Feuerfall (4): Nesträuber

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 4 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm, (2) Babylon 6 und (3) Puffy & Jack.

Kapitel 4:  N E S T R Ä U B E R

Neunundzwanzig Tage nach unserer Rückkehr zur Erde waren wir wieder dreißig Lichtjahre von zu Hause entfernt und flogen langsamer werdend im Sublichtwarp auf Kyeraks Sonne Gamma Pavonis zu. Wir waren weit genug draußen aus unserer Überlicht-Warpblase aufgetaucht, daß die Hitze, die wir nach dieser energieintensiven Betriebsart noch abstrahlten, nicht von den Sensoren ziviler Raumschiffe wie der Jeannie geortet werden konnte, falls diese sich gerade im Orbitalraum von Kyerak befand. Bei der Shomhainar-Raumflugkontrolle hatten wir uns jedoch angemeldet, um keinen behördlichen Argwohn wegen unseres heimlichen Anflugs zu erwecken.

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Feuerfall (3): Puffy & Jack

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias LucifexDies ist Kapitel 3 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm und (2) Babylon 6.

Kapitel 3:  P U F F Y   &   J A C K

Sieben Tage später entschwand die Supererde von Epsilon Indi hinter uns, nachdem wir durch das Wurmloch gekommen und systemauswärts geflogen waren, statt die nächste Wurmlochetappe nach Proxima zu nehmen. Im Tiefflug rasten wir am äußersten Mond vorbei und beschleunigten weiter, um auf Warpstartdistanz zum Planeten zu kommen.

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Feuerfall (2): Babylon 6

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 2 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

Zuvor erschienen: (1) Reiter auf dem Sturm

Kapitel 2:   B A B Y L O N   6

Achtzehn Tage später saßen wir in einem der langen Beiboote und flogen über eine Monsunwolkendecke ostwärts über das Südchinesische Meer hinaus, auf die aufgehende Mondsichel zu. Irgendwo links unter uns lag das Mekongdelta. Beschleunigung und Steigrate waren mäßig, denn wir hatten reichlich Zeitreserve bis zum Rendezvous im Orbit.

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Feuerfall (1): Reiter auf dem Sturm

Ein Science-Fiction-Roman aus dem Galciv-Universum, von Deep Roots alias Lucifex. Dies ist Kapitel 1 von 17, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch das Glossar zum „Galciv“-Kosmos.

1)  REITER  AUF  DEM  STURM

Als ich an einem späten Sommernachmittag von einem Ausflug in die Wachau heimwärts fuhr, entschloß ich mich, ab Bad Vöslau einen Umweg über Nebenstraßen zu nehmen, um wieder einmal bisher unbefahrene Gegenden meines Heimatlandes mit eigenen Augen zu sehen. Von Westen zog eine Gewitterfront auf, und es entstand eine eigenartige Wetterstimmung mit dunklen Wolken unter einem gelben Himmel.

Während ich so durch unbesiedeltes Freiland fuhr, beiderseits der Straße nur Felder bis zu den bewaldeten Hügeln jenseits davon, sah ich rechts voraus, nach Westen zu, ein seltsames, hohes Gebilde vor diesem dramatischen Himmel stehen. Es erhob sich aus einem weiten Getreidefeld und sah aus wie ein dicker, dunkler, spitz zulaufender Turm. Beim Näherkommen erkannte ich, daß es nicht mit seinem gesamten Querschnitt Bodenkontakt hatte, sondern auf drei Fortsätzen stand, und ich hatte immer mehr den Eindruck, daß es wie ein Raumschiff aussah, massig, mit geschwungenen Formen. Es mußte sehr groß sein, vielleicht hundert Meter hoch. Ich verlangsamte die Fahrt und hielt nach einer Stelle Ausschau, wo ich das Auto möglichst nahe daran abstellen konnte.

Als ich eine gefunden hatte, hielt ich an und stieg aus. Unschlüssig starrte ich zu dem Ding – dem Raumschiff – hinüber. Es mußte ein Raumschiff sein, das hier gelandet war, so unwirklich mir diese Vorstellung auch erschien, denn daß jemand aus irgendeinem unerfindlichen Grund – als Jux oder PR-Aktion oder für einen Filmdreh – eine derart riesige Attrappe in diese Landschaft gestellt haben sollte, erschien ebenfalls sehr unplausibel. So viel ich sehen konnte, war auch nirgends zu erkennen, daß das Getreide beim Antransport und Zusammensetzen des Materials niedergetrampelt worden wäre. Andererseits war der Bereich unter dem Schiff auch nicht verbrannt, wie es bei einer Landung auf heißen Antriebsstrahlen zu erwarten gewesen wäre.

Nach kurzem Überlegen holte ich meine Digitalkamera aus dem Wagen und machte Standbilder und Videoaufnahmen von dem Schiff. Es hatte eine in Brauntönen marmorierte Oberfläche und sah fremdartig aus, irgendwie muskulös, organisch, wie die stilisierte Skulptur eines außerirdischen Tieres. Unter der gebogenen langen Landestütze, die wie ein erhobener Schwanz aus dem herauswuchs, was der Rumpfrücken zu sein schien, war eine große Düse zu sehen, und zur Bauchseite hin schien es eine oder zwei weitere zu geben. Der Übergangsbereich am Heck zu den beiden anderen, viel kürzeren Landebeinen sah besonders animalisch aus und ließ mich an das Hinterteil eines Schweins oder einer Kuh denken. Am breitesten war das Schiff in der Rumpfmitte, wo sich seitliche Wülste wölbten, aus denen mehrere stromlinienförmige Spitzen nach oben standen, alles in denselben Brauntönen. Ganz oben unter dem Bug war etwas, das wie eine Kanzelverglasung aussah. Abgesehen von einem kaum wahrnehmbaren summend-rauschenden Hintergrundgeräusch stand das Schiff still da.

Ich spähte nach allen Seiten, um sicherzugehen, daß mich niemand beobachtete oder gar filmte und mich womöglich mit einem „Ätsch, reingefallen!“ verspotten oder im Fernsehen bloßstellen würde, weil ich diese Erscheinung ernst nahm. Dann versperrte ich das Auto und ging durch das reife Getreide, über das bereits erste unruhige Luftstöße als Vorboten des nahenden Gewitters wehten, auf den Koloß zu. Dabei hielt ich mehrmals inne, um Fotos zu machen, und als ich schon näher dran war, nahm ich auch im Gehen ein Video auf, das durch die Bewegung einen besseren dreidimensionalen Eindruck vermitteln würde.

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