Tavernenrunde 7: Sommertaverne 2018

Als Fortsetzung der Tavernenrunde 6: Jahresbeginn 2018 habe ich hier eine neue Taverne als Treffpunkt für allgemeinen Gedankenaustausch eingerichtet.

Für diejenigen, die „As der Schwerter“ nicht mehr gekannt haben (und zur Erinnerungsauffrischung für die anderen): Das Vorbild der Tavernenrunden auf „Morgenwacht“ sind die Tavernenrunden in der „Taverne zum Alten Phönix“, die von mir auf „As der Schwerter“ für denselben Zweck eingerichtet worden sind (das diesmal hier verwendete Titelbild ist das ursprüngliche der ersten paar AdS-Tavernenrunden). Das Vorbild hierfür wiederum waren einerseits die „Kaffeehaus-Stammtische“ auf Kewils altem Blog „Fakten und Fiktionen“ sowie das „Gasthaus zum Alten Phönix“ in Poul Andersons Fantasy-Alternativweltroman „Ein Mitternachtssturm“.

In diesem werden, wie ich damals erläuterte, einige auch für uns interessante Dinge angesprochen: der Übergang vom heidnischen altenglischen Feenglauben zum Christentum, der „Alte Weg“, das ursprünglichere Christentum und das „Man-selbst-Sein“ im Gegensatz zum freudlosen, nüchternen und selbstgerechten Puritanismus. Die Geschichte spielt zur Zeit Oliver Cromwells, aber in einer anderen Wirklichkeit, in der alles, was Shakespeare geschrieben hat, Realität ist (Shakespeare ist dort der „Große Historiker“). Die „Taverne zum Alten Phönix“ ist ein Gasthaus, das zwischen dieser Welt und anderen (wie unserer) sowie zwischen den Zeiten hin- und herwechselt. Die beiden Helden dieser Geschichte – Prinz Rupert von den königstreuen Cavaliers und der einfache Soldat Will Fairweather –  stoßen darauf, während sie von ihren Feinden verfolgt werden:

Blitze leuchteten durch das Blattwerk der Bäume und versengten es plötzlich, ließen es weiß auf schwarz hervortreten, während die Kanonade des Donners tobte. Der Wind trug den ersten gewaltigen Regensturz vor sich her; die durch das Gezweig peitschenden Tropfen waren so schnell und so kalt, daß sie auf der Haut brannten.

Die Bäume wichen einem freien Fleck aus Gras und Blumen. Ein mit Schindeln gedecktes Gebäude erhob sich dort, von ungewöhnlicher Form und Größe, aber mit zwei Stockwerken und – man konnte es gerade eben erkennen – schrägen Enden mit phantasievollen Schnitzereien.

Rupert blieb stehen. „Wer hat ein solches Haus in der Wildnis errichtet?“ rief er aus.

„Niemand, Myloard, und es wird auch nicht lange hierbleiben.“ Sein Gefolgsmann nötigte ihn, weiterzugehen. Regen stürzte auf sie herab.

Vor der massiven, bronzebeschlagenen Tür hielten sie an. Über ihr war ein Busch angebracht, und darüber baumelte ein Schild an seinem Träger. „Eine Taverne, in der es Wein gibt“, bemerkte Will inmitten des Lärms. „Nein, warte. Was ist das? Ein blühender Dornenbusch, mitten im Sommer?“

Rupert besah sich das Zeichen. Das wenige Licht, das es gab, zeigte einen Vogel von seltener Schönheit, mit langem, flammend goldgetöntem Gefieder, der gerade einen Strauß Nelken zu seinem Nest trug, das er gerade baute. „Ein Phönix, kurz vor seinem Tod und seiner Wiederauferstehung“, meinte er. Dieses Namenszeichen ist mir nie zuvor begegnet.“

„Der Alte Phönix“, hauchte Will. „Das Gasthaus, von dem Puck sprach… war es erst gestern? Sind nicht ganze Lebensspannen seitdem vergangen?“

„Ho-ah!“ Der Ruf ging unter Wind, Regen und Donner beinahe unter. Unter flammendem Himmel eilte eine Gruppe von Männern mit Hunden herbei.

Rupert und Will treten ein, und kurz danach finden ihre Verfolger nur mehr eine leere Lichtung auf einem gewittergepeitschten Hügel vor.

Drinnen begegnen die Helden dem Wirtspaar und drei Gästen: Clodia Pulcheria aus dem alten Rom, Holger Danske (der in Wirklichkeit aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt und auf seinen Zeitreisen ins Mittelalter gelangt ist) und die amerikanische Zeit- und Dimensionsreisende Valeria.

Ein paar weitere Zitate daraus:

Rupert blickte ihn scharf an.

„Seid Ihr der… Besitzer… dieses Alten Phönix?“ fragte er.

Der Mann nickte. „Welches sind Eure Wünsche?“ Lächelnd hob er eine Handfläche. „Nein, laßt mich raten. In Kampf und Verzweiflung habt Ihr den Regen durchquert. Ein Bad, trockene Kleidung, heiße Speisen, ein Schuß Frohsinn, ein Bett, dann ein Frühstück, bevor Ihr wieder geht.“

[…]

„Der einzige Lohn für meine Gastfreundschaft ist es, Leute wie Euch zu treffen, in denen die Sterne vieler Welten und Bestimmungen brennen. Ich liebe es, zuzusehen, wie sie sich begegnen und Geschichten erzählen.“ Und ernster fuhr er fort: „Es ist so, ich kann nicht wirklich Einfluß auf ihr Leben nehmen. Mir scheint zum Beispiel, daß Ihr ziemlicher Gefahr entronnen seid. Nun, Ihr hättet nicht in dieses Haus kommen können, hätte es nicht noch eine andere Zuflucht für Euch gegeben.“

[…]

„Ihr werdet feststellen, daß Eure Mitgäste heute nacht mitteilsam sind. Manchmal haben wir hier mürrische Leute, aber meistens nicht. Hier sind alle gleichermaßen weit jenseits ihrer Welten, und niemand kann durch eine andere Tür wieder gehen, als die, durch die er hineingekommen ist, noch kann er viel mehr mitnehmen als Ruhe, Heiterkeit und Erinnerungen. Daher ist in gewisser Hinsicht alles, was hier passiert, doch nicht so ganz geschehen. Das ist eine Freiheit, der sich nicht wenige bedienen. Bitte hier entlang.“

Dies passt auch sehr gut zu so einem Internet-Treffpunkt für uns Counter-Jewhadis wie damals auf „As der Schwerter“ und jetzt hier auf „Morgenwacht“.

