Eine gediegene Studie über die Rodney-King-Unruhen von 1992

Von C. F. Robinson, übersetzt von Lucifex. Das Original Solid Gold Study of the 1992 Rodney King Riot erschien am 28. April 2017 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Brenda Stevenson

The Contested Murder of Latasha Harlins: Justice, Gender, and the Origins of the LA Riots

Oxford: Oxford University Press, 2013

Die Rodney-King-Unruhen sind nun mehr als zwei Jahrzehnte her. Mit solch einer Distanz ist es möglich, die Unruhen zu untersuchen und zu sehen, was die langfristigen Auswirkungen wirklich waren. Der Konflikt begann am Nachmittag des 29. April 1992, nachdem die vier weißen Beamten des Los Angeles Police Department (LAPD), die beim Schlagen des schwarzen Autofahrers gefilmt worden waren, der den Krawallen den Namen gab, von einem Geschworenengericht in Simi Valley freigesprochen wurden. Jedoch waren die Rodney-King-Unruhen in Wirklichkeit der Höhepunkt von rassischen und sozialen Spannungen zwischen Schwarzen und Koreanern, die voll losgingen, als eine Koreanerin, Soon Ja Du, einem schwarzen Teenagermädchen, Latasha Harlins, wegen einer geringfügigen Tätlichkeit und des Verdachts auf Ladendiebstahl in den Hinterkopf schoß. Soon Ja Du erhielt von Richterin Joyce Karlin ein minimales Urteil ohne Gefängnis, nachdem Du in einem rassisch aufgeladenen Prozeß schuldig gesprochen worden war. Die Geschichtsprofessorin Brenda E. Stevenson von der University of California in Los Angeles untersucht in diesem exzellenten Buch die sich überschneidenden Leben der koreanischen Ladeninhaberin Soon Ja Du, der verstorbenen Latasha Harlins und der jüdischen Richterin Joyce Karlin.

Latasha Harlins und ihre Mörderin Soon Ja Du.

Wie man sich vorstellen kann, gibt es in einem Buch, dessen Untertitel Justice, Gender and the… lautet, schon etwas an Passivform, Euphemismen und politisch korrektem „Nichtbemerken“, aber nicht viel davon. Dieses Buch ist eine ernsthafte Studie über die Ursprünge des LA Riot.[1] Für staatsbürgerlich tugendhafte Alt Righters ist dieses Buch gediegenes Gold für das Verständnis des instabilen Gemeinwesens der Vereinigten Staaten nach den „Bürgerrechten“ und dem Hart-Celler-Einwanderungsgesetz von 1965, und was zu tun wäre, um solch eine Affäre in der Zukunft zu vermeiden oder um auf eine solche zu reagieren.

Latasha Harlins

Stevenson erzählt die Geschichte der Familie Harlins ab ihren Tagen als Ex-Sklaven und Farmpächter im Tiefen Süden gleich nach dem Bürgerkrieg. Sie erzählt diesbezüglich eine standardmäßige „der-Süden-ist-böse“-Geschichte und beschreibt dann den nächsten großen Sprung der Familie Harlins – von Mississippi und Alabama nach East Saint Louis im Jahr 1949. Der Ballungsraum von Saint Louis war unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ein Magnet für migrierende schwarze Farmpächter und Landarbeiter.[2] Nach dem Umzug nach East Saint Louis durchlief Ruth, die Familienmatriarchin der Harlins‘, eine Reihe von „romantischen“ Beziehungen als unverheiratete Teenagerin, und sie resultierten in zwei Töchtern, die für die Geschichte entscheidend sind: Crystal und Denise. Der Mythos, der behauptet, daß die schwarze Familie vor der Aufhebung der Rassentrennung in den 1960ern in gutem Zustand gewesen sei, trifft bei Ruth Harlins eindeutig nicht zu, die nie die Männer geheiratet zu haben scheint, die ihre Kinder in den 1950ern zeugten.

Das Verhalten der Familie Harlins kam direkt aus dem Ghetto, mit ungewisser Elternschaft und sehr vielen Leuten, die ein gewaltsames Ende fanden. Zwei von Ruths Brüdern wurden in einer Schießerei unter Schwarzen ermordet, und ihre Tochter Crystal wurde am Thanksgiving-Tag von 1985 von einer sexuellen Rivalin getötet. Crystal ist Latashas Mutter.

(mehr …)

Drogengeschäfte I: Die Sassoons und die Opiumkriege

Von Osimandia, ursprünglich erschienen auf „As der Schwerter“.

Der folgende Artikel ist hauptsächlich eine Übersetzung, deren englisches Original unter dem Titel The Sassoon Opium Wars am 1. Oktober 2007 auf dem Blog In Pursuit of Happiness erschienen ist. Ich habe die historischen Angaben und Namen, die darin erwähnt werden, bei Wikipedia überprüft und an einigen Stellen zum Abgleich auch aus Wikipedia zitiert. Diese Stellen sind als Einschub im Text kenntlich gemacht.

Der 99-jährige britische Pachtvertrag für Hongkong lief im Juli 1997 aus und ermöglichte den Rotchinesen die Übernahme. Hunderte von Zeitungs- und Fernsehberichten befassten sich mit diesem Ereignis, aber nicht ein einziger erwähnte, wie England ursprünglich die Kontrolle über Hongkong erlangt hatte.

Die Wahrheit liegt in der Familienlinie David Sassoons, der „Rothschilds des Fernen Osten” und ihrem Monopol auf den Opiumhandel verborgen. Großbritannien kam in den Besitz von Hongkong, indem es die Opiumkriege führte und den Sassoons das Exklusivrecht verlieh, eine gesamte Nation auf Drogen zu setzen.

David Sassoon wurde 1792 in Bagdad geboren. Sein Vater Saleh Sassoon war ein wohlhabender Banker und der Schatzmeister von Ahmet Pascha, dem Herrscher Bagdads. (Damit war er dessen „Hofjude” – eine höchst einflussreiche Stellung).

1829 wurde Ahmet Pascha wegen Korruption gestürzt und die Familie Sassoon floh nach Bombay in Indien. Bombay lag an der strategischen Handelsroute ins Innere Indiens und war das Tor zum Fernen Osten. Innerhalb kürzester Zeit verlieh die britische Regierung den Sassoons Monopolrechte für alle Textilwaren, Seide und – am bedeutsamsten von allem – Opium, damals die Droge mit dem höchsten Suchtpotential der Welt!

Die Jewish Encyclopedia von 1905 schreibt, dass Sassoon seinen Opiumhandel nach China und Japan ausweitete. Er postierte seine acht Söhne an den wichtigsten Opiumumschlagsplätzen in China.

Einschub: Wikipedia beschreibt David Sassoon als osmanisch-britisch-indischen Geschäftsmann und als Philanthropen, dessen Familie wegen „Unterdrückung der jüdischen Gemeinde” durch das Osmanische Reich aus Bagdad fliehen musste und nur wenig Vermögen mitnehmen konnte. In Bombay wurde er nach kleinen Anfängen als Teppichhändler innerhalb kürzester Zeit zu einem der reichsten Männer der Stadt.

Gemäß der Jewish Encyclopedia von 1944 „beschäftigte Sassoon in seinen Betrieben ausschließlich Juden, und wo immer er sie hinschickte, baute er Synagogen und Schulen für sie. Er importierte ganze Familien von Mitjuden … und gab ihnen Arbeit.“

(mehr …)

Das Eremitenkönigreich

nordkorea-parade

Von Matt Parrott, übersetzt von Kairos. Das Original The Hermit Kingdom erschien am 3. Dezember 2010 bei Counter-Currents Publishing.

Nordkorea ist vielleicht mehr als jede andere Nation auf der Welt komplett außerhalb des Radars unserer globalen kosmopolitischen Oberherren. Auf einer gewissen Ebene ist die Faszination für das Regime in rassisch denkenden Zirkeln verständlich, da das Regime in aufsässiger Weise ausländischen Einfluss ablehnt, die gemeinsame Identität feiert und (für uns am wichtigsten) ihr rassisches Erbe annimmt. Dies wird sicherlich von unserer Regierung und den Medien in zwielichtiger Weise präsentiert.

