Tyrannei und Vielfalt in der antiken Welt

Dionysius I. von Syrakus

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Tyranny and Diversity in the Ancient World erschien am 18. Januar 2018 auf The Occidental Observer.

In Politika bemerkt Aristoteles realistischerweise, daß Vielfalt, die aus Einwanderung ohne Assimilation resultiert, eine häufige Ursache von Bürgerkrieg und des Zusammenbruchs der Bürgersolidarität in den griechischen Stadtstaaten war. In diesem kurzen Artikel möchte ich hervorheben, wie Vielfalt im Einsatz fremdländischer Söldner und Veränderungen der Bevölkerung ein häufiges Mittel waren, das von griechischen Tyrannen zur Unterwerfung der Bürgerschaft genutzt wurde.

Der Import von Ausländern und die Übertragung von Rechten an sie, ob durch Demokraten oder Tyrannen, war auch eine häufige Methode, um den politischen Prozeß zu unterlaufen, die Verfassung zu zerstören und die Bürgerschaft zu unterwerfen.

Das archetypische Beispiel dafür war der mächtige und vielfältige sizilianische Stadtstaat Syrakus, der lange Zeit von einer Reihe von Tyrannen regiert wurde, was einen brauchbaren Kontrast zum homogenen und freien Stadtstaat ergibt. Aristoteles bemerkte: „In Syrakus führte die Übertragung von Bürgerrechten an Fremde und Söldner am Ende der Periode der Tyrannen zu Aufruhr und Bürgerkrieg“ (Politika, 1303a13). Weiters argumentierte Aristoteles, daß ein legitimer Herrscher durch seine eigenen bewaffneten Bürger geschützt würde, während Tyrannen ausländische Söldner einsetzten: „Könige werden durch die Waffen ihrer Untertanen bewacht, Tyrannen durch eine fremde Streitmacht“ (1285a16). Der Einsatz fremder Söldner führte häufig dazu, daß die Herrschaft an einen Tyrannen oder eine kleine Clique überging (1306a19).

Aristoteles‘ Beobachtungen sind weitgehend von modernen Wissenschaftlern aufgegriffen worden. Tyrannen wußten genau, daß eine gemeinsame Identität und Bürgersolidarität Bedrohungen für ihre persönliche Macht waren. Kathryn Lomas bemerkt: „Die Nutzung umherziehender Populationen zur Untergrabung des Status der polis ist vielen Tyrannen und hellenistischen Monarchen in der gesamten griechischen Welt gemeinsam.“[1] Paul Cartledge bemerkt, daß Syrakus

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Caribbean Project 8: Der Proto-Süden

Die Geburt der Plantagensklaverei auf den Kanarischen Inseln

Die Geburt der Plantagensklaverei auf den Kanarischen Inseln

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: The Proto South erschien am 24. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent. (Mit dem „Süden“ wird hier auf die Südstaaten der USA angespielt.)

Zuletzt aus dieser Reihe hier erschienen: Caribbean Project 7: Schwarz in Lateinamerika

Ich habe gerade einen faszinierenden Essay in The Caribbean: A History of the Region and Its Peoples gelesen, der im Wesentlichen eine Vorgeschichte des südstaatlichen Plantagensystems ist:

1) Zuckerrohr stammt vom Persischen Golf und wurde zuerst im siebten und achten Jahrhundert von Moslems im Irak mit schwarzen Sklaven aus Ostafrika angebaut.

2) Zucker war in Europa während der Antike und des frühen Mittelalters unbekannt – Honig und Fruchtsäfte wurden zum Süßen verwendet.

3) Vom Irak aus verbreiteten die Moslems das Zuckerrohr unter dem Kalifat nach Ägypten, Nordafrika, Südspanien und Sizilien.

4) Zuckerrohr wurde zur Zeit von al-Andalus in ganz Südspanien angebaut. Es wurde Europäern durch Kaufleute vertrauter gemacht, die in ägyptischen Häfen Handel trieben.

5) Während der Kreuzzüge stießen Europäer in Palästina und Syrien auf Felder von „Honigholz“, und die Kreuzritter ernteten es und verkauften es nach Europa, wo sich ein Markt dafür entwickelte.

6) Die Venezianer brachten das Zuckerrohr nach Zypern und Kreta, und es wurde in Sizilien vor und nach der normannischen Eroberung angebaut.

7) Im Spätmittelalter wurde Zuckerrohr auf Plantagen mit freien Arbeitern um die Ränder Europas in Südspanien, Sizilien, Zypern und Kreta angebaut. Selbst hier ist Zuckerrohr eine tropische Pflanze und wuchs nicht gut in Südspanien und Sizilien, die kälter und trockener und der Nordrand seines Lebensraumes sind.

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Paulus: Der Erfinder des Christentums

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Von Michael Zick, erschienen in „bild der wissenschaft“ 12-2008.

Ohne den selbsternannten Apostel Paulus würde es das Christentum nicht geben. Er war theologisch und historisch der eigentliche Gründer.

„Mich ärgert dieses vom Papst ausgerufene Paulusjahr“, sagt Peter Pillhofer – er muß sich noch bis Mitte 2009 echauffieren. Der Lehrstuhlinhaber für Neues Testament an der Universität Erlangen-Nürnberg erbost sich über die 2000-Jahr-Feier, weil sie suggeriert, daß Paulus, der zunächst Saulus hieß, im Jahr 9 n. Chr. geboren wurde. „Wir wissen aber nicht, wann er zur Welt kam.“ Damit befindet sich der Apostel Paulus in Einklang mit Jesus von Nazareth, den er zum Jesus Christus machte.