Interessante Diskussionsstränge aus früheren Tavernenrunden:

Tavernenrunde 2:

Diskussion über AltLite, AltRight, Meme Magic, Trumpismus, Pepe the frog etc., ab diesem Kommentar von Luftpost

Tavernenrunde 3:

Lange Diskussion über die Alt-Rightosphäre, Anglin, Daily Stormer, weev, „White Sharia“, das Feminismusproblem und das Mann-Frau-Verhältnis im weißen Abwehrkampf, ab diesem Kommentar von Luftpost

Tavernenrunde 5:

Der Libertarianismus- und Elitismus-Austausch, ab diesem Kommentar von branfendigaidd

Tavernenrunde 6:

Der „Exo-Juden / Judeo-Aliens“-Austausch, ab diesem Kommentar von mir (als Deep Roots)

Der „Hopium“-Strang, ab diesem Kommentar von Luftpost

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen (nehmt das ernst – ich mache keine Ausnahmen mehr!).

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Der Weg zum „Heerlager der Heiligen“: Ein chronologischer Überblick

Von Deep Roots, ursprünglich veröffentlicht am 22. September 2015 auf „As der Schwerter“

Als die sich schon seit Jahren allmählich steigernde „Heerlager der Heiligen“-Situation vor kurzem in beschleunigtem Maß zu eskalieren begann und offenbar von den Medien, Politikern und sonstigen Sprachrohren des JNWO-Systems parallel dazu nicht mehr heruntergespielt oder verschwiegen, sondern vielmehr auf einmal als große Krise herausgestellt wurde, haben wir von „As der Schwerter“ uns folgende Gedanken dazu gemacht:

● Ab wann ist es eigentlich damit so richtig losgegangen?
● Wie hat sich der Andrang der „Flüchtlinge“ in den Jahren davor allmählich zum „Sturm über das Mittelmeer“ und zur Völkerwanderung über die türkisch-griechische Landgrenze und die Balkanländer in die EU entwickelt?
● Von welchen politischen, medialen und militärischen Ereignissen war das jeweils begleitet?

Ich habe daraufhin beschlossen, diesen Übersichtsartikel über die Chronologie der relevanten Ereignisse zu erstellen: als Grundlage zum Nachdenken für uns und unsere Leser darüber, was das alles zu bedeuten hat, welche Absichten damit von wem verfolgt werden könnten und inwieweit darin neben der allgemeinen Zerstörungsabsicht gegen die Europäer auch eine speziell gegen Deutschland und eventuell auch bestimmte andere europäische Länder (z. B. Österreich, Serbien, Ungarn) gerichtete Agenda enthalten sein könnte. Lesern, die sich noch nicht so lange mit dieser Thematik befassen, wird einiges aus der Anfangszeit neu sein, und selbst wir alten Hasen merken, daß man vieles nur zu leicht vergißt. Es läßt sich auch schwer feststellen, wann genau es wirklich „losgegangen“ ist, weil die Entwicklung zum gegenwärtigen Migrationstunami ein über etliche Jahre laufender Prozeß war, der nur immer wieder mal eine schubweise Steigerung durch Schlüsselereignisse erfuhr und seit ungefähr Mitte des Vorjahres mit zunehmender Beschleunigung eskaliert ist, oder genauer: eskaliert wurde.

Wie die meisten unserer Leser bereits wissen werden, bezieht sich der Ausdruck „Heerlager der Heiligen“ auf das im gleichnamigen Roman des französischen Autors Jean Raspail aus dem Jahr 1973 geschilderte Zukunftsszenario, in dem eine Million indischer Armutsflüchtlinge sich – angestiftet von örtlichen christlichen Missionaren und linken Menschenrechtsaktivisten – einer Flotte von hundert altersschwachen, rostigen Schiffen bemächtigt, um damit nach Europa zu fahren und in Südfrankreich zu landen. Die Autorin Anne-Kit hat sich in ihrem am 1. August 2010 auf „Gates of Vienna“ erschienenen Artikel Wir wurden gewarnt mit diesem prophetischen Roman befaßt und unter anderem geschrieben:

Wir folgen den Ereignissen über mehrere Charaktere in Frankreich und beobachten die Reaktion der Welt auf das Vorankommen der Flüchtlingsflotte, während die Medien und die Intellektuellen – und die Kirche – das Unternehmen loben und ermutigen und sich darauf vorbereiten, „unsere Gäste” zu empfangen, und die schuldbeladene Selbstgeißelung fortsetzen, von der der Westen seit mindestens den letzten drei Jahrzehnten besessen war. Ein Slogan mit beunruhigend modernen Anklängen wird geboren: „Wir sind jetzt alle vom Ganges!”

Ein paar Unkenrufer sehen die unmittelbar bevorstehende Katastrophe als das, was sie ist. Das Problem ist, was man in der Sache tun soll. Geben wir nach, was den sicheren Tod der westlichen Zivilisation und der weißen Rasse zur Folge haben wird? Denn wenn die erste Welle Erfolg hat, werden andere folgen. Oder leisten wir Widerstand? Und wie? Töten wir eine Million wehrloser menschlicher Wesen, viele davon Frauen und Kinder? Falls nicht, wie sonst sollen wir Widerstand leisten und die Vernichtung unserer Zivilisation aufhalten? Oder lautet die Frage vielleicht, ob wir überhaupt die Stärke und den kollektiven Willen haben, sie aufzuhalten?

In den letzten Tagen, bevor die Schiffe durch die Straße von Gibraltar schlingern und es offensichtlich wird, daß sie nach Frankreich unterwegs sind, beginnen die Franzosen in Panik zu geraten. In letzter Minute befiehlt der Präsident den Streitkräften, das Land zu verteidigen, aber es ist zu spät. Der Großteil der Armee und Marine desertiert; die Bewohner des Südens fliehen nach Norden, Polizisten verlassen ihre Posten, Gefängnisse werden geöffnet, und die Sträflinge randalieren.

