Arier: Kulturbringer nach China

Sinkiang (Chinesisch-Turkestan), die größte Provinz in China und die Stätte der Mumien des Tarimbeckens.

Von Mark Deavin, übersetzt von Lucifex. Das Original Aryans: Culture Bearers to China erschien online am 11. Oktober 2015 auf National Vanguard (ursprüngliche Quelle: Magazin National Vanguard Nr. 117, März – April 1997)

Im Juli 1996 stolperten zwei Studenten beim Waten im Columbia River bei Kennewick im Bundesstaat Washington über die Skelettüberreste eines europäischen Mannes mittleren Alters. Zuerst nahmen Anthropologen an, sie hätten einen Pionier entdeckt, der in den späten 1800er-Jahren gestorben war. Aber die Radiokarbondatierung zeigte dann, daß das Skelett bemerkenswerte 9.300 Jahre alt war. Tatsächlich ist „Kennewick Man“ die neueste in einer Reihe von Entdeckungen uralter Skelette, die die Theorie entstehen ließen, daß manche der frühesten Bewohner Nordamerikas Europäer waren, die nahe dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren vom eurasischen Kontinent über eine Landbrücke im Beringmeer wanderten. Dr. Robert Bonnischen, Direktor des Center for the Study of the First Americans an der Oregon State University, glaubt, daß „Kennewick Man“ dabei hilft, Zweifel auf die Richtigkeit des Begriffs „paläo-indianisch“ zu werfen, der üblicherweise verwendet wird, um diese Periode der amerikanischen Prähistorie zu beschreiben. „Vielleicht waren manche dieser Leute in Wirklichkeit einfach paläo-amerikanisch“, gibt er zu.

Natürlich stellen solche Fakten eine große Herausforderung für die politisch korrekte Version der Geschichte dar, die die Vorstellung fördert, daß weiße Amerikaner ihr Land schändlicherweise von seinen angeblichen indianischen Besitzern stahlen. Es überrascht daher nicht, daß Versuche unternommen worden sind, um zu verhindern, daß die Fakten über „Kennewick Man“ öffentlich gemacht werden. Ermutigt von der Clinton-Regierung, haben Indianer unter Benutzung eines Bundesgesetzes von 1990, das ihre Grabstätten schützen sollte, Anspruch auf das Skelett erhoben. Ihre erklärte Absicht ist, es sofort an einem geheimen Ort zu begraben und weitere wissenschaftliche Untersuchungen und DNS-Tests zu verhindern. Jedoch begannen acht US-Anthropologen, die behaupten, daß die Indianer und die Bundesregierung die Implikationen der Entdeckung fürchten, im Oktober 1996 einen Rechtsstreit, um zu verhindern, daß das geheime Begräbnis stattfand.

In Wirklichkeit ist „Kennewick Man“ eine wichtige Ergänzung zum wachsenden Beweismaterial, das darauf hindeutet, daß im Jungpaläolithikum, in der Zeit vor 10.000 bis 35.000 Jahren, Weiße – d. h. Menschen, die von modernen Europäern ununterscheidbar waren – nicht nur in Europa lebten, sondern auch auf einem Band, das sich über Nordasien bis zum Pazifik erstreckte. In Sibirien und anderen östlichen Regionen wurden sie schließlich von mongoloiden Völkern verdrängt und absorbiert, obwohl isolierte Inseln europäischer Gene im nördlichen Asien bis zum heutigen Tag überlebt haben. Die gemischtrassigen Ainu von Japan sind ein Beispiel.

Die Glaubwürdigkeit dieser Theorie ist in den letzten Jahren durch die bemerkenswerte Entdeckung von mehr als 100 natürlich mumifizierten europäischen Leichen, zwischen 2.400 und 4.000 Jahre alt, im Tarimbecken des westlichen Chinas dramatisch bestärkt worden. Erstaunlich gut erhalten durch das aride Klima in dem Gebiet, bezeugen die Mumien ein nordisches Volk mit einer fortgeschrittenen Kultur, prächtig gewandet in bunten Roben, Hosen, Stiefeln, Strümpfen, Mänteln und Hüten. In einem großen Grab wurden die Leichen von drei Frauen und einem Mann entdeckt. Der Mann, zum Todeszeitpunkt etwa 55 Jahre alt, war etwa 183 cm groß und hatte gelblichbraunes Haar, das gerade weiß wurde. Eine der besser erhaltenen Frauen war nahezu 180 cm groß, mit gelblichbraunem Haar, das zu Zöpfen geflochten war.

