Orkspalter: Äxte, Beile, Tomahawks

Ray Mears Gränsfors Wilderness Axe

Ray Mears Gränsfors Wilderness Axe

Von Deep Roots, ursprünglich erschienen auf „As der Schwerter“ (Links für „Morgenwacht“ angepasst).

 

Axtzeit, Schwertzeit,

Schilde bersten,

Sturmzeit, Wolfzeit

vor dem Weltenende.

Nicht Schonung will geben

ein Mann dem anderen.

(Aus der Völuspa, dem „Gesicht der Seherin“, das von Ragnarök handelt)

Fjordman hat uns vor kurzem zur Vorbereitung auf Ragnarök gemahnt, und Baron Bodissey hat in Heerlager der Heiligen: Eine Strategie für die Kapitulation geschildert, wie das EU-Regime vor der Völkerwanderung aus Afrika kapituliert, noch bevor diese richtig in Gang gekommen ist. Der Zukunftsforscher Gerald Celente meint sogar, daß die Apokalypse schon 2011 nicht mehr abzuwenden ist. Er prognostiziert den Beginn des militärischen Überlebenskampfes direkt vor unseren Haustüren schon für dieses Jahr – in den Vereinigten Staaten ebenso wie in Europa, und er fordert seine zivilen Leser jetzt ganz offen dazu auf, sich zu bewaffnen („Lebensmittelvorräte, Gold, Waffen und die Ausarbeitung von Fluchtplänen“). Man kann gegenüber seinen Prognosen zwar skeptisch sein, aber wenn man sich die frechen Forderungen der türkischen Freiheitlich Demokratischen Partei Türkland („Freiheitsfalken“) nach einer unabhängigen Türkenrepublik „Kuzey-Ren-Vestfalya“ auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen (mit „Yeni-Kolonya“ als Hauptstadt) ansieht, dann erscheinen solche Szenarien immer plausibler. Wenn dann noch das abzusehende Euro-Finanzdesaster voll ausbricht und die Ruhigstellung all der moslemischen Parasiten in Europa mittels Sozialleistungen nicht mehr möglich ist, dann wird es wirklich ernst mit dem „Zeitalter der Eisens und der Stürme.“ Dies ist nun der erste einer geplanten Reihe von Beiträgen, die sich mit den Vorbereitungen für die kommenden Krisen befassen.

Für diejenigen, die nicht schon ein „schießendes Schäfchen im Trockenen“ haben, wird es (vor allem in Deutschland) in Zukunft schwierig sein, sich noch ein solches zu besorgen. Außerdem wird nicht jeder unserer Leser geneigt sein, große Investitionen zu tätigen für eine Krise, die seiner Meinung nach vielleicht gar nicht kommt. Daher ist es geboten, sich nach noch verfügbaren, erschwinglichen Alternativen umzusehen. Zwei solcher Alternativen für eine preisgünstige Volksbewaffnung aus dem Baumarkt sind die Axt und das Beil. Sicher, gegen mit Schußwaffen ausgerüstete Gegner wird man damit nichts reißen, und man kann davon ausgehen, daß unter den schon im Lande befindlichen Morgenländern einiges an (natürlich illegalen) Handfeuerwaffen im Umlauf ist. Allerdings wird dennoch die Mehrheit der Kolonisatoren keine Schußwaffe besitzen, und von den nun heraufdrängenden Massen aus Afrika und dem Nahen Osten, die gerade noch die Schleppergebühren zusammenkratzen können, ist im Krisenfall großteils nur eine Bewaffnung mit Holzlatten, Eisenstangen und Metallrohren zu erwarten. Hier hat man mit einer Hieb- oder Schlagwaffe durchaus Chancen, und außerdem sind Äxte und Beile Werkzeuge, die man in einer Krisenzeit auch für „konstruktive“ Zwecke verwenden kann und für die im unwahrscheinlichen Fall des Ausbleibens der Krise Abnehmer gefunden werden können. Sie werden nie verboten oder erlaubnispflichtig werden, und als Werkzeuge sind sie auch unverdächtig, wenn man sie bei einer Polizeikontrolle im Kofferraum hat.

Für die Verwendung einer Axt als Waffe gilt dasselbe, was historisch für die Streitaxt gegolten hat: sie war die Waffe des Kriegers, der sich kein Schwert leisten konnte. Die Vorteile der Streitaxt gegenüber dem Schwert sind höhere Robustheit, niedrigere Kosten und die höhere Durchschlagskraft – damals durch Rüstungen, heute durch diverse Deckungsmaterialien. Um eine Ermüdung des Kämpfers durch die Vorderlastigkeit zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine Axt mit leichtem Kopf zu wählen, was auch für die Verwendung als Werkzeug vorteilhaft ist, sofern man sie nicht hauptsächlich zum Spalten von Holz braucht. Spaltäxte oder gar Spalthämmer scheiden daher für unsere Zwecke aus.

