Zerschlagen wir ein paar Wahnvorstellungen

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Lucifex. Das Original Let’s Crush Some Delusions erschien am 15. Juli 2017 in Kevin Alfred Stroms Essays auf Basis einer Radiosendung von American Dissident Voices vom selben Datum.

 

 

Es hat mich einmal jemand gefragt, was mein Ziel im Leben sei. Ich antwortete etwas flapsig, daß es meine lebenslängliche Pflicht sei, Weißen zu zeigen, daß fast alles, was ihnen ihr ganzes Leben lang beigebracht worden ist, das Gegenteil von wahr und das Gegenteil von moralisch ist – besonders jene Dinge, von denen ihnen gesagt wurde, daß sie heilig seien. Vielleicht war das eine leichte Übertreibung. Aber es ist wahr, daß wir Weißen von einem Feind angegriffen werden, dessen Hauptwaffen Täuschung und Trickserei sind. Wir haben so viele absichtlich implantierte Wahnvorstellungen in uns aufgenommen, daß wir verkrüppelt auf einem Schlachtfeld liegen, wo wir leicht siegreich sein könnten. Zerschlagen wir heute ein paar jener Wahnvorstellungen.

Wahnvorstellung A: Rassenvermischung ist der unvermeidliche Trend der Zukunft und der Natur.

Es stimmt, die massive, Billionen Dollar teure, jahrzehntelange Propagandakampagne für die Rassenvermischung (die uns davon zu überzeugen versucht, daß es „unmoralisch“ sei, das Überleben der eigenen Rasse zu schätzen) hat einen Effekt gehabt. Sie verringerte zum Beispiel den Prozentanteil der Weißen, die innerhalb ihrer eigenen Rasse heiraten, von 99 Prozent auf ungefähr 90 Prozent. Ich gebe zu, das ist etwas sehr Schlechtes.

Aber es gibt keine Garantie, daß dieser Trend fortdauern wird: 1) Er ist sehr künstlich und wird uns durch die Massenmedien und andere gesichtslose Institutionen aufgezwungen, denen zunehmend mißtraut wird und die von den Juden kontrolliert werden, denen zunehmend mißtraut wird; 2) Weckrufe wie Ferguson und Baltimore zeigen uns, wie unecht und zwiebelschalendünn der Firnis der „Rassenharmonie“ in Wirklichkeit ist.

Am wichtigsten aber ist, daß er gegen den langfristigen Trend der Natur geht. Sehen Sie sich dieses Diagramm der genetischen Distanz zwischen verschiedenen Menschengruppen an, das auf der Arbeit von Cavalli-Sforza beruht:

Das Interessante an dem, was Cavalli-Sforza et al. herausfanden (sich selbst zum Trotz, wenn man ihre politkorrekten Ansichten bedenkt), ist, daß Rasse real ist, daß die weiße Rasse eins ist und daß die Großrassen sich genetisch ziemlich genau so gruppieren, wie es uns unsere Seelen und Instinkte die ganze Zeit gesagt haben.

Wie Sie aus der Grafik ersehen können, befinden die europäischen Völker sich fast allein für sich in einer Ecke, nahe bei einigen eng verwandten kaukasischen Ethnien, mit den Nordasiaten und Südasiaten und Afrikanern in eigenen und separaten Gruppierungen in weit voneinander getrennten Teilen der Grafik.

Ebenfalls interessant an der Grafik der relativen genetischen Distanzen ist die Tatsache, daß die Mitte, die man als den nominellen „Durchschnittsteil“ der Grafik betrachten würde, nahezu leer ist, während die Peripherie oder der Randbereich der Grafik relativ voll ist – was die Grafik der genetischen Distanzen ein wenig wie eine Grafik des sich ausdehnenden Universums aussehen läßt. Dieses Bild ist keines der Panmixie, sondern eines von Rassen, die sich voneinander weg entwickeln, weg vom Durchschnitt oder von der Mitte, und vielfältiger im wahren Sinne des Wortes werden, und mit der Zeit verschiedener werden. Auch dies stimmt sowohl mit der Beobachtung des gesunden Menschenverstandes wie auch mit den Gesetzen der Evolution überein, die das rassische Auseinanderentwickeln und Separieren als Stadien postulieren, die jede Lebensform im Laufe ihrer Evolution unzählige Male durchlaufen hat, Stadien, die der Artbildung zwangsläufig vorausgehen. Daher ist die Rassentrennung einer der Motoren des Lebens selbst. Weder die Evolution noch irgendeine Art von Leben könnte ohne sie existieren.

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Die Adametz-Sammlung: Vom Gerümpel zum hochgeschätzten Archiv alter Landrassen

Pferdeschädel aus der Adametz-Sammlung des Wiener Naturhistorischen Museums

Wie eine Schädel- und Skelettsammlung beinahe auf dem Müll gelandet wäre, wie sie gerettet wurde und welche herausragende Rolle sie in der wissenschaftlichen Rekonstruktion der Geschichte der Nutztierfauna wie auch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte spielt.

Von Erich Pucher, aus Heft September 2011 der ORF-Publikation UNIVERSUM. (Hier mit einem Anhang von Deep Roots.)

Die Archäologisch-Zoologische Sammlung der 1. Zoologischen Abteilung zählt zu den vergleichsweise jungen Einrichtungen des Naturhistorischen Museums Wien. Erst Anfang der 1970er-Jahre wurde sie vor allem als interdisziplinäre Forschungsstelle ins Leben gerufen, um einerseits den Wunsch der Archäologen nach wissenschaftlicher Interpretation der von ihnen oftmals zu Tausenden aus vor- und frühgeschichtlichen Siedlungen ausgegrabenen Tierknochenreste auch hierzulande abdecken zu können, andererseits, um auf diese Weise Einblicke in das Schicksal der Wild- und Haustierfauna zwischen der Eiszeit und der Gegenwart zu erhalten. Gerade diese, für den heutigen Zustand des Landes so entscheidende Zeitspanne der immer massiver werdenden Eingriffe des Menschen in die Natur war nicht nur in Österreich beinahe unerforscht. Die interdisziplinär ausgerichtete Archäozoologie sprang in diese Lücke und hat inzwischen mehrfach bewiesen, dass aus den meist arg zerstückelten Knochenresten vielfältige Aussagen, sowohl zur Geschichte der Wild- und Haustierfauna, als auch zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte gewonnen werden können. Voraussetzungen dafür sind nicht etwa eine sündteure High-Tech-Apparatur, sondern vor allem solide morphologische Kenntnisse, herausragendes Gestaltwahrnehmungsvermögen und eine möglichst umfassende Vergleichssammlung.

