Warum die Asiaten nicht die Raumfahrt erfanden

Indien mit Himalaya und Ganges

Indien mit Himalaya und Ganges

Von Fjordman; Original: „Why Asians Didn’t Invent Space Travel“, erschienen am 9. März 2009 auf „Gates of Vienna“. (Titelbild sowie Bilder im Text samt Bildunterschriften vom Übersetzer eingefügt.)
Übersetzung: Lucifex

Diejenigen, die behaupten, daß der Westen dem Osten viel verdankt, haben in vielen Fällen recht, übertreiben das aber auch in anderen. Die Raumfahrt war nicht so sehr ein „wechselseitiger Austausch von Ideen“ als vielmehr eine überwiegend europäische und westliche Schöpfung, die auf Wissenschaft und Technologie beruhte, welche anderswo auf der Welt weder existierte noch sich entwickelte. Es ist wahr, daß das Konzept einer „Rakete“ in Asien erfunden wurde. Die Chinesen verwendeten Raketen jahrhundertelang für militärische Zwecke, und wie waren in anderen Regionen wie dem indischen Subkontinent bekannt, wo Europäer auf sie stießen.

Laut Arnold Pacey in seinem Buch Technology in World Civilization „stießen britische Armeen auf dem Subkontinent auf Raketen, einen Waffentyp, mit dem sie keine vorherige Erfahrung hatten. Die Grundtechnologie war vor 1500 von den osmanischen Türken oder aus Syrien gekommen, obwohl die Chinesen noch früher Raketen erfunden hatten. In den 1790er Jahren gehörten zu manchen indischen Armeen sehr große Infanterieeinheiten, die mit Raketen ausgerüstet waren. Französische Söldner in Mysore hatten gelernt, sie herzustellen, und das British Ordnance Office suchte nach jemandem mit Expertise in der Sache. Als Reaktion darauf machte William Congreve, dessen Vater der Leiter des Laboratoriums im Arsenal von Woolwich war, sich daran, eine Rakete nach indischer Art zu konstruieren. Nach einer erfolgreichen Vorführung wurden etwa 200 seiner Raketen von den Briten bei einem Angriff auf Boulogne im Jahr 1806 verwendet. Aus über einem Kilometer Entfernung abgefeuert, setzten sie die Stadt in Brand. Nach diesem Erfolg wurden Raketen von europäischen Armeen recht weitverbreitet übernommen.“

Raketen waren in Europa davor nicht völlig unbekannt, aber ihre hauptsächliche Einführung im Westen geschah während der Napoleonischen Kriege in den frühen 1800ern. Als die englischen Zivilingenieure George (1781 – 1848) und Robert Stephenson (1803 – 1859) im Jahr 1829 ihre berühmte Dampflokomotive Rocket bauten, waren Raketen immer noch etwas einigermaßen Neues. Dennoch hatten sie sich bis zum zwanzigsten Jahrhundert zu Apparaten entwickelt, die sich in Größe und Komplexität so sehr von traditionellen asiatischen Raketen unterschieden, daß sie außer dem Namen wenig mit ihnen gemeinsam hatten.

Die Raumfahrt hing von einer Menge wissenschaftlicher und technologischer Innovationen ab und stellte in vieler Weise den Höhepunkt von Jahrhunderten westlicher Fortschritte auf diesen Gebieten dar. Es ist undenkbar, daß man eine Raumfahrt hätte haben können ohne die europäische wissenschaftliche und industrielle Revolution. Die chemische Revolution, die die Entdeckung oder Erfindung der für die Weltraumtechnologie benötigten Materialien und Treibstoffe ermöglichte, begann im achtzehnten Jahrhundert oder früher. Der erste Apparat zur Erzeugung eines elektrischen Stroms wurde 1800 vom Italiener Alessandro Volta geschaffen. Der Elektromagnetismus wurde von einem Dänen, Hans Christian Ørsted, entdeckt und von Menschen aus Deutschland, Britannien, Frankreich und anderen europäischen Nationen entwickelt.

Asiatische Raketen wurden von Schwarzpulver angetrieben und wogen höchstens ein paar Kilogramm. Keine davon wäre in der Lage gewesen, der Schwerkraft der Erde zu trotzen, die Atmosphäre zu verlassen und das Sonnensystem zu erforschen. Die riesige Mehrstufenrakete Saturn V, die in den USA unter der Leitung des Raketenwissenschaftlers Wernher von Braun (1912 – 1977) konstruiert wurde und es den Astronauten Neil Armstrong (geb. 1930) und Buzz Aldrin (geb. 1930) ermöglichte, am 20. Juli 1969 auf dem Mond zu landen, hatte eine Million mal mehr Masse und verwendete flüssigen Sauerstoff und Wasserstoff.

