Morgenwacht: Wenn alles dunkel ist, macht Licht!

WAS KEINER WAGT

Was keiner wagt, das sollt Ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus.
Was keiner denkt, sollt Ihr befragen,
Was keiner anfängt, das führt aus!

Wo keiner ja sagt, sollt Ihr’s sagen,
Wo keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wo alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wo alle mittun, steht allein!

Wenn alle loben, habt Bedenken,
Wenn alle spotten, spottet nicht.
Wenn alle geizen, wagt zu schenken,
Wenn alles dunkel ist, macht Licht!

Von der letzten Zeile dieses Gedichts von Walter Flex leitet sich auch mein Nick ab: Lucifex – der „Lichtmacher“.

Der Name dieses Blogs – Morgenwacht – wurde (obwohl kein SF-Blog) vom SF-Roman „Der graue Prinz“ von Jack Vance inspiriert, dessen Einführung ich nachfolgend zitiere:

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Tavernenrunde 2021/2022 „Last Saloon on Earth“

Wieder einmal eine neue Tavernenrunde… so wie ich derzeit drauf bin, diesmal in Dope Riders Lieblingstränke:

Die Wiedergabe der Szene in der „Taverne zum Alten Phönix“ in Poul Andersons Fantasyroman „Ein Mittsommernachtssturm“ mit ihren Bezügen zu einem Internet-Treffpunkt für uns Counter-Jewhadis ist in der ursprünglichen Tavernenrunde 1 sowie etlichen späteren nachzulesen.

Interessante Diskussionsstränge aus früheren Tavernenrunden:

Tavernenrunde 2: Diskussion über AltLite, AltRight, Meme Magic, Trumpismus, Pepe the frog etc., ab diesem Kommentar von Luftpost

Tavernenrunde 3: Lange Diskussion über die Alt-Rightosphäre, Anglin, Daily Stormer, weev, „White Sharia“, das Feminismusproblem und das Mann-Frau-Verhältnis im weißen Abwehrkampf, ab diesem Kommentar von Luftpost

Tavernenrunde 5: Der Libertarianismus- und Elitismus-Austausch, ab diesem Kommentar von branfendigaidd

Tavernenrunde 6:

Der „Exo-Juden / Judeo-Aliens“-Austausch, ab diesem Kommentar von mir (als Deep Roots)

Der „Hopium“-Strang, ab diesem Kommentar von Luftpost

Tavernenrunde 7: Der Abgang von Nuada im Siechkobel und ihr Erscheinen bei uns, sowie die anschließende Diskussion über die Zustände im Siechkobel und über die „rechte“ Szene, „Mount Stupid“ etc., ab diesem Kommentar von pils

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Feuerfall (17): Sturmbringer?

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias LucifexDies ist Kapitel 17 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm(2) Babylon 6(3) Puffy & Jack(4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch(6) Zur Welt der hundert Meere(7) Höllenkurtisane(8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch(10) Über das Meer(11) Glasscherben am Strand(12) Zwischen Abend- und Morgendämmerung(13) Caravanserai, (14) Spuren (Gimme Shelter), (15): Unter den Friedhofsmonden und (16) Feuerfall.

Kapitel 17:   S T U R M B R I N G E R ?

Zwei Tage nach dem Abflug von Ssrranth erreichten wir Dhroxharkh. Dessen innerster Mond Bethyda wies einen siebzig Kilometer weiten Krater auf, wo Babylon 6 gewesen war, und befand sich nicht mehr in seinem alten Orbit. Von den Anlagen auf Bethyda war nur die Portalstation nahe dessen Nordpol übrig, von der die Wurmlochverbindungen über Epsilon Indi und Proxima Centauri nach Luna führten. Da sie ihre eigene Energieversorgung besaß und fast ein Viertel des Mondumfangs von Babylon 6 entfernt lag, war sie der Vernichtung entgangen, wenn auch mit Bebenschäden.

