Earth Day 2019, Teil 2: Fünfzig Jahre apokalyptische Klimaerwärmungs-Vorhersagen, und warum die Leute daran glauben

Von Dr. Peter Baggins, übersetzt von Lucifex. Das Original Fifty Years of Apocalyptic Global Warming Predictions and Why People Believe Them, Part 2  erschien am 21. April 2019 auf The Occidental Observer.

Zuvor erschienen: Teil 1

Wissenschaftler wissen seit einiger Zeit, daß ihre Vorhersagemodelle für die globale Erwärmung zunehmend im Widerspruch zu den Daten standen. In jüngerer Zeit haben sie begonnen, manche der fehlerhaften Annahmen in den für Prognosen (nicht Beobachtungen) für die globale Erwärmung verwendeten Modelle zu lokalisieren. Ein Beispiel für diese Art von Korrektur ist ein Artikel von 2018, der im angesehenen Journal Science veröffentlicht wurde.

Die Verfügbarkeit von Stickstoff ist ein zentraler Kontrollfaktor für das terrestrische Pflanzenwachstum und daher für den Kohlenstoffkreislauf und den globalen Klimawandel. Es ist weithin angenommen worden, daß die Atmosphäre die Hauptquelle des terrestrischen Stickstoffeintrags ist. Überraschenderweise zeigen Houlton et al. nun, daß das Grundgestein über große Abschnitte der terrestrischen Umwelt eine genauso große Stickstoffquelle ist.

Klimawissenschaftler haben lange gewußt, daß Pflanzen manche der Effekte des Klimawandels ausgleichen, indem sie CO2 absorbieren und speichern. Aber sie nahmen an, daß die Fähigkeit von Pflanzen zur Ausführung dieser Funktion begrenzt sei, weil die Verfügbarkeit von Stickstoff in der Atmosphäre begrenzt war. Wie eine früher im Jahr 2003 in Science veröffentlichte Studie feststellte, „wird nicht genug Stickstoff verfügbar sein, um die Szenarien der hohen Kohlenstoffaufnahme aufrechtzuerhalten.“

Aber diese Vorstellung, daß die einzige Stickstoffquelle für das Pflanzenleben aus der Luft kam, ist in einem neueren Artikel widerlegt worden, ebenfalls in Science. Nun wissen wir, daß es riesige Stickstoffspeicher im Grundgestein des Planeten gibt, von denen Pflanzen sich ebenfalls ernähren können. Im Lichte dieser Befunde sagte Ronald Amundson, ein Bodenbiochemiker an der University of California in Berkeley, zu Chemical and Engineering News: „Wenn es mehr Stickstoff als erwartet gibt, dann sind die Einschränkungen für Pflanzenwachstum in einer Welt mit viel CO2 vielleicht nicht so groß, wie wir denken.“

Mit mehr verfügbarem Stickstoff könnte das Pflanzenleben in der Lage sein, mehr CO2 zu absorbieren, als Klimawissenschaftler geschätzt haben. Dies „hat das Potential, alle Prognosen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu ändern“, denn es könnte mehr Kohlenstoff an Land gespeichert werden und weniger in der Atmosphäre, als die Modelle annehmen.

Für interessierte Leser enthüllt eine Reihe von Artikeln über dieses Thema andere Beweise für Schwächen in Klimamodellen, die für die Vorhersage einer zukünftigen Erwärmung verwendet werden. Diese Modelle sagten eine jahrzehntelange Pause bei den globalen Temperaturen nicht vorher. Genausowenig sind verschiedene Kalamitäten eingetreten, die inzwischen hätten stattfinden sollen. Und ein neuer Artikel, der in einem anderen angesehenen wissenschaftlichen Journal, Nature, veröffentlicht wurde, ist ebenfalls zu dem Schluß gekommen, daß der Planet weniger empfindlich gegenüber CO2-Zunahmen ist, als die Computermodelle annehmen.

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Vielfalt, Vertrauen, Individualismus und Kollektivismus

„Fatigue“ („Müdigkeit“) von John Bosio

Von Ted Sallis, übersetzt von Lucifex. Das Original Diversity, Trust, Individualism, & Collectivism erschien am 24. Februar 2015 auf Counter-Currents Publishing.

Robert Putnams Arbeit über die Vielfalt enthüllte, daß die Steigerung der Vielfalt nicht nur das Maß des Vertrauens zwischen Gruppen senkte, sondern auch das Vertrauen zwischen Individuen derselben Gruppe verringerte.

Wenn man bedenkt, daß es genau das kollektive Handeln als Gruppe ist, das ein notwendiger Bestandteil des Widerstands einer Gruppe gegen die zersetzenden Wirkungen von Vielfalt und Multikulturalismus ist, dann bemerkt man, daß Vielfalt die Fähigkeit hat, ihre eigene Opposition zu entwaffnen.

Man kann eine Mehrheitsethnie betrachten, die einem zunehmenden Grad der Vielfalt innerhalb ihres Nationalstaats ausgesetzt ist. Diese Vielfalt schädigt direkt die Interessen der einheimischen Mehrheitsethnie durch negative Auswirkungen auf ultimative Interessen (z. B., EGI [Ethnisch-genetische Interessen], die durch Rassenaustauschmigration, unterschiedliche Geburtenraten und Rassenvermischung verringert werden) sowie auch wichtige näherliegende Interessen (sozioökonomische, politische, kulturelle etc. Verdrängung, sowie legale und illegale Akte der Aggression durch die Neuankömmlinge gegen die Einheimischen).