Hochgewachsener blonder Europäer, begraben vor 3.000 Jahren in Westchina. Die mumifizierten Leichen seiner Verwandten sind im selben Gebiet exhumiert worden.

Zu den Gegenständen, die bei den Leichen gefunden wurden, gehörten Mäntel, Lederfäustlinge und ein Zierspiegel, während die Frau auch Taschen hatte, die kleine Messer und Kräuter enthielten, wahrscheinlich für die Verwendung als Medizin. Bei Cherchen, am Südrand der Wüste Taklamakan, wurde die mumifizierte Leiche eines Kleinkinds gefunden, das zum Todeszeitpunkt wahrscheinlich nicht älter als drei Monate war, in braune Wolle eingewickelt und die Augen mit kleinen, flachen Steinen bedeckt. Neben dem Kopf befand sich ein Trinkbecher, der aus einem Rinderhorn gefertigt war, und eine antike „Babyflasche“ aus einer Schafszitze, die abgeschnitten und vernäht worden war, sodaß sie Milch enthalten konnte. Eine männliche Mumie hatte sogar Spuren einer chirurgischen Operation an ihrem Hals, bei der der Einschnitt mit Pferdehaar vernäht worden war.

Sieben europäische Mumien waren sogar schon Anfang dieses Jahrhunderts [d. Ü.: des 20. Jhdts.] im Tarimbecken gefunden worden, von denen eine an eine Waliserin oder Irin erinnerte und eine andere an einen böhmischen Bürger. Alle waren in feine Kleidung gewandet, einschließlich kecker Kappen mit angesteckten Federn, die eine auffallende Ähnlichkeit mit alpinen Kopfbedeckungen hatten, wie sie in Westeuropa heute noch getragen werden. Aber diese frühen Entdeckungen, nicht viel älter als 2.000 Jahre, wurden als die Leichen isolierter Europäer abgetan, die zufällig in das Territorium geraten waren, und wurden daher als ohne kulturelle oder historische Bedeutung betrachtet.

Tatsächlich haben moderne Wissenschaftler, eingestimmt auf die politkorrekte historische Mode, dazu tendiert, Beweise für jeglichen frühen Handel oder Kontakt zwischen China und dem Westen während dieser Zeit herunterzuspielen, und die Entwicklung der chinesischen Zivilisation als im Wesentlichen hausgemachte Sache betrachtet, die von äußeren Einflüssen abgeschottet war. Außerdem dachte man, daß jegliche Verbreitung von Menschen und Kultur von Ost nach West stattgefunden habe, wobei die Europäer von den Chinesen zivilisiert worden seien. Der sehr angesehene Prähistoriker Gordon Childe zum Beispiel faßte 1958 die europäische Prähistorie zusammen als die Geschichte „ der Bestrahlung der europäischen Barbarei durch die ostasiatische Zivilisation.“[1]

Aber die neuesten Mumienfunde im Tarimbecken sind zu zahlreich, zu alt und zu aufschlußreich, um sie auf diese Weise abzutun. Am wichtigsten ist, daß sie bei der Wiedereröffnung der Debatte über die Rolle geholfen haben, die Europäer bei den Ursprüngen der Zivilisation in China gespielt haben, wobei manche Archäologen wieder zu behaupten beginnen, daß Europäer für die Einführung solch grundlegender Dinge wie des Rades und der ersten Metallgegenstände nach China verantwortlich gewesen sein könnten. Dies bekräftigt eigentlich erneut Theorien, die zu Beginn des Jahrhunderts verfochten, aber später in einer Lawine der Political Correctness begraben wurden. 1912 zum Beispiel hielt der bedeutende Wissenschaftler A. C. Haddon aus Cambridge in The Wanderings of Peoples die Möglichkeit fest, daß das fortschrittliche Element der altchinesischen Zivilisation an der Migration eines halbkultivierten Volkes aus dem Westen lag.