Seit 30 Jahren wandert Peter Pilhofer auf den Spuren des Paulus durch Griechenland und Kleinasien. Auch wenn er noch keinen archäologischen Beleg für die Wanderschaft des Apostels gefunden hat, zieht er einen wissenschaftlichen Gewinn aus seinen Exkursionen. Das Credo des Theologieprofessors von der Universität Erlangen-Nürnberg lautet: Wer die Orte des frühen Christentums aus eigener Anschauung kennt, kann mit den biblischen Texten viel besser umgehen. Der streitbare Neutestamentler mit dem alttestamentarischen Bart weicht keinem Disput mit der herrschenden theologischen Lehrmeinung aus, die er streckenweise für „öd und langweilig“ hält.

Seit 30 Jahren wandert Peter Pilhofer auf den Spuren des Paulus durch Griechenland und Kleinasien. Auch wenn er noch keinen archäologischen Beleg für die Wanderschaft des Apostels gefunden hat, zieht er einen wissenschaftlichen Gewinn aus seinen Exkursionen. Das Credo des Theologieprofessors von der Universität Erlangen-Nürnberg lautet: Wer die Orte des frühen Christentums aus eigener Anschauung kennt, kann mit den biblischen Texten viel besser umgehen. Der streitbare Neutestamentler mit dem alttestamentarischen Bart weicht keinem Disput mit der herrschenden theologischen Lehrmeinung aus, die er streckenweise für „öd und langweilig“ hält.

„Paulus’ Interpretation des Wirkens Jesu war ganz entscheidend dafür, daß sich das Christentum zu einer eigenen Religion mit einem eigenen Profil, einer eigenen Ethik und eigenen Ritualen hat ausbilden können“, meint Jens Schröter. Doch der Institutsdirektor und Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments an der Universität Leipzig ist sicher, daß Paulus – ebenso wie Jesus – keine neue Religion etablieren wollte, sondern seine Mission als Reformation des jüdischen Glaubens betrachtete. Die geschichtliche Wirkung war allerdings eine andere.

Saulus-Paulus stammte aus Tarsus, der weltoffenen Hafenstadt an der südöstlichen Mittelmeerküste Kleinasiens. Er war griechisch sprechender Jude in der hellenistisch geprägten Region, der seine jüdische Tradition eifrig pflegte: das von den Christen heute sogenannte Alte Testament, das er jedoch nur in der griechischen Übersetzung kannte. Er tat sich nach eigenem Bekunden als eifernder Christenverfolger hervor, bis ihm in seinem persönlichen Schicksalsjahr 33 Gott „seinen Sohn Jesus in mir“ offenbarte. Paulus’ folgendes Wirken als Verkünder Jesu war gewaltig, sein Selbstbewußtsein überschäumend. Doch: er begegnete seinem Superstar Jesus, den er so unvergleichlich promotete, nie.

Pillhofer: „Paulus versteht sich in erster, zweiter und dritter Linie als Apostel Jesu Christi. Er will die Botschaft von Jesus verkünden, alles andere spielt keine Rolle.“ Der Ehrentitel „Apostel“ für den – wie wir ihn heute sehen – einflußreichsten Wortführer Jesu war im ersten Jahrhundert jedoch umstritten. In der Apostelgeschichte wird ihm dieser Titel verweigert – bis auf zwei Stellen, wo der Autor offenbar andere Quellen einfließen ließ und schlecht redigierte. Denn nach urchristlicher Auffassung konnten nur die Jünger Jesu diese Bezeichnung für sich in Anspruch nehmen. Paulus hält selbstbewußt dagegen: „Ich habe mehr gearbeitet als sie alle.“ In der Tat, so Pilhofer, „haben die Jerusalemer Kollegen ja nicht über den Mauerring hinausgeschaut, während Paulus Tausende von Kilometern unterwegs war.“ Die Spuren der Jesus-Jünger verlieren sich in den neutestamentlichen Nachrichten dann auch ziemlich schnell.

Neue Bezeichnung „Christen“

Das rastlose Reisen wurde Paulus’ Markenzeichen. Nach einer wenig erfolgreichen Missionsexpedition nach Arabien stieg Paulus in die Leitung der sehr agilen frühchristlichen Gemeinde in Antiochia am Orontes (damals Syrien, heute das türkische Antakya) auf. Es war die erste Gemeinde außerhalb Palästinas und die erste, bei der (in der Apostelgeschichte) um 40 n. Chr. die Bezeichnung „Christen“ auftaucht. Und: Sie war die erste, die auch Nichtjuden in ihre Gemeinschaft aufnahm – ein unerhörter Affront gegen die Jerusalemer Konservativen und zugleich Impulsgeber für Paulus’ zukünftige Missionstätigkeit. Denn es wurde programmatisch unterschieden zwischen Judenchristen und Heidenchristen. Judenchristen waren Jesus-Anhänger, die beschnitten waren und die jüdischen Gesetze (Fasten, Sabbat, Reinheitsgebot) achteten. Ihr Mittelpunkt war die urchristliche Gemeinde in Jerusalem um Jakobus, den Bruder Jesu.

