Ähnlichkeiten zwischen dem Haiti des Fin de siècle und dem modernen amerikanischen Schwarzenghetto (Teil 2)

Von James Dunphy, übersetzt von Lucifex. Das Original Similarities between Fin de Siècle Haiti & the Modern American Black Ghetto, Part 2 erschien am 22. November 2017 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Teil 2 von 2 (Teil 1 hier)

Verwahrlosung

Als Prichard in Port-au-Prince landete, bemerkte er auffallende Mengen von Unrat. Die Stadt hatte

…ihre Fundamente buchstäblich auf Verwesung errichtet… Ein offener Abflußgraben, der seine Mission klar mitteilte, und Müll aller unbeschreiblichen Arten lag mehrere Zoll dick auf der Straße… Keine Anstrengungen werden für Kanalisation unternommen; die Straßenabflußgräben mit all ihren Verunreinigungen fließen hinunter und helfen den Hafen zu füllen (S. 33).

Zuweilen konnte das Ausmaß der Verwahrlosung komisch sein:

Schweine und Ziegen mit zusammengebundenen Beinen erheben ihre Stimme im Protest, während sie in der Sonne liegen. Ein Schwein hat sich zu einem benachbarten Abflußgraben hingezappelt und trinkt die dicke Flüssigkeit (S. 37).

Der Vorfall mit dem unbeobachteten Schwein, das aus dem Abwasserkanal trinkt, erinnert mich an einen Fall, wo ich durch einen Ghettopark ging. Leider war dieser Vorfall jedoch nicht so komisch. Mobile Toiletten befanden sich zu meiner Rechten und eine Ansammlung großteils schwarzer Familien zu meiner Linken, die sich um große Plastikrutschen, ein Karussell und andere Spielplatzeinrichtungen scharten. Ein kleines Mädchen, das nicht älter als drei Jahre war, kreuzte meinen Weg und ging auf eine der Mobiltoiletten zu. Als sie die Tür öffnete, war mir danach, sie anzuschreien, sie solle warten, bis ich eine der Mütter dazu bringen konnte, mit ihr hineinzugehen und sie vor all den unhygienischen Schrecken zu schützen, die sie drinnen zweifellos erwarteten. Ich überlegte es mir aber anders, weil ich der zuschauenden Negermatriarchin nicht zutraute zu verstehen, daß ich ihr Kind zu schützen versuchte. Sie hätte meine Warnung vielleicht als Belästigung interpretiert. Nachdem die Tür der Mobiltoilette hinter dem kleinen Mädchen zufiel, dachte ich darüber nach, die Matriarchin darum zu ersuchen, hineinzugehen und ihr zu helfen, aber ich fürchtete, sie würde sich darüber beschweren, daß ich den Mumm hatte, ihr zu sagen, wie sie ihr „chile“ großziehen solle, daher entschuldigte ich dieses „Gottesurteil“ einigermaßen kalt als Teil einer r-selektierten Wellenlänge der Existenz.

Allgemeine Baufälligkeit

Prichard findet dasselbe Maß von Verfall in Haitis fernem Innerem. Es kann am besten mit der folgenden Aussage zusammengefaßt werden:

Wir kamen nach einer Weile zu einer Brücke, und mein Führer sagte: „Wenn Sie eine Brücke sehen, umgehen Sie sie.“ Später entdeckte ich, daß dies ein nationales Sprichwort war (S. 20).

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Ähnlichkeiten zwischen dem Haiti des Fin de Siècle und dem modernen amerikanischen Schwarzenghetto (Teil 1)

Von James Dunphy, übersetzt von Lucifex. Das Original Similarities between Fin de Siècle Haiti & the Modern American Black Ghetto erschien am 16. November 2017 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Teil 1 von 2

Einführung

Was sind die Kennzeichen einer typischen schwarzen Gesellschaft? Schmutz, Verfall, Unordnung, Grausamkeit, Furcht, ohrenbetäubender Lärm, „fronting“ [etwa: „Fassaden errichten“, Angeberei; d. Ü.] „kangz“-Mythen, ein schockierender Mangel an Verantwortungsbewußtsein, „white man’s burden“ und ein kleiner Anteil an leidenden rassischen Ausreißern. Woher wissen wir dies? Eine Untersuchung zweier schwarzer Gesellschaften aus unterschiedlichen Örtlichkeiten und Zeiten liefert die Antwort.

Der Reisebericht Where Black Rules White des britischen Abenteurers Hesketh Prichard malt ein Bild von Haiti zur Zeit des fin de siècle [der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert; d. Ü.], das den Bedingungen in einem modernen amerikanischen Ghetto ähnelt. Das Schreckgespenst des „systemischen Rassismus“ war im alten Haiti nichtexistent, weil es auf der Insel seit fast einem Jahrhundert keine Weißen gegeben hatte. Was immer das alte Haiti an Problemen mit einem amerikanischen Ghetto gemeinsam hat, stammt daher aus einer anderen Quelle. Ich glaube, diese Quelle ist eine gemeinsame westafrikanische Vererbung, d. h., beide Gruppen haben eine ähnliche rassendefinierende Mischung von Genen, die einen ähnlichen psychologischen Gesamttyp hervorbringen. (Zugegeben, die beiden Gruppen sind genetisch nicht genau gleich. US-Schwarze sind im Durchschnitt zu 78 % afrikanischer Abstammung und Haitianer zu 95 % [1], aber meiner Meinung nach liegen sie nahe genug beisammen.)

Durch den Vergleich von Beispielen aus Heskeths Werk mit meiner Erfahrung im modernen afrikanischen Schwarzenghetto können wir eine Vorstellung davon bekommen, wie eine universale schwarze Gesellschaft aussieht.

„We wuz Kangz“

Prichard erzählt von seiner Konversation mit drei „Generälen“ genannt der rosa General, der blaue General und der grüne General, die auf dem Umschlag erscheinen, den Alex Kurtagić für Wermod & Wermods 2012er Ausgabe dieses Buches illustriert hat. Prichard gibt ihnen diese Namen wegen der verschiedenfarbigen Uniformen, die sie tragen. Die Uniformen der Armee waren nicht einheitlich. Sie stammten aus verschiedenen Zeiten, wobei manche davon alt und zerlumpt waren. Dasselbe galt auch für ihre Waffen.

Die Generäle schätzen Prichard als Amerikaner ein, ohne die Notwendigkeit zu empfinden, ihn dazu zu konsultieren. Er berichtigt sie höflich und erklärt, er sei Brite. Der blaue General antwortet, indem er seine Unterstützung für seine schwarzen Brüder – die Buren – gegen die Briten in Afrika bekennt. Als Prichard darauf hinweist, daß die Buren weiß sind, beharrt der General darauf, daß sie schwarz sind, denn ihm zufolge seien alle Menschen in Afrika, die keine Briten sind, schwarz. (Prichard merkt an, daß der Blaue General der Ex-Kriegsminister ist, eine hochrangige Position.)

