlich über jenen der Standard-Pistolenpatronen 9 mm Luger und .45 ACP. Dies muß aber auch durch einige Nachteile, wie dem höheren Rückstoß und den größeren Abmessungen der entsprechenden Waffen erkauft werden.

Neben der Durchschlagsleistung, die im ersten Teil dieser Kurzserie betrachtet wurde, wird vor allem die kinetische Energie häufig als konstante Größe verwendet, um das Leistungsvermögen von Geschossen und Patronen zu beschreiben. Solange man dabei nur die Gesamtenergie betrachtet, die ein Projektil nach dem Verlassen des Laufes besitzt, ist dies ziemlich einfach. Denn schließlich läßt sich die kinetische Energie relativ leicht aus der Geschwindigkeit und der Masse des Geschosses errechnen, und beide Größen sind relativ leicht meßbar. In der praktischen Anwendung von Waffen interessiert aber meist gar nicht so sehr, welche Gesamtenergie ein Geschoß besitzt, sondern vielmehr, wieviel Energie es an ein bestimmtes Ziel abgibt oder wieviel Energie es nach dem Durchschlagen eines bestimmten Zieles noch besitzt. Letzteres sagt vor allem etwas darüber aus, welche Wirkung ein Geschoß nach dem Durchschlag einer Deckung beim Gegner hervorrufen kann, oder welche Gefährlichkeit es für das Umfeld besitzt.

Meist steht aber die ans Ziel abgegebene Energie im Mittelpunkt der Betrachtung, wenn es darum geht, das Leistungsvermögen einer bestimmten Patrone zu bewerten. Denn nur dieser Anteil der Geschoßenergie kann genutzt werden, um Zerstörungen oder Verformungen im Ziel hervorzurufen. In erster Näherung kann man auch sagen, die Zerstörung oder Verformung im Ziel ist proportional zur Energie, die an das Ziel abgegeben wurde.

Auf derartigen Überlegungen basieren z. B. die neueren Ansichten über die Mannstoppwirkung, in denen die abgegebene Energie einer der entscheidenden Faktoren ist. Diesen Theorien liegt die Hypothese zu Grunde, daß die durch den Treffer erzeugte Handlungsunfähigkeit in hohem Maße davon abhängt, wieviel Gewebevolumen zerstört worden bzw. in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Da diese Volumina von der abgegebenen Geschoßenergie abhängen, wird in manchen dieser Theorien ein proportionaler Zusammenhang zwischen abgegebener Geschoßenergie und Handlungsunfähigkeit des Getroffenen unterstellt.

Schwierigkeiten bei der Voraussage der Wirkung

Leider ist es aber relativ schwierig, die von einem bestimmten Geschoß an ein lebendes Ziel abgegebene Energiemenge anhand von theoretischen Überlegungen vorauszuberechnen. Folglich fehlt es nicht an Versuchen, sie durch den Beschuß von Vergleichsmaterialien zu ermitteln. Allerdings ist auch diese Methode nicht ganz unproblematisch und hat teilweise, je nachdem, welche Erkenntnisse man daraus ziehen will, einen erheblichen Interpretationsbedarf.

Ein typisches Material für derartige Beschußversuche ist die sogenannte ballistische Gelatine. Dieses Material hat den Vorteil, daß es bezüglich bestimmter zielballistischer Werte, wie Eindringwiderstand oder spezifisches Gewicht, organischem Gewebe sehr ähnlich ist.

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Instinktives Schießen

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 11-1996.

„Instinktives Schießen“ ist auf dem Gebiet des kampfmäßigen Schießens zu einem festen Begriff geworden. Sowohl der Begriff selbst als auch die entsprechende Schießtechnik sind nicht unproblematisch. Die Vorteile dieser Schießtechnik sind oft zu vordergründig und halten einer genaueren Überprüfung nicht stand.

Instinktives Schießen ist einer der Begriffe aus der Welt des kampfmäßigen Schießens, der nicht nur oft verklärt wurde, sondern zum Teil auch sehr mißverständlich gebraucht wird. Dies fängt schon mit der Wortschöpfung selbst an. Unterstellt doch der Begriff „instinktives Schießen“ bereits, daß der Mensch über so etwas wie einen Instinkt verfügt, der ihm sagt, wie und wann er die Schußwaffe gebrauchen sollte.

