Tavernenrunde 5: Herbsttaverne 2017

Als Fortsetzung der Tavernenrunde 4: Frühsommertaverne 2017 habe ich hier eine neue Taverne als Treffpunkt für allgemeinen Gedankenaustausch eingerichtet.

Für diejenigen, die „As der Schwerter“ nicht mehr gekannt haben (und zur Erinnerungsauffrischung für die anderen): Das Vorbild der Tavernenrunden auf „Morgenwacht“ sind die Tavernenrunden in der „Taverne zum Alten Phönix“, die von mir auf „As der Schwerter“ für denselben Zweck eingerichtet worden sind. Das Vorbild hierfür wiederum waren einerseits die „Kaffeehaus-Stammtische“ auf Kewils altem Blog „Fakten und Fiktionen“ sowie das „Gasthaus zum Alten Phönix“ in Poul Andersons Fantasy-Alternativweltroman „Ein Mitternachtssturm“.

In diesem werden, wie ich damals erläuterte, einige auch für uns interessante Dinge angesprochen: der Übergang vom heidnischen altenglischen Feenglauben zum Christentum, der „Alte Weg“, das ursprünglichere Christentum und das „Man-selbst-Sein“ im Gegensatz zum freudlosen, nüchternen und selbstgerechten Puritanismus. Die Geschichte spielt zur Zeit Oliver Cromwells, aber in einer anderen Wirklichkeit, in der alles, was Shakespeare geschrieben hat, Realität ist (Shakespeare ist dort der „Große Historiker“). Die „Taverne zum Alten Phönix“ ist ein Gasthaus, das zwischen dieser Welt und anderen (wie unserer) sowie zwischen den Zeiten hin- und herwechselt. Die beiden Helden dieser Geschichte – Prinz Rupert von den königstreuen Cavaliers und der einfache Soldat Will Fairweather –  stoßen darauf, während sie von ihren Feinden verfolgt werden:

   Blitze leuchteten durch das Blattwerk der Bäume und versengten es plötzlich, ließen es weiß auf schwarz hervortreten, während die Kanonade des Donners tobte. Der Wind trug den ersten gewaltigen Regensturz vor sich her; die durch das Gezweig peitschenden Tropfen waren so schnell und so kalt, daß sie auf der Haut brannten.

   Die Bäume wichen einem freien Fleck aus Gras und Blumen. Ein mit Schindeln gedecktes Gebäude erhob sich dort, von ungewöhnlicher Form und Größe, aber mit zwei Stockwerken und – man konnte es gerade eben erkennen – schrägen Enden mit phantasievollen Schnitzereien.

   Rupert blieb stehen. „Wer hat ein solches Haus in der Wildnis errichtet?“ rief er aus.

„Niemand, Myloard, und es wird auch nicht lange hierbleiben.“ Sein Gefolgsmann nötigte ihn, weiterzugehen. Regen stürzte auf sie herab.

   Vor der massiven, bronzebeschlagenen Tür hielten sie an. Über ihr war ein Busch angebracht, und darüber baumelte ein Schild an seinem Träger. „Eine Taverne, in der es Wein gibt“, bemerkte Will inmitten des Lärms. „Nein, warte. Was ist das? Ein blühender Dornenbusch, mitten im Sommer?“

   Rupert besah sich das Zeichen. Das wenige Licht, das es gab, zeigte einen Vogel von seltener Schönheit, mit langem, flammend goldgetöntem Gefieder, der gerade einen Strauß Nelken zu seinem Nest trug, das er gerade baute. „Ein Phönix, kurz vor seinem Tod und seiner Wiederauferstehung“, meinte er. Dieses Namenszeichen ist mir nie zuvor begegnet.“

   „Der Alte Phönix“, hauchte Will. „Das Gasthaus, von dem Puck sprach… war es erst gestern? Sind nicht ganze Lebensspannen seitdem vergangen?“

   „Ho-ah!“ Der Ruf ging unter Wind, Regen und Donner beinahe unter. Unter flammendem Himmel eilte eine Gruppe von Männern mit Hunden herbei.