Axt, Spaltaxt und Beil

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Was ist nun der Unterschied zwischen einer Axt und einem Beil? Eine Axt hat einen langen Stiel, eine schmälere Schneide und ein höheres Gewicht. Beile haben einen kurzen Stiel und sind für die rein einhändige Verwendung bestimmt. Befassen wir uns nun als erstes ausführlich mit der Axt, wozu ich auch zwei Bücher von Carsten Bothe aus dem Venatus Verlag empfehle, aus denen wesentliche Teile dieses Artikels stammen (die Teile, die sich auf den Waffenaspekt der Axt beziehen, sind aber rein von mir):

„Draußen leben wie die Trapper“, ISBN 3-932848-15-2:

„Das Messerbuch“, ISBN 3-932848-12-8

Die richtige Axt

Eine vernünftige Axt ist nicht leicht zu bekommen. Meist sind die Eisen zu schwer. Eine gute Axt kann ein langes Messer ersetzen, und man kann damit beispielsweise Nägel einschlagen – das ist der Vorteil gegenüber einem langen Messer. Die Axt erzielt ihre Wirkung durch die Geschwindigkeit des Schlages, nicht so sehr durch das Gewicht des Eisens. Das Gewicht des Eisens der Axt sollte für die Verwendung als universelles Werkzeug zwischen 600 und 1000 Gramm liegen, der Stiel jedoch so lang wie der Arm des Benutzers sein. Um das zu testen, legt man den Knauf der Axt in die Achselhöhle und faßt das Eisen mit der Hand. Ist der Arm dabei ausgestreckt, und ruht das Eisen in der Hand, dann ist der Stiel gerade richtig. Mit einer solchen Axt kann man einerseits schnelle Schläge ausführen, weil der lange Stiel ordentlich „Zug“ hat, andererseits läßt sich die Axt sehr kurz hinter dem Eisen fassen, und der lange Stiel balanciert das Werkzeug aus. Auf diese Weise ist die Axt auch für sehr genaues Arbeiten geeignet.

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Wichtig bei der Axt ist ein sehr schlankes, aber nicht sehr dickes Blatt. Auf die Art kann die Axt besser in das Holz (oder den Gegner) eindringen, denn sie soll schneiden und nicht durch Keilwirkung spalten. Mit einer Axt wird relativ weiches, frisches Holz verarbeitet. Die Beschaffung von Brennholz beschränkt sich auf das Sammeln von trockenen, abgestorbenen Ästen, die mit der Kappe der Axt zerbrochen werden. Bei dem trockenen und somit harten Holz würde jede Schneide leiden und zu schnell abstumpfen, und das leicht zu hackende frische Holz brennt nicht.

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Wie soll eine gute Axt aussehen?

Es gibt einige Faustregeln, die sich bei einer Axt bewährt haben. So beispielsweise das Verhältnis von Stiel zu Eisen und die Art, wie das Eisen auf dem Stiel sitzen muß.

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Für die Handlichkeit der Axt ist deren Balance wichtig. Um das zu testen, faßt man die Axt am Stiel nahe am Eisen und beobachtet, wohin die Schneide zeigt. Die Schneide soll gerade liegen, wie in der Abbildung unten zu sehen ist. Wenn nicht, dann darf sie nur leicht nach oben oder unten zeigen. Das zeugt von der Ausgewogenheit von Schneide und Kappe. Ein zu langes und schweres Blatt hängt nach unten. Bei einem zu schweren Haus zeigt das Blatt nach oben. Da der Stiel bei einer guten Axt eirund ist, kann man ihn nur schlecht führen. Die Balance einer solchen Axt muß daher ausgewogen sein, damit beim Schleudern der Axt diese richtig mit der Schneide auftrifft. Nur so trifft man den anvisierten Punkt auch sicher.

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Die Form der Schneide

Die Axt muß eine scharf geschliffene Schneide haben, da es sich um ein Schneidwerkzeug handelt. Das hört sich einfach an, doch hierbei werden die meisten Fehler gemacht. Nicht nur, daß die Schneide stumpf ist, durch falsches Schleifen wird sie ausgeglüht, geschwächt oder so falsch angeschliffen, daß sie sich immer im Holz verkeilt und nicht zu gebrauchen ist.