Leopold Adametz

Kaum hatte die neue Sammlung unter improvisierten Bedingungen in beengten Verhältnissen zu arbeiten begonnen, kam 1976 aus der Universität für Bodenkultur die Nachricht, dass das Institut für Tierproduktion dabei sei, die Adametz-Sammlung auszuscheiden, um Platz für moderne Einrichtungen zu schaffen. Es handelte sich dabei um eine rund 1.300 Schädel und einige Skelette alter Nutztierrassen umfassende Sammlung, die großteils zwischen den 1890er und 1930er-Jahren vom damaligen Inhaber der Lehrkanzel für Tierzucht, Professor Leopold Adametz, zusammengetragen worden war, um die Verwandtschafts- und Abstammungsverhältnisse der Nutztierrassen mit den damals gebräuchlichen typologisch-schädelkundlichen Methoden untersuchen zu können. Adametz nützte dabei die letzte sich bietende Gelegenheit, Belegstücke der einst so vielfältigen, seit dem 19. Jahrhundert aber rapide dahinschwindenden alten Landrassen zu erwerben.

Die Vielgestaltigkeit der Hausrinder

Adametz war seiner Zeit insofern weit voraus, als er in den mitunter über viele Jahrhunderte an lokale ökologische Bedingungen adaptierten, anspruchslosen, robusten und vitalen Landrassen ein reichhaltiges genetisches Reservoir erblickte, dessen Bedeutung von der modernen, rein ertragsorientierten Tierproduktion zunehmend unterschätzt wurde. Erst heute, da bloß einige wenige anspruchsvolle und dazu genetisch gefährlich eingeengte Hochleistungsrassen fast sämtliche Ställe besetzen, versucht man zu retten, was noch zu retten ist, und die kärglichen Reste der Landrassen als gesunde genetische Reserve zu erhalten. In der Folge entwickelte Adametz als anerkannte wissenschaftliche Autorität seiner Zeit ein Lehrgebäude zur Abstammung der Nutztierrassen, in das er auch archäologische Funde mit einbezog. Wie sein Schweizer Vorläufer Ludwig Rütimeyer und zuvor schon der Brite Richard Owen, meinte auch Adametz die Vielgestaltigkeit der Hausrinder nicht auf eine einzige Stammform zurückführen zu können, sondern hielt an der Abstammung der Kurzhornrassen von einem ausgestorbenen wilden Kurzhornrind, auch gegenüber langsam lauter werdender Kritik an dieser Auffassung, bis zu seinem Tode unerbittlich fest, denn der 1627 ausgestorbene Auerochse schien ihm nur als Ahne der großhörnigen Hausrinder in Frage zu kommen. Wenig später erwiesen sich sämtliche vermeintliche Beweise für die einstige Existenz eines wilden Kurzhornrindes im Lichte neuer Untersuchungsmethoden als unhaltbar. An Adametz blieb ungeachtet seiner vielen anderen Verdienste der Ruf haften, vor allem ein starrsinniger Verfechter der „polyphyletischen“ Abstammung des Hausrindes gewesen zu sein.

Mit der Widerlegung dieser These verlor auch die Adametz-Sammlung scheinbar an wissenschaftlichem Wert. Überhaupt wehte der Typologie gerade eine steife Brise entgegen. Man bevorzugte moderne Methoden und ließ kein gutes Haar an der altmodischen Schädel- und Rassenlehre. Die Archäozoologie konzentrierte sich nun weniger auf die Rassen- als auf die Wirtschaftsgeschichte. Selbst offenkundige Rassenunterschiede im archäologischen Fundmaterial wurden kurzerhand als extreme Varianten ein und derselben Population abgetan. Auch innerhalb der Tierzucht schien sich niemand mehr für die Rassengeschichte zu interessieren, da man sich auf die weitere Ertragssteigerung der modernen Hochleistungsrassen konzentrierte und niemand den gerade aussterbenden oder schon verschwundenen alten Landrassen mit ihren viel geringeren Erträgen eine Träne nachweinte. Der kurzsichtige Zeitgeist macht auch vor der Wissenschaft nicht halt. So war es eigentlich kein Wunder, dass der Entschluß fiel, die Adametz-Sammlung zu entsorgen. Dem damaligen Zoologiedozenten Hans Martin Steiner war es zu verdanken, dass die Sammlung doch noch vor ihrer Vernichtung gerettet wurde, indem er sie an das Naturhistorische Museum vermittelte, das sich im Wissen, dass in der ganzen Welt nur sehr wenige vergleichbare Sammlungen existieren, bereit erklärte, sie trotz akuten Platzmangels vorläufig irgendwie zu verstauen, bis man eine adäquate Lagermöglichkeit fände. Diese fand sich dann erst zwanzig Jahre später, nach dem Ausbau des Dachgeschosses.

Knöchernes Archiv der Nutztierrassen

Vergleich zwischen der aus Fragmenten zahlreicher Individuen von E. Pucher erstellten graphischen Schädelrekonstruktion einer keltischen Kuh (oben) und einer Kuh der Steirischen Bergschecken aus der Adametz-Sammlung (unten).

Erst in den 1990er-Jahren wissen neue archäozoologische Untersuchungen, statistische Analysen und schließlich auch molekulargenetische Daten darauf hin, dass doch schon zur Jungsteinzeit unterschiedlich beschaffene Landrassen existiert haben müssen. Die Geschichte der Rinderrassen begann sich damit wieder als Frage zu stellen. Gleichzeitig führten eingehende Vergleiche von Rinderknochen aus der Keltenzeit mit den in der Adametz-Sammlung enthaltenen Schädeln und auch Knochenfunden aus alpinen Schachthöhlen in der Wiener Archäozoologie zur Einsicht, dass unter allen von Adametz gesammelten Schädeln jene der Steirischen Bergschecken die beste Übereinstimmung mit diesen Funden zeigten. Wenig später stellte sich heraus, dass sogar die in den Salzminen des Halleiner Dürrnbergs erhalten gebliebenen Fellreste denselben Scheckungstyp und dieselbe Feinheit der Haare aufwiesen, wie die alten Bergschecken. Schritt für Schritt wurde immer klarer, dass diese 1986 ausgestorbene, uralte Landrasse nichts anderes darstellte, als die über zweieinhalb Jahrtausende beinahe unveränderten Nachkommen der Rinder des keltischen Königreichs Noricum. Ihre Schädel existierten nun nur noch in der Adametz-Sammlung. Doch auch für andere Funde fanden sich ausgezeichnete Parallelen in der Sammlung, so dass langsam immer mehr Licht auf die Geschichte der Rinderrassen fiel. So stützte der Vergleich der Schädelfunde großgewachsener Importrinder der Römischen Kaiserzeit mit den Schädeln der mittelitalienischen Razza Chianina der Adametz-Sammlung die von vielen Autoren seit langem gehegte Meinung, dass die weißen Chiana-Rinder als neuzeitliche Nachkommen der Römerrinder anzusehen seien.

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Artenschutz oder Bison-Suprematismus?