Aber Nordkorea ist echt zum Kotzen. Kim Jong Il ist kaum ein Faschist westlicher Tradition, seine Gewohnheiten und Hobbies erinnern eher an Mugabe als an Mussolini. Er ist ein schlechter Intendant seines Volkes und frönt der Art von materiellem Exzess, die selbst Groupies von Puff Daddy peinlich fänden. Zum Beispiel lässt er, wenn er Russland in seinem Privatzug bereist, Pause für per Luftpost gelieferte Hummergerichte machen.

Trotz all den Reden über die Zurückweisung der Moderne ist er ein eifriger Basketballfan, der entzückt über einen von Michael Jordan signierten Basketball war, den Madeleine Albright ihm bei einem Staatsbesuch mitbrachte. Er hat mehr amerikanische Mainstream-Filme gesehen als wir alle zusammen. Der Versuch seiner Familie, den traditionellen Glauben seines Landes durch einen bizarren „Personenkult“ zu ersetzen, ist so weit weg von jeder Tradition wie es nur geht.

Wie auch immer, so schrecklich Nordkorea ist, und wir reden hier von einer Menge Schrecklichkeit, es hat verstanden, seine ethnische Identität intakt zu halten. Es ist schwer zu sagen, wieviel davon tatsächlich der Ideologie zu verdanken ist (sein kultureller Geschmack macht mich skeptisch). Ich denke, es hat die gleiche Ursache wie das Verbleiben meiner Heimatstadt in ethnischer Homogenität: Armut.

Genauso wie Gott seine bevorzugten Frauen mit Hässlichkeit schlägt, um ihre Jungfräulichkeit zu bewahren, schlägt er seine bevorzugten Gemeinschaften mit Armut, um ihre rassische Reinheit zu bewahren. Wenn die Bewohner von Michigan Henry Ford mit Mistgabeln aus dem Staat gejagt und ihre Fabriken niedergebrannt hätten, dann wäre der Staat noch immer das sichere und zahlungsfähige Replikat des nordischen Heimatlands seiner ursprünglichen Siedler.

Südkorea, Japan, Taiwan und China geraten zunehmend unter Druck ihr „demographisches Problem“ zu lösen, die Überalterung zu bekämpfen, indem die Spinne der Drittweltimmigration geschluckt [Link aus dem Originaltext!!!] wird. Nordkorea kennt solchen Druck nicht. Selbst afrikanische Kriegsflüchtlinge würden lieber in einer Zeltstadt in tropischem Klima unter ihresgleichen verhungern als in Nordkorea.

(mehr …)

Das politisch inkorrekte Erdbeben: Sind wirklich alle Kulturen gleich?

PETIONVILLE, HAITI - APRIL 10: Actor Sean Penn carries belongings of a shelter camp resident as they are prepared to be relocated to a new camp April 10, 2010 in Petionville, Haiti. Residents of the Petionville Club camp are being relocated to a new camp at Corail Cesselesse due to risks of flooding and landslides at the current location. (Photo by Lee Celano/Getty Images)

Sean Penn spielt den Lastenkuli für faule Haitianer: PETIONVILLE, HAITI – APRIL 10: Actor Sean Penn carries belongings of a shelter camp resident as they are prepared to be relocated to a new camp April 10, 2010 in Petionville, Haiti. Residents of the Petionville Club camp are being relocated to a new camp at Corail Cesselesse due to risks of flooding and landslides at the current location. (Photo by Lee Celano/Getty Images)

Von William L. Houston, übersetzt von Deep Roots.

Das Original „The Politically Incorrect Earthquake (Are All Cultures Really Equal?)“ erschien am 24. März 2011 auf der Webseite Free Republic.

http://www.freerepublic.com/focus/f-news/2693710/posts

12. Januar 2010:

Ein Erdbeben der Stärke 7,0 schlägt annähernd 16 Meilen westlich von Port-au-Prince auf Haiti zu. Es tötet zwischen 92.000 und 220.000 Menschen, verletzt 300.000 und macht annähernd 1,5 bis 1,8 Millionen obdachlos.

Unter Führung der Vereinigten Staaten startet die internationale Gemeinschaft eine massive Rettungsoperation, um die Überlebenden zu retten, und schickt Helikopter in die Luft und Schiffe in See, um Hunderttausende Mahlzeiten und Wasserflaschen an die Opfer zu verteilen.

Die Regierungen der Welt, NGOs, multinationale Konzerne und Privatpersonen bringen Milliarden Dollars für die Haiti-Hilfe auf. Die Weltbank setzt Haitis Schuldenrückzahlungsplan für fünf Jahre aus. Freiwillige Ärzte und Chirurgen schwärmen in das geplagte Land.

Haiti ist ein Wohlfahrtsstaat, der von ausländischer Menschenfreundlichkeit über Wasser gehalten wird: drei Viertel seiner Wirtschaft bestehen aus Geldsendungen und internationaler Hilfe.

Gutmenschen versammelten sich bald am Katastrophenschauplatz – Sean Penn, Nicholas Kristof, eine „Menschenrechtsaktivistin“ und „Malcolm-X-Schülerin“ namens Amanda Kijera, die aus „Solidarität“ mit den Unterdrückten nach Haiti ging, um übertriebene westliche Stereotype über Gewalt gegen Frauen zu widerlegen, und nachdem sie das Unglück hatte, eine ganze Nacht lang auf einem Dach von einem ihrer haitianischen Gastgeber vergewaltigt zu werden, „dankbar für die Erfahrung“ nach Hause zurückkehrte.

Bono, Jay Z und Rihanna nahmen für die Haiti-Hilfe einen Hit mit dem Titel „Stranded“ auf. Lady Gaga, Leonardo DiCaprio und Madonna spendeten zusammengenommen weit über eine Million Dollars.

Ein Jahr später ist Haiti immer noch eine bodenlose Grube des Todes, der Armut und Verzweiflung. Dies trotz einer beispiellosen Überschüttung mit Wohltätigkeit durch die Welt. Sogar Gabun versprach eine Million Dollars für den Wiederaufbau.

Vor dem Erdbeben gab es in Haiti mehr ausländisches Hilfspersonal als in jeder anderen Nation der Erde. Nach dem Erdbeben konnten 12.000 in Haiti tätige NGOs nicht verhindern, daß eine Choleraepidemie tausende Leben forderte.

(mehr …)

Neue Forschungen über Individualismus und Kollektivismus

Von Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots.

Das Original Recent Research on Individualism/Collectivism erschien am 25. September 2010 im „Occidental Observer“

 

In kulturübergreifender Perspektive ist das Einzigartige an der europäischen Kultur die Tendenz zum Individualismus. Der Individualismus ist die Basis für die westliche Modernisierung – weshalb der Westen den Rest der Welt dominiert hat. Er ist eng mit einer Reihe von Wesenszügen verbunden, einschließlich demokratischer und republikanischer Regierungsformen, relativ hohem Status für Frauen, relativ niedrigem Ethnozentrismus, moralischem Universalismus und Wissenschaft.

Forschungen über Individualismus/Kollektivismus sind eine ziemlich große akademische Sparte geworden. Kürzliche Forschungen haben genetische Unterschiede zwischen individualistischen und kollektivistischen Gesellschaften herausgefunden und diese Dimension mit Wirtschaftswachstum und Innovation in Verbindung gebracht. Mehrere dieser Stränge kommen in einem Papier von Jurij Gorodnitschenko und Gérard Roland zusammen, „Culture, Institutions, and the Wealth of Nations, herausgebracht vom Center for Economic Policy Research (kurze Online-Version Does Culture Affect Long-run  Growth).

