Der Judaismus in der Welt der Antike

Von Julius Evola. Das Original „L’ebraismo nel mondo antico“ erschien in der Juliausgabe 1938 von La Vita Italiana und wurde von Das Gletscherkreuz für Counter-Currents Publishing ins Englische übersetzt. Deutsche Übersetzung auf Basis dieser am 16. Januar 2018 auf Counter-Currents erschienenen englischen Fassung, Judaism in the Ancient World, von Lucifex.

Eines der taktischen Argumente, die am häufigsten gegen jene verwendet werden, die das jüdische Problem heute zur Sprache bringen, ist, daß der Antisemitismus eine bloße Modeerscheinung sei, eine importierte Ideologie, ein Versuch, den deutschen Rassismus und Nazismus nachzuahmen, etwas, das keinen wirklichen Platz in unserem Land [Italien; d. Ü.] hat.

Wir haben Behauptungen dieser Art bereits in der Juniausgabe des Vorjahres gekontert, indem wir gezeigt haben, daß das jüdische Problem in Italien unabhängig von rassistischen oder nazistischen Prämissen formuliert werden kann und sollte, und daß es nicht künstlich entsteht, sondern vielmehr in seiner höchsten Form in direkter Verbindung mit der römischen imperialen Idee. [1]

Ein weiteres taktisches Argument besteht in der Behauptung, daß der Antisemitismus heute bloß der säkularisierte Überrest religiöser Vorurteile sei. Das Christentum, wird behauptet, schuf den Antisemitismus. Coudenhove-Kalergi hat auf dieser Grundlage sogar versucht, die instinktive Abneigung, die viele Nichtjuden gegenüber Juden empfinden, auf der Grundlage eines unterbewußten Erbes zu erklären. An der Wurzel dieses Instinkts, behauptet er, befindet sich der Hass, der einst vom Christentum gegen jene eingeimpft wurde, die Jesus zu Folter und Tod führten und die ausriefen, daß sein Blut über sie kommen solle. Auch diese Ansicht ist tendenziös und unrichtig. Ihre Hauptwiderlegung ist die Tatsache, daß der Antisemitismus bereits in einer Welt existierte, in der das Christentum noch nicht erschienen war. Die antike vorchristliche, arische, klassische und mediterrane Welt kannte schon klar definierte Formen von Antisemitismus und spürte bereits intuitiv die jüdische Bedrohung, oft in Begriffen, die jenen von heute auffallend ähneln. Wir halten es für sehr angebracht, diese Tatsache hervorzuheben. Daher wird es nicht schaden, auch wenn viele antisemitische Dokumente aus der klassischen Antike der Öffentlichkeit bereits allgemein bekannt sind, sie schnell zu betrachten, um das oben erwähnte polemische Argument endlich zu beseitigen. Außerdem ist bekannt, daß Antisemitismus auf christlicher Grundlage in gewissem Ausmaß einen Bumerang-Effekt erzeugt hat: sobald er vom Christentum gegen die Juden geschleudert wird, droht er letztendlich auf das Christentum selbst zurückzuwirbeln. Die radikalsten Formen des zeitgenössischen Antisemitismus greifen das jüdische Element im Christentum selbst an. Wir wiederholen jedoch, daß die Tatsache, daß es schon in der Antike Antisemitismus gab, ein wichtiger Faktor bei der Befreiung des jüdischen Problems von jeglichen christlichen Prämissen ist.

Wenn man sich auf die Welt der klassischen Antike bezieht, muß man die Bedeutung des Begriffs „Antisemitismus“ klarstellen. Die Einstellung, die dieser Begriff bezeichnet, richtete sich in der klassischen Antike nie zum Beispiel gegen die Assyrer, die Babylonier oder die Araber, die alle semitische Völker sind. Somit wäre es richtiger, von „Antijudaismus“ zu sprechen. Es stimmt, daß man die Verwendung des nun gängigen Begriffs „Antisemitismus“ auf der Grundlage einer breiteren Gegnerschaft zwischen allgemeinen Zivilisationstypen und Weltsichten rechtfertigen könnte [https://www.counter-currents.com/2015/07/the-jewish-question-in-the-spiritual-world/]: aber dies würde zu weit führen und uns von dem Thema wegführen, das wir hier spezifisch zu diskutieren beabsichtigen. Es sollte daher von Anfang an klargemacht werden, daß, wenn wir von „Antisemitismus“ in der antiken Welt sprechen, dies in der Bedeutung von „Antijudaismus“ verstanden werden sollte.

Bei unserer Rückkehr zu den Anfängen folgen wir nicht ganz Monsignor Trzeciak, der die Anfänge des Antisemitismus in der Bibel selbst ausfindig macht, die  – ab dem Deuteronomium – eine Fülle von Anschuldigungen gegen das jüdische Volk enthält, sowie Prophezeiungen der Strafen, die es als Folge seiner Schuld und Bosheit erwarten sollte. Was die Bibel angeht, so wollen wir stattdessen darauf hinweisen, daß bereits den ägyptischen Monarchen eine Vorwarnung vor der Bedrohung präsentiert wurde, die dieses fremde Volk darstellt, und daß sie sich ihrer anzunehmen versuchten. In Exodus 1:9-10 lesen wir:

„Und er sprach zu seinem Volk: Siehe, des Volks der Kinder Israel ist viel und mehr als wir. Wohlan, wir wollen sie mit List dämpfen, daß ihrer nicht so viel werden. Denn wo sich ein Krieg erhöbe, möchten sie sich auch zu unsern Feinden schlagen und wider uns streiten und zum Lande ausziehen.“

Schon damals wurden die Juden also als innenpolitische Bedrohung betrachtet, als eine Rasse, die inmitten des Volkes, das sie beherbergt, stark und mächtig wird und die zusätzlich dazu imstande ist, es an seine Feinde zu verraten, wann immer sich eine passende Gelegenheit ergeben könnte. Die Folge war die sogenannte „Gefangenschaft“ in Ägypten, der erste Fall von praktischen antisemitischen Maßnahmen, die in der antiken Welt ergriffen wurden.