Als die Flüchtlinge vom Ganges im Süden Frankreichs an Land schwärmen, folgen überall auf der Welt andere in ihren jeweiligen Regionen ihrem Beispiel.

Ein kleiner Haufen Unentwegter mit dem Willen, ihren letzten kleinen Winkel der Provence bis zum bitteren Ende zu verteidigen, finden zu Monsieur Calguès und seiner Villa in den Bergen, wo sie — an die auf die Pest wartenden Protagonisten in Boccaccios Decamerone erinnernd — ein paar Wochen mit Reden und Lachen, Essen, Trinken und Singen verbringen und jeden erschießen, der sich dem Haus nähert. Sie führen eine Strichliste der getöteten Feinde: jener vom Ganges und jener, die sie „Sympathisanten” oder Verräter nennen. Das Ende kommt in Form eines Luftangriffes, der das alte Anwesen in Schutt verwandelt. Der Westen stirbt mit ihm, und eine orwell’sche Gesellschaft geht aus der Asche hervor und wird zu einer Art multirassischer Kommune.

In ihrem 2010 erschienenen Artikel stellt Anne-Kit schon einen Bezug zwischen der Romanhandlung und dem Andrang der zu dieser Zeit bereits über das Mittelmeer kommenden arabischen und afrikanischen „Flüchtlinge“ her, der aber schon seit etlichen Jahren davor im Gange war. So wurde schon in dem GEO-Artikel „Die Ennedi-Expedition, Teil 2: Ein Fenster in die Urzeit Afrikas“ von Uwe George im Augustheft 2004 (in dem es um eine Expedition ins Ennedi-Gebirge im nördlichen Tschad ging) eine Begegnung mit Afrikanern geschildert, die aufgrund von idealisierten Vorstellungen, die man ihnen eingeredet hatte, nach Europa wollten. Hier der relevante Abschnitt:

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Irakische Demonstranten danken „Tante Merkel“ und wollen auch bald nach Deutschland kommen

Von Deep Roots, ursprünglich veröffentlicht am 16. September 2015 auf „As der Schwerter“.

Ich weiß nicht, ob auch in den deutschen MSM schon etwas davon gekommen ist, aber die „Kronen-Zeitung“ von heute, 16. September 2015, brachte diesen Kurzartikel von Christian Hauenstein:

Massendemos gegen eigene Regierung

Iraker drohen mit Flucht in Richtung Deutschland

Bagdad (c.h.). – Mal sind es Tausende, mal Hunderte – in der irakischen Hauptstadt Bagdad, in Basra sowie in anderen Städten gehen die Menschen seit Tagen auf die Straßen, um gegen die Regierung, die ausufernde Korruption, mangelnde Stromversorgung, die allgemeine Aussichtslosigkeit sowie die Hilflosigkeit im Kampf gegen die Dschihadisten des Islamischen Staates zu demonstrieren. Und die Menschen machen unmissverständlich deutlich, dass sie bald in Richtung Deutschland aufbrechen wollen, wenn sich nichts ändern sollte.

Als Beweis dafür, daß das keine bloße Erfindung von mir ist, habe ich hier den ganzen Artikelscan eingefügt:

Falls da etwas dran ist (die elf Kanaken auf dem Foto sind ja kein Beweis dafür, daß das wirklich eine Massenbewegung ist), dann wäre das die nächste gewaltige Eskalationsstufe des gegenwärtigen „Flüchtlings“-Wahnsinns. Der Irak hatte 2009 schon knapp 29 Millionen Einwohner, das heißt heute sind es sicher schon deutlich über dreißig Millionen!

Zum Vergleich: Syrien hatte 2010 knapp 21 Millionen Einwohner, und bei Fortschreibung des Zuwachses zwischen 1989 und 2010 müssen es inzwischen 23 Millionen sein.

Klar ist, daß die irakische Regierung sich bestimmt nicht mit der Drohung, andernfalls nach Deutschland auszuwandern, zur Verbesserung der Zustände im Land drängen läßt, selbst wenn sie zu einer solchen Verbesserung überhaupt in der Lage wäre. Korruption, schlechte Infrastruktur, mangelnde Versorgung und Stromausfälle sind unvermeidliche Merkmale von Drittweltländern, wie sie auch schon Alex Kurtagic in „Warum wir schreiben“ aufgrund seiner Erfahrungen in Lateinamerika geschildert hat:

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Büchsen-Licht (9): Praxistest Kurzkarabiner FR 8

Der spanische Kurzkarabiner FR 8 im Kaliber 7,62 x 51 NATO (.308 Winchester) mit aufgepflanztem CETME-Bajonett.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf As der Schwerter“).

Vor kurzem konnte ich ein Exemplar des spanischen Kurzkarabiners FR 8 schießen, der bereits in meinem Artikel Büchsen-Licht (3): Militärische Mausergewehre erwähnt wurde.

Diese Waffe entstand aus umgebauten Karabinern Modell 98/43 (siehe den Mauserartikel), die neue, nur 47,5 cm lange Läufe im Kaliber 7,62 x 51 mm NATO (.308 Winchester), neue Lochscheibenvisierungen und geschlitzte Mündungsfeuerdämpfer erhielten. Die Vorderschäfte wurden gestutzt und erhielten eine Abdeckplatte mit Durchlässen für den Lauf und das darunterliegende, mit dem Kornträgerring verbundene Rohr, das für den Gaszylinder einer Gasdruckeinrichtung gehalten werden könnte, in Wirklichkeit aber einen Putzstock enthalten soll. An dem mir vorliegenden Gewehr habe ich jedoch keinen solchen Putzstock gefunden; das freistehende, mit einem federnden Druckstift im Haltering befestigte Rohr ist hinten geschlossen und endet mit einem kleinen Stahlzapfen, der in ein Loch der Abdeckplatte eingreift, hinter dem sich allerdings schon eine in den Vorderschaft hineinführende Bohrung befindet. Den vorderen Abschluß des Metallrohrs, auf dem sich die Bajonetthalterung befindet, kann abgeschraubt werden. Vielleicht befand sich in dem Rohr normalerweise eine Reinigungsschnur.