Die Langversion des Artikels hält fest, daß Individualismus/Kollektivismus die „Hauptdimension kultureller Variation“ ist.

Individualismus betont persönliche Freiheit und Leistung. Die individualistische Kultur vergibt daher gesellschaftlichen Status nach persönlichen Leistungen wie wichtige Entdeckungen, Innovationen oder große künstlerische Leistungen. Auf der anderen Seite kann Individualismus kollektives Handeln schwieriger machen, weil Individuen ihre eigenen Interessen verfolgen, ohne kollektive Interessen zu verinnerlichen.

Kollektivismus macht kollektives Handeln leichter in dem Sinne, daß Individuen Gruppeninteressen in größerem Maß verinnerlichen. Jedoch ermutigt er auch zu Konformität und hält Individuen davon ab, sich hervorzutun. Dieser Rahmen impliziert, daß Individualismus zu Innovationen ermutigt, wenn alles andere gleich ist, aber der Kollektivismus sollte einen Vorteil haben bei der Koordinierung von Produktionsprozessen und bei verschiedenen anderen Formen kollektiven Handelns.

Ihr Modell stützt sich auf die Idee, daß kollektivistische Kulturen besser darin sind, Güter zu produzieren, daß aber individualistische Kulturen besser darin sind, Innovationen zu schaffen, die für neue Produkte nötig sind. Individualistische Kulturen sollen daher besser darin sein, Wachstum zu produzieren, aber nicht so gut bei der effizienten Produktion von Gütern, wenn die Technologie einmal vorhanden ist. Zur Unterstützung führen sie mehrere anekdotische Beispiele an, wo technologische Innovationen, die ihren Ursprung in westlichen Gesellschaften hatten, zu Produkten führten, die in Japan effizienter produziert wurden. Als weiteres Beispiel führen sie an, daß General Motors nicht in der Lage war, die auf Konsens und Teamarbeit beruhende Toyota-Kultur in den Vereinigten Staaten einzuführen.

Dieses Bild unten zeigt oben links die weltweite Variation in Individualismus-Kollektivismus, von gelb (individualistisch) bis rot (kollektivistisch).

Individualism-Collectivism-1

Bild oben: Geographisches Zusammentreffen von Serotonintransporter-Gendiversität und kulturellen Wesenszügen von Indivdualismus-Kollektivismus zwischen den Ländern. Graue Bereiche zeigen geographische Regionen, für die keine veröffentlichten Daten verfügbar sind.

(a) Karte der Häufigkeitsverteilung von Individualismus-Kollektivismus.

(b) Karte der Häufigkeitsverteilung der S-Allele von 5-HTTLPR.

(c) Karte der globalen Häufigkeitsverteilung des Vorkommens von Ängstlichkeit

(d) Karte der globalen Häufigkeitsverteilung des Vorkommens von Gemütskrankheiten.

Die Farbskala von gelb nach rot zeigt niedriges bis hohes Vorkommen an.

Aus Chiao und Blizinsky (2009).

Fällt Ihnen etwas auf? Individualismus ist ganz klar ein europäisches Phänomen.

Gorodnitschenko und Roland messen im wesentlichen genetisches Europäertum, indem sie Cavalli-Sforzas (1994) Daten über auf Blutgruppen basierende genetische Distanz verwenden, korrigiert nach dem Prozentsatz einer ethnischen Gruppe in dem Land. Obwohl die Autoren die genetischen Daten als bloße Stellvertreter für die kulturellen Unterschiede sehen, wie man nicht dazuzusagen braucht, sind sie auch Stellvertreter für zugrunde liegende genetische Unterschiede zwischen diesen Kulturregionen, die weit über die Gene für Blutgruppen hinausgehen. Nach ihren Messungen sind die Vereinigten Staaten das individualistischste Land der Welt, sodaß die Länder umso individualistischer sind, je näher sie den Vereinigten Staaten genetisch sind. Dies ist eine starke Korrelation: „Die starke negative Korrelation zwischen genetischer Distanz (berechnet relativ zu den USA, die eine sehr individualistische Kultur hat) und Individualismus legt nahe, daß genetische Distanz ein starkes Instrument sein könnte.

Der Artikel zapft auch kürzliche Forschungsergebnisse an, die auf eine genetische Basis für Individualismus/Kollektivismus hindeuten. Kollektivistische Kulturen werden mit zwei genetischen Markern in Verbindung gebracht, von denen beide die Menschen mehr zu Stress in Abwesenheit der Art von sozialer Unterstützung neigen läßt, wie man sie in kollektivistischen Kulturen findet. Chiao und Blizinsky (2009) fanden in 30 Ländern eine starke Korrelation zwischen Kollektivismus und dem Vorkommen eines kurzen (S-) Allels im Polymorphismus 5-HTTLPR des Serotonintransportergens SLC6A4. Von diesem Allel ist bekannt, daß es das Depressionsrisiko von Individuen erhöht, wenn sie Stressfaktoren im Leben ausgesetzt sind. Die Idee ist, daß kollektivistische Kulturen Individuen vor diesen Risiken schützen, indem sie sie stärker in Gemeinschaften mit starken sozialen Verbindungen einbetten und so starke psychologische Unterstützungsnetzwerke bieten. Daher ist das Gen adaptiver in kollektivistischen Kulturen und wird wahrscheinlich in individualistischen Kulturen ausselektiert.

Hier ist eine weitere Grafik von Chiao and Blizinsky (2009), die wiederum die Reihenfolge von Kulturen hinsichtlich Individualismus-Kollektivismus zeigt, aber auch die Korrelation mit dem Prozentsatz des 5-HTTLPR-Allels.

Individualism-Collectivism-2

Eine weitere (kompatible) Erklärung ist, daß Menschen mit der kurzen Form des Allels sensibler gegenüber gesellschaftlicher Mißbilligung sind, wie in einem neuen Papier von Thomason et al zu finden ist. Menschen mit der kurzen Form des Allels reagierten stärker auf finstere Gesichter – kein guter Wesenszug, wenn man nichtkonformistische Positionen einnimmt. Es ist ein Gen, auf das diejenigen von uns, die öffentlicher Schmähung wegen politisch inkorrekter Ansichten ausgesetzt sind, sehr verzichten können.

(mehr …)

Paul Singer und die Universalität des „Antisemitismus“

Paul Singer, Gründer und Präsident von Elliott Management Corp.

Paul Singer, Gründer und Präsident von Elliott Management Corp.

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Paul Singer and the Universality of „Anti-Semitism“ erschien am 1. August 2015 im „Occidental Observer“. (Anm. d. Ü.: Das Titelbild war im Originalartikel vorhanden, ist aber jetzt, wo dieser von der Startseite gerutscht ist, nicht mehr drin. Von den 17 Permalinks im Originaltext habe ich nur zwei übernommen, da es zu mühsam gewesen wäre, mir die anderen alle zu holen.)

 

Eine der grundlegendsten Positionen für Weißenfürsprecher, die sich mit dem jüdischen Einfluß befassen, muß die Überzeugung sein, daß Feindseligkeit gegen Juden am jüdischen Verhalten liegt anstatt allein an der kulturellen Pathologie oder psychologischen Tendenzen von Nichtjuden. Ein bedeutendes Testgebiet für diese Position ist die Notwendigkeit, daß es antijüdische Einstellungen unter geographisch, rassisch und kulturell verschiedenen Völkern gibt, und daß die Gründe hinter dieser Feindseligkeit ziemlich einheitlich sind. In Separation and Its Discontents argumentierte Kevin MacDonald, daß eine soziale Identitätstheorie des Antisemitismus sehr mit der Annahme kompatibel ist, daß Antisemitismus eine sehr häufige Eigenschaft menschlicher Gesellschaften im Allgemeinen sein wird. Die Gründe für diese weite Verbreitung liegen im jüdischen kulturellen Separatismus, der zur Wahrnehmung der jüdischen Gruppe als etwas Fremdes führt; in Ressourcen- und Fortpflanzungskonkurrenz zwischen Gruppen und schließlich in der Tatsache, daß die Juden aus kulturellen und genetischen Gründen sehr geschickt in der Ressourcenkonkurrenz gegen Nichtjuden sind. Zusätzlich sind Juden geschickt darin, die Kultur zu beeinflussen und intellektuelle und politische Bewegungen zu schaffen und zu beeinflussen, die oft gegen die Interessen der Wirtsbevölkerung laufen. Wo immer diese Verhaltensweisen und Umstände vorhanden sind, tragen sie zur Erweckung von Feindseligkeit bei einer Wirtspopulation bei.