Ein weiteres Dokument über die Anfänge des Antisemitismus befindet sich im Buch Esther: aus diesem Text können wir ableiten, daß Juden bereits im vierten vorchristlichen Jahrhundert über das ganze persische Reich verstreut waren, wo sie jedoch weit davon entfernt waren, einen guten Ruf zu genießen. Dies sagt Haman zu König Xerxes (Ahasveros) über die Juden jener Zeit:

Da gibt es ein Volk, verstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Provinzen deines Königreiches! Und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden, und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht; und es ist dem König nicht angemessen, sie gewähren zu lassen. (Esther, 3:8).

Es ist interessant, diese Passage in der griechischen Ausgabe des Textes zu lesen, denn dort wird der jüdische Charakter noch anschaulicher hervorgehoben. Hier lesen wir hinsichtlich des Erlasses des arischen Königs gegen die Juden:

Als ich meine Berater fragte, wie dies bewerkstelligt werden könnte, wies Haman – der uns im gesunden Urteilsvermögen überragt und wegen seines unveränderlichen guten Willens und seiner unerschütterlichen Treue angesehen ist, und der den zweiten Platz im Königreich errungen hat – uns darauf hin, daß unter all die Nationen der Welt ein bestimmtes feindseliges Volk verstreut lebt, das Gesetze hat, die im Widerspruch zu jenen jeder Nation stehen und das ständig die Anordnungen der Könige mißachtet, sodaß die Einigung des Königreichs, die wir in Ehren beabsichtigen, nicht herbeigeführt werden kann. Wir verstehen, daß dieses Volk, und nur es allein, in ständigem Gegensatz zu jeder Nation steht, in perverser Weise eine seltsame Lebensart und seltsame Gesetze befolgt und unserer Regierung übel gesonnen ist und Schaden anrichtet, wo es nur kann, sodaß unser Königreich keine Stabilität erlangen kann.

Daher haben wir angeordnet, daß diejenigen, die euch in den Briefen von Haman bezeichnet werden, der die Leitung in der Angelegenheit hat und unser zweiter Vater ist, alle – einschließlich Ehefrauen und Kindern – am vierzehnten Tag des zwöflten Monats Adar dieses Jahres vollständig durch die Schwerter ihrer Feinde vernichtet werden sollen, ohne Mitleid oder Hemmung, sodaß diejenigen, die seit langem feindselig gewesen sind und es bleiben, innerhalb eines einzigen Tages gewaltsam in den Hades eingehen können und unsere Regierung danach völlig sicher und ungestört ist.

Im biblischen Text jedoch endet die Episode mit einem Sieg der Juden, die in der Lage sind, Rache an Haman zu nehmen und die Gunst des Königs zu gewinnen (es ist bedeutsam, daß dies dank der Jüdin Esther erreicht wird und indem man einen Juden zum königlichen Amtsträger wählen läßt: ein wohlbekannter mos judaicus). Jedenfalls informiert uns der Text darüber, daß sich schon im Persien des vierten vorchristlichen Jahrhunderts eine Front des antisemitischen Widerstands gebildet hatte, die bereits dieselben jüdischen Eigenschaften verurteilt hatte, auf die Polemiker in späteren Zeiten bis zum heutigen Tag die Aufmerksamkeit gelenkt haben.

Ab dem vierten vorchristlichen Jahrhundert breitet sich das Judentum immer mehr über die antike Welt aus, und dementsprechend wird die Abneigung gegen die Juden stärker, zuerst in der griechischen Welt und dann in der lateinischen.

Nun darf man nicht den Fehler machen zu glauben, daß die Diaspora der Juden mit der zweiten Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) begann, und daß sie daher das Ergebnis äußerer Ursachen war. Damals hatten die Juden sich schon seit einiger Zeit aus ihrem eigenen freien Willen und in Verfolgung ihrer eigenen Interessen über die gesamte Mittelmeerwelt ausgebreitet. Als zum Beispiel der persische König Kyros ihnen erlaubte, wieder nach Hause zu gehen, dachten die meisten Juden nicht im Traum daran, die Wirtsländer zu verlassen, die sie als ihre „Gefangenschaft“ bezeichnet hatten: sie machten gute Geschäfte, hatten Reichtum und Grundbesitz angehäuft, und die Vorstellung einer Repatriierung in ihr ärmliches Heimatland war keine verlockende Aussicht. Genau dasselbe trifft auf die Führer der über die Welt verstreuten Diaspora zu, die mitleidig über diejenigen grinsen, die einen „zionistischen“ Staat in Palästina erbauen wollen und von ihnen erwarten, daß sie ihre großartigen Kommandopositionen unter den arischen Völkern aufgeben und sich in diesen schäbigen Flecken asiatischen Landes zurückziehen. An diesem Punkt in der Geschichte, bereits im Zustand eines freiwilligen Exils in der antiken Mittelmeerwelt, das heißt, vor der sogenannten Diaspora, manifestierten die Juden ihren Charakter einer Rasse ohne ein Heimatland, parasitisch und feindselig gegenüber dem Rest der Menschheit in ihrer Gesamtheit, ständig bereit, sich den Reihen der Feinde des Staates anzuschließen, der sie beherbergt und sogar beschützt hat, von dem Moment an, wo jene Feinde sich als stärker als ihre Wirtsnationen erweisen. Aus der Sicht der griechischen Zivilisation ist das charakteristischste Urteil über die Juden jenes von Apollonius Molon (erstes vorchristliches Jahrhundert), der die Juden „die blödesten aller Barbaren“ nannte, „die das einzige Volk sind, das keine nützliche Erfindung zur Zivilisation beigetragen hat“ (Apud Josephus Flavius, Contra Apionem, II, 148).