Denkt man darüber einmal nach und verwendet dabei den Begriff „Instinkt“ so, wie man ihn in der Biologie, der Verhaltensforschung oder der Psychologie benutzt, wird schnell klar, daß eine enge Anlehnung an die übliche Bedeutung des Instinktbegriffs nicht gemeint sein kann. Andernfalls müßte der Mensch wirklich über eine tief verwurzelte Anlage zum Schießen verfügen. Dies kann aber nicht sein, da Instinkte nicht erlernt werden können, sondern ererbte Verhaltensweisen sind, die oft unterbewußt angewendet werden und sich über einen langen Zeitraum im Rahmen der Evolution entwickelt haben. Dabei bedeutet ein langer Zeitraum natürlich keine Jahrzehnte oder Jahrhunderte, sondern Jahrtausende und mehr. Moderne Handfeuerwaffen existieren aber gerade einmal hundert Jahre, oder je nach Definition vielleicht einige Jahrzehnte länger. Auf jeden Fall erst seit so kurzer Zeit, daß eine evolutionäre Anpassung des Menschen an diese Entwicklung mit Sicherheit auszuschließen ist. Und selbst wenn man Luntenschloßgewehre und Pistolen mit Steinschloß mit einbezieht, bewegt man sich dennoch in Zeiträumen, die für eine Entwicklung von Instinkten bedeutungslos sind. Der Mensch hat einfach keine Instinkte, die für die Führung eines Feuerkampfes angelegt sind. Vielmehr ist der Instinktapparat des Menschen zu einer Zeit entstanden, als zum Überleben ganz andere Verhaltensweisen zweckmäßig waren als in heutigen Konfrontationen. Dies wird z. B. auch an den physiologischen Reaktionen des Menschen in Extremsituationen deutlich. Die Erhöhung der Körperkraft, bei gleichzeitiger Verminderung der Feinmotorik und der Fähigkeit zum komplexen Denken, mag in der Welt der Neandertaler zur Abwehr einer Bedrohung zweckmäßig gewesen sein, in einer bewaffneten Konfrontation heutzutage ist eine solche Anpassung zumindest unzweckmäßig, eventuell sogar tödlich. Eine gute Beherrschung des Abzugs und die Fähigkeit zur schnellen Entschlußfassung beeinflussen das Ergebnis eines modernen Feuergefechtes bei weitem mehr, als die Frage, wieviele Kilogramme die Kontrahenten stemmen können.

Der Mensch hat keinen Schießinstinkt

Schießtechniken für den Ernstfall können also nicht auf irgendwelche Instinkte aufbauen, sondern müssen sich daran orientieren, was taktisch sinnvoll ist, einfach erlernt werden kann und streßstabil ist. Meistens ist mit dem Begriff des instinktiven Schießens auch etwas anderes gemeint als das Anknüpfen an ererbtes, instinktives Verhalten. Beim Lesen der einschlägigen Literatur oder bei Diskussionen über dieses Thema fällt jedoch immer wieder auf, daß allein diese Begriffswahl schon bestimmte Assoziationen erweckt, die den Eindruck vermitteln, der Mensch hätte irgendein natürliches Verhaltenspotential, das man in der Ausbildung nur zu wecken bräuchte. Daß auch das, was man normalerweise als instinktives Schießen bezeichnet, eine erlernte Verhaltensweise ist, wird allein schon deswegen oft vergessen.

Was üblicherweise als „instinktives Schießen“ bezeichnet wird, ist normalerweise nichts anderes als die Beschreibung einer Schießtechnik, bei der auf die Nutzung jeglicher Visiereinrichtungen verzichtet wird und bei der die Ausrichtung der Waffe nur nach Körpergefühl und Muskelgedächtnis erfolgt. Dies wäre an sich auch nicht unrichtig, da im kampfmäßigen Schießen ein Zielen wie beim Präzisionsschießen nur in den seltensten Fällen in Frage kommt und das Körpergefühl und Muskelgedächtnis wirklich eine große Rolle spielt. Das Problem liegt aber darin, daß die unglückliche Begriffswahl falsche Vorstellungen erzeugt, und daß die Betonung des Schießens nach Körpergefühl zu Techniken geführt hat, die unter realistischer Betrachtung nicht sehr zweckmäßig sind. Der erste Teil dieses Problems ließe sich dadurch beheben, daß man einfach einen anderen Begriff benutzt. Die Begriffe „Schießen nach Körpergefühl“, „Point Shooting“ oder „Deutschuß“ wären hierzu geeignet und würden dazu beitragen, die Diskussion um das „instinktive Schießen“ zu versachlichen.

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Beschußsicherheit von Kraftfahrzeugen

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 9-1992 (dort erschienen unter dem Titel „Beschußsicherheit von Kraftfahrzeugen (1)“.

Das Durchschlagsverhalten von Geschossen in Karosserien spielt nicht nur in polizeilichen Geiselbefreiungen eine Rolle, sondern auch in allen Situationen, in denen ein Fahrzeug als Deckung genutzt werden soll. Wie gut ein Fahrzeug dazu geeignet ist, hängt nicht nur von der Art des Beschusses, sondern auch von vielen anderen Umständen ab.