Nun deutet laut Dr. Han Kangxin, einem physischen Anthropologen am Institut für Archäologie in Peking, das skelettale und mumifizierte Beweismaterial eindeutig darauf hin, daß die frühesten Bewohner der Tarimbeckenregion Weiße waren, die mit den Cro-Magnon des altsteinzeitlichen Europas verwandt waren. Diese Theorie wird von Dr. Victor Mair unterstützt, einem Spezialisten für altasiatische Sprachen und Kulturen an der University of Pennsylvania, der zu der großen Suche anregte, die die Mumien fand. Er ist zum Hauptverfechter der Theorie geworden, daß große Gruppen von Europäern lange vor den gegenwärtigen Bewohnern des Gebietes im Tarimbecken anwesend waren, was nahelegt, daß Turksprachige erst ungefähr im achten vorchristlichen Jahrhundert in das Gebiet zogen. In der Folgezeit, glaubt er, verdrängten die Neuankömmlinge die Europäer, obwohl es in der großen Volksgruppe in der Gegend heute, den Uiguren, Menschen mit ungewöhnlich hellen Haar- und Hautfarben gibt.

Tatsächlich hat es seit langem Hinweise auf ein nun ausgestorbenes indoeuropäisches Volk gegeben, das in Zentralasien lebte. Bekannt als Tocharer, werden sie richtiger als Arsi bezeichnet, das linguistisch verwandt ist mit dem Sanskritwort arya und dem altpersischen ariya, was „arisch“ bedeutet: „das Edle oder Würdige.“ Ihre Sprache, die Ähnlichkeiten mit den keltischen und germanischen Zweigen des indoeuropäischen Sprachstammbaums hat, ist in Manuskripten aus dem sechsten bis achten nachchristlichen Jahrhundert aufgezeichnet, und solide Beweise für ihre Existenz sind bis zurück ins dritte Jahrhundert zu finden.

Trotz der Tatsache, daß tocharische Manuskripte nur für die spätere Zeit zu finden sind, haben Linguisten gelegentliche tocharische Worte isoliert, die in Manuskripten eingebettet sind, welche in Gandari Prakrit geschrieben sind, einem nordwestindischen Dialekt, der als Verwaltungssprache für große Teile des Tarimbeckens während des dritten bis fünften Jahrhunderts diente. Auch waren die Tocharer früher als Yuezhi (oder Ruzhi) bekannt, auf die es Verweise in chinesischen Texten bis zurück zum fünften vorchristlichen Jahrhundert gibt, innerhalb des Zeitrahmens der Mumien im Tarimbecken.

Die Tocharer sind in alten Wandmalereien bei Kizil und Kumtura (nahe der modernen chinesischen Stadt K’u-ch’e im Tienshangebirge nördlich des Tarimbeckens) lebhaft als aristokratische Europäer dargestellt, mit rotem oder blondem Haar, das sauber in der Mitte gescheitelt ist, langen Nasen, blauen oder grünen Augen in schmalen Gesichtern, und hochgewachsenen Körpern. Die Yuezhi aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert sind auch in Form auffallend bemalter Statuen bei Khalchayan (westlich des Surkhanflusses im alten Baktrien) dargestellt. Auch sie werden als Europäer mit langen Nasen, schmalen Gesichtern, blondem Haar, rosafarbener Haut und hellblauen Augen gezeigt. Es ist aus historischen Quellen bekannt, daß die Groß-Yuezhi während des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts aus Nordwestchina nach Ferghana und Baktrien zogen, die auf der anderen Seite des Pamirgebirges liegen. Von dort zogen sie südwärts über den Hindukusch nach Afghanistan und in den nördlichen Teil des indischen Subkontinents, wo sie das mächtige Reich Kuschana gründeten. Letzteres dehnte wiederum seine Macht zurück ins Tarimbecken aus und verbreitete damit den Buddhismus, der schließlich China erreichte.

„Die neuen Funde erzwingen auch eine Neuuntersuchung altchinesischer Bücher, die historische oder legendäre Gestalten von großer Körperhöhe beschreiben, mit tiefliegenden blauen oder grünen Augen, langen Nasen, Vollbärten und rotem oder blondem Haar. Wissenschaftler haben traditionellerweise über diese Darstellungen gespottet, aber jetzt scheint es, als könnten sie zutreffend sein.“ (Victor Mair)

Eine Hypothese, die zunehmend Unterstützung gewinnt, ist, daß die Migration dieser Indoeuropäer mit ihrer Erfindung von Räderwagen begann. In Zusammenarbeit mit russischen Archäologen hat Dr. David W. Anthony, ein Anthropologe am Hartwick College in New York, Spuren von Wagenrädern in 5.000 Jahre alten Grabhügeln in den Steppen Südrußlands und Kasachstans entdeckt. Diese Untersuchungsrichtung hat direkten Einfluß auf die Frage der europäischen Mumien in China, weil dreiteilige Scheibenräder von ähnlicher Konstruktion wie jene, die in Westasien und Europa während des dritten und zweiten vorchristlichen Jahrhunderts zu finden waren, in der Wüste Gobi nordöstlich des Tarimbeckens gefunden worden sind. In ähnlicher Weise sind Speichenräder aus dem frühen zweiten vorchristlichen Jahrtausend an einer nahegelegenen Stätte ausgegraben worden.