Später nannte der heilige Hieronymus (XX, S. 14) den Samen Israels in einer obskuren, aber tiefschürfenden Intuition, die in mythischer Sprache ausgedrückt wurde, „typhonisch“, was äußerst bedeutsam ist. Typhon-Set repräsentierte in der ägyptischen Mythologie den Feind des Sonnengottes, die Macht einer dämonischen Unruhe, und daher wurden die „Söhne von Set“ auch „die Söhne der ohnmächtigen Rebellion“ genannt: schon in der antiken Welt agierte das jüdische Element als Ferment dunkler und unaufhörlicher Aufwiegelung, der langsamen Korrosion und plötzlichen Revolte. Wir wissen, daß diese Revolte ab der Zeit des Kaisers Claudius auch greifbare und direkte Formen annahm, zahlreiche Konflikte zwischen Juden und Nichtjuden in Ägypten und Syrien sind dokumentiert, wobei bereits eine Verbindung zwischen revolutionärer politischer Aktivität und einem wirren messianischen Mystizismus hervortrat, der von „prophetischen“ Aufrufen befeuert wurde, deren wiederkehrendes Thema war, daß Israel auserwählt sei, über alle Nationen zu herrschen. In dieser Hinsicht ist es auch interessant festzuhalten, daß die moralischen Motive, die ursprünglich zur antisemitischen Haltung der Römer beitrugen, jenen extrem ähnlich sind, die zum Verbot des Dionysius-Kultes führten (vgl. Leipoldt, Antisemitismus in der alten Welt, Leipzig, 1933, S. 5 und 17): der jüdische Geist erschien ihnen höchst verdächtig, und die Römer beschuldigten die Juden sogar des „Atheismus“, nachdem ihr auf ihren einzigen Gott fokussierter religiöser Exklusivismus zusammen mit einer intensiven Bekehrungstätigkeit den Römern zu Recht in der Praxis als Äquivalent zur Verneinung der Kulte und religiösen Traditionen aller anderen Völker erschien – gegenüber denen die Juden doch ihre arrogante Verachtung nicht verbargen. Hier seien die Urteile der bekanntesten römischen Antisemiten erwähnt, wie Cicero, Seneca und Tacitus. Cicero erklärte die Notwendigkeit, den „barbarischen Aberglauben der Juden“ zu bekämpfen und wies darauf hin, daß sie ihre Verachtung der Herrlichkeit römischer Macht zur Schau stellten, und er verurteilte diejenigen, die sich von Rom absonderten und auf die ferne Stadt Jerusalem schauten und sie mit Geld unterstützten, das den Kassen der Republik entnommen wurde (Pro Flaccus, 28, 67). Laut Cicero sind Juden und Syrer Rassen, die für die Sklaverei geboren sind (De provinciis consularibus, V, 10). Seneca (apud Agost., Civ. dei, VI, 11) merkte an, daß „die Gebräuche dieses boshaftesten Volkes“ – sceleratissimae gentis consuetudo – so überhandgenommen hätten, daß sie „sich in allen Ländern ausbreiteten, sodaß die Besiegten ihren Eroberern das Gesetz aufzwangen.“ Tacitus geht noch weiter und stellt fest, daß die Juden „all das als profan betrachten, was uns heilig ist; andererseits erlauben sie alles, was wir verabscheuen […] Die früheste Lektion, die sie erhalten, lautet, die Götter zu verachten, sich von ihrem Land zu distanzieren [Tacitus meint das jeweilige Land, in dem die Juden gerade leben] und ihre Eltern, Kinder und Brüder als von geringer Bedeutung zu betrachten. […] die Gebräuche der Juden sind gemein und abscheulich [absurdus sordidusque]. Während der Osten unter der Herrschaft der Assyrer, Meder und Perser stand, wurden die Juden als die niedrigsten ihrer Untertanen betrachtet: aber nachdem die Mazedonier die Vorherrschaft gewannen, machte König Antiochus sich daran, den jüdischen Aberglauben abzuschaffen und die griechische Zivilisation einzuführen; der Krieg gegen die Parther verhinderte jedoch seine Verbesserung dieser niedrigsten aller Rassen [taeterrimam gentem]“ (Hist., V, 3-8).