Einer kaukasoiden Gruppe Schwarzsein zu überlagern, ähnelt den „We wuz kangz“-Argumenten, die behaupten, die alten Ägypter seien schwarz gewesen. [Anm. d. Ü.: „We wuz kangz“ kommt von „We was kings“ – wir waren Könige.] Doch neue Studien ägyptischer Mumien von 1400 v. Chr. bis 400 v. Chr. zeigen, daß sie eine genetische Kontinuität mit Arabern und Nahostlern allgemein hatten. Laut der Washington Post „waren die alten Ägypter eng mit Völkern verwandt, die entlang des östlichen Mittelmeers lebten… Sie hatten auch genetisches Material mit Bewohnern der türkischen Halbinsel zu der Zeit und Europas [sic] gemeinsam.“ Was es in der heutigen ägyptischen Bevölkerung an subsaharischem afrikanischem Blut gibt, so um 8 %, ist hauptsächlich ein Ergebnis dessen, daß arabische Sklavenhändler schwarze Konkubinen benutzten, lange nachdem Ägypten als Weltführer in Sachen Zivilisation diente.

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Vom Fluch der Magie

Albert Atcho lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1990 in Bingerville an der Elfenbeinküste. Seine Mission: Teufelsaustreibungen. Besessene wurden in seinen Sitzungen allerdings nicht – wie sonst üblich – gequält, bestraft oder sogar getötet. Sie durften nach der befreienden Beichte zurück in ihre Dörfer gehen.

Von David Signer, ursprünglich erschienen in GEO 9-2006. Die Bilder sind eine Auswahl aus denen im Originalartikel.

Vor zwölf Jahren betritt David Signer zum ersten Mal das Zimmer eines traditionellen afrikanischen Heilers. Sieht blutbespritzte Wände, Töpfe mit Kräutersud, Kaurischnecken. Eine unheimliche Welt, deren Rätsel der Schweizer Ethnologe fortan in vielen Feldstudien zu ergründen sucht. Der Zauber, weiß er heute als Eingeweihter zu berichten, wirkt tatsächlich – wenn auch anders als gedacht. Er macht Angst vor Veränderung. Er lähmt die Entwicklung Afrikas.

ZÜRICH, SEPTEMBER 2002. „Madame Coulibaly, Abengouru“ steht als Absender auf einem Brief, der eines Tages in meinem Postkasten liegt. „Lieber David“, schreibt sie, „mit großem Bedauern senden wir diese Neuigkeiten: Dein Freund Tiegnouma Coulibaly ist am 16. September gestorben. Wir sind hier, seine zwei Frauen und fünf Kinder, und es fehlen uns sogar die Mittel, um Essen einzukaufen.“

Tränen treten mir in die Augen. Tiegnouma Coulibaly war ein Heiler, den ich zu Beginn meiner mehrjährigen Feldforschung in Westafrika kennen lernte – und der im Laufe unserer Zusammenarbeit mein europäisches Weltbild pulverisierte. Ich rätsele, wie er ums Leben gekommen sein mag. Als ich seine Frauen erreiche, sagen sie nur: „Wir haben ihn eines Morgens tot in seinem Bett gefunden.“

ABENGOURU, OKTOBER 1994. Ich bin zum ersten Mal in der staubigen Provinzstadt der Elfenbeinküste. Für eine ethnologische Studie suche ich den Kontakt zu traditionellen Heilern, „Féticheurs“. Sie besitzen in Westafrika einen zwiespältigen Ruf. Einerseits gelten sie tatsächlich als Heiler, was vor allem bedeutet „Anti-Hexer“, weil viele Krankheiten auf Hexerei zurückgeführt werden. Andererseits traut man ihnen aber auch zu, anderen zu schaden, und sei es nur, um den eigenen Klienten zu verteidigen. Die Suche nach einem Féticheur ist also alles andere als harmlos, sondern eher so, als ob man sich nach dem nächsten Waffenladen erkundigte.

In einem Ministerium lerne ich einen Beamten kennen. Er erzählt von einem Hexer, der sich in Sekundenschnelle nach Paris begab, um dort seinen eigenen Sohn aufzufressen, weil der nichts von seinem Lohn an seine Familie in Afrika schickte.

„Er fraß ihn wirklich auf?“

„Natürlich nicht buchstäblich“, sagt der Mann, der zwischen seinen vielen Stapeln vergilbter Dokumente sitzt. „Er hat die Seele seines Sohnes, sein unsichtbares Doppel, wie wir sagen, zerstört. Der Junge starb nicht sofort, aber er verlor nach und nach alle Lebenskraft.“

„Und dann?“ frage ich. „Wurde der Vater verhaftet?“

Der Beamte lacht über meine Naivität, aber erklärt geduldig: „Niemand kann beweisen, was er getan hatte. Sein Körper lag ja die ganze Nacht hier neben seiner Frau. Sein Double war nach Paris geflogen. Hexerei ist unsichtbar.“ Und für den Fall, daß ich immer noch nicht begreife, fügt der Mann hinzu: „Wir zwei plaudern hier nett miteinander. Aber niemand kann ausschließen, daß einer von uns jetzt, in diesem Moment, den anderen verhext.“

An diesem Nachmittag erhalte ich meine erste Ahnung vom Zusammenhang zwischen sozialem Aufstieg, Neid und Hexerei; von einem Albtraum, der die Menschen von Dakar im Senegal bis Daressalam in Tansania verfolgt. Sozialwissenschaftler und Entwicklungsexperten nehmen ihn jedoch erst seit kurzem wahr. Was die Afrikaner „Hexerei“ nennen, ist keine bloße Phantasmagorie, sondern soziale Realität. Hexerei ist eine Metapher für von Mißgunst geprägte Sozialbeziehungen: Es soll dir nicht besser gehen als mir. Auch wenn man den Glauben an fliegende Väter, die nachts ihre Söhne am anderen Ende der Welt heimsuchen und auffressen, nicht teilt, so ist doch die zerstörerische Kraft des Neides im subsaharischen Afrika unübersehbar. Der Druck der Verwandtschaft auf jeden, der etwas hat, ist unerbittlich. Die Bittsteller sind nie zufrieden. Und die Verwandtschaft ist tendenziell unendlich.

Ethnologische Forschung über Féticheure, über Heiler und Hexer, befaßt sich also keinesfalls mit einer spirituellen Randerscheinung, sie führt vielmehr direkt ins Herz des afrikanischen Psycho- und Sozialsystems.

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Die Schuld des schwarzen Mannes

Von Alex Kurtagic, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Black Man’s Guilt erschien am 12. Mai 2011 im Occidental Observer.