Trotz überwältigender Beweise zur Unterstützung unserer Position behauptet die große Mehrheit der jüdischen Historiographie und der jüdischen Apologeten weiterhin etwas ganz anderes. Unsere Gegner haben erfolgreich die Sichtweise verbreitet, daß Antisemitismus ein eigentümliches westliches Phänomen sei, das mehr oder weniger in einem Cocktail aus böser christlicher Theologie, den unausgesprochenen Frustrationen der kapitalistischen Gesellschaft, der despotischen Natur der westlichen Familie und sogar unterdrückter sexueller Gelüste wurzelt. Ein entscheidender Aspekt bei der Aufrechterhaltung dieses Narrativs ist die Herunterspielung des nichtwestlichen (hauptsächlich moslemischen) Antisemitismus gewesen, oder der Versuch, ihm ein anderes Gesicht zu geben. Wie jedoch MacDonald angemerkt hat, „ist das Bemerkenswerte am Antisemitismus, daß es eine überwältigende Ähnlichkeit der Beschwerden gibt, die über Juden an verschiedenen Orten und über sehr lange historische Zeiträume erhoben wurden.“ [1] Unter den universalen Themen, die von MacDonald hervorgehoben wurden, liegt das Thema der Ressourcenkonkurrenz und wirtschaftlichen Vorherrschaft vielleicht an vorderster Stelle.

Ich wurde kürzlich dazu veranlaßt, über die Universalität dieses Themas nachzudenken, als ich Medienberichte über koreanische und argentinische Reaktionen auf die Aktivitäten von Paul Singer und seiner aus demselben Volk stammenden Teilhaber an Elliot Associates untersuchte, eines Arms von Singers Hegdefonds Elliot Management. Die koreanische Geschichte hat ihre Ursprünge in den Bemühungen von Samsungs Dachgesellschaft Cheil Industries, SamSung C&T zu kaufen, den Technik- und Konstruktionszweig der breiteten Samsung-Unternehmensfamilie. Die Aktion kann als Teil einer Bemühung gesehen werden, die Kontrolle über das Konglomerat durch die Gründerfamilie Lee und ihres anscheinenden Erben Lee Jae-Jong zu stärken. Schwierigkeiten entstanden, als Singers Firma, die einen 7,12%igen Anteil an SamSung C&T besitzt und selbst versucht, ihren Einfluß und ihre Kontrolle in fernöstlichen Technikfirmen auszudehnen, Einsprüche gegen diesen Schritt erhob. Die Geschichte ist ziemlich typisch für jüdische Schwierigkeiten beim Eindringen in die Geschäftskulturen im Fernen Osten, wo undurchdringliche Familienmonopole, die in Korea chaebols genannt werden, häufig sind. Diese neue Geschichte erinnerte mich sehr stark an die Bemühungen des jüdischen Finanziers Daniel Loeb im letzten Jahr, einen Vorstandssitz bei Sony zu erhalten. Loeb erhielt wiederholt eine Abfuhr vom leitenden Geschäftsführer Kuzuo Hirai und verkaufte schließlich aus Frustration seinen Anteil an der Sony Corporation.

Das vorwiegend in jüdischem Besitz befindliche und von Juden betriebene Elliot Associates hat eine Menge Eigeninteresse daran, die Lee-Familie an der Konsolidierung ihrer Kontrolle über das Samsung-Konglomerat zu hindern. Als rassische Außenseiter war Singers Firma in ihren 52tägigen Versuch der Verhinderung dieser Fusion zu mehreren taktischen Maßnahmen gezwungen. Zuerst kamen Prozesse. Als diese scheiterten, posierten Singer und seine Partner als Verteidiger koreanischer Interessen, gründeten eine koreanischsprachige Webseite und behaupteten, daß ihre Position in Wirklichkeit nur zur Hilfe für einheimische koreanische Aktionäre gedacht sei. Diese Variante des vertrauten Themas der jüdischen Krypsis war ziemlich erfolglos. Die Familie Lee ging sofort in die Offensive und scheute sich anders als viele Westler nicht, die Aufmerksamkeit auf die jüdische Natur von Singers Einmischung und auf die schäbige und sehr parasitäre Natur der anderen Unternehmungen seines Fonds zu lenken.

„Wegen Elliot Associates erlitt der Kongo noch mehr Elend.“

„Wegen Elliot Associates erlitt der Kongo noch mehr Elend.“

Die Lee-Offensive begann mit einer Reihe von Karikaturen, die auf Samsungs Webseite gepostet wurden. Die meisten griffen die Art auf, wie Elliot Associates sein bemerkenswertes Wachstum genossen hatte, indem es sich auf den Kauf der Staatsschulden von in Schwierigkeiten geratenen Ländern um einen Bruchteil ihres Wertes konzentrierte, bevor es rücksichtslose rechtliche Maßnahmen einsetzte, um jene Länder auf Werte zu verklagen, die die ursprünglichen Schulden weit überstiegen. Auf ihrer grundlegendsten Ebene ist diese Praxis in Wirklichkeit einfach dieselbe wie die jüdische Beteiligung an der mittelalterlichen Steuerpächterei. Über die ältere Praxis schreibt Salo Baron in Economic History of the Jews, daß jüdische Spekulanten einen Pauschalbetrag an die Schatzkammer zu zahlen pflegten, bevor sie sich gnadenlos gegen das Landvolk wandte, um „beträchtliche Überschüsse zu erhalten… falls nötig mit rücksichtslosen Methoden.“ [2] Die Aktivitäten von Elliot Associates sind in Wirklichkeit dieselbe Spekulation mit Schulden, nur daß hier der Handel mit Wucher in globalem Maßstab praktiziert wird, wobei die feudalen Kleinbauern von einst durch ganze Nationen ersetzt werden. Die obige Karikatur bezieht sich auf die spezifischen Aktivitäten von Elliot Associates im Kongo, wo es ursprünglich 32,6 Millionen Dollar an Staatsschulden dieses Landes zum Tiefstpreis von unter 20 Millionen Dollar kaufte. In den Jahren 2002 und 2003 zwang ein (taktisch gewähltes) britisches Gericht die kongolesische Regierung, sich mit geschätzten 90 Millionen Dollar abzufinden, worin die überaus wichtigen Zinsen und Gebühren enthalten waren. Elliot Associates wurde schnell als der exemplarische „Geierfonds“ bekannt.

(mehr …)

Tsushima, 27. Mai 1905: Die Katastrophe in der Koreastraße

Tsushima 1905 japanisch-russisch

Von Deep Roots, zusammengestellt im wesentlichen auf Basis folgender Quellen: „Seeschlachten des 20. Jahrhunderts“ von George Bruce (1976, ISBN 3 7979 1872 0), „Jane’s Kriegsschiffe des 20. Jahrhunderts“ von Bernard Ireland (1997, ISBN 3-86047-592-4) und einem Artikel in der Zeitschrift „Militär & Geschichte“ Ausgabe Februar/März 2012. Auf „Morgenwacht“ nachveröffentlicht anlässlich des 111. Jahrestages der denkwürdigen russisch-japanischen Seeschlacht von Tsushima.