Die Schneide hat ballig zu sein, das heißt, die Seiten der Schneide beschreiben einen Radius. Das stärkt die Schneide im wichtigsten Bereich. Der Querschnitt der Axtschneide sollte ebenfalls ballig sein, die beiden Ränder sind somit dünner als die Mitte. So liegt die Schneide im Holz immer nur an einem Punkt auf und klemmt weniger. Dadurch werden normalerweise Ferse und Zehe der Axt nur wenig geschwächt.

Die Form der Schneide ist bestimmt von der geplanten Verwendung: für feinere Holzarbeiten sollte die Schneide gerade sein, für den universellen Einsatz im Wald und auf der Jagd ist eine runde Schneide besser.

Der richtige Schliff sorgt auch dafür, daß die Axt den Span sauber und von selbst aus dem Schnitt fördert. Es hilft bei der Arbeit nicht, daß die Axtschneide nur tief in das Holz eindringt. Der Span muß auch angehoben, abgebrochen und aus dem Schnitt geworfen werden.

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Der Stiel

Wozu braucht eine Axt eigentlich einen Stiel? Erstens natürlich, um damit das Eisen in ein Stück Holz oder Ähnliches zu schlagen. Zweitens aber – und das wird häufig vergessen – um das Eisen wieder aus dem Holz herauszuziehen. Der Stiel ist den größten Belastungen nicht bei einem normalen Schlag ausgesetzt, sondern dann, wenn der Benutzer versucht, eine verklemmte Axt aus einem knorrigen Stamm zu ziehen. Die Belastung sollte immer nur in Richtung der Schneide verlaufen, also ein Auf- und Abbewegen. Die Bewegung quer zur Schneide, um den Riß im Holz zu spreizen, belastet den Stiel völlig falsch, und er bricht so am leichtesten.

Bevorzugtes Holz für den Stiel ist Hickory, in Deutschland wird vorwiegend die zähe Esche verwendet. Die neuerdings in Baumärkten angebotenen Stiele sind aus verschiedenen Hölzern, manchmal nicht einmal namentlich bezeichnet, aber trotzdem gut zu gebrauchen. Man sollte beim Kauf einer Axt besonders auf den Stiel achten und stets daran denken, daß es die gleiche Arbeit ist, eine Axt auf einen schlechten Stiel wie auf einen guten Stiel zu setzen. Nur in Ausnahmefällen quittieren die Metallteile den Dienst zuerst.

Die Handhabung der Axt

Bei der Benutzung der Axt werden die meisten Fehler eigentlich nur aus Unwissenheit gemacht. Der Gebrauch dieses Werkzeugs kommt in unserer technisierten, urbanisierten Welt zu selten vor, als daß man richtig damit vertraut werden könnte. Auf keinen Fall sollte die Axt – wie es sich ein Laie vielleicht vorstellen mag – wie ein Baseballschläger geführt werden: mit beiden Händen übereinander am Griffende. So ist es aber ebenfalls falsch:

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Es ist wichtig zu wissen, daß die Axt durch die Geschwindigkeit und die Schärfe wirkt und daß ein „Drücken“ am Stiel beim Schlag nichts mehr bewirken kann. Man sollte sich den Hieb so vorstellen, als ob der Stiel ein Stück Seil ist und das Eisen am Ende angebunden – wie bei Hammerwerfen.

Um optimal kraftschonend zu arbeiten, wird die Axt mit einer Hand unten am Ende des Stieles erfaßt. Diese Hand bleibt immer dort und der Griff der Hand lockert sich nicht. Die andere Hand ergreift die Axt direkt unter dem Eisen und hebt sie über den Kopf. Dies spart wesentliche Kräfte ein. Über dem Kopf wird der Schlag ausgeholt und die Axt mit Schwung so beschleunigt, daß sie aus der unteren Hand herausrutschen will. Die Zentrifugalkraft treibt die Axt wie beim Hammerwerfen nach außen. In diesem Moment gleitet die andere Hand am Stiel herunter, und wenn sich beide Hände unten am Stiel treffen, taucht das Eisen in das Holz ein. In gewisser Weise kann man das mit dem Anfahren mit dem Auto vergleichen: zuerst niedriger Gang (große Hebelwirkung durch die weit auseinanderliegenden Hände am Stiel), dann schaltet man in immer höhere Gänge, was beim Zuschlagen mit der Axt stufenlos durch das Heruntergleiten der oberen Hand erfolgt (immer geringere Hebelwirkung und dafür höhere „Übersetzung“). Dieser Aspekt spricht gegen Fiberglasschäfte, wie man sie in Baumärkten auch an Äxten sieht, da deren untere Hälfte mit geripptem Gummi beschichtet ist, was dieses Heruntergleiten der oberen Hand vereitelt.