Der jüdische Aufstand gegen Rom begann, wie wir wissen, unter Nero und endete mit der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.). Aus der Tatsache, daß der Tempel nicht nur dem Erdboden gleichgemacht wurde, sondern auch sein Wiederaufbau verboten wurde, ist ersichtlich, daß die Römer intuitiv den springenden Punkt erfaßten, d. h., die untrennbare Verbindung zwischen der subversiven Aktivität Israels und seinem Glauben, der messianischen „Verheißung“, für die der Tempel ein Symbol ist. Trotzdem erhoben sich unter Trajan und Hadrian neue jüdische Revolutionsbewegungen. Pompea Sabina, Neros Ehefrau, war die einzige jüdische Kaiserin. In späteren Zeiten zeigte der römische Geist schon solch eine Abneigung gegenüber dem jüdischen Element, daß Titus, der eine jüdische Prinzessin, Berenice, zur Mätresse genommen hatte, aus Angst vor der öffentlichen Meinung nicht wagte, sie zu heiraten (Suetonius, Titus, 7 et seq.). Die neueste Forschung auf dem Bereich der Geschichte und Religion hat über allen Zweifel hinaus nachgewiesen, daß ein großer Teil der Verfolgungen und Maßnahmen gegen Christen daran lag, daß die Römer nicht zwischen Christentum und Judaismus unterscheiden konnten und in ersterem eine akute und virulente Form der Bedrohung sahen, die bereits von letzterem dargestellt wurde.

Die wahre Bedeutung des religiösen Aspekts des vorchristlichen und römischen Antisemitismus wird im Allgemeinen mißachtet, nachdem die meisten Menschen mit der oberflächlichen Formel vom „heidnischen Polytheismus“ zufrieden sind, der dem „modernen Geist“ durch eine gewisse schädliche Kultur aufgezwungen werde. In Wirklichkeit waren die Religionen der Antike die Äquivalente der nationalen Traditionen aus einem spirituellen Blickwinkel, wobei die antiken „Götter“ die Seelen der antiken Nationen waren, die Grundlage ihrer moralischen Einigkeit, ihrer ursprünglichen Gesetze und ihrer Weltsicht. Daher warfen die Menschen in der Antike dem Juden mehr oder weniger dieselbe Einstellung vor, die Letzterer in modernen Zeiten zeigen sollte, nachdem die alte jüdische Verachtung für nationale arische Religionen und allgemein für jene Religionen, die vom Römischen Reich (in einem Geist des tiefen Verständnisses) erlaubt und geschützt wurden, dem destruktiven Handeln des jüdisch-freimaurerischen Universalismus und Internationalismus in moderner Zeit entspricht, das gegen jede nationale Kultur und Tradition und gegen jedes Prinzip der Verschiedenheit und Hierarchie gerichtet ist. Zudem stellte sogar ein allgemein neutraler Historiker wie Mommsen fest, daß „der Judaismus bereits in der Antike ein Ferment der nationalen Zersetzung und des Kosmopolitentums war.“

Die entschiedensten Formen des Antisemitismus in der antiken Welt scheinen jedoch in der Zeit entstanden zu sein, in der der Mensch der Antike, und insbesondere die intellektuelle Schicht, auf der Grundlage der neuen imperialen Zivilisation zum Universalismus zu neigen begann. Dies ist kein Widerspruch. Tatsache ist, daß der Universalismus, oder vielmehr der Internationalismus, nur eine äußerliche Seite des Judaismus ist, der jede nichtjüdische Religion nicht im Namen einer wahrhaft universalen Doktrin hasste und verachtete, sondern im Namen seines eigenen Gottes: in anderen Worten, eines bestimmten nationalen Gottes, der keine anderen Götter außer ihm toleriert. Der Antitraditionalismus Israels ist ein Gegenstück zu seinem eigenen Traditionalismus, so wie der Jude in der antiken Welt ebenso wie in der modernen gleichgültig und feindselig gegenüber den Nationalstaaten bleibt, in denen er lebt und Geschäfte macht, während er gleichzeitig strikt seiner eigenen Rasse loyal bleibt und deren Einheit in der Diaspora bewahrt, fast als ein einziges Volk innerhalb aller anderen Nationen.

Hierin liegt einer der Hauptgründe des Antisemitismus in der Antike. Wir beharren darauf, daß derselbe Antisemitismus aus religiösen Gründen in der antiken Welt auf tiefgreifenden Gründen beruhte und einem genauen Wissen um die Natur der Juden entsprach. Wenn der Jude verfolgt und gehasst wurde, weil er seiner Religion treu blieb, dann deshalb, weil bekannt war, daß ein zentrales Element dieser Religion die Verachtung für jeder anderen Religion war, zusammen mit einem Traum, eine „Mission“ zu haben, in der das Volk Israel die Rolle der einzigen „nicht götzendienerischen“ Rasse spielt, die sich und ihre Traditionen bewahren und über alle anderen Nationen herrschen muß.

Sogar wirtschaftliche und soziale Aspekte waren dem Antisemitismus der Antike nicht unbekannt. Schon in der antiken Welt erschienen Anzeichen der Feindseligkeit gegenüber dem Juden als Kaufmann, Kapitalist und Wucherer. Eine Aufzeichnung, die auf das zweite vorchristliche Jahrhundert zurückgeht, enthält die Ermahnung, sich „niemals Geld von Juden zu borgen“, und andere, die die Unehrlichkeit der Juden in Geschäftsangelegenheiten betonen (L. Mitteis – Ulrich Wilcken, Grundzüge und Chrestomathie der Papyrusurkunde, Leipzig und Berlin, 1912, S. 1, 2, n. 56, 57, 60).

Unter anderem ist ein Dokument über einen charakteristischen Fall erhalten geblieben, in dem Juden aus einem Geschäft einen Profit von nicht weniger als 900 % zogen (vgl. Michael Rostovtzeff, Gesellschaft und Wirtschaft im römischen Kaiserreich, Leipzig, 1931, II, S. 322).