Die langfristigen Interessen dieser gefährdeten einheimischen Ethnie werden einen organisierten Widerstand gegen die Vielfalt erfordern. Dieser organisierte Widerstand wird kollektives Handeln erfordern, ein Gefühl der Gruppenidentität, und muß gegen übermäßige Trittbrettfahrerei abgesichert werden. All dies erfordert ein einigermaßen hohes Niveau des Vertrauens zwischen Gruppenmitgliedern. Aber eben die Vielfalt, der sie sich widersetzen wollen, erodiert das Vertrauen innerhalb der Gruppe und macht eine kollektivistischere Geisteshaltung immer schwieriger zu erzeugen und zu halten. Stattdessen tendiert Vielfalt dazu, einen atomisierten Individualismus zu fördern, der aus einem Gefühl des Mißtrauens und der Entfremdung („bowling alone“ – alleine kegeln) entsteht, das die Stärke jeder organisierten Widerstandsbewegung untergraben würde.

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Was bedeutet schon ein Zuhause?

Von Buck Daniels, übersetzt von Lucifex. Das Original What’s in a Home? erschien am 31. Oktober 2018 auf Counter-Currents Publishing.

Vor ein paar Jahren begann ich mich für Architektur zu interessieren, nachdem ich Crawfords The World Beyond Your Head gelesen hatte. Das Buch beschrieb die Auswirkungen der Raumgestaltung darauf, wie wir die Welt wahrnehmen und darin agieren. Die Auswirkungen von gestaltetem Raum konnten negativ sein – die Ablenkung durch ins Auge springende Werbung und blitzende Lichter – oder positiv – das maschinenhafte Gefühl, wenn man in einer gut bevorrateten und gut organisierten Küche kocht. Aber diese Beobachtung hat einige tiefgreifende Konsequenzen im Bereich der Moral und Identität, denn in dem Ausmaß, in dem wir über unsere genetischen Beschränkungen hinaus Kontrolle über unseren Charakter haben, sind wir das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Die Organisation des Raumes diktiert sehr viel von der Verteilung unserer Aufmerksamkeit und kuratiert die Optionen, aus denen wir wählen könnten. Wenn es zum Beispiel in meinem Zimmer einen Computer und keine Bücher gibt, dann ist es unwahrscheinlich, daß ich mich für das Lesen von Aristoteles‘ Schriften entscheide, statt Skyrim zu spielen oder etwas anderes zu tun, weil mir die Option, Aristoteles zu lesen, von meiner Umwelt nicht präsentiert wurde. Ich habe mein Zimmer dafür nicht richtig „schabloniert“.

In der akademischen Welt und in der Kirche ist das immer noch ein etwas umstrittenes Thema. Seit Plato und dem Christentum sind viele der Auffassung gewesen, daß die Seele – der „freie Wille“ oder das „wahre Selbst“ – gänzlich von der materiellen Welt getrennt ist. Sie behaupten im Grunde, daß es keine zwangsläufige Verbindung zwischen der physischen, profanen Welt und dem gibt, worauf man seine Aufmerksamkeit verwendet. In der empiriegetriebenen Welt des Marketings jedoch ist dies nicht einmal eine Frage. Nur als Beispiel: Sie können in ein Home Depot [amerikanische Baumarktkette] gehen, und Sie werden sehen, daß die Regale für Elektrowerkzeuge, Holz und andere „Männerabteilungen“ orange gestrichen sind, während die Farben-, Inneneinrichtungs- und andere „Frauenabteilungen“ weiß gestrichen sind. Die Umgebungen sind dafür optimiert, den Kunden sich an den Orten zu Hause fühlen zu lassen, wo er am wahrscheinlichsten Sachen kaufen wird. Der Einzelhandel gibt Millionen Dollars für Forschungen aus, damit sie die Sachen genau so plazieren können, die Musik und die Farben genau richtig hinkriegen und den Raum allgemein so arrangieren, daß die Leute sich so verhalten, wie man es will – daß sie Geld ausgeben. Falls kommerzielle Einnahmen irgendein Indikator für Erfolg sind, dann ist die Realität der Verbindung unbestreitbar.

Dieses Prinzip ist nicht auf die Optimierung von Verkäufen beschränkt. Manchmal kann es in böswilligerer Weise angewandt werden. An der University of Iowa ist der Umkleideraum der Gästemannschaft in einer Schattierung eines Pepto-Bismol- oder „besoffener Panzer“-Rosa gestrichen, basierend auf Forschungen, die eine besänftigende, beruhigende Wirkung auf Gefängnisinsassen zeigen. Ein möglicher Preis, den man zahlt, wenn man von zu Hause weg ist und den Raum nicht kontrolliert.

Aber wie fühlt sich „zu Hause“ an?  Ist es rein eine Sache des Aufhängens von Bildern, die einem gefallen, oder hat es etwas Tieferes mit der Architektur und dem Innendesign zu tun? Könnten wir uns in einer großen Jurte oder in einem afrikanischen Haus aus gestampfter Erde zu Hause fühlen, vorausgesetzt, daß wir die richtigen Lampenschirme haben? Witold Rybczynski’s Home: A Short History of an Idea beginnt mit einer Beschreibung kompletter Innenarchitekturpakete, die von Ralph Lauren zusammengestellt wurden und das Gefühl eines rustikalen Jagdhütte, eines klassischen englischen Wohnzimmers, eines französischen Landhauses oder einer Villa auf den Bahamas nachahmen sollen. Vermutlich sind sie einigermaßen zur Erzeugung der nostalgischen Gefühle fähig, auf die sie abzielen, aber es fällt schwer, sich vorzustellen, daß eine beliebige Anzahl von Dekokissen und Gardinen bewirken kann, daß ein Iglu sich wie ein englisches Wohnzimmer anfühlt.