Die meisten Forscher sind sich nun einig, daß der Geburtsort der von Pferden gezogenen Fahrzeuge und des Reitens auf Pferden in den Steppen der Ukraine lag statt in China oder im Nahen Osten. Wie Dr. Anthony und seine Kollegen durch Mikroskopuntersuchungen alter Pferdezähne gezeigt haben, wurden Pferde in der Ukraine bereits vor 6.000 Jahren als Zugtiere verwendet. Auch ist gezeigt worden, daß hölzerne Streitwagen mit kunstvoll gefertigten Speichenrädern im selben Gebiet aus der Zeit um ungefähr 2.000 v. Chr. stammen. Im Vergleich dazu erscheinen Streitwagen in China erst etwa 800 Jahre später. Rituelle Pferdebestattungen ähnlich jenen in der alten Ukraine sind ebenfalls im Tarimbecken ausgegraben worden, sowie Überreste von Wagenrädern, die durch Zusammendübeln von drei zugeschnittenen parallelen Holzbrettern gefertigt wurden. Wagen mit nahezu identischen Rädern sind aus den Grasebenen der Ukraine aus der Zeit bis 3.000 v. Chr. zurück bekannt.

Eine Anzahl von Artefakten, die aus Mumiengrabstätten des Tarimbeckens geborgen wurden, haben wichtige Beweise für das frühe Reiten auf Pferden geliefert. Dazu gehören eine hölzerne Pferdetrense und lederne Zügel, eine Pferdepeitsche aus einem einzelnen Lederstreifen, der an einem hölzernen Griff befestigt ist, ein hölzernes Trensenbackenstück mit Lederriemen und ein gepolsterter Ledersattel von exquisiter Verarbeitung. Dies scheint zu bestätigen, daß die Mumien einer mobilen, auf Pferden reitenden Kultur angehörten, die sich von den Ebenen Osteuropas ausbreitete. Es unterstützt auch den wachsenden Glauben von Archäologen, daß die Ausbreitung indoeuropäischer Gene, Kultur und Sprache mit der allmählichen Verbreitung des Reitens auf Pferden und der Technologie pferdebespannter Fahrzeuge von ihren Ursprüngen in Europa vor 6.000 Jahren zusammenhängen könnte.

Diese Entdeckungen haben extrem bedeutsame Konsequenzen für des Verständnis der Ursprünge der chinesischen Zivilisation, nachdem nun bewiesen worden ist, daß der Streitwagen erst um die Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends nach China gekommen ist, ungefähr zur selben Zeit, in der sich dort die Bronzemetallurgie und das Schreiben entwickelten. Die Beweislage deutet daher darauf hin, daß Wagen und Streitwagen von Indoeuropäern aus dem Westen nach China eingeführt wurden. Es zeigt auch, daß das europäische Eindringen nach China nicht mit der Eröffnung der transkontinentalen Seidenstraße begann, die Geschichtsbücher für gewöhnlich im zweiten vorchristlichen Jahrhundert verorten, sondern mindestens 2.000 Jahre früher an der Wende von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit, als ganz Eurasien kulturell und technologisch durch migrierende Europäer miteinander verbunden wurde.

Migrationswellen über einen Zeitraum von mindestens 7.000 Jahren (8.000 v. Chr. – 1.000 v. Chr.) trugen Arier von einem Heimatland nördlich des Schwarzen Meeres nach Westeuropa, Nordindien, Westchina und Nordamerika (über die Beringstraße).

Tatsächlich suchte schon 1951 der deutsche Archäologe Robert Heine-Geldern eine Reihe von Ähnlichkeiten zwischen den Metallarbeiten Europas und Chinas um 800 v. Chr. zu zeigen. Sein Beweismaterial beinhaltete Pferdezubehör, zweischneidige Schwerter, Tüllenbeile und Speerspitzen, von denen er glaubte, daß sie ihren Ursprung in den metallurgischen Zentren in Hallstatt und im Kaukasus hatten. In seiner Behauptung, daß eine „pontische Migration“ von Europa quer durch Asien stattgefunden hatte, schlug er vor, daß die Dongson-Kultur Südchinas am besten als das Ergebnis von Einflüssen erklärt werden konnte, die im 9. und 8. vorchristlichen Jahrhundert direkt aus Europa übertragen worden waren.[2]

