Warum haben die Europäer die moderne Welt geschaffen? – Teil 4

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„Do not go gently into that good night / Rage, rage against the dying of the light.“
(Dylan Thomas)

Von Fjordman; der Originaltext Why Did Europeans Create the Modern World? — Part 4 erschien am 30. September 2009 auf Gates of Vienna. (Dies ist der letzte Teil dieser Reihe; Bilder vom Übersetzer eingefügt.)

Der deutsche Soziologe Max Weber (1864-1920) identifizierte den Kapitalismus in seiner einflußreichen Studie Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus mit dem protestantischen Zweig des Christentums. Ich halte es in der Tat für zutreffend zu sagen, daß sich die protestantischen Nationen bei der Annahme von Wissenschaft und Kapitalismus als besonders dynamisch erwiesen haben; der Protestantismus ermutigte gewöhnliche Leute zum Lesen der Bibel in der Volkssprache, was die Alphabetisierung beschleunigte. Dennoch gibt es keinen Zweifel, daß die Grundlagen des Kapitalismus im katholischen Europa geschaffen wurden, in den mittelalterlichen Stadtstaaten Norditaliens.

Der westliche Wohlstand begann mit dem städtischen Wachstum und dem Handel im zwölften Jahrhundert und beschleunigte sich während der Renaissance zum siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert hin mit der Entwicklung einer relativ autonomen Klasse professioneller Kaufleute. Friedrich von Hayek (1899-1992), ein österreichischer und später britischer Ökonom und Philosoph, identifizierte einen neuen Individualismus, der vom Christentum und der Philosophie der klassischen Antike hervorgebracht und während der Renaissance entwickelt worden war. Er erklärt dies in seinem Klassiker Der Weg zur Knechtschaft:

„Von den Handelsstädten Norditaliens verbreitete sich die neue Lebenssicht mit dem Handel nach Westen und Norden, durch Frankreich und den Südwesten Deutschlands zu den Niederlanden und den britischen Inseln und schlug überall feste Wurzeln, wo es keine despotische politische Macht gab, um sie zu ersticken…. Während dieser ganzen neuzeitlichen Periode europäischer Geschichte war die allgemeine Richtung der gesellschaftlichen Entwicklung die, daß sie den einzelnen von den Banden befreite, die ihn an die gebräuchlichen oder vorgeschriebenen Wege beim Nachgehen seiner alltäglichen Aktivitäten gebunden hatten…. Das vielleicht größte Ergebnis dieser Entfesselung individueller Energien war das wundersame Wachstum der Wissenschaft, das dem Marsch individueller Freiheit von Italien nach England und darüberhinaus folgte…. Erst seit die Gewerbefreiheit den Weg zum freien Gebrauch des neuen Wissens geöffnet hatte, erst seit alles ausprobiert werden konnte – falls man jemanden finden konnte, der dies auf eigenes Risiko unterstützte – und, sollte man hinzufügen, genausooft von außerhalb der mit der Kultivierung des Lernens beauftragten Behörden wie innerhalb davon, hat die Wissenschaft die großartigen Fortschritte gemacht, die in den letzten hundertfünfzig Jahren das Gesicht der Welt verändert haben.”

Das westliche Wachstum hat Wurzeln im Mittelalter. Nathan Rosenberg und L.E. Birdzell Jr. gehen dem in How The West Grew Rich: The Economic Transformation Of The Industrial World nach:

„Anfänglich entsprang die Erlangung der Autonomie durch den Westen einer Entspannung oder Schwächung politischer und religiöser Kontrollen, was anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens die Gelegenheit gab, mit Veränderungen zu experimentieren. Wachstum ist natürlich eine Form von Veränderung, und Wachstum ist unmöglich, wenn Veränderung nicht zulässig ist. Jede erfolgreiche Veränderung erfordert ein großes Maß an Freiheit zum Experimentieren. Eine Gewährung dieser Art von Freiheit kostet die Herrscher einer Gesellschaft ihr Gefühl der Kontrolle, als würden sie die Macht zur Bestimmung der Zukunft der Gesellschaft an andere abtreten. Die große Mehrheit der Gesellschaften in der Vergangenheit und Gegenwart haben es nicht zugelassen. Genausowenig sind sie der Armut entkommen.”