Vielleicht der wichtigere Punkt ist, daß Nostalgie alles ist, was die oberflächlichen Ausstattungselemente von „zu Hause“ bewirken können, und „Nostalgie” ist nicht „zu Hause“. Wörtlich ist sie die „Sehnsucht nach zu Hause“ und kommt von nostos, „Heimkehr“, und álgos, Schmerz. Sie sind Erinnerungen daran, was das Zuhause einmal war, Auslösereize für architektonische Assoziationen, die bewirken, daß wir uns zu Hause fühlen, aber ohne das Echte. Ein echtes „Zuhause“ ist ein Gebäude, in dem der Raum spezifisch und persönlich für diejenigen geordnet ist, die dort wohnen. Während hübsches Innendekor oft ein Ergebnis dessen ist, daß ein Gebäude ein Zuhause ist, macht ein Dekor für sich einen Raum nicht zum „Zuhause.“

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Von der Virtualität zur Realität: Memoiren eines geläuterten Fernsehsüchtigen

Von Alex Kurtagic, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich für „As der Schwerter“). Das Original From Virtuality to Reality: Memoirs from a Reformed TV Addict erschien am 26. August 2009 im Occidental Observer.

Vor zehn Jahren lebte und arbeitete ich in einer Ein-Zimmer-Wohnung in East Finchley, London. Ich hatte einen großen, rechteckigen Wohn-Eßbereich, von dem ein Teil mein Büro war. Mein Tag begann mit der Ankunft des Briefträgers vor 9 Uhr morgens, der Pakete mit CDs und Kundenbestellungen brachte, ging weiter mit der täglichen Bearbeitung der Bestellungen, Beantwortung von E-Mails und Vorbereitung und Verschickung von Paketen, und er endete mit Recherche- und Entwicklungsarbeit.

Um 7 Uhr abends jedoch hörte ich auf und schaltete das Fernsehgerät ein – ständig, um die Nachrichten zu sehen. Und von da an bis ich zu Bett ging, unterbrochen nur durch gelegentliche Einlagen von Gitarrespiel, blieb ich vor dem Fernsehgerät auf dem Sofa sitzen oder liegen und sah Sendung um Sendung – alles von milder Unterhaltung bis zum am wenigsten Anstrengenden, das im Angebot war. An Freitagen blieb ich länger als üblich auf (und sah fern), und an Wochenenden schaltete ich das Gerät noch früher ein und blieb bis in die frühen Morgenstunden hypnotisiert vor dem Bildschirm. Ich rechne, daß ich zwischen 1994 und 2001 im Durchschnitt auf über 7 Stunden pro Tag kam, 50 Stunden pro Woche, 2.548 Stunden pro Jahr, und 17.836 Stunden insgesamt – die eine Doktorarbeit benötigt annähernd 7.300 Stunden bis zur Fertigstellung.

Zum Glück für mich war ich während dieser Zeit nicht gänzlich unproduktiv: zwischen 1995 und 1998 stellte ich drei Alben zusammen, zeichnete viele Albencover und brachte mir Spitzen-Computerprogramme bei; ich trainierte auch dreimal pro Woche mit Gewichten, hatte Freundinnen und fand Zeit, eine ziemliche Anzahl kognitiv anregender Bücher zu lesen. (Zu letzteren gehörten Tipler & Barrows The Anthropic Cosmological Principle, Roger Penroses The Emperor’s New Mind, Prestons Franco, Coveney & Highfields The Arrow of Time, plus einige klassische Romane.)

Jedoch habe ich mich seit dem Sommer 2002, als ich meiner Fernsehsucht ein Ende setzte, oft gefragt: Wie viel mehr hätte ich in meinen 20ern erreichen können, wenn ich nicht so viel Zeit für eine letztendlich unergiebige und unproduktive Aktivität verschwendet hätte? Und: Wie viel besser wäre ich darauf vorbereitet, den Herausforderungen der dystopischen Zukunft zu begegnen, die ich in meinem Roman Mister vorwegnehme (eine Zukunft, die kommt), wenn ich diese Zeit damit verbracht hätte, etwas darüber zu lernen, wer und was hinter der Welt steckt, in der ich lebe, statt in die Wohlfühlfiktionen eingetaucht (und durch sie abgelenkt) zu bleiben, die dazu geschaffen wurden, das zu verbergen?

Es gab natürlich gute Gründe für diese Sucht: Wegen der häufigen Umzüge und Schulwechsel (besonders während meiner Teenagerjahre) gewann ich typischerweise in einem Jahr Freunde und mußte im folgenden Jahr von vorn anfangen. Es bedeutete auch, daß all meine Freundinnen in diesem Zeitraum mitten in einer Beziehung wegzogen. Die häufigen Brüche wurden durch die Tatsache erschwert, daß Leute wie ich, die in Ländern mit unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen sind, eine schlechte Erfolgsbilanz darin haben, enge Freundschaften zu schließen und in Kontakt mit denen zu bleiben, mit denen man Freundschaften schließt (siehe Dr. R. A. Bergemanns „Global Leaders: A Review of the Globalite Culture“).

