Die anglo-normannische Invasion Irlands im Jahr 1170: Ermöglicht durch „aristokratische“ Machtrivalität

Von Mathias Mesenhüller, aus GEO EPOCHE Nr. 90 „Irland 1170 – 2018: Die Geschichte der Grünen Insel“, dort erschienen ab Seite 22 unter dem Titel „Rivalen um die Macht“. (Hier nachveröffentlicht zur weiterführenden Information über die in „Etwas anderes als weiß werden“: Irland und radikaler jüdischer Aktivismus“ erwähnte Invasion Irlands durch Richard „Strongbow“ FitzGilbert auf Einladung des irischen Regionalfürsten Dermot MacMurrough.)

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Seit Jahrhunderten ringen lokale Fürsten um die Hoheit über ganz Irland. Doch dann verschafft sich einer der Kontrahenten Unterstützung von außen – und die Ankunft des normannischen Ritters Strongbow aus Britannien im Jahr 1170 wird zum schicksalhaften Wendepunkt. Denn mit ihr beginnt die Ära der Fremdherrschaft, die die Insel bis heute prägen wird.

Es ist der 23. August 1170. Am Horizont vor der südirischen Küste zeichnet sich eine furchteinflößende Silhouette ab und kommt stetig näher: große Segelschiffe. Von Wales aus haben sie das Meer überquert und steuern nun auf das irische Städtchen Waterford zu.

Auf den Decks der Schiffe lagern Ritter samt Pferden, Schilden, Kettenhemden, schweren Lanzen und Schwertern. Außerdem Infanteristen mit langstieligen Streitäxten, weit schießenden Bögen und dicken Bündeln präzise gefertigter Pfeile. Dazu Belagerungsgerät, Schanzwerkzeug.

Eine hochgerüstete, kampferprobte Truppe, insgesamt rund 1200 Mann. Und ein Bräutigam.

Denn die Armada kommt auf Einladung eines irischen Fürsten, Dermot MacMurrough, des Herrschers des Reiches Leinster im Südosten der Insel. Der Anführer der Flotte, Richard FitzGilbert, genannt Strongbow, soll Dermots Tochter heiraten – und vielleicht einmal dessen Reich erben.

Zuvor freilich muss Strongbow dem künftigen Schwiegervater einen Dienst erweisen: Seine Krieger sollen wesentliche Teile dieses Reiches überhaupt erst erobern. Sie sollen Dermots irische Rivalen bezwingen, ihn so zum mächtigsten Mann auf der Insel machen – und einige vergangene Kränkungen rächen. Strongbows Sold für diese Dienste: die Prinzessin und die Erbschaft.

Damit beginnt ein Feldzug, der Irland für Jahrhunderte in den Bann der größeren britischen Nachbarinsel schlagen wird. Ein Krieg, dem ein fruchtbarer Austausch folgen wird, eine reiche Mischkultur – aber ebenso auch Leid und Bitterkeit. Und aus dem Fremdherrschaft und Freiheitskampf als die großen Themen der irischen Geschichte hervorgehen.

Am Anfang steht eine arrangierte Ehe. Ein Pakt, der keine Nationen kennt, nur persönliche Vorteile. Das Aufeinandertreffen ungleicher Waffen – aber der gleichen zügellosen Gier nach Ruhm, Reichtum und Abenteuer.

Die Ritter, die Strongbow nun bei Waterford an Land führt, sind entschlossen, sich ihr Glück, ihre Zukunft zu erkämpfen. Wie schon ihre Väter es getan haben und deren Väter vor ihnen. Sie kennen es nicht anders.

Denn sie sind Normannen.

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„Etwas anderes als weiß werden“: Irland und radikaler jüdischer Aktivismus

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Lucifex. Das Original „Become other than White”: Ireland and Radical Jewish Activism erschien am 30. August 2019 auf The Occidental Observer.

„Fünf Juden kamen mit Geschenken über das Meer zu Tairdelbach [dem König von Munster], und sie wurden wieder über das Meer zurückgeschickt.“

Annals of Inisfallen, 1079 n. Chr.

„Ich schlage eine Befragung darüber vor, wie die irische Nation etwas anderes als weiß (christlich und ansässig) werden kann durch Privilegierung der Stimmen der Rassialisierten und durch Unterlaufen der staatlichen Einwanderungs- aber auch Integrationspolitik.“

Ronit Lentin (israelische Akademikerin), From racial state to racist state: Ireland on the eve of the citizenship referendum, 2007.

 

Vorspiel

Tairdelbach von Munster (Turlough O’Brien 1009 –1086), der um 1079 effektiv der Hochkönig Irlands war, hält wahrscheinlich den Weltrekord für den schnellsten Rauswurf von Juden. Er dominierte die irische politische Szene, hatte die Wikingerführung von Dublin zerschlagen und besaß „die Standarte des Königs der Sachsen“. Sein Sohn hatte sogar mit Überfällen nach Wales und an die britische Küste begonnen. Leider können wir die Nuancen der Reaktion des 70jährigen Warlords auf die plötzliche Ankunft einer Handvoll geschenkebringender Juden nur vermuten, denn die Annalen von Inisfallen sind spärlich an Details. Die Delegation kam fast sicher aus der Normandie, wo Juden unter einer symbiotischen Finanzbeziehung mit Wilhelm dem Eroberer gediehen. Wilhelm hatte natürlich die Juden im angelsächsischen England eingeführt, dreizehn Jahre vor dem Herantreten an Tairdelbach, was die Möglichkeit offen läßt, daß sie direkt von einer dieser neuen jüdischen Enklaven in England nach Irland gereist sein könnten. Auf jeden Fall ist es fast sicher, daß sie um die Erlaubnis ansuchten, sich in Irlands städtischen Zentren niederzulassen, eine Beziehung zur irischen Elite (Tairdelbach selbst) zu formen und ausbeuterischen Geldverleih unter den niedrigeren gesellschaftlichen Ständen zu betreiben. Dies war ein Muster, das man bis dahin überall in Europa erlebt hatte. Und doch war Tairdelbachs Reaktion, die Geschenke abzulehnen und die Juden sofort auszuweisen. Sie sollten mehrere Jahrhunderte lang nicht in der Lage sein, eine Gemeinschaft in Irland zu bilden.