„Hey Mann, das ist ein schöner Hund; was für eine Hunderasse ist das?“ – „Rasse ist ein Sozialkonstrukt; es gibt nur eine Rasse: die hundliche Rasse.“

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Animal Conservation or Bison Supremacism? erschien am 11. Juni 2017 auf „The Occidental Observer“.

Ich habe eine allgemeine Regel beim Umgang mit den Politkorrekten: schau dir an, was sie tun, nicht was sie sagen.

Ich war sprachlos, als ich kürzlich auf die Bemühungen zur Wiederherstellung der „genetischen Reinheit“ des nordamerikanischen Bisons stieß, dessen überwiegende Mehrheit durch speziesübergreifende Fortpflanzung mit Hausrinder-DNS verunreinigt worden ist. Während es in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein Dogma ist, daß Rasse, Gender und alles sonstige Menschliche Sozialkonstrukte ohne biologische Grundlage sind, sind Naturschutzbiologen entschlossen, die einzigartige genetische Architektur des amerikanischen Bisons zu bewahren.

Der Führer im Kreuzzug für die Wiederherstellung der genetischen Integrität des Bisons ist Dr. James Derr, ein Genetiker an der Texas A&M University. Ein Artikel in Nature über Derrs Bemühungen hat dies zu sagen:

Was bedeutet es, eine Spezies zu retten? Für manche bedeute die Bewahrung des amerikanischen Bisons, sein Genom rein zu erhalten…

Derr hat fast im Alleingang eine Bewegung zur Erhaltung des ursprünglichen Bisons zusammen mit seinem unverfälschten Genom gegründet. Er hat es geschafft, jeden von Bundesbeamten bis zu privaten Naturschutzführern davon zu überzeugen, daß sie sich um die Hausrindergene kümmern sollten, die sich im Bison verbergen. Und er ist überzeugt, daß sein Ansatz – das Genom zu behandeln statt der Tiere – ein Modell für die Bewahrung anderer großer Tiere sein könnte.

Die meisten Menschen sehen die Bewahrung von Wildtieren als eine Sache der Rettung von Individuen; wenn alle Individuen aussterben, stirbt die Spezies aus. Aber diese Überlegung sieht simplistisch aus, wenn man sie auf genomischer Ebene betrachtet. Wenn die Gene einer Spezies sich genügend verändern – zum Beispiel durch gemischte Fortpflanzung -, dann wird diese Spezies zu existieren aufhören, selbst wenn Individuen, die ungefähr wie das Original aussehen, weiterhin gedeihen.

Obwohl mansche Spezies von Natur aus Vermischung untereinander betreiben, haben Menschen andere Vermischungen erzwungen, und dies sind die Fälle, die Derr am meisten Sorgen machen. „Die Bewahrung von Spezies geht tiefer als gerade nur bis unter die Haut“, sagt er. „Es geht um mehr als darum, wie sie aussehen; es geht darum, wie sie sind – das ist das Genom.“ …

Obwohl Verhalten und Morphologie wichtig sind, behauptet Derr, daß eine Spezies ihr Genom ist. „Wenn man das Genom nicht hat, dann macht nichts, was man sonst noch tut, einen verdammten Unterschied“, sagt er. „Was Sie bewahren, ist nicht die Spezies; es etwas verdammt anderes – ein Schatten.“

Es gibt keine Verpflichtung, jede Version jedes Gens zu retten, aber Wildtiermanager sollten reine Herden von der Vermischung mit jenen abhalten, die Rindergene haben, sagt er. Es ist eine einfache Formulierung, die bei einer Anzahl von Naturschützern Anklang gefunden hat.

Nun lesen Sie dieselbe Passage noch einmal und ersetzen Sie „Genom des amerikanischen Bisons“ durch „Genom weißer Europäer“. Seien Sie darauf vorbereitet, beschimpft zu werden oder Ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn Sie dies öffentlich tun.

Bisons und Rinder spalteten sich anscheinend vor 1 bis 1,5 Millionen Jahren auf, haben sich aber periodisch miteinander vermischt und sind in der Lage, fruchtbaren gemischten Nachwuchs aufzuziehen, was bedeutet, daß es keine absolute Unterscheidung zwischen Bison und Hausrind gibt.[1] Im neunzehnten Jahrhundert wurde der amerikanische Bison fast zur Gänze ausgerottet, und die Population fiel auf wenige hundert. Jedoch konnten Rancher die Population allmählich wiederherstellen, die nun über 500.000 zählt. Laut Derr sind diese Nachkommen von auf Ranches aufgezogenen Bisons überwiegend aufgrund gemischter Fortpflanzung mit Rinder-DNS kontaminiert, und die Zahl reiner Bisons könnte nur 8.000 betragen (so sagte er jedenfalls 2009).

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Makroevolution, Mikroevolution und Rasse

Von Andrew Hamilton, übersetzt von Deep Roots. Das Original Macroevolution, Microevolution, & Race erschien am 18. Oktober 2010 bei „Counter-Currents Publishing“. (Erstveröffentlichung am 20. Januar 2010 bei TOQ Quarterly Online)

Gewöhnlicherweise konzentriert sich das Studium der menschlichen Evolution auf die Spezies als Ganzes und ihre angenommene Abstammung von prähominiden Spezies. Aber Rasse ist vorwiegend ein Subspezies-Phänomen. Rassen- (im Gegensatz zu Spezies-) Entstehung und –zerstörung kann mit großer Schnelligkeit auf mikroevolutionärer im Gegensatz zu makroevolutionärer Zeitskala stattfinden.

Die Unterscheidung zwischen Mikroevolution und Makroevolution ist wichtig bei der Befassung mit den meisten praktischen Fragen, die in evolutionärem Kontext mit Rasse zu tun haben. Als beliebiges Beispiel dafür, wie rassische Fragen, die uns betreffen, im wesentlichen von mikroevolutionärer Natur sind, werfe man einen Blick auf die Buchrezension zu „Migration and Colonization in Human Microevolution“, Heredity 84 (2000): S. 619 – 620 (Inhaltsverzeichnis des Buches und Seitenbeispiele hier). Ein weiteres Buch, das vorsichtig die Linie ins Reich der Mikroevolution überquert, wenn auch nicht auf Rasse fokussiert (eine mögliche schnelle Evolution unter aschkenasischen Juden wird jedoch in einem Kapitel diskutiert), ist „The 10.000 Year Explosion: How Civilization Accelerated Human Evolution“ von Gregory Cochran und Henry Harpending (New York Basic Books, 2009), das in „The Occidental Quarterly“ gut rezensiert wurde. [1]

Makroevolution versus Mikroevolution

Die folgende Definition der Makroevolution stammt aus dem Glossar einer Verlagswebseite, das einem führenden Anthologie-Lehrbuch des Zoologen Mark Ridley von der Universität Oxford gewidmet ist: „Evolution“, 3rd. ed. (University of Oxford Press, 2003).