Das Ergebnis war, daß während der Neunziger mein gedeihendes Unternehmen, das um mich herum konstruiert war und von zu Hause aus betrieben wurde, fern von Familie und Freunden, bald zu einem Eremitendasein führte. Das Fernsehen wurde so zu einem Ersatz für reale menschliche Interaktion – und eine, die mir sehr zupaß kam, da ich, nachdem ich mich nicht mit vorbeischauenden Menschen befassen mußte, mit Besuchern und Wohnungsnachbarn, oder mit regelmäßigen sozialen oder familiären Verpflichtungen, zu jeder Zeit an meinem Unternehmen und meinen Projekten arbeiten konnte – worauf ich mich konzentrieren wollte.

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Zensur in den sozialen Medien als psychologische Kriegführung

Von Richard Houck, übersetzt von Lucifex. Das Original Social Media Censorship as Psychological Warfare erschien am 18. September 2018 auf Counter-Currents Publishing.

„Es gibt keine freie Rede in der realen Welt, und ihr werdet dafür unterdrückt werden, die Wahrheit zu sagen, die nicht vom System unterstützt wird.“ – Nasim Aghdam

Nach einer weiteren Runde von Twitter-Säuberungen durch die Techno-Stasi empfand ich ein sehr reales Gefühl des Verlusts, das ich nicht recht artikulieren konnte. Mehrere meiner engsten Twitter-Freunde – von denen zwei mehr als zehntausend Follower hatten – waren von einem Moment auf den anderen weg. Ständig veränderliche und äußerst nebulose „rules“ werden von Twitter durchgesetzt, um loszuwerden, was sie für Nutzer „von niedriger Qualität“ halten – von so niedriger Qualität, daß ich genau weiß, daß viele von ihnen weit über hunderttausend Profilbesuche monatlich und zehn Millionen Impressions monatlich hatten.

Was Twitter und andere Plattformen der sozialen Medien mit „niedrige Qualität“ meinen, ist alles, das dem Mainstream-Narrativ und ihren politischen Machinationen zuwiderläuft. Niedrige Qualität ist eindeutig ein Euphemismus für das, was die Sowjets für „konterrevolutionär“ nach Artikel 58 gehalten hätten: diejenigen, die sich weigern, sich an die Parteilinie zu halten, die Dissidenten, die im ganzen Ostblock Informationen auf dem Schwarzmarkt verbreiten, die tapferen Seelen, die alles riskieren, um den Mächtigen die Wahrheit zu sagen.

Was die Plattformen der sozialen Medien tun, wenn sie Benutzerkonten löschen, ist weit böser, als bloß den Fluß der Informationen und Standpunkte im neuen de facto öffentlichen Raum zu kontrollieren. Sie versetzen den zum Schweigen Gebrachten verheerende psychologische Schläge, so wie auch ihren Followern. Viele der Männer und Frauen in den sozialen Medien – besonders diejenigen, die mit unseren metapolitischen Überzeugungen sympathisieren – haben sonst nichts, wo sie mit Gleichgesinnten zusammen sein können, und keinen anderen Ort, wo sie dem Nihilismus, der Verzweiflung und dem Wahnsinn unserer politischen Hegemonie entkommen können (um Kipling abzuwandeln, diejenigen, die dieselben Dinge hören, die sie hören, und dieselben Dinge sehen, die sie sehen)[1] Für viele sind ihre Online-Freunde und die Möglichkeit, in den sozialen Medien ihre Meinung zu sagen und Beobachtungen miteinander zu teilen, die einzige Erholungspause, die sie von diesem postmodernen Alptraum haben, aus dem wir scheinbar nicht erwachen können, und es bietet ein sehr reales Unterstützungsnetzwerk für diejenigen, die oft niemanden in ihrem Alltagsleben haben, mit dem sie frei über die gegenwärtige kulturelle Malaise reden können.

Konten zu löschen und dadurch diese Unterstützungsnetzwerke zu kappen, kann das zensierte Individuum zwangsweise von den einzigen Menschen isolieren, die sie kennen und die sie wahrlich verstehen. All diese Beziehungen (viele über Jahre aufgebaut), all das geniale intellektuelle Material, all die privaten Konversationen, die unvollendet bleiben, alles ist plötzlich weg „wie Tränen im Regen“. All die Beiträge, die Hoffnung gaben, wo es keine gab, all jene Vertrauenspersonen, all diese zufälligen Meme, die einem das einzige Schmunzeln verschafften, das die ganze Woche zu haben war – verschwinden alle spurlos in den digitalen Äther.

Ostrazismus ist seit langem als eine Form der sozialen Kontrolle und Bestrafung benutzt worden. Die alten Griechen pflegten diejenigen Mitglieder der Gesellschaft, die für eine Bedrohung für die Stadt gehalten wurden, für zehn Jahre auszuschließen und sie von ihren Familien, Freunden und vertrauten Umgebungen abzuschneiden. Die zeitgenössische sozialpsychologische Forschung über Ostrazismus beweist, daß selbst geringfügige Ausschließung, einschließlich durch Fremde, die Selbstachtung einer Person, ihre Stimmung ihr Selbstwertgefühl und ihr Gefühl der Kontrolle und des Dazugehörens senkt. Wenn man aus einer Gruppe ausgeschlossen wird, dann wird derselbe Teil des Gehirns aktiviert, der körperlichen Schmerz registriert – obwohl Studien auch zeigen, daß der Schmerz des sozialen Ausschlusses noch länger anhält als körperlicher Schmerz, was zu höherem Aggressionsniveau, geringerer Produktivität, schlechterer Stimmung, Gefühlen der Verzweiflung und Hilflosigkeit und sogar zu Selbstmordgedanken führt.[2]

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Der europäische Kampfgeist

Leonardo da Vinci, „Studie zweier Kriegerköpfe für die Schlacht von Anghiari.“

Von Greg Johnson, übersetzt von Lucifex. Das Original The European Fighting Spirit erschien am 12. April 2018 auf Counter-Currents Publishing. (Ungarische Übersetzung hier.)