Heidenchristen verehrten ebenfalls den „Einen Gott“ der Juden und sahen im Wirken Jesu die Fortsetzung der jüdischen Heilsgeschichte, ließen sich jedoch nicht beschneiden und betrachteten die jüdischen Gesetze nicht als bindend. Hier setzte Paulus an. Nach Abstimmung mit den Jerusalemer Aposteln widmete er sich der Bekehrung der Heiden. So wurde er zum „Heidenapostel“, zum „Apostel der Völker“ – und zum wirkmächtigsten christlichen Missionar. Als Preis für die Zustimmung der Jerusalemer Hardliner versprach Paulus eine Riesenkollekte in all seinen neuen Gemeinden für die notleidenden Jerusalemer Urchristen.

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Israel müssen die Freuden der Bereicherung gebracht werden

Archiv des verbotenen Wissens

Nachdem inzwischen erwiesen ist, welch unglaubliche Bereicherung die Anwesenheit herzlicher Zuwanderer aus der Dritten Welt für uns Europäer darstellt, wäre es ungerecht, nicht alle Mühen auf sich zu nehmen, um auch die in Israel lebenden Juden in diesen Genuss kommen zu lassen. Daher: Offene Grenzen für Israel!

Unter anderem sind Facebook und Twitter Plattformen, die die Verbreitung dieser Forderung ermöglichen (auch dort kann man übrigens anonyme Konten mit Tor einrichten).

OpenBordersForIsrael-6 Menschen sind nicht derart unterschiedlich. Warum können wir nicht dieselben Rechte in Israel haben?

OpenBordersForIsrael-8 Der Multikulturalismus hat Europa unvergleichbar bereichert. Israel verdient dieselbe freudige Bereicherung.

OpenBordersForIsrael-9 The Times of Israels: „52% der israelischen Juden stimmen überein: afrikanische Zuwanderer sind ‚ein Krebsgeschwür'“ – „Rabbi fordert die Vernichtung der Araber“; The Jerusalem Post: „Yosef: Die Gojims existieren nur, um den Juden zu dienen“ –  Alle lieben und beschützen die Juden. Warum hassen die Juden alle anderen?

OpenBordersForIsrael-11 Als Mittelmeeranrainer ist es Israels Pflicht…

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U.S.S. Liberty: Überlebende Seeleute brechen ihr Schweigen 40 Jahre nach israelischem Angriff auf Schiff der U.S. Navy

USS Liberty Ward Boston

Von Paul Craig Roberts, übersetzt von Deep Roots. Das Original Surviving Sailors Break Their Silence 40 Years After Israeli Attack on US Navy Ship erschien am 21. Juni 2008 auf VDARE. – http://www.vdare.com/articles/surviving-sailors-break-their-silence-40-years-after-israeli-attack-on-us-navy-ship (Bilder von mir eingefügt).

 

Der 8. Juni 1967 – der vierte Tag des Sechstagekrieges zwischen Israel und Ägypten, Syrien und Jordanien – war ein schöner Tag im Mittelmeer. Die USS Liberty befand sich in internationalen Gewässern vor der Küste von Ägypten. Israelische Flugzeuge waren am Morgen über die „USS Liberty“ geflogen und hatten gemeldet, daß das Schiff amerikanisch war. Die Besatzung, die sich nahe an der Kriegszone befand, war durch die Anwesenheit israelischer Flugzeuge beruhigt. Aber um 2:00 Uhr nachmittags sahen Seeleute, die an Deck sonnenbadeten, Düsenjäger in Angriffsformation auf sie zukommen. Rote Blitze an den Tragflächen der Flugzeuge wurden von Explosionen, Blut und Tod gefolgt. Ein schöner Nachmittag wurde plötzlich zum Alptraum. Wer griff die „USS Liberty“ an, und warum? Der Angriff auf die „Liberty“ war ein Angriff auf Amerika.

Die „Liberty“ war ein Aufklärungsschiff. Ihre Aufgabe war es, die sowjetische und arabische Kommunikation zu überwachen, um sowohl Israel als auch Washington zu warnen, sollten die Sowjets auf Seiten ihrer arabischen Verbündeten in den Krieg eintreten. Die „Liberty“ war nur mit vier Maschinengewehren bewaffnet, um Enterer abzuwehren. Ihre Anforderung einer Zerstörereskorte war abgelehnt worden.

USS Liberty

Der Angriff auf die „Liberty“ ist gut dokumentiert. Ohne Warnung wurde die „Liberty“ von aufeinanderfolgenden Wellen ungekennzeichneter Düsenflugzeuge angegriffen, die Kanonen, Raketen und Napalm einsetzten. Die angreifenden Jets störten alle US-Kommunikationsfrequenzen, ein Hinweis darauf, daß sie wußten, daß die „Liberty“ ein amerikanisches Schiff war.

Bei dem Luftangriff gelang es nicht, die „Liberty“ zu versenken. Nachdem der Angriff etwa 30 Minuten gedauert hatte, erschienen drei Torpedoboote, über denen der Davidsstern wehte. Die israelischen Boote befanden sich nicht auf einer Rettungsmission. Sie griffen die „Liberty“ mit Kanonen, Maschinengewehren und Torpedos an. Ein Torpedo traf die „Liberty“ mittschiffs und tötete sofort 25 Amerikaner, während er die unteren Decks flutete. Die israelischen Torpedoboote zerstörten die Rettungsflöße, die die „Liberty“ zu Wasser ließ, als die Besatzung sich darauf vorbereitete, das Schiff zu verlassen, wodurch die Botschaft übermittelt wurde, daß es keine Überlebenden geben würde.

Die „USS Liberty" fährt während des Angriffs israelischer Torpedoboote Ausweichmanöver.