Der Welthandel ist bis ungefähr 1840 in bescheidenem Maß gewachsen und hat dann abgehoben. 1913 war der Wert des Welthandels etwa fünfundzwanzigmal so hoch, wie er um 1800 gewesen war, obwohl die Preise für Fertigwaren und Rohstoffe in vielen Fällen niedriger waren. Zum ersten Mal war eine wahre Weltwirtschaft geschaffen worden, mit Mittelpunkt in Europa. Großbritannien spielte eine besonders prominente Rolle beim Einsatz des Handels, um die Welt und das ausgedehnte britische Empire wirtschaftlich miteinander zu verbinden. Dies wurde in großem Maße durch die Entwicklung neuer Verkehrs- und Nachrichtenmittel erleichtert. Eisenbahnen breiteten sich über ganz Europa und Nordamerika bis nach Südamerika, Asien und Afrika aus und verringerten zusammen mit Dampfschiffen die Transportkosten drastisch. Internationaler Handel wurde auch durch den Bau des Suez- und des Panamakanals erleichtert. Die industrielle Revolution stellte einen Punkt beispielloser europäischer Macht dar.

Bis 1880 kontrollierten europäische Nationen erst 10 % des afrikanischen Kontinents. Dann kam der „Wettlauf um Afrika”, wo der Besitz von Kolonien zu einer Art Statussymbol wurde. Der europäische Imperialismus erreichte zu dieser Zeit in Asien ebenfalls seinen Höhepunkt, als die Niederländer ihre Herrschaft über Java auf den Großteil dessen ausdehnten, was heute Indonesien ist, die Briten vertieften ihre Kontrolle über Besitzungen wie Indien, die Franzosen errichteten ihre Herrschaft über einen weiten Bereich von Indochina wie auch Westafrika, und die Vereinigten Staaten erwarben 1898 nach dem spanisch-amerikanischen Krieg die Philippinen. Insgesamt waren die wirtschaftlichen Gewinne aus diesen Kolonien in vielen Fällen überraschend begrenzt. Sie wurden oft mehr aus politischen als aus wirtschaftlichen Gründen erworben. Die technologische Überlegenheit ließ viele Europäer zur aufrichtigen Überzeugung gelangen, daß sie andere Völker „zivilisieren” könnten, eine Idee, die in Rudyard Kiplings Gedicht White Man’s Burden verkörpert ist.

Laut den Autoren Rosenberg und Birdzell

„pflanzte der Kolonialismus die Saat für die frühe Entwicklung der heutigen Volkswirtschaften Nord- und Südamerikas — eine beeindruckende Errungenschaft. Aber die spanischen, portugiesischen, englischen, französischen und niederländischen Kolonialerfahrungen und ihre Konsequenzen waren vielfältig, selbst in den Amerikas. Spanien und Portugal wurden größere Kolonialmächte, ohne jemals fortschrittliche kapitalistische Volkswirtschaften zu werden…. Ihre wertvollsten Kolonien lagen in Lateinamerika, und die Mutterländer verloren diese an Unabhängigkeitsbewegungen, während sie selbst in einem vorkapitalistischen Entwicklungsstadium waren. Die bei weitem auffälligste Errungenschaft des britischen Kolonialismus war die, daß er die Saat für mehrere fortgeschrittene westliche Volkswirtschaften legte, zum beträchtlichen Nutzen der Kolonien: die Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Neuseeland, Hongkong und Singapur. Die wirtschaftlichen Leistungen dieser Kolonien nutzten auch Britannien, denn kontrollierter und ausbeuterischer Handel mit einer wirtschaftlich rückständigen Kolonie ist für ein fortschrittliches Land viel weniger profitabel als der Handel mit anderen fortschrittlichen Ländern. Frankreich errichtete und verlor ein großes Kolonialreich, an das man sich wegen des gewaltsamen Zusammenbruchs seiner Herrschaft über Indochina und des beinahe gleichermaßen gewaltsamen Endes seiner Herrschaft über das erinnert, was wahrscheinlich seine wirtschaftlich erfolgreichste Kolonie war – Algerien. Rückblickend gibt es wenig Grund zu denken, daß seine Kolonialunternehmungen positiv zu Frankreichs Wirtschaftswachstum beigetragen haben.”

