Multikulturalismus in der Zeit des Coronavirus

Von Dr. Andrew Joyce übersetzt von Lucifex. Das Original Multiculturalism in the Age of Coronavirus erschien am 14. April 2020 auf The Occidental Observer.

„Fördert ein Gefühl des Kollektivismus: Alle Botschaften sollten ein Gefühl der Gemeinschaft bestärken, daß ‚wir alle gemeinsam in dieser Sache stecken‘. Dies wird zunehmende Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen vermeiden.”
Scientific Advisory Group for Emergencies  (SAGE)

Der obige Rat wurde der britischen Regierung Ende März gegeben, und er stellt eine Propagandastrategie dar, die verhindern soll, daß die dünne Fantasie der multikulturellen Harmonie sich an ihren fadenscheinigen Säumen auflöst. Vom rein strategischen Standpunkt ist sie völlig sinnvoll. Ob die Leser nun glauben, daß die COVID-19-Pandemie eine echte Gesundheitskrise oder eine erfundene ist, Tatsache bleibt, daß ein Krisenszenario voll verwirklicht worden ist. Millionen sind jetzt arbeitslos, ohne unmittelbare Aussicht, neue Jobs zu finden. Viele tausende werden in Krankenhäuser gebracht, mit schnell schwindenden Kapazitäten für ihre Behandlung. Ressourcen hinsichtlich Jobs, materielle Güter und Dienstleistungen werden knapp. Ganze Populationen sind unter eine Art Hausarrest gestellt worden, wobei manche den Verstand verlieren und ihre eigenen Familien einer „Serie häuslicher Tötungen“ hinzufügen. Es herrscht nun ein Notstand, und die „Normalität“, die wir kannten, wird nicht so bald zurückkehren, und vielleicht wird sie das nie. Der Multikulturalismus, erbaut auf den bislang monolithischen Fundamenten des globalen liberalen Finanzkapitalismus und „normalisiert“ durch einen gleichermaßen monolithischen akademisch-medialen Komplex, ist nun seinem ersten „Erdbeben“ von außerhalb des Systems ausgesetzt. Man würde natürlich erwarten, daß dieses System reagiert, indem es seine verwundbareren Strukturen stärkt. Und daher hatte ich seit etwa zwei Wochen auf einen Rat zum Schutz des Multikulturalismus wie jenen von SAGE gewartet, bevor er endlich kam. Wir können sicher sein, daß er mehr oder weniger wortgetreu in den Hallen jeder westlichen Regierung wiederholt wird.

In allen echten Krisen wird das Überflüssige und das Künstliche innerhalb der eigenen Ökologie schnell aufgegeben. Konsultiert irgendeinen Überlebensexperten, und er wird euch sagen, daß die Kernstrategie in jeder Überlebenssituation darin besteht, alle Aktivitäten auf extrem Grundlegendes zu reduzieren – Feuer, Unterschlupf, Wasser und Nahrung. Alles andere, jeder Versuch, Energie in unnötige Ruhe oder Müßiggang umzuleiten, könnte sich als fatal erweisen. Wenn Gesellschaften auf echte Krisen stoßen, dann herrscht dieselbe Philosophie vor. Die zentrale Infrastruktur wird geschützt, und überflüssige Unterhaltungen und Ablenkungen werden entweder zu Propaganda für die Aufrechterhaltung der Moral umgewidmet, oder man verzichtet ganz darauf. Der Informationsfluß außerhalb der Propaganda wird auf das Wesentliche und Relevante gestrafft. Wann war das letzte Mal, daß ihr von einer „Drag Queen Story Hour“ oder von Toiletten für Trannies gehört habt? Diese Dinge waren Teil unseres zivilisatorischen Niedergangs, aber sie waren auch bloß eine Form von kulturellen Kurzlebigkeiten, die von einem korrupten, wurzellosen Kosmopolitentum produziert wurden. Um es in der neuen Sprache unserer Zeit auszudrücken: diese Dinge waren Beispiele für Virenausstoßung statt das Virus selbst. Sie waren die Mittel, durch die das ideologische Virus sich in beeindruckbaren oder vulgären Köpfen fortpflanzte. Es wird vielleicht einige Zeit dauern, bis wir wieder dieser Art von Kurzlebigkeiten ausgesetzt sind, zu denen wir uns applaudieren und gratulieren können, aber was ist mit dem echten Virus im Kern davon? Was ist mit dem Multikulturalismus unter dem Coronavirus?

Alle Dissidentenkreise und politischen Außenseiter haben den Mangel an Erfolg in den letzten Jahrzehnten mit der Argumentation erklärt, daß das falsche Bewußtsein der Massen, herbeigeführt durch Materialismus und die Sättigung der Kultur mit der vorherrschenden Ideologie, nur durch eine Krise von globalen Ausmaßen gebrochen werden kann. Für die extreme Linke haben dazu Spekulationen über die Identifikation von „emanzipatorischen Chancen“ in Ereignissen wie der Migrantenkrise, dem Finanzcrash von 2008 und dem vermeintlichen zukünftigen Kollaps des Kapitalismus selbst gehört. Jene auf Seiten der äußeren Rechten haben gleichermaßen Gewinne durch Krisen wie ethnische Unruhen, moslemischen Terrorismus und Kriege in Afghanistan und im Irak erzielt. Es würde daher in gewissem Ausmaß natürlich erscheinen, anzunehmen, daß die möglichen Gewinne für jene außerhalb des Mainstreams umso größer sind, je größer die Krise ist. Die Annahme wäre, daß ein globaler Gesundheitsnotstand, der eine neue Große Depression herbeiführt, genau das wäre, wonach Dissidenten suchen. Die Schwierigkeit bisher ist jedoch, daß das Coronavirus das nicht zu liefern scheint. Warum?

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Sie wollen nicht, daß das endet

Henry Kissinger

Von Jef Costello, übersetzt von Lucifex. Das Original They Don’t Want This to End erschien am 13. Aprin 2020 auf Counter-Currents Publishing. [Anm. d. Ü.: Ich hätte fast schon nicht mehr gedacht, daß ich noch einmal einen CC-Artikel übersetzen würde, aber Bruder Jef hat mich – trotz seiner immer noch bestehenden Saint-Donald-Gläubigkeit und der „Arsch-auf-Grundeis“-Illusion am Schluß – mit diesem einsichtsvollen und wohltuend von der rächzverblendeten CC-Linie abweichenden Essay überrascht.]

Wenn noch irgendein weiterer Beweis dafür nötig wäre, daß unsere „Experten“ und „Führer“ nichts wissen, dann liefert die Coronavirus-Krise reichlich davon. Während die Medien und gewisse öffentliche Gestalten weiterhin Schäufelchen beim Untergangsszenario nachlegen und viele weitere Monate Tod und wirtschaftlichen Shutdown prognostizieren, deuten alle Zeichen darauf hin, daß die Sterbe- und Spitalseinweisungsraten in den Vereinigten Staaten ihren Höhepunkt erreicht haben könnten und jetzt zurückgehen. Wie üblich leben die Eliten abgehoben von der Realität – und es gibt Grund zu glauben, daß diese Realitätsferne in manchen Fällen bewußt und vorsätzlich sein könnte.