Anmerkung des Autors: Dies ist der Text meiner Rede von der ersten Awakening Conference, die am 8. April 2018 in Helsinki abgehalten wurde. Das Thema, über das zu sprechen ich gebeten wurde, war der europäische Kampfgeist. Wie üblich improvisierte ich ein bißchen und wich von meinem vorbereiteten Text ab. Ich möchte den Organisatoren der Awakening Conference danken, den annähernd 200 Menschen, die an dem Treffen teilnahmen, und dem Counter-Currents-Leser, dessen Geschenk diese Reise möglich machte.

„Singe den Zorn o Göttin, des Peliaden Achilleus, ihn, der entbrannt den Achaiern unnennbaren Jammer erregte, und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Hades sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden, und dem Gevögel umher…“ So beginne Homers Ilias, das erste Buch des Westens. Achilles war der mächtigste Krieger unter den Achäern. Sein Kampfgeist jedoch verwandelte sich in zerstörerischen Zorn, als er von Agamemnon entehrt wurde.

Wird das Ende des Westens mit den Worten „Flüchtlinge willkommen“ auf Schildern beginnen, die von sojatrinkenden, cuckmäuligen Hipstern hochgehalten werden, die in riesige Kopfschals gehüllt sind und von deren spindeldürren Armen Männerhandtaschen baumeln, während sie auf Bahnhöfen stehen und krampfhaft ihre Unterwerfung unter den Koran des Globalismus und Multikulturalismus signalisieren?

Nicht, wenn wir etwas dagegen tun können.

Ich bin gebeten worden, heute über den europäischen Kampfgeist zu sprechen. Die heutige Krise des Westens ist gleichzeitig eine Krise des Nationalismus und eine Krise der Männlichkeit. Es ist interessant, daß die globalistische Linke sowohl die Maskulinität als auch den Nationalismus als toxisch definiert. Was ist die Verbindung zwischen Männlichkeit und Nationalismus? Nationalismus ist die Liebe zum eigenen Volk, zum eigenen Stamm. Nationalismus ist eine Parteilichkeit zugunsten des eigenen Stammes gegenüber Fremden. Nationalismus ist die Bereitschaft, in einem Kampf die Partei für die eigene Seite zu ergreifen. Und wer kämpft für den Stamm?

Männer.

Die männliche Rolle als Krieger ist nicht bloß ein Sozialkonstrukt. Sie ist in der Biologie verwurzelt. Männer neigen biologisch mehr zum Kämpfen. Wir sind aggressiver. Wir haben einen Kampfgeist, der mit dem Hormon Testosteron verbunden ist. Männer sind auch körperlich kampffähiger. Und vom Standpunkt der Fortpflanzung aus sind Männer auch für das Überleben des Stammes verzichtbarer. (Ein Mann kann viel öfter Vater werden, als eine Frau Mutter werden kann, daher kann eine Gesellschaft sich in einem Krieg viel mehr Männer als Frauen zu verlieren leisten.) Daher ist es völlig logisch, daß die Globalisten, die eigenständige Nationen und Stämme auslöschen und eine einheitliche und homogenisierte Welt schaffen wollen, auch der Männlichkeit den Krieg erklärt, indem sie sie stigmatisieren und Feminismus, Androgynie und Verwirrung über Geschlechterrollen und geschlechtliche Identität fördern.

In den letzten Jahren hat es alarmierende Berichte über die sinkende Fruchtbarkeit und Virilität von weißen Männern und Ostasiaten gegeben, die in fortgeschrittenen Industriegesellschaften leben. Diese Rückgänge werden in abgesunkenen Testosteronwerten und Spermienzahlen gemessen. Verschiedene ernährungs- und umweltbedingte Ursachen sind für diesen Trend vorgeschlagen worden. Aber nicht alle Gifte sind chemischer Art. Geist und Körper haben komplexe und wechselseitige Beziehungen. Daher sollte es uns nicht überraschen, daß der unablässige psychologische Krieg gegen die Maskulinität auch einen körperlichen Tribut fordern könnte.

Der ideologische Krieg gegen die Männlichkeit ist weit älter, als die meisten von uns denken. Er beginnt mit der modernen Welt selbst. Seine tiefsten Wurzeln zu verstehen, wird den Weg zu einer Lösung beleuchten.

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Beurteilung nach dem Erscheinungsbild

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Lucifex. Das Original Judging by Appearances erschien am 17. März 2018 auf The Ocidental Observer.

How to Judge People by What They Look Like
[„Wie man Menschen nach dem beurteilt, wie sie aussehen]
Edward Dutton, Eigenverlag 2018
107 Seiten, $ 14,19 als Paperback, gratis auf Kindle

Der Anthropologe Ed Dutton wird manchen Lesern wegen seiner Arbeit mit Richard Lynn (einschließlich des Buches Race and Sport) und als gelegentlicher Beitragsautor für The Occidental Quarterly bekannt sein. Er hat gerade ein kurzes Buch über die Physiognomie veröffentlicht, d. h., über die Beziehung zwischen physischen Merkmalen und Verhaltensneigungen.