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Feuerfall (16): Feuerfall

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias LucifexDies ist Kapitel 16 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm(2) Babylon 6(3) Puffy & Jack(4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch(6) Zur Welt der hundert Meere(7) Höllenkurtisane(8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch(10) Über das Meer(11) Glasscherben am Strand(12) Zwischen Abend- und Morgendämmerung(13) Caravanserai, (14) Spuren (Gimme Shelter) und (15): Unter den Friedhofsmonden.

Kapitel 16:   F E U E R F A L L

Als wir uns Aker’shai von außen näherten, war der Großteil des hochgeschleuderten Schutts schon wieder in die Atmosphäre zurückgefallen und hatte sie dabei zusätzlich aufgeheizt. Sechzehntausend Kilometer unterhalb des Mondes wurde die weichende Nacht von der Glut eines Lavameeres erhellt, über dem eine riesige Wolke aus Dampf und Rauch viele Kilometer hoch in die Stratosphäre stieg. Was wie ein Geäder von Lavaströmen aussah, war in Wirklichkeit ein Netzwerk von Gewässern, die in diesem flachen Land zwischen verkohlten Waldflächen mäandrierten und das rote Glühen reflektierten, das von der Wolke zurückgestrahlt wurde. Dem Osten zu spiegelte sich zunehmend das goldene Licht des Morgenhimmels auf den Wasserflächen.

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Feuerfall (15): Unter den Friedhofsmonden

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias LucifexDies ist Kapitel 15 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm(2) Babylon 6(3) Puffy & Jack(4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch(6) Zur Welt der hundert Meere(7) Höllenkurtisane(8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch(10) Über das Meer(11) Glasscherben am Strand(12) Zwischen Abend- und Morgendämmerung(13) Caravanserai und (14) Spuren (Gimme Shelter).

Kapitel 15:   U N T E R   D E N    F R I E D H O F S M O N D E N

Bei unserer Ankunft wartete die Arduinna schon im Orbit über Thrian’shai, langsam um ihren Schwerpunkt rotierend wie ein Bumerang. Ihr Besitzer hatte also die Bordschwerkraft schon abgeschaltet und begnügte sich mit dem Viertel der Erdschwere, das durch die Fliehkraft erzeugt wurde – eine Option, auf die er bei dem Entwurf Wert gelegt hatte. Das war auch ein Grund für die gewählte Länge von hundertvierzig Metern gewesen; ein weiterer waren die vier um die Längsachse eingebauten langen Ionenstrahler, von denen die Galciv-Behörden nichts wissen durften, nachdem die kurzen schwenkbaren Exemplare beiderseits des Vorderrumpfs gerade noch genehmigt worden waren.

Als wir auf ein paar hundert Meter herangekommen waren, ließen sich zwei Gestalten aus dem Heck der Arduinna fallen und kamen mit dessen Tangentialgeschwindigkeit auf uns zu. Die größere im grauen Raumanzug war natürlich Merton Wiener, aber die zweite in Blau war ein Überraschungsbesuch. Innerhalb einer knappen Minute schwebten sie über die Kluft zwischen den Schiffen, bremsten mit ihren Anzugantrieben ab und steuerten auf unsere Hauptluftschleuse zu. Sobald sie drin waren, ließ ich die Lyensai aus dem Orbit beschleunigen und ging zur Schleuse, um die Gäste in Empfang zu nehmen.

Der Druckausgleich war schon beendet, als ich hinkam, und die beiden öffneten gerade die innere Luke. Während die blaue Gestalt die Schleuse hinter sich schloß, stellte die graue einen mitgebrachten Vakuumkoffer hin und nahm den Helm ab. Wie erwartet, war es Merton Wiener, der mich mit einem kurzen „Hallo Drac“ begrüßte und danach seinen Raumanzug abzulegen begann. Die zweite Person – den Körperformen nach eine Frau – hatte währenddessen gewartet, bis ich meine Aufmerksamkeit ihr zuwandte, und hob nun mit einem „Ta-dah!“ ebenfalls ihren Helm vom Kopf.