Neben dem FR 8, der auf dem Modell 98/43 beruht, gibt es noch den FR 7, der ein ansonsten gleichartiger Umbau aus älteren spanischen Mausergewehren ist (meist aus dem M 1916, seltener M 1893) und sich vom FR 8 durch einen geraden Kolbenhals und einen nach unten gebogenen Kammerstengel unterscheidet. Das Kürzel „FR“ steht übrigens nicht, wie im oben verlinkten Wikipedia-Artikel angegeben, für „fusil de repetición“ (Repetiergewehr), sondern für „fusil reformado“, also überarbeitetes/umgebautes Gewehr.

Die so entstandenen Kurzkarabiner haben ein parkerisiertes Finish. Zur Herkunft der Läufe gibt es unterschiedliche Angaben: laut Wikipedia kamen sie aus Steyr-Fertigung, während im VISIER-Sonderheft 56 „Repetiererfamilie System 98“ steht, es seien für das CETME-Sturmgewehr gefertigte Läufe gewesen, zum Teil von FN.

Ein Teil dieser Kurzkarabiner wurde bis in die 1970er-Jahre von berittenen Einheiten der Guardia Civil bei ihren Patrouillen geführt; der Großteil davon wurde in den Arsenalen gelagert, bevor er in größeren Stückzahlen auf den Surplus-Markt gelangte. Auf den FR 8 lassen sich die 98er-Bajonette nicht aufpflanzen, dafür aber das 34 cm lange Machetenbajonett für das spanischen CETME-Sturmgewehr.

Daten des FR 8:
Gesamtlänge: 96 cm
Lauflänge: 47,5 cm
Gewicht (ungeladen) 3,7 kg
Kaliber: 7,62 x 51 NATO (.308 Win.)
Magazinkapazität: 5 Patronen

Die Schießpraxis

Der von mir getestete Kurzkarabiner ist aus einem 1952 im Werk La Coruña gefertigten 98/43er Mauser entstanden (es gab auch welche aus dem Werk Santa Barbara). Als erstes fiel mir auf, daß die für 100 Meter bestimmte offene V-Kimme des ansonsten als Scheibendiopter ausgeführten Visiers einen etwas zu geringen Augenabstand hat, wodurch man sie beim Zielen – vor allem mit nicht mehr ganz jungen und dazu noch bildschirmstrapazierten Augen – zu unscharf sieht. Zwar gilt sowieso, daß man beim Zielen auf das Korn fokussieren und eine Unschärfe der Kimme und des Ziels in Kauf nehmen soll, aber bei einem Augenabstand, der für ein Dioptervisier bemessen ist, wird die Unschärfe einer offenen Kimme doch etwas zu groß; diese Visiereinstellung taugt eher zur schnellen Zielerfassung im Verteidigungsfall auf nähere Entfernung bis höchstens 100 m. So sieht die Visierung des FR 8 aus:

FR 8 Dioptervisier, hier auf die offene 100-Meter-Kimme eingestellt.

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Büchsen-Licht (8): Springfield M 1903, MAS 1936 und Schweizer K 31

Springfield M 1903 mit S-Schaft. Hier ist die Vorderschaft-Greifrille der ursprünglichen Ausführung gut zu sehen. Anscheinend wurde bei diesem Gewehr nachträglich die bei diesem Modell serienmäßig noch nicht vorhandene zweite Entlastungsbohrung an der rechten Seite der Verschlußhülse angebracht.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; Preise auf dem Stand von 2012)

In diesem „Büchsen-Licht“ zum Thema Militärrepetierer werde ich die noch verbliebenen Gewehrtypen aus dieser Sparte behandeln, die dem bewaffnungsinteressierten Leser unterkommen könnten, wenn man von Exoten einmal absieht. Dieser Artikel entstand hauptsächlich auf Grundlage des zweibändigen Werks „Infanteriewaffen gestern“ von Reiner Lidschun und Günter Wollert (ISBN 3-89488-036-8) sowie diverser Artikel im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ und in „VISIER“.

Die erste Baureihe davon ist das amerikanische Springfield M 1903, das im Jahre 1903 bei den US-Streitkräften eingeführt und in verschiedenen Modellen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und sogar noch von 1950 bis 1953 während des Koreakrieges bei diesen im Einsatz war. Diese lange Dienstzeit war nicht nur darauf zurückzuführen, daß die Umbewaffnung der amerikanischen Truppen auf das neue Selbstladegewehr Garand M 1 nicht im geplanten Tempo machbar war, sondern auch darauf, daß diese Konstruktion von ausgezeichneter Qualität war und sich schon im Ersten Weltkrieg hervorragend bewährt hatte. Insgesamt wurden vom Springfield M 1903 zwischen 1903 und 1944 von allen Varianten etwa 3,2 Millionen Exemplare produziert.

Dasselbe Gewehr Springfield M 1903 mit S-Schaft von links.

Das Springfield-Gewehr gehörte zweifellos zu den beispielhaften Waffenkonstruktionen von Anfang des 20. Jahrhunderts, wenngleich die in der US-Fachliteratur häufig vorkommende Einschätzung, es sei das beste Infanteriegewehr aller Zeiten gewesen, eine patriotisch eingefärbte Übertreibung sein dürfte. Allerdings ist lediglich der zweiteilige Schlagbolzen eine amerikanische Konstruktion. Das seinerzeit geringfügig verbesserte Verriegelungssystem ist jedoch eine Mauser-Entwicklung, das Spannstück eine Konstruktion der norwegischen Firma Krag-Jørgensen und das Magazin eine Lee-Enfield-Erfindung. Unbestritten sind allerdings die sehr guten Schußleistungen des Springfield-Gewehrs und die außerordentliche Präzision bei der Fertigung des Systems, auch die gute Oberflächenbearbeitung und Schäftung sowie alles in allem das anspruchsvolle Design.

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Die Westliche Allianz

Von Deep Roots; das Original wurde am 19. Mai 2008 um 17:26 Uhr von Eisvogel als Gastbeitrag auf ihrem nicht mehr existenten Blog „Acht der Schwerter“ veröffentlicht. Das Titelbild für diese Nachveröffentlichung wurde von mir – Deep Roots alias Lucifex – anstelle des ursprünglich von Eisvogel verwendeten (von der Freiheitsstatue) ausgewählt, und der Link zu Edith Piafs Lied Non, je ne regrette rien“ am Schluß war im Original auch noch nicht vorhanden.