Wie wir uns erinnern, wurde der Sauerstoff unabhängig voneinander in den 1770ern von Carl Wilhelm Scheele in Schweden und Joseph Priestley in England entdeckt. Henry Cavendish hatte ein paar Jahre zuvor den Wasserstoff entdeckt. Beide Gase wurden von dem Franzosen Antoine Lavoisier studiert und benannt. Der Engländer Michael Faraday verflüssigte in den 1820ern eine Anzahl von Gasen, aber nicht Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff. Kleine Tröpfchen von Sauerstoff und Wasserstoff wurden 1877 vom Physiker Raoul-Pierre Pictet (1846 – 1929) in Genf und vom Physiker Louis-Paul Cailletet (1832 – 1913) in Paris gewonnen. Flüssiger Sauerstoff in stabilem Zustand und in beträchtlichen Mengen wurde 1883 von den polnischen Chemikern und Physikern Karol Olszewski (1846 – 1915) und Zygmunt Wróblewski (1845 – 1888) erzeugt. Der deutsche Ingenieur Carl von Linde (1842 – 1934) und der britische Chemiker William Hampson (1859 – 1926) verbesserten den Apparat zur Erreichung niedriger Temperaturen. Flüssiger Wasserstoff wurde von dem schottischen Chemiker Sir James Dewar (1842 – 1923) im Jahr 1898 produziert und im Jahr danach verfestigt. Der Niederländer Heike Kamerlingh Onnes verflüssigte 1908 Helium und entdeckte 1911 die Supraleitung.

Während die Materialien und die elektrische Ausrüstung, die benötigt wurden, um menschliche Wesen in den Weltraum zu starten, mit ihnen zu kommunizieren und sich sicher zurück nach Hause zu bringen, nicht ohne vorhergehende Fortschritte in Elektrizität, Elektromagnetismus, Chemie und anderen Bereichen hätten hergestellt werden können, dürfen wir auch die Bedeutung mathematischer Mittel nicht vergessen. Ohne moderne Zweige der Mathematik wie Infinitesimalrechnung wäre es mehr oder weniger unmöglich gewesen, Menschen zum Mond und zurück zu bringen, oder robotische Sonden zum Mars und zu anderen Planeten zu schicken. Tatsächlich wurde das ganze Konzept der „Schwerkraft“ erst während der wissenschaftlichen Revolution in Europa entwickelt, von Sir Isaac Newton in England.

Es ist heutzutage modisch zu behaupten, daß es eine Anzahl „alternativer Wege“ zur modernen Wissenschaft gab, die mehr oder weniger unabhängig voneinander in mehreren Regionen der Welt entwickelt wurden. Aber es gab keinen alternativen afrikanischen, chinesischen, indischen, Maya- oder Maori-Weg zur Raumfahrt. Eine Anzahl asiatischer Länder wie Japan, China und Indien haben im frühen einundzwanzigsten Jahrhundert ehrgeizige eigene Weltraumprogramme und werden in den kommenden Generationen unzweifelhaft ihre Spuren auf dem Gebiet hinterlassen. Falls die westliche Welt ihren gegenwärtigen kulturellen Niedergang fortsetzt, werden asiatische Länder vielleicht sogar die führende Rolle in der zukünftigen Weltraumforschung spielen. Dies ist sicherlich vorstellbar. Und doch wurden ihre Weltraumprogramme anfänglich auf Basis umfassender Anleihen bei westlicher oder russischer Technologie begründet und hatten keine unabhängige örtliche Basis.

Die Entwicklungen, die zur Raumfahrt führen sollten, begannen im späten neunzehnten Jahrhundert. Schriftsteller wie der Engländer H. G. Wells (1866 – 1946) und der Franzose Jules Verne (1828 – 1905), die Väter des Genres der Science Fiction, inspirierten viele Menschen, einschließlich Wissenschaftlern, die praktisch verwendbare Raketen entwickeln sollten, dazu, sich Besuche auf dem Mond und anderswo vorzustellen. Die Raketentechnologie entwickelte sich so sehr, daß die Raumfahrt von der Science Fiction zur Tatsache wurde.