Makroevolution ist Evolution im großen Maßstab: der Begriff bezieht sich auf Ereignisse oberhalb der Speziesebene; die Entstehung einer neueren höheren Gruppe, wie der Säugetiere, wäre ein Beispiel für ein makroevolutionäres Ereignis.

Die Makroevolution ist hauptsächlich morphologisch studiert worden, weil wir mehr taxonomische und Fossilbeweise haben als für andere Charakteristika, wie Physiologie oder Chromosomen.

Laut der neo-darwinistischen Theorie der Makroevolution finden größere evolutionäre Übergänge wie die Entstehung von Säugetieren aus Reptilien – im Fossilbeleg gut dokumentiert – in allmählichen Anpassungsschritten statt. Jedoch könnte die Makroevolution genauso durch Makromutationen voranschreiten wie durch allmähliche Anpassung.

Makroevolution kann der Mikroevolution gegenübergestellt werden: evolutionäre Veränderungen in kleinem Maßstab, wie Veränderungen in Genhäufigkeiten innerhalb einer Population. Eine Hauptfrage im Zusammenhang mit vielen Kontroversen in der Evolutionsbiologie ist das Ausmaß, in dem makroevolutionäre Veränderungen durch mikroevolutionäre Prozesse erklärt werden können.

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Marsianische Lavaröhren

NORD-LICHT

Längsschnitt einer marsianischen Lavaröhre mit SkylightLängsschnitt einer marsianischen Lavaröhre mit Skylight

Eine Übersetzung des englischen Wikipedia-Artikels Martian lava tubes, zu dem es noch keine deutsche Wiki-Version gibt. Übersetzt von Deep Roots.

Marsianische Lavaröhren sind natürliche, unter der Oberfläche befindliche Lavaröhren-Höhlen auf dem Mars, von denen man glaubt, daß sie sich als Ergebnis schnellfließender basaltischer Lavaströme in Verbindung mit Schildvulkanismus bilden. Lavaröhren entstehen für gewöhnlich, wenn die äußere Oberfläche der Lavakanäle schneller abkühlt und eine ausgehärtete Kruste über Lavaflüssen im Untergrund bildet. Der Fluß hört schließlich auf und entleert sich aus der Röhre, wobei er einen rohrförmigen leeren Raum hinterläßt, der gewöhnlich mehrere Meter unter der Oberfläche liegt. Lavaröhren treten typischerweise in Verbindung mit extrem fließfähiger Pāhoehoe-Lava auf. Die Schwerkraft auf dem Mars beträgt etwa 38 % jener der Erde, was ermöglicht, daß marsianische Lavaröhren vergleichsweise viel größer sind.

Querschnitt einer marsianischen LavaröhreQuerschnitt einer marsianischen Lavaröhre

Entdeckung und Zugang

Lavaröhren und damit verwandte Fließstrukturen wurden erstmals bei der…

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Das Gesicht der Revolution: Betrachtungen zur Roten Rosa

Von Tobias Langdon, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Face of Revolution: Reflections on Red Rosa erschien am 12. Januar 2017 auf „The Occidental Observer.“

Die polnisch-jüdische Revolutionärin Rosa Luxemburg (1871 – 1919) war etwas Seltenes: eine sympathische Marxistin. Anders als Lenin, Stalin, Trotzki und die einander befehdenden Revolutionäre unserer eigenen Zeit schien ihre Politik nicht hauptsächlich von Machtgelüsten, Egomanie und Hass befeuert gewesen zu sein. Sie war gegen die bolschewistische Tyrannei und verteidigte die Redefreiheit mit dem klassischen Satz „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“. Sie liebte die Natur, wollte, daß der Ruf der Blaumeise auf ihrem Grabstein eingraviert würde und hatte sogar eine Schwäche für Wespen.

„In ihr Gesicht geschrieben…“

Wäre sie sympathisch geblieben, wenn sie in der Revolution der Arbeiterklasse an die Macht gekommen wäre, zu der sie in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg aufzuwiegeln versuchte? Wir werden es nie wissen, weil sie 1919 in Berlin von rechten Freikorps-Soldaten ermordet wurde. Eines erscheint jedoch sicher: Wenn Marxisten in Deutschland an die Macht gekommen wären, dann hätten sie eine Tyrannei à la Lenin geschaffen, nicht Freiheit à la Luxemburg. Das ist es, was zur selben Zeit in Ungarn während der katastrophalen, aber glücklicherweise kurzen „kommunistischen Republik“ geschah, die vom jüdischen Marxisten Béla Kun (d. h., Cohen) regiert wurde. Anders als Kun kam Luxemburg nie an die Macht, und ihr Märtyrertod hat ihr einen besonderen Platz in der marxistischen Hagiographie gesichert. Man könnte sie den Bonnie Prince Charlie der progressiven Politik nennen, aber mit einem wichtigen Vorbehalt: sie war nicht bonny [schön].

Das Gesicht der Revolution: Rosa Luxemburg

Das Gesicht der Revolution: Rosa Luxemburg

Stattdessen hatte sie entschieden jüdische Gesichtszüge. Man kann sie auf fast jeder Seite von Kate Evans‘ Red Rosa: A Graphic Biography of Rosa Luxemburg (Verso, 2015) sehen. Evans akzeptiert nicht bloß Luxemburgs Jüdischkeit: man könnte sagen, daß sie darauf beharrt. Sie zitiert aus einem Brief von Luxemburg: „Ich habe in meinem Herzen keinen besonderen Platz für das Ghetto. Ich fühle mich überall zu Hause, wo es Wolken und Vögel und menschliche Tränen gibt.“ (15) Zur Veranschaulichung dieser Empfindungen porträtiert Evans Luxemburg im Profil, wie sie eine Schwalbe durch das Fenster einer Synagoge betrachtet. Der Text darunter fährt fort: „Rosas Mangel an religiösem Glauben kann ihr keine Freiheit erkaufen. Ihre kulturelle Identität ist ihr ins Gesicht geschrieben. Sie wird immer als Jüdin gesehen werden.“

Zerschlagt die Tafel

Als revolutionäre Sozialistin glaubt Evans zweifellos an die tabula rasa, nämlich, daß menschliche Wesen eine „leere Tafel“ oder ein unbeschriebenes Blatt sind, auf das eine neue Kultur und neue Verhaltensformen geschrieben werden können, so wie es uns (oder unseren marxistischen Herren) gefällt. Aber ihr Bilderroman legt in Wirklichkeit Zeugnis für die gegenteilige Theorie ab: die tabula Rosa, nämlich, daß menschliche Wesen überhaupt keine unbeschriebenen Blätter sind. Die kulturelle Identität ist in der Tat „ins Gesicht geschrieben“, weil Kultur sich auf die Genetik auswirkt und menschliche Gesichtszüge stark genetisch bestimmt sind.

redrosa

Rosa Luxemburg hatte ein unverkennbar jüdisches Gesicht, wie Evans selbst zugibt. Aber Luxemburg hatte auch ein unverkennbar jüdisches Gehirn, wie Evans nicht zugeben würde. Ein menschliches Gesicht ist so ziemlich wie der Umschlag zu einem Buch: es sagt uns etwas über das dahinter befindliche Gehirn und über die Genetik der Person, die es trägt. Wie eine Eingeborene von Fidschi oder Tibet hatte Rosa Luxemburg eine Nase, einen Mund, ein Kinn, Augen und so weiter. Aber sie hätte nie mit einer Eingeborenen von Fidschi oder Tibet verwechselt werden können: ihr menschliches Gesicht hatte rassische Variationen, die es deutlich als jüdisch kennzeichneten.