Vorbemerkung des Verfassers zur Nachveröffentlichung auf „Morgenwacht“:

Dies ist mein allererster Blogartikel, der jemals im Internet erschienen ist. Nach dem Ende von „Acht der Schwerter“ war er bisher nur noch in der englischen Übersetzung A Western Alliance online vorhanden, die am 19. Oktober 2008 auf „Gates of Vienna“ veröffentlicht wurde (auf „As der Schwerter“ bin ich nie zur Nachveröffentlichung gekommen). Heute, knapp zehn Jahre später, bringe ich ihn als 900. Beitrag auf „Morgenwacht“.

Geschrieben habe ich ihn damals in meiner „counterjihadischen“ Anfangszeit, und das merkt man ihm heute doch an: Zwar war ich schon damals nicht mehr wirklich philosemitisch (das jüdische Verhalten in der Waldheim-Affäre und nach der schwarz-blauen Regierungsbildung von 2000 in Österreich hat da seine Spuren hinterlassen), aber das wahre Ausmaß des jüdischen Problems habe ich erst danach allmählich zu erkennen begonnen, und ich bin damals auch noch der irrigen Vorstellung aufgesessen, daß Israel unser „Verbündeter gegen den Islam“ sei, die ich später gemeinsam mit Osimandia in Israel, das Diaspora-Judentum und wir widerlegt habe. Weiters bin ich heute für eine Weiße Allianz statt einer bloß „westlichen“, und deshalb würde ich heute Rußland nicht mehr ausschließen und dafür die Allianz zu einer strikt rassisch-ethnischen machen, ohne irgendwelche vom Islam befreiten Orientchristenländer oder sonstige „brave“ nichtweiße Kleinstaaten. Eine Art von partnerschaftlichem Vorfeldsystem für nichtweiße Länder, die gut mit uns kooperieren wollen, weil sie wissen, daß sie mit uns fairere Deals als mit irgendwelchen anderen nichtweißen Ländern bekommen können, kann es zusätzlich zum rassisch exklusiven Identitätsklub „Weiße Allianz“ ja durchaus geben. Man braucht diese Leute deshalb ja nicht bei uns einwandern zu lassen oder ihnen etwas zu schenken. Den Freihandel habe ich damals auch noch positiver gesehen, wobei es zwischen weißen Ländern mit einigermaßen vergleichbaren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus ein gewisses Maß davon geben könnte. Jedenfalls kann der folgende Essay immer noch als Ausgangskonzept für Überlegungen zu einer zukünftigen „Weißen Allianz“ dienen.

*     *    *

Im folgenden möchte ich ein Konzept zur Diskussion präsentieren, das mich schon länger beschäftigt: das einer politischen, militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessengemeinschaft souveräner, demokratischer westlicher Nationalstaaten – möglichst aller demokratischen westlichen Staaten; der „Westlichen Allianz“.

Mir ist klar, daß so ein Konzept unter den heutigen politischen Rahmenbedingungen nicht realisiert werden kann. UNO, EU, die im Entstehen begriffene NAU, Big Business, Big Bureaucracy, Multikulti-Mafia, NGO-istan – das gesamte politische und wirtschaftliche Establishment aus Globalisten, New World Order und transnationalen Körperschaften hätte keine Freude an einer derart gegen ihre Interessen laufenden Entwicklung. Und die Vertreter der globalen islamischen Expansion, die den Multikulturalismus als „Computerwurm“ benutzen, um auf den „Festplatten“ der westlichen Länder ihre „Viren“ freizusetzen, wären damit genauso wenig einverstanden wie der Rest der Dritten Welt, der die westliche Zivilisation als Goldesel abhanden käme, wenn diese sich dem „White-Guilt-Syndrom“ entziehen und ihre eigenen Interessen wieder wahrnehmen würde.

Aber stellen wir uns einmal vor, wie eine solche „Westliche Allianz“ beschaffen sein könnte, die in erweitertem Rahmen das fortführt, was die NATO in den Jahren des Kalten Krieges für die Freie Welt war. Eine Gemeinschaft, die nur die Interessen des Westens global vertritt und die UNO, diesen überflüssigen, aufgeblähten korrupten Dritte-Welt-Förderverein, der ohne die Dollars, Kronen, Pfund und Euros genau jener Westler, gegen deren Interessen dieser Sauhaufen ständig agitiert, sowieso bald pleite wäre, auf den Wichtigmacherzirkus reduziert, der sie tatsächlich ist.

Eine Freihandelszone, die auf wirtschaftlichem Gebiet für eine breite Bevölkerungsmehrheit eben jene wirtschaftlichen Vorteile tatsächlich bringt, mit denen man uns für die EU bzw. NAFTA/NAU ködern will. Ein Freundeskreis westlicher (das heißt im wesentlichen europäischstämmiger) Völker, die ihre Identität wahren und sich darin auch gegenseitig unterstützen.

Wie könnte so etwas aussehen – nach einem „Reboot“ unserer Gesellschaften, nach einer Renaissance der Demokratie, deren Entwicklung und Erhaltung uns so viele Mühen, Leiden und Opfer gekostet hat?

1) Grundsätzlicher Aufbau der Allianz:

Ein unbedingtes Grundprinzip wäre die uneingeschränkte Souveränität der nationalstaatlich aufgebauten Mitgliedsstaaten. Es dürfte keine wie immer geartete überstaatliche Instanz geben, die in die Gesetzgebung der einzelnen Nationen eingreifen oder diese aushebeln kann. Kein „Allianz-Parlament“, keine „Allianz-Kommission“, keine Entsprechung zum Europäischen Gerichtshof. Jede – auch nachträgliche – Schaffung einer solchen Instanz muß grundsätzlich ausgeschlossen sein.

Daraus folgt auch die prinzipielle Unvereinbarkeit einer gleichzeitigen Mitgliedschaft in UNO oder EU (so noch außerhalb der Allianz existent) oder einer vergleichbaren Institution sowie in der WTO (mit dieser könnte es allenfalls Wirtschaftsabkommen geben).

Ebenso ausgeschlossen wäre eine Mitgliedschaft in der NATO, solange diese überhaupt noch existiert. Denn bei einer Rest-NATO vorderhand noch außerhalb der Allianz verbliebener Länder ist davon auszugehen, daß sie unter dem Einfluß der Transnationalen oder sogar moslemischer Unterwanderer samt deren Herkunftsländer stehen. Daher könnte es allenfalls ein vorsichtig positives Grundverhältnis dazu geben, das jederzeit revidiert werden kann.