Zwei Jahre später stellte der bekannte russische Archäologe S. I. Rudenko die Existenz von Mumien mit europäischen Gesichtszügen in den Königsgräbern von Pazyryk im Altaigebirge fest, die aus dem 5. und 4. vorchristlichen Jahrhundert stammten. Zu diesen Beweisen leistete später John Haskins von der University of Pittsburgh einen Beitrag, der argumentierte, daß die Yueh-chih (ein alter chinesischer Name für die Tocharer) der Pazyryk-Region des Altai mit den Kelten Kontinentaleuropas verwandt gewesen sein könnten.

Bedeutsamerweise haben die Mumien aus dem Tarimbecken weitere Beweise geliefert, die Heine-Gelderns Theorie stützen. Einige der bei den Mumien gefundenen Grabbeigaben deuten stark auf eine Verbindung zum „Tüllenbeilhorizont“ hin, der durch bronzene Tüllenbeile (Äxte mit gebogenen Holzstielen, die am Hinterende des Axtkopfes eingesetzt sind) und anderen charakteristischen Bronzeobjekten typisiert wird, wie Messer mit Griffen in Tiergestalt. Der „Tüllenbeilhorizont“ wird mit ungefähr 1.800 bis 1.000 v. Chr. datiert, erstreckt sich quer durch Europa und korreliert gut mit bestimmten Facetten des Reitens auf Pferden und der Streitwagen/Karrenkultur, die das Jagen mit Kompositbögen und vielleicht Armbrüsten betonte.

Somit haben zuvor ignorierte und lächerlich gemachte Theorien für die Ursprünge und die Entwicklung der Zivilisation in China neue Glaubwürdigkeit erhalten. Im Lichte des neuen Beweismaterials hat Edwin Pulleyblank von der University of British Columbia vor kurzem argumentiert, daß europäische Einflüsse ein wichtiger Faktor bei der Vereinigung der chinesischen Staaten und der Gründung des ersten zentralisierten chinesischen Kaiserreiches durch Ch’in Shih Huang Ti im Jahr 221 v. Chr. gewesen sein könnten. Er verweist darauf, daß die Militärtechnik der Bogenschützenreiterei, die in chinesischen Quellen erstmals im Jahr 307 v. Chr. ausdrücklich erwähnt wird, von außen zur chinesischen Steppengrenze gekommen ist. Im Westen erscheinen berittene Bogenschützen mit den Skythen, die eng mit den Kelten verwandt waren und in nahöstlichen Quellen erstmals um 800 v. Chr. erwähnt werden, und deren Lebensweise vom griechischen Historiker Herodot ausführlich beschrieben wird. Ironischerweise war es die Technik der Bogenschützenreiterei, die das klassische Nomadentum definierte, welches die europäische Steppe beherrschte und die großen Steppenreiche der Xiongnu, der Türken und der Mongolen möglich machte, die später Europa terrorisierten.

Pulleyblank behauptet im Grunde, daß europäische Technologie von den Chinesen kopiert und gegen ihre ursprünglichen Erfinder gewandt wurde. Tatsächlich kann man eine suggestive Analogie zur Ausbreitung der Bogenschützenreiterei ostwärts an die Grenzen Chinas in der Art sehen, wie der Erwerb von Pferden durch die Indianer von den Spaniern in Mexiko und ihre Verwendung im Krieg die Great Plains Nordamerikas vom siebzehnten bis zum neunzehnten Jahrhundert verwandelte. Diese Theorie von der Imitation durch die Mongoloiden widerspiegelt sich auch in den vielen Worten indoeuropäischen Ursprungs in den frühesten bekannten Schichten der sinitischen Sprachen. Dazu gehören Wörter für „Pferd“, „Spur“, „Karren“, „Rad“ und „Kuh“, und sie deuten weiter darauf hin, daß es Europäer waren, die diese Dinge nach China brachten.

Textilproben aus dem späten zweiten vorchristlichen Jahrtausend, die in den Gräbern des Tarimbeckens gefunden wurden, liefern ebenfalls Beweise für die Ausbreitung europäischer technologischer Verfeinerung nach China. Ein Fragment war ein Wollköper, der mit einem Karomuster gewoben worden war, welches Webstühle erforderte, die nie zuvor mit China oder dem östlichen Zentralasien zu einem so frühen Datum in Verbindung gebracht worden waren. Irene Good, eine Spezialistin für Textilarchäologie an der University of Pennsylvania, hat bestätigt, daß das Karogewebe stilistisch und technisch buchstäblich identisch war mit Textilfragmenten, die in Österreich und Deutschland an Stätten aus einer etwas späteren Zeit gefunden worden waren.