Bilder von beschossenen Autos kann man nicht nur im Kino, sondern auch in diversen Nachrichtensendungen über Terroranschläge und Attentate sehen. Aber auch Anschläge auf Privatleute und Raubüberfälle, bei denen sich die Opfer zum Zeitpunkt der Straftat in einem Auto befinden, kommen durchaus vor. Nachdem wir uns in einem früheren Beitrag mit der taktischen und schießtechnischen Abwehr derartiger Angriffe befaßt haben, lohnt es sich, der Frage nachzugehen, welchen Schutz ein normaler PKW gegen bestimmte Arten von Beschuß bietet, da die Qualität der Deckung, in diesem Fall des Autos, immer Auswirkungen auf die Erfolgsaussichten einer bestimmten Taktik hat.

Dabei ergibt sich gleich eine Reihe von Folgefragen, wie z. B. welche Kaliber die Karosserie oder die Scheiben durchschlagen, wie groß der Einfluß von verschiedenen Auftreffwinkeln ist, was ein Schuß auf die Reifen bewirkt oder wie der Motor auf einen Treffer reagiert.

Im ersten Teil dieser Untersuchung befassen wir uns zunächst mit der Durchschlagsleistung von Kurzwaffen bei Treffern in Karosserieteile und Glasscheiben.

Betrachtet man hierzu ein Auto einmal etwas genauer, so stellt man unschwer fest, daß die meisten potentiellen Geschoßflugbahnen so liegen, daß nur eine Glasscheibe oder einzelne Blechschichten durchschlagen werden müssen, um ins Fahrzeuginnere zu führen.

Da aber auch massivere Bauteile in einer solchen Flugbahn liegen können und andere Einflußgrößen, wie der Auftreffwinkel, die Auftreffgeschwindigkeit und der Geschoßaufbau einen Einfluß auf das Eindringverhalten ausüben, haben wir hierzu eine Reihe von Beschußversuchen durchgeführt.

Beschuß verschiedener Karosserieteile

Um die Ergebnisse zu systematisieren, wurden verschiedene Karosserieteile (z. B. Autotüren, Kotflügel, Motorhauben usw.) mit unterschiedlichen Kalibern und unter verschiedenen Winkeln beschossen. Einbezogen wurden sowohl Türen mit Einbauteilen(Fenster, Türverriegelung usw.) als auch ohne diese.

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Verteidigungsschießen: Die Deckungsnutzung im Feuergefecht

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 12-2000.

Die Nutzung von Deckungen ist eines der taktischen Grundelemente im Verteidigungsschießen. Für die praktische Umsetzung dieses Prinzips ist es unter anderem erforderlich, die Anschlagsarten hinter verschiedenen Deckungsformen zu beherrschen. Darüber hinaus muss man die Nutzung von Deckungen in jeder Phase des Feuerkampfes in die eigenen Überlegungen mit einbeziehen und in seinem Verhalten berücksichtigen. Durch entsprechende Übungen lässt sich dies in gewissem Umfang automatisieren.

Den Ratschlag, im Feuergefecht, wann immer möglich Deckungen zu nutzen, findet man in vielen Veröffentlichungen über das Verteidigungsschießen. Meist bewegen sich derartige Ratschläge aber im Allgemeinen und nützen dem, der sich nicht ständig intensiv mit dieser Materie befasst, relativ wenig, wenn es um die konkrete Umsetzung in der taktischen Situation oder um die Einbindung der Deckungsnutzung in die Schießausbildung geht. Einfache Sätze wie „Man sollte den Feuerkampf wann immer möglich aus der Deckung heraus führen“ sind zwar den meisten Gebrauchswaffenträgern bekannt, können aber oft nicht in konkretes Handeln umgesetzt werden.

Verstärkt wird dieses Defizit noch dadurch, dass auch in guten Schießkursen fast immer nur aufrecht stehend ohne Deckungsnutzung geschossen wird. Bestenfalls werden gelegentlich hohe Barrikaden verwendet, um die Deckungsnutzung anzudeuten und den Schuss mit angestrichener Waffe zu üben. Dies ist aber nur ein Sonderfall in der umfangreichen Thematik der Deckungsnutzung und berücksichtigt nur die eigentliche Schussabgabe, wenn man sich gerade hinter einer solchen Deckung befindet. Meist wird dabei auch gar nicht darauf geachtet, wie viel der Körperfläche des Schützen wirklich durch die Deckung geschützt ist, sondern man konzentriert sich oft ausschließlich auf die Waffenhaltung beim angestrichenen Anschlag. Darüber hinaus kann man auch häufig beobachten, dass die eigentliche Schießübung erst beginnt, wenn der Schütze in aller Ruhe seine Schießhaltung eingenommen, mehrfach verbessert hat und ein Zeichen gibt, dass er jetzt fertig ist und mit der Schießübung beginnen kann.