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Feuerfall (14): Spuren (Gimme Shelter)

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 14 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6, (3) Puffy & Jack, (4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch, (6) Zur Welt der hundert Meere, (7) Höllenkurtisane, (8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch, (10) Über das Meer, (11) Glasscherben am Strand, (12) Zwischen Abend- und Morgendämmerung und (13) Caravanserai.

Kapitel 14:   S P U R E N   ( G I M M E   S H E L T E R )

„Ausgezeichnet“, murmelte Nirdol und schnüffelte am geschweiften Hals des Glaskolbens, der auf einem antik aussehenden bronzenen Dreifuß vor ihm stand. Den leise fauchenden Brenner unter dem Gefäß hatte er gerade weggestellt. „Ausgezeichneter Stoff.“ Welche Substanz er da erhitzt hatte, verriet er mir nicht.

Ich blieb geduldig vor ihm stehen, so wie ich gerade vom Landedeck unter seinem Penthouse heraufgekommen war, wo mein Nouris-Beiboot neben zwei anderen Flugmaschinen parkte. Anviur-Diener hatten mich wieder mit einer diesmal dunkelgrünen kimonoähnlichen Robe ausgestattet, unter der ich nichts Eigenes tragen durfte. Als Nirdol mich weiter ignorierte, betrachtete ich die Sachen auf seinem Arbeitstisch und wunderte mich über seinen Hang zu einer Kombination aus hypermodern und retro, die sich neben dem Bronzedreifuß auch an der mechanischen Waage und dem Computerterminal zeigte. Auch andere Gegenstände hinter mir im Raum deuteten darauf hin.

„Gleich bin ich hier fertig“, wandte er sich endlich an mich. „Vielleicht möchten Sie einstweilen meiner Geschäftspartnerin Gesellschaft leisten?“

„Gerne.“ Ich ging um seinen Arbeitsbereich herum zu der hageren Frau, die an der riesigen Fensterfront stand und sich bei meinem Eintreten vom Panorama der Stadt Altavor abgewandt hatte. „Freut mich, Sie zu sehen, Herr Flint“, begrüßte sie mich in fast akzentfreiem Deutsch. „Vielleicht erraten Sie meinen Namen?“

„Ich versuch’s“, sagte ich, überrascht über ihre Anwesenheit, und unterdrückte ein Schmunzeln wegen der Anspielung. „Eine Dame von Reichtum und Geschmack… mit weitverzweigten Verbindungen, der man nachsagt, eine heimliche Königin von Altavor zu sein… könnte es sein, daß Sie Kirray heißen?“ Und ich sag‘ dir nicht, daß ich die Natur deines Spiels hier verstehe, fügte ich in Gedanken hinzu.

Sie zog eine Augenbraue hoch. „Wenn Ihnen das nicht der Teufel gesagt hat, dann haben Sie Ihre Hausaufgaben gut gemacht“, antwortete sie.

Besser als du denkst, dachte ich und sah in das rassisch undefinierbare Gesicht unter der wilden Medusenfrisur, das auf seltsame Weise alt und doch wieder alterslos aussah. Sie war in jungen Jahren vielleicht einmal schön gewesen, aber nun, nach Jahrhunderten, wirkte sie herb und hintergründig böse wie ihr Liebhaber und Volksgenosse Nirdol. Laut sagte ich: „Der Teufel spricht nicht mit mir, daher bin ich auf mich selbst gestellt.“

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Feuerfall (13): Caravanserai

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 13 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6, (3) Puffy & Jack, (4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch, (6) Zur Welt der hundert Meere, (7) Höllenkurtisane, (8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch, (10) Über das Meer, (11) Glasscherben am Strand und (12) Zwischen Abend- und Morgendämmerung.