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Die Phase des Niedergleitens der Führhand ist der Teil der Bewegung, in dem die Axt beschleunigt wird. Wichtig für die gute Wirkung der Axt ist, daß beide Hände gegen die Fliehkraft der Axt zum Körper gezogen werden. Nur dann taucht die Axt in den Baum auch noch mit einer schneidenden Bewegung ein (dies gilt übrigens auch für Schwerthiebe: im Auftreffen muß die Klinge zum Körper gezogen werden, um nicht bloß eine hackende, sondern auch eine schneidende Wirkung zu erzielen. Beim Wurstschneiden drückt man das Messer ja auch nicht bloß herunter, sondern macht Schneidebewegungen). Die anfänglich kreisförmige Bewegung des Eisens wird im letzten Teil in eine gerade Bewegung umgewandelt. Während bei der Beschleunigungsphase (der kreisförmigen Bewegung) die Arme kaum belastet werden, benutzt man die Muskeln, um die Axt gerade zu schlagen. Mit anderen Worten: der Axt wird zusätzliche Energie mitgegeben. Die Krümmung des Kuhfußstieles im Zusammenwirken mit dem Hang der Axt (Schneide zum Stiel geneigt) sorgt dafür, daß der Benutzer an dem Stiel „zieht“ und die Axt noch besser und tiefer schneidet. Nur so erreicht man eine optimale Wirkung und mit der Stiel- und Schneidenform eine gute Schneidleistung.

Analog zu diesem vertikalen Hieb über Kopf sind auch waagrechte Axthiebe zu führen – wenn man einen Baum fällt, oder wenn es im Kampf gegen einen Gegner notwendig ist. Diese beschriebene breite Ausgangsstellung der Hände am Stiel in Kombination mit der kraftsparenden Hiebtechnik und der empfohlenen Wahl einer nicht zu schweren Axt wirkt auch einem Manko entgegen, das Streitäxten oft angekreidet wird, nämlich daß die Kopflastigkeit der Axt zu einer schnellen Ermüdung des Kämpfers führt und daß die Richtung während des Schlages kaum noch zu korrigieren ist (letzteres ist umso eher der Fall, je näher die beiden Hände einander bereits sind). Auch kann man mit dieser Ausgangshaltung recht gut Hiebe mit Stöcken oder Metallrohren analog zu Stockkampftechniken abwehren.

Um Äste von einem Baum abzuschlagen, führt man den Hieb immer von unten nach oben (am Baum gesehen); beim Schlag von oben in die Achsel des Seitenzweiges reißt er oft ein Stück aus dem Stamm heraus. Auf jeden Fall ist der Schnitt von unten wesentlich sauberer. Holzhauer reimen dazu: „Das Holz reißt, wie der Vogel scheißt“ – immer von oben nach unten. Das sollte man unbedingt berücksichtigen, wenn man Holz mit der Axt, dem Beil oder dem Spalthammer zerteilen will.

Eine alte Regel besagt, daß man alles über 6 cm Durchmesser schneller durchsägt als mit der Axt durchhackt.

Oft vernachlässigt wird die Tatsache, daß der Axtbenutzer Vertrauen zu seinem Werkzeug und zu seinen eigenen Fähigkeiten haben muß. Die unbewußte Angst vor dem Werkzeug veranlaßt den Benutzer, die Bewegung zu stoppen oder zumindest der Axt nur so viel Energie mitzugeben, daß er meint, sie beherrschen zu können. Die volle Bewegung der Axt sollte aber nur durch das Schnittgut gestoppt werden. Auch ist man nicht in der Lage, einen gut geführten Axthieb abzufangen. Am besten visiert man einen Punkt unterhalb des zu treffenden an und läßt sich überraschen, wie tief die Axt eindringt. Nur wenn man keine Angst vor einem Fehlschlag hat – weil man sich sicher ist zu treffen, und der Weg der Axt immer sicher endet – dann ist man in der Lage, „durchzuziehen“ und dem Schlag die maximale Energie mitzugeben.

Eine weitere Vorbedingung für gutes Arbeiten ist, daß ein Fehlschlag immer in einem anderen Holzstück landet, und nicht im Erdreich oder auf einem Felsen. Erst recht nicht im eigenen Schienbein. Einen richtig geführten Schlag spürt man nicht in der Hand, und der Stiel federt nicht zurück.