Laut den von New York City gemeldeten Zahlen gab es in der Stadt am 3. April 1634 neue Krankenhauseinweisungen wegen des Coronavirus. Bis zum 6. April war die Zahl der neuen Krankenhauseinweisungen auf 1560 leicht abgesunken. Einen Tag später waren es 1280. Bis zum 8. April waren es 934. Bisher sind für 9. April nur 307 Krankenhauseinweisungen gemeldet worden. Auf der „Datenseite“ der Stadt zu COVID-19 heißt es: „wegen Meldeverzögerungen sind die neuesten Zahlen unvollständig“ – aber es ist unwahrscheinlich, daß die Zahlen wieder auf über tausend pro Tag hinaufticken. Es gibt jetzt einen eindeutigen Abwärtstrend.[1]

Die Todesfälle sind in Amerikas größter Stadt einem ähnlichen Muster gefolgt. Jene Zahlen erreichten am 7. April einen Höhepunkt mit 459. Am folgenden Tag wurden 364 gemeldet, dann am 9. April 291. Nur 199 Todesfälle wurden am 10. April gemeldet. Nachdem New York unzweifelhaft das „Epizentrum“ der Pandemie in den Vereinigten Staaten ist, sind das sehr gute Neuigkeiten. Und andere Örtlichkeiten im ganzen Land melden einen ähnlichen Rückgang der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle.

Dies ist nicht das, was geschehen „sollte“.

Das meistzitierte Modell dafür, wie die Pandemie ablaufen sollte, wurde von etwas namens IHME (Institute for Health Metrics and Evaluation) mit Sitz an der University of Washington geschaffen. Dieses Modell ist nun schon seit Wochen von den Medien und Offiziellen des öffentlichen Gesundheitswesens als die reine Wahrheit zitiert worden. In Wirklichkeit ist es buchstäblich in allen seinen Prognosen daneben gelegen, wie erstmals von Tucker Carlson aufgedeckt wurde, der für mich der mutigste Mann im Fernsehen ist.

Um ein Beispiel zu nehmen: das IHME prognostizierte, daß der Bundesstaat New York bis zum 4. April bis zu 65.000 Krankenhausbetten für Virenopfer brauchen könnte. Die unterste angenommene Zahl war 48.000. Gouverneur Andrew Cuomo trat im Fernsehen auf und kreischte, daß der Bundesstaat mindestens 30.000 weitere Ventilatoren [d. Ü.: Beatmungsgeräte?] brauchen würde. In Wirklichkeit gab es zum 4. April im gesamten Bundesstaat weniger als 16.000 Krankenhauseinweisungen. In anderen Worten, nur ein Drittel dessen, was das Modell vorhergesagt hatte. Und was diese Ventilatoren betrifft, so stellt sich heraus, daß New York bereits mehr hat, als es braucht – viel mehr. Und das IHME irrte sich auch anderswo im Land sehr. Für Virginia prognostizierten sie, daß bis August 3073 Menschen sterben würden; nun waren sie gezwungen, diese Vorhersage auf 891 zu revidieren.

Tatsächlich scheint das IHME sich überall geirrt zu haben. Am 25. März, vor nur achtzehn Tagen, prognostizierte die Organisation, daß in den Vereinigten Staaten 245.000 Menschen am Coronavirus sterben würden. Am 8. April wurde diese Zahl auf 60.000 nach unten revidiert – ein Viertel dessen, was ursprünglich prognostiziert wurde. Ähnliche Revidierungen gibt es anderswo auf der Welt. Das Imperial College London hat seine Vorhersage der Coronavirus-Todesfälle von 250.000 auf unter 20.000 revidiert, was ungefähr dieselbe Zahl von Menschen ist, die im Vereinigten Königreich jedes Jahr an Grippe sterben.

Wie konnten diese angeblich unanfechtbaren Quellen sich so spektakulär geirrt haben? Die Wahrheit ist, daß fast niemand im öffentlichen Leben, zumindest in den Vereinigten Staaten, diese Frage stellt. Stattdessen behaupten sie, daß die Zahlen der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle deshalb niedriger als prognostiziert seien, weil die Shutdowns und das „social distancing“ extrem wirksam gewesen seien. In anderen Worten, die Schließung der Schulen, fast aller Geschäfte und Restaurants und der Gottesdienste, der Befehl an die Menschen, ihr Zuhause außer für den Einkauf von Lebensmitteln zu verlassen, etc., hätten die Zahl der prognostizierten Todesfälle im gesamten Land um drei Viertel verringert.

Aber das ist einfach absurd. „Social distancing“ kann die Auswirkungen naheliegenderweise verringern, aber nicht um so viel. Außerdem hat das IHME, wie Tucker aufgezeigt hat, in Wirklichkeit „social distancing“ und einen landesweiten kommerziellen Shutdown eingerechnet, als es zu seinen ursprünglichen Zahlen kam. In anderen Worten, uns wurde gesagt, daß ungefähr 245.000 Menschen sterben würden, wenn wir alle „social distancing“ praktizierten und wenn die Wirtschaft buchstäblich stillgelegt würde. Also muß etwas anderes die dramatische Überschätzung von allem im Zusammenhang mit diesem Virus erklären – der Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle. Die Erklärung wird für das IHME nicht schmeichelhaft sein, oder für die Experten und Regierungsleute, die unermüdlich ihre krass falschen Zahlen wiederholen.

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Gedanken von einer Ledercouch über COVID-19

Von Dr. Robert S. Griffin, übersetzt von Lucifex. Das Original Thoughts from a Leather Couch About COVID-19 erschien am 8. April 2020 auf The Occidental Observer.

Anmerkung: Ich schrieb diesen Artikel am 30. März. Nachdem ich ihn fertiggestellt hatte, dachte ich: „Du bist alt und sauer und unqualifiziert, über dieses Thema zu schreiben. Jeder ist an Bord dabei, wie mit dieser COVID-19-Pandemie umzugehen ist, und es muß mit dir etwas nicht stimmen.“ Ich legte den Artikel beiseite. Es ist nun der 1. April, und ich habe ihn noch einmal gelesen und mir gedacht: „Oh, bring‘ ihn raus. Es ist deine Wahrheit, selbst wenn es nicht die Wahrheit ist. Die Leser werden genug wissen, um ihn als das zu nehmen, wofür er gut ist.“ Hier ist er also.

*   *   *

„Ledercouch“ im Titel dieses Artikels bezieht sich darauf, wo ich heutzutage die meiste Zeit in meinem Wohnzimmer verbringe. Ich bin im Ruhestand und geriatrisch alt – 80 nächsten Monat -, und ich besitze nahezu keine Energie, und die Spinalstenose und die Arthritis sind wirklich schlimm, und alles, was ich am Morgen tun kann, ist Frühstück zu machen und das Müsli mit Obst und eine Tasse Kaffee und ein Glas Milch zur Ledercouch zu bringen, um es zu mir zu nehmen, während ich The New York Times auf meinem Laptop lese, verdammt große Sache.

Die Schlagzeile der Times von heute [30. März] lautete: „Während U.S.-Totenzahl steigt, wägt Washington neue Notstandsmaßnahmen ab.“ [Am 1. April lautet sie: „Virus könnte 100.000 bis 240.000 töten, sagen Experten.“] Es ist online, aber was ich die Titelseite der Times nennen würde, enthielt 13 Artikel – jeder davon handelte von der gegenwärtigen COVID-19-Krise. Es gab 11 Stellungnahmen auf der Titelseite – dasselbe.

Dies geht schon seit Wochen so. Die Times hypt diese Sache wirklich. Man sagt mir (ich verlasse das Haus selten, außer ab und zu, um zum Supermarkt zu gehen und Bücher in der Bibliothek zu holen, daher weiß ich es selbst nicht wirklich), daß die Wirtschaftsaktivität heruntergefahren ist und jeder sich zu Hause verkriecht und sich die Hände supersorgfältig wäscht (darin bin ich ziemlich gut) und versucht, das Gesicht nicht zu berühren (da könnte ich etwas Verbesserung brauchen) und sich von anderen Menschen fernzuhalten (meine Spezialität). Die Times sagte, daß Präsident Trump verkündete, daß dieses Arrangement einen weiteren Monat bestehen bleiben wird.