Kapitel 13:   C A R A V A N S E R A I

Die nächste Begegnung mit einem Orbitalwachschiff vom Typ der Tortakk fand im Anflug auf den vierten Planeten von Delta Pavonis statt, hoch über dem winterlich braunen Südkontinent Kelnaik. Zum Zeitpunkt des Rendezvous mit dem Schiff, der Tandirun, kam schon der Westrand des Dolung-Meeres in Sicht, des salzigsten und tiefstgelegenen der sieben seichten, separaten Meere von Delpavo. An dessen Nordrand, noch jenseits des Osthorizonts, wußte ich die semiaride Landbrücke zwischen Kelnaik und der Landmasse Byoruil, die das Dolung-Meer im Osten begrenzt. Dort, auf einem Plateau östlich des Heyong-Salzwasserstroms, der aus der Siranoy-See im Norden in das Dolung-Meer fließt, lag Ndoni Kaundas Caravanserai, zu der wir wollten.

Mit mulmigem Gefühl beobachteten wir das Wachschiff, das wenigstens seine Ionenkanone nicht auf uns richtete, die in dem Stiel hinter dem Hauptrumpf untergebracht war und bis zur Frontfläche reichte. Der Kontakt diente der Identitätsüberprüfung und der Übermittlung der Bestimmungen für den Umgang mit den seit sechs Jahrtausenden primitiv lebenden einheimischen Menschen und Yarriuk auf Delpavo.

Diese Regeln sollten für den Fall, daß der offizielle Kontakt der Galciv mit der Erde erst erfolgen würde, nachdem irdische Raumschiffe schon das zwanzig Lichtjahre von Sol entfernte Delta Pavonis erreicht hatten, verhindern, daß es dann unter den Eingeborenen zu viele Erinnerungen an Kontakte mit Raumfahrern gab. Weil immer noch nicht fix war, daß die Erde bald an die Galciv herangeführt würde, galten die Vorschriften weiterhin, und da wir mit der Jeannie nicht durch das für sie zu enge Wurmloch gekommen, sondern im Warp von Babylon 6 hergeflogen waren, wollte man auf diesem Weg ausschließen, daß ich mich auf Unkenntnis berufen konnte, wenn ich die Bestimmungen verletzte.

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Feuerfall (12): Zwischen Abend- und Morgendämmerung

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 12 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6, (3) Puffy & Jack, (4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch, (6) Zur Welt der hundert Meere, (7) Höllenkurtisane, (8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch, (10) Über das Meer und (11) Glasscherben am Strand.

Kapitel 12:   ZWISCHEN  ABEND –  UND  MORGENDÄMMERUNG

Es hatte zu schneien aufgehört, als wir in Towopol auf Nayotakins Nordkontinent Pakarran landeten. Die Sonne war schon seit drei Stunden untergegangen, aber die spektakuläre Wölbung von Karendrus Nordkalotte, die an ihrer fast unveränderlichen Position über den Horizont ragte, erhellte die Polarnacht mit ihrem Widerschein.

Von dem Landeplatz, den wir für die Dreamspider gefunden hatten, war es nur ein kurzer Fußmarsch bis zum Eingang des Veranstaltungszentrums. Der frisch gefallene Schnee war noch nicht geräumt worden, daher half ich meiner Begleiterin in ihren hochhackigen Schuhen über die Stufe zum Eingangsvorplatz. Ein paar Ballbesucher standen dort mit ihren Leibwächtern und grüßten uns beiläufig, als wir an ihnen vorbei hineingingen. Einer davon kam mir bekannt vor, aber ich wußte nicht, wo ich ihn hintun sollte.

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Feuerfall (11): Glasscherben am Strand

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 11 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6, (3) Puffy & Jack, (4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch, (6) Zur Welt der hundert Meere, (7) Höllenkurtisane, (8) Ungestutzte Flügel, (9) Im Trident Sietch und (10) Über das Meer.