Wir hören oft, daß es nicht möglich sei, andere nach dem Erscheinungsbild zu beurteilen, aber es gibt reichlich Beweise dafür, daß wir alle das tun, und nicht nur im Zusammenhang mit der Partnersuche. Dutton lenkt unsere Aufmerksamkeit auf den Allgemeinen Prolog von Chaucers Canterbury Tales, wo der Dichter sorgfältig die physische Erscheinung jedes der Pilger beschreibt und sie ihren Persönlichkeiten gegenüberstellt, wie sie sich in ihrem Verhalten und den Geschichten offenbart, die sie erzählen. Der dünne Körperbau des Vogts soll zu seiner Reizbarkeit und seinem Jähzorn passen. Die Ehefrau aus Bath hat eine Lücke zwischen ihren Vorderzähnen, die auf ihre sexuelle Aggressivität hindeuten soll. Es gab eine ganze Lehre der Physiognomie im mittelalterlichen Europa, wo der Gegenstand bis ins sechzehnte Jahrhundert an Universitäten unterrichtet wurde. Leider hatte vieles von der mittelalterlichen Physiognomielehre eine astrologische Grundlage, was ihre wissenschaftliche Brauchbarkeit begrenzt.

Wäre es nicht an der Zeit, die Frage neu zu eröffnen?

1966 führten Psychologen an der Universität von Michigan ein Experiment an 84 Studenten durch, die einander noch nie begegnet waren. Sie mußten 15 Minuten lang in völligem Schweigen beisammensitzen und einander einfach nach der Erscheinung hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsmerkmale beurteilen. Jeder Teilnehmer absolvierte auch einen Persönlichkeitstest. Bei drei Wesenszügen – Extrovertiertheit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit – korrelierten die auf dem Erscheinungsbild beruhenden Beurteilungen der Studenten in signifikanter Weise positiv mit den tatsächlichen Persönlichkeitswerten (Passini & Warren, 1966).

Eine spätere Nachfolgestudie replizierte die Ergebnisse für Extrovertiertheit und Gewissenhaftigkeit rein unter Verwendung von Porträtfotos.

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Implizites Weißentum und die Republikaner

Von Greg Johnson, übersetzt von Deep Roots. Das Original Implicit Whiteness and the Republicans erschien am 11. November 2010 im „Occidental Observer“. (Titelbild und Schlußbild vom Übersetzer hinzugefügt)

Kevin MacDonalds Arbeit am Konzept des „impliziten Weißentums“ in seinem Essay Psychology and White Ethnocentrism ist ein bedeutender Durchbruch für den weißen Nationalismus. Ethnozentrismus – üblicherweise als „Xenophobie“ und „Rassismus“ stigmatisiert – ist eine Präferenz, mit genetisch ähnlichen Menschen zusammen zu sein. Anti-Ethnozentrismus – eine Präferenz für Menschen, die uns unähnlich sind – wird heute als „Vielfalt“ [„Diversity“] verkauft, die geheime Zutat, die „Stärke“ verleiht, wo immer man sie findet.

Laut MacDonald ist Ethnozentrismus ein natürliches Phänomen, das in den ältesten und tiefsten Ebenen des Gehirns festverdrahtet ist. Anti-Ethnozentrismus jedoch existiert als bewußte moralische Überzeugung. Vom psychologischen Standpunkt aus ist Anti-Ethnozentrismus daher relativ oberflächlich, auch wenn er gegenwärtig unsere Kultur und Politik dominiert.

Der Anti-Ethnozentrismus ist dominant, weil seine Befürworter die Kräfte kontrollieren, die unser explizites Bewußtsein formen: Bildungswesen, die Künste, die Nachrichten- und Unterhaltungsmedien. Aber der unbewußte Ethnozentrismus bleibt bestehen und kann niemals ausgerottet werden, weil er im Hirn festverdrahtet ist.

Wenn daher Linke die Weißen des „unbewußten“ Rassismus bezichtigen, haben sie recht. Unbewußter weißer Ethnozentrismus manifestiert sich in Zugehörigkeitsmustern. MacDonald zitiert besonders Country Music, NASCAR und die Republikanische Partei als Brennpunkte impliziter weißer Zugehörigkeit.

Aber weil Ethnozentrismus festverdrahtet ist, können Antirassisten nicht wirklich etwas dagegen machen. Antirassistische „Bewußtseinsbildung“ kann bestenfalls nur einen Dauerzustand des inneren psychologischen Konfliktes begründen.

Die Linken dachten, daß sie durch die Kontrolle der expliziten Kultur den Ethnozentrismus ein für alle Mal eliminieren könnten. Aber das können sie nicht. Sie können nur einen psychologisch auszehrenden Konflikt zwischen unseren bewußten Überzeugungen und unseren unbewußten Instinkten erzeugen. Und sie können niemals ruhen, denn wenn sie bei der Konditionierung nur eine Minute locker lassen, können sie all ihre Gewinne – und ihre Macht – hinweggefegt sehen.

Im Gegensatz zur Feindpropaganda ist Ethnozentrismus ein völlig normaler und gesunder Wesenszug. Ein rassisch bewußtes Individuum, das bewußt glaubt, daß seine ethnozentrischen Instinkte moralisch richtig sind, genießt eine innere psychologische Harmonie, den Seelenfrieden, der Antirassisten verwehrt ist, die in einem ständigen Zustand des inneren Konflikts zwischen ihren natürlichen Instinkten und ihren unnatürlichen moralischen Überzeugungen existieren.

Antirassisten sind in einem realen Sinne geisteskrank, wohingegen diejenigen von uns, die selbstbewußt und stolz ethnozentrisch sind, geistig gesund sind (zumindest in dieser Hinsicht). Und weil so viel von der mentalen Energie der Antirassisten von inneren Konflikten aufgezehrt wird, sind wir „Rassisten“, wenn alles andere gleich ist, stärker, glücklicher und fähiger, die Welt zu verwandeln.