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Büchsen-Licht (7): Steyr-Mannlicher „Scout“

Von Deep Roots (unter Verwendung eines IWM-Testberichts von Martin Schober). Ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; die im Artikel beschriebene waffengesetzliche Situation und die Preise sind noch auf dem Stand von 2012, bzw. das nun seit dem 1. Oktober 2012 aktuelle Waffengesetz 2010 war damals noch nicht in Kraft.

In meinen bisherigen Waffenbeiträgen habe ich mich auf die Vorstellung preisgünstigerer Waffen konzentriert (Äxte, günstigere Kipplaufflinten und Jagdbüchsen, militärische Repetiergewehre), ausgehend von der Überlegung, daß Leute, die willens und in der Lage sind, größere Geldbeträge für Waffen auszugeben, meist ohnehin bereits welche besitzen werden. Allerdings ist mir mittlerweile der Gedanke gekommen, daß es auch Leser geben wird, die sich durchaus auch teurere Waffen leisten können und wollen, aber bisher nicht wußten, wie relativ formlos man in Österreich derzeit noch Waffen der Kategorie C (meldepflichtige Waffen, d. h. Repetierbüchsen, Einzelladerbüchsen diverser Systeme sowie Bockbüchsflinten) und Kategorie D (nicht meldepflichtige Waffen, d. h. Kipplaufflinten) erwerben kann.

Derzeit (bis 30. September 2012) ist es noch so, daß Büchsen, die keine Halbautomaten sind (Vollautomaten sind sowieso verboten), von österreichischen Staatsbürgern frei ab 18 Jahren erworben werden können, wobei das Gewehr von Inhabern einer Waffenbesitzkarte oder eines Waffenpasses sofort nach Kaufabschluß mitgenommen werden kann, während man sich andernfalls ausweisen muß, damit der Händler bei der Waffenbehörde anfragen kann, ob gegen den Kunden kein persönliches Waffenverbot besteht. Falls keines besteht, kann die Waffe drei Werktage nach Kaufabschluß abgeholt werden. In beiden Fällen wird nur vom Händler ein Meldeformular ausgefüllt, in dem Art, Type und Seriennummer des Gewehrs sowie Name, Geburtsdatum, Anschrift und Ausweisnummer des Käufers eingetragen werden. Das Original bekommt der Käufer, die Kopie verbleibt beim Händler und ist von diesem sieben Jahre lang aufzubewahren. Bei Weiterveräußerung von Privat an Privat braucht keine Meldung an die Behörde zu erfolgen, sondern der Veräußerer muß dem Erwerber nur angeben, bei welchem Händler das Gewehr zuletzt gemeldet war, damit der Käufer, der die Waffe bei irgendeinem Händler melden muß, das in der Meldung unter „Zuletzt gemeldet bei…“ angeben kann. Ob der Erwerber das auch macht, liegt außerhalb der Verantwortung des Veräußerers.

Das geht aber nur noch bis zum 30. September 2012 so, denn ab 1. Oktober 2012 tritt die Waffengesetznovelle 2010 in Kraft, und dann müssen sämtliche neu im Handel erworbenen Schußwaffen (Kategorien B, C und D) im zentralen elektronischen Waffenregister des Innenministeriums registriert werden, und während die bisher schon in Privatbesitz befindlichen B-Waffen von den jeweiligen Bezirkswaffenbehörden aufgrund ihrer Unterlagen an dieses Register gemeldet werden müssen, ist jeglicher Altbesitz von C-Waffen (vor 1. Oktober 2012 erworben) bis spätestens 30. Juni 2014 ebenfalls bei diesem elektronischen Zentralregister nachzumelden. Nur Altbesitz von D-Waffen (Kipplaufflinten) braucht nicht nachgemeldet zu werden, außer im Falle einer Weiterveräußerung an Dritte nach dem 30. September 2012.

Da aber die Meldungen der ab 1996 erworbenen C-Waffen elektronisch nicht verwertbar sind, wie auch der Ex-Vizekanzler und nunmehrige niederösterreichische Landesjägermeister Josef Pröll in einem Interview mit der IWÖ bestätigte, sieht es nun so aus:

Wenn z. B. Jörg Hinterhuber bereits ein Repetiergewehr besitzt oder jetzt in der nächsten Zeit erwirbt und es noch vor dem 1. Oktober 2012 an einen anderen Privaten weiterveräußert, braucht er der Behörde nichts davon mitzuteilen, und falls die Behörde irgendwann später mal von ihm wissen wollte, was aus dieser Waffe geworden ist, kann Jörg Hinterhuber sich auf diese Veräußerung berufen, und die Behörde muß ihm das glauben und kann nicht feststellen, ob das stimmt (Hinterhuber muß ja nicht einmal mehr wissen, wie dieser Käufer geheißen hat), oder ob er das Gewehr vielleicht doch noch besitzt (oder womöglich illegalerweise an seinen Bekannten Jens Klawuttke aus Magdeburg weiterverkauft hat).

Hier werde ich nun ein etwas teureres Gewehrmodell vorstellen, und zwar aufgrund einer Anregung unseres Lesers Richard, und weil es in seiner Art etwas Besonderes ist, das „Scout“ der Firma Steyr-Mannlicher, das inzwischen in den Kalibern .223 Remington (5,56 x 45 mm NATO), .243 Winchester, 7 mm-08 Remington und .308 Winchester (7,62 x 51 mm NATO) erhältlich ist, wahlweise mit Rückstecher- oder Direktabzug. Anders als im weiter unten wiedergegebenen Testbericht aus dem Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ von 1998, wo ein 2,5fach vergrößerndes Zielfernrohr offenbar zum Lieferumfang gehörte, gilt der heutige Grundpreis nur für das Gewehr ohne Zielfernrohr, nur mit der aufklappbaren Behelfsvisierung.

Steyr Scout von links mit zwei fünfschüssigen Magazinen.