Noch einige Worte zu der Sache mit der führenden Hand und der haltenden Hand. Die haltende Hand bleibt immer unten am Knauf liegen. Bei normalsichtigen Menschen, bei denen das rechte Auge die Bewegungen führt, wird dieses die linke Hand sein. Die rechte Hand, die Führhand, gleitet am Gleitstück herauf und faßt die Axt am Öhrstück. Mit dieser Hand wird der Axt die Richtung gegeben, sie wird geführt. Menschen, bei denen das linke Auge das dominante ist (und das rechte wesentlich schwächer) werden feststellen, daß sie mit dieser Handhaltung nicht gut zurechtkommen und den anvisierten Punkt nicht treffen. Diese müssen die linke Hand als Führhand einsetzen und die rechte Hand als haltende Hand unten am Knauf belassen. Selbstverständlich schwingen sie dann die Axt auch links am Körper vorbei nach oben.

Die ersten Versuche mit einer Axt werden sicherlich einem Stück Holz, einem Balken oder einem Stammstück gelten. Das Holz wird so festgelegt, daß es auf einer nicht federnden Unterlage ruht und die Axtschneide nicht beschädigt, wenn das eigentliche Stück Holz durchtrennt ist. Die Schläge erfolgen immer schräg zur Faser, die daraus resultierende Kerbe wird weiter vertieft. Bei dicken Stämmen wird dieser ein Stück gedreht, um eine neue Kerbe schlagen zu können. Auf diese Weise muß man weniger Holz wegschlagen als bei einer einzigen tiefen Kerbe.

Die Axt läßt man im Wald, aber auch in Haus und Hof, nicht einfach herumliegen. Entweder man schlägt sie locker in den Hackklotz, oder man stellt sie mit dem Eisen auf die Erde und dem Stiel an einen Baum oder die Schuppenwand. Niemals sollte man eine Axt einfach irgendwo ins Gras legen. Nicht nur, daß sie durch die Feuchtigkeit Rost ansetzt, ein Tritt auf die Schneide kann böse Folgen haben. Auch schlägt man die Axt niemals in einen lebenden Baum, es sei denn, man will ihn fällen. Um die Axt sicher zu transportieren, muß die Schneide mit einer Schutzhülle versehen werden (die bei nicht allzu billigen Äxten ab Werk mitgeliefert werden). Am Gürtel wird die Axt bei Verwendung als Werkzeug nicht getragen; sie wird immer am Rucksack befestigt oder bleibt im Auto. Bei Verwendung als Waffe möchte man sie natürlich griffbereit haben; ob man sie (natürlich mit angebrachtem Schneidenschutz) einfach so hinter den Gürtel gesteckt tragen kann, hängt neben der Breite des verwendeten Gürtels und den Abständen der Gürtelschlaufen auch von der Balance der Axt selber ab; hier geht es nicht ohne Experimentieren. Beile sind hierfür auf jeden Fall zu kopflastig. Es gibt auch Trageringe für große Stablampen wie die MagLite; durch diese paßt aber nicht jeder Axtstielknauf so ohne weiteres hindurch.

Der Stahl der Axt ist bei großer Kälte sehr spröde und bricht leicht. Außerdem sind bei der Kälte, bei der das Eisen spröde wird, auch die Bäume gefroren. Trifft man mit einer unterkühlten Axt auf einen gefrorenen Baum, vielleicht noch auf einen Knast (eingewachsener Astansatz), dann kann das sehr leicht die Schneide beschädigen. Wenn man die Arbeit nicht verschieben kann, sollte man die Axt am Feuer anwärmen – aber nicht ausglühen! Inzwischen dürfte das Material aber so verbessert sein, daß auch dieses Anwärmen nicht mehr nötig ist.

Beim Holzspalten sollte man niemals den Scheit mit der Hand halten. Wenn er ständig umkippt, dann legt man ihn entweder gleich hin und spaltet dann, oder man hält ihn mit einem Stock.

Mit der Axt oder mit dem Spalthammer erzielt man die beste Wirkung, wenn man so schlägt, daß das Holz leicht reißt. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten. Erst einmal reißt das Holz leichter vom Zopfende zur Wurzel. Ein Stammstück läßt sich entweder quer oder parallel zu den Jahresringen spalten, schräg geht es schlechter. Ist ein Ast mit eingewachsen, dann spaltete man diesen Ast mit durch. Bei einem großen Klotz ist man immer versucht, ihn mit einem mächtigen Hieb in der Mitte zu zerteilen. Das ist ein Fehler, denn die Axt leidet darunter gewaltig. Das Eisen taucht in das Holz ein, der Stiel hängt noch über und schlägt mit voller Wucht auf das Holz, wobei er beschädigt wird. Man schlägt daher nur so große Stücke ab, daß die Ferse der Axt etwas über den Klotz hängt.