Kapitel 11:   G L A S S C H E R B E N   A M   S T R A N D

Gut zwei Monate nach jenem ersten Strandaufenthalt mit Julani auf Chakarionn war ich wieder mit ihr an einem Strand, und die Situation hatte sich sehr verändert. Ich war seit acht Tagen wieder auf dieser Welt, nachdem ich über Weihnachten und Neujahr allein zur Erde zurückgekehrt war, während Julani ihrer Schwester in deren Urlaub Gesellschaft leisten wollte. Zwei Tage nach Lilandris Treffen mit Frido und mir war ich in der Jeannie ohne Zwischenaufenthalte durch die Wurmlochkette nach Chakarionn geflogen.

Nun standen wir über dem Strand hinter dem Raumhafen von Asriyai, jenseits dessen wir die Lichter um die Seehafenbucht der Stadt sahen, und darüber die blasse Kugel von Skuld auf ihrem planetennächsten Bahnabschnitt. Es war kurz vor Mitternacht, und Tiharonn stand schon hoch am Himmel und beleuchtete die von Bäumen umstandene Flußmündung, über der Dunstschwaden trieben. Die Geräusche des Raumhafenbetriebs und der Stadt drangen als leises Klanggemisch zu uns.

„Gehen wir zum Strand hinunter“, schlug ich vor.

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Feuerfall (10): Über das Meer

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 10 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6, (3) Puffy & Jack, (4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch, (6) Zur Welt der hundert Meere, (7) Höllenkurtisane, (8) Ungestutzte Flügel und (9) Im Trident Sietch.

Kapitel 10:   Ü B E R   D A S   M E E R

Die Abenddämmerung sank über das Mündungsdelta des Yanhiflusses, und wie immer in diesem Längengradbereich von Nayotakin war es eine doppelte Abenddämmerung, da sie mit einer beginnenden Sonnenfinsternis zusammenfiel. Die bereits tief im Westen niedergehende Sonne begann hinter dem riesigen Rund von Karendru zu verschwinden, das sich hinter dem hohen Kyolandickicht zu meiner Linken über den Horizont wölbte, und ihr Licht ließ die obere Atmosphäre des Planeten als dünnen, rötlich glühenden Bogen erscheinen und wurde auf dem flachen Weg durch die Lufthülle seines Mondes ein zweites Mal gefiltert. In den nächsten zwei Stunden würde das Rot des Himmels immer tiefer und dunkler werden, bis die Sonne – unterhalb des Horizonts – auf der anderen Seite von Karendru wieder hervorkam und keinen roten Lichtring mehr um den Planeten erzeugte. Erst dann würde es bis zum Aufgang von Yuryul etwa eine Stunde nach Mitternacht richtig dunkel sein. Bis dahin würden wir jedoch nicht mehr hier sein.

Ich saß am Ufer der Warft, auf der die hiesige Shomhainar-Aufsichtsdienststelle errichtet worden war, badete meine bloßen Füße im kühlen Wasser und schaute über den stillen Mündungsarm zu den Bauten der Shuyaan hinüber, die wie spitze, gespaltene Eier auf der langgestreckten Insel jenseits davon standen. Mit der abendlichen Abkühlung des Landes war der Seewind eingeschlafen, und die Segel der Eingeborenenboote vor mir hingen schlaff an ihren schrägen Rahen. Ihre Insassen ließen sich von der schwachen Flußströmung und der Ebbe treiben und warteten auf den ablandigen Wind, mit dem sie beim nächtlichen Fischfang segeln würden, bis es Zeit war, mit der Mitternachtsflut wieder heimzukehren.