Es gibt keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen der Größe und zeitlichen Entwicklung des Wirtschaftswachstums westlicher Länder und ihrer Kolonialreiche. Deutschland übertraf im späten neunzehnten Jahrhundert Frankreich und zeitweise sogar Britannien in der Industrieproduktion, besaß aber im Vergleich zu letzterem nur wenige und unbedeutende Kolonien. Spanien besaß im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert das größte Imperium der Welt und litt doch an Inflation und militärischer Überdehnung. Italien war in derselben Zeitperiode politisch zersplittert und von Angriffen moslemischer Piraten geplagt, und doch gab es während der wissenschaftlichen Revolution kein spanisches Äquivalent zu Galileo. Kopernikus wurde in Polen geboren, das niemals eine Kolonialgeschichte hatte; Tycho Brahe stammte aus dem winzigen Dänemark und Kepler aus dem zerteilten Deutschland. England war zur Zeit Newtons noch keine große Kolonialmacht im Vergleich zu den Türken und ihrem osmanischen Reich. Die größte astronomische Revolution in der Geschichte kann einfach nicht „kolonialer Ausplünderung” zugeschrieben werden, wie sehr man es auch versuchen mag.

Die imperialistischen Länder Spanien und Portugal erreichten kein langfristiges Wachstum, im Gegensatz zur nichtimperialistischen Schweiz oder zu Schweden. Spanien und Portugal setzten in ihren Kolonien verbreitet Sklaverei ein, blieben aber bei der Entwicklung moderner Wachstumswirtschaften zurück. Von den geschätzten 10-12 Millionen Afrikanern, die zwischen 1450 und 1900 zwangsweise über den Atlantik transportiert wurden, landeten mehrere Millionen im portugiesisch beherrschten Brasilien. Michael Hart spekuliert darüber, ob die Vermischung mit Völkern niedriger Intelligenz (afrikanischen Sklaven) den nationalen IQ Portugals während der Kolonialzeit verringert hat.

Boa Esperanza 1

„Boa Esperanza“, ein portugiesischer Nachbau einer Karavelle aus dem 15. Jahrhundert; dieses Schiff hat mehrmals den Atlantik überquert und inzwischen schon mehr als 60.000 Seemeilen zurückgelegt.

Gefördert von Prinz Heinrich dem Seefahrer (1394-1460) unternahmen die Portugiesen in der Mitte des 15. Jahrhunderts systematische Entdeckungsreisen entlang der Westküste Afrikas, die ihren Höhepunkt fanden, als der Seefahrer Bartolomeu Diaz (ca. 1450-1500) 1488 um die südlichste Spitze des Kontinents segelte und damit den Seeweg nach Asien eröffnete. Der Seefahrer Vasco da Gama (ca. 1460-1524) und seine Mannschaft erreichten Indien um das Kap der Guten Hoffnung herum (1497-99) und kehrten erfolgreich nach Lissabon zurück, beladen mit Gewürzen und Mustern indischer Stoffe. Dies löste mehrere bewaffnete Zusammenstöße mit Moslems aus, die traditionellerweise viel von diesem lukrativen Handel kontrolliert hatten.

Lynn White, der herausragende amerikanische Professor für mittelalterliche Geschichte, stellt fest, daß „bis zum Ende des 15. Jahrhunderts die technologische Überlegenheit Europas eine solche war, daß seine kleinen, untereinander verfeindeten Nationen sich über den ganzen Rest der Welt ergießen konnten, erobernd, plündernd und kolonisierend. Das Symbol dieser technischen Überlegenheit ist die Tatsache, daß Portugal, einer der schwächsten Staaten des Okzidents, die Herrin Ostindiens werden und ein Jahrhundert lang bleiben konnte.” Dies war eine radikal neue Entwicklung des Mittelalters, denn „vor dem 11. Jahrhundert gab es im lateinischen Westen kaum Wissenschaft, nicht einmal in römischer Zeit.”