Rupert und Will treten ein, und kurz danach finden ihre Verfolger nur mehr eine leere Lichtung auf einem gewittergepeitschten Hügel vor.

Drinnen begegnen die Helden dem Wirtspaar und drei Gästen: Clodia Pulcheria aus dem alten Rom, Holger Danske (der in Wirklichkeit aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt und auf seinen Zeitreisen ins Mittelalter gelangt ist) und die amerikanische Zeit- und Dimensionsreisende Valeria.

Ein paar weitere Zitate daraus:

Rupert blickte ihn scharf an.

„Seid Ihr der… Besitzer… dieses Alten Phönix?“ fragte er.

Der Mann nickte. „Welches sind Eure Wünsche?“ Lächelnd hob er eine Handfläche. „Nein, laßt mich raten. In Kampf und Verzweiflung habt Ihr den Regen durchquert. Ein Bad, trockene Kleidung, heiße Speisen, ein Schuß Frohsinn, ein Bett, dann ein Frühstück, bevor Ihr wieder geht.“

[…]

„Der einzige Lohn für meine Gastfreundschaft ist es, Leute wie Euch zu treffen, in denen die Sterne vieler Welten und Bestimmungen brennen. Ich liebe es, zuzusehen, wie sie sich begegnen und Geschichten erzählen.“ Und ernster fuhr er fort: „Es ist so, ich kann nicht wirklich Einfluß auf ihr Leben nehmen. Mir scheint zum Beispiel, daß Ihr ziemlicher Gefahr entronnen seid. Nun, Ihr hättet nicht in dieses Haus kommen können, hätte es nicht noch eine andere Zuflucht für Euch gegeben.“

[…]

„Ihr werdet feststellen, daß Eure Mitgäste heute nacht mitteilsam sind. Manchmal haben wir hier mürrische Leute, aber meistens nicht. Hier sind alle gleichermaßen weit jenseits ihrer Welten, und niemand kann durch eine andere Tür wieder gehen, als die, durch die er hineingekommen ist, noch kann er viel mehr mitnehmen als Ruhe, Heiterkeit und Erinnerungen. Daher ist in gewisser Hinsicht alles, was hier passiert, doch nicht so ganz geschehen. Das ist eine Freiheit, der sich nicht wenige bedienen. Bitte hier entlang.“

Dies passt auch sehr gut zu so einem Internet-Treffpunkt für uns Counter-Jewhadis wie damals auf „As der Schwerter“ und jetzt hier auf „Morgenwacht“.

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12 Kommentare

  1. Hat dies auf NORD-LICHT rebloggt.

    Antwort
  2. Hat dies auf Cernunnos' Insel rebloggt.

    Antwort
  3. KlaasAvenstaken

     /  September 24, 2017

    Ich habe gerade meine Stimme abgegeben und den Zettel mit zwei Kreuzen drauf in die Urne geworfen. Tut mir leid, ich konnte heute nicht widerstehen. Die mir bekannten AfDler und auch die sich hier in Sachsen zur Wahl stellenden AfD Leute sind meiner Meinung nach keine Cucks. Die Meisten wissen genau Bescheid über unsere (((Freunde))).

    Antwort
    • Habe ich zwar auch getan, aber nun wirklich zum letzten Mal: Das Ding, was die liebe Frauke jetzt abzieht, ist derartig teuflisch gerissen, daß man es schon fast bestaunen muß.
      Und nicht, daß ich mir von der AfD das Geringste versprochen hätte…
      Daß der erwähnte Personenkreis „genau Bescheid“ weiß, kann ich mir übrigens nicht vorstellen.

      Antwort
  4. KlaasAvenstaken

     /  September 26, 2017

    Das U-Boot Petry hätte man längst rausschmeissen müssen. „Genau Bescheid“ ist vielleicht übertrieben, jedoch wissen sie, dass unsere (((Freunde))) nicht unsere Freunde sind. Ich habe Reden von z.B, Heiko Hessenkemper und Karsten Hilse gehört, in denen ganz klar angesprochen wurde, was mit uns geplant ist (Stichwort: Volkstod) und auf Hintergrundmächte verwiesen wurde von denen man nicht öffentlich sprechen dürfe.