Außerdem behaupten die Juden, daß der Talmud eine späte Ausgabe von Regeln und Gesetzen ist, die bereits seit langer Zeit in Kraft gewesen waren, und es ist wohlbekannt, daß der Talmud alle Arten von Täuschung und Unehrlichkeit im Umgang mit den Goyim, das heißt, mit Nichtjuden, „Götzendienern“, legitimiert und sogar vorschreibt. Und die Tatsache, daß Juden schon in der römischen Welt ein System von Cliquen etabliert hatten, widerspiegelt sich zum Beispiel in der vierten Satire von Juvenal, die den schädlichen Einfluß des Judentums in Rom anmerkte, der so weit ging, daß ehrgeizige junge Karrieristen „nicht zögern, sich beschneiden zu lassen.“ Auf allgemeiner Ebene ist angemerkt worden, daß die jüdische Art, sich menschliche Beziehungen mit dem Göttlichen vorzustellen, Beziehungen, die durch einen merkantilen Mechanismus von Austausch und Belohnungen charakterisiert werden, von do ut des [„Ich gebe, damit du gibst“], eine merkantile Geisteshaltung manifestiert; eine Geisteshaltung jedoch, die nichts als Verachtung bei den arischen Völkern hervorrufen konnte, die an eine andere Art von Moral und Verhalten gewöhnt waren. Wir wissen, daß bereits im Alten Gesetz, der Thora, die messianische Idee eng mit Reichtum und irdischen Besitztümern verbunden ist, was den Samen der kapitalistischen Spekulation und letztlich der Wirtschaft als Instrument der Macht in den Plänen Israels pflanzte.

Somit erweckten die Juden schon in der Antike aus religiösen Gründen (die jedoch eng mit dem national-politischen Faktor verbunden waren, wie bereits hingewiesen wurde), aus ethischen Gründen und aus wirtschaftlichen Gründen Gefühle der Abneigung und Feindseligkeit, völlig unabhängig von irgendeiner christlichen Grundlage. Und die Juden waren sich dessen voll bewußt: in dieser Hinsicht ist es charakteristisch, daß der Talmud (Jeb., 47 a, b) vorschreibt, daß die Vertreter des Judaismus einen „Heiden“ der ein Jude werden möchte, daran erinnern müssen, daß diese Religion „von der ganzen Welt gehasst wird.“ Dies wird von den Rabbis verlangt, damit Neophyten vorab der volle Ernst ihres Entschlusses bewußt gemacht wird.

Nach dieser extrem kurzen Untersuchung können wir also schlußfolgern, daß wir denjenigen, die uns heute sagen, daß Antisemitismus „eine Mode“ ist, oder daß wir in uns unwissentlich die Vorurteile eines mittelalterlichen Obskurantismus tragen, der auf christlichem Fanatismus beruht, mit einem mitleidigen Lächeln antworten sollten: Der Antisemitismus hat eine weit ältere „Tradition.“

Das Studium der Zeugenaussagen aus der Antike und die Vertrautheit damit können effektiv zur Formulierung des jüdischen Problems in objektiven Begriffen beitragen, die konfessionelle Teilungen überwinden, und zur Erkenntnis einer fundamentalen Kontinuität und Fortdauer der Quellen des Antisemitismus. Und in gleichermaßen objektiver Weise kann man auch das positive Gegenstück zum Antisemitismus bestimmen, das heißt, einen Satz von Werten, die wirklich in der Lage sind, die Antithese zum jüdischen Geist und Charakter darzustellen. Wir werden nicht müde werden zu wiederholen, daß die letztere Aufgabe in der Tat die wesentliche ist, um die Gefahr zu vermeiden, gegen den Feind Ideen einzusetzen, die, wenngleich in unterschiedlicher Form, von demselben Bösen befallen sind, das man bekämpfen möchte. Und obwohl dies heute manchmal der Fall sein mag – und in solchen Fällen kann man vom Antisemitismus zu Recht sagen, daß er nur eine „Mode“ und ein polemisches Instrument ist -, kann man völlig sicher sein, daß das bei uns nicht der Fall ist.

Anmerkung:

[1] La Vita Italiana, Juni 1937: „Gli ebrei in Italia e il vero problema ebraico” [„Juden in Italien und das wahre Judenproblem”]. Vgl. die beiden Essays „Il problema ebraico dal punto di vista dell’Impero” [„Das jüdische Problem aus dem Blickwinkel des Imperiums”], in Lo stato, Oktober 1937, und „Erscheinungsformen der Judenfrage im heutigen Italien”, in Braune Wirtschafts-Post, Nr. 10, September 1937, und die zehn Punkte zur Judenfrage, die als Anhang zur italienischen 1937er-Ausgabe der Protokolle der Weisen von Zion veröffentlicht wurden.

Kommentar von Captain John Charity Spring MA aus dem Originalstrang von Counter-Currents [Link vom Übersetzer eingefügt]:

Potiphars Frau war die erste #Metoo.