Die „USS Liberty“ fährt während des Angriffs israelischer Torpedoboote Ausweichmanöver.

Um annähernd 3:15 Uhr erschienen zwei israelische Hubschrauber französischen Fabrikats, die bewaffnete israelische Soldaten beförderten, über der „Liberty“. Phil Tourney konnte ihre Gesichter in einer Entfernung von nur 15 bis 18 Meter [50 – 60 Fuß] sehen. Er zeigte ihnen den Stinkefinger. Die überlebenden Besatzungsmitglieder sind davon überzeugt, daß die Israelis ausgeschickt wurden, um zu entern und alle Überlebenden zu töten.

Die israelischen Jets zerstörten die Funkantennen der „Liberty“. Während des Angriffs der Flugzeuge spannten Mannschaftsmitglieder Drähte, die es dem Schiff ermöglichten, einen Hilferuf auszusenden. Die „USS Saratoga“ und die „USS America“ starteten Jäger, um die angreifenden Flugzeuge zu vertreiben, aber die Mission wurde auf direkten Befehl aus Washington abgebrochen.

Als die „Liberty“ die Sixth Fleet verständigte, daß sie wieder angegriffen werde, diesmal von Überwasserschiffen, befahl der Flottenkommandeur den Trägern „America“ und „Saratoga“, Jäger zu starten, um die Angreifer zu vernichten oder zu vertreiben. Der Befehl war unverschlüsselt und wurde von Israel aufgefangen, das seinen Angriff sofort abblies. Die Torpedoboote und die schwebenden Hubschrauber rasten davon. Israel verständigte Washington schnell davon, daß es irrtümlich ein amerikanisches Schiff angegriffen hätte, und die US-Jäger wurden ein zweites Mal zurückgerufen.

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Heerlager der Heiligen: Eine Strategie für die Kapitulation

 

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Von Baron Bodissey, übersetzt von Deep Roots.

Das Original Camp of the Saints: A Strategy for Surrender erschien am 21. April 2011 auf “Gates of Vienna”.

Der anfängliche Ausbruch der gegenwärtigen Migrationswelle nach Norden über das Mittelmeer begann im Januar, nachdem ein Aufstand in Tunesien die Amtsenthebung von Präsident Zine El Abidine Ben Ali erzwang. Im Gefolge der Kämpfe überquerten Flüchtlinge, die vor Gewalt und Elend flohen, die schmale Meerenge zwischen der tunesischen Küste und den Inseln Lampedusa, Malta, Pantelleria und Sizilien.

Nachdem die Ägyptenkrise ausbrach und die ersten Unruhen in Libyen aufkamen, begann ein allgemeinerer Flüchtlingsstrom. Flüchtlinge zogen sowohl nach Osten als auch nach Westen, abhängig von der Intensität der Kämpfe in der jeweiligen Gegend, und sammelten sich in Flüchtlingslagern nahe der ägyptisch-libyschen oder libysch-tunesischen Grenze. Die größten Lager befinden sich in Tunesien gleich jenseits der Grenze zu Libyen, wo Hunderttausende Vertriebener angehalten werden. Viele davon planen, das Mittelmeer in Richtung eines – wie sie hoffen – besseren Lebens in Italien zu überqueren.

Die ersten Flüchtlinge kamen aus Tunesien selbst, aber die neuesten Wellen hatten ihren Ursprung in Libyen. Die Migranten nutzen Tunesien als Sammelplatz – die Bedingungen dort sind recht gut, nachdem die Lager großteils von italienischen Hilfsorganisationen geführt werden – bevor sie ins Gelobte Land im Norden weiterziehen. Laut ANSAmed sind während der letzten paar Tage nahezu dreitausend Einwanderer inhaftiert worden, nachdem sie aus Libyen kommend illegal die Grenze überquert hatten. Und das sind nur diejenigen, die erwischt wurden – man kann nicht sagen, wie viele weitere erfolgreich herübergekommen sind und nun unterwegs zur Küste und zu den Booten der Schmuggler sind.

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Dies ist der Hintergrund zur aktuellen Notlage. Bis jetzt hat das europäische Establishment versucht, die Krise in Italien einzudämmen, wobei andere Nationen der EU – insbesondere Frankreich – darauf bestanden, daß trotz der „grenzenlosen“ Natur des Schengenraumes keine Migranten die Grenze aus Italien in angrenzende Länder überqueren dürfen.

Während der letzten paar Wochen ist es offensichtlich geworden, daß die Eindämmungsbemühung nicht aufrechtzuerhalten ist und daß irgendeine andere Methode gefunden werden muß, um mit den Migranten fertigzuwerden. Vertreter der ans Mittelmeer grenzenden EU-Mitgliedsstaaten trafen sich gestern in Nikosia, um ihr gemeinsames Problem zu diskutieren. Sie stellten klar, daß sie Hilfe vom Rest der Europäischen Union erwarten:

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Warum Lampedusa?

Lampedusa-Flüchtlinge

Von Enza Ferreri. Original: Why Lampedusa?, erschienen am 5. Juli 2013 auf Gates of Vienna.

Übersetzung: Lucifex.

 

Vorwort von Baron Bodissey:

Damals im Juni 2011 berichteten wir ausgiebig über die „Heerlager der Heiligen”-Krise in Italien und Malta im Gefolge des arabischen Frühlings, als Hunderttausende illegaler Einwanderer auf die Inseln des südlichen Mittelmeers und an die südlichen Küsten Italiens und Siziliens strömten.