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Die Axt ist am Nacken abgeflacht, um damit zu hämmern. Das Wichtigste ist aber, niemals – wirklich niemals – mit Eisen auf Eisen zu schlagen (Ausnahme: Nägel). Der relativ weiche Nacken wird an den Kanten ausfransen. Bei passender Gelegenheit werden mit hoher Geschwindigkeit Eisensplitter durch die Luft fliegen, die schlimme Verletzungen verursachen können.

Besonders gefährlich sind stumpfe Äxte, weil sie beim schräg geführten Hieb auf ein Stück Holz nicht in dieses hineintauchen, sondern davon abprallen. Führt man einen Schlag mit voller Wucht in der Erwartung eines Treffers aus, dann ist eine abprallende Axt fast nicht zu halten. Eine stumpfe Axt ist somit gefährlicher als eine scharfe.

Was sich gar nicht zum Holzhacken eignet, sind die doppelschneidigen Holzfälleräxte, auch wenn sie so schön martialisch nach Streitaxt aussehen. Sie sind Spezialwerkzeuge für die Arbeit im Forst, wo viel mit der Axt ausgeastet wird. Der Umgang mit ihnen ist für den Ungeübten gefährlicher als alles andere. Ihre Stiele sind besonders lang, und die Kraft, mit der sie herabsausen, aufgrund der Hebelwirkung enorm. Beim Ausholen oder im Fall des Zurückfederns besteht immer die Gefahr, sich mit der nach hinten zeigenden Schneide zu verletzen.

Handbeile

Kleine Handbeile – auch Küchenbeile genannt – finden sich in fast jedem Haushalt. Daneben gibt es noch Behaubeile (Zimmermannsäxte) und Gerüsthacken. Diese sind meist um die 50 cm lang und ca. 800 g schwer. Ein gutes Handbeil kann gute Dienste leisten, da es mit dem kurzen Stiel treffsicher zu führen ist und man mit diesem Werkzeug auch starke Nägel einschlagen kann.

Skepsis ist bei den diversen Campingbeilen angebracht, die für Hobby-Abenteurer angeboten werden. Oft bekommt man hier mäßige Qualität und/oder dem Design geschuldete ergonomische Mängel zu einem für das Gebotene überhaltenen Preis. Wie es ein Tester der Waffenzeitschrift VISIER einmal ausdrückte: Als Gadget für Sammler sind die Dinger okay, auch für gelegentliche Einsätze beim Campen. Aber an gute Sandvik- oder Gränsfors-Werkzeuge gewöhnte Holzfäller oder Waldarbeiter dürften sich scheckig lachen.

Schärfen von Beilen und Äxten

Eine gute Axt muß auch scharf sein – aber wie macht man das? Erst einmal wird die Härte der Schneide getestet, indem man mit einer Feile vom Haupt her über die Schneide streicht und genau auf das Geräusch und das Gefühl achtet, das Feile und Axt verursachen. Ist das Geräusch hell klingend und die Feile rutscht über das Metall, ohne viele Späne abzuheben, dann ist der Stahl sehr hart. Wenn das Geräusch eher dumpf klingt und die Feile mit dem Hieb tief in das Metall taucht und reichlich Späne abnimmt, dann ist der Stahl weich und kann mit der Feile geschärft werden. Das heißt aber nicht, daß eine weiche Axt qualitativ minderwertig ist, es handelt sich bei den unterschiedlichen Härten nicht um Qualitätsunterschiede. Man sollte seine Axt aber nach diesen Kriterien auswählen: Eine harte Axt bleibt länger scharf, läßt sich dafür aber schlechter oder nur mit mehr Aufwand nachschleifen, und aus der Schneide brechen schneller und leichter Scharten aus. Eine Axt aus weicherem Stahl bleibt nicht so lange scharf. Sie läßt sich dafür mit wenig Aufwand wieder nachschleifen, und an der Schneide brechen nicht so leicht Scharten aus, da sich das Material eher verbiegt, als zu brechen. Bei einer mehrwöchigen Reise in die Wälder Alaskas oder Rußlands sollte man lieber eine etwas weichere Axt mitnehmen und sie bei Bedarf mit einer Feile nachschleifen. Baut man im heimischen Revier einen Hochsitz, kann man einer gut gehärteten Axt den Vorzug geben. Ist es einem gelungen, sie abzustumpfen, bringt man sie zu Hause mit dem Bandschleifer wieder in Schuß. Es ist meist nicht notwendig, im Wald nachzuschleifen.