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Anmerkung des Übersetzers:

„ständig bereit, sich den Reihen der Feinde des Staates anzuschließen, der sie beherbergt und sogar beschützt hat, von dem Moment an, wo jene Feinde sich als stärker als ihre Wirtsnationen erweisen“

Da ist mir sofort die Stelle in Historischer Hintergrund zum Zweiten Weltkrieg von William Joyce eingefallen wird, wo beschrieben wird, wie die Juden nach dem von ihnen geförderten Sieg der Puritaner unter Oliver Cromwell im Englischen Bürgerkrieg aus Holland wieder nach England zurückmigrierten, von wo sie im Jahr 1290 von König Edward I. auf Druck seiner Barone verbannt worden waren. Dabei zogen sie ihre Geldmittel aus Holland ab, das daraufhin seine Bedeutung als Finanz- und Handelszentrum zu verlieren begann. „Und innerhalb von 20 Jahren zog England dreimal gegen Holland in den Krieg.“ Gegen das Holland, das den Juden zuvor vier Jahrhunderte lang Zuflucht und eine lukrative Geschäftsbasis gewesen war!

Siehe auch:

Rasse und Juden: Stimmen aus der Antike von Tanstaafl

Roth und Weiss und der Diasporismus von Tanstaafl

Zionismus, Globalismus und die „Israel-Lobby“ von Manfred Kleine-Hartlage

Juden gegen die Alternative Rechte: Lehren aus der Geschichte von Andrew Joyce wegen der Parallelen zur Behauptung von wegen Antisemitismus als importierte Ideologie (undeutsch, unfranzösisch, unamerikanisch, etc.)

Haman: Erbe Amaleks von Rabbi Shraga Simmons

Es ist alles biologisch, Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4 von Kevin Alfred Strom

Paulus: Der Erfinder des Christentums von Michael Zick

Jahwe im Alten Testament von Osimandia

Mai 68: Der jüdische Messianismus auf der Straße von Hervé Ryssen

Die religiösen Ursprünge des Globalismus von Hervé Ryssen

Die Psychopathologie des Judentums von Hervé Ryssen

Warum Juden für „Vielfalt“ sind von mir

Stimmen unserer „Freunde“ von mir

Traditionelle jüdische Ethik von Kevin MacDonald

Die Mesira-Mentalität: Gesetze sind dazu da, um gebrochen zu werden von Kevin MacDonald

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Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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6 Kommentare

  1. Wie viele Leser wissen werden, mag ich den Aristokratenschnösel Julius Evola an sich ja nicht, aber dieser Artikel von ihm ist wirklich wertvoll. Unter anderem widerlegt auch er hier die bei vielen Zeitgenossen immer noch gängige Legende, daß die Juden sich in der Welt zerstreuen „mußten“, weil die Römer sie nach dem Bar-Kochba-Aufstand von 132-135 n. Chr. aus Palästina vertrieben hätten.

    Immerhin gab es schon viel früher eine lebhafte jüdische Diaspora-Szene in der römisch dominierten Mittelmeerwelt, in die sich die Juden offenbar freiwillig ausgebreitet hatten. So stammte zum Beispiel der „Apostel“ Paulus, der Erfinder des Christentums, wie im gleichnamigen Artikel von Michael Zick nachzulesen ist, „aus Tarsus, der weltoffenen Hafenstadt an der südöstlichen Mittelmeerküste Kleinasiens [in der heutigen Türkei]. Er war griechisch sprechender Jude in der hellenistisch geprägten Region, der seine jüdische Tradition eifrig pflegte.“

    Zu einem nicht genau bestimmten Jahr um die Zeitenwende dort geboren (nach manchen Quellen 9 n. Chr.) hatte er 33 n. Chr. sein „christliches Erweckungserlebnis“ und unternahm von 48 – 62 n. Chr. vier Missionsreisen durch die antike Mittelmeerwelt. Und überall fand er blühende jüdische Gemeinden vor, auf die gestützt er christliche Gemeinden gründete:

    „Paulus’ Anlaufstelle in einer fremden Stadt war zunächst die Synagoge, wo er in der hellenistisch geprägten Welt des östlichen Mittelmeerraums stets weltoffene Juden als Ansprechpartner fand, die sich mehr an der örtlichen Synagoge als am strengen, aber fernen Tempel in Jerusalem orientierten. Daneben hatte jede jüdische Gemeinde einen Kreis von Sympathisanten, die „Gottesfürchtigen“. Sie gingen mit der Ethik und dem Monotheismus der Juden konform, akzeptierten aber nicht die strikte Abgrenzung gegen andere Völker und die strengen Gesetze der Thora. Und sie wichen vor dem letzten Schritt, der Beschneidung, zurück. Das war eine endgültige und – etwa im Bad – sichtbare Entscheidung, die einem städtischen Beamten oder Soldaten nur Scherereien einbrachte: Die Juden waren in römischen Augen Störenfriede und Aufwiegler. Ihnen war Paulus hochwillkommen mit seinem Versprechen, daß man sehr wohl den Einen Gott verehren könne, ohne sich beschneiden zu lassen.“

    Im Jahr 40 n. Chr. kamen auch fünf jüdische Emissäre aus Ägypten als Bittsteller zu Kaiser Gaius Caesar Augustus Germanicus, genannt „Caligula“. Eine Schilderung davon gibt es in GEO EPOCHE Nr. 54 „Rom – Die Geschichte des Kaiserreichs“:

    Die Männer um Philo sind von der jüdischen Gemeinde in Alexandria in einer ernsten Angelegenheit nach Rom geschickt worden. Sie sollen beim Kaiser das Bürgerrecht für die Juden in der Stadt an der Mittelmeerküste erwirken und somit den Schutz vor Verfolgungen.
    Denn zwei Jahre zuvor ist die Gemeinschaft Opfer eines Pogroms geworden. Häuser wurden geplündert, wohl Tausende Juden erschlagen, gekreuzigt, verbrannt. Frauen mussten im Amphitheater der Stadt unter dem Gejohle der fanatischen Menge Schweinefleisch essen. Und Roms Statthalter Aulus Avillius Flaccus hatte dem nicht nur tatenlos zugeschaut, sondern den Mob sogar zu den Übergriffen angestachelt.