Deckung zum Schutz und zur Vorbeugung

Dies entspricht aber nicht den Forderungen einer praxisgerechten Ausbildung, da es im realen Feuergefecht selten vorkommt, dass man ohne Zeitbegrenzung einen optimalen Anschlag hinter einer längst bezogenen Deckung einnimmt, sondern dass man schnell Deckungsmöglichkeiten erkennt, beurteilt, ob die Führung des Feuerkampfes aus dieser Deckung zweckmäßig ist, schnell den Anschlag hinter dieser Deckung einnimmt und vor allem einen möglichst großen Teil des eigenen Körpers durch die Deckung schützt. Daneben darf nicht vergessen werden, dass Deckungsnutzung nicht erst für die eigentliche Schussabgabe relevant wird, sondern dass sie vor allem in Situationen, in denen noch kein unmittelbarer Kontakt zum Gegner besteht, als vorbeugende Maßnahme bei jeder Bewegung zu berücksichtigen ist.

Nutzung hoher und halbhoher Deckungen

Die Ausbildung dazu muss in mehreren Schritten erfolgen. Zunächst ist zu lernen, wie man unterschiedliche Deckungsformen bei Bewegungen und zur Schussabgabe nutzt. Für den Anfang reicht es dabei aus, zwischen zwei grundsätzlichen Deckungsformen zu unterscheiden. Die eine Grundform ist die seitliche, hohe Deckung, wie man sie als Mauerecken, Türstöcke etc. findet, und die andere ist die halbhohe Deckung, wie sie Gartenmauern, Motorhauben oder Kisten darstellen. Für beide Deckungsformen muss der Anschlag geübt werden, aus dem man dahinter hervorschießt, und die Körperhaltung, in der man sich an diese Deckungen annähert und aus denen man beobachtet, solange noch kein direkter Kontakt mit dem Gegner besteht.

Dies kann entweder separat geübt oder zu einer Übungseinheit verbunden werden, bei der man sich an die Deckung annähert und den Beobachtungshalt einlegt, um dann auf Kommando oder bei aufklappender Scheibe den Feuerkampf zu führen.

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Verteidigungsschießen: Mannstoppwirkung in der Praxis

Die vom Geschoss abgegebene Energie ist die wesentliche Einflussgröße im Ziel, wie dieser Beschussvergleich zeigt.

Von Dipl.-Ing. Manfred Ertl, aus „Internationales Waffenmagazin“ 11-2000.

Moderne Auffassungen über die Mannstopp-Wirkung basieren auf der vom Geschoss an das Ziel abgegebenen Energie. Aber auch diese neueren Theorien lassen keine exakte Prognose über die Wirksamkeit eines bestimmten Geschosses in einem konkreten Einzelfall zu. Im Verteidigungsschießen muss man sich daher darauf einstellen, dass die Wirkung der eigenen Geschosse im Ernstfall sehr unterschiedlich ausfallen kann. Dies muss sich in der Wahl von Waffe und Munition sowie in der Ausbildung widerspiegeln.

Diskussionen über die Mannstopp-Wirkung von Geschossen gehören zu den Dauerbrennern in vielen Gesprächen und Veröffentlichungen über das kampfmäßige Schießen. Häufig steht dabei ausschließlich der physikalische Aspekt im Vordergrund. Oft reduziert sich eine solche Diskussion auch auf die Frage, ob die 9 mm Luger oder die .45 ACP das passendere Kaliber für eine Verteidigungswaffe ist oder ob vielleicht eines der neuen Kaliber, wie die .40 S&W oder die .357 SIG, die Vorteile der beiden altbewährten Kaliber vereinigt und damit die lang ersehnte Ideallösung für eine Verteidigungspatrone darstellt. Meist wird dabei die sehr umfangreiche und komplexe Problemstellung der Wirksamkeit von Geschossen im Feuergefecht auf unzulässige Weise verkürzt und auf einige wenige Aspekte wie die Diskussion um die Hohlspitzgeschosse oder andere Wunderprojektile reduziert.

Eine umfassende Betrachtung der komplexen Thematik der Mannstopp-Wirkung muss aus der Sicht des Gebrauchswaffenträgers aber mehr umfassen als die Frage nach der stärksten Patrone oder dem wirksamsten Geschoss. Neben der reinen Physik der Endballistik muss eine solche Betrachtung vor allem auch Folgerungen für die Schießausbildung, Taktik und das rechtlich korrekte Verhalten in einer Notwehrsituation beinhalten. Voraussetzung dafür ist aber zumindest grobe Vorstellung davon, worauf die Wirkung von Geschossen basiert und welche Wirksamkeit die verschiedenen Munitionssorten besitzen.