Die Flut von Flüchtlingen ebbte 2012 etwas ab, geht aber immer noch weiter. Während der Migrationssaison – den Sommermonaten, wenn das Mittelmeer ziemlich ruhig ist – erscheinen Hunderte Leute in klapprigen Booten vor der Küste von Lampedusa und müssen entsprechend der Asylvorschriften der EU gerettet, untergebracht, bekleidet und ernährt werden. Egal, ob sie randalieren, Vandalenakte begehen, rauben und die Einheimischen terrorisieren – sie sind „Flüchtlinge“, und ihre Bedürfnisse kommen an erster Stelle.

Während Papst Franziskus sich darauf vorbereitet, Lampedusa nächste Woche zu besuchen, wirft Enza Ferreri einen Blick auf die Einwanderungskrise und darauf, was sie für den Rest Europas ahnen lässt.

 

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 Erster offizieller Besuch des Papstes führt nach Lampedusa, der winzigen sizilianischen Insel, die von afrikanischen Einwanderern überflutet wird

von Enza Ferreri

 

Was „El Inglés” in einem erdachten Szenario auf Gates of Vienna vorhersagte – ein Bürgerkrieg in Dänemark, verursacht durch den unlösbaren Konflikt von Werten, Ideen und Prinzipien zwischen dem Islam und dem Westen, zwischen Einwanderern und Einheimischen – hat bereits in kleinem Maßstab auf Lampedusa stattgefunden. Diese Insel, deren Bevölkerung leicht überwältigt werden kann, könnte ein Mikrokosmos der Zukunft Europas sein.

Die Insel Lampedusa, das südlichste Anhängsel Italiens im Mittelmeer, hat das Pech, der moslemischen Welt geographisch unangenehm nahe zu sein. Ihre Geschichte bezeugt dies.

Im Jahr 813 n. Chr. brachen die Araber, die einen 728 geschlossenen Waffenstillstand und viele andere seither nicht eingehalten hatten,  trotz eines 805 vom Emir Ibrahim al-Aghlab mit Siziliens byzantinischem Gouverneur Konstantin unterzeichneten Waffenstillstands auch diesen und plünderten und verheerten kleinere italienische Inseln einschließlich Lampedusa, nachdem sie Sardinien und Korsika angegriffen hatten. Der Rest Siziliens wurde später von moslemischen Armeen erobert.

Wie die Encyclopedia of Islam – die in der moslemischen und nichtmoslemischen akademischen Welt gleichermaßen als Referenzwerk betrachtet wird – sagt:

Die Pflicht zum Dschihad existiert, solange die universale Herrschaft des Islam nicht erreicht ist. Frieden mit nichtmoslemischen Nationen ist daher nur ein provisorischer Zustand; der Zufall der Umstände allein kann ihn vorübergehend rechtfertigen. Weiters kommen echte Friedensverträge mit diesen Nationen nicht in Frage; nur Waffenstillstände, deren Dauer prinzipiell 10 Jahre nicht überschreiten sollte, sind zulässig. Aber selbst solche Waffenstillstände sind unsicher, insofern sie vor ihrem Ablauf einseitig widerrufen werden können, sollte es für den Islam profitabler sein, den Konflikt wiederaufzunehmen.

Die Dinge haben sich seit dem 9. Jahrhundert geändert: Moslems sind militärisch nicht so stark, und Invasion und  Zerstörung nehmen subtilere Formen an.

Nun kommen sie an unsere Küsten mit einer weißen Fahne und einem Etikett als Flüchtlinge und fordern Unterbringung, Nahrung und die Erfüllung aller ihrer Bedürfnisse.

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MALTA 1565: Die große Belagerung

01 Birgu Fort St-Angelo

Birgu, Blick auf Fort St. Angelo

Von Ernle Bradford, erschienen in „Das Beste aus Reader’s Digest“, Februar 1986, als Auszug aus seinem 1961 veröffentlichten Buch „The Great Siege of Malta“ (ins Deutsche übertragen von Ernst Theo Rohnert).

Noch heute wirft der militante Islam immer wieder beunruhigende Schatten auf seine Nachbarn, ja die ganze Welt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts aber stand er auf dem Gipfelpunkt seiner Machtentfaltung. Seine Angriffsspitze, das osmanisch-türkische Militärreich, drohte die christliche Welt in die Knie zu zwingen. In diesem kritischen Augenblick der europäischen Geschichte trafen die von Sieg zu Sieg eilenden Moslems auf eine Christenheit, die ihnen an Streitbarkeit, Entschlossenheit und Opferbereitschaft nicht nachstand. Auf der kleinen, strategisch wichtigen Insel Malta stemmte sich eine an Zahl weit unterlegene Legion fremder christlicher Krieger dem mächtigen Osmanischen Reich in einem Kampf entgegen, der auf beiden Seiten mit äußerster Härte geführt wurde.

02 Ottoman Empire 16-17th century

Das Osmanische Reich im 16. und 17. Jahrhundert

„Sultan der Osmanen, Allahs Stellvertreter auf Erden, Herr der Herren dieser Welt, König der Gläubigen und Ungläubigen, Schatten des Allmächtigen, der der Erde Frieden schenkt“ – wie Trommelwirbel schallten die Titel Solimans des Prächtigen durch den Sitzungssaal des Hohen Rates.