Am 16. März 1926 startete Robert Hutchings Goddard in Auburn, Massachusetts, die erste Rakete der Welt mit Flüssigkeitstriebwerk. Das Raketentriebwerk ragt über das Startgestell hinaus, es ist durch Leitungen mit den unten befindlichen Triebstofftanks verbunden. Die Rakete stieg in zweieinhalb Sekunden zwölfeinhalb Meter hoch und flog 56 Meter weit. Goddard konstruierte die gesamte Ausrüstung und entwickelte den Treibstoff selbst.

Am 16. März 1926 startete Robert Hutchings Goddard in Auburn, Massachusetts, die erste Rakete der Welt mit Flüssigkeitstriebwerk. Das Raketentriebwerk ragt über das Startgestell hinaus, es ist durch Leitungen mit den unten befindlichen Triebstofftanks verbunden. Die Rakete stieg in zweieinhalb Sekunden zwölfeinhalb Meter hoch und flog 56 Meter weit. Goddard konstruierte die gesamte Ausrüstung und entwickelte den Treibstoff selbst.

Der große amerikanische Raketenwissenschaftler Robert Goddard (1882 – 1945) startete 1926 die erste erfolgreiche, mit Flüssigtreibstoff angetriebene Rakete. Er verwendete eine Dampfturbinendüse, die vom schwedischen Erfinder Gustaf de Laval (1845 – 1913) ein paar Jahre zuvor erfunden worden war. Sein Raketenflug von 1929 beförderte die erste wissenschaftliche Nutzlast, ein Barometer und eine Kamera. Robert Goddard war sowohl ein theoretischer Visionär wie auch ein praktischer Ingenieur, eine seltene Kombination. Er entwickelte die mathematischen Theorien des Raketenantriebs, aber sein Vorschlag eines Raketenfluges zum Mond erhielt viel Spott in den Medien der Zeit. Wie bei so vielen anderen Pionieren wurde sein Genie erst nach seinem Tod voll gewürdigt. Er antwortete mit der Aussage: „Jede Vision ist ein Witz, bis der erste Mensch sie verwirklicht; sobald sie verwirklicht ist, wird sie zu etwas Gewöhnlichem.“

Robert Goddard (links außen) betrachtet hier mit seinen Assistenten eine der letzten von ihm gebauten Raketen. Sie entstand 1940 und ist in jeder Hinsicht eine moderne Konstruktion. Links vorn ist der Motor (Brennkammer und Schubdüse) zu sehen, am anderen Ende rechts die Tanks für Flüssigsauerstoff und Benzin. Weiter zur Mitte des bereits 6,70 Meter langen Fahrzeugs befinden sich unter einem Gewirr von Röhren und Drähten die handgefertigten und von Turbinen getriebenen Treibstoffpumpen.

Robert Goddard (links außen) betrachtet hier mit seinen Assistenten eine der letzten von ihm gebauten Raketen. Sie entstand 1940 und ist in jeder Hinsicht eine moderne Konstruktion. Links vorn ist der Motor (Brennkammer und Schubdüse) zu sehen, am anderen Ende rechts die Tanks für Flüssigsauerstoff und Benzin. Weiter zur Mitte des bereits 6,70 Meter langen Fahrzeugs befinden sich unter einem Gewirr von Röhren und Drähten die handgefertigten und von Turbinen getriebenen Treibstoffpumpen.

Die teleskopische Astronomie im Russischen Reich begann ernsthaft mit Michail Lomonossow. Ernsthafte Ideen über Weltraumforschung begannen mit Konstantin Ziolkowski (1857 – 1935), einem russischen Wissenschaftler und Visionär, Sohn eines polnischen Vaters und einer russischen Mutter. 1903 veröffentlichte er den Artikel Erforschung des Weltraums mit Raketenapparaten und entwarf eine Rakete, die von flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff angetrieben wurde. Er rechnete aus, daß eine einstufige Rakete zuviel Treibstoff befördern müßte, um Fluchtgeschwindigkeit zu erreichen, und kam zum Schluß, daß eine Mehrstufenrakete effizienter wäre. Er erklärte einmal: „Die Erde ist die Wiege des Geistes, aber wir können nicht für immer in einer Wiege leben.“ Ziolkowskis theoretisches Werk über die Raumfahrt war im Westen anfänglich wenig bekannt, aber er hatte bedeutenden Einfluss auf einige derjenigen, die später führende Gestalten im sowjetischen Weltraumprogramm werden sollten, darunter Valentin Gluschko (1908 – 1989).

Der russische Schullehrer und Autodidakt Konstantin Ziolkwoski wurde aufgrund seiner theoretischen Arbeiten als Vater der Astronautik bezeichnet. Er demonstrierte, warum der Vorstoß in den Weltraum nur mit Raketen möglich ist.