In unterschiedlichem Ausmaß beladen das moderne westliche Bildungssystem, Filme und Fernsehprogramme, ganz zu schweigen von schwarzen Aktivistenorganisationen und Akademikern, die Weißen mit Schuld für die angebliche Beteiligung ihrer Vorfahren an der Sklaverei. Aus offensichtlichen Gründen ist dies besonders in den Vereinigten Staaten der Fall. Die akzeptierte populäre Vorstellung viel zu vieler Leute ist die, daß der weiße Mann den schwarzen Mann versklavte; daß alle Weißen es taten oder mitschuldig waren und immer noch sind; daß alle Weißen auf den vernarbten Rücken afrikanischer Sklaven reich wurden und daß die heutigen Nachkommen weißer Sklavenhalter eine moralische Verantwortung haben, für deren historische Sünden zu büßen und Wiedergutmachung zu leisten.

Wenn man die Sache jedoch genauer untersucht, findet man heraus, daß das Gegenteil der Fall ist.

Ein vielleicht extremes Beispiel zeigt sich anhand der Geschichte der französischen Kolonie Saint Domingue, die jetzt Haiti heißt und die einst als das Juwel der Antillen betrachtet wurde und bis zu den revolutionären Umwälzungen, die im Jahr 1804 zu ihrer Unabhängigkeit führten, die wohlhabendste europäische Kolonie in der Neuen Welt war.

Man kann nicht bestreiten, daß die Wirtschaft von Saint Domingue auf Sklaverei begründet war: an ihrem Höhepunkt stützten sich seine riesigen Plantagen, die einst in der Lage waren, Millionen um Millionen Tonnen von Zucker, Baumwolle und Indigo zu produzieren, auf annähernd eine halbe Million Sklaven, die für etwa 30.000 weiße Pflanzer arbeiteten.

Man kann weder bestreiten, daß die Gesellschaft von Saint Domingue angesichts dieses großen demographischen Mißverhältnisses wie alle Gesellschaften, in denen es Sklaven gab, auf Furcht beruhte und sie in der Tat notwendig machte, weil sonst die allmächtige herrschende Volksgruppe ihre Autorität über ihr bewegliches Vermögen verlieren würde, noch daß solche Bedingungen ermöglichten, daß unwissende und grausame Herren in Saint Domingue Mißhandlungen begingen, die aus den obigen Gründen nicht angemessen getadelt wurden, trotz der sukzessive von der heimatlichen Regierung in Frankreich in dem Bemühen eingeführten Gesetze, die schlimmsten Exzesse zu verhindern, ein Minimum an Fürsorge sicherzustellen und das Verhalten der Herren gegenüber ihren Sklaven zu regulieren. (Siehe Lothrop Stoddard: The French Revolution in San Domingo, und Shamley Green: The Palingenesis Project, 2011).

Und doch darf nicht vergessen werden, daß es die Weißen waren, die auch die Bedingungen für die Emanzipation schufen und in der Tat die Gesetze hierfür erließen und durchsetzten; daß es die Weißen waren, die verkündeten, daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind; daß es die Weißen waren, die sich gegen ihresgleichen wandten, um eine egalitäre Gesellschaft zu schaffen und die böse Praxis der Sklaverei abzuschaffen, und daß es ohne den revolutionären Idealismus von Weißen in Europa gut möglich wäre, daß die schwarzen Sklaven von Saint Domingue Sklaven geblieben wären. Die Bedingungen auf der Insel mögen einen fruchtbaren Boden geschaffen haben, aber die Aufstände der Schwarzen und Mulatten nach 1789 waren letztendlich das Ergebnis europäischer, jakobinischer Propaganda.

Und es darf auch nicht vergessen werden, daß die Schwarzen, sobald sie die Unabhängigkeit von ihren ehemaligen weißen Herren erlangt hatten, einander sofort wieder versklavten, und in einer viel härteren und brutaleren Weise, als die Weißen es je getan hatten. Dies war sogar beim mildesten und fähigsten der Revolutionsführer, Toussaint Louverture, der Fall, der als freier Farbiger im vorrevolutionären Saint Domingue bereits etwa ein Dutzend Sklaven zur Arbeit auf einer gepachteten Farm einsetzte. Dies war gewiß bei Jean-Jacques Dessalines der Fall, dem Monster, das die Ausrottung aller verbliebenen Weißen auf der Insel befahl, bevor er sich zum „Kaiser” von Haiti erklärte. Und dies war auch bei einem weiteren Gründervater der schwarzen Republik der Fall, bei Henri Christophe (dem selbsternannten „Kaiser Henri I“), dem Erbauer der Zitadelle oder des befestigten Schlosses in den haitianischen Bergen. Hesketh Prichard erzählt in „Where Black Rules White“ (1900) die Geschichte, wie dieses schreckliche Monument seiner pharao-artigen Eitelkeit erbaut wurde:

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Die moslemische politische Kultur der Angst

Ägyptische Polizei setzt Tränengas ein, um Protestierer bei Zusammenstößen in der Stadt Mahalla zu zerstreuen.

Von Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Muslim Political Culture of Fear erschien am 3. Februar 2011 im Occidental Observer.

Beim Nachlesen zu einem Artikel von AltRight über Geert Wilders stieß ich auf diesen Kommentar von Wilders über die moslemische politische Kultur, beruhend auf seinen Beobachtungen als 18jähriger in Ägypten im Jahr 1982:

Als wir in Sharm el-Sheikh waren, war zufällig gerade Präsident Mubarak dort zu Besuch.

Ich erinnere mich an die Angst, die plötzlich die Stadt einhüllte, als angekündigt wurde, daß Mubarak zu einem unerwarteten Besuch käme; ich kann immer noch die Kavalkade schwarzer Autos am Tag seines Besuchs vor mir sehen und das beinahe physische Gefühl der Angst wie einen kalten Hauch an diesem sehr heißen Sommertag spüren.

Es war ein unheimliches Erlebnis; Mubarak wird nicht als der schlimmste islamische Tyrann betrachtet, und doch konnte sogar ich die Furcht der gewöhnlichen Ägypter vor ihrem Führer spüren. Ich frage mich, wie die Saudis sich fühlen, wenn ihr König in der Stadt ist, wie die Libyer sich fühlen, wenn Gaddafi sein Kommen ankündigt, wie die Iraker sich gefühlt haben mußten, wenn Saddam Hussein nahe war. Ein paar Jahre später las ich im Koran, wie sich die Araber des 7. Jahrhunderts in Anwesenheit Mohammeds fühlten, der, wie mehrere Verse beschreiben, „Furcht in ihre Herzen warf“ (Suren 8:12, 8:60, 33:25, 59:12). [Siehe hier.]