Hier die Preisliste laut dem Katalog von Jagd & Sport 2011/12, damit interessierte Leser gleich wissen, ob sie sich das Ding leisten können:
Steyr-Mannlicher Scout ohne Zielfernrohr, inkl. 2 Magazine á 5 Schuß: € 1.929,00,
Aufpreis Camouflage-/Timberdesign-Schaft: € 146,00
Schafteinlagen aus Holzimitat in Vorderschaft und Kolben: € 77,00
HC-Adapter für 10schüssiges Magazin: € 92,00
Extra-Magazin 5schüssig: € 64,00
Extra-Magazin 10schüssig: € 104,00
Schaftverlängerung (1 cm): € 23,00
Weiche Schaftkappe: € 23,00

Zum Kaufpreis inklusive gewünschter Extras muß dann noch das Geld für ein Zielfernrohr plus Montageteile addiert werden. Wer sich bis September nur das nackte Gewehr leisten kann, nicht jedoch die Zieloptik, sollte sich auf jeden Fall jetzt schon das Gewehr sichern, denn das Glas kann man auch später noch nachrüsten.

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Büchsen-Licht (6): Mosin-Nagant-Gewehre

Feuerzauber: Mündungsblitze der starken Infanteriepatrone 7,62 x 54R aus den kurzen Läufen von Mosin-Nagant-Karabinern auf einem nächtlichen Schießstand.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; die Preisangaben im Artikel entsprechen dem Stand von 2012)

Dieser Beitrag behandelt ein weiteres klassisches Infanteriewaffensystem, nämlich die russischen Gewehre und Karabiner des Systems Mosin-Nagant 1891. Quellen hierfür waren diverse Artikel im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ und in „VISIER“, die Bücher „Infanteriewaffen gestern“ und „Schützenwaffen heute“ von Günter Wollert, Reiner Lidschun und Wilfried Kopenhagen sowie eigene Praxiserfahrungen und Gespräche mit anderen Schützen.

Das Mosin-Nagant-Waffensystem gehört zu den wenigen Konstruktionen, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und mit kleinen Änderungen und Verbesserungen beide Weltkriege überlebten. In seiner Konstruktion lassen sich einige Details finden, die bei dem berühmtesten und in der Welt am verbreitetsten System – dem Mauser 98 – besser gelöst waren, z. B. die Art der Sicherung. Die lange Lebensdauer der Waffe zeugt jedoch von der Qualität der Mosin’schen Konstruktion. Im Verlauf etlicher Jahrzehnte und im harten kriegerischen Einsatz entsprach die Waffe den Anforderungen an eine Armee-Standardwaffe und bewies weitgehend ihre Nützlichkeit, Verläßlichkeit und geringe Störanfälligkeit.

Ihre Geschichte reicht zurück in die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts, als die Militärbeschaffungsstellen des russischen Zaren ganz im Trend der damaligen Zeit nach einem kleinkalibrigen Repetiergewehr suchten. Gefunden wurde diese neue Waffe für die Zarenarmee mit dem Mosin-Nagant-Gewehr im Drei-Linien-Kaliber 7,62 mm, dessen erste Variante, heute als Modell 1891 bezeichnet, 1891 eingeführt wurde. Dabei handelt es sich um die Kombination eines vom russischen Offizier Sergej Mosin in der staatlichen Waffenfabrik Tula entwickelten Systems mit dem von den belgischen Waffenkonstrukteuren Emile und Leon Nagant entworfenen Repetiergewehr mit einreihigem Magazin. Vom Mosin-Gewehr wurde die Systemhülse samt Verschluß übernommen und von der Nagant-Waffe das Magazin.

Mosin-Nagant-Waffen, von oben nach unten: ursprüngliches Zar-Nikolaus-Gewehr 1891; vermutlich ähnliche Ausführung ohne Riemenbügel; 2 x Gewehr 1891/30; Karabiner Modell 1938; Karabiner Modell 1944.

Die neue Patrone vom Kaliber 7,62 x 54R, die heute noch in Nord- und Osteuropa als Sport- und Jagdpatrone ein hohes Ansehen genießt und in Finnland als 7,62 x 53R bezeichnet wird, wurde zunächst mit einem Rundkopfgeschoß laboriert und 1908 mit einem 9,7 g schweren Spitzgeschoß an die neuen Anforderungen an Infanteriemunition angepaßt. Die 7,62 x 54R rückte somit in die Leistungsklasse der heutigen .308 Winchester (7,62 x 51 NATO).

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Büchsen-Licht (5): Preisgünstige Zentralfeuerbüchsen

Kipplaufbüchse Baikal IJ-18 MN

„Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet, wird für diejenigen pflügen, die das nicht getan haben.“

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“, hier nachveröffentlicht ohne den inzwischen überholten waffengesetzlichen Anfangsteil; davor zuletzt aktualisiert am 20. Juni 2014; Preise Stand 2012)

DIE WAFFEN

Nach meinen bisherigen Waffenartikeln folgt hier nun ein Beitrag für diejenigen Leser, die etwas Weitschußtauglicheres als eine Flinte und etwas Stärkeres als ein Kleinkalibergewehr (Randfeuerbüchse) wollen, eine Alternative zu Unterhebelrepetiergewehren, aber keinen klassischen Militärrepetierer in der Art eines Mausergewehres oder einer Lee-Enfield, weil sie sich vielleicht als Waffenlaien nicht auf den Kauf einer solchen alten Gebrauchtwaffe einlassen wollen oder sich den harten Rückstoß einer starken Infanteriepatrone aus einem Gewehr mit metallener Kolbenkappe nicht zumuten möchten.