Es war 1564. Soliman II., von den Türken Süleiman der Gesetzgeber genannt, war 70 Jahre alt. Seit er mit 26 Sultan geworden war, hatte er die Türkei zum größten Militärstaat der Welt gemacht. Seine Galeeren durchpflügten die Meere vom Atlantik bis zum Indischen Ozean. Sein Reich erstreckte sich von Österreich bis zum Persischen Golf. Doch auch im Alter war Soliman noch ganz vom Wunsch nach mehr Macht und weiteren Eroberungen erfüllt. Und wäre er nicht selbst so ehrgeizig gewesen, dann hätten ihm seine Berater keine Ruhe gelassen.

„Solange sich Malta in der Hand der Johanniter befindet“, warnte einer von ihnen, „läuft aller Nachschub aus Konstantinopel Gefahr, vernichtet zu werden.“ Ein anderer sagte: „Wenn Ihr diesen vermaledeiten Fels nicht erobert, wird er bald den gesamten Verkehr zwischen Euren nordafrikanischen Besitzungen und den griechischen Inseln abschnüren.“

03 Kleine Johanniter-Schebecke um 1600

Kleine Johanniter-Schebecke um 1600

42 Jahre waren vergangen, seit Soliman die christlichen Johanniterritter von der Inselfestung Rhodos vertrieben hatte. Aber Malta, wo der heimatlos gewordene Orden Zuflucht gefunden hatte, hatte sich für den Sultan als ein noch größerer Störfaktor erwiesen als Rhodos. Alle Schiffe, die die Wasserstraße zwischen Sizilien und Nordafrika passierten, waren den marodierenden Galeeren der Ritter auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Der Gipfel der Provokation schien erreicht, als die Ritter ein reich beladenes Handelsschiff kaperten, das dem Obereunuchen in Solimans Serail gehörte. Die Odalisken des Harems warfen sich vor dem Sultan zu Boden und schrien nach Rache. Der Imam der Großen Moschee erinnerte den Sultan daran, daß auf den Ruderbänken der Ordensgaleeren Rechtgläubige mit Peitschenhieben angetrieben wurden.

Es ist unwahrscheinlich, daß sich der Sultan durch dieses Geschrei beeinflussen ließ. Allein aus Unmut oder aus Prestigegründen hätte Soliman den Inselstützpunkt der Ritter schwerlich angegriffen. Aber das kleine Malta war mit seinen großartigen Häfen der Schlüssel zum Mittelmeer und zu Westeuropa. So berief Soliman im Oktober 1564 einen Staatsrat oder „Diwan“ ein, der die Möglichkeiten einer Belagerung Maltas erörtern sollte. Der oberste Aga des Sultans erklärte: „Diese maltesischen Hundesöhne, die durch Eure Gnade auf Rhodos verschont geblieben sind – sie sollen endlich niedergeworfen und vernichtet werden!“ Als jeder seine Meinung gesagt hatte, wies der Sultan darauf hin, daß Malta das Sprungbrett nach Sizilien und damit nach Italien und Südeuropa sei. Der Diwan faßte den Beschluß, Malta zu zerschlagen.

„Dieser vermaledeite Fels“

Die maltesische Inselgruppe liegt rund 90 Kilometer südlich von Sizilien und umfaßt zwei Hauptinseln, Malta und Gozo. Malta ist etwa 27 Kilometer lang und 14,5 Kilometer breit, während Gozo 14,5 mal 7 Kilometer mißt. Die Inseln waren dem heimatlosen Johanniterorden von Kaiser Karl V. zu Lehen gegeben worden, „damit die Ritter ihre Waffen wieder gegen die gottlosen Feinde des heiligen Glaubens einsetzen können.“

04 Malta Elmo Michael Angelo

Aber die von den Rittern entsandte Kommission, die die Inseln erkunden sollte, war entsetzt gewesen. Malta sei „nichts als ein Fels aus weichem Sandstein“, berichteten sie, „für den Anbau von Weizen oder anderem Getreide ungeeignet“. Holz sei so knapp, daß es pfundweise verkauft werde. In den Küchen werde mit Kuhdung oder wilden Disteln geheizt. Die Sommerhitze sei „fast unerträglich.“

Wäre der Orden nicht in solcher Not gewesen, er hätte das karge Geschenk des Kaisers zurückgewiesen. Aber seine Führer hatten die Höfe Europas jahrelang bekniet, ihm bei der Suche nach einem festen Sitz zu helfen – vergebens. So geachtet der Orden wegen seiner Tapferkeit im Kampf auch war, beliebt war er nicht. Die Ritter vom heiligen Johannes zu Jerusalem waren der letzte geistliche Militärorden, der noch aus der Zeit der Kreuzzüge übriggeblieben war. Sie kamen aus allen Teilen Europas, schuldeten aber nur dem Papst Gehorsam – und waren deshalb den Herrschern der gerade emporgekommenen souveränen Staaten Europas verdächtig.

Was die Ritter mit Malta versöhnte, waren seine hervorragenden Häfen. Die Johanniter waren ursprünglich ein zu Lande operierender Orden gewesen, nach ihrer Vertreibung aus dem Heiligen Land aber notgedrungen Seefahrer geworden und lebten jetzt von einer Art „organisierter Piraterie“ – anders kann man es kaum nennen. Ein guter Hafen war für sie das Wichtigste. Und so hatten sie 1530 von ihrer neuen Heimat Besitz ergriffen.