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, daß Tairdelbach zu seinen Lebzeiten als guter und christlicher König betrachtet wurde. Er genoß enge Beziehungen zur irischen Kirche und zur Kirche in England und war Schirmherr einer Anzahl von religiösen Gestalten und Gelehrten. Er war fast sicher ein schriftkundiger und gebildeter Mann, und seine Entscheidung, die jüdische Delegation auszuweisen, beruhte vielleicht auf einem Wissensstand statt auf bloßem Instinkt. Die Historiker Aidan Beatty und Dan O’Brien kommentieren den Hinauswurf:

Niemand in Irland hatte vor dieser Begebenheit jemals eine jüdische Person gesehen, doch die Besucher werden eindeutig als „fünf Juden“ (coicer Iudaide) beschrieben, und die Iren haben bereits ein Wort für Juden, Iudaide, ein mittelalterliches gälisches Wort, das seine Wurzeln klar in den Sprachen der klassischen Antike hat. Aber neben diesem Paradox ist hier auch eine gewisse Art von kulturellem Wissen am Werk. Die mittelalterlichen Iren, die diese jüdischen Gäste so kurzerhand abfertigen, „wissen“ etwas über Juden, oder genauer, sie denken manche Dinge über Juden: sie „wissen“, daß Juden nicht vertrauenswürdig sind, daß man Juden, die Geschenke bringen, nicht in seine Obhut nehmen soll. Und Juden sind nicht geeignet für den Aufenthalt in Irland – sie sollten des Landes verwiesen werden.[1]

Man hat daher den Eindruck, daß Tairdelbach ein kluger und selbstloser Anführer war, der das Wohl seines Volkes mehr anstrebte als das Wohl seiner eigenen kurzfristigen Finanzsituation.

Die jüdische Rache, ob direkt oder indirekt, fand ein Jahrhundert später statt, als die glorreichen Tage der gälischen Hochkönige wie Tairdelbach dank der normannischen Invasion Irlands durch Richard „Strongbow“ de Clare zu einem Ende kamen. Ebenso wie die normannische Invasion Englands wurde Strongbow von Juden finanziert, in diesem Fall einem in England ansässigen jüdischen Finanzier namens Josce of Gloucester. Nach der normannischen Invasion brachte die neue normannische Elite eine kleine Zahl ihrer Juden nach Irland, hauptsächlich für finanzielle Aktivitäten in Häfen statt für eine groß angelegte Ansiedelung. Eine mit 28. Juli 1232 datierte Bewilligung von König Heinrich III an Peter de Rivel gab ihm das Amt des Treasurer and Chancellor of the Irish Exchequer, die Häfen und die Küste des Königs und auch „die Obsorge für die Judenheit des Königs in Irland.“ Dieser wenigen namenlosen Juden sollte man sich nach der Vertreibung aus England im Jahr 1290 entledigen, und Juden blieben Irland fern bis zur Zeit von Cromwell, der in der irischen Geschichte eine besondere traurige Berühmtheit hat.

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Fukuyama über Staatsbürgernationalismus

Von Greg Johnson, übersetzt von Tekumseh. Das Original Fukuyama on Civic Nationalism erschien am 17. Januar 2019 auf Counter-Currents Publishing.

Zuvor erschienen: Fukuyama über Identitätspolitik und Fukuyama über Vielfalt.

In seinem neuen Buch Identity versucht Francis Fukuyama, den Aufstieg weißer Identitätspolitik zu verhindern. Nichtsdestotrotz ist Identity ein sehr nützliches Buch für White Nationalists, weil es die Richtigkeit vieler unserer wichtigsten Prämissen eingesteht. In „Fukuyama über Vielfalt“, schreibe ich, dass Fukuyama zugibt, dass Vielfalt ein Problem ist und nur sehr schwache Gründe dafür angibt, dass ihr überhaupt ein Wert zukommt. Hier prüfe ich Fukuyamas Alternative zu weißer Identitätspolitik, nämlich eine konservative Form von farbenblindem Verfassungspatriotismus [ich verwende das Wort statt im folgenden civic nationalism mit Bürger-Nationalismus zu übersetzen; d. Ü.].

Die EU zum Funktionieren bringen.

Fukuyama konzentriert sich auf die EU statt auf einzelne europäische Staaten, weil er die EU eindeutig zum Laufen bringen will.

Er sagt, die EU wurde gegründet, weil „exklusive ethnische Definitionen von nationaler Identität die Wurzel der beiden Weltkriege waren, die Europa erlebt hat“ (S. 143). „Die Gründer der EU versuchten absichtlich die nationalen Identitäten auf dem Level der Mitgliedsstaaten zugunsten eines ‚postnationalen‘ Europäischen Bewusstseins zu schwächen, als ein Gegengift für die aggressiven Ethno-Nationalismen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ (S. 143).