*  *  *

Im Morgengrauen des 27. Mai 1905 dampfte die russische Ostseeflotte durch schwere See langsam in den Eingang der Tsushima-Straße zwischen Korea und Japan. Acht Monate zuvor hatte sie Kronstadt zu ihrer 18.000 Seemeilen langen Fahrt um die Welt verlassen, die die Zerstörung der japanischen Seemacht im Fernen Osten zum Ziel hatte. Jetzt aber, wo sie ihrem Ziel in den Heimatgewässern des Feindes nahe war, hoffte nahezu jeder ihrer Offiziere einschließlich des Oberbefehlshabers Admiral Roschdestwenskij, daß die Flotte einer Schlacht ausweichen und von den Japanern unentdeckt durch das Japanische Meer nach Wladiwostok laufen könne.

Der Russisch-Japanische Krieg hatte seinen Ursprung im Zusammenprall der beiden rivalisierenden Mächte im Jahre 1903 in der Mandschurei, in China und Korea. Im Februar 1904 brach Japan die diplomatischen Beziehungen ab und griff ohne formelle Kriegserklärung die russische Flotte in Port Arthur an. Danach landeten japanische Truppen auf der Halbinsel Liautung, besiegten die dort stehende russische Armee und hatten im Mai Dairen besetzt.

Der daraus resultierende Krieg war für die russische Marine ein Desaster. Der Befehlshaber der russischen Pazifikflotte, Admiral Makarow, starb im April, als er seine Schiffe gegen die Japaner führte und sein Flaggschiff, die Petropawlowsk, auf eine Mine lief. Sein Tod wog vermutlich schwerer als der Verlust des Schlachtschiffes. Das Kommando übernahm Admiral Witthöft (Vitjeft), der vier Monate später einen weiteren Ausfall anführte, nachdem Admiral Togo den Russen in ständigen Flottenzusammenstößen im Gelben Meer und im Japanischen Meer Verlust auf Verlust zugefügt hatte. In der zweitägigen Schlacht im Gelben Meer wurden fünf russische Schlachtschiffe zerstört und das Wladiwostok-Geschwader nach Port Arthur zurückgetrieben. Dabei wurde Admiral Witthöft am 10. August getötet, als eine japanische Schlachtschiffgranate den Turm seines Flaggschiffs Zarewitsch traf. Dieses lief langsam ab und wurde in China interniert. Der Rest der Flotte wich in den Hafen zurück; alle Schiffe wurden später an ihren Liegeplätzen von den Haubitzen des japanischen Heeres versenkt. Nach schweren Kämpfen ergab sich am 2. Januar 1905 die Besatzung von Port Arthur. Nur zwei Monate später fiel die wichtige Stadt Mukden mit einem Verlust von 30.000 toten und 90.000 verwundeten Russen, weitere 40.000 Russen gerieten in Gefangenschaft.

Internationale Verträge hinderten die Russen daran, Schlachtschiffe ihrer Schwarzmeerflotte durch die Dardanellen zu schicken, sodaß nur noch die Ostseeflotte große Schiffseinheiten abstellen konnte, um im Fernen Osten einzugreifen. Vier der fünf Schlachtschiffe der Borodino-Klasse wurden auf die Reise rund um die Welt vorbereitet. Die Ostseeflotte, die in Frankreich gebaute moderne Ossljabja und drei veraltete Schlachtschiffe wurden durch eine bunte Kollektion von Kreuzern und alten Panzerschiffen unterstützt.

Admiral Sinov Roschdestwenskij (links) und Admiral Heihachiro Togo

Admiral Sinov Roschdestwenskij (links) und Admiral Heihachiro Togo

Admiral Roschdestwenskij, ein Günstling des Zaren, wurde als Oberbefehlshaber für diesen Einsatz ausgewählt, obwohl er noch nie eine Flotte im Gefecht befehligt hatte. Die besten Seeleute Rußlands waren bereits mit ihren Schiffen im Kampf gegen Japan untergegangen oder schmachteten in den feindlichen Kriegsgefangenenlagern. Der größte Teil der Bemannung des sogenannten 2. Pazifischen Geschwaders bestand aus gerade eingezogenen Rekruten, die von ihren ersten Erfahrungen des Lebens auf einem Kriegsschiff verwirrt waren, aus Reservisten, die seit Jahren nicht mehr zur See gefahren waren, und aus Revolutionären, die die örtlichen Behörden loswerden wollten. Letztere machten sich alsbald daran, an Bord der Schiffe des Geschwaders einen aufrührerischen Geist zu schaffen.

Schon bald nach der Abreise Ende September 1904 hielten Roschdestwenskij und seine Offiziere, die den Japanern offenbar zugetraut hatten, ihnen um die Welt herum entgegenzufahren, in der Nacht zum 21. Oktober die in der Nordsee fischende englische Trawlerflotte aus Hull für eine Flottille japanischer Zerstörer. Die ganze Flotte eröffnete in einer wilden Schießorgie das Feuer auf die Fischdampfer, von denen sie einen versenkte und drei weitere beschädigte. Zwei Fischer wurden getötet, mehrere andere verletzt. Nachdem sie ihren furchtbaren Irrtum erkannt hatten, unterließen es die Russen, zu stoppen und Hilfe zu leisten.

England, dessen Sympathien ohnehin bei seinem Verbündeten Japan lagen, sah den Vorfall als empörende Gewalttätigkeit an und drohte, da keine befriedigende politische Entschuldigung einging, mit einem Gegenschlag der Flotte. Die vereinigten Heimat- und Mittelmeerflotten spielten mit den Russen bei deren Weiterfahrt in Richtung Spanien Katz und Maus. Schließlich blieben vier russische Offiziere in Vigo zurück, um vor einem internationalen Gerichtshof in Hull zu erscheinen, und der Vorfall wurde beigelegt. [Wodurch in Großbritannien schon zuvor eine Grundlage für eine antirussische Stimmung geschaffen wurde, wird in Andrew Joyces Artikelserie Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage, Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten und Mythen und die russischen Pogrome, Teil 3 – Die jüdische Rolle erhellt, und wie es kam, daß die dafür verantwortlichen Leute in Großbritannien so einflußreich werden konnten, erläutert Willam Joyce in Historischer Hintergrund zum Zweiten Weltkrieg.] Er erschwerte indessen die Fahrt der Flotte um die Welt noch mehr, da sich viele neutrale Staaten weigerten, Hafenrechte für die immer wieder notwendige Bekohlung zu gewähren, und daß die Russen sich deshalb genötigt sahen, bei jeder der verbliebenen Gelegenheiten so viel Kohle zu bunkern wie gerade noch möglich, hatte in der Schlacht eine weitere fatale Konsequenz, wie wir noch sehen werden.

Roschdestwenskij verbrachte die langen Tage der Fahrt in seinem Lehnstuhl auf der Brücke seines Flaggschiffs Suvorov. Er achtete darauf, daß die Schiffe in Kiellinie blieben und genaue Abstände hielten. Die Zustände in den Maschinenräumen, den Geschütztürmen und den Zwischendecks kümmerten ihn wenig. Lief jedoch ein Schiff aus der Linie, verlor dieser hochgewachsene, ernste und imponierende Admiral jegliche Beherrschung. Der Seemann Novikov-Priboj, ein ausgebildeter Mannschaftsdienstgrad an Bord des Flaggschiffs, schrieb später:

„Er sprang wütend brüllend aus seinem Lehnstuhl. Manchmal warf er seine Mütze auf die Planken, woraufhin einer seiner Offiziere sie aufhob und ehrerbietig wie eine Reliquie in den Händen hielt. Wachoffiziere, Stab, Ausgucksgasten, Ordonnanzen und Matrosen betrachteten den Admiral voller Furcht. Nach einer gegen den Übeltäter gerichteten Salve von Flüchen pflegte der Befehl zu kommen: ‚Signalisieren Sie dem Idioten einen Verweis!’ oder ‚Signalisieren Sie diesem Irren, daß er nicht weiter so hinter uns herhinkt!’“