Deshalb ist MacDonalds Forschungsarbeit ein Grund zur Hoffnung:

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Gaslighting

Von Tanstaafl, übersetzt von Deep Roots. Das Original Gaslighting erschien am 17. Februar 2015 auf Age of Treason.

Ich möchte hier gern auf einen Punkt zurückkommen und ihn erweitern, den ich vor zwei Wochen am Ende von Pathologie und Pathogen gebracht habe. Der allerletzte Teil von Andrew Joyces Artikel, den ich zitierte, lautete:

Kritiker der Juden sind gleichermaßen befaßt mit der Entwicklung eines Verständnisses nicht nur der jüdischen Macht und des jüdischen Einflusses, sondern auch der Pathologie der Weißen, die die jüdische Macht und den jüdischen Einfluß sowie die gegenwärtige Katastrophe der Einwanderung in verdrängendem Ausmaß und des Multikulturalismus ermöglicht hat. Der Schwerpunkt liegt auf der Identifizierung mehrfacher Quellen und Ursprünge der gegenwärtigen gesellschaftlichen Malaise und auf beweisbasierter und wissenschaftlicher Untersuchung aller Aspekte der Interaktionen zwischen Juden und Nichtjuden an allen Orten und die gesamte Geschichte hindurch. Diese Aktivität kann in keiner Weise als Suchen nach simplistischen Antworten gesehen werden.

Dies ist, wie ich sagte, das Problem. Es ist ein Eingeständnis, daß es ein Problem gibt, und gleichzeitig ist es eine Verkennung der Natur und der Quelle des Problems.

Wie Joyces eigene Beschreibung andeutet, ist das alleinige gemeinsame Element in den Interaktionen zwischen Juden und Nichtjuden an allen Orten und die gesamte Geschichte hindurch… die Juden. Und doch bemüht auch er sich darum, diesem einfachen Punkt auszuweichen – zu betonen, daß er und andere Kritiker von Juden „mehrfache Quellen und Ursprünge“ suchen, was „in keiner Weise als Suchen nach simplistischen Antworten gesehen werden kann.“

Aber die Antwort ist einfach. Kein Pathogen, keine Pathologie. Oder, um es weniger simpel auszudrücken, die Wirkung der jüdischen Pathologisierung und Manipulation ist so enorm, daß es schwierig ist sich vorzustellen, welche Probleme bleiben würden, wenn sie von uns entfernt würden.

Auf jeden Fall können objektive Kritiker der Juden, wie der Anfangsteil von Joyces Artikel deutlich machte und wie ich selbst bezeugen kann, sich in so viele Details vertiefen und ein so komplexes Verständnis der Juden entwickeln, wie sie möchten. Aber von Anfang an werden die Juden sie und ihre Bemühungen als „Antisemitismus“ pathologisieren – als eine angeborene Geisteskrankheit, die nichts mit den Juden zu tun hat. Mein Argument lautet, daß die einfache Antwort auf solche unbeirrbare Feindseligkeit zuallererst darin besteht, sie als solche zu erkennen. Zweitens, zu erkennen, daß Objektivität, wie reizvoll sie für Weiße auch sein mag, wie angeboren sie auch sein mag, in diesem Fall ein Teil des Problems ist.

Angesichts der jüdischen Aggression haben Weiße genau deswegen historisch kapituliert und liegen jetzt am Boden, weil wir die fundamentale Stoßrichtung der jüdischen Kritik verinnerlicht haben. Wir Weißen haben uns selbst und unseren Gesellschaften vorgeworfen, nicht tolerant oder entgegenkommend genug zu sein. Der politische Begriff für diese fehlgeleitete Überzeugung lautet „Liberalismus“. Die einfache Antwort besteht darin, uns zu stählen und unserem Kollektiv zu raten, weniger zu Toleranz und Zuvorkommenheit zu neigen, dem Drang zu widerstehen, uns und unserem Kollektiv die Schuld zu geben, und statt dessen manipulative fremde Kollektive, zuerst und vor allem die Juden, als endlose Quelle von Drohungen und Pathologie zu erkennen, bei denen wir Individuen, die sich der Situation bewußt sind, eine Verantwortung haben, uns und unser Kollektiv gegen sie zu verteidigen.

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„Er ist intelligent, aber seine Kraniche sind nicht akkurat“: Japan wählt einen Astronauten aus

Kennedy Space Center, Florida: Nach einer Willkommenszeremonie für die Experiment Logistics Module Pressurized Section des japanischen Experimentmoduls spricht Kumiko Tanabe, die Leiterin der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der japanischen Weltraumbehörde JAXA, mit dem Astronauten Takao Doi. (Bild nicht aus dem Buch von Mary Roach.)

Von Mary Roach; ein Kapitel (am Schluß gekürzt) aus ihrem Buch „Was macht der Astronaut, wenn er mal muss? Eine etwas andere Geschichte der Raumfahrt“; Rowohlt Taschenbuchverlag 2012, ISBN 978 3 499 62790 3 (Originaltitel: „Packing for Mars. The Curious Science of Life in the Void“, 2010). (Bilder nicht aus diesem Buch, sondern von Cernunnos eingefügt.)