Dr. Elizabeth J. W. Barber, eine Linguistin und Archäologin am Occidental Colege in Los Angeles und Verfasserin von Prehistoric Textiles (Princeton University Press, 1991), bestätigt, daß die Chinesen Köper nicht verwendeten und nicht einmal kannten, sondern das Wissen über die Webtechnik aus dem Westen erwarben, und erst nach der Han-Periode. Bedeutsamerweise scheint es viele Verbindungen zwischen den Mumien des Tarimbeckens und dem 5.000 Jahre alten „Eismann“ zu geben, der 1991 in den österreichischen Alpen gefunden wurde. Dazu gehören der Typ und Stil der Kleidung, persönliche Artefakte, Sonnenreligionssymbolismus und Tätowierungen für Heilung und Schmuck – sowie natürlich die eindeutige rassische Gemeinsamkeit.

Die Beweislage scheint daher zunehmend eine keltische Kultur zu bestätigen, die sich vor mindestens 4.000 Jahren quer durch Eurasien erstreckte. Wie ein Akademiker, James Opie, ein Experte für Mustermotive in alten Teppichen und Bronzegegenständen, hervorgehoben hat, ist es höchst bedeutsam, daß keltische Endlosknotenmotive, Swastikas und Tierstildekorationen von Europa durch den Iran bis nach China entdeckt worden sind. Die Religion der Kelten – einschließlich der Skythen – war eine Sonnenreligion, und drei- und vierarmige Swastikas als Sonnensymbole sind ein allgegenwärtiges Element in der keltischen Kunst. In gleicher Weise zeigten die Europäer des Tarimbeckens eine definitive Vorliebe für spiralförmige Sonnensymbole, malten sie auf ihre Gesichter und gravierten sie auf den Zügeln ihrer Pferde ein. Dies deutet für sich darauf hin, daß sie Nordische waren, die Anbeter der Sonne und des Himmels und allgemeiner der Natur waren und immer gewesen sind. Wie Dr. Michael Puett, ein Historiker der ostasiatischen Zivilisation an der Harvard University, argumentiert hat, offenbaren die Mumien des Tarimbeckens klare Prozesse einer Kulturausbreitung von Europa nach außen.

All dies unterstützt die These des wegweisenden Archäologen Colin Renfrew, der die zuvor akzeptierte Theorie herausforderte, daß die prähistorische Kultur im Nahen Osten oder in Zentralasien begann und erst später ins „barbarische“ Europa „verbreitet“ wurde. Es bestätigt, daß die kulturellen Voraussetzungen für eine Zivilisation in Europa viel, viel älter sind, als anerkannt worden ist, und es deutet darauf hin, daß Europa bei weitem nicht von außen zivilisiert worden ist, sondern daß es vielmehr der Rest der Welt einschließlich Asiens war, der von kolonisierenden Europäern zivilisiert wurde.[3]

Fußnoten:

  1. V. Gordon Childe, Antiquity, S. 32, S. 70 (1958)
  2. J. P. Mallory, In Search of the Indo-Europeans (London, 1989), S. 59.
  3. Colin Renfrew, Before Civilization (New York, 1974).

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Siehe auch:

Eine wunderbare Rasse – Teil 1 und Teil 2 von James Bronson

Mesoamerika (1): Transpazifische Kontakte von mir (als Deep Roots)

Die Mächtigen von Brodgar von Angelika Franz

Hightech vor 1700 Jahren: Die Turbinenmühle am Medjerda-Fluss von Friedrich Rakob und Gertrud Röder

Wie die Moslems nicht die Algebra erfanden von Enza Ferreri

sowie die folgenden Fjordman-Essays:

Haben prähistorische Europäer Fahrzeuge mit Rädern erfunden?

Astronomie im prähistorischen Europa

Löste Laktosetoleranz die indoeuropäische Expansion aus?

Joghurt und die Indoeuropäer

Europa und die indoeuropäischen Sprachen

Europäer: Mit Vorurteilen gegen unsere eigenen Vorfahren

Warum die Asiaten nicht die Raumfahrt erfanden

Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? – Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Die seltsame Zivilisation

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Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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