Für diese gibt es hier eine Übersicht an günstigen Büchsen, die man neu „von der Stange“ kaufen kann und die schießfertig nicht viel über tausend Euro kosten. Mit „schießfertig“ ist gemeint, daß standardmäßig eine offene Visierung vorhanden ist, sodaß man zum Gewehr nicht auch noch ein Zielfernrohr dazukaufen muß, wofür samt Montage bei angemessenem Wertigkeitsverhältnis etwa noch einmal der Preis der Basiswaffe einzurechnen wäre (wer ein Zielfernrohr möchte, sich aber bis 1. Oktober nur ein „nacktes“ Gewehr in dieser Preisklasse leisten kann, kann dieses später immer noch formlos mit einem ZF nachrüsten). Das günstigste Angebot ist hier die

Kipplaufbüchse Baikal IJ-18 MN: € 382,00 (bei Jagd & Sport)

Die einschüssige Kipplaufbüchse Baikal IJ-18 MN ist von der Einlaufflinte Baikal IJ-18 abgeleitet (siehe Teilchenbeschleuniger). Sie ist in den Kalibern .222 Remington, .223 Remington (5,56 x 45 mm NATO), .308 Winchester (7,62 x 51 mm NATO), .30-06 Springfield und dem klassischen Kalaschnikow-Kaliber 7,62 x 39 mm erhältlich. Der Lauf ist im selben Verfahren kalt gehämmert wie bei den Steyr-Mannlicher-Repetiergewehren, was man am spiralig gewundenen Laufaußenprofil erkennt. Das Gewehr hat ein Standvisier, Riemenbügel, eine Kunststoff-Kolbenkappe und eine 11 mm Prismenschiene für Zielfernrohrmontage. Es gibt keinen Ejektor, sondern nur einen Patronenauszieher. Als Schaftmaterial steht das dunklere Nußbaumholz, das hellere Buchenholz oder Kunststoff zur Auswahl.

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Büchsen-Licht (4): Lee-Enfield-Gewehre

Lee-Enfield-Gewehre: Im Vordergrund ein „Jungle Carbine“ No. 5 Mark 1, darunter eine No. 4 Mark 1, dahinter ein SMLE.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; im Artikel angegebene Preise noch auf dem Stand von 2012)

In diesem vierten Teil meiner Büchsen-Serie stelle ich eines der erfolgreichsten Militärrepetierer-Systeme der Welt vor, das sich gut ein Jahrhundert lang – länger als jedes andere System – im Truppendienst hielt. Dieses geht auf die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurück, als sich die britischen Militärbeschaffungsstellen für das Lee-Enfield-Gewehr entschieden, das in seiner ersten Version im Dezember 1888 von den britischen Streitkräften übernommen wurde. Die Waffe entstand aus dem Lee-Metford-Gewehr, das nach der Umrüstung der Truppe auf Nitropatronen mit dafür ausgelegten Läufen aus Enfield versehen und mit dem Magazinsystem des schottischstämmigen Amerikaners James Paris Lee ausgerüstet wurde, der als Erfinder des abnehmbaren Kastenmagazins gelten kann. Mit dieser damals revolutionären Erfindung wurde die neue Gewehrserie ausgestattet, die wegen der damals noch gängigen Vorstellungen vom präzisen Schuß über weiteste Entfernungen auch noch an der linken Schaftseite ein spezielles Weitschußvisier bis 2800 Yards aufwies. Merkwürdigerweise erkannten die Briten nicht, welche Vorteile das einsteckbare Magazin bietet. Wurde zu Anfang noch zu jedem Gewehr ein Reservemagazin ausgegeben, so wurden diese später wieder eingezogen und die Magazine am Gewehr sogar mit einer kleinen Kette befestigt (obwohl diese Kette später wieder entfiel, gab es die dafür bestimmte Öse an der Systemunterseite sogar noch bis zur No. 4 Mark 2!).

Frühes Lee-Enfield-Gewehr Mark I*, noch mit Magazinabschaltung (hier aktiviert) und Staubschutzdeckel und ohne Ladestreifenbrücke.

SHORT, MAGAZINE, LEE-ENFIELD: DAS GEWEHR No. 1 (SMLE)

Um die Jahrhundertwende entstand aus den Lee-Enfield-Gewehren das SMLE („Short, Magazine, Lee-Enfield“), das fast fünfzig Jahre lang die britischen Truppen auf die Schlachtfelder begleiten sollte. Beim SMLE mit seiner stutzenartigen Mündung, den hohen Kornschutzbacken und dem langen, bis zur Mündung reichenden Handschutz wurden die unangenehmen Erfahrungen aus dem Burenkrieg berücksichtigt, wo man es zum ersten Mal mit einem zumindest gleichwertig bewaffneten Gegner zu tun hatte. Nach den peinlichen Gefechten, in denen sich die britischen Truppen ziemlich blamierten, wurde die Schuld auf das Lee-Metford geschoben. Zu Recht, was einige Details an der Waffe betraf, wie die ab Werk vorjustierten, aber nicht nachgeschossenen Visierungen mit stark abweichenden Treffpunkten, oder der zu kurze Handschutz und die klappernden Schäfte. Zu Unrecht, wenn das ganze Gewehr als dem Mauser unterlegen geschildert wurde.

Die wahren Gründe lagen nicht nur in den von den Buren meisterhaft geführten Mauser-Gewehren. Zwar waren die Mauser-Repetierer M 1896 im Kaliber 7 x 57 (von denen der Schweden-Mauser im Kaliber 6,5 x 55 ein Ableger ist) den Lee-Gewehren technisch und ballistisch etwas überlegen, aber der wahre Grund lag in den Buren, die die Geländeverhältnisse kannten und zu ihrem Vorteil ausnutzen konnten. Mit der Waffe regelrecht lebend, konnten sie die Perfektion der Mauserbüchsen voll ausnutzen, während die Engländer eine eher mäßige, erst nach dem Debakel verbesserte Schießausbildung erhielten. Der wichtigste Vorteil lag aber bei der Kampfmoral der Buren darin, daß sie in ihrem eigenen Land kämpften.

Die Veränderungen am SMLE gegenüber seinen Vorgängern betrafen außer den großen, optisch auffallenden Maßnahmen, wie dem bis zur Mündung von Vorderschaft und Handschutz umschlossenen Lauf, an dem man sich nun nicht mehr die Finger verbrennen konnte und bei dem es nicht mehr so schnell zu Hitzeflimmern in der Visierlinie kam, auch kleinere Modifikationen, wie zum Beispiel die Materialänderung der Kolbenkappe von Eisen zu Messing. Im Jahre 1907 kam es auf diesem Wege der vielen kleinen Schritte zum SMLE Mk. III (später, nach der Einführung des Gewehrs No. 4 Mk. 1 wurde das SMLE auch als Lee-Enfield No. 1 Mk. III bezeichnet). Natürlich blieb die Entwicklung nicht stehen, so fiel zum Beispiel die überflüssige Weitschußvisierung und die Magazinabschaltung weg, woraus das (No. 1) Mark III* entstand.

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