Innerhalb einer Minute flatterte dann das Signal, das der gesamten Flotte zeigte, daß ein bestimmtes Schiff einen Schnitzer gemacht hatte, und der Admiral beruhigte sich allmählich. Konteradmiräle und Kapitäne vermieden es sorgfältig, die Suvorov zu besuchen, es sei denn, der Dienst zwang sie dazu. Sie wußten, daß Roschdestwenskijs Benehmen und Laune nicht vorherzusagen waren und daß ein unvermeidbares Zusammentreffen ihnen vor allen Untergebenen eine Schimpfkanonade einbringen konnte. Für seine Offiziere gebrauchte er öffentlich teils lustige, teils beleidigende Spitznamen, die er selbst prägte. So nannte er Konteradmiral Felkersam, einen recht stattlichen Herrn, den „Dünger-Sack“, und Kapitän Ber, Befehlshaber der Ossljabja und ein bekannter Frauenheld, das „lüsterne Aas.“

Neben diesen Verletzungen der Marineetikette hielt Roschdestwenskij seine Unterbefehlshaber über seine Pläne zur Vernichtung des Gegners (wenn er solche überhaupt hatte) völlig im Unklaren. Er versammelte seine Offiziere weder zum Kriegsrat noch sprach er mit ihnen über ihre Sorgen und Schwierigkeiten und begab sich nur an Bord anderer Schiffe, um Verweise zu erteilen.

(mehr …)

Vier Szenarien für den kommenden Kollaps des amerikanischen Imperiums

CH-53 im Tiefflug über der Wüste von Termez nach Kunduz.

Der Abgang der Vereinigten Staaten als die globale Supermacht könnte weit schneller kommen, als sich irgend jemand vorstellt.

 

Von Alfred W. McCoy, übersetzt von Deep Roots.

Das Original „4 Scenarios for the Coming Collapse of the American Empire“ erschien am 5. Dezember 2010 bei AlterNet:

http://www.alternet.org/world/149080/4_scenarios_for_the_coming_collapse_of_the_american_empire/?page=entire

 

Eine weiche Landung für Amerika in 40 Jahren? Wetten Sie nicht darauf. Der Abgang der Vereinigten Staaten als die globale Supermacht könnte weit schneller kommen, als sich irgend jemand vorstellt. Wenn Washington von 2040 oder 2050 als das Ende des amerikanischen Jahrhunderts träumt, so legt eine realistischere Bewertung heimischer und auswärtiger Trends nahe, daß 2025, in nur 15 Jahren, alles vorbei sein könnte, abgesehen vom Geschrei.

Trotz der Aura der Allmacht, die die meisten Imperien projizieren, sollte uns ein Blick auf ihre Geschichte daran erinnern, daß sie zerbrechliche Organismen sind. So empfindlich ist ihre Ökologie der Macht, daß Imperien, wenn die Dinge wirklich schlecht zu werden beginnen, sich regelmäßig mit unheiliger Geschwindigkeit aufdröseln: nur ein Jahr für Portugal, zwei Jahre für die Sowjetunion, acht Jahre für Frankreich, elf Jahre für die Osmanen, siebzehn Jahre für Großbritannien, und aller Wahrscheinlichkeit nach 22 Jahre für die Vereinigten Staaten, gerechnet ab dem entscheidenden Jahr 2003.

Zukünftige Historiker werden wahrscheinlich die überstürzte Irak-Invasion der Bush-Regierung in diesem Jahr als den Anfang von Amerikas Fall identifizieren. Jedoch statt des Blutvergießens, welches das Ende so vieler vergangener Imperien markierte, könnte dieser imperiale Zusammenbruch des 21. Jahrhunderts relativ ruhig durch die unsichtbaren Ranken eines Wirtschaftskollaps oder Cyberkriegs erfolgen.

Aber zweifeln Sie nicht: wenn Washingtons globale Herrschaft schließlich endet, wird es schmerzliche tägliche Erinnerungen daran geben, was solch ein Machtverlust für die Amerikaner jeder Gesellschaftsschicht bedeutet. Wie ein halbes Dutzend europäischer Nationen entdeckt hat, neigt imperialer Niedergang dazu, eine bemerkenswert demoralisierende Wirkung auf die Gesellschaft zu haben und bringt regelmäßig mindestens eine Generation wirtschaftlicher Entbehrungen mit sich. Während sich die Wirtschaft abkühlt, steigen die politischen Temperaturen und entzünden oft schwere innere Unruhen.

Verfügbare Wirtschafts-, Bildungs- und Militärdaten deuten darauf hin, daß negative Trends hinsichtlich globaler US-Macht sich bis 2020 schnell anhäufen und wahrscheinlich nicht später als 2030 eine kritische Masse erreichen werden. Das amerikanische Jahrhundert, das am Beginn des Zweiten Weltkriegs so triumphierend ausgerufen worden war, wird bis 2025, in seinem achten Jahrzehnt, ramponiert sein und verblassen, und könnte bis 2030 Geschichte sein.

Signifikanterweise hat der U.S. National Intelligence Council 2008 erstmals zugegeben, daß Amerikas globale Macht in der Tat im Sinkflug war. In einem seiner periodischen futuristischen Berichte, Global Trends 2025, zitierte der Council „den Transfer globalen Reichtums und wirtschaftlicher Macht, der jetzt im Gange ist, grob von West nach Ost“ und „ohne Beispiel in der modernen Geschichte“, als den Hauptfaktor im Niedergang der „relativen Stärke der Vereinigten Staaten – sogar im militärischen Bereich.“ Wie viele in Washington gingen die Analysten des Councils jedoch von einer sehr langen, sehr weichen Landung für die amerikanische globale Vorrangstellung aus und hegten die Hoffnung, daß die Vereinigten Staaten in den kommenden Jahrzehnten lange „einzigartige militärische Fähigkeiten … zur globalen militärischen Machtprojektion behalten“ würde.

Solches Glück wird’s nicht geben. Nach den gegenwärtigen Projektionen werden die Vereinigten Staaten sich vom wirtschaftlichen Ausstoß her um 2026 an zweiter Stelle hinter China wiederfinden (das bereits die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist) und bis 2050 hinter Indien. In ähnlicher Weise befindet sich die chinesische Innovation auf dem Weg dazu, irgendwann zwischen 2020 und 2030 die Weltführung in angewandter Wissenschaft und Militärtechnologie zu erreichen, gerade zu der Zeit, in der Amerikas gegenwärtiger Bestand an brillanten Wissenschaftlern und Ingenieuren in Pension geht, ohne entsprechenden Ersatz durch eine schlecht ausgebildete jüngere Generation.

(mehr …)

Die gelbe Gefahr

yellowperil

Von Jack London, übersetzt von Deep Roots.

Das Original The Yellow Peril erschien am 12. Januar 2011bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

 

Kein deutlicherer Kontrast tritt in Erscheinung, wenn man aus unserem westlichen Land zu den Papierhäusern und Kirschblüten Japans kommt, als wenn man von Korea nach China wechselt. Um zu einer korrekten Beurteilung des Chinesen zu kommen, sollte der Reisende sich zuerst mehrere Monate lang unter den Koreanern aufhalten und dann eines schönen Tages den Yalu in die Mandschurei hinüber überqueren. Es wäre von außergewöhnlichem Vorteil für die Korrektheit der Beurteilung, würde er den Yalu auf den Fersen einer feindlichen und fremden Armee überqueren.

Der Krieg ist bis heute der finale Schiedsrichter in den Angelegenheiten der Menschen, und er ist bislang der finale Test des Wertes von Völkern. In dieser Art geprüft, fällt der Koreaner durch. Ihm fehlt der Nerv zum Bleiben, wenn eine fremde Armee sein Land durchquert. Die wenigen Güter und Habseligkeiten, die er ansammeln können haben mag, nimmt er auf seinen Rücken, zusammen mit seinen Türen und Fenstern, und fort strebt er zu seinen Bergfestungen. Später mag er zurückkehren, ohne Güter, Habseligkeiten, Türen und Fenster, getrieben von unersättlicher Neugier nach „Nachschauen gehen“. Aber es ist bloß Neugier – eine ängstliche, hirschartige Neugier. Er ist bereit, beim kleinsten Anzeichen von Gefahr oder Schwierigkeiten auf seinen langen Beinen davonzuhüpfen.