Schon der Begriff Mannstopp-Wirkung macht dabei deutlich, worum es hier geht. Im Gegensatz zu anderen ballistischen Leistungsdaten handelt es sich hierbei um keine einfache ballistische Eigenschaft des Projektils wie Gewicht oder V0 und auch um keinen leicht zu messenden Wirkungswert wie Eindringtiefe in Holz oder Durchschlagsleistung gegenüber Stahlplatten, sondern um einen Wert, der die Wirkung eines Geschosses beim Treffen eines Gegners beschreiben soll. Ganz konkret sollen Werte der Mannstopp-Wirkung Prognosen darüber zulassen, wie lange ein Gegner nach einem Treffer mit einer bestimmten Munitionssorte noch weiter kämpfen kann oder, anders ausgedrückt, wie lange er noch handlungsfähig ist. Wie sich im weiteren zeigen wird, ist eine solche Prognose ausgesprochen schwierig und wird vermutlich auch in Zukunft immer sehr ungenau bleiben.

Dass eine solche Prognose für die Wahl der effektivsten Munitionssorte außerordentlich wertvoll wäre, liegt auf der Hand. Schließlich ist es in den meisten Szenarien des Verteidigungsschießens für den Ausgang des Feuergefechtes von existenzieller Bedeutung, wie lang ein Gegner nach einem oder mehreren Treffern noch zurückschießt und wann von ihm keine Gefahr mehr ausgeht. Da eine Kennzahl, die zweifelsfrei Aussagen darüber zulässt, wie schnell ein bestimmtes Geschoss die Handlungsunfähigkeit des Gegners herbeiführt, eine schwerwiegende Bedeutung für den Gebrauchswaffenträger hat, fehlte es in der Vergangenheit auch nicht an Versuchen, solche Kennzahlen zu definieren und experimentell zu untersuchen.

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Rasches oder taktisches Nachladen?

Der schnelle Magazinwechsel begünstigt die Pistole als Gefechtswaffe gegenüber dem Revolver.

Von René Smeets, aus Heft 6-1990 des „Schweizer Waffenmagazins“.

Sämtliche Statistiken beweisen es: In den allermeisten Fällen, in denen es zu einem Schußwechsel kommt, fallen insgesamt nur sehr wenige Schüsse; für alle Beteiligten zusammen sind es im Schnitt weniger als der Inhalt einer Revolvertrommel…

Wir sind jedoch überzeugt, daß niemand auf Grund von Statistiken sein Leben aufs Spiel setzen sollte, schließlich könnte er selbst zu einem statistischen Faktor werden, falls er das Pech haben sollte, in eine der „atypischen“ Situationen zu geraten, welche die Ausnahme zur oben zitierten Regel darstellen.

Die Technik des Nachladens während des Schießens gehört deshalb zu den Tricks, die man unbedingt beherrschen muß, und getreu den Grundsätzen, die wir in unserem Beitrag „Tödliche Routine“ (IWM 3/90) aufgestellt haben, soll man diese Methoden nicht nur unter möglichst realistischen Bedingungen trainieren, sondern auch auf ihre Brauchbarkeit unter den zu erwartenden Umständen hin auswerten.

Ob man nun einen Revolver oder eine Pistole benützt: grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Techniken, die „rasches Nachladen“ und „taktisches Nachladen“ genannt werden.

Rasches Nachladen

Es handelt sich um die „Methode Cooper“. Jeff Cooper hat den raschen Magazinwechsel als eine der Grundlagen der technischen Beherrschung einer Pistole eingeführt. Seine superschnelle und sehr spektakuläre Technik erfordert grundsätzlich einen Magazinhalterknopf in Reichweite des Daumens der Schießhand. Linkshänder, die keine Pistole mit beidseitigem oder umsteckbarem Magazinhalterknopf haben, gebrauchen dazu im allgemeinen den Zeigefinger der Schießhand, und dies in einem Tempo, das Rechtshänder verblüfft. Wer eine Pistole mit Magazinhalter am unteren Ende des Magazinschachts verwendet, wird – zumindest theoretisch – stets langsamer sein, da er beide Hände gebrauchen muß, um das leere Magazin aus der Waffe zu holen, bevor er das volle Magazin zur Hand nehmen kann. Vor ein paar Jahren haben wir aber an einem Schießparcours einen Schützen mit einem H& K P7-Modell gesehen, der sein Magazin schneller wechselte, als Schützen, deren Waffen mit seitlichem Magazinhalter-Druckknopf versehen waren. Sein Erfolg beruhte natürlich auf intensivem Training…