Ich entdeckte, daß eine der bedeutenderen Aktivitäten in meinem Alter, zumindest bis die Demenz einsetzt – oder schlimmer wird, welches immer es ist -, darin besteht, auf dieser Ledercouch zu sitzen und eine Wiederholung meines Lebensfilms anzusehen, die in meinem Kopf projiziert wird.

Eine der sehr frühen Szenen meiner Filmbiographie, ich war wahrscheinlich vier Jahre alt, war, wie ich in Minnesota ein Flugzeug über uns hinwegfliegen hörte und meine Mutter darauf hinwies.

Sie antwortete, im Scherz, wie ich nun erkenne – oder versuchte sie mir boshafterweise Angst einzujagen? – „Das könnte ein deutsches Flugzeug sein, das eine Bombe auf uns abwirft.“

„Eine was?“

„Eine Bombe. Wir sind im Krieg mit den Deutschen.“

Ich wußte zu der Zeit nicht, was eine Bombe war, ein Krieg oder ein Deutscher, und ich beließ es dabei und ging wieder meinen Beschäftigungen nach. Aber aus irgendeinem Grund ist diese Episode über 75 Jahre später in meinem Film.

Was eine Überleitung zu meinem ersten Punkt in diesem Text ist: Keine Bombe ist jemals auf mich abgeworfen worden, weder buchstäblich noch bildlich gesprochen, mein ganzes Leben nicht bis jetzt; diese COVID-19-„Bombe“ hat ihr Ziel getroffen, ich spüre sie. Und, um die Verbindung mit der Filmszene fortzusetzen, ich bin genauso ahnungslos bezüglich dessen, was mit diesem Virus und der kollektiven Reaktion darauf los ist, wie ich es damals 1944 wegen dieses Flugzeugs war.

Das alles soll heißen, daß es für mich in dieser COVID-19-Sache um etwas geht – genug, um mir die Zeit zu nehmen, dies zu schreiben -, aber ich versuche hier nicht den Experten zu spielen. Was ich zu tun versuche, ist die Gedanken eines Durchschnittsbürgers – meine – für eure Begutachtung rüberzubringen. Dies ist, was ich euch sagen würde, wenn ihr euch irgendwie in den roten Lehnstuhl setzen würdet, der sechs Fuß von mir auf dieser Couch entfernt ist.

*   *   *

Während ich hier Tag für Tag sitze – ist gerade Dienstag oder Mittwoch? -, erkenne ich, welch geringe Verwicklung ich in die großen Ereignisse meiner Zeit auf Erden hatte und wie wenig Wirkung sie auf mich hatten. Es ist der Punkt „Keine Bombe ist mir auf den Kopf geworfen worden“ im letzten Abschnitt. Es gab in den ‘40ern eine Polioepidemie, und meine Mutter sagte mir, im See schwimmen zu gehen sei tödlich schlimm (nachdem man dabei Polio bekommen konnte, so dachte sie jedenfalls), und ich habe mich seither immer vor dem Wasser gefürchtet. Da ist nicht viel. In der Grundschule übte ich, unter meinen Tisch zu schlüpfen, wie der Lehrer sagte, damit ich geschützt wäre, wenn die Russen eine Atombombe auf Saint Paul, Minnesota, warfen. Obwohl ich jetzt nicht sicher bin, wieviel es mir geholfen hätte, unter dem Tisch zu sein, wenn das passiert wäre, und die Wahrheit ist, daß ich nie kapierte, warum genau ich überhaupt unter dem Tisch kauerte. Der Koreakrieg war eine Landkarte in der Saint Paul Pioneer Press, die eine Gefechtslinie nahe der Stadt Pusan ganz unten in Südkorea zeigte, und dann gab es die Landung bei Inchon nahe der Stadt Seoul, und dann trieben die Chinesen uns von dort, wohin wir in Nordkorea gekommen waren, wieder ungefähr dorthin zurück, wo wir waren, als der Krieg anfing, aber was das mit irgendetwas zu tun hatte, hätte ich euch nicht sagen können. Ich mußte nicht in Vietnam kämpfen, weil ich mit siebzehn zur Armee gegangen und wieder aus ihr draußen war, bevor der Krieg eskalierte, und ich wäre sowieso nicht eingezogen worden, weil ich an einer High School unterrichtete. 9/11 war in Manhattan, und ich war in Vermont, unterrichtete an der Universität, ging ins Kino und sah Ballspiele im Fernsehen an. Es gab den Irakkrieg und die AIDS-Krise, und ich könnte andere größere öffentliche Ereignisse aufzählen, aber alles blieb „da drüben“ und war kein Teil meines Lebens. Aber diese gegenwärtige COVID-19-Krise, -Hysterie, dieses beherrschende Thema, wie immer man es nennen soll, ist eine ganz andere Sache. Sie ist nicht da drüben, sondern genau hier.

Mit dem Absturz der Märkte sind Hunderttausende Dollars in meinem Pensionskonto, für dessen Aufbau ich ein halbes Jahrhundert verwendet hatte, verschwunden, puff.

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Das Coronavirus und Galileo: Ein Interview mit dem italienischen Nanopathologen Dr. Stefano Montanari

Von Jimmie Moglia, übersetzt von Lucifex. Das Original The Coronavirus and Galileo: An Interview with a Italian Nano-pathologist Dr. Stefano Montanari erschien am 4. April 2020 auf The Occidental Observer. Oben habe ich das im Originaltext verlinkte italienischsprachige Video mit dem gegenständlichen Interview eingefügt.

Anmerkung des Redakteurs: Ich poste dies nicht als Behauptung, daß Dr. Montanaris Ideen zu dem Virus korrekt sind – ich habe keine Kenntnisse auf diesem Gebiet – sondern nur, daß seine Ansichten veröffentlicht werden sollten. Wir leben in einer Zeit, in der die Wissenschaft politisiert worden ist und die Behauptungen der Establishment-Wissenschaftler politische Orthodoxie geworden sind und Andersdenkende bestraft werden. In meinem Feld, der Psychologie, haben jahrzehntealte Forschungsergebnisse nicht repliziert werden können. Dennoch sind sie immer noch in Lehrbüchern zu finden, weil sie linke und umweltorientierte Erklärungen für menschliches Verhalten begünstigen, besonders hinsichtlich Rasseunterschieden, und Andersdenkende werden gemieden, und es werden ihnen akademische Positionen verweigert. Die Klimawissenschaft ist völlig politisiert worden, daher wissen Nichtexperten nicht, was sie denken sollen, während die Establishment-Medien und akademische Gruppen sich an eine Orthodoxie klammern und jeden, der widerspricht, als intellektuell unzulänglich und moralisch suspekt brandmarken. Kann irgendjemand der Pharmaindustrie (siehe z. B. die Sacklers und die Opioidkrise) oder Ernährungsexperten trauen? So viel von dem, was in diesen Feldern produziert wird, unterliegt finanziellen Motivationen, und wiederum kann der Durchschnittsmensch sich nur fragen, welche Medikamente er nehmen und welche Nahrungsmittel er essen soll. Seien wir also offen gegenüber Dr. Montanaris Ideen. Ich persönlich finde viele seiner Ideen recht schlüssig, und er ist auf dem Gebiet definitiv sehr versiert.

Da das Folgende kontroversiell sein könne, erhebe ich keinen Anspruch auf die Wahrheit, nicht einmal auf die Wahrheit dessen, dessen Gedanken und Befunde ich berichte. Mein Grundwissen stützt sich auf das Verständnis, daß es die Eigenschaft des Regens ist, naß zu machen, und des Feuers, zu verbrennen, und daß eine große Ursache der Nacht das Fehlen der Sonne ist.