Beim Schleifen ist es das Wichtigste, zuerst die Scharten aus der Axtschneide zu entfernen. Dazu wird die Schneide frontal so weit heruntergeschliffen, bis die Scharten ausgewetzt sind. Das eigentliche Schärfen erfolgt dann in einem zweiten Schritt, in welchem die Schneide von einer Seite bis zur Mitte der Schneide abgeschliffen wird. Bei dieser Phase ist Vorsicht angebracht. Schleift man gleich von einer Seite, bis sich der Grat aufwirft, dann steht die Schneide nicht in der Mitte, sondern auf einer Seite.

Man sollte auch darauf achten, den Stahl beim Schleifen nicht zu überhitzen, da dadurch die Härte verloren gehen kann. Auf keinen Fall sollte man dazu einen Winkelschleifer benutzen, da dieser viel zu schnell ist und die Schneide ausglüht. Ein Wasserstein ist die alte Methode, die moderne ist der Bandschleifer. Wenn der Stahl Anlauffarben zeigt, deutet das auf eine Temperatur von 280 – 300°C hin, der Stahl verliert seine Härte aber erst über 350°C (Anlaßfarben: 220°C strohgelb, 240°C gelbbraun, 260°C rot, 280°C violett, 300°C kornblumenblau, 320°C hellblau). Also sollte man sofort kühlen, wenn die Schneide anläuft, aber auch dann muß es noch nicht zu spät sein.

Schleifen unterwegs

In den Büchern für Waldläufer wird immer angeraten, die Axt im Wald mit einer Feile nachzuschleifen. Dazu braucht man entweder eine sehr gute Feile oder eine weiche Axt. Letzteres heißt nicht, daß sie nicht gehärtet ist, die Feile ist nur in der Lage, richtig Späne abzunehmen. Beim Feilen hört man einen dumpfen Ton. Bei einer harten Axt hört sich der Ton hell und klingend an, und die Feile nimmt nur kleine Krümel ab. Gleichgültig, mit welcher Kombination man arbeitet, man sollte immer vorsichtig vom Haupt zur Schneide feilen! Schnittwunden heilen im Wald so schlecht.

Bei der Qualität der Feilen gibt es gewaltige Unterschiede. Es gibt Feilen, die wie Feilen aussehen, aber aus zu weichem Material gefertigt sind und sich schnell abnutzen oder – noch schlimmer – gar nicht erst in der Lage sind, von der Axt Material abzunehmen. Gute Feilen bekommt man nur selten im Baumarkt, die richtige Quelle ist der Fachhandel. Eine neue Feile streicht man mit Wandtafelkreide ein, damit der Hieb geschont wird. Die Feile taucht dann nicht so tief in das zu feilende Metall ein, weil der Hieb schon mit de Kreide zugesetzt ist. Zwei Dinge zerstören eine Feile sehr schnell: Rost und eine andere Feile, wenn sich Feile an Feile scheuern kann. Daher muß man Feilen immer trocken aufbewahren und beim Transport einzeln in Lappen wickeln.

Zum Schleifen legt man die Axt zuerst fest. Man schleift erst die eine Seite, bis sich auf der Gegenseite ein Grat aufgeworfen hat. Dann, und erst dann, dreht man die Axt und schleift die andere Seite, bis sich auch dort ein Grat aufwirft. Diesen stehengebliebenen Grat kann man noch mit einem Schleifstein entfernen, das ist aber nicht unbedingt notwendig. Das Schleifen im Feld ist immer ein Notbehelf und kann nicht so perfekte Ergebnisse liefern wie das Schleifen in einer Werkstatt. Um die Schärfe der Axt länger zu erhalten, zieht man die Schneide bei Benutzung ab und zu mit einem feinen Schleifstein ab. Dabei geht man in leichten, scheuernden, kreisenden Bewegungen über die Schneide und schleift den Grat von kleinen Scharten weg. So können diese nicht weiter ausbrechen.

Bei lockerem Stiel

Die oft anzutreffende „Reparatur” von losen Stielen mit Hilfe eingeschlagener und umgebogener Nägel ist nicht nur völlig zwecklos, es ist sträflicher Leichtsinn. Die beim Schlag mit einer Axt auftretenden Fliehkräfte sind so groß, daß ein Nagel sie nie halten könnte. Der Sinn der Befestigung ist der, daß mit dem Keil das Holz in die weiteren Bereiche des Auges hineingedrückt wird, der Schaft somit „dicker” ist und das Eisen nicht vom Stiel rutschen kann.