Was die Revolver betrifft, so ist rasches Nachladen erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit dank dem Aufkommen der „Speed Loaders“ möglich geworden. Das entsprechende Training ist nicht schwieriger als bei der Pistole und führt zu Ergebnissen, die den Laien verblüffen. Doch abgesehen davon, daß Fehlmanipulationen hier der raschen Wiederaufnahme des Schießens bedeutend hinderlicher sind, kann man „Speed Loaders“ auch nie so unauffällig bei sich tragen wie die weniger sperrigen Reservemagazine.

Die Technik des raschen Nachladens von Pistolen und Revolvern ist wohlbekannt, wir wollen uns auf einige Bemerkungen im Zusammenhang mit dem Verteidigungsschießen beschränken.

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Worauf es bei der Schießausbildung von Privatpersonen hauptsächlich ankommt

Von Marcel Geering, aus Heft 12-1990 des „Internationalen Waffenmagzins“.

Es ist erstaunlich, was unter dem Begriff „Verteidigungsschießen für Privatpersonen“ manchmal alles angeboten wird. Wir möchten hier festhalten, was für einen Verteidigungsschießkurs wirklich wesentlich ist.

Die Grundausbildung sollte mindestens folgende Elemente enthalten:

  • Kenntnis der eigenen Waffe inklusive der vorhandenen Sicherungssysteme (automatische und mechanische);
    ● richtige Pflege und Aufbewahrung der Waffe;
    ● Kenntnisse über die zu verwendende Munition;
    ● richtige Handhabung der Waffe inklusive Nachladen und Behebung von Störungen;
    ● zweihändiges Schießen aus verschiedenen Stellungen und Distanzen bis ca. 15 Meter.

Neben diesen mehr technischen Elementen gehört unbedingt eine Einführung in die am Wohnort des Waffenbesitzers geltenden Vorschriften, sowohl bezüglich Waffenbesitz/Waffentragen als auch bezüglich des geltenden Notwehrrechtes. Gerade im letzten Punkt ist nach meiner Erfahrung das Wissen von Waffenbesitzern oft sehr dürftig. Vielfach werden Ansichten vertreten, die am Stammtisch oder in der Boulevardpresse aufgeschnappt wurden. Schlimm ist vor allem, daß solche „Informationen“ kritiklos von weiteren Personen übernommen werden.

Wir können im IWM zu dieser Problematik aus naheliegenden Gründen keine generellen Aussagen machen. Unsere Zeitschrift wird in mehreren Ländern gelesen, und die entsprechenden Vorschriften und gerichtlichen Auslegungen unterscheiden sich von Land zu Land ganz beträchtlich. Wir empfehlen allen Personen, die ihre Waffe zur Selbstverteidigung einsetzen wollen, sich z. B. bei einem Rechtsberater mit Spezialkenntnissen auf diesem Gebiet über die gültigen Vorschriften zu erkundigen. Die genaue Kenntnis der einschlägigen Vorschriften ist mindestens so wichtig wie eine gute Schießausbildung.

Zweihändig schießen

Die Schießausbildung hat in den letzten 20 Jahren große Fortschritte gemacht. Während früher praktisch nur der einhändige Präzisionsschuß mit Faustfeuerwaffen bekannt war, setzte sich die Erkenntnis durch, daß Präzisionsschießen allein eine denkbar schlechte Vorbereitung für den Einsatz von Faustfeuerwaffen im Ernstfall ist. Deshalb wird heute bei Polizei und Militär (auch) zweihändig geschossen.

Hier stoßen wir allerdings bereits auf das erste Ausbildungsproblem, das jeder Schütze für sich entscheiden muß. Für eine minimale Schießausbildung zur Selbstverteidigung ist einhändiges Präzisionsschießen nicht erforderlich. Hingegen ist es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, so gut wie unmöglich, ein guter Schütze auf Distanzen über ca. 15 Meter zu werden, wenn man nie einhändiges Präzisionsschießen gelernt hat. Das für präzises Schießen nötige „Gefühl“ für den Abzug kann man sich praktisch nur beim einhändigen Präzisionsschießen aneignen.

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Lauflänge und Anfangsgeschwindigkeit

Wildey-Pistole mit 5“-Lauf, Wechselläufe 6“, 7“, 8“ und 10“.

Von Thomas Hartl, aus Heft 9-1984 des „Schweizer Waffen-Magazins“.