Es ist erstaunlich, dass das moderne EU-Projekt auf einer beinahe vollkommenen Umkehrung der historischen Wahrheit aufbaut. Der 1. Weltkrieg war keine Auseinandersetzung von Ethnostaaten, sondern Reichen: Das Britische, Französische und Russische gegen das Deutsche, Österreich-Ungarische und Türkische Reich. Der Krieg brach aus, weil das Österreich-Ungarische Reich mit dem Königreich Serbien – seinerseits ein multinationaler Staat – über das multinationale Territorium Bosnien aneinander geriet, als sie sich über die Aufteilung der balkanischen Anteile des Leichnams des multinationalen Türkischen Reiches balgten. Der ganze Krieg hätte jedoch vermieden werden können, wenn anstatt des Imperialismus der Ethnonationalismus die führende Kraft der Politik in Europa gewesen wäre und Grenzen und Völker bewegt worden wären, um homogene souveräne Heimatstaaten für alle Völker zu schaffen.

Die Folgen des 1. Weltkrieges, also der 2. Weltkrieg, hätten auf die gleiche Weise vermieden werden können. Und zwar wenn das Prinzip der nationalen Selbstbestimmung tatsächlich praktiziert worden wäre, anstatt nur gepredigt. Aber anstatt die multiethnischen Reiche soweit möglich in homogene Staaten aufzuteilen, teilten die Sieger Staaten wie Deutschland und Ungarn und schufen neue multiethnische Staaten wie die Tschechoslowakei und Jugoslawien.

Die Europäische Union wurde kurz gesagt auf Lügen gebaut. Die Weltkriege wurden nicht durch Nationalismus verursacht. Sie wurden durch die Unterdrückung der legitimen nationalistischen Hoffnungen der europäischen Völker durch multinationale Reiche, wie die EU, hervorgerufen.

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Die Judenpolitik Friedrichs des Großen: Zwischen Eindämmung und Profit, Teil 1

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Frederick the Great’s Jewish Policy: Between Containment and Profit, Part 1 erschien am 17. Mai 2019 auf The Occidental Observer. (Die zitierten Passagen aus Schriften Friedrichs des Großen wurden von mir aus dem vorliegenden englischen Essay rückübersetzt.)

Friedrich II. von Preußen, bekannt als „der Große“, ist eine der gefeierten Gestalten der westlichen Geschichte. Einerseits war er ein fähiger Staatsmann und Militärführer, der durch Geschick und verbissene Entschlossenheit in Kriegen mit weit größeren Staaten die Größe seines verwundbaren und relativ armen norddeutschen Reiches verdoppelte und Preußen in eine von Europas Großmächten verwandelte. Aber Friedrich war auch ein in der Geschichte beinahe einzigartiges Beispiel eines Staatsmannes, der auch ein echter Intellektueller war, der beispielhafte „aufgeklärte Despot“, der vernünftige Reformen unternahm und mit den großen Geistern seiner Zeit Konversation führen konnte.

Friedrichs politische Werke sind eine klassische Darlegung autokratischer guter Regierungsführung.[1] Während die republikanische Tradition in gewissem Sinne charakteristisch und fast einzigartig westlich ist, sollten wir nicht vergessen, daß wir während des Großteils unserer Geschichte von Monarchen regiert wurden. Römische Kaiser und mittelalterliche und frühneuzeitliche Könige hatten sicherlich bei genauso vielen unserer großen Leistungen die Leitung wie die hellenischen Stadtstaaten oder die modernen Republiken.

In diesem Artikel möchte ich einen wenig bekannten Aspekt der Regierung von Friedrich dem Großen beschreiben: die Judenpolitik. Friedrich hatte einigermaßen widersprüchliche politische Strategien von seinen Vorvätern geerbt: auf der einen Seite das Wachstum der jüdischen Bevölkerung zu verhindern (besonders durch Beschränkung des Aufenthaltsrechts), denn Juden wurden als in illegalen Handel verwickelt betrachtet und würden Christen aus dem Geschäft drängen, und auf der anderen Seite die Ausnützung der jüdischen Geschäftstüchtigkeit, ob durch deren Besteuerung, durch die Erlangung von Krediten von ihnen oder durch Nutzung ihrer Fähigkeiten für komplexe und manchmal zweifelhafte Geldtransaktionen.

Friedrichs Haltung zu diesem Erbe ist von Interesse, weil er als Monarch der Aufklärung keine religiös motivierte Feindseligkeit gegen die Juden hegte und auch nicht von den antisemitischen Rassentheorien beeinflußt war, die im neunzehnten Jahrhundert populär werden sollten. Stattdessen wurde die Politik des preußischen Königs von seiner klassischen Bildung bestimmt, die seine allgemeine Sichtweise, seinen politischen Pragmatismus und seine tatsächliche persönliche Erfahrung mit Juden prägte.

Friedrich behielt im Wesentlichen die Herangehensweise seiner Vorgänger bei und rechtfertigte eine nüchterne Bevölkerungspolitik, die das jüdische Wachstum begrenzte, mit der Notwendigkeit, das wirtschaftliche Gleichgewicht, die Moral und das Wohlergehen von Preußen als Ganzem zu schützen. Darin scheint Friedrichs Ansatz an die muskulös kommunitaristische Bevölkerungspolitik von Plato und Aristoteles zu erinnern, zweier Philosophen, die er sorgfältig studiert hatte. Wie wir sehen werden, war Friedrich, während er die Politik seiner Vorgänger beibehielt und verstärkte, nicht in der Lage, deren widersprüchlichen Charakter zu überwinden, was den Weg führ ihren Abbau unter seinen Nachfolgern bereitete.

Das politische Erbe: Die Judenpolitik in Preußen vor Friedrich II.

Wie anderswo in Europa war es eine umstrittene Frage in der Geschichte von Brandenburg-Preußen, ob die Ansiedlung von Juden überhaupt erlaubt werden sollte. Im Jahr 1309 hatte der Deutschritterorden, ein Staat von Kriegermönchen, der Ostpreußen erobert und die einheimischen Heiden gewaltsam zum Christentum bekehrt hatte, Juden verboten, sein Territorium zu betreten. Dennoch wurde angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung jüdischer Kaufleute in Polen Juden erlaubt, vorübergehend zu Geschäftszwecken einzureisen.

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Gedanken über die geschützte Rasse

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Lucifex. Das Original Thoughts on the Protected Race erschien am 11. April 2019 auf The Occidental Observer.

„Wisset, daß wir Leo den Juden, unseren Goldschmied und all seine Angelegenheiten, in unsere Hand, unsere Obhut und unseren Schutz genommen haben. Und daher befehlen wir, daß ihr besagten Leo und all seine Angelegenheiten bewacht und verteidigt und ihm keinen Schaden und keine Verletzung zufügt.“

Proklamation von König Johann von England, 10. Nov. 1199

„Mein Amt wurde gesetzlich geschaffen und dazu bestimmt, das jüdische Volk auf der ganzen Welt zu schützen. Denken Sie darüber nach. Die größte Macht der Welt ist gesetzlich und bestimmungsgemäß darauf fokussiert, die Juden zu schützen.“

Elan Carr, Gesandter des U.S.-Außenministeriums für Antisemitismus, Februar 2019

Nach fast jeder Metrik sind die Juden die geschützteste ethnische Gruppe der Erde. An der Frontlinie dieses Schutzes wird die institutionelle jüdische Sicherheit im gesamten Westen durch die Steuerzahler stark subventioniert. In Deutschland gibt die Regierung dem Zentralrat der Juden ein jährliches Stipendium von 15 Millionen Dollar. Im Vereinigten Königreich gibt die Regierung ungefähr 20 Millionen Dollar jährlich sowohl für die Sicherheit für jüdische Institutionen und für „Holocaust-Erziehung“ aus, die „antisemitische Ideen“ bekämpfen soll. Dies zusätzlich dazu, daß das Vereinigte Königreich fast 70 Millionen Dollar für eine neue Holocaust-Gedenkstätte zugesagt hat, die dasselbe Ziel erreichen soll. Ungarn hat 3,4 Millionen Dollar für „die Bekämpfung des Antisemitismus in Europa“ versprochen, und Schweden hat 2 Millionen Kronen für die Erhöhung der Sicherheit an jüdischen Institutionen überreicht. Frankreich hat seit 2015 107 Millionen Dollar für die „Bekämpfung von Antisemitismus“ überreicht. Dies bringt uns auf eine Gesamtsumme von über 215 Millionen Dollar für den „Schutz von Juden“ und die „Bekämpfung von Antisemitismus“ und berücksichtigt nicht einmal die Ausgaben in den Vereinigten Staaten (irgendwo zwischen 20 und 50 Millionen Dollar jährlich für die direkte Sicherheit an jüdischen Institutionen) oder die Ausgaben von Juden für ihre eigene Verteidigung (das Jahresbudget der ADL allein liegt im Bereich von 58 Millionen Dollar). Man bekommt den deutlichen und bemerkenswerten Eindruck, daß das Diaspora-Judentum global wahrscheinlich ungefähr annähernd 1 Milliarde Dollar braucht, um sich sicher zu fühlen.

Juden werden auch auf andere Arten geschützt. Seit Mitte 2018 haben Resolutionen und andere gesetzliche Maßnahmen gegen Antisemitismus an Tempo und Ausbreitung zugenommen. Im Mai 2018 wurde South Carolina der erste US-Bundesstaat, der den Anti-Semitism Awareness Act beschloß, der effektiv Äußerungen gegen Israel auf dem Gelände von Colleges beendet und von South Carolinas höhere öffentliche Bildungseinrichtungen verlangt, „die Definition [des Außenministeriums] von Antisemitismus zum Zwecke der Feststellung zu berücksichtigen, ob die behauptete Praktik von antisemitischer Absicht motiviert war“, wenn sie „untersuchen oder feststellen, ob es eine Verletzung der College- oder Universitätspolitik gegeben hat, die diskriminierende Praktiken auf der Grundlage von Religion verbietet.“ Im Februar 2019 kündigte Präsident Macron von Frankreich ein „Durchgreifen gegen Antisemitismus“ an, zu dem die Auflösung dreier pro-weißer Organisationen, die Definition von Antizionismus als Form von Antisemitismus und die Einführung neuer Gesetze gegen „Hassrede“ gegen Juden in sozialen Medien gehören würde. Erst vor ein paar Wochen beschloß Florida ein Gesetz, das Antisemitismus definiert und ihn nach dem Gesetz des Bundesstaates illegal macht. Tennessee hat versucht, ein Gesetz für Antisemitismusbewußtsein zu erlassen und kürzlich eine Resolution zur „Bekämpfung von Antisemitismus“ herausgegeben, indem es eindeutige Unterstützung für Israel erklärte. Dies folgt natürlich einer Resolution des Repräsentantenhauses auf dem Fuß, die nach Ilhan Omars nun notorischen Bemerkungen über die Israel-Lobby „Antisemitismus verurteilt“.

Es gibt einfach sonst keine andere Volksgruppe auf Erden, die dasselbe Maß an finanziellem und gesetzlichem Schutz wie die Juden genießt. Natürlich könnten die Uninformierten bei Konfrontation mit einer solchen Tatsache antworten, daß dieses Maß an Unterstützung sowohl gebraucht wird als auch verdient ist. Laut dem überlieferten Narrativ legt die jüngere Geschichte nahe, daß die Juden die verwundbarste und am meisten zu Opfern gemachte Gruppe des Westens sind. All diese Gesetze und all diese Finanzmittel sind daher bloß eine Reaktion auf ein akutes Bedürfnis. Aber die jüngere Geschichte hat nichts mit dem Schutz von Juden zu tun, und genausowenig sind diese Maßnahmen eine Reaktion auf irgendeine unmittelbare Bedrohung. Um voll einschätzen zu können, was genau vorgeht, müssen wir viel weiter in der Zeit zurückgehen.

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Zankapfel Balkan

Der ehemalige kroatische Diplomat Dr. Tomislav Sunić  im Gespräch

(Aus der Ausgabe November-Dezember 2013 der „Deutschen Militärzeitschrift“)

Bulgarische Truppen im Angriff während des Ersten Balkankrieges 1912-1913: Was als Bündnis gegen die Osmanen begann, führte zu allgemeinem Zwist auf dem Balkan. Gemälde von Jaroslav Véšín.

DMZ: Herr Dr. Sunić, der Balkan ist stets Zankapfel der europäischen Großmächte und auch innerlich zerstritten gewesen. 1913 – vor 100 Jahren – kam es zum Zweiten Balkankrieg. Nur wenige Monate zuvor endete der erste Balkankrieg. Warum ging es vor 100 Jahren so heiß her im südöstlichen Europa?

Sunić: Auf dem Balkan prallen viele Interessen aufeinander. Der Erste Balkankrieg begann als eine romantische Bewegung, als Bündnis der südostslawischen, christlich-orthodoxen Völker – also der Serben, Bulgaren, Montenegriner und Griechen – gegen die jahrhundertelange osmanische Despotie. Also in diesem Sinne war der erste Balkankrieg der Jahre 1912/13 eine positive Bewegung, da endlich eine fremde, nichteuropäische Macht aus Europa rausgeworfen wurde.

DMZ: Allerdings führte der Krieg schnell zu Revanchegedanken und Zwist unter den Bundesgenossen und mündete wenig später im nächsten Balkankrieg…

Sunić: Ja, Bulgarien griff kurz nach dem Krieg Serbien und Griechenland an, woraufhin Rumänien seine Chance sah, sich auf Kosten des kriegsführenden Bulgarien zu vergrößern. Und das Osmanische Reich erkannte die Chance, die Niederlage im Ersten Balkankrieg zu revidieren.

DMZ: Welche Rolle spielten dabei die europäischen Großmächte?

Sunić: Vor allem der russische, christlich-orthodoxe Panslawismus spielte dabei eine große Rolle. Die zaristische Politik am Anfang des 20. Jahrhunderts sah in der österreichischen Annexion Bosniens im Jahr 1908 nicht nur eine geopolitische Gefahr, sondern auch eine kulturelle Einmischung des dekadenten Westens. Alles, was in Europa im 20. Jahrhundert geschah, hatte einen kausalen Nexus, wenn ich hier Ernst Nolte paraphrasieren darf. So wird es in Europa auch in der Zukunft weiter sein – abgesehen davon, daß die Türken heute weiter nach Europa vorgedrungen sind, als sie es sich 1683 vor den Toren Wiens auch nur erträumt hätten.

DMZ: Welche Folgen hatte der Krieg für den Balkan und für Europa? Die Balkankriege werden oft als Wegbereiter für den Eintritt der südosteuropäischen Staaten in den Ersten Weltkrieg betrachtet. Das Pulverfaß Balkan war zudem erst die Initialzündung für den Weltkrieg.

Sunić: Über die Ansprüche oder Komplott-Theorien der damaligen Großmächte läßt sich viel debattieren. Es herrschten auch damals zwischen den Politikern in Frankreich, Rußland und Großbritannien schwere Divergenzen – von den Interessenkonflikten mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn ganz zu schweigen. Der Erste Weltkrieg hatte viele Väter.

DMZ: Das gesamte 20. Jahrhundert über war allerdings der Balkan immer wieder von Spannungen gezeichnet. Warum ist die Region so instabil? Woher rühren die Konflikte?

Sunić: Das dauernde Problem auf dem Balkan ist die mangelnde Staatsidentität der verschiedenen christlichen Völker und Völkerschaften. Der jahrhundertelange türkische Despotismus hat außerdem ein großes Trauma bei allen Völkern auf dem Balkan verursacht. Auch heute hat das Wort „Türke“ dort eine negative Bedeutung, und man hört täglich die jungen Serben und Kroaten in abschätzender Weise auch die muslimischen Bosniaken und Albaner als „Türken“ beschimpfen.

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Ein kurzer Blick auf den jüdischen Reichtum

Von Thomas Dalton, übersetzt von Lucifex. Das Original A Brief Look at Jewish Wealth erschien am 7. Februar 2019 auf The Occidental Observer.

Die gesamte Geschichte hindurch sind die Macht und der Einfluß der jüdischen Lobby legendär gewesen. Diese Macht wiederum leitet sich nicht aus politischer Macht ab und auch nicht von einer Unterstützung durch das Volk oder aus moralischer Rechtschaffenheit oder von Gott. Es ist einfach die Macht des Geldes. Die Reichen haben in ihren Gesellschaften immer überproportionalen Einfluß gehabt, typischerweise zum Vorteil von Individuen oder ihren Familien. Aber wenn eine separate ethnische Minderheit mehr oder weniger kollektiv arbeitet, mit großem Reichtum hinter sich, dann kann diese Minderheit eine massiv überproportionale Macht ausüben. Diese Macht wird verstärkt durch jüdische Macht aus dem Besitz von Medien im Medienzeitalter, aus ihrer Position als Erzeuger von Medieninhalten (hier, S. lvi) und aus ihrem Einfluß auf die Kultur der Elite, besonders in der akademischen Welt.

Zu oft liest man jedoch Zornausbrüche über die „reichen Juden“ ohne Kenntnis der Geschichte und ohne irgendwelche Fakten oder Details dahinter. Meine Absicht in diesem kurzen Essay ist es, einige faktische Daten zu liefern und einige plausible Schlußfolgerungen zu ziehen. Die Situation ist, wie ich denke, extremer, als viele angenommen haben.

Etwas Kontext

Wie üblich, ist ein bißchen Geschichte hilfreich, um den Kontext für die heutige Zeit herzustellen (siehe auch Andrew Joyce, z. B. hier und hier). Die früheste Verbindung zwischen Juden, Geld und Macht scheint von Cicero um 59 v. Chr. zu kommen. Seine Rede Pro Flacco bietet eine Verteidigung eines römischen Proprätors in Asien namens L. V. Flaccus, welcher der Veruntreuung jüdischer Goldlieferungen nach Jerusalem beschuldigt wurde. (Man erinnere sich daran, daß Rom Judäa nur etwa vier Jahre zuvor eroberte). Cicero beginnt mit einer vielsagenden Erklärung:

Ihr wißt, was für eine große Menschenmasse das ist, wie sie zusammenhalten, wie einflußreich sie in informellen Vereinigungen sind. Daher werde ich leise sprechen, damit nur die Juroren es hören können; denn jene wollen es nicht, die sie gegen mich und jeden respektablen Mann aufhetzen würden.

Cicero spottet eindeutig über die Juden, aber ihre Macht muß zu diesem Zeitpunkt wohlbekannt sein, andernfalls seine Stichelei sinnlos gewesen wäre. Er liefert im folgenden eine aufrüttelnde Verteidigung und zitiert Flaccus‘ „Akt der Festigkeit, der Menge der Juden zu trotzen“ und ihren „Versuch, Abneigung gegen ihn zu erzeugen.“

Eine zweite frühe Anspielung auf jüdischen Reichtum kommt von Kaiser Claudius in seinem dritten Edikt von 41 n. Chr. In Bezug auf Bürgerunruhen in Alexandria hebt Claudius die Juden hervor, die „in einer Stadt leben, die nicht ihre eigene ist.“ „Sie besitzen einen Überfluß an allen guten Dingen“, mißbrauchen ihren Reichtum aber, indem sie sich fortwährend gegen örtliche Autoritäten stellen und allgemeine Zwietracht säen. In einem gewissen Sinne, schreibt Claudius, könnte man den Juden vorwerfen, „eine allgemeine Seuche zu schüren, die die gesamte Welt befällt.“

Dann im Jahr 100 n. Chr. haben wir die bekannte Kritik von Tacitus in seinen Historiae. Inmitten einer Diskussion über „die Rasse von Menschen, die voller Hass auf die Götter sind“ – ein Volk, das „niederträchtig und abscheulich“ sowie „verkommen“ ist – bemerkt er, daß die Diaspora-Juden, „die schlimmsten Halunken unter anderen Menschen“, unablässig gearbeitet haben, um „Tribut und Spenden nach Jerusalem zu senden und dadurch den Reichtum der Juden zu mehren.“ Es ist klar, daß dieser Reichtum für schädliche Zwecke verwendet wurde.

Um das Jahr 220 schrieb Cassius Dio seine Römische Geschichte, in der er den zweiten und dritten Judenaufstand von 115 n. Chr. und 132 n. Chr. beschreibt. Über das letztere Ereignis erklärt Dio: „Die Juden zeigten überall Zeichen der Feindseligkeit gegenüber den Römern.“ Und sie waren offensichtlich in der Lage, ihren Reichtum zu benutzen, um andere zu bestechen, damit sie ihnen zu Hilfe kämen: „viele Nationen schlossen sich ihnen aus Gier nach Gewinn ebenfalls an.“ Es muß eindeutig beträchtliches Vermögen erfordert haben, „viele Nationen“ für das Kämpfen an ihrer Seite zu bezahlen. Und den Juden muß es offenkundig gelungen sein, eine Vielzahl anderer hinzuzuziehen: „die gesamte Erde, könnte man fast sagen, wurde wegen der Sache in Unruhe versetzt.“

Obwohl sie in diesem Aufstand verlieren sollten, gelang es den Juden, sich neu zu gruppieren und ihre Macht wieder zu behaupten – eine Macht, die bis 300 n. Chr. legendär geworden war.[1] Zu dieser Zeit schrieb Marcus Iunianus Iustinus seine Historiarum Philippicarum. Buch 36 befaßt sich mit der unwürdigen Herkunft des jüdischen Volkes und erklärt das Wachstum und den Zusammenhalt dieses einzigartigen Stammes. Ihre pragmatische Religion verschmolz Religion mit Politik in einer Weise, die sich als höchst erfolgreich erwies: „es ist fast unglaublich, wie mächtig sie wurden.“

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Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 4

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 4 erschien am 4. Februar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Letzter Teil; zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Gefängnis der Nation behandelt Wladimir Putins Ära nicht, aber Shiropajew hat sie in seinen anderen Schriften ausführlich kritisiert. Er betrachtet Putins Regime als „orthodoxen Neostalinismus“: eine Mischung der schlimmsten Elemente der byzantinischen und der bolschewistischen Phase des Projekts. Es ist eine Herrschaft von Kommissaren, die vom orthodoxen Klerus gesegnet werden und das Imperium auf Kosten der weißen Bevölkerung Rußlands erweitern, während sie Staatsbürgerpatriotismus, Rassenvermischung, Alkoholismus und Mystizismus fördern, nachdem gottesfürchtige (oder vielmehr: priesterfürchtige) betrunkene „Patriotards“ nie gegen ihre Oberherren rebellieren werden.

Und wieder einmal sind es die „anderen Rassen“, welche die wahren Nutznießer des eurasischen Projekts sind: die russische Bevölkerung bezahlt die Rechnungen für alle nichteuropäischen Provinzen, wo die örtlichen Despoten von Moskau durch Bestechung zum Gehorsam veranlaßt werden. Es sind besonders die asiatischen Moslems, die das letzte Wort in Rußland haben. Der Kreml paßt seine Politik ihren Forderungen an. Sie stellen den Kern der Armee, wo sie den russischen Soldaten und Offizieren ihre Bedingungen diktieren. Sie stellen die Mehrheit von Rußlands illegalen Arbeitskräften. Am schlimmsten von allem ist, daß die Tschetschenenmafia die großen Städte der Russischen Föderation kontrolliert.

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Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 2

Wiktor Wasnezov, „Iwan der Schreckliche“, 1897 (Detail)

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 2 erschien am 29. Januar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Teil 2 von 4. Zuvor erschienen: Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 1

Der Archetyp des Tyrannen: Iwan der Schreckliche

Während Iwan III. das Fundament eines unabhängigen russischen Königreichs schuf (oder vielmehr eines orthodoxen Moskowiter Khanats), war es sein Enkel Iwan IV. Wassiljewitsch, besser bekannt als Iwan der Schreckliche, der das zaristische Rußland schuf und die wahren Moskowiter Expansionen des 16. Jahrhunderts begann.

Shiropajew identifiziert die Gründung der Opritschnina als die größte Errungenschaft des antirussischen Projekts unter Iwan dem Schrecklichen. Opritschnina ist ein Begriff, der für die Beschreibung der Innenpolitik von Iwan dem Schrecklichen verwendet wird: brutale Stärkung der Macht des Zaren und Unterdrückung allen Widerspruchs, was die Zerschlagung der inneren Opposition seitens der Bojaren (der russischen Adeligen) oder jeglicher separatistischer Tendenzen bedeutete. Die Ausführenden dieser Politik waren die Opritschniks: Mitglieder einer Elitegarde, die direkt dem Zaren verantwortlich war. Sie wurden zu seinen Hunden und Besen erklärt (zur Bewachung und Säuberung seines Königreichs). Die Methoden der Opritschniks waren Folter und Hinrichtungen, Terror und Verrat. Shiropajew betrachtet die Opritschniks als Vorbild für die spätere sowjetische Sicherheitstruppe, die Tscheka, die Russen nach der Revolution hinrichtete.

Iwan der Schreckliche wird oft als labiler, geistesgestörter Mann dargestellt, dem es – trotz seiner Krankheit – gelang, einen effektiven russischen Staat aufzubauen. Shiropajew sieht das anders: Iwans Handlungen erscheinen abnormal im Vergleich zu europäischen Herrschern. Aber wenn man ihn mit mongolischen Khanen vergleicht, so sind seine Zornausbrüche, seine Ausrottungen ganzer Populationen, seine Neigung zu Grausamkeit und daß er sogar Mitglieder seiner eigenen Familie ermordete, nur typische Eigenschaften eines asiatischen Despoten. Seine Politik des Terrors und der Expansion sollte nicht als bloße persönliche Marotten betrachtet werden. Sie sind genau die Art, wie die mongolische Tyrannei und die Horde immer funktioniert hatten.