Der russische Schullehrer und Autodidakt Konstantin Ziolkwoski wurde aufgrund seiner theoretischen Arbeiten als Vater der Astronautik bezeichnet. Er demonstrierte, warum der Vorstoß in den Weltraum nur mit Raketen möglich ist.

Der gebürtige Ukrainer Sergej Koroljow (1907 – 1966) war während der schnellen Entwicklungen der 1950er und 1960er der führende sowjetische Raketenkonstrukteur. Er erlebte Triumphe wie den Start des ersten künstlichen Satelliten der Welt, Sputnik 1, und des ersten Menschen im Weltraum, des Kosmonauten Juri Gagarin (1934 – 1968) im April 1961. Sergej Koroljow starb an versagender Gesundheit, kurz bevor die Amerikaner ihre erfolgreiche Mission zum Mond starteten, vielleicht wegen seines langen Aufenthalts im sibirischen Gulag während der rücksichtslosen Säuberungen des kommunistischen Diktators Stalin.

Hermann Oberth war der erste Raketenforscher, der die Weltraumfahrt in wissenschaftlich strenger Form behandelte. Sein Buch „Die Rakete zu den Planetenräumen“ beeinflusste die Entwicklung der modernen Raketen ganz entscheidend.

Hermann Oberth war der erste Raketenforscher, der die Weltraumfahrt in wissenschaftlich strenger Form behandelte. Sein Buch „Die Rakete zu den Planetenräumen“ beeinflusste die Entwicklung der modernen Raketen ganz entscheidend.

Der deutsche Raketenpionier Hermann Oberth (1894 – 1989) veröffentlichte 1923 das Buch Die Rakete zu den Planetenräumen, das mathematisch erklärte, wie Raketen eine Geschwindigkeit erreichen könnten, die es ihnen ermöglichen würde, der Erdanziehung zu entkommen. Er organisierte Enthusiasten in einer Gesellschaft für Weltraumflug, welcher der junge Wernher von Braun angehörte. In den 1930ern interessierte er sich sehr für Robert Goddards Anstrengungen in den USA und kopierte einige seiner Ideen. Von Braun arbeitete während des Zweiten Weltkriegs an militärischen Raketen, darunter die V 2, die gegen alliierte Ziele eingesetzt wurde. Er bewerkstelligte nach dem Krieg zusammen mit einigen seiner Spitzenwissenschaftler seine eigene Kapitulation gegenüber den Amerikanern. Hermann Oberth arbeitete sowohl in Deutschland als auch in den USA für seinen ehemaligen Assistenten von Braun.

Der 18jährige Wernher von Braun trägt eine Rakete über den Raketenflugplatz Berlin-Reinickendorf, das Versuchsgelände des „Vereins für Raumschiffahrt“; neben ihm Rudolf Nebel.

Der 18jährige Wernher von Braun trägt eine Rakete über den Raketenflugplatz Berlin-Reinickendorf, das Versuchsgelände des „Vereins für Raumschiffahrt“; neben ihm Rudolf Nebel.

Eine Anzahl von Wissenschaftlern und Experten wurde von alliierten Truppen gefangengenommen. Auch die Sowjetunion nahm eine Anzahl der Ingenieure gefangen, die am deutschen Raketenprogramm gearbeitet hatten, dem höchstentwickelten der Welt in den 1940ern, aber die bei weitem wichtigste Person war Wernher von Braun selbst. Sein Hintergrund in Nazideutschland war offenkundig umstritten, aber er wurde schließlich zu einem eingebürgerten amerikanischen Staatsbürger und zu einer treibenden Kraft hinter den amerikanischen Weltraumanstrengungen, einschließlich des Apollo-Programms, das zu den ersten erfolgreichen bemannten Missionen zum Mond führen sollte. Seine Fähigkeiten als Ingenieur und Visionär waren gewiß beträchtlich, und Wernher von Braun wird als einer der größten Raketenwissenschaftler des zwanzigsten Jahrhunderts betrachtet.

Wernher von Braun beaufsichtigt einen Techniker, der in einem Redstone-Geräteteil arbeitet – dem komplizierten Oberteil, das alle Lenk- und Steuervorrichtungen der Rakete enthält. Als Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Redstone unterstanden von Braun rund 3500 Wissenschaftler und Techniker.

Wernher von Braun beaufsichtigt einen Techniker, der in einem Redstone-Geräteteil arbeitet – dem komplizierten Oberteil, das alle Lenk- und Steuervorrichtungen der Rakete enthält. Als Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Redstone unterstanden von Braun rund 3500 Wissenschaftler und Techniker.