Eine von der Zürcher Firma Hofmann & Reinhardt Waffen AG zur Verfügung gestellte Wildey-Pistole im Kaliber .45 Winchester Magnum mit Wechselläufen von 5, 6, 7, 8 und 10 Zoll Länge inspirierte uns zu einigen Messungen, die Beziehung zwischen Lauflänge und Geschoss-Anfangsgeschwindigkeit betreffend.

Gemessen wurde mit einem Oehler-33-Messgerät mit Lichtschranken in einem Schießkeller bei 20° C. Es wurden pro Lauf zehn Schuss ausgewertet. Die Entfernung zwischen Laufmündung und Startschranke betrug 2 Meter, die gemessene Geschossgeschwindigkeit kann also als V2,5 bezeichnet werden.

Die Läufe waren mit 6 Zügen im Rechtsdrall ausgestattet, durchschnittliches Zugkaliber 11,49 mm (.452“), Feldkaliber 11,34 mm (.446“), Feldabdruckbreiten 2,8 bis 2,9 mm.

Die bislang nur von Winchester-Western hergestellte .45-Winchester-Magnum-Patrone enthält ein 230 grs-(14,9 g-)Vollmantel-Rundkopfgeschoss, ihre ballistischen Daten betragen laut Hersteller 1400 fps (426,7 m/s) Mündungsgeschwindigkeit aus einem 5“-Lauf und 1001 ft/lbs (138,5 mkg / 1359 Joule) Mündungsenergie. Unsere Messungen sind in Tabelle 1 zusammengefasst:

Da es für die Beziehung zwischen Lauflänge und Mündungsgeschwindigkeit eine mathematische Formel gibt, verglichen wir die gemessenen Geschossgeschwindigkeiten mit errechneten, wobei wir den praktisch unbedeutenden Unterschied zwischen V2,5 und V0 nicht berücksichtigten.

Die Gleichung, welche die Abhängigkeit der Geschossgeschwindigkeit von der Lauflänge bei Faustfeuerwaffen festhält, lautet

wobei V1, V2 die Geschossgeschwindigkeiten sind, l1, l2 die Lauflängen.

Wenn wir die aus dem 6“-Lauf (152 mm) der Wildey-Pistole erreichte Geschossgeschwindigkeit von 415 m/s als Grundlage nahmen, erhielten wir die in Tabelle 2 festgehaltenen Ergebnisse.

Die Unterschiede zwischen den gemessenen und errechneten Geschossgeschwindigkeiten liegen unterhalb einer Fehlerquote von 10 % und sind somit als nicht gravierend einzustufen.

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

Die Lauflänge von Faustfeuerwaffen: Sind lange Läufe wirklich besser?

Zwei Ansichten der gleichen Waffe: Ein Ruger Super Blackhawk im Kaliber .44 Magnum, einmal mit 10 ½-Zoll-Lauf…

Von Wiley Clap, aus WAFFEN DIGEST 1993, hier mit einem Anhang von mir (Cernunnos/Lucifex).

DIE LAUFLÄNGE VON FAUSTFEUERWAFFEN
Sind lange Läufe wirklich besser?

Wiley Clap untersucht schrittweise, was passiert, wenn man einen langen Lauf in einen kurzen verwandelt.

…und dann mit einem Laufstummel, der nur noch 1 ½ Zoll lang ist. Kevin Steele hat mit beiden Lauflängen geschossen, der Unterschied beim Rückstoß war so groß, daß er auf weitere Schüsse gern verzichtete. Bei der schrittweisen Verkürzung des Laufes um jeweils ein Zoll haben wir interessante neue Erkenntnisse gewonnen.

Jeder Faustfeuerwaffenschütze weiß, daß ein langer Lauf besser ist – das muß einfach so sein. Immer wenn es um Waffen geht, ziehen die größten und leistungsfähigsten Waffen auch immer die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Es gibt im Amerikanischen sogar eine Redensart, die besagt, daß langläufige Waffen besonders wirkungsvoll schießen. Amerikanische Schützen glauben ganz fest daran, daß mit zunehmender Lauflänge einer Waffe auch die Präzision zunimmt. Ebenso gibt es eine hartnäckige Tendenz dazu, kurzläufige Waffen, und hier besonders Faustfeuerwaffen, als nicht genügend leistungsfähig und unpräzise zu verachten.