Wie die Kundschafter vorausgesagt hatten, fanden sie Malta geradeso unwirtlich, wie sie den alten Herren der Insel unwillkommen waren. Den 12.000 Bauern auf Malta und den 5.000 auf Gozo war es wahrscheinlich einerlei, wer ihr Herr war. Ihr Leben war Plackerei, unterbrochen von brutalen Überfällen moslemischer Seefahrer; schlimmer konnte es für sie gar nicht kommen. Aber dem Inseladel waren die hochmütigen Neuankömmlinge ein Dorn im Auge; grollend zog er sich in seine Paläste in der ummauerten Stadt Mdina zurück.

Die Ritter hatten nicht vor, ihn zu belästigen. Sie zogen in das kleine Fischerdorf Birgu im Inneren des Großen Hafens. Und dort begannen die ihrer Sache verschworenen wehrhaften Männer, die durch die Geschichte Maltas geistern wie Besucher von einem anderen Stern, mit der Anlage von Verteidigungswerken. Sie rechneten fest damit, daß die Türken versuchen würden, den Erfolg von Rhodos zu wiederholen.

Großmeister La Valette

Die Johanniter waren ursprünglich eine Bruderschaft gewesen, die sich der medizinischen Forschung und der Ausbildung von Ärzten widmete. Die beiden Jahrhunderte auf Rhodos hatten dann aber den Charakter des Ordens verändert. Waren sie vorher in erster Linie „Hospitaliter“ (Krankenpfleger) und in zweiter Soldaten gewesen, so stand nun die Seefahrt an erster Stelle, und erst dann kam die Medizin. Auf Rhodos, das einem auf die Flanke der Türkei gerichteten Speer glich, waren sie zu den besten Seeleuten geworden, die das Mittelmeer je befahren hatten.

Sie waren jetzt ein Amalgam aus Angehörigen aller europäischen Nationen – eine Fremdenlegion militanter Christen. Gegliedert war sie in acht „Zungen“, die acht europäische „Provinzen“ repräsentierten: Auvergne, Provence und Frankreich (alle drei französischsprachig), Aragonien und Kastilien (spanisch) sowie Deutschland, Italien und England (zur deutschen Zunge gehörten damals die Großpriorate Deutschland, Böhmen-Österreich, Ungarn und Dacien [Skandinavien]). Als sich Heinrich VIII. von Rom lossagte, löste er die „alte und edle Zunge von England“ auf, und England war nur noch mit einem einzigen Ritter vertreten.

Der Mann, der seit 1557 an der Spitze des Ordens stand und sich jetzt rüstete, der Macht Solimans die Stirn zu bieten, war der provenzalische Großmeister Jean Parisot de La Valette. Er war Ordensritter mit Leib und Seele. Seit er den Johannitern mit 20 Jahren beigetreten war, hatte er den Konvent nie mehr verlassen – es sei denn, die Pflichten hätten es erfordert. Ein Zeitgenosse schildert ihn als „stattlichen Mann, hochgewachsen, ruhig, nüchtern und fähig, sich auf italienisch, spanisch, griechisch, arabisch und türkisch geläufig zu unterhalten.“ Die beiden letztgenannten Sprachen hatte er gelernt, als er in Gefangenschaft geraten und türkischer Galeerensklave geworden war. Ein Jahr lang hatte er in der Hölle der Ruderbänke zugebracht, ehe er durch einen Gefangenenaustausch wieder freikam.

05 Jean Parisot de La Valette

Jean Parisot de La Valette

„Manchmal“, schrieb ein anderer Franzose, dem es ähnlich ergangen war, „rudern die Galeerensklaven zwölf, ja zwanzig Stunden hintereinander. Offiziere gehen herum und stecken den Unglücklichen in Wein getunktes Brot in den Mund, damit sie nicht schlappmachen. Wenn ein Sklave erschöpft über dem Ruder zusammenbricht, wird er gepeitscht, bis man ihn für tot hält, und dann über Bord geworfen.“

La Valette war ein lebender Beweis dafür, daß Männer, die ein solches Martyrium hinter sich hatten, nicht notwendig krank und gebrechlich sein mußten, sondern sehr alt werden konnten. Unverwüstlich wie die salzgebeizte Eiche eines Schiffskiels, war er jetzt ebenso alt wie Soliman – 70. Wenn ein Mann, der ein Leben lang ständig im Kriegseinsatz war, ein so hohes Alter erreichte, mußte er schon außergewöhnlich zäh sein. Wenn er darüber hinaus im Vollbesitz seiner körperlichen und geistigen Kräfte blieb, mußte er fast ein Übermensch sein. War er dazu noch von eine fanatischen religiösen Glauben beseelt, so gab es nicht viel, was ihm standzuhalten vermochte.

06 SABIAS-QUE-TURCOS

Im April 1565 erfuhr La Valette, daß die Flotte des Sultans aus dem Goldenen Horn ausgelaufen war. Den ganzen April und Mai hielten schnelle Schiffe den Orden über das Näherrücken der Türken auf dem Laufenden. Mitte Mai rief der Großmeister seine Brüder zusammen.

„Die große Schlacht zwischen Kreuz und Koran muß jetzt geschlagen werden“, sagte er. „Wir sind die erwählten Soldaten des Kreuzes, und wenn der Himmel die Hingabe unseres Lebens fordert, kann es keine bessere Gelegenheit geben als diese. Laßt uns zum Altar eilen, um unsere Gelübde zu erneuern und durch unseren Glauben die Todesverachtung zu erlangen, die allein uns unbesiegbar machen kann.“

Insel in Waffen

Als sich am Freitag, dem 18. Mai, der Frühnebel vom Wasser hob, sahen die Wachtposten im Nordosten eine große, fächerförmig gestaffelte Formation auftauchen: die 180 Schiffe der feindlichen Flotte. Die Spitze bildeten die Fahrzeuge der beiden türkischen Befehlshaber: Mustafa Paschas 28bänkige Galeere und die mit 32 Ruderbänken ausgestattete Riesengaleere Pialis, des Admirals der osmanischen Kriegsflotte.