Die einzige zulässige Form der „Reparatur” besteht darin, die lockere Axt in Wasser zu stellen. Sollte ein Schrumpfen die Ursache für den lockeren Stiel sein, dann ist er nach einer Nacht im Wasser wieder fest. Falls nicht, dann muß er neu eingestielt werden. Der Stiel wird statt mit Farbe oder Lack besser mit Leinöl oder Schaftpolitur behandelt, denn dadurch erhält er einen angenehmen Griff und bleibt glatt. So kann die Führhand gut hin- und hergleiten.

Der Tomahawk

Zu dieser klassischen indianischen Form eines relativ langstieligen Einhand-Kriegsbeils gibt es auch moderne Formen zu kaufen. Auch hier kann man wie bei den Campingbeilen an überteuerte Dinger mit einem für längere Arbeiten unergonomischen Effekthascher-Design geraten (z. B. ATC Comanche, kurze Ausführung um € 313,95, lange Ausführung um € 344,95). Hier habe ich den Eindruck, daß man für das Design und den unnötig aufwendigen Stahl abgezockt wird. Interessanter dürfte dagegen der SOG Fusion Tactical Tomahawk sein, den es bei ASMC und Böker/MAGNUM um € 75,95 gibt und der ebenfalls mit einem Etui für den Axtkopf kommt:

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Dieses in Länge zwischen den beiden ATC-Versionen (40 cm gegenüber 36 bzw. 46 cm) liegende, schlichter gestaltete Gerät macht einen viel seriöseren und ergonomischen Eindruck und ist auch leichter (679 g gegenüber 960 bzw. 1065 g). Ich habe vor, mir ein Exemplar zu besorgen, und werde über meine Eindrücke und Erfahrungen berichten, sobald ich es habe.

Eine Art Billig-Tomahawk aus dem Baumarkt ist übrigens das Gipserbeil, das es schon ab etwa 15 Euronen gibt und das etwa 40 cm lang ist:

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Im verlinkten Wikipedia-Artikel wird dessen Schneidenwinkel von etwa 30° zwar als „außergewöhnlich stumpf“ bezeichnet, liegt aber – wie aus der Tabelle weiter oben zu ersehen – durchaus zwischen der von Weichholz- und Hartholzäxten. Außerdem hatten die normalerweise sechs Schlagblätter um den Kopf eines historischen Streitkolbens oft gar keine Schneide, und wer es schärfer möchte, kann nach der weiter oben beschriebenen Methode nachschärfen. Es bietet sich sogar an, dieses recht billige Werkzeug als Übungsobjekt für das Schärfen von Axt- und Beilschneiden herzunehmen, bevor man sich als Laie an teureren Sachen versucht. Einen Zusatznutzen bietet der Hammerkopf. Für das Führen am Gürtel eignen sich Hammerschlaufen, wie sie auch Zimmerer für ihre Hämmer verwenden.

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Ein Kommentar

  1. In der Novemberausgabe 2014 von „Servus in Stadt & Land“ ist unter dem Titel „Schönes für Draußen“ eine Produktempfehlung enthalten, die ich hiermit weitergebe:

    NEUE AXT NACH ALTEM VORBILD
    Schon als junger Bursch hat er seine ersten Messer geschmiedet. Dass Andreas Schweikert damit nicht nur Beruf, sondern auch Berufung gefunden hatte, war schnell klar. Heute betreibt er seine eigene Manufaktur in Talheim am Fuß der Schwäbischen Alb. Hier schmiedet er nicht nur Beile nach historischem Vorbild, er verleiht ihnen auch mit mondgeschlagenen und über Jahre getrockneten Holzstielen das gewisse Etwas.
    Preis auf Anfrage bei http://www.as-schmiede.de

    Ich habe mich selber schon dort umgesehen – da werden sehr schöne Sachen angeboten: Messer (auch aus Wootz-Stahl), Äxte und Werkzeuge, Wander- und Jagdstöcke und sogar Schmiedekurse.

    Das billigste Jagd- bzw. Outdoormesser, das ich dort gesehen habe, kostet allerdings 1300 Euro; bei den Äxten beginnen die Preise bei 100 Euro für ein einfaches Beil; genaue Preise sind auf Anfrage erhältlich. Ein Tomahawk mit Stiel aus Riegelahorn ist dort um 1500 Euro angeboten, und ein Buschmesser vom Typ Parang (mit Federstahlklinge und Griff/Scheide aus Eschenholz) habe ich um 400 Euro gesehen.

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