Am Eingang zieht man seine Schuhe aus, so wie man es beim Betreten eines japanischen Hauses tun würde. Man bekommt ein Paar spezielle Isolationskammer-Badeschlappen, hellblaues PVC bedruckt mit dem Logo der Japan Aerospace Exploration Agency. Der JAXA-Schriftzug ist rasant geneigt, als würde er mit gigantischer Geschwindigkeit in den Weltraum rasen. Die Isolationskammer, ein freistehendes Modul im Gebäude C-5 der Jaxa-Zentrale in Tsukuba Science City, ist tatsächlich eine Art Zuhause, zumindest für eine Woche. So lange werden die zehn Finalisten des JAXA-Auswahlverfahrens hier darum kämpfen, eine von zwei ausgeschriebenen Stellen im japanischen Astronautenkorps zu ergattern. Als ich im letzten Monat hierherkam, gab es noch nicht viel zu sehen – einen Schlafraum mit durch Vorhänge abgetrennten „Schlaf-Boxen“ und daneben den Gemeinschaftsraum mit langem Esstisch und Stühlen. Es geht mehr darum, gesehen zu werden. Fünf Überwachungskameras in Deckennähe erlauben einer Auswahlkommission aus Psychiatern, Psychologen und JAXA-Managern, die Bewerber zu beobachten. Ihr Verhalten und der Eindruck, den sie während ihres Aufenthalts auf die Kommission machen, werden den Ausschlag dafür geben, wer künftig das JAXA-Logo auf einem Raumanzug statt auf seinen Pantoffeln tragen wird.

Man will einen besseren Eindruck davon bekommen, wer diese Männer und Frauen sind und wie gut sie sich für das Leben im Weltraum eignen. Einem intelligenten und hochmotivierten Bewerber fällt es nicht schwer, unerwünschte Charakterzüge in einem Interview* oder einem Fragebogen (mit deren Hilfe die Kandidaten mit offensichtlichen Persönlichkeitsstörungen bereits im Vorfeld aussortiert wurden) zu verheimlichen. Unter wochenlanger Beobachtung ist das kaum möglich. JAXA-Psychologe Natsuhiko Inoue formuliert es so: „Es ist schwer, immer ein guter Mensch zu sein.“ Isolationskammern sind auch eine gute Methode, um Dinge wie Teamwork, Führungsstärke und Konfliktmanagement zu beurteilen – Gruppenfähigkeiten, die in einem Einzelinterview nicht bewertet werden können. (Die NASA arbeitet nicht mit Isolationskammern.)

[* So wie der Astronaut Mike Mullane, der von einem NASA-Psychiater gefragt wurde, was auf seinem Grabstein stehen solle. Mullane antwortete: „Ein liebender Ehemann und hingebungsvoller Vater.“ In Wirklichkeit, so sagte er scherzhaft in Riding Rockets, „hätte ich für einen Flug ins All meine Frau und meine Kinder in die Sklaverei verkauft.“]

Der Beobachtungsraum befindet sich über der Kammer. Es ist Mittwoch, der dritte Tag der siebentägigen Isolation. Eine Reihe von Überwachungsmonitoren steht vor den Beobachtern, die, mit Notizblöcken bewaffnet, an langen Tischen sitzen. Momentan sind drei von ihnen hier, Psychiater und Psychologen von der Universität. Sie starren auf die Bildschirme wie Kunden, die beim Elektronikmarkt den Kauf eines Geräts erwägen. Einer der Fernseher zeigt unerklärlicherweise eine Nachmittags-Talkshow.

Inoue sitzt am Steuerpult vor Kamera-Zooms und Mikrophonreglern. Über seinem Kopf hängt eine zweite Reihe von kleinen TV-Monitoren. Mit seinen 40 Jahren ist er eine weithin bekannte Autorität auf dem Feld der Weltraumpsychologie, doch irgendetwas in seiner Erscheinung und seinem Auftreten weckt in einem das Bedürfnis, rüberzugehen und ihn in die Wange zu kneifen. Wie viele der männlichen Angestellten hier trägt er Badeschlappen und Socken. Als Amerikanerin ist meine Kenntnis der japanischen Schlappen-Etikette begrenzt, doch habe ich den starken Eindruck, dass JAXA sein zweites (wenn nicht sein erstes) Zuhause ist. Für diese Woche wäre das ohnehin verständlich: Seine Schicht beginnt um sechs Uhr morgens und endet kurz nach zehn Uhr abends.

Auf den Monitoren sieht man nun einen der Bewerber, der einen Stapel von 23 mal 28 Zentimeter großen Umschlägen aus einem Pappkarton hebt. Jeder Umschlag trägt den Kennbuchstaben eines Bewerbers – von A bis J – und enthält ein Blatt mit Anweisungen sowie ein quadratisches, in Zellophan gehülltes Päckchen. Es handelt sich, wie Inoue mir erklärt, um Materialien, mit denen Geduld und Genauigkeit der Kandidaten unter Zeitdruck getestet werden sollen. Die Kandidaten reißen die Päckchen auf und ziehen Bündel von farbigen Papierbögen heraus. „Bei dem Test muss man … tut mir leid, ich weiß das englische Wort nicht. Eine Art Basteln mit Papier.“

„Vielleicht Origami?“

„Origami, genau!“ Vorhin habe ich die Behindertentoilette im Flur benutzt. Dort befand sich an der Wand ein Bedienfeld mit einer verwirrenden Zahl von Hebeln, Kippschaltern und Zugketten. Es sah aus wie das Cockpit eines Spaceshuttles. Ich zog an einer der Ketten, um abzuspülen, und löst damit den Notruf aus. Mein Gesichtsausdruck beim Auftauchen der Schwester war der gleiche, den ich jetzt habe. Es ist mein Hä?-Gesicht. Für die nächsten anderthalb Stunden werden die Männer und Frauen, die darum wetteifern, Japans nächste Astronauten zu werden, Papierkraniche falten.

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