Zwei Artikel in der heutigen L.A. Times schildern dasselbe Bild: „Hartes Durchgreifen in Ägypten widerspiegelt Jahre von Mubaraks eiserner Herrschaft: Die Ägypter haben lange in Furcht und Verzweiflung unter Präsident Hosni Mubarak gelebt“:

Präsident Hosni Mubarak toleriert keine Meinungsverschiedenheit. Er neigt eher dazu, sie zu zermalmen, als Kompromisse zu schließen. Diejenigen, die geboren wurden, nachdem 1981 seine Herrschaft begann, haben ihr ganzes Leben unter Notstandsgesetzen verbracht, inmitten der geisterhaft allgegenwärtigen Sicherheitskräfte, die jemanden von der Straße fischen und augenblicklich verschwinden können…

Viele von denen, die die Regierung herausforderten, endeten im Gefängnis und wurden gefoltert. Politische Gegner wurden bedroht. Wahlen wie die Parlamentswahl im November trotzten den mathematischen Chancen, indem sie die herrschende Partei an die Macht spülten, während andere Kandidaten und ihre Unterstützer von Schlägern eingeschüchtert wurden. Mehr als 1.200 Mitglieder und Unterstützer der Moslembruderschaft wurden verhaftet.

Mubaraks Macht wohnt in der dunkleren Magie der Furcht. Es hat jahrzehntelang funktioniert. Die Armen sind zu arm, um zu protestieren, die Intellektuellen werden unter Verschluß gehalten, Aktivisten werden gejagt; jeder wird in Unruhe gehalten. Es gibt ein Aufglimmen von Demokratie, einschließlich ungestümer unabhängiger Nachrichtenmedien, aber sie werden mehr als Ärgernisse denn als Bedrohung für die regierende Partei gesehen. Es ist ein unheimliches, unberechenbares Klima: Man weiß nie, ob man ignoriert oder verhaftet wird.

Ein weiterer Artikel beschreibt die politische Kultur von Tunesien auf Basis eines Interviews mit einem Sicherheitsoffizier („Ein tunesischer Offizier der Staatspolizei gibt erschütternde Innenansichten“):

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Übernatürliche Beschmutzung: Die Vorstellungen der Zigeuner

Original: Supernatural Pollution: The Gypsies von Dennis Mangan, in „Mangan’s Adventures” erschienen am 31. Juli 2010, übersetzt von Deep Roots:

Peter T. Leeson, ein Ökonom an der George Mason University, hat einen ökonomischen Bericht über die Zigeuner (pdf) geschrieben, in dem das Konzept der „übernatürlichen Beschmutzung“ eine wichtige Rolle in der Regelung des sozialen und wirtschaftlichen Umgangs miteinander spielt.

In Kurzfassung:

Zigeuner glauben, daß die untere Hälfte des menschlichen Körpers unsichtbar verunreinigt ist, daß übernatürliche Besudelung physisch ansteckend ist und daß Nicht-Zigeuner spirituell giftig sind. Ich meine, daß die Zigeuner diesen Glauben, der oberflächlich besehen ihre unsichtbare Welt regelt, dazu benutzen, ihre sichtbare zu regeln. Sie benutzen Aberglauben zur Schaffung und Durchsetzung von Gesetz und Ordnung. Zigeuner tun dies auf dreierlei Art: Erstens machen sie weltliche Verbrechen zu übernatürlichen und nutzen dabei die Furcht vor letzterem, um ersteres zu verhindern. Zweitens verwenden sie den Glauben, daß spirituelle Verunreinigung ansteckend ist, als Anreiz zur kollektiven Bestrafung antisozialen Verhaltens. Drittens setzen sie den Glauben, daß Nicht-Zigeuner übernatürliche Kloaken sind, zur Verstärkung solcher Bestrafung ein. Zigeuner benutzen den Aberglauben als Ersatz für traditionelle Institutionen von Gesetz und Ordnung. Ihr bizarres Glaubenssystem ist eine wirksame institutionelle Antwort auf die Einschränkungen, mit denen sie sich bei ihrer Wahl der Mechanismen zur Sozialkontrolle konfrontiert sehen.

Lest das ganze Papier, um ein Gefühl für die absolut bizarre Nature des marime zu bekommen, des Zustands ritueller Beschmutzung, vor der Zigeuner immer auf der Hut sein müssen. Alle Nicht-Zigeuner sind marime, immer. Jeder Kontakt mit ihnen bringt Zigeuner in Gefahr, marime zu werden. Weiters wird die untere Hälfte des Körpers als marime betrachtet, und komplizierte Maßnahmen müssen getroffen werden, um sicherzustellen, daß die obere Hälfte nicht verunreinigt wird. Ritual und Dogma der Zigeuner auf diesem Gebiet lassen die jüdischen Gesetze des kashrut im Vergleich fast wie einen nachträglichen Einfall erscheinen. Leeson diskutiert hier freimütig ein politisch sehr inkorrektes Thema, nämlich die Einstellungen von Außenseitern gegenüber der Mehrheit der weißen Christen in Europa und den Vereinigten Staaten. Die Zigeuner sehen Nicht-Zigeuner eindeutig als, nun, “übernatürliche Kloaken”, wie Leeson es ausdrückte, als eine Art wandelndes menschliches Fäkalwasser, wie man sagen könnte. Wenn Westler das glauben würden, dann wäre dies das Thema endloser akademischer Abhandlungen und linker Verdammungen, ein Beweis, das der Westen andere gering achtet und sie nur unterjochen will. Verwandtes Thema aus The Telegraph: Jewish hostility to Christians: the prejudice no one ever writes about (Jüdische Feindseligkeit gegen Christen: das Vorurteil, über das niemand jemals schreibt)

Kommentare aus dem Originalstrang bei “Mangan’s Adventures”:

Le Mur:

Die übernatürlichen Kloaken in Schweden kriechen vor ihnen: http://www.thelocal.se/28104/20100730/ Der Diskriminierungsombudsmann (Diskrimineringsombudsmannen, DO) hat zur Einrichtung einer Wahrheitskommission aufgerufen, die das Bewußtsein der Roma über ihre Rechte fördern, eine Jugendführerschaftsakademie schaffen und ein Roma-Kulturkomitee einrichten soll. „Wir sollten uns dafür schämen, wie wir mit den Roma umgegangen sind, und wenn wir einmal angefangen haben, uns zu schämen, dann können wir vielleicht unser Verhalten ändern,“ sagte die ehemalige Führerin der Liberalen Partei und Botschafterin Maria Leissner. „Dies ist eine Ausgrenzung, die im Schweden des Jahres 2010 völlig inakzeptabel ist.“ …etc…

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Ägyptens wahre Probleme: Niedriger IQ und eine Kultur des Mißtrauens

Von Joe Webb, übersetzt von Deep Roots. Das Original Egypt’s real problems: Low IQ and a culture of distrust erschien am 4. Februar 2011 im Occidental Observer.