    Zwar hat Caligula mittlerweile Flaccus abberufen. Aber die Lage ist nach wie vor bedrohlich. Der Einzige, der den Juden unter diesen Umständen künftig Sicherheit bieten könnte, wäre der Kaiser. Sein Machtwort würde alles verändern.

    Doch noch ehe die Emissäre ihre Argumente vollends vortragen können, unterbricht sie Caligula und entlässt sie abrupt. Ohne Bescheid.

    [….]

    Ein paar Monate später wird Kaiser Claudius die Entscheidung fällen, die sein Vorgänger und Neffe Caligula versäumt hat – oder nicht treffen wollte.

    [….]

    Auch die Juden aus Alexandria erhalten im Herbst 41 schließlich Nachricht. Der Kaiser, bei dem sie auf dem Esquilin vorgesprochen haben, mag tot sein. Doch der neue Herrscher kennt ihr Anliegen genau, aus den Akten und durch weitere Eingaben, die ihn zwischenzeitlich aus Ägypten erreicht haben.

    Claudius schickt einen ausführlichen Brief nach Alexandria (die Kopie auf Papyrus hat sich der Nachwelt erhalten). Darin fordert er beide Seiten zu friedlichem Zusammenleben auf. Während die griechischen Alexandriner sich ihren jüdischen Mitbürgern gegenüber künftig respektvoll verhalten sollen, wird den Juden zur Auflage gemacht, nicht mehr als die ihnen bisher zugestandenen Privilegien einzufordern und zudem keine weiteren Juden in die Stadt zu holen.
    Zugleich weist Claudius sie „ausdrücklich“ darauf hin, dass sie sich unterstehen sollen, wieder eine Delegation nach Rom zu schicken. Die Botschaft ist eindeutig: Mit dem Bescheid sollen Alexandrias Juden nun zufrieden sein – und den Kaiser fortan in Ruhe lassen.

    Schon wieder „Verfolgungen“ von Juden!
    Nachdem Caligula damals noch keine Möglichkeit hatte, schnell in Alexandria anzurufen, um die Behauptungen der Juden über das Ausmaß der „Pogrome“ nachzuprüfen, und es auch weder Film- noch Bildberichte gab, kann man schon argwöhnen, daß die Klagen der jüdischen Delegation aus Alexandria ähnlich übertrieben waren wie die jüdische Version zu den Pogromen im Osteuropa des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts – siehe dazu die dreiteilige Artikelserie von Andrew Joyce:

    Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage
    Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten
    Mythen und die russischen Pogrome, Teil 3 – Die jüdische Rolle

    Auf jeden Fall ging es da um Tausende Juden, die da getötet worden sein sollten, was unabhängig davon, ob das mit den Tötungen stimmt oder nicht, auf eine jüdische Population von vielen Tausend in Alexandria schließen läßt. Und das war nur eine (wenn auch besonders bedeutende) der vielen jüdischen Gemeinden im gesamten Römischen Reich. Unter der Annahme, daß es in diesem Reich etwa hundert jüdische Gemeinden mit durchschnittlich etwa fünftausend Mitgliedern gegeben haben könnte, käme man schon auf eine halbe Million Juden unter den geschätzten 55 Millionen Einwohnern des Imperium Romanum, was einem ca. 1prozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung entsprechen würde. Das wäre etwa die Hälfte ihres Anteils an der heutigen US-Bevölkerung oder mehr als ihre prozentuale Repräsentation im heutigen Europa. Vielleicht waren es weniger, vielleicht auch mehr, aber das wäre ungefähr die Größenordnung ihrer Präsenz in der Welt der griechisch-römischen Antike. Und das zusätzlich zum in Palästina verbliebenen Teil ihres Volkes.

    In meinem alten Lexikonwerk aus der Mitte der 1970er (Bertelsmann-Lexikothek Band 5, 1973, 1975, ISBN 3-570-06555-3) steht unter „Juden“ über die jüdische Geschichte zwischen dem Ende der „Babylonischen Gefangenschaft“ und der spätrömischen Antike:

    Ein Teil der Deportierten machte von der Heimkehrerlaubnis des Perserkönigs Kyros (538 v. Chr.) Gebrauch und begann mit einem Wiederaufbau des Jerusalemer Tempels (vollendet um 515 v. Chr.).

    Der Wiederaufbau Jerusalems und die Neukonstituierung der jüdischen Kultgemeinde unter persischer Herrschaft ist im Wesentlichen das Werk Nehemias und Esras (zwischen 445 und 430 v. Chr.); die politische und religiöse Führung des Judentums lag in den Händen des Hohenpriesters. Die in Babylonien verbliebenen Juden, z. T. durch Handel reich geworden, unterstützten den Wiederaufbau der Heimatgemeinde. Sie verbreiteten sich im Gefolge der Perserkönige sowie Alexanders des Großen und seiner Nachfolger über ganz Vorderasien und den Mittelmeerraum. Besonders große Bedeutung gewann die jüdische Diaspora in Ägypten (Alexandria, auch die Militärkolonie von Elephantine), über deren Entstehung wir jedoch sehr wenig wissen. Die Herrschaft über Palästina ging 198 v. Chr. von den ägyptischen Ptolemäern auf die syrischen Seleukiden über. Gegen sie richtete sich der Aufstand der Makkabäer (Beginn 166 v. Chr.), der zur Wiederherstellung der politischen Unabhängigkeit führte.