Hier auf Myorau, einem Kontinent im Süden der nachlaufenden Hemisphäre von Nayotakin, ist das Land- und Süßwasserleben fast gänzlich irdischen Ursprungs. Zu der Zeit, als vor sieben Jahrtausenden die ersten Menschen mit den Lwaong auf diese Welt gekommen waren, war gerade eine Eiszeit zu Ende gegangen, in der das von Yuryul stammende Leben auf Myorau durch die Gesamtvereisung des Kontinents zugrunde gegangen war. Nur die an Brackwasser angepaßten yuryulischen Kyolanpflanzen, die wie riesige Schwiegermutterzungen um mich herum aufragten und deren Keimlinge sich mit Meeresströmungen treibend verbreiten können, hatten die Küstensümpfe und Flußmündungen schon wieder besiedelt. Sie waren von den Menschen geduldet worden, weil sie wie Mangroven die Küsten schützen und der sich zwischen ihnen ablagernde Sand und Schlick neues Land bildet. Überall sonst, auch in Binnengewässern, hatte man irdische Lebensformen angesiedelt, und nach dem Untergang der Lwaong-Zivilisation waren die Menschen wieder in primitivere Kulturstufen zurückgefallen und zu neuen Völkern geworden. Erst nachdem die Galaktische Zivilisation sich ab der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wieder für die Erde zu interessieren begonnen hatte, waren auf Nayotakin vereinzelte Ansiedlungen von Galciv-Spezies entstanden, so wie die kleine Proto-Kolonie der Shuyaan hier am Yanhi. Und das hatte wiederum die Präsenz von Shomhainar nach sich gezogen, die Bauten wie jene hinter mir errichtet hatten: einen Touristenstützpunkt mit Hotels, eine Forschungsbasis, eine Stelle für die Rekrutierung von Eingeborenen in ihren Dienst und die spitze Pyramide der Aufsichtsbehörde, vor der die Jeannie gerade parkte.

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Feuerfall (9): Im Trident Sietch

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 9 von 17, und es gibt auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6, (3) Puffy & Jack, (4) Nesträuber, (5) Nach Thumbnail Gulch, (6) Zur Welt der hundert Meere, (7) Höllenkurtisane und (8) Ungestutzte Flügel.

Kapitel 9:  I M   T R I D E N T   S I E T C H

Yuryul stand schon ein Stück über dem Osthorizont, als wir über ein zerklüftetes Plateau hinweg die Gipswüste erreichten und vor uns die bleichen Felsformationen sahen, in die der Trident Sietch hineingebaut worden war. Während die Dreamspider zu der privaten Landeterrasse hinter dem linken Gipfel schwebte, setzte ich gemäß der Anweisung ihrer Besitzerin vor dem Vorbau an der mittleren Zinne auf. Wir stiegen aus und gingen zum Eingang, der sich in einer Nische am Fuß des Anbaus hinter einem davor gepflanzten Baum befand. Dabei schwebte eine kleine Kameradrohne hinter uns her, die uns vereinbarungsgemäß als unsere Absicherungszeugin ins Innere folgen würde.

Frido und Björn waren an diesem Morgen mit Nouris gestartet, um am Raumhafen von Venayon die Fluggäste für die Rückreise zu empfangen. Da es für unseren Abflug zum Sietch noch zu früh gewesen war, hatten Julani und ich uns nach dem Frühstück auf die ostseitige Dachterrassenbrüstung von Majerdun gesetzt und zugeschaut, wie Yuryul, an dem Nayotakin gerade auf der Innenbahn vorbeizog, über den fernen Dünenwellen aufging. Achtmal so groß wie Luna von der Erde aus gesehen, wanderte die Nachbarwelt als bleiche Sichel ohne deutliche Oberflächenmerkmale am Himmel höher, und da wir uns südlich des Äquators befanden, hatte sich der für mich ungewohnte Anblick geboten, daß sie wie die Sonne nach rechts oben stieg. Wir hatten nicht viel geredet, und Julani war mir ebenso nachdenklich erschienen wie ich. Ein leichter Ostwind hatte mit ihrem Haar gespielt, und die Morgensonne hatte auf den Ärmeln ihrer Uniform geglitzert, die beim Treffen ihren Status als neutrale Amtsperson unterstreichen sollte. Ich hatte dagegen eine legere Hemd-Hose Kombi aus schwarzem Denim angezogen. So hatten wir nebeneinander dagesessen, bis es Zeit zum Aufbruch gewesen war.

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