Es gibt einen interessanten Artikel bzw. Stellungnahme im Wall Street Journal, der von einer sehr großen Studie darüber berichtet, was mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Ägypten nicht stimmt und sie hemmt (Egypt’s Economic Apartheid von Hernando de Soto).

Als ich nach dem ägyptischen Pro-Kopf-Einkommen googelte, erhielt ich $ 2.161, das zweitniedrigste in der arabischen Welt. Die Durchschnittswerte für den IQ in der arabischen Welt (und im Iran) liegen im unteren 80er-Bereich, wobei der Irak mit 87 den höchsten hat (Richard Lynn, IQ and Global Inequality, S. 142-147). Qatar kommt auf einen Durchschnitts-IQ von 78, hat aber massig Öl, was ihm ein Pro-Kopf-Einkommen von $ 93.204 verschafft.

Eine befreundete Flugbegleiterin berichtete mir vor einer Weile, daß die schlimmsten Leute ihrer Flugerfahrung nach die Israelis waren. Dann berichtigte sie das, nachdem sie aus den VAE eingeflogen war. Sie sagte, die Schlimmsten seien die Araber (Sex-Zeug).

Der Artikel beschreibt die tiefgreifenden Probleme des ägyptischen Wirtschaftslebens, daß 90 % der Ägypter Grund ohne Rechtstitel besitzen, daß die Beschäftigung im öffentlichen Sektor fast so groß ist wie im „legalen“ Privatsektor, und daß der größte Sektor die Untergrundwirtschaft ist. Der Wert der Untergrundwirtschaft wird auf das 30fache der an der ägyptischen Börse notierten Firmen geschätzt.

Was die Autoren nicht sagen, ist dies: das ist die Art, wie Leute mit niedrigem IQ aus kollektivistischen Kulturen zu agieren neigen: Bestechungen, Faulheit, Clans und allgemeiner Betrug – von gewöhnlichen Geschäftspraktiken über Steuerhinterziehung, Nepotismus, Regierungsbürokratismus (noch mehr Bestechung), systematisches Mißtrauen gegenüber Fremden außerhalb von Familie und Clan, und einfach allgemeine Dummheit. Unter keiner dieser Bedingungen kann man eine moderne Volkswirtschaft betreiben.

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Mesoamerika (5): Landwirtschaftliche Feste

Coatlicue, Mutter Erde, dargestellt in einer der erschreckendsten und zugleich faszinierendsten Skulpturen in der Welt. Sie ist eine von einem Paar, das im Hof des großen Tempels der Aztekenhauptstadt Tenochtitlan stand. Bei der Zerstörung des Gebäudes wurde eine dieser Statuen umgestürzt und brach in Stücke, von denen viele verlorengingen. Die andere fiel augenscheinlich nur um und wurde während der letzten schrecklichen Schlacht mit Schutt und brennendem Holz bedeckt. Sie blieb darunter liegen und wurde weiter zugedeckt von der Erde, die seitdem den Boden des Zocalo bildete, des Platzes vor der heutigen Kathedrale von Mexico City. Im Jahr 1824 ließ William Bullock, ein englischer Reisender, das Gelände ausgraben. Seit der Eroberung Mexikos waren die Leute jedes Jahr während eines Herbstfestes mit Gaben von Früchten und Blumen gekommen, die sie auf dem Pflaster des Platzes niederlegten. Das war alles ganz harmlos und wurde als frommer Brauch im christlichen Sinn hingenommen. Die Indianer behaupteten, es läge etwas sehr Heiliges und Mächtiges darunter. Die Ausgrabung legte die riesige Statue der Mutter Erde frei. Ihren Kopf bilden die einander zugewandten Köpfe von zwei riesigen Klapperschlangen, und auch der Rock besteht aus sich windenden Schlangen. Um den Hals, der in Form einer Adlervase, in welche die Opferherzen geworfen wurden, gestaltet ist, trägt sie ein Halsband aus Herzen, Händen und einem Schädel. Die Hände der Opfer waren den Adligen beim rituellen Essen der Glieder vorbehalten, weil sie als besonders zart galten. Für die Azteken war dies Bildwerk wahrshceinlich nicht erschreckend, sondern einfach eine mächtige Erinnerung an die Kräfte von Mutter Erde, der sie ihren Erhalt verdanken.

Von Cottie Arthur Burland (Text) und Werner Forman (Fotos); aus dem Kapitel „Landwirtschaftliche Feste“ des Buches DIE AZTEKEN. Menschenherzen für die Götter., Atlantis Verlag Luzern und Herrsching, 1986, ISBN 3-7611-0685-8; engl. Original: 1975. Bilder sowie Bildunterschriften ebenfalls von dort; Links im Text von mir (Deep Roots) eingefügt.

Zuvor erschienen:

Mesoamerika 1 – Transpazifische Kontakte von Deep Roots auf Basis des Buches „Tai Ki – Reise zum Ort ohne Wiederkehr“ von Kuno Knöbl

Mesoamerika (2): Land zwischen den Wassern (Kapitel „Land zwischen den Wassern“ aus „Die Azteken“ von Cottie Burland)

Mesoamerika (3): Quetzalcoatl – Die Gefiederte Schlange (Kapitel „Quetzalcoatl: Die Gefiederte Schlange“ aus „Die Azteken“ von Cottie Burland)

Mesoamerika (4): Tezcatlipoca – Der Rauchende Spiegel (Kapitel „Tezcatlipoca: Der Rauchende Spiegel“ aus „Die Azteken“ von Cottie Burland)

Landwirtschaftliche Feste

Man glaubte, die Menschheit und die Götter seien Teil eines ewigen Zustands des Seins. Es scheint auch nicht die Spur eines Verlangens gegeben zu haben, die landwirtschaftlichen Erträge zu verbessern, Bewässerung einzuführen oder irgendwie anzudeuten, daß die Menschheit eine andere Beziehung zur Nahrungserzeugung hatte, als zu den vorgeschriebenen Zeiten zu graben und zu pflanzen. Wie lange diese einfache Landwirtschaft und die Kette von begleitenden Zeremonien unverändert angedauert hat, wissen wir nicht, aber 5000 Jahre dürfte wohl eine zurückhaltende Schätzung sein. Die Aufzeichnungen der Tempelbücher verleihen den fatalistischen Traditionen eine solche Stärke, daß jeder individuelle Beitrag unterdrückt wurde. Natürlich verstärkten solche Hemmungen dieses Gefühl, dem Schicksal völlig versklavt zu sein, die Reaktionen der Priester, welche die Götter bei den Festen personifizierten, und sie erreichten einen ekstatischen Zustnd, in dem die Scheußlichkeiten des Menschenopfers zum wesentlichen Teil des Lebens wurden.