Die Mutter von Iwan dem Schrecklichen war Helena Glinskaja, deren Familie vom mongolischen Khan Mamai selbst abstammte. Iwan der Schreckliche war Asiate in Blut und Geist, was einer der Gründe dafür ist, daß er keine Zurückhaltung bei der Ausrottung der russischen Bevölkerung hatte, die er als seine Sklaven von fremder Herkunft betrachtete. Unter der Herrschaft von Iwan dem Schrecklichen erlitten Asiaten keine Diskriminierung; ganz im Gegenteil. Der Zar respektierte die asiatischen Adelstitel und betrachtete den mongolischen Adel als von höherem Rang als seine weißen Untertanen (oder genauer: Sklaven). Jedoch begünstigte Iwan der Schreckliche das orthodoxe Christentum und förderte die Christianisierung, was im Grunde bedeutete, daß die Ostexpansion Rußlands in Rassenvermischung resultierte, da getaufte Mongolen als reguläre Mitglieder der orthodoxen Gesellschaft betrachtet wurden.

Der letzte Khan des Khanats von Kasan, Yadegar Mokhammat, kämpfte zuerst gegen Iwan den Schrecklichen, akzeptierte aber schließlich die Herrschaft des Zaren, konvertierte zum Christentum und wurde unter dem Namen Simeon Kasajewitsch ein russischer Adeliger. Ein weiterer Khan, Sain-Bulat, später bekannt als Simeon Bekbulatowitsch, heiratete eine der Töchter von Iwan dem Schrecklichen und wurde (für ein Jahr) vom Zaren zum Großfürsten der Rus‘ gemacht; Simeon wurde später zum Großfürsten über Twer und Torschok gemacht, zu einem der Befehlshaber der Armee des Zaren, und wurde schließlich ein orthodoxer Mönch. Ein weiterer Tatar am Hof des Zaren war Boris Godunow, einer der Opritschniks, ein Mitglied einer christianisierten mongolischen Familie, der einer der Favoriten von Iwan dem Schrecklichen war und nach dessen Tod Zar wurde.

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Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 1

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 1 erschien am 27. Januar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Алексей Широпаев
Тюрьма Народа. Русский взгляд на Россию
Москва 2001

[Alexiej Shiropajew, Gefängnis der Nation: Die russische Perspektive auf Rußland (Moskau, 2001).]

Es gibt verschiedene Ansätze beim Erzählen der Geschichte Rußlands und des russischen Volkes. Es gibt die patriotisch-orthodoxe Version der Geschichte, das kommunistische sowie das liberale und demokratische Narrativ. Es gibt natürlich einige wichtige Alternativen. Diejenige, die gegenwärtig die beliebteste unter europäischen Nationalisten zu sein scheint, ist die eurasianistisch-imperialistische Version, wie sie von Alexander Dugin beworben wird, aber in Wirklichkeit von Lew Gumiljow geschaffen wurde. Es gibt jedoch auch eine explizit weiß-nationalistische Erzählweise der Geschichte Rußlands. Die wichtigste Präsentation dieser Sichtweise ist Tyurma Naroda (Gefängnis des Volkes oder Gefängnis der Nation) von Alexiej Shiropajew. Wie Sie aus dem Titel allein ersehen können, ist Shiropajews Sicht auf den russischen Staat extrem kritisch.

Da das Buch nur auf Russisch erhältlich ist, und es extrem unwahrscheinlich ist, daß es jemals ins Englische (oder irgendeine andere Sprache) übersetzt werden wird, werde ich zuerst eine detaillierte Übersicht über Shiropajews Argument präsentieren, und dann eine Kritik an dem Buch.

Rus’ protiv Rossiyi: Rus’ versus Rußland

Ein Thema, das gleich einmal geklärt werden muß, ist die Terminologie. Zwei völlig verschiedene Wirklichkeiten werden durch die deutschen Begriffe „Rußland“ und „Russe“ zu einer gemacht. In der russischen Sprache gibt es zwei verschiedene Wörter als Name des Landes: „Rus‘“ und „Rossiya“. Rus‘ steht für die Länder, die ursprünglich von östlichen Slawen bewohnt wurden, wohingegen Rossiya den größeren russischen Staat bedeutet: das zaristische russische Reich, die Sowjetunion oder die zeitgenössische Russische Föderation. Und diese beiden Begriffe werden oft unter Verwendung eines Wortes ins Deutsche übersetzt: „Rußland“, was daher einige Verwirrung verursacht.

Im Russischen gibt es zwei verschiedene Begriffe: „Russkiy“ und „Rossiskiy“. „Russkiy“ (sowohl als Eigenschaftswort wie auch als Hauptwort) bedeutet einen ethnischen Russen, eine Person von ostslawischer Herkunft, die die russische Sprache spricht. „Rossiskiy“ (als Eigenschaftswort) oder „Rossiyanin“ (als Hauptwort) steht für eine Person, die Russisch spricht oder sich als Teil der russischen („rossiyskiy“) Kultur betrachtet und ein Bürger des russischen Staates sein kann – aber von jeder ethnischen Herkunft sein kann. Wiederum werden beide oft als ein Wort ins Deutsche übersetzt: „Russe“.

Daher ist ein moslemischer Tschetschene, dessen Muttersprache Tschetschenisch ist, der Grundkenntnisse in Russisch hat und sich als loyalen Bürger der Russischen Föderation betrachtet, unzweifelhaft ein „Rossiyanin“ und ohne Zweifel kein „Russkiy“. Ein heidnischer Russe, dessen Muttersprache Russisch ist und dessen Familie über zahllose Jahrhunderte auf russischem Boden gelebt und diesen bearbeitet hat, der die Russische Föderation verläßt und sich den ukrainischen Freiwilligenkräften anschließt, um gegen die Separatisten von Novorossiya zu kämpfen, ist kein „Rossiyanin“ mehr, aber er ist sicherlich ein „Russkiy“.

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