Nordkorea war ein verödetes Land, als die Japaner durchzogen. Dörfer und Kleinstädte waren verlassen. Die Felder lagen unberührt da. Es gab kein Pflügen oder Säen, nichts Grünes wuchs. Wenig oder nichts konnte gekauft werden. Man trug seine eigenen Nahrungsmittel bei sich, und Nahrung für Pferde und Diener war das bange Problem, das am Ende des Tages wartete. In manch einem einsamen Dorf konnte keine Unze und kein Grain von irgendetwas gekauft werden, und doch konnte eine Menge weißgewandeter, unerschütterlicher Koreaner herumstehen, meterlange Pfeifen rauchen und schwätzen, schwätzen – unaufhörlich schwätzen. Liebe, Geld oder Zwang konnten bei ihnen kein Hufeisen auftreiben oder einen Hufeisennagel.

„Upso“, war ihre ständige Antwort. „Upso“, das verfluchte Wort, das bedeutet: „Hab’ ich nicht.“

Sie waren an diesem Tag wahrscheinlich vierzig Meilen von ihren Verstecken heruntergestreunt, nur für ein „nachschauen gehen“, und vierzig Meilen würden sie fröhlich zurückmarschieren und die ganze Zeit über das schwatzen, was sie gesehen hatten. Man schüttle einen Stock gegen sie, wie sie schwätzend um das Lagerfeuer herumstehen, und die Düsternis der Landschaft wird erfüllt sein von großen, flitzenden Geistern, hüpfend wie Hirsche, mit großen, federnden Schritten, um die man sie nur beneiden kann. Sie haben eine prächtige Konstitution und schöne Körper, aber sie sind daran gewöhnt, ohne Protest oder Widerstand von jedem zufälligen Fremden geschlagen oder beraubt zu werden, der in ihr Land kommt.

Aus diesem kraftlosen, aufgegebenen koreanischen Land ritt ich zu den sandigen Inseln des Yalu hinunter. Seit Wochen waren diese Inseln das gefürchtete Niemandsland zwischen zwei kämpfenden Armeen gewesen. Die Luft hoch oben war von kreischenden Projektilen zerrissen worden. Die Echos der letzten Schlacht waren kaum erstorben. Die Züge mit verwundeten und toten Japanern krochen vorbei.

Auf dem kegelförmigen Hügel eine Viertelmeile entfernt wurden die russischen Toten gerade in ihren Gräben und in den von den Japanern verursachten Granattrichtern begraben. Und hier, inmitten von all dem, pflügte ein Mann. Grünzeug wuchs – junge Zwiebeln – und der Mann, der zwischen ihnen jätete, hielt lange genug in seiner Arbeit inne, um mir eine Handvoll davon zu verkaufen. In der Nähe lag die rauchgeschwärzte Ruine des Bauernhauses, niedergebrannt von den Russen, als sie sich vom Flußbett zurückzogen. Zwei Männer entfernten den Schutt, räumten das Durcheinander auf und bereiteten den Wiederaufbau vor. Sie waren in Blau gekleidet. Zöpfe hingen ihnen über die Rücken. Ich war in China.

Ich ritt ans Ufer, in das Dorf Kuel-ian-Ching. Dort gab es keine faulenzenden Männer, die lange Pfeifen rauchten und schwätzten. Am Tag zuvor waren die Russen hier gewesen, eine blutige Schlacht war ausgetragen worden, und heute waren die Japaner hier – aber was gab es da drüber zu reden? Jeder war beschäftigt. Männer boten auf der Straße Eier und Hühner und Obst zum Verkauf, und Brot, so wahr ich lebe, Brot in kleinen runden Laiben oder Wecken. Ich ritt weiter ins Land. Überall war eine schuftende Bevölkerung erkennbar. Die Häuser und Mauern waren stark und fest. Stein und Ziegel ersetzte die Lehmwände der koreanischen Behausungen. Zwielicht sank herab und wurde tiefer, und immer noch zogen die Pflüge die Felder auf und ab, mit den Säern hinterher. Kolonnen schwerbeladener Schubkarren quietschten vorbei, und Pekingkarren, gezogen von vier bis sechs Kühen, Pferden, Maultieren, Ponies oder Eseln – bei den Kühen torkelten sogar ihre neugeborenen Kälber auf schwächlichen Beinen außerhalb der Zugriemen neben ihnen her. Jeder arbeitete. Alles arbeitete. Ich sah einen Mann die Straße reparieren. Ich war in China.

Ich kam in die Stadt Antung und quartierte mich bei einem Kaufmann ein. Er war ein Getreidehändler. Weizen hatte er, Hunderte von Bushels, gelagert in großen Eimern aus robustem Mattengeflecht; Erbsen und Bohnen in Säcken, und im Hinterhof drehten sich seine Mühlsteine und mahlten Mehl. Ebenfalls in seinem Hinterhof gab es Gebäude, die große in den Boden eingelassene Bottiche enthielten, und hier waren die Gerber an der Arbeit und stellten Leder her. Ich kaufte meinem Gastgeber ein Maß Korn für meine Pferde ab, und er berechnete mir dreißig Cents zuviel. Ich war in China. Antung war gesteckt voll mit japanischen Truppen. Es steckte mitten im Kriegsgetümmel. Aber es war egal. Die Arbeit ging in Antung gleich weiter. Die Geschäfte waren weit offen, die Straßen waren von fliegenden Händlern gesäumt. Man konnte alles kaufen, sich alles machen lassen. Ich speiste in einem chinesischen Restaurant, reinigte mich in einem öffentlichen Bad in einer privaten Wanne, wobei mir ein kleiner Junge beim Abschrubben half. Ich kaufte Kondensmilch, Butter, Dosengemüse, Brot und Kuchen. Ich wiederhole, Kuchen – guten Kuchen. Ich kaufte Messer, Gabeln und Löffel, Steinzeugteller und -krüge. Es gab Hufeisen und Hufschmiede. Ein Eisenarbeiter setzte einen neuen Entwurf für meine Zeltstangen um. Meine Schuhe wurden in Reparatur gegeben. Ein Barbier shamponierte mir das Haar. Ein Diener kehrte zurück mit Corned beef in Dosen, einer Flasche Portwein, einer weiteren mit Cognac, und Bier, gesegnetem Bier, um den Staub einer Armee aus meiner Kehle zu spülen. Es war das Land Kanaan. Ich war in China.

(mehr …)

Was wir unseren Parasiten schulden

Revilo Pendleton Oliver, 1908 – 1994

Revilo Pendleton Oliver, 1908 – 1994

Von Professor Revilo Pendleton Oliver, übersetzt von Deep Roots.

Rede vom Juni 1968, Original: What We Owe Our Parasites

(Free Speech, Oktober/November 1995)

 

Einführung von Kevin Alfred Strom:

Dr. Revilo Pendleton Oliver wird von jenen wenigen, die glücklich genug sind, mit seiner Arbeit vertraut zu sein, zu Recht als einer der größten Amerikaner dieses Jahrhunderts betrachtet. Geboren 1908, stieg er schnell durch die Reihen der akademischen Welt auf, um einer der führenden Philologen und klassischen Gelehrten seiner Zeit zu werden. Er war 32 Jahre lang Professor der alten Sprachen an der Universität von Illinois, Urbana Campus. Er hätte mit Leichtigkeit sein Leben in seine Studien zurückgezogen verbringen und tun können, was er am meisten liebte: Die von seinem brillanten Geist fokussierte Linse des Gelehrtentums  auf die staubigen Folianten und Manuskripte der Vergangenheit zu richten. Aber er wählte einen anderen Pfad. Er sah klar und lange vor den meisten seiner Landsleute, wohin die subversiven und fremden Elemente sein Volk führten, und er entschied sich dafür, seinen Ruf und seine gesellschaftliche Stellung zu riskieren, indem er seine Stimme erhob. Von 1954 bis zu seinem Tod im August 1994 arbeitete er fast ohne Unterlaß für das Erwachen der Amerikaner europäischer Abstammung gegenüber ihrer Gefahr und ihrer möglichen großen Bestimmung.