Das ganze Leben enthielt ein gewisses Maß an Mühsal. Den puritanischen Azteken galt Glück immer als etwas irgendwie Ungehöriges, obwohl sie natürlich auch Tage der Freude und der Zufriedenheit erlebten. Nichtsdestoweniger lebte die Menschheit in dieser kulturellen Atmosphäre immer in der Furcht vor Göttern, immer in einem Zustand des Zweifels, was das Schicksal bringen würde. Trotz aller Bemühungen, das Schicksal mit Hilfe von Zauberbüchern und der Sterne vorauszusagen, war Unsicherheit in das System mit eingebaut. Ihren Höhepunkt erreichte sie bei den aztekischen Intellektuellen jedesmal, wenn alle 52 Jahre die Periode kam, in der der Sonnengott und seine Mächte Diener eines zurückgekehrten Quetzalcoatl statt Tezcatlipocas werden konnten.

Für die meisten Bauern waren die abstrakteren Züge der Götter nur in einem entfernten Sinn von Bedeutung. Ihre unmittelbare Sorge war die Notwendigkeit der Hilfe durch alle Kräfte der natürlichen Welt. Die Wassergöttin war offensichtlich sehr wichtig für sie, denn in diesem trockenen Land vertrauten se darauf, daß die Flüsse und Quellen das Land zwischen den Stürmen der Regenzeit feucht hielten. Die Winde, die den Boden zum Pflanzen trocken machten und die Regenwolken heranführten, wurden mit Quetzalcoatl als Ehecatl gleichgesetzt.

Unter der Erde war die große Herrin Coatlicue, die die Pflanzen wachsen ließ. Bei einer so wichtigen Pflanze wie Mais jedoch gab es eine ganze Reihe von Göttinnen und schließlich den Gott, der den Mais in allen seinen Wachstumsstadien repräsentierte. Gleichfalls gab es Geister, die für alle anderen lebenden Dinge sorgten. Dazu gehörten nicht nur die Geister der Toten, die als Schmetterlinge erschienen, sondern auch geringere Wesen, mehr von der Art der Feen in den europäischen Märchen. Sie waren in der Trockenzeit in kleinen Staubwirbeln sichtbar oder in der plötzlichen und unerwarteten Bewegung des Laubs von Pflanzen im ruhigen, heißen Wetter. Für den Bauern lebte und fühlte das ganze Universum; allerdings konnte er von diesen Mächten keine Hilfe erwarten, wenn er ihnen nicht gelegentlich kleine Opfer brachte. Man ließ einen Teil der Nahrung für die Geister zurück und schleuderte ein paar Tropfen Blut in die Richtung, wo man ihre Behausungen vermutete, in der Hoffnung, daß die Geisterwelt das Wachstum der Pflanzen unterstützen würde. Man glaubte nicht, daß sich diese Naturgottheiten mit der regelmäßigen Arbeitsroutine zufriedengaben, sie erwarteten vielmehr eine Opferung von Lebenskraft und Blut und manchmal auch Menschenopfer. Die Natur gab so viel, daß jeder verstehen mußte, wie sie am besten belohnt werden konnte. Selbst die Opferung eines Kindes erschien klein im Vergleich zu den Segnungen, die sie der ganzen Familie durch wachsende Erträge und durch die Schutzgeister spendete. Diese Haltung ist völlig unwissenschaftlich, aber der alte Mexikaner glaubte ja auch nicht, daß er die Kräfte der Natur ohne Beistand der Geister lenken konnte.

Anläßlich der großen Feste, je eins alle 20 Tage, ging die Bauernfamilie zum Dorftempel oder auch in die große Stadt und nahm dort mit Singen und Tanzen im richtigen Augenblick an den Feierlichkeiten teil. Man brachte kleine Opfer dar und nahm die Gelegenheit wahr, Waren zum Tausch auf den Märkten mitzunehmen.

Das Jahr war angefüllt mit einer Folge von Festen, von denen die wichtigsten im Zusammenhang mit dem Wachstum und der Entwicklung der Mauspflanze standen. Die traurigste aller dieser landwirtschaftlichen Feiern, Atlcoualo, wurde zu Beginn des Frühjahrs abgehalten, wenn es notwendig war, um Regen zu bitten. Sie fand Ende Februar statt. Jedes Stadtgebiet und jedes Dorf opferten in einer großen Zeremonie des Weinens ein ausgewähltes Kind. Es wurde mit Ried und Symbolen der Wassergeister geschmückt und auf einer Trage zum nächsten Fluß gebracht. Wenn die Zeit des Opfers kam, wurde das Kind geschlagen, so daß es weinte, und alle Leute brachen in Tränen aus, schlugen sich gegenseitig und trauerten. Die herabfallenden Tränen sollten die Regengötter anregen, herabzuschauen, Mitleid mit dem Volk zu bekommen und ihm Tränen von Wasser aus den Wolken zu spenden. Das Kind wurde dann mit großen Zereomnien ins Wasser geworfen und ertränkt, und unter großem Wehklagen gingen die Leute langsam zurück. Schwarze Kautschukbälle sandten ihre rauchenden Botschaften zum Himmel und zeigten den Regengöttern an, daß die Wolken erwartet wurden und Regen kommen sollte. Obwohl es die Leute nicht wissen sollten, leitete diese Zeit des Jahres natürlich eine Periode von Schauerwettern als Vorbote kommender Winde und des Frühjahrsregens ein. Sie müssen natürlich geglaubt haben, ihr tragisches Opfer sei die Ursache dafür, daß die Götter milde gestimmt worden waren und den Segen des Regens brachten.

Aztekische Steinfigur des Xipe Totec, gekleidet in das gräßliche Gewand des Kriegers nach dem Opfer der geschundenen Haut, das während des landwirtschaftlichen Festes Tlacaxipeualiztli stattfand. Einem Gefangenen wurde bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, und der Krieger, der den Gefangenen gemacht hatte, hüllte sich in diese Haut und tanzte. Diese Figur dürfte einmal in jeder Hand eine Rassel zur Begleitung des Gesangs gehalten haben. Die schauerliche Zeremonie symbolisierte das Aufbrechen der Haut des Maissamens, so wie der Krieger aus der verwesenden Haut des Opfers bricht.

Ein weiteres Stück Nachahmungsmagie gab es bei dem Fest Tlacaxipeualiztli. Ein in der Schlacht Gefangener wurde von seinem Bezwinger durch die Stadt geführt, und die Leute spendeten Nahrung und Kleidung. Dann wurde der Gefangene am Festtag Ende März zum Tempel gebracht, dort mit Drogen betäubt und lebendig enthäutet. Die Pulver, die man ihm gab, und der Weihrauch, der über ihn geblasen wurde, sollten den Schmerz des Versengens lindern, das dem Schinden vorausging. Dennoch lebte das Opfer, wenn auch halb ohnmächtig, während Schnitte um den Hals, die Arme und Beine und den Rücken entlang gemacht wurden, so daß die Haut vom Körper gerissen werden konnte. Der Leichnam wurde dann auf den Stein geworfen und das Herz herausgeschnitten. Das Herz wurde den Göttern geopfert und die Haut sofort von dem Krieger, der das Opfer ursprünglich gefangengenommen hatte, angelegt. Gekleidet in dieses schreckliche Gewand und mit einer aus der Gesichtshaut des Opfers gefertigten Maske, tanzte der Krieger, schwang seine Kriegskeule und rief den Himmel an um neues Leben und neue Kraft.