Als die Sowjetunion mit Koroljow im Oktober 1957 den Sputnik 1 in die Umlaufbahn startete, löste sie das Weltraumrennen zwischen den beiden Supermächten im Kalten Krieg aus. Die Amerikaner reagierten schnell und gründeten 1958 die National Aeronautics and Space Administration (NASA). Diese hatte eine große militärische Komponente, da Raketen und Flugkörper mit Nuklearsprengköpfen ausgestattet werden konnten, aber das Weltraumrennen war auch eine Konkurrenz um globales Prestige, die auch friedlichen Nutzen wie Wetter- und Kommunikationssatelliten schuf. Vor allem eröffnete es die Möglichkeit, Observatorien außerhalb der Erdatmosphäre zu plazieren und Sonden auszuschicken, um andere Körper in unserem Sonnensystem zu erforschen.

Zu den erfolgreichsten interplanetarischen Raumsonden gehörten die amerikanischen Voyager 1 und 2, die 1977 gestartet wurden und deren Daten, die von ihren Kameras und anderen Instrumenten gesammelt wurden, uns mit einer großen Menge neuer Informationen über die Gasplaneten versorgten. Voyager 2 wurde in den 1980ern zum ersten Raumfahrzeug, das Uranus und Neptun besuchte, und beide Sonden senden weiterhin Informationen über die fernen äußeren Bereiche unseres Sonnensystems.

Der amerikanische Cassini-Orbiter, der nach dem italienisch-französischen Astronom Giovanni Cassini benannt ist, beförderte die europäische Sonde Huygens, die 2005 auf dem größten Saturnmond Titan landete. Titan wurde 1655 von Christiaan Huygens entdeckt und ist der einzige Mond mit einer dichten Atmosphäre und einer Oberfläche, die von Flüssen und Seen aus flüssigem Äthan und Methan geformt wurde. Dies war die erste Landung auf einem Himmelskörper im äußeren Sonnensystem. Andere Sonden sind ausgeschickt worden oder werden geplant, um Kometen, Asteroiden, die Sonne, den Merkur, die Venus, den Pluto, Jupiter und vor allem den Mars zu studieren, in Erwartung einer möglichen bemannten Mission zu diesem Planeten später in diesem Jahrhundert.

Die Idee, ein Teleskop in eine Umlaufbahn oberhalb der Erdoberfläche zu bringen, wurde 1923 von Oberth vorgeschlagen. Die erste Person jedoch, die dies vorschlug und erlebte, wie diese Vision verwirklicht wurde, war der amerikanische Wissenschaftler Lyman Spitzer (1914 – 1997). Er schlug 1946 ein großes Teleskop im Weltraum vor und analysierte an seinem Todestag Daten vom Hubble-Weltraumteleskop. Das Hubble Space Telescope, benannt nach dem Entdecker des außergalaktischen Universums, Edwin Hubble, ist in den letzten Jahren eines der erfolgreichsten wissenschaftlichen Instrumente gewesen. Die NASA nannte ihr Infrarot-Weltraumobservatorium zu Ehren von Lyman Spitzer Spitzer Space Telescope.

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2 Kommentare

  1. Lucifex

     /  März 28, 2014

    Fjordman erläutert hier zwar, wie der Entwicklungsweg zur Raumfahrt samt der allermeisten dafür notwendigen Erfindungen und Innovationen in der europäischen (weißen) Zivilisation stattgefunden hat, bleibt aber die im Titel versprochene Erklärung schuldig, „warum die Asiaten nicht die Raumfahrt erfunden haben“.

    Eine mir naheliegend erscheinende Erklärung ist, daß den Asiaten die nötige „faustische Wesensart“ fehlt, die sich bei den Weißen unter anderem auch in dieser schönen Aussage von Robert Goddard zur Zukunft der Raumfahrt äußert:

    „Ein Ende ist nicht abzusehen, denn der ‚Griff nach den Sternen‘ – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – stellt eine Aufgabe für Generationen dar, so daß trotz allen Fortschritts immer das Abenteuer bleibt, erst am Anfang zu stehen.“

    Ich habe nun zusätzlich zum Titelbild noch einige weitere Bilder samt Unterschriften in den Artikel eingefügt.

    Antworten
  2. Richard

     /  März 29, 2014

    Das ging ja schnell!🙂
    Vielen Dank für die Übersetzung, ich freue mich schon sehr auf die Lektüre!

    Antworten

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