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Interview mit dem Evolutionsbiologen Edward O. Wilson

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(Dieser Text erschien unter dem Titel „Was macht eigentlich der Evolutionsbiologe Edward O. Wilson?“ in „bild der wissenschaft“ 6/2013. Hier in der von Deep Roots um den Anfang, in dem es hauptsächlich um Wilsons Kindheit und Jugend und um seinen Weg zum Insektenforscher und Evolutionsbiologen geht, gekürzten und auf „As der Schwerter“ veröffentlichten Form wiedergegeben. Das Interview führte bdw-Redakteur Hubertus Breuer.)

Anfang der 1960er-Jahre sitzt Edward O. Wilson arglos in einer Fakultätsbesprechung des Biologie-Departments an der Harvard-University und schlägt vor, die Zahl der Evolutionsbiologen zu verdoppeln – von einem, Wilson selbst, auf zwei Professoren. Und er hat auch eine Idee, wer dafür geeignet wäre. Doch kaum hat er die Verdienste des von ihm favorisierten Kandidaten vorgetragen, sagt James Watson, wie Wilson sich in seiner Autobiographie erinnert, „mit sanfter Stimme: ‚Sind Sie nicht ganz bei Trost?’“

Watson ist nicht irgendwer. 1953 hat er, gerade 25 Jahre alt, zusammen mit Francis Crick an der britischen Cambridge University einen epochalen Fund gemacht. Die beiden entdeckten die Doppelhelix-Struktur der DNA, die Struktur des Erbmoleküls, das allem Leben zugrunde liegt. Und Watson ist kein Fan Wilsons. Das hat zwei Gründe. Der eine ist grundsätzlicher Natur: In Watsons Augen sind, damals jedenfalls, Fragen der Evolutionsbiologie weitgehend irrelevant – in einem Zeitalter, in dem Wissenschaftler die Geheimnisse der Zellen und Moleküle entschlüsseln. Wilsons Art, Biologie zu betreiben, wozu das Studium der Anatomie und Artenklassifikation gehört, hält er für bloße „Briefmarkensammelei“. Die Abneigung hat allerdings auch einen persönlichen Hintergrund. 1959 stand Wilson kurz davor, sich von Harvard zu verabschieden. Er hatte an der Elite-Universität promoviert und wenig später eine Dozentenstelle erhalten. Doch dann lockte ein Angebot der Stanford University in Kalifornien. Wilson war schon entschieden, da beeilte sich Harvard, dem großen Talent ein Gegenangebot zu machen, und bot ihm eine unkündbare Professur an.

Dafür hatte die Hochschule gute Gründe: Wilson hatte sich nicht nur als hervorragender Taxonom hervorgetan, als Entdecker etlicher neuer Ameisenarten. Gemeinsam mit seinem Harvard-Kollegen William Brown hatte er außerdem eine Kontroverse um den Begriff der Unterart angestoßen und das Phänomen der Merkmalsverschiebung entdeckt: Zwei Arten entwickeln in einem Ökosystem immer größere Unterschiede. Damit verringern sie den Konkurrenzdruck und vermeiden es, sich miteinander zu vermischen. [Anm. Deep Roots: siehe hierzu auch das, was ich in meinem Nachwort zu „Lasst sie Menschen sein!“ über dasselbe Phänomen bezüglich Schimpansen- und Menschenvorfahren, Rehen und Hirschen sowie möglicherweise auch heutigen Weißen/Schwarzen geschrieben habe).

In der Eile hatte die Harvard-Verwaltung aber nicht bedacht, wie das Angebot auf die Eitelkeit des ein Jahr älteren Kollegen und damaligen Superstars der Molekularbiologie James Watson wirken würde. Der war zu der Zeit ebenfalls noch Assistenzprofessor und wartete auf die Ernennung zum Professor auf Lebenszeit. Und es war klar, dass Watson und Crick früher oder später den Nobelpreis erhalten würden. (Sie bekamen ihn wenig später, 1962, gemeinsam mit dem Röntgenphysiker Maurice Wilkins.) Als die Universitätsverwaltung den Fehler bemerkte, beeilte sie sich, auch Watson ein Angebot zu machen.

Doch der Schaden war schon angerichtet. Wilson und Watson grüßen sich in der Folge kaum noch, was der im Südosten der USA geprägten Höflichkeit Wilsons zutiefst widerstrebt. Doch angesichts des Dauerstreits um die Vorherrschaft in der Biologie läßt letztlich auch Wilson seine Contenance fahren. Watson sei die „unangenehmste Person“, die er je getroffen habe, sagt er. In seiner Autobiografie nennt er ihn gar den „Caligula der Biologie“. Und als Watson 1968 Direktor des Cold Spring Harbor Laboratory auf Long Island wurde, ätzte Wilson: „Ich würde ihm nicht einmal einen Limonadenstand anvertrauen.“ Dennoch gibt Wilson rückblickend zu: „Ich bewunderte ihn immens. Und ich hoffte, Leistungen zu vollbringen, die der seinen nur entfernt nahe kommen würden.“

Erst in den 1970er-Jahren, als Wilson wegen seines Buches „Soziobiologie“ von marxistisch gesinnten Wissenschaftlern angefeindet wird, begraben die beiden Koryphäen das Kriegsbeil. „Ich hasste Eds Feinde“, erinnert sich Watson an diese Zeit. Außerdem fanden nach zwei, drei Jahrzehnten auch die Disziplinen der Molekular- und systematischen Biologie zusammen: Genetische Analysen gaben den Systematikern die Werkzeuge an die Hand, die Evolution von Organismen in bislang nie gekanntem Detail nachzuzeichnen.

Im Jahr 1975 veröffentlichten Sie das 700-Seiten-Werk „Soziobiologie“, das rasch zum kontrovers diskutierten Klassiker aufstieg. Worum geht es in dem Werk?

„Die Soziobiologie untersucht systematisch die biologischen Grundlagen allen sozialen Verhaltens. Ich hatte bereits in den 1950er-Jahren mit meinem Kollegen Stuart Altmann Makaken-Gesellschaften beobachtet – und war beeindruckt, wie sehr ihr Verhalten dem des Menschen ähnelte. Damals war die Zeit noch nicht wirklich reif für eine solche Revolution der Wissenschaft. Aber über die Jahre gewannen Biologen eine tiefere Einsicht in die Evolution sozialer Arten und deren Geschick, sich an ihre Umwelt anzupassen. Und es wurde klar, dass das, was wir beim Menschen „Instinkt“ nennen, auf genetischen Prädispositionen beruhen muss – von Temperament bis hin zu kognitiven Fähigkeiten. Und deshalb handelt in dem Buch ‚Soziobiologie‘ das letzte Kapitel vom Menschen.“

Dieses Kapitel stieß auf wenig Gegenliebe.

„Ich hatte vor der Veröffentlichung durchaus Debatten erwartet, aber nicht solch wilde Anfeindungen. Die Aufregung über das Buch hielt lange an – doch da ging es nicht um Wissenschaft, sondern um Politik. Marxisten sahen die Biologie mit großer Skepsis, denn sie wollten den Menschen nach ihrer Theorie frei gestalten, da waren durch die Biologie auferlegte Einschränkungen wenig willkommen.“

Was passierte damals denn genau? Können Sie ein Beispiel für die Anfeindungen nennen?

„Der Höhepunkt kam in meinen Augen über zwei Jahre nach der Veröffentlichung, im Februar 1978. Damals hielt ich während des Jahrestreffens der AAAS, der ‚American Association for the Advancement of Science‘ einen Vortrag über Soziogiologie. Demonstranten der Gruppe ‚International Committee Against Racism‘ hatten damals beschlossen, an mir ein Exempel zu statuieren. Als ich den Vortrag beginnen wollte, störten die Aktivisten lautstark und schütteten mir Wasser übers Haupt. Kurz nachdem das geschehen war, ging mir auf, wie bemerkenswert diese Dusche war. Ich glaube, es war das erste Mal in jüngerer Zeit, dass ein Wissenschaftler für eine Idee körperlich attackiert wurde.“

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Die Kultur der Kritik (2) – Die Boas’sche Schule der Anthropologie und der Niedergang des Darwinismus in den Sozialwissenschaften

Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“). Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine Veröffentlichung in Buchform oder in irgendeiner sonstigen Weise.

(I will not claim any reward whatsoever from the author, Professor Kevin MacDonald, should he publish this translation in printed or any other form)

Zuvor veröffentlicht:

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe

Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie

 

Die Boas’sche Schule der Anthropologie und der Niedergang des Darwinismus in den Sozialwissenschaften

Wenn… wir Margaret Meads Coming of Age in Samoa als Utopia behandeln würden, nicht als Ethnographie, dann würden wir es besser verstehen und eine Menge sinnloser Debatten sparen. (Robin Fox, 1989, S. 3)

Mehrere Autoren haben die „radikalen Veränderungen“ angesprochen, die es in den Zielen und Methoden der Sozialwissenschaften als Folge des Einzugs von Juden in diese Fachrichtungen gegeben hat (Liebman 1973, S. 213; siehe auch Degler 1991; Hollinger 1996; Horowitz 1993, S. 75; Rothman & Lichter 1982). Degler (1991, S. 188ff) merkt an, daß die Verlagerung weg vom Darwinismus als fundamentales Paradigma der Sozialwissenschaften aus einer ideologischen Verschiebung resultierte statt aus dem Auftauchen irgendwelcher neuer empirischer Daten. Er merkt auch an, daß jüdische Intellektuelle entscheidend am Niedergang des Darwinismus und anderer biologischer Anschauungen in der amerikanischen Sozialwissenschaft seit den 1930ern beteiligt gewesen sind (S. 200). Die Gegnerschaft jüdischer Intellektueller zum Darwinismus ist seit langem bemerkt worden (Lenz 1931, S. 674, siehe auch Kommentare von John Maynard Smith in Lewin [1992, S. 43]).58

In der Soziologie hatte das Erscheinen jüdischer Intellektueller in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg „ein Ausmaß der Politisierung“ zur Folge, „das den Gründervätern der Soziologie unbekannt war. Es ist nicht nur daß die Namen Marx, Weber und Durkheim jene von Charles Darwin und Herbert Spencer ersetzten, sondern auch daß das Gefühl von Amerika als einvernehmlicher Erfahrung einem Gefühl von Amerika als einer Abfolge von miteinander in Konflikt stehenden Definitionen wich“ (Horowitz 1993, S. 75). In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Soziologie „in solchem Ausmaß von Juden bevölkert, daß es reichlich Witze darüber gab: man bräuchte keine Synagoge; den Minjan [d. h. die für einen gemeinsamen Gottesdienst erforderliche Mindestzahl von Juden] könnte man in den Soziologie-Fakultäten finden; oder, daß man keine Soziologie des jüdischen Lebens bräuchte, weil die beiden synonym geworden seien“ (Horowitz 1993, S. 77). In der Tat entspricht der ethnische Konflikt innerhalb der amerikanischen Soziologie in bemerkenswertem Ausmaß dem ethnischen Konflikt in der amerikanischen Anthropologie, die ein Thema dieses Kapitels ist. Hier wurde der Konflikt zwischen linken jüdischen Sozialwissenschaftlern und einem konservativen, empirisch orientierten protestantischen Establishment ausgetragen, das schließlich in den Hintergrund gedrängt wurde:

Die amerikanische Soziologie hat mit den gegensätzlichen Ansprüchen jener gekämpft, die von physischem Neid befallen waren, und von Forschern… die sich mehr mit den Dilemmas der Gesellschaft befaßten. In diesem Ringen kamen die protestantischen Mandarine der positivistischen Wissenschaft aus dem Mittleren Westen oft in Konflikt mit Juden von der Ostküste, die ihrerseits mit ihren eigenen marxistischen Engagements zu ringen hatten; großartige quantitative Forscher aus dem Ausland, wie Paul Lazarsfeld in Columbia, strebten danach, die Selbstzufriedenheit der einheimischen Erbsenzähler zu stören. (Sennett 1995, S. 43)

Dieses Kapitel wird die ethnopolitische Agenda von Franz Boas hervorheben, aber es ist auch wert, die Arbeit des französisch-jüdischen strukturalistischen Anthropologen Claude Lévi-Strauss zu erwähnen, weil er ähnlich motiviert zu sein scheint, obwohl die französische strukturalistische Bewegung als Ganzes nicht als jüdische intellektuelle Bewegung gesehen werden kann. Lévi-Strauss hat ausgiebig mit Boas interagiert und seinen Einfluß anerkannt (Dosse 1997 I, S. 15, 16). Lévi-Strauss seinerseits war in Frankreich sehr einflußreich, wobei Dosse (1997 I, xxi) ihn als „den gemeinsamen Vater“ von Michel Foucault, Louis Althusser, Roland Barthes und Jacques Lacan beschreibt. Er hatte eine starke jüdische Identität und eine tiefe Sorge wegen des Antisemitismus (Cuddihy 1974, S. 151ff). Als Antwort auf eine Behauptung, daß er „das Musterbild eines jüdischen Intellektuellen“ sei, sagte Lévi-Strauss:

Gewisse mentale Haltungen sind vielleicht unter Juden häufiger als anderswo… Haltungen, die von dem tief empfundenen Gefühl der Zugehörigkeit zu einer nationalen Gemeinschaft kommen, während man weiß, daß es inmitten dieser Gemeinschaft Menschen gibt – immer weniger, wie ich zugebe -, die einen ablehnen. Man hält sein Gespür empfangsbereit, begleitet von dem irrationalen Gefühl, daß man in allen Umständen ein wenig mehr als andere Leute tun muß, um potentielle Kritiker zu entwaffnen. (Lévi-Strauss & Eribon 1991, S. 155 – 156)

Wie bei vielen hier behandelten jüdischen Intellektuellen zielten Lévi-Strauss’ Schriften darauf ab, kulturelle Unterschiede zu bewahren und den Universalismus des Westens zu unterwandern, eine Position, die die Position des Judentums als sich nicht assimilierende Gruppe bestätigt. Wie Boas lehnte Lévi-Strauss biologische und evolutionäre Theorien ab. Er theoretisierte, daß Kulturen wie Sprachen beliebige Kollektionen von Symbolen ohne natürliche Beziehungen zu ihren Trägern seien. Lévi-Strauss lehnte die Theorie der westlichen Modernisierung zugunsten der Idee ab, daß es keine überlegenen Gesellschaften gäbe. Die Rolle des Anthropologen sollte die eines „natürlichen Subversiven oder überzeugten Gegners traditioneller Gepflogenheiten“ in westlichen Gesellschaften sein (in Cuddihy 1974, S. 155), während er die Tugenden nichtwestlicher Gesellschaften respektiert und sogar romantisiert (siehe Dosse 1997 II, S. 30). Der westliche Universalismus und Ideen von Menschenrechten wurden als Masken für Ethnozentrismus, Kolonialismus und Genozid gesehen:

Lévi-Strauss’ bedeutendste Werke wurden alle während des Auseinanderbrechens des französischen Kolonialreiches veröffentlicht und trugen enorm dazu bei, wie es von Intellektuellen verstanden wurde… Seine eleganten Schriften bewirkten eine ästhetische Verwandlung bei seinen Lesern, die subtil dazu gebracht wurden, sich dafür zu schämen, Europäer zu sein… Er beschwor die Schönheit, Würde und nicht reduzierbare Fremdheit der Kulturen der Dritten Welt, die einfach versuchten, ihre Verschiedenheit zu bewahren… Seine Schriften sollten bald den Verdacht unter der Neuen Linken nähren… daß all die universalen Ideen, für die Europa Loyalität beanspruchte – Vernunft, Wissenschaft, Fortschritt, liberale Demokratie – kulturspezifische Waffen seien, dazu gemacht, den nichteuropäischen Anderen seines Andersseins zu berauben. (Lilla 1998, S. 37)

Degler (1991, S. 61) betont die Rolle von Franz Boas in der anti-darwinistischen Umwandlung der amerikanischen Sozialwissenschaft: „Boas’ Einfluß auf die amerikanischen Sozialwissenschaftler in Sachen Rasse kann kaum übertrieben werden.“ Boas führte einen „lebenslangen Angriff gegen die Idee, daß Rasse eine primäre Quelle der Unterschiede sei, die in den geistigen oder sozialen Fähigkeiten menschlicher Gruppen zu finden sind. Er erfüllte seine Mission großteils durch seine unaufhörliche, beinahe unerbittliche Artikulation des Konzeptes der Kultur“ (S. 61.). „Boas entwickelte in Amerika fast im Alleingang das Konzept der Kultur, das mit der Zeit die Rasse wie ein starkes Lösungsmittel aus der Literatur der Sozialwissenschaft löschen würde“ (S. 71).

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Karrierefrauen sind dysgenisch

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Von Roderick Kaine; Original: Career Women are Dysgenic, erschienen am 12. August 2014 auf Roderick Kaines Blog Atavisionary.

Übersetzung: Lucifex

Die tüchtigsten Frauen von der Fortpflanzung abzuziehen ist dysgenisch

Eine große Vielzahl von Forschungen und die allgemeine Erfahrung haben klargemacht, dass es kognitiven und körperlichen Sexualdimorphismus bereits gibt, daher also die Tendenz von Männern, in Bereichen vortrefflich zu sein, die für produktive Arbeit nötig sind, einschließlich körperlicher Stärke, Mathematik und mechanischer oder wissenschaftlicher Überlegungen. Er ist auch im Unterschied zwischen Männern und Frauen im Schädelvolumen ersichtlich. Männer haben ein im Durchschnitt zwischen 100 und 200 Kubikzentimeter größeres Volumen, abhängig von den Methoden, die bei der jeweiligen Studie verwendet werden. Diese Studie fand einen durchschnittlichen Unterschied von 123 Kubikzentimeter zugunsten von Männern, aber auch eine Menge Variation für beide Geschlechter. Ein größeres Schädelvolumen korreliert gut mit höherer Intelligenz, und als Gruppe tendieren Männer dazu, größere Gehirne zu haben.

Einkommen, das ein gutes Indiz für Intelligenz ist, korreliert stark mit Kinderlosigkeit. Wichtig ist, dass die Korrelation bei Männern in die entgegengesetzte Richtung zu jener bei Frauen geht. Männer mit hohem Einkommen sind mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit kinderlos, wohingegen gutverdienende Frauen mit viel höherer Wahrscheinlichkeit kinderlos sind. In der Biologie würde dieses widersprüchliche Verhältnis zwischen Intelligenz und Fruchtbarkeit als sexuell gegensätzliche Eigenschaft bezeichnet werden, weil es die reproduktive Fitness eines Geschlechts (der Männer) erhöht und beim anderen (den Frauen) verringert. Von daher stehen diese Gene unter einem gegensätzlichen Selektionsdruck, während sie im Laufe mehrerer Generationen zwischen den Geschlechtern hin- und herwechseln. Dies erzeugt einen starken Anreiz zur Entwicklung sexualdimorphischer Expressionsmuster, die die Expression von Intelligenzgenen bei Frauen verstummen lässt oder vermindert, während die Anschaltung derselben Gene bei Männern ermöglicht wird. Dass Intelligenz ein sexuell dimorphisches Merkmal ist, kann in sparsamster Weise durch ihre geschlechtsabhängig abweichenden Folgen für die Fruchtbarkeit erklärt werden.

Die Lektion hier ist klar. Die riesigen direkten Kosten, Opportunitätskosten und Unwirtschaftlichkeiten, die erzeugt werden, wenn Jobs für Frauen vorbehalten werden, für die sie biologisch nicht geeignet sind, kann man sich einfach nicht leisten. Frauen von der Mutterschaft wegzulenken, wirkt sich unverhältnismäßig und negativ auf die Fruchtbarkeit der intelligentesten Frauen aus, nachdem die intelligentesten Frauen diejenigen sind, die am wahrscheinlichsten zu erfolgreichen Karrieren und hohen Einkommen fähig sind. Jede Politik oder Kultur, die dem Hineindrängen von Frauen in die Erwerbsbevölkerung Vorrang gibt, tut dies auf Kosten der Mutterschaft in der natürlichen Aristokratie und ist von ihrer Natur her dysgenisch. Das kurzfristige Ergebnis ist die Senkung der durchschnittlichen Intelligenz der Bevölkerung und das langfristige ein übersteigerter Sexualdimorphismus zugunsten männlicher Intelligenz.

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Wir Wolfsbrüder

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Von Deep Roots (post-AdS)

In meinem Beitrag zum Artikel Die Verschafung der Europäer habe ich eine schon vor längerem von mir entwickelte These vorgestellt, die unter anderem auf den Erkenntnissen der Verhaltens- und Evolutionsforschung beruht, daß „der Mensch“ erst durch die Koevolution mit dem zum Hund gezähmten Wolf zu dem wurde, was er heute ist: daß nicht nur die zu Hunden werdenden Wolfsabkömmlinge sich bei ihrer Entwicklung zum Gefährten des Menschen veränderten, sondern daß auch die Menschen dabei in ihrem Verhalten, in ihren sozialen Instinkten und Fähigkeiten Wolfseigenschaften annahmen – in Jagdverhalten, Kooperation, Fürsorge, Empathiefähigkeit und wechselseitiger Loyalität zwischen Anführer und Rudel bzw. Gruppe.

Von diesen Erkenntnissen habe ich erstmals in einer Hundezeitschrift gelesen und später auch in einem Artikel von Andreas Weber aus GEO 7-2012, „Von der Wildnis zum Wir“, den ich nachfolgend präsentiere (ohne die Bilder, mit Ausnahme eines Ausschnitts aus dem Titelbild):

VON DER WILDNIS ZUM WIR

WOLFSBLUT: Wer das Wesen des Haustiers Hund verstehen will, muss sich zuerst mit seinen wilden Verwandten befassen. Wölfe, lange gnadenlos gejagt, durchstreifen seit einiger Zeit wieder den Yellowstone Park in den USA.

WOLFSBLUT: Wer das Wesen des Haustiers Hund verstehen will, muss sich zuerst mit seinen wilden Verwandten befassen. Wölfe, lange gnadenlos gejagt, durchstreifen seit einiger Zeit wieder den Yellowstone Park in den USA.

Dies ist die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft – der Freundschaft von Mensch und Hund. Wie wurde ausgerechnet ein räuberischer Vierbeiner zu unserem engsten Gefährten? Die Antworten liefern heute Einsichten in das Wesen sozialer Bindungen. Und erklären, wie wir selbst wurden, was wir sind.

„HALTEN SIE DIE HÄNDE LOCKER AM KÖRPER und vermeiden Sie hektische Bewegungen“, mahnt die Verhaltensforscherin Friederike Range vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Zuvor hat sie die unterschriebenen Formulare mit dem Haftungsausschluss eingesammelt. „Wir gehen jetzt einzeln durch die Schleuse hinein.“

Ein drei Meter hoher Drahtzaun, mit stromführendem Kabel gesichert, umschließt die zwei 8000 Quadratmeter großen Freigehege. Das „Wolf Science Center“ (WSC) unweit von Wien liegt zu Füßen des Schlosses Ernstbrunn. Wenn es dämmert, heben sich die Türme schwarz gegen den Himmel ab, und von den Gehegen her weht ein vielstimmiges Heulen durch den Abend.

In der Forschungseinrichtung leben die wahrscheinlich besttrainierten Wölfe der Welt. An diesem Tag führen die WSC-Mitbegründerinnen Range und Zsófia Virányi einer Gruppe von Kollegen ihre Tiere vor.

Der Besuch wird schon erwartet. Mit aufgeregtem Schwanzwedeln stemmen zwei weißfellige Welpen ihre matschverklebten Vorderpranken gegen das Zaungitter. Auf den ersten Blick unterscheidet die vier Monate alten Wolfskinder nichts von jungen Hunden. Begeistert lecken sie die Finger der eingetretenen Forscher, springen an Hosenbeinen empor und fahren denen, die sich zu ihnen niederbeugen, mit nasser Zunge durchs Gesicht.

In einiger Entfernung, auf einer hölzernen Ruheplattform, verharren sechs größere Wölfe. Einige Momente lang starren sie reglos zu den Eingetretenen hinüber, dann kommen sie auf langen, federnden Läufen herangetrabt. Sofort begrüßen die Welpen voller Freude ihre Rudelgenossen.

Die älteren Wölfe wirken zäh, zottig und hager, vor allem aber hoch: Sie sind mit ihren ein- bis zweieinhalb Jahren schon deutlich größer als ein Schäferhund. Dabei ist die Freude, mit der sie schwanzwedelnd die Forscherinnen begrüßen, ganz hundehaft.

Die übrigen Besucher schwanken zwischen Nervosität und Faszination. „Es ist unglaublich, so etwas zu sehen“, murmelt der britische Verhaltensforscher Daniel Mills, während die Raubtiere ihn stürmisch beschnüffeln. „Ich hätte nie gedacht, dass Wölfe so zahm werden können.“

Doch manchmal bricht etwas anderes hervor. Wenn zwei der Beutegreifer im Bemühen um die Gunst eines Besuchers zusammenstoßen, entringt sich ihren Kehlen ein bedrohliches Grollen.

Die Tiere, die Range und Virányi großgezogen haben, erinnern in vielem an Hunde im Wolfspelz. Aber es sind und bleiben Wölfe – also weder Schmusetiere noch Bestien. Die Biologen des Wolf Science Centers haben ein Experiment gestartet, um eine der erstaunlichsten Verwandlungen der Naturgeschichte zu erforschen: die Entwicklung des Wolfs zum Hund. Sie wollen rekonstruieren, wie sich Denkfähigkeit und Sozialverhalten des Wolfes verändern mussten, damit dieser zum engsten Begleiter des Menschen werden konnte.

Der Verlauf des Projekts wird nicht nur von Verhaltensforschern mit Spannung verfolgt: Die Ergebnisse könnten auch neues Licht auf die frühe Geschichte unserer eigenen Spezies werfen. Denn zu einer Beziehung gehören immer zwei. Auch wir Menschen mussten erst zu sozialen, fühlenden Wesen reifen, bevor wir beständige emotionale Bindungen eingehen konnten – nicht nur zu anderen Tieren, sondern vor allem zu unseresgleichen. Wie sind wir geworden, wie wir sind? Unter welchen Bedingungen entwickelten wir jene Eigenschaften, die wir als genuin menschlich empfinden?

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