Außerdem ist es bei der gegenwärtigen Schnelle des Informationsflusses möglich, daß das, was ich hier berichte, bis zur Zeit der Veröffentlichung vielleicht die Meinung der Mehrheit geworden ist. Obwohl wahrscheinlich nicht, denn wir sollten im Kopf behalten, daß das Gewebe des Aberglaubens (des religiösen oder sogar wissenschaftlichen) historisch oft den schwachen Bemühungen der Vernunft widerstanden hat.

Was der Grund dafür ist, daß ich mit Galileo beginne. Es ist allgemein bekannt, daß Galileo wegen seiner unorthodoxen Idee der Prozeß gemacht wurde, daß die Erde um die Sonne kreise statt umgekehrt. Er mußte seine Befunde widerrufen, um das zu vermeiden, was mit Giordano Bruno geschah. Daher also das, was Galileo legendärerweise gemurmelt haben soll, als er das Gericht verließ: „Und sie bewegt sich doch“ (wo bei „sie“ die Erde auf ihrem Umlauf um die Sonne ist).

Theoretisch gesprochen schienen die Theologien vielleicht nicht ganz unrecht gehabt zu haben. Diejenigen Leser, die in ihrer Jugend Züge statt Flugzeuge benutzten, werden sich vielleicht daran erinnern, was geschah, wenn sie in einem Zug saßen und auf die Abfahrt warteten, während ein anderer identischer Zug auf dem Gleis daneben stand. Wenn der eigene Zug oder der andere sich zu bewegen begann, war es für eine oder zwei Sekunden schwierig zu sagen, ob sich der eigene Zug bewegte oder der andere. Ein Phänomen, das mit der allgemeinen Idee der relativen Bewegung konsistent ist.

Aber Galileos Behauptungen erwiesen sich als noch häretischer, als er – unter Verwendung seines selbstgebauten Teleskops – entdeckte, daß Jupiter Satelliten hatte. Denn diese Entdeckung widerlegte die Annahme, derzufolge die Erde der Ausnahme-Himmelskörper ist, um den alle anderen Welten kreisen.

Angesichts dieses Dilemmas erließ der Bischof von Pisa eine Direktive an die Pfarren, in denen er mahnte, daß es sündhaft sei, durch ein Teleskop zu schauen, weil es Objekte zeige, die nicht existieren.

Mit derzeitigem Stand ist es ungewiß, ob die Welt eine große Ansammlung von Bischöfen von Pisa ist oder ob, da es vielleicht immer noch nicht sündhaft ist zu hoffen, der gesunde Menschenverstand sich durchsetzen wird.

Eine vorherrschende Eigenschaft des gegenwärtigen metaphorischen Coronavirusfiebers ist die fantastische und logische Inkonsistenz der Berichte.

Das lateinische Diktum oder Prinzip „Natura non facit saltus“ (die Natur macht keine Sprünge) ist ein wichtiges Prinzip der Naturphilosophie gewesen. Der Satz wird Gottfried Leibniz (1646 – 1746) zugeschrieben, einem der Erfinder der Infinitesimalrechnung – obwohl er vielleicht besser für seine durch komplizierte Überlegungen erreichte Behauptung bekannt ist, daß unsere die beste aller möglichen Welten ist.

Das Prinzip ist/war auch ein wesentliches Element von Charles Darwins Abhandlung über die natürliche Selektion in seinem Origin of Species. Und während viele Widerspruch gegen Leibniz‘ Meinung zu unserer Welt erheben mögen, widersprechen wahrscheinlich weniger der Vorstellung von der natürlichen Selektion.

Wie die Leser wissen, befindet Italien sich an vorderster Front des Coronavirus-Phänomens wegen der außerordentlich hohen Zahl von Fällen und der erschreckenden Zahl der Todesopfer, die sogar jene von China übersteigt, wo alles anfing.

Wozu man widersprechende Stimmen zu hören begann, die die früheren Befunde bestritten – und/oder zumindest bestritten, wie sie berichtet wurden.

Die bittere und verbissene Opposition gegen diejenigen, die wie klar und mit welch haltbaren Argumenten auch immer die Daten bestritten, veranlaßt den unvoreingenommenen Beobachter zumindest zu der Hypothese, daß irgendein schlafendes Privileg oder eine bisher noch unerklärte Annahme angegriffen worden ist.

Ich würde vorschlagen, den „Kampf der Qualifikationen“ zu mißachten, laut dem ein Absolvent der Universität X mehr weiß als ein Absolvent der Universität Y. Wie ich zuvor erwähnte, ruht meine (wenngleich vorläufige) Beurteilung der Plausibilität und Glaubwürdigkeit einer Erklärung darauf:

  1. ob die Erklärung mit dem gesunden Menschenverstand vereinbar ist und mit dem, was über die debattierte Sache allgemein bekannt ist;
  2. ob die betreffende Person direkte Erfahrung (und seit wie lang) mit dem Problem hat, zu dem sie ihre Ansichten äußert; und
  3. ob ihre Physiognomie einigermaßen in Harmonie mit wahrnehmbaren Symptomen von Glaubwürdigkeit ist – eine Idee, die extrem detailliert in einer massiven Studie des Schweizer Autors Johann Lavater am Ende der 1700er ausgearbeitet wurde.

Ich werde mit Dr. Stefano Montanari beginnen, einem Nanopathologen, der seit über zwanzig Jahren gemeinsam mit seiner Frau Nano-Pathogene erforscht hat, die sehr winzigen krankheitsverursachenden Teilchen, die typischerweise in der Luft aller überfüllten, verschmutzten, sehr verkehrsreichen Industriestädte sowie Fabriken schweben.

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Amerika: Ein krankes Land

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Lucifex. Das Original America: One Sick Country erschien am 23. November 2019 in Kevin Alfred Stroms Essays auf Basis einer Radiosendung von American Dissident Voices vom selben Datum.

Amerika war einmal das Land der Freien und die Heimat der Tapferen. Nun ist es das Land der Schwarmangriffe. Und einer gleichgültigen Besatzungsregierung.

Erst vor ein paar Tagen griff ein Schwarm schwarzer „Studenten“ in Philadelphia einen älteren weißen Mann an, der den Fehler beging, aus seinem Auto zu steigen, um den „Jugendlichen“ zu konfrontieren, der gerade ohne irgendeinen Grund den Rückspiegel von seinem Auto getreten hatte. Der grauhaarige weiße Mann wurde sofort von dem Vandalen und einem halben Dutzend anderer „Jugendlicher“ umringt und blieb blutend und schwer verletzt auf dem Gehsteig zurück. Die Schwarzen traten sofort in Aktion, und der weiße Mann war innerhalb von Sekunden am Boden und wurde als vermeintlich tot zurückgelassen. Ihre Koordination geschah unverzüglich – instinktiv – und war effektiv.

Obwohl das Wort „schwarz“ in ihrem Bericht natürlich niemals erwähnt wird, ist der Beitrag der örtlichen kontrollierten Medien über den Vorfall dennoch sehr fesselnd, und ich teile ihn nun mit Ihnen:

Die Polizei von Philadelphia ermittelt, nachdem ein Mann am Mittwochnachmittag in Center City von einer Gruppe von Studenten schwer geschlagen wurde.

Es geschah um 1:30 nachmittags nahe 15th Street und Chestnut Street.

Das Video zeigt, wie einer der Verdächtigen den Außenspiegel eines weißen Fahrzeugs heruntertritt und in die Kreuzung schleudert. Der Fahrer steigt sofort aus, um ihn zur Rede zu stellen. Dann beginnt ein Mob von Studenten den Fahrer wiederholt zu treten und zu schlagen, bis irgendjemand den Angriff abbricht.