Nach ein paar Tagen trocknete die Totenhaut, riß und fiel in Stücke. Dabei war sie natürlich verwest, und der Gestank des faulenden Fleisches, das daran hing, war selbst den Mexikanern abscheulich, aber auch bei jedem Maissamen, den sie gepflanzt hatten, barsten ja die alten Häute. Die junge Maispflanze mußte ihren grünen Schößling aus dem anscheinend toten Samen herauszwingen; er mußte durch die goldene Haut brechen, wie der Krieger durch die gelbe Haut des Toten brach. So heilig waren diese Häute, daß sie am Ende des Festes sorgfältig eingesammelt und gebündelt wurden, um in einem Gewölbe unter einem Tempel von Xipe Totec, dem Gott des Leidens, aufbewahrt zu werden.

Diese Zeremonie erscheint uns entsetzlich, und augenscheinlich war sie auch für die Azteken abstoßend und bedeutungsvoll zugleich. Denn für sie war sie das Siegel unter dem Pakt zwischen der Menschheit und den Göttern. Der Mensch opferte den Göttern Leiden und Schmerz, seine eigene Arbeit auf dem Feld ebenso wie die Menschenopfer, als Dank für die Nahrung, die aus den jungen Maispflanzen kam. Es gab kein Entrinnen: die Götter spendeten Leben, und die Götter verlangten einen gewissen Anteil des Lebens zurück.

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Mesoamerika (4): Tezcatlipoca – Der Rauchende Spiegel

Dieser außergewöhnliche Kopf zeigt den Gott Xipe Totec in der Gestalt eines Kriegers, der als Maske die abgezogene Haut eines geopferten Gefangenen trägt. Xipe Totec war eine der Erscheinungsformen Tezcatlipocas, die sich besonders mit Leiden und Opfern identifizierte. Der Hinterkopf (rechts) trägt das Hauptsymbol Tezcatlipocas, den Rauchenden Spiegel. Rauch und eine Flammenzunge steigen aus dem runden Spiegel, auf dem kleine Büschel von Flaumfedern befestigt sind. Diese flaumigen Adlerfedern wurden auf Schnittwunden im Körper des Opfers geworfen. Sie mußten am Blut kleben bleiben und sollten dadurch helfen, das Opfer mit den Sternen und den Himmeln zu vereinen.

Von Cottie Arthur Burland (Text) und Werner Forman (Fotos); Kapitel „Tezcatlipoca: Der Rauchende Spiegel“ aus dem Buch DIE AZTEKEN. Menschenherzen für die Götter., Atlantis Verlag Luzern und Herrsching, 1986, ISBN 3-7611-0685-8; engl. Original: 1975. Bilder sowie Bildunterschriften ebenfalls von dort; Links im Text von mir (Deep Rootx) eingefügt.

Zuvor erschienen:

Mesoamerika 1 – Transpazifische Kontakte von Deep Roots auf Basis des Buches „Tai Ki – Reise zum Ort ohne Wiederkehr“ von Kuno Knöbl

Mesoamerika (2): Land zwischen den Wassern (Kapitel „Land zwischen den Wassern“ aus „Die Azteken“ von Cottie Burland)

Mesoamerika (3): Quetzalcoatl – Die Gefiederte Schlange (Kapitel „Quetzalcoatl: Die Gefiederte Schlange“ aus „Die Azteken“ von Cottie Burland)

TEZCATLIPOCA: DER RAUCHENDE SPIEGEL

Das Leben im alten Mexiko beruhte zum großen Teil auf der Verehrung der Götter, aber sie waren keineswegs alle freundlich oder hilfreich. Der mächtigste der Erdgeister war Tezcatlipoca, dessen Name „Rauchender Spiegel“ bedeutet, was sich auf einen aus Obsidian, einem vulkanischen Glas, gemachten Spiegel bezieht, auf den Seher zu starren pflegten, bis sie in Trance fielen. Dann sahen sie auf der schwarzen glänzenden Oberfläche Bilder, welche die Zukunft des Stammes und den Willen der Götter enthüllten. Die Azteken glaubten an diese mächtige Art des Zaubers, der ihnen von diesem schattenhaften Gott gewährt wurde. Tezcatlipoca gab ihnen Kontrolle über die anderen Völker; er versprach dem aztekischen Volk die Herrschaft über ganz Anahuac von den Wüsten des Nordens bis zu den Gebirgen im Süden, vom Pazifischen Ozean bis zum Karibischen Meer. Dieser große Mächtige erreichte seinen Zweck durch die Kampfkraft der aztekischen Heere und die klugen taktischen Entscheidungen ihrer Großen Sprecher.

Spiegel aus poliertem schwarzem Obsidian. Ein Wahrsager setzte sich vor einen solchen Spiegel, starrte hinein und sah dann Rauchwolken, die sich teilten und eine Vision freigaben – daher der Name „Rauchender Spiegel“, der untrennbares Symbol des „Schattens“ wurde, des unbewußten Teils der menschlichen Psyche, die ihren Ausdruck im Gott Tezcatlipoca fand.

Tezcatlipoca war der Vertreter der von der Sonne durchquerten Himmel. Im Hochsommer, beim höchsten Stand der Sonne am südlichen Himmel, war er der besondere Patron der Azteken unter dem Namen Huitzilopochtli, „Blauer Kolibri zur Linken“. Vielleicht stammt dieser Name vom Starren in die Sonne, denn wenn man die Augen danach schließt, erscheint im Auge ein Flecken Blau, und zwar „zur Linken“, wenn man in die Richtung der Sonnenbahn, das heißt von Ost nach West, schaut.

Am Nachthimmel war das Symbol des Gottes Tezcatlipoca in dem Sternbild zu sehen, das wir Großer Bär nennen. Für die Azteken war es die Spur seines einen Fußes, den anderen hatte er verloren, als er im Titanenkampf vor der Erschaffung des Menschen die Erde aus den Wassern zog. Der Gott verführte die Mutter Erde, an die Wasseroberfläche zu kommen, und zog sie mit seinem riesigen Fuß fort. Das Riesenungeheuer biß ihm den Fuß ab, er seinerseits riß der Erde den Unterkiefer aus, und sie sank nie wieder in die Wasser zurück. Auf ihrem zerklüfteten Rücken wurden alle Stämme der Menschen geschaffen und lebten dort.