    Antwort
    • „Hilse positionierte sich gegen nationalistische Äußerungen seiner Parteikollegen Alexander Gauland und Jens Maier.“ – Bolschewikiblödia zwar. Sieh mich nicht als Feind an, aber das ist eher starker Tobak.

      Antwort
  5. Eine Mitteilung in eigener Sache: Meine schon vor einer Weile erwähnte starke zeitliche Eingespanntheit in meinem 3D-Leben ist seither nicht geringer, sondern eher schlimmer geworden. Zudem befinde ich mich derzeit in einem ziemlichen persönlichen Tief, das berufliche und private Gründe hat und mich bei Selberformuliertem (Kommentare oder Eigenartikel) sehr bremst.

    Kommende Woche werde ich überhaupt bis einschließlich Freitag nicht hier reinschauen können, weshalb ich noch schnell für etwas Lesestoffvorrat gesorgt habe. In dieser Zeit werde ich hängengebliebene Kommentare nicht freischalten können; habt also Geduld.

    Antwort
    • pils

       /  Oktober 3, 2017

      Die Daumenschrauben werden immer strammer gezogen, an allen Ecken und Enden ist es zu spüren. Der totale Krieg gegen uns, aber wir sind immer noch da und es zeigt sich auch Licht. Jeder von uns auch wenn es im ersten Augenblick nicht so aussieht macht doch das Richtige. Wir Deutsche können nicht anders. Was noch fehlt ist das kollektive Bewusstsein dafür, vom Instinkt her liegen wir schon richtig. Das kollektive Bewusstsein braucht noch ein wenig Zeit, aber dann wird es für die Freunde unlustig.

      Antwort
  6. Vermutlich ahnen es hier schon die meisten aber ich mache trotzdem auf den Artikel „Catalonia the newest european kosher state?“ von „wide awake gentile“ aufmerksam.
    Aber grundsätzlich kann man sagen, dass all diese „Autonomiebewegungen“ sich zwar von ihren engsten Angehörigen, aber nie von der JWO frei machen wollen. Das ist so als würde man glauben sich durch Ehescheidung vor den Machteliten zu schützen.“Kurdistan“ will ja wohl 200 000 Juden aufnehmen und Katalonien

    Zur Beurteilung „weißer Nationalisten“ ist es interessant zu sehen, wie sie sich dazu stellen und ob sie die jüdische Wühlarbeit aufdecken (oder wenigstens Distanz halten), die hinter den aktuellen Abspaltungen steckt.

    Ich wünsch Dir alles Gute Lucifex!

    Hat hier vielleicht jemand Videos von dem YouTube Kanal „March of the Titans“ gerettet, der gerade von denen vollständig abgeschaltet wurde?

    Antwort
  7. „Als Pol Pot im Juni 1982 mit seinen Roten Khmer und zwei nicht-kommunistischen Gruppen – der „Nationalen Front für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und kooperatives Kambodscha“ (FUNCINPEC) von Norodom Sihanouk, sowie der antikommunistischen „Khmer People’s National Liberation Front“ des früheren Premierministers Son Sann – wieder unter der Leitung von Sihanouk im malaysischen Kuala Lumpur eine Exilregierung bildete, wurde diese von den Vereinten Nationen anerkannt.“
    (Bolschewikipedia)
    Unangenehm, sich heute zu vergegenwärtigen, was man damals, als durchaus loyaler Ostgote, empfunden und sich dabei gedacht haben mag. Jedenfalls hatte ich eine unangenehm zu akzeptierende lange, sehr lange, Leitung.

    Antwort
  8. Kleiner Eisbär

     /  Oktober 18, 2017

    Der Kurze ist wieder im Weltnetz zu lesen.

    http://die-heimkehr.info/die-heimkehr/vom-ende-und-vom-anfang/

    Antwort

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