Als passionierter Faustfeuerwaffenschütze habe ich genügend Schießerfahrung mit den verschiedensten Waffentypen, um meine Zweifel an dieser vorgefaßten Meinung anmelden zu können. Ich habe schon mit kurzläufigen Revolvern aus der Schießmaschine Resultate geschossen, die einer Matchwaffe zur Ehre gereicht hätten. Mit den modernen chronographischen Meßgeräten – Oehlers und PACT – kann man heutzutage die Fluggeschwindigkeit von Geschossen genau feststellen. Hier kann jeder Schütze viele Überraschungen erleben, wenn er nämlich feststellt, daß seine mit viel Liebe selbstgeladenen Patronen gar nicht die gewünschte Leistung bringen, sondern womöglich ganz andere Werte zeigen. Ich habe ein und dasselbe Revolvermodell eines Herstellers mit verschiedenen Lauflängen in der Schießmaschine getestet und die Werte mit dem Chronographen gemessen, die erzielten Ergebnisse sind aber nicht fehlerlos, da es schon von einer Waffe zur anderen Unterschiede in den Fertigungstoleranzen gibt. Da wurde es Zeit, das Problem etwas mehr von der wissenschaftlichen Seite her anzugehen und die tatsächlichen Unterschiede an einem einzigen Revolver zu messen, dessen Lauflänge allmählich verkürzt wurde.

Die Firma Sturm, Ruger & Co., die Revolver herstellt, die eigentlich eine weitaus bessere Behandlung verdient haben als die, die wir ihrem Produkt angedeihen ließen, überließ uns freundlicherweise einen Ruger Super Blackhawk mit langem 10 ½-Zoll-Lauf (267 mm), den wir dann systematisch zersägten. Nachdem der letzte Schnitt gemacht worden war, hatte der Super Blackhawk nur noch einen Laufstummel von 1 ½ Zoll Länge. Den ganzen Test machten wir mit der Waffe in der Ransom-Schießmaschine, die Fluggeschwindigkeiten haben wir mit dem Chronographen gemessen. Wir fingen mit der Originallauflänge an und reduzierten dann um jeweils ein Zoll (2,54 cm) auf 9 ½, 8 ½, 7 ½, 6 ½ Zoll usw.

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Was man alles aus .38 Special-Revolvern verschießen kann…

Die getesteten Patronen von links nach rechts: .38 Special (HP), .38 Special (Blei-Rundkopf), .38 Special (Wadcutter), .38 Long Colt, .38 Short Colt, .380 C.F., .38 Smith & Wesson, .38 Automatic, .38 Super Auto. (Die Patrone .38 Super Auto wurde wegen des hohen Gasdrucks aus einem .357-Magnum-Revolver statt aus dem .38 Special verschossen.)

Von Thomas Hartl, aus Heft 6/1985 des „Schweizer Waffen-Magazins“.

Hatten wir in SWM 3/85 untersucht, welche „Ersatzpatronen“ aus gängigen 9 mm Para-Pistolen verschossen werden können, so wollen wir uns diesmal mit der Verwendung von Ersatzmunition anderer Nennkaliber in .38 Special-Revolvern befassen.

Revolver im Kaliber .38 Special gehören bei uns zu den beliebtesten und deshalb am meisten verbreiteten Privatwaffen. Für unsere Untersuchungen wählten wir einen Smith & Wesson-Revolver Modell 10-6 mit einer Lauflänge von 4“ (ca. 100 mm). Diese Lauflänge wird von den Käufern am öftesten gewählt.

Der für unsere Schießversuche hauptsächlich verwendete Smith & Wesson-Revolver Modell 10-6.

Selbstverständlich hätten wir vom ebenfalls beliebten Kaliber .357 Magnum oder gar vom Kaliber .357 Maximum ausgehen können; diese Waffen sind jedoch weniger verbreitet als solche im Kaliber .38 Special.* Und Waffen im Kaliber .357 Maximum sind bis heute nur wenige verkauft worden.

Alle nachstehend untersuchten Patronen können selbstverständlich auch in Waffen der beiden letztgenannten Kaliber geladen werden. Eine freizügige Verwendung ohne Einschränkungen und Funktionsstörungen ist jedoch nur in den Revolvern und Einzelschusswaffen (Pistolen und Gewehren) gewährleistet.

Als Vorteil des Revolvers gegenüber der Selbstladepistole kann die gute „Verdauung“ der Ersatzmunition verbucht werden. Funktionsstörungen wie bei den Selbstladern sind kaum zu erwarten, es sei denn, man lade eine etwas zu lange Patrone in die Kammern. Die einzige Störung resultiert darin, dass die Trommel nicht eingeschwenkt werden kann. Ein großer Vorteil des Revolvers gegenüber der Pistole wird hier ersichtlich.

Die Größe des Gasdruckes nimmt beim Revolver keinen Einfluß auf die Funktion, vorausgesetzt, er hält sich in vernünftigen Grenzen. Auch die Geschossform kann frei und ohne Einschränkungen gewählt werden. Ein flacher Geschosskopf kann bei den Selbstladern für Zuführstörungen sorgen, dem Revolver ist die Geschosskopfform egal.

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