Der Gott, der die Erde aus den Wassern gezogen hatte, war jedoch kein Gott der Güte, und wegen seiner Unvollkommenheiten konnte er niemals den Polarstern, das Symbol für die göttliche Dualität, erreichen. Statt dessen humpelte er auf seinem einen Fuß um den Polarstern herum und bildete so die zirkumpolare Bahn des Großen Bären am Himmel.

Der Menschheit blieb nichts anderes übrig, als mit diesem furchterregenden Wesen zu koexistieren. Es ist ungewöhnlich, daß ein Volk sich dem Dienst an einem Demiurgen weiht, den wir nach europäischem Verständnis als in der Wurzel böse betrachten würden. Die einzige mögliche Parallele findet sich bei einigen ägyptischen Königen der Frühzeit, die Set, den Geist der Wüste und ihrer Schrecken, verehrten. Tezcatlipoca vertritt, psychologisch ausgedrückt, was man „den Schatten“ nennen kann, die Seite unserer menschlichen Persönlichkeit, der wir nicht offen begegnen mögen und die wir folglich vor uns selbst verbergen.

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Mesoamerika (3): Quetzalcoatl – Die Gefiederte Schlange

Dieser Muschelkopf stammt vielleicht aus dem Muscheltempel des Quetzalcoatl in Tollan. Er zeigt den Gott, wie er aus dem Rachen der Erde aufsteigt. Der schwere schwarze Bart ist etwas Besonderes bei Indianern.

Von Cottie Arthur Burland (Text) und Werner Forman (Fotos); Kapitel „Quetzalcoatl: Die Gefiederte Schlange“ aus dem Buch DIE AZTEKEN. Menschenherzen für die Götter., Atlantis Verlag Luzern und Herrsching, 1986, ISBN 3-7611-0685-8; engl. Original: 1975. Bilder sowie Bildunterschriften ebenfalls von dort; Links im Text von mir eingefügt.

Zuvor erschienen: Mesoamerika 1 – Transpazifische Kontakte von Deep Roots auf Basis des Buches „Tai Ki – Reise zum Ort ohne Wiederkehr“ von Kuno Knöbl sowie Mesoamerika (2): Land zwischen den Wassern mit dem Kapitel „Land zwischen den Wassern“ aus demselben Buch von Cottie Burland.

 

QUETZALCOATL: DIE GEFIEDERTE SCHLANGE

Quetzalcoatl, die Gefiederte Schlange, Herr des Heilens und der Zauberkräuter, Symbol der Gelehrsamkeit, der Dichtkunst und aller schönen Dinge, Herr der Hoffnung und glänzender Herr des Morgensterns, war der Geist, der am Morgen die Sonne in den Himmel holte und damit allen Menschen, Tieren und Pflanzen die segensreiche Macht des Sonnengottes brachte. Als eine der bedeutendsten Gestalten in der Religion des präkolumbischen Mexiko war Quetzalcoatl, ähnlich wie der englische König Arthur, sowohl eine wirkliche Person wie ein Mythos. Der König Quetzalcoatl war der Begründer eines Reichs und einer Lebensform, die sich von der anderer mexikanischer Kulturkreise vor allem durch seine tiefe Religiosität unterschied. Sein größter Erfolg war die Bildung eines Bundes von Stammesgruppen unter der Herrschaft der Toltekenfamilien.

Die Geschichte des ersten großen Königs Quetzalcoatl erzählt, wie er vom Himmel auf die Erde kam und eine Herrschaft unter dem mexikanischen Volk begründete. Er lebte als keuscher, heiliger Priester, bis ein Streit unter den Göttern zu seiner Vernichtung führte. Während einer großen Zeremonie wurde ihm ein starker Trank aufgenötigt, dem der Zauberpilz zugesetzt war. Von der dämonischen Göttin, die den Pilzen innewohnt, verführt, ergriff er sie und paarte sich mit ihr während des Festes. Als er aus dem Giftschlaf erwachte, erkannte er, daß er sich selbst verdammt hatte. Er gab alle seine Paläste auf und wanderte quer durch Mexiko, bis er nackt an der Küste des Karibischen Meers ankam. Dort schiffte er sich auf einem Floß aus Schlangenhäuten ein und segelte weit fort, dem Sonnenaufgang entgegen, bis die starke Hitze das Boot entzündete und sein Herz sich im Flug in die Sonne erhob.

Es gibt ein Bild dieses Geschehens im Wiener Kodex. Es stellt eine wirkliche Sonnenfinsternis dar, bei der der Planet Venus dicht bei der Sonne steht. Da das ein äußerst seltenes Ereignis ist, konnte die Königliche Sternwarte von Greenwich es datieren: der 16. Juli 750 – ein genaues historisches Datum für den Tod eines göttlichen Königs, der in das Reich der Mythologie eingetreten ist. Gemäß dem Wiener Kodex folgte auf den ersten großen Herrscher eine Reihe von neun toltekischen Königen, die alle Quetzalcoatl hießen. Jeder wird dargestellt, wie er bei seiner Thronbesteigung ein Feuer entzündet, und jedem wird die Errichtung von Tempeln und Bädern zugeschrieben. Von jeder königlichen Nachfolge wird sehr sorgfältig berichtet, so daß es möglich war, die ganze Linie der Toltekenkönige zu datieren. Sie endete mit dem Fall von Tula unter dem letzten Quetzalcoatl im letzten Jahrzehnt des 10. Jahrhunderts.

In den Geschichten seiner irdischen Abenteuer wird Quetzalcoatl als ein sexuell potenter Mann geschildert, der seine Energien aufstaute, bis er von der Göttin Tlazoteotl verführt wurde. Alle Beschreibungen seiner Person sagen, daß er aktiv und kraftvoll war und einen riesigen Penis besaß. Er trug ein besonderes Lendentuch mit abgerundetem Ende, anscheinend als Beutel für dieses prächtige Glied. Auf einem Bild des Codex Laud (jetzt in Oxford, Bodleian Library) sieht man ihn als Wind, der ins Wasser bläst. Im Wasser sitzt die jüngere Mondgöttin und zeigt ihm ihre offene Vulva. Der Sinn dieser Darstellung ist, daß Quetzalcoatl die Göttin mit dem fruchtbarmachenden Atem des Lebens schwängert.

Der Gott Quetzalcoatl war auch der Herr des Lebens, der Bußfertigkeit, Liebe und Befreiung von Opfer und Blutopfer brachte und daher eine Gestalt göttlicher Weisheit und Liebe war. Aus diesem Grunde war er schon für die frühen spanischen Missionare nicht völlig dämonisch, obwohl er häufig unter der seltsamen Maske einer mit den grünen Federn des Quetzals bekleideten Schlange erschien.

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