    63 v. Chr. kam Judäa endgültig unter die Herrschaft der Römer (Scheinkönigtum Herodes’ des Großen). Der Aufstand 66 – 70 n. Chr. endete mit der Zerstörung Jerusalems durch Titus und dem Verlust der letzten Reste politischer Autonomie; der Jerusalemer Tempel wurde seither nicht wiederaufgebaut.
    Die Erhebungen des Weltjudentums gegen Trajan 116-117 und der palästinensischen Juden unter Bar Kochba gegen Hadrian 132-135 führten zur Vertreibung des größten Teils der jüdischen Bevölkerung aus Jerusalem; doch blieben die Juden, sofern sie den römischen Gesetzen gehorchten, den anderen Untertanen gleichgestellt. Nach der Anerkennung des Christentums als Staatsreligion verschlechterte sich die Stellung der Juden im römischen Reich in mancher Hinsicht, doch wurden sie nicht verfolgt.

    Wohlgemerkt: aus Jerusalem vertrieben, nicht aus ganz Palästina! Und schon damals gab es ein Weltjudentum, das sich in den nichtjüdischen Ländern aufsässig verhielt, in das es freiwillig übersiedelt war. Die LEXIKOTHEK weiter:

    Nach dem Untergang des jüdischen Staatswesens begann die Massenzerstreuung der Juden über Vorderasien, Nordafrika und den Mittelmeerraum und damit trotz fortdauernder Einheitlichkeit des Rassischen und Religiösen eine vielfältige Sonderentwicklung der Juden unter ihren Gastvölkern; nach und nach bildeten sich die Unterschiede zwischen Sephardim und Aschkenasim heraus. Mit den römischen Legionen kamen sie bis nach Gallien, England und Deutschland, wo sie z. T. auch nach Abzug der römischen Truppen zurückblieben. Auch in den frühgermanischen Reichen der Völkerwanderungszeit, die die Juden als Händler im gesamten römischen Reich, vor allem auch in Gallien und am Rhein vorfanden, wurden sie nicht verfolgt. Stellenweise genossen die Juden sogar eine Privilegierung ihrer eigenen religiösen, handels- und familienrechtlichen Gesetze und Gewohnheiten.

    Wie ich schon früher erwähnt habe, kann ich mir durchaus vorstellen, daß die Juden nach einem Untergang des weißen Westens – falls es dazu käme – und ihrem Wirtswechsel nach Asien ihre Geschichte in Europa zu einer „Europäischen Gefangenschaft“ umlügen werden, die zweitausend Jahre gedauert habe und für die die Resteuropäer eine mindestens zweitausendjährige oder auch ewige Schuldknechtschaft verdienen würden.

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  2. Hat dies auf My Blog rebloggt.

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  3. Harald

     /  Januar 19, 2018

    Besten Dank für die Übersetzung, der Beitrag ist eine sehr umfangreiche Referenz zur Aufklärung.

    Antwort
  4. ALI BABA und die 4 Zecken

     /  Januar 20, 2018

    Ein weißer Jude ist demzufolge der gewünschte Messias?

    Antwort
  5. Den Kommentar von Ali Baba habe ich nur ausnahmsweise freigeschaltet, damit ihr anderen ein Beispiel dafür seht, was für Dummscheiß ich immer wieder auch von, sagen wir mal, Nicht-Linken wegfiltern muß. Hier auf Morgenwacht gilt nach wie von das Motto:

    „Stupid People Come Not Here.“

    Antwort
  6. Ullrich M.

     /  Januar 21, 2018

    Danke für den Artikel und für die Ergänzung aus deinem alten Lexikon, solche Informationen würden sonst wohl im Regal verstauben.

    Mich erschreckt manchmal wie viele Juden sich an der Neurechten beteiligen, durch ihre Ressourcen teilweise in sehr zentralen Positionen. Zuerst dachte ich natürlich sie wollen die Bewegung „ablenken“ und in koscheren Bahnen halten, was z.T. sicher auch stimmt. Aber im Endeffekt landet doch jeder der sich lange genug mit Feminismus-, Islam- oder Marxismuskritik befasst, in denen viele Juden sich als Wortführer darstellen wollen, an der selben Wurzel (ausgenommen derer die sich aus vermeintlich moralischen Gründen prinzipiell dagegen verwehren). Das kann den Juden doch nicht entgehen. Ausserdem finde ich interessant, dass archive.is, duckduckgo, ixquick und bing.com als Bestandteile alternativer Recherche alle von jüdischen Unternehmern gegründet wurden). Wohin man blickt trifft man auf sie, da muss ich an die Metapher von Alice im Wunderland und dem Hasenbau denken, wobei Alice ja nicht weiss dass ihr dieser Weg von Fremden quasi vorgelegt wurde, so kann man sich ja auch manchmal fühlen.

    Ziehen sie vielleicht einen Vorteil aus dem zwangsläufig wachsendem Antisemitismus und haben „hinter den Kulissen schon was vorbereitet“, das uns dann auf die Füße fallen soll (womit ich absolut nicht sagen will dass wir uns irgendwie fügen sollten)?

    Schöne Grüße und weiterhin frohes Schaffen

    Antwort

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