Dr. Oliver hielt diese Rede vor einer deutschamerikanischen Gruppe, die sich am 9. Juni 1968 im Lorelei Club in Hamburg, New York, nahe Buffalo versammelt hatte.

Die Niederschrift ging 1990 bei einer Überschwemmung in Dr. Olivers Heim verloren, aber sie wurde von Ihrem Redakteur [Kevin A. Strom] auf Basis der von Mr. Everett Weibert angefertigten Tonbandaufzeichnung wieder in Druckform gebracht. Jeder Fehler, der in den Artikel geraten sein mag, ist natürlich der des Redakteurs und nicht der von Dr. Oliver.

Dies ist eine von Dr. Olivers besten Reden, und sie ist sicherlich seine umfassendste kurze Arbeit. Sie erscheint hier zum ersten Mal in gedruckter Form. – Kevin Alfred Strom.

 

Was wir unseren Parasiten schulden

Von Dr. Revilo Pendleton Oliver

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich Ihnen zuallererst für die Ehre Ihrer Einladung danken, und für das Vergnügen, heute bei Ihnen zu sein. Im letzten Dutzend Jahre habe ich vor vielen konservativen und patriotischen Organisationen gesprochen, aber dies ist das erste Mal, daß ich vor einer Gesellschaft aufgetreten bin, die spezifisch deutsch ist: das heißt, die aus den Nachkommen jenes Teils unserer Rasse besteht, der im fünften Jahrhundert zu Hause blieb, während ihre Verwandtschaft all die westlichen Territorien des weitgehend bastardisierten und todgeweihten Römischen Reiches eroberte und besetzte, welches ihre entferntere Verwandtschaft mehr als tausend Jahre zuvor gegründet hatte.

So wie ich es verstehe, spreche ich zu einer geschlossenen Versammlung Ihrer Mitglieder und Gäste, zu denen sie Vertrauen haben. Ich glaube, es ist vereinbart, daß das, was heute hier gesagt wird, inoffiziell und nicht zur Veröffentlichung in irgendeiner Form bestimmt ist, und daß keine Reporter anwesend sind. Unter dieser Voraussetzung werde ich Ihnen freimütig und ohne Umschweife die beste Einschätzung unserer gegenwärtigen Misere geben, die ich zu treffen in der Lage war.

Manche von Ihnen werden sich an die alte Geschichte von der College-Schülerin erinnern, die eines Abends zu Bett ging und schließlich in den Schlaf sank, aber in den frühen Morgenstunden hörte sie die Uhr zwei Uhr schlagen, und sie fühlte, wie die Tür ihres Zimmers sich langsam öffnete. Erschrocken versuchte sie im Dunkeln zu schreien, aber ein Taschentuch wurde über ihren Mund geworfen, und sie fühlte, wie starke Arme sie vom Bett hoben. Sie wurde die Treppe hinuntergetragen und in den Fond eines großen und luxuriösen Rolls Royce geworfen, der mit hoher Geschwindigkeit losfuhr. Nach einer langen Fahrt wurde sie herausgehoben und in die weite Halle eines großen und palastartigen Herrenhauses getragen, über Marmortreppen hinauf und in ein elegant eingerichtetes Zimmer, wo sie aufs Bett geworfen wurde. Erst da sah sie ihren Entführer deutlich. Er war ein starker und gutaussehender Mann, der in einen makellosen Abendanzug gekleidet war. Er stand am Bett und schaute stumm und spekulativ auf sie hernieder. Sie versuchte zu sprechen und konnte endlich kläglich sagen: „Was, oh, was werden Sie mit mir machen?“ Der Mann zuckte mit den Schultern. „Wie soll ich das wissen?“ sagte er. „Dies ist Ihr Traum.“

Die Geschichte ist natürlich absurd, aber die verdankt das bißchen Humor, das sie besitzt, ihrem mehrdeutigen Spiel mit dem Mysterium unseres eigenen Bewußtseins. Ein Traum ist definitionsgemäß eine Abfolge von Empfindungen, die im Gehirn stattfinden, wenn sowohl unsere Wahrnehmungssinne als auch unsere Willenskraft und Vernunft ruhen, sodaß wir keine Kontrolle über diesen Fluß von Empfindungen haben. Aber es ist natürlich ein wohlbekanntes Phänomen, daß, wenn wir träumen, daß wir träumen, der Traum endet und wir erwachen. Dann übernimmt der bewußte Geist, und wir sind wieder für unsere Gedanken verantwortlich und müssen uns einem Tag stellen, indem wir für unsere Handlungen verantwortlich sein müssen, die durch ihre Weisheit oder Torheit den Rest unseres Lebens bestimmen mögen. Unsere Träume mögen unseren unterbewußten Wünschen oder Ängsten auf angenehme oder schmerzliche Weise Ausdruck verleihen. Aber in unseren wachen Stunden müssen wir, wenn wir rational sind, unsere Entscheidungen auf der Basis der objektivsten und kaltblütigsten Einschätzungen treffen, die wir machen können: Einschätzungen der Kräfte und Tendenzen in der Welt um uns herum, Einschätzungen der Realitäten, mit denen wir uns befassen müssen, immer daran denkend, daß nichts wahrscheinlich passieren wird, weil wir es für gut halten, oder unwahrscheinlich passiert, weil wir es für böse halten.

Wenn wir es je nötig hatten, sorgfältig und rational unsere Position und unsere Möglichkeiten zu zu beurteilen, so ist diese Zeit jetzt. Im äußeren Kolleghof von Brasenose in Oxford gibt es, wenn ich mich richtig erinnere, in der Mitte der Grünfläche eine einsame Sonnenuhr, deren Bronzeplatte die erschreckende Inschrift trägt: „Es ist später als du denkst.“ Ich versichere Ihnen, meine amerikanischen Landsleute, daß es jetzt später – viel später – ist, als Sie denken. Es ist natürlich möglich, daß es jetzt vielleicht zu spät ist, und daß unsere Sache, wie ein langjähriger Beobachter und besonderer Freund mir kürzlich versicherte, nun so hoffnungslos ist, wie es die des Südens nach dem Fall von Richmond und nahe dem tragischen Abschluß des zweiten Unabhängigkeitskrieges war, der auf unserem Boden ausgetragen wurde. Ich glaube jedoch ehrlich, daß wir noch immer eine gewisse Überlebenschance haben. Wenn ich das nicht glauben würde, dann würde ich heute bestimmt nicht zu Ihnen sprechen oder Sie ersuchen, zusammen mit mir über unsere Chancen nachzudenken.

Ich mag mich irren, ich habe keine hellseherischen oder prophetischen Kräfte. Und ich kenne gewiß nicht die geheimen Pläne unserer Feinde oder auch nur die innere Struktur ihrer Organisation. Ich kann über das wahrscheinliche Ausmaß ihrer Macht und die wahrscheinliche Wirksamkeit ihrer Strategie nur Vermutungen anstellen durch Extrapolation dessen, was sie soweit erreicht haben. Ich kann Ihnen nur meine beste Schätzung geben, die nach langem und bemühtem Nachdenken erstellt wurde, aber ich gebe mich nicht als Experten in diesen Angelegenheiten aus, und nachdem ich versprochen habe, freimütig zu sein, werde ich Ihnen freimütig sagen, daß meine Einschätzungen in der Vergangenheit sich als allzu optimistisch erwiesen haben.

(mehr …)