Das Opfer bleibt regungslos auf der Straße zurück, bis ein Rettungswagen kommt.

Die Polizei von Philadelphia bestätigt, daß die Studenten von der nahegelegenen PET Charter High School kommen. Die Polizei hat alle sieben beteiligten Studenten identifiziert, und Verhaftungen stehen bevor.

Aber die Leute hier sagen, daß es nur der Siedepunkt war, daß die Studenten einen Mann krankenhausreif schlugen.

„Es ist ein Tollhaus. Die Polizei ist jeden Tag hier“, sagte eine Person, die in der Nähe wohnt. „Tatsächlich sagte mir jemand, der in einem örtlichen Apartmenthaus arbeitet, daß vor ein paar Wochen einige Jungs in die Lobby kamen, er jagte sie hinaus, und als Folge davon bewarfen sie ihn mit einem Ziegelstein und schlugen ihn gegen das Bein“, fügte die Person hinzu.

Die Polizei sagt, daß das Opfer vom Mittwoch schwer verletzt wurde. Sein Zustand ist ernst, und er bleibt in einem örtlichen Krankenhaus.

Dieser Bericht ist von Philadelphias WPVI, einem Zweigunternehmen der in jüdischem Besitz befindlichen ABC. Beachten Sie, daß sie den weißen Mann – der nach allem, was seine schwarzen Angreifer wußten, als tot zurückgelassen wurde – einfach „das Opfer vom Mittwoch“ nennen. So viele Implikationen in dieser einfachen, aber sehr seltsamen Phrase. Er war kein Opfer eines schwarzen Schwarmangriffs. Er war kein Opfer des geplanten Austauschs von Weißen durch Nichtweiße. Er war „das Opfer vom Mittwoch“ – ein Opfer eines Wochentages. So ähnlich einer anderen oft wiederholten Phrase – „Schußwaffengewalt“. Als ob es die Waffen seien, die gewalttätig sind. Eine weitere Implikation des Begriffs „Opfer vom Mittwoch“ ist, daß es auch ein Donnerstagsopfer und ein Freitagsopfer gibt, und nicht nur eines, sondern viele für jeden einzelnen Tag der Woche über die letzten fünfzig Jahre – seit der „Bürgerrechtsrevolution“ – und das ist eine Implikation, die sicherlich wahr ist.

Und beachten Sie auch, daß der weiße Mann, der als tot zurückgelassen wurde, nie beim Namen genannt wird. Und somit nie zum Menschen wird. Keine besorgte, weinende Ehefrau oder Kinder, keine empörten Arbeitskollegen, keine Forderungen nach einem nationalen Programm zur Eindämmung des Tsunamis der weißenfeindlichen Gewalt. Nichts. Außer „teens“, „youths“, „kids“, „students“. Oh, und „Verhaftungen“. Sie haben vor, sagen sie, Verhaftungen durchzuführen. Ich bin sicher, daß der Gerechtigkeit durch Philadelphias obersten Verbrechensbekämpfer Genüge getan werden wird, durch den Enkel russisch-jüdischer Einwanderer namens Larry Krasner, der im Grunde George Soros gehört.

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Über Migrantentode

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Lucifex. Das Original On Migrant Deaths erschien am 8. November 2019 auf The Occidental Observer.

„Ich beobachte, daß Männer in andere Länder weglaufen, weil sie in ihrem eigenen nicht gut sind.”
Ralph Waldo Emerson,
Culture, 1876.

„Wirf einen kalten Blick auf das Leben, auf den Tod. Reiter, reite weiter!”
B. Yeats,
Under Ben Bulben

Der Anblick und der Geruch müssen entsetzlich gewesen sein. Am 23. Oktober wurden die Leichen von 39 Ostasiaten in einem luftdichten LKW-Kühlcontainer in Essex, Ostengland, gefunden. Die Wände waren von blutigen Handabdrücken verschmiert, und die Leichen, großteils nackt, hatten Schaum vor dem Mund. Eine Mordermittlung wurde sofort eingeleitet, aber die Umstände waren trotz ihrer entsetzlichen Natur kaum mysteriös. Die Bewegungen des Lastwagens, die rassische Einheitlichkeit der Toten und die Bedingungen des Transports wiesen alle auf einen katastrophalen Versuch eines illegalen Eindringens nach Britannien hin. Der Fahrer wurde verhaftet und angeklagt. Haftbefehle wurden ausgestellt. Dokumente wurden beschlagnahmt und untersucht. Autopsien und die Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeibehörden enthüllten, daß die Verstorbenen Vietnamesen waren und daß ihre letzte Reise nach Britannien über Belgien und Irland verlief. Es ist bisher noch unbestimmt, an welchem geographischen Punkt das Ersticken begann, obwohl man glaubt, daß sie ungefähr zehn Stunden lang in dem Container am Leben waren, bevor sie einer nach dem anderen starben.

Es ist eine Geschichte, die sich mit all ihren makabren und grausigen Merkmalen für eine Ausnützung anbietet – und die Linke hat sie maximal ausgenützt. Das Narrativ ist entstanden, daß die Leichen in Essex das Ergebnis von „Verzweiflung“ in der Dritten Welt und eines herzlosen Einwanderungssystem waren, das keine „sicheren Routen“ für Migranten bietet. Aber ist es wirklich das, was in Britannien und im gesamten Westen passiert? Ist es wirklich die Erklärung für das Ertrinken im Mittelmeer, für Leichen an türkischen Stränden und Tote in der Wüste von Arizona? So sehr ich mit dem besonders scheußlichen Tod der verstorbenen Vietnamesen mitfühle, argumentiere ich, daß sie die Opfer ihres eigenen materialistischen und oft kriminellen Wunsches waren, unter Verhältnissen der „Ersten Welt“ unter Weißen zu leben, einer soziopathischen irischen Menschenschmugglerbande, denen nichts an ihrer illegalen Fracht oder an Europa lag, sondern nur an schmutzigem Profit, und eines viel breiteren und tiefgreifenderen Phänomens – der sich vertiefenden Ausnützung Europas und der Europäer unter manipulativen humanitären Vorwänden.

„Die Migrantenpersönlichkeit“

Ein gängiges Thema in der Behandlung von Migrantentoden in den Massenmedien ist die Betonung einer angeblichen „Verzweiflung“ unter Migranten. Der Begriff unterstellt einen Mangel an Wahlmöglichkeit und daß Migranten nicht wirklich in den Westen ziehen wollen, aber durch Umstände dazu gezwungen worden sind. Diese Erzählstränge, die zweifellos kultiviert werden, um Mitgefühl hervorzurufen und die Gegnerschaft unter einheimischen Europäern zu verringern, stehen in krassem Gegensatz zu der Wirklichkeit, daß Migranten aus der Dritten Welt in den Westen vor ihrer Ankunft immer viele sichere und einigermaßen wohlhabende Länder durchqueren. Diese Realität deutet darauf hin, daß Wahlmöglichkeit in Wirklichkeit ein sehr starkes Merkmal von Migrantenverhalten ist, und reduziert die Wahrscheinlichkeit, daß solches Verhalten von echter Verzweiflung motiviert ist.

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Vierzehn Grad ist das neue Fünfzehn

Von Arvind Kumar, übersetzt von Lucifex. Das Original „Fourteen is the New Fifteen“ erschien am 28. November 2012 auf American Thinker.

Laut den Führern des Weltuntergangskults der globalen Erwärmung beträgt die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde 14 Grad Celsius (57,2 Grad Fahrenheit), aber dies ist ein neuer Wert, der still den ursprünglichen Durchschnittswert von 15 Grad Celsius (59 Grad Fahrenheit) ersetzt hat.

Im März 1988, ein paar Monate bevor James Hansen von der NASA vor dem Kongreß behauptete, daß eine globale Erwärmung im Gange sei, zitierte die New York Times ihn mit den Worten, daß er die 59 Grad Fahrenheit als die globale Durchschnittstemperatur verwende, um die Temperaturvariationen zu berechnen.

Einer der Wissenschaftler, Dr. James E. Hansen vom Institute for Space Studies in Manhattan der National Aeronautics and Space Administration sagte, daß er den 30-jährigen Zeitraum von 1950 – 1980, als die globale Durchschnittstemperatur 59 Grad Fahrenheit war, als Basis zur Bestimmung von Temperaturvariationen verwendete.

Im Juli desselben Jahres stimmte in Bericht in der Zeitung The Day aus Connecticut mit dieser Behauptung überein. Laut dem Bericht des Day über Hansens Aussage vor dem Kongreß:

Dr. Hansen informierte die Gesetzgeber, daß die ersten fünf Monate von 1988 die heißeste aufgezeichnete Fünfmonatsperiode waren und im Durchschnitt vier Zehntel eines Grades über einer 30-jährigen Norm (1950 – 1980) von 59 Grad Fahrenheit lagen.

Obwohl Hansens neue Publikationen seine Version der Unterschiede gegenüber der Ausgangstemperatur für verschiedene Jahre liefern, achtet er sorgfältig darauf, weder die beobachteten Temperaturen noch den Wert der Ausgangstemperatur anzugeben. Jedoch enthüllte Hansen einmal seinen Ausgangswert in einer akademischen Publikation. Dieser Artikel, „Climate Impact of Increasing Atmospheric Carbon Dioxide“ [„Klimaauswirkung des zunehmenden atmosphärischen Kohlendioxids“], erschien in Science von August 1981 und besagt:

Die mittlere Oberflächentemperatur ist Ts ~ 288 K.

288 Kelvin sind dasselbe wie 15 Grad Celsius. Ein Bericht in der Daily Gazette aus Schenectady zeigt, daß Hansen und seine Kollegin Helene Wilson diesen Wert noch bis mindestens 1992 verwendeten. Somit verwendete Hansen die 15 Grad Celsius mehrere Jahre lang beständig als Ausgangsdurchschnitt.

James Hanson war nicht der einzige, der diesen Wert verwendete. Als das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), bald nach Hansens Aussage von 1988 vor dem Kongreß gegründet wurde, 1990 seinen First Assessment Report [„Erster Beurteilungsbericht“] herausbrachte, listete eine Tabelle auf Seite xxxvii des Berichts die „Beobachtete Oberflächentemperatur der Erde“ als 15 Grad Celsius auf.

Noch jemand, der 15 Grad als globale Durchschnittstemperatur verwendete, war Anthony J. McMichael, ein aktivistischer Professor, dessen E-mail, die Strippenzieherei in der australischen Regierung versprach, eine Rolle im Climategate-Skandal spielte. Aus McMichaels Buch von 1993, Planetary Overload: Global Environmental Change and the Health of the Human Species [„Planetarische Überlastung: Globale Umweltveränderung und die Gesundheit der menschlichen Spezies“]:

Durchschnittstemperatur über die letzten 10.000 Jahre = 15° C

Wie sich herausstellte, war die Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius ein unbequemer Wert, der die Behauptungen einer globalen Erwärmung nicht stützte.

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Earth Day 2019, Teil 2: Fünfzig Jahre apokalyptische Klimaerwärmungs-Vorhersagen, und warum die Leute daran glauben

Von Dr. Peter Baggins, übersetzt von Lucifex. Das Original Fifty Years of Apocalyptic Global Warming Predictions and Why People Believe Them, Part 2  erschien am 21. April 2019 auf The Occidental Observer.

Zuvor erschienen: Teil 1

Wissenschaftler wissen seit einiger Zeit, daß ihre Vorhersagemodelle für die globale Erwärmung zunehmend im Widerspruch zu den Daten standen. In jüngerer Zeit haben sie begonnen, manche der fehlerhaften Annahmen in den für Prognosen (nicht Beobachtungen) für die globale Erwärmung verwendeten Modelle zu lokalisieren. Ein Beispiel für diese Art von Korrektur ist ein Artikel von 2018, der im angesehenen Journal Science veröffentlicht wurde.

Die Verfügbarkeit von Stickstoff ist ein zentraler Kontrollfaktor für das terrestrische Pflanzenwachstum und daher für den Kohlenstoffkreislauf und den globalen Klimawandel. Es ist weithin angenommen worden, daß die Atmosphäre die Hauptquelle des terrestrischen Stickstoffeintrags ist. Überraschenderweise zeigen Houlton et al. nun, daß das Grundgestein über große Abschnitte der terrestrischen Umwelt eine genauso große Stickstoffquelle ist.

Klimawissenschaftler haben lange gewußt, daß Pflanzen manche der Effekte des Klimawandels ausgleichen, indem sie CO2 absorbieren und speichern. Aber sie nahmen an, daß die Fähigkeit von Pflanzen zur Ausführung dieser Funktion begrenzt sei, weil die Verfügbarkeit von Stickstoff in der Atmosphäre begrenzt war. Wie eine früher im Jahr 2003 in Science veröffentlichte Studie feststellte, „wird nicht genug Stickstoff verfügbar sein, um die Szenarien der hohen Kohlenstoffaufnahme aufrechtzuerhalten.“

Aber diese Vorstellung, daß die einzige Stickstoffquelle für das Pflanzenleben aus der Luft kam, ist in einem neueren Artikel widerlegt worden, ebenfalls in Science. Nun wissen wir, daß es riesige Stickstoffspeicher im Grundgestein des Planeten gibt, von denen Pflanzen sich ebenfalls ernähren können. Im Lichte dieser Befunde sagte Ronald Amundson, ein Bodenbiochemiker an der University of California in Berkeley, zu Chemical and Engineering News: „Wenn es mehr Stickstoff als erwartet gibt, dann sind die Einschränkungen für Pflanzenwachstum in einer Welt mit viel CO2 vielleicht nicht so groß, wie wir denken.“

Mit mehr verfügbarem Stickstoff könnte das Pflanzenleben in der Lage sein, mehr CO2 zu absorbieren, als Klimawissenschaftler geschätzt haben. Dies „hat das Potential, alle Prognosen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu ändern“, denn es könnte mehr Kohlenstoff an Land gespeichert werden und weniger in der Atmosphäre, als die Modelle annehmen.

Für interessierte Leser enthüllt eine Reihe von Artikeln über dieses Thema andere Beweise für Schwächen in Klimamodellen, die für die Vorhersage einer zukünftigen Erwärmung verwendet werden. Diese Modelle sagten eine jahrzehntelange Pause bei den globalen Temperaturen nicht vorher. Genausowenig sind verschiedene Kalamitäten eingetreten, die inzwischen hätten stattfinden sollen. Und ein neuer Artikel, der in einem anderen angesehenen wissenschaftlichen Journal, Nature, veröffentlicht wurde, ist ebenfalls zu dem Schluß gekommen, daß der Planet weniger empfindlich gegenüber CO2-Zunahmen ist, als die Computermodelle annehmen.

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Earth Day 2019, Teil 1: Fünfzig Jahre apokalyptische Klimaerwärmungs-Vorhersagen, und warum die Leute daran glauben

Von Dr. Peter Baggins, übersetzt von Lucifex. Das Original Earth Day, 2019: Fifty Years of Apocalyptic Global Warming Predictions and Why People Believe Them, Part 1 erschien am 19. April 2019 auf The Occidental Observer.

Zwei der wichtigsten Probleme, die der sogenannte Green New Deal zum Preis unabsehbar vieler Billionen zu lösen versuchen wird, sind die globale Erwärmung und ihre Folgen, einschließlich Dürre, Hungersnot, Überschwemmungen und massivem Verhungern. Sie erinnern sich vielleicht daran, daß Obama in seiner Rede zur Lage der Nation von 2015 erklärte, daß die größte Bedrohung, mit der wir es zu tun hätten, weder Terrorismus noch ISIS sei. Es waren auch nicht Nuklearwaffen in Schurkenstaaten. „Keine Herausforderung stellt eine größere Bedrohung für zukünftige Generationen dar als der Klimawandel“, sagte Obama.

Seine gesamte Administration einschließlich Vizepräsident Joe Biden und Außenminister John Kerry wiederholte häufig die Behauptung, daß der Klimawandel die größte Bedrohung sei, mit der die Welt es zu tun habe. Es war eine Meinung, die Obama während eines Earth-Day-Trips zu den Everglades von Florida wiederum betonte, wo er sagte: „Dies ist kein Problem für eine andere Generation. Es hat schwerwiegende Implikationen für die Art, wie wir jetzt gerade leben.“

In jüngerer Zeit haben Präsidentschaftsanwärter wie Beto O’Rourke zusammen mit den meisten Kandidaten der Demokraten ihre eifrige Unterstützung für den Green New Deal erklärt, indem sie vorhersagten, daß die Welt in 12 Jahren enden wird, wenn nichts getan wird. „Dies ist die letzte Chance, darin sind sich die Wissenschaftler einig – daß wir nicht mehr als 12 Jahre haben, um unglaublich kühne Schritte in dieser Krise zu unternehmen. Ich will nicht melodramatisch sein, aber die Zukunft der Welt hängt von uns ab, so wie wir hier stehen.“

Dies führt zu der Frage, die ich in diesem kurzen, auf Daten gestützten Essay stelle: Was für eine Erfolgsbilanz haben die Politiker und ihre Experten in ihren Klimavorhersagen? Immerhin wurden manche dieser Vorhersagen vor 10, 20 oder sogar 50 Jahren gemacht. Können wir nicht jetzt auf ihre Vorhersagen zurückschauen und beginnen, sie zur Rechenschaft zu ziehen?

Wie es andere getan haben, habe ich mich dafür entschieden, mit der ersten „Feier“ des Earth Day im Jahr 1970 zu beginnen. Nun, wer kann gegen den Earth Day sein? Es ist eine bezaubernde Idee, und ich bin seit meiner Collegezeit in Ann Arbor ein begeisterter Unterstützer gewesen, als wir das Ereignis auf dem Campus der Universität von Michigan feierten.

Hier ist, was die Experten vor fast einem halben Jahrhundert am Earth Day 1970 sagten:

  1. „Die Zivilisation wird innerhalb von 15 oder 30 Jahren enden, sofern nicht sofortige Handlungen gegen die Probleme unternommen werden, vor denen die Menschheit steht.“

Der Harvard-Biologe George Wald

  1. „Es ist bereits zu spät, um massenhaftes Verhungern zu verhindern.“

Denis Hayes, Cheforganisator des Earth Day

  1. „Wir befinden uns in einer Umweltkrise, die das Überleben dieser Nation und der Welt als geeigneter Lebensraum für Menschen bedroht.“

Der Biologe Barry Commoner von der Washington University

  1. „Die Bevölkerungszahl wird unvermeidlich und völlig alles überflügeln, was wir an kleinen Zuwächsen bei der Nahrungsversorgung machen. Die Todesrate wird während der nächsten zehn Jahre zunehmen, bis mindestens 100 – 200 Millionen Menschen pro Jahr verhungern. … Die meisten der Menschen, die im größten Kataklysmus der Geschichte des Menschen sterben werden, sind bereits geboren worden. … [Bis 1975] werden nach Meinung mancher Experten die Nahrungsmittelknappheiten das gegenwärtige Niveau von Hunger und Verhungern auf der Welt zu Hungersnöten von unglaublichen Ausmaßen eskaliert haben. Andere, optimistischere Experten denken, daß die letztendliche Kollision von Nahrung und Population erst im Jahrzehnt der 1980er stattfinden wird.“

Der Biologe Paul Ehrlich von der Stanford University

  1. „Die Demographen stimmen fast einhellig dem folgenden grimmigen Zeitplan zu: um 1975 werden weitverbreitete Hungersnöte in Indien beginnen; diese werden sich bis 1990 auf ganz Indien, Pakistan, China, den Nahen Osten und ausdehnen. Um das Jahr 2000 oder wohl früher werden Süd- und Mittelamerika unter Hungersnotbedingungen existieren. … Bis zum Jahr 2000, in dreißig Jahren, wird die gesamte Welt mit Ausnahme Westeuropas, Nordamerikas und Australiens, sich in einer Hungersnot befinden.“

Professor Peter Gunter von der North Texas State University

  1. „In einem Jahrzehnt werden Stadtbewohner Gasmasken tragen müssen, um die Luftverschmutzung zu überleben. … um 1985 wird die Luftverschmutzung die Menge des Sonnenlichts, das die Erde erreicht, auf die Hälfte verringert haben.“

Das Magazin Life

  1. „Bei der gegenwärtigen Rate der Stickstoffansammlung ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Licht aus der Atmosphäre ausgefiltert wird und nichts von unserem Land nutzbar sein wird. … Bis zum Jahr 2000 werden wir, falls die gegenwärtigen Trends weitergehen, Rohöl mit solch einer Rate verbrauchen, daß es kein Rohöl mehr geben wird. Sie werden zur Zapfsäule fahren und sagen. ‚Volltanken, Kumpel‘, und er wird sagen: ‚Tut mir sehr leid, es gibt nichts mehr.‘ … Die Welt hat sich seit etwa zwanzig Jahren scharf abgekühlt. Falls die gegenwärtigen Trends weitergehen, wird die Welt im 1990 um in der globalen Mitteltemperatur um vier Grad [Fahrenheit?, d. Ü.] kälter sein, aber elf Grad kälter im Jahr 2000. Dies ist etwa zweimal soviel, wie nötig wäre, um uns in eine Eiszeit zu bringen.“

Kenneth Watt

Globale Erwärmung und Massenhunger

Ich werde meine Aufmerksamkeit auf die zwei wichtigsten Vorhersagen konzentrieren: Globale Erwärmung und massives Verhungern. Wenn wir zu der oben angemerkten gescheiterten Vorhersage einer globalen Abkühlung zurückkehren, so können wir die Temperaturdaten in eine breitere Perspektive stellen. NASA-Daten zeigen, daß eine Periode der Erwärmung in den 1920ern und 1930ern von zwei oder drei Jahrzehnten abkühlender Temperaturen gefolgt wurden, von den 1940ern bis 1970. Zu dieser Zeit warnten uns viele Experten, einschließlich Carl Sagan, vor einer möglichen Eiszeit – nur um dann den Klimawandel am Hals zu haben. Von den 1970ern bis zu den späten 1990ern begannen Wissenschaftler geringfügig wärmere Temperaturen zu verzeichnen. Wenn wir auf diesen Zeitraum zurückschauen, so läutete die NASA die Alarmglocke wegen der globalen Erwärmung, während kurze Zeit später die New York Times Daten der NOAA [National Oceanic and Atmospheric Administration] zitierte, die keine Erwärmung über die vergangenen 100 Jahre in den Vereinigten Staaten zeigten.

Seit damals haben Gruppendenken und Political Correctness plus Belohnungen in Form von Regierungszuschüssen und universitärer Beförderungen Anreize für nahezu jedermann geschaffen, auf den gegenwärtigen Zug aufzuspringen und einen eskalierenden Erwärmungstrend zu projizieren. Wiederum kamen wir zu dem Weltuntergangsszenario zurück, das die 1970er charakterisierte.

Dann änderte sich das verdammte Klima völlig unerwartet wieder. Die globalen Temperaturdaten sind seit etwa 1998 ungefähr flach gewesen, haben sich laut offizieller globaler Temperaturdaten der NASA von Februar 2016 bis Februar 2018 sogar um 0,056 Grad Celsius abgekühlt Natürlich ist dies bloß ein zweijähriger Trend.

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Syrien im Würgegriff / „Schmutziges Spiel“

Von Manuel Ochsenreiter, erschienen in der Deutschen Militärzeitung (DMZ), Ausgabe 84 Nov-Dez 2011. (Ursprünglich von mir auf „As der Schwerter“ eingestellt; den Anstoß für die heutige Nachveröffentlichung hier hat Osimandia mit diesem Kommentar über die kurze zeitgeschichtliche Erinnerung der meisten Leute geliefert.)

 

Seit dem Frühling 2011 steht Syrien im Fokus der weltweiten Medienberichterstattung. Die Regierung gehe mit brutaler Gewalt gegen friedliche Demonstranten vor, so die Berichte im Westen. Geopolitisch befindet sich das Land in einer schwierigen Situation. Die Kriegsdrohungen gegen Damaskus werden immer lauter.

„Gott sei mit euch“, predigt Michael Moore von New York aus in Richtung Syrien. „Ich weiß, daß ihr erfolgreich sein werdet.“ Der US-amerikanische Filmemacher drückt der „syrischen Demokratiebewegung“ die Daumen. Michael Moore wurde vor allem bekannt durch seine harsche Kritik an den US-amerikanischen Militäroperationen gegen Afghanistan und Irak. In Washington gilt er als „Linker“, als Regierungskritiker, als Nervensäge mit Kamera. Filme wie „Bowling for Columbine“, in dem er die US-Waffenlobby aufs Korn nimmt, machten Michael Moore legendär. „Fahrenheit 9/11“, in dem er die US-Regierung unter George W. Bush heftig kritisiert und ihr vorwirft, quasi mitverantwortlich für die Anschläge des 11. September 2001 zu sein, wurde zum erfolgreichsten Dokumentarfilm aller Zeiten. Moore ist ein Idol der weltweiten Skeptikerszene. Wenn er der „syrischen Demokratiebewegung“ Gottes Segen wünscht, wenn sich ausgerechnet seine Worte kaum noch von denen der US-Außenministerin Hillary unterscheiden, dann darf man sich den Tag rot im Kalender ankreuzen. Die Skeptiker hören auf, Skeptiker zu sein.

Was ist los in Syrien? Wer sich informieren möchte, landet schnell bei den Berichten des arabischen Nachrichtenkanals Al-Dschasira und westlicher Sender, die vom „Volksaufstand“ in Syrien gegen das „Assad-Regime“ berichten. Zu sehen sind verwackelte Videos, aufgenommen mit Mobiltelefonen, verkratzte Telefonstimmen von „Augenzeugen“ berichten über die „Brutalität“ von Armee- und Polizeikräften gegen „friedliche Demonstranten“. In der Türkei, unmittelbar an der syrischen Grenze, befänden sich „überfüllte Flüchtlingslager“, aus Ankara wettert der türkische Ministerpräsident gegen Damaskus, er hat sogar Panzer an die syrische Grenze verlegt – eine unverhohlene Kriegsdrohung. Auch die „Arabische Liga“, eine Bündnisorganisation der arabischen Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens, nimmt Damaskus in die Mangel. Syriens Mitgliedschaft in der „Arabischen Liga“ wurde „ausgesetzt“. In Washington halten rechte und linke Falken einen militärischen NATO-Einsatz gegen Syrien angesichts des libyschen Umsturzes für immer verlockender.

Iran und Libanon

Nur noch zwei Staaten in der Region stehen an der Seite Syriens: der Iran und der Libanon. Die westlichen Kommentatoren wundert das kaum. Der Iran sei selbst ein „Schurkenstaat“ und Syrien einer der wenigen treuen Verbündeten Teherans überhaupt. Und der Libanon befinde sich in einer Art „Geiselhaft“ der schiitischen und wiederum Iran-nahen Hisbollah, der „Partei Gottes“, deren Name in den europäischen Medien kaum noch ohne den Zusatz „terroristisch“ genannt wird.

Während Europa von Horrornachrichten aus Syrien überschwemmt wird und Politiker aller Parteien fordern, man müsse den „Druck auf Damaskus“ erhöhen, berichten syrische Zeitungen von drei Soldaten, die an einer Ölpipeline nahe der Stadt Homs eine 25-Kilo-Bombe fanden und entschärften. Der Sprengsatz war mit einer Fernsteuerung versehen und gut getarnt an der Röhre angebracht. Wenige Wochen zuvor sprengte bereits eine Bombe ein 15 Meter langes Loch in eine syrische Ölpipeline nahe der Stadt Talkalakh. „Terroristengruppen“, so die syrischen Nachrichten, versuchten, die syrische Wirtschaft zu schwächen, um die Krise weiter zu verschärfen. Von beiden Vorfällen konnte man in der Bundesrepublik Deutschland nichts lesen. Und auch nichts von den Waffenlieferungen, die über die türkische und libanesische Grenze an „Aufständische“ in Syrien gehen. Immer wieder gelingt es den syrischen Sicherheitskräften, Waffenschmuggler zu stellen, bevor diese ihre Fracht an die „Regimegegner“ ausliefern können. Wofür brauchen „friedliche Demokratieaktivisten“ Schnellfeuergewehre, Nachtsichtgeräte, Sprengstoff, Granaten und reaktive Panzerbüchsen, bevorzugt aus der RPG-Reihe? Handelt es sich in Wirklichkeit um den Kampf ausländisch finanzierter und ausgerüsteter Milizen gegen die Staatsmacht? Das ist zumindest die Position des syrischen Staatsrundfunks. Fast täglich zeigt man dort Begräbnisse von im Kampf getöteten Polizisten und Soldaten – Bilder, die man im Westen ebenfalls nicht zu Gesicht bekommt.

Die mangelhafte Berichterstattung ist brandgefährlich, da die Regierungen Europas diese zur Grundlage ihrer Entscheidungen machen. Dabei passieren immer wieder Pannen. Im Sommer strahlte der französische Kanal FRANCE 24 ein angebliches Telefoninterview mit der syrischen Botschafterin in Paris, Lamia Chakkour, aus. Sie trete von ihrem Amt zurück, da sie keine Regierung repräsentieren könne, die mit „brutaler Gewalt gegen unbewaffnete Zivilisten“ vorgehe. Die Nachricht hatte nur einen Schönheitsfehler: Die Frau am Telefon war offensichtlich gar nicht Lamia Chakkour. Die syrische Botschaft dementierte den angeblichen Rücktritt der Botschafterin noch am gleichen Tag – doch da war die Nachricht bereits weltweit auf Sendung. Natürlich trete Chakkour nicht zurück, von „brutaler Gewalt gegen unbewaffnete Zivilisten“ wisse sie nichts.

„Sofortige Freilassung“ eines Phantoms

Und auch in der Bundesrepublik Deutschland nehmen die Berichterstattung und die politischen Reaktionen mittlerweile geradezu groteske Züge an. Bis heute kann man eine Erklärung des Menschenrechtsbeauftragten des Deutschen Bundestages, Markus Löning (FDP) auf der offiziellen Netzseite des Auswärtigen Amtes finden, in der er sich für die „sofortige Freilassung“ der „syrischen Bloggerin Amina Abdallah“ einsetzt. Wörtlich heißt es:

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