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Die Kreuzzüge: Eine Reaktion auf islamische Aggression

Arn der Kreuzritter 1

Von John J. O’Neill.  Original: The Crusades: A Response to Islamic Aggression, erschienen am 20. Februar 2010 bei „Gates of Vienna“.

Vorwort von Baron Bodissey:

John J. O’Neills neuester Essay beleuchtet die historische Realität der Kreuzzüge, die eine Defensivaktion gegen die gewaltsame Ausbreitung des Islams in Territorien waren, die jahrhundertelang Teil der Christenheit gewesen waren.

Einer der stärksten Mythen unserer Zeit ist der, daß die Kreuzzüge wenig mehr als ein unprovozierter Angriff eines barbarischen Europas gegen eine ruhige und kultivierte islamische Welt gewesen seien. Nach konventionellen Vorstellungen war das siebte und achte Jahrhundert das große Zeitalter der islamischen Expansion. Man sagt uns, daß die islamische Welt im elften Jahrhundert – zur Zeit des Ersten Kreuzzuges – ruhig und gesetzt war und daß daraus folgt, daß die Kreuzritter die Aggressoren waren. In der Tat werden die Kreuzritter routinemäßig als eine Horde von Barbaren aus einem rückständigen und abergläubischen Europa dargestellt, die in die kultivierte und urbane Welt des Nahen Ostens im elften Jahrhundert einfielen.

Dies ist zumindest die populistische Sprache, die oft im Fernsehen und in Zeitungsartikeln zur Anwendung kommt. In meinem neuen Buch „Holy Warriors: Islam and the Demise of Classical Civilization“ habe ich jedoch gezeigt, daß die Christen vor der Ankunft des Islams gar kein Konzept des „Heiligen Krieges“ hatten und daß es die Moslems selbst waren, von denen die Europäer diese Idee übernahmen. Ich zeigte auch, daß die Kreuzzüge, die weit davon entfernt waren, ein unprovozierter Akt der Aggression seitens des christlichen Europa zu sein, Teil eines Rückzugsgefechts waren, welches das moslemische Vordringen aufhalten sollte, das am Anfang des elften Jahrhunderts wie nie zuvor drohte, ganz Europa zu überwältigen.

Trotz der in „Holy Warriors“ präsentierten Beweise ist es Konsens unter der Mehrzahl der Mittelalterhistoriker, daß die Bedrohung durch den Islam sehr wenig, wenn überhaupt etwas mit den Kreuzzügen zu tun hatte; die Moslems wären einfach die bequemen Ziele eines unzivilisierten und brutalen Europas gewesen, das in einer Kultur gewohnheitsmäßiger Gewalt und Räuberei feststeckte. Die „Energien“ von Europas Kriegerklasse, heißt es, wurden vom Papsttum einfach von Zerstörung im Inneren weg und auf die bequemen Ziele der islamischen Welt umgelenkt. Dies ist zum Beispiel die Linie, die von Marcus Bull in seiner Untersuchung der Kreuzzüge in „The Oxford History of the Crusades“ vertreten wird. In einem Artikel von fast zehntausend Worten berücksichtigt Bull die moslemische Bedrohung überhaupt nicht. In der Tat erwähnt er sie nur, um sie von der Hand zu weisen:

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Wie der Islam der Sklaverei und dem Sklavenhandel in Europa neues Leben einhauchte

Arabische Sklavenhändler

Von John J. O’Neill. Original: How Islam Breathed New Life into Slavery and the Slave Trade In Europe, erschienen am 11. Januar 2010 bei „Gates of Vienna“.

In meinem frisch erschienenen Buch „Holy Warriors: Islam and the Demise of Classical Civilization“ argumentiere ich ausführlich, daß eine große Mehrheit der Dinge, die allgemein als „mittelalterlich“ betrachtet werden, in Wirklichkeit vom Islam in Europa eingeführt wurden, und daß es der Islam war, nicht die Hunnen, Wandalen und Goten, der die rationale und humane Zivilisation von Griechenland und Rom beendete. Diese Zivilisation überlebte in Europa und in Nordafrika und im Nahen Osten bis ins siebte Jahrhundert, als ihr von den moslemischen Eroberungen ein Ende gemacht wurde.

Tatsächlich war der Einfluß des Islams auf Europa viel größer, als man sich allgemein vorstellt, aber dieser Einfluß war gänzlich negativ. Nicht nur setzten die Moslems der klassischen Zivilisation ein Ende, sondern sie zerrten Europa auf vielen Ebenen auf ein barbarischeres Kulturniveau herab. Es waren die Moslems zum Beispiel, von denen die christlichen Europäer die Idee des „Heiligen Krieges“ hatten, eine Konzept, das in früheren Jahrhunderten undenkbar gewesen wäre. Und ebenfalls vom Islam erhielt die Institution der Sklaverei, wie auch der Sklavenhandel, einen neuen und machtvollen Auftrieb.

Im Gegensatz zum Glauben einiger moderner antichristlicher Autoren brachte das Christentum eine sofortige und dramatische Verbesserung der Lebensbedingungen von Sklaven im Römischen Reich. Es war auch schließlich hilfreich bei der Abschaffung der gesamten Institution.

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