Technologische Entwicklungen erleichterten dieses Zeitalter der Entdeckungen. Europäer sind vielleicht die ersten gewesen, die Schießpulver für den Bau großer Kanonen nutzten, und während andere Zivilisationen in Eurasien diese Erfindung ebenfalls nutzten, waren Europäer besonders geschickt beim Kombinieren von Kanonen mit Schiffen. Die Portugiesen und andere waren Pioniere bei der Entwicklung neuer Typen hochmanövrierfähiger Segelschiffe wie der Karavelle, und die Entdeckungen führten zu verbesserten Karten und Navigationstechniken. Das Verlangen, heidnische Völker zu christianisieren, war nach jahrhundertelangem Ringen gegen Moslems immer noch sehr frisch bei führenden Individuen wie Königin Isabella von Spanien. Förderung durch die Regierung war wichtig für die Spanier und Portugiesen und im siebzehnten Jahrhundert für die holländische Ostindienkompanie. Es gab auch die grundsätzliche europäische Neugier auf die Welt, wenngleich asiatische Gewürze und die Suche nach materiellem Reichtum gewöhnlich die direktesten Gründe für diese Reisen waren. Von Vasco da Gama gibt es den berühmten Ausspruch, daß die Portugiesen „nach Christen und Gewürzen” suchten.”

East Indiaman Götheborg

Die „Götheborg“, ein Nachbau des gleichnamigen schwedischen Ostindienfahrers, der 1745 auf der Heimreise von China kurz vor Göteborg sank.

Laut der Gelehrten Lynda Shaffer hätten die Chinesen mit ihrer großen und hochentwickelten Marine „die mühsame Reise um die Spitze Afrikas machen und in portugiesische Häfen segeln können; jedoch hatten sie keinen Grund, das zu tun. Obwohl die westeuropäische Wirtschaft florierte, bot sie nichts, das China nicht näher der Heimat und zu viel geringeren Kosten erwerben konnte.” Im Gegensatz dazu versuchten die Portugiesen, die Spanier und andere Europäer, die Gewürzinseln in Indonesien zu erreichen. „Es war dieser Gewürzmarkt, der Kolumbus westwärts von Spanien weglockte und Vasco da Gama um Afrika und über den Indischen Ozean zog.” Nach Shaffers Ansicht hatten Technologien wie Schießpulver und Kompaß in China eine andere Auswirkung als in Europa, und es ist „unfair zu fragen, warum die Chinesen nicht zufällig auf die westliche Hemisphäre gestoßen sind, als sie ostwärts über den Pazifik segelten, um die Wollmärkte Spaniens zu finden.”

Darin liegt einiges an Wahrheit. Das Zeitalter der Entdeckungen durch Portugal und Spanien begann anfänglich mit dem Wunsch, die zweitwichtigste Handelsregion der Welt, Europa und den Mittelmeerraum, mit der wichtigsten Handelsregion der Welt zu verbinden, dem Indischen Ozean, und dabei die moslemischen Mittelsmänner zu umgehen. Deshalb hatte Christoph Kolumbus irrtümlich geglaubt, in Indien angelangt zu sein, als er Amerika erreichte. Europäer waren anfänglich mehr daran interessiert, asiatische Güter zu kaufen, als umgekehrt, aber das erklärt immer noch nicht, warum die Chinesen und andere Asiaten kein Äquivalent zur wissenschaftlichen und industriellen Revolution schufen. Manchmal wird Dschingis Khan (ca. 1162-1227) und den Mongolen die Schuld dafür gegeben.

Die Eroberung durch die Mongolen hatte sicherlich die Wirkung einer gewaltsamen Unterbrechung, und die Spur der Verwüstung, die sie hinter sich ließ, entvölkerte Regionen von China und Korea über Iran und Irak bis Osteuropa. Sie beendete die dynamische Song-Dynastie, aber selbst davor gab es wenig Anzeichen dafür, daß eine Entwicklung in Richtung moderner Maschinen oder mathematischer Physik in China bevorstand. Eine Serie von Taifunen, genannt Kamikaze oder „Göttlicher Wind”, rettete die Japaner 1274 und 1281 vor den Mongolenflotten, aber auch sie entwickelten keine voll ausgebildete Industrie, bis sie im späten neunzehnten Jahrhundert ein westliches Modell übernahmen. Mehr noch, auch wenn Westeuropa vor den Mongolen verschont blieb, sollten wir uns daran erinnern, daß die Europäer Jahrhunderte politischen Zerfalls und Bevölkerungsrückgangs erlebt hatten, länger als in irgendeiner Periode der chinesischen Geschichte über mehrere tausend Jahre. Europa war auch einem länger währenden Angriff durch den Islam ausgesetzt.

Einige Moslems haben behauptet, daß wissenschaftliche Fortschritte in der islamischen Welt durch die mongolischen Eroberungen zum Stillstand gebracht worden seien. Dies ist aus einer Anzahl von Gründen unrichtig. Erstens, weil die Eroberungen Syrien, Ägypten, Nordafrika und die arabische Halbinsel nicht betrafen und diese Regionen trotzdem nicht mehr Fortschritte machten als der islamische Osten. Zweitens hatte die Wissenschaft in der islamischen Welt in vielen Disziplinen bereits davor stagniert. In der Astronomie erreichten die moslemischen Errungenschaften ihren Höhepunkt nach den Eroberungen, im Iran mit mongolischer Ermutigung. Hülägü Khan gab seinen Segen zum Bau des Maragha-Observatoriums, nachdem seine Truppen Bagdad geplündert und dem Abbasidenkalifat ein Ende gesetzt hatten. Sein Bruder Kublai Khan erbaute ein Observatorium in China.

In Europa wurden nach der Erfindung von Brillen und mechanischen Uhren neue wissenschaftliche Instrumente zum Studium und zur Vermessung der Welt eingeführt, von Teleskopen und Mikroskopen bis zu Thermometern, und ihre Präzision wurde stetig verbessert. Nach 1600 erlangten Napiers Logarithmen Bedeutung, und neue Mathematik wie Differentialrechnung und analytische Geometrie trugen immens zur Analyse bei. Ein fundamentaler institutionaler Pfeiler westlicher Wissenschaft war die Routinisierung der Entdeckungen, oder die Erfindung des Erfindens. David S. Landes erklärt:

„Es gab da eine weit verstreute Population von Intellektuellen, die in verschiedenen Ländern arbeiteten und verschiedene Umgangssprachen benutzten – und doch eine Gemeinschaft waren. Was an einem Ort geschah, wurde schnell überall sonst bekannt, teilweise dank einer gemeinsamen Sprache der Gelehrsamkeit, des Lateins; teilweise dank einer frühen Entwicklung von Kurier- und Postdiensten; vor allem weil Menschen in alle Richtungen zogen. Im siebzehnten Jahrhundert wurden diese Verbindungen institutionalisiert, zuerst in Person solcher selbsternannter menschlicher Vermittlungsstellen wie Marin Mersenne (1588-1648), dann in Form gelehrter Gesellschaften mit ihren korrespondierenden Sekretären, häufigen Treffen und periodischen Journalen. Die frühesten Gesellschaften erschienen in Italien – die Accadémia dei Lincei (Akademie der Luchse) in Rom 1603, die kurzlebige Accadémia del Cimento in Florenz 1653. Auf lange Sicht wichtiger waren jedoch die nördlichen Akademien: die Royal Society in London 1660, die Academia Parisiensis 1635 und ihre Nachfolgerin Académie des Sciences 1666. Selbst davor brachten informelle, aber regelmäßige Begegnungen in Kaffeehäusern und Salons Menschen und Fragen zusammen. Wie Mersenne es 1634 ausdrückte, ‘haben die Wissenschaften einander unverbrüchliche Freundschaft geschworen.’ Kooperation also, aber enorm gesteigert durch scharfe Rivalität im Rennen um Prestige und Ehre.”

Vom siebzehnten Jahrhundert an schufen Europäer viele wissenschaftliche Gesellschaften und Journale. Keine ähnlichen Arrangements und Einrichtungen zur Verbreitung von Gelehrsamkeit waren außerhalb Europas zu finden. China fehlte es an institutioneller Kontinuität für die Lehre, und dem Nahen Osten und Indien ging es nicht viel besser. Die islamophile Rede des US-Präsidenten Barack Hussein Obama an der Kairoer Universität in Ägypten im Juni 2009 enthielt eine bemerkenswert hohe Konzentration von Halbwahrheiten, Verzerrungen oder platter Lügen. Nehmen Sie dieses Zitat:

„Als Student der Geschichte weiß ich auch um das, was die Zivilisation dem Islam verdankt. Es war der Islam — an Orten wie der Al-Azhar-Universität — der das Licht des Lernens durch so viele Jahrhunderte getragen und den Weg für Europas Renaissance und Aufklärung bereitet hat. Es war die Innovation in moslemischen Gemeinschaften, welche die Ordnung der Algebra entwickelt hat, unseren Magnetkompaß und die Navigationsinstrumente, unsere Beherrschung der Feder und des Buchdrucks, unser Verständnis dessen, wie sich Krankheiten verbreiten und wie sie geheilt werden können. Die islamische Kultur hat uns majestätische Gewölbe und aufragende Türme gegeben, zeitlose Poesie und geschätzte Musik, elegante Kalligraphie und Orte des friedlichen Nachdenkens. Und die ganze Geschichte hindurch hat der Islam durch Worte und Taten die Möglichkeiten religiöser Toleranz und der Rassengleichheit demonstriert.”

Gibt es auch nur eine einzige wahre Aussage in diesem ganzen Absatz? Moslems haben in der Tat einige schöne Kalligraphien geschaffen, und ein paar ihrer Gelehrten leisteten Beiträge zur Algebra, aber davon abgesehen ist es fast totaler Unsinn. Der Magnetkompaß wurde von den Chinesen erfunden und möglicherweise unabhängig davon von den Europäern und anderen. Der Buchdruck wurde auch von den Chinesen erfunden und von den Moslems tausend Jahre oder länger wegen islamisch-religiösem Widerstand stur und beharrlich abgelehnt. Sie mochten die chinesische Erfindung des Schießpulvers um einiges mehr.

Keine direkte Verbindung ist jemals zwischen Gutenbergs Druckerpresse und dem Buchdruck in Ostasien nachgewiesen worden, obwohl es vorstellbar ist, daß die Grundidee des Druckens nach Europa importiert worden war. Im Gegensatz dazu wissen wir mit 100%iger Sicherheit, daß die Moslems mit der ostasiatischen Drucktechnik vertraut waren, sie aber aggressiv ablehnten. Der Gelehrte Thomas Allsen hat in seinem Buch Culture and Conquest in Mongol Eurasia beschrieben, wie die Behörden im Iran unter mongolischer Herrschaft im Jahr 1294 versuchten, nach chinesischer Art gedruckte Banknoten einzuführen, aber damit aufgrund des Volkswiderstands scheiterten:

„Gewiß hatte die moslemische Welt eine aktive und anhaltende Gegnerschaft gegen von Europa im fünfzehnten Jahhundert und später ausgehende Drucktechniken mit beweglichen Lettern gezeigt. Diese Gegnerschaft, die auf gesellschaftlichen, religiösen und politischen Erwägungen beruhte, dauerte bis weit ins achtzehnte Jahrhundert. Erst dann wurden Druckerpressen europäischen Ursprungs im osmanischen Reich eingeführt, und erst im nächsten Jahrhundert fand das Drucken weite Verbreitung in der arabischen Welt und im Iran. Dieses lange Zögern, dieses Desinteresse an europäischer Typographie und die Nichtnutzung der einheimischen Drucktraditionen Ägyptens sprechen sicherlich für eine Art fundamentaler struktureller oder ideologischer Antipathie gegen diese spezielle Technologie.”

Es ist wahrscheinlich, daß der Buchdruck den Bewohnern des Nahen Ostens aufgrund des Handels Jahrhunderte zuvor schon bekannt war, jedoch übernahmen sie diese großartige Erfindung aus islamisch-religiösem Widerstand erst tausend Jahre oder mehr nachdem sie in China gemacht worden war. Minderheiten wie die Juden oder Griechen und armenische Christen waren die ersten, die im osmanischen Reich Druckerpressen verwendeten. Das erste in persischer Sprache gedruckte Buch war wahrscheinlich ein jüdisch-persischer Pentateuch.

Moslems hatten Zugang zur optischen Theorie der Griechen. Alhazens Buch der Optik, eines der besten jemals in arabischer Sprache geschriebenen wissenschaftlichen Werke, wurde in der arabischsprachigen Welt weitgehend ignoriert, aber in Europa mit Interesse studiert. Es wurde in Kairo geschrieben, aber nicht an der Al-Azhar-Universität studiert, nahe der Alhazen jahrelang lebte. Al-Azhar war ein Zentrum religiöser Bildung und des Scharia-Rechts, nicht der säkularen Lehre und Wissenschaft. Im Gegensatz dazu wurde griechische Naturphilosophie und säkulare Lehre an mittelalterlichen europäischen Universitäten zusätzlich zu religiösen Themen gelehrt, weshalb die Optik von mehr europäischen Gelehrten studiert wurde. Mir sind wenige, wenn überhaupt irgendwelche, Institutionen außerhalb Europas vor der Kolonialzeit untergekommen, die ich „Universitäten” im westlichen Sinne nennen würde. Unter den besseren Kandidaten gäbe es das Große Kloster von Nalanda in Indien, das eine buddhistische Institution war. Es wurde nicht von Moslems erbaut, sondern von ihnen zerstört, wie so viele Kulturschätze in Indien und Zentralasien.

Das chinesische Bildungssystem führte ein gewisses Maß an Meritokratie ein, das die Bürokratie davor bewahrte, völlig erblich zu werden. Jedoch wurde es starr kontrolliert und konzentrierte sich überwiegend auf Literatur und Morallehre. Männer verschwendeten Jahre ihres Lebens darauf, die Prüfungen der höheren Ebenen zu bestehen, wobei sie oft wieder und wieder scheiterten. Toby E. Huff ist dem in The Rise of Early Modern Science: Islam, China and the West, second edition nachgegangen:

„Aus Sicht dieser Studie war die moderne wissenschaftliche Revolution sowohl eine institutionelle als auch intellektuelle Revolution, die das System des Naturverständnisses neu organisierte und eine neue Vorstellung vom Menschen und seinen kognitiven Fähigkeiten bestätigte. Die Formen der Vernunft und Rationalität, die aus der Begegnung von griechischer Philosophie, römischem Recht und christlicher Theologie erschmolzen worden waren, legten das Fundament für den Glauben an die essentielle Rationalität von Mensch und Natur. Noch wichtiger war, daß diese neue metaphysische Synthese eine institutionelle Heimat in den kulturellen und rechtlichen Strukturen der mittelalterlichen Gesellschaft fand – das heißt, in den Universitäten. Zusammen legten sie das Fundament zur Bestätigung der Existenz neutraler intellektueller Räume, innerhalb derer die Geister ihrer intellektuellen Inspiration nachgehen konnten, während sie sondierende Fragen stellten. Nachdem sie diese Fundamente gelegt hatten, waren große Teile der westlichen Welt in den Jahren nach der Renaissance in der Lage, sowohl in der wissenschaftlichen wie auch wirtschaftlichen und politischen Entwicklung voranzuschreiten.”

Die mittelalterliche europäische Universität stellte eine echte Innovation dar, und Huff stellt ihre Entwicklung und die Entscheidung, nicht nur Theologie, sondern auch Naturwissenschaften in ihren Lehrplan aufzunehmen, ins Zentrum der späteren wissenschaftlichen Errungenschaften des Westens:

„Wir sollten auch nicht die Größe des Schrittes unterschätzen, der gemacht wurde, als man (teilweise in Nachfolge der antiken Tradition) beschloß, das Studium der Philosophie und aller Aspekte der natürlichen Welt zu einer offiziellen und öffentlichen Unternehmung zu machen. Wenn dies als banale Errungenschaft erscheint, dann liegt das an unserem Eurozentrismus, der vergißt, daß das Studium der Naturwissenschaften und Philosophie in den islamischen Hochschulen des Nahen Ostens gemieden wurde und daß alle derartigen Nachforschungen in sorgfältig abgeschirmter privater Umgebung unternommen wurden. Gleichermaßen gab es in China keine autonomen, von der offiziellen Bürokratie unabhängigen Lehranstalten; diejenigen, die es gab, waren völlig von der Gnade des zentralisierten Staates abhängig. Genausowenig hatten Philosophen die Freiheit, für sich das Lehrgebiet zu bestimmen, wie es im Westen der Fall war.”

Die Chinesen sahen Nichtchinesen traditionellerweise als Barbaren an, aber eine der Hauptschwierigkeiten Chinas war die, daß Wissenschaftler wenig Raum für unabhängiges Denken fanden in einem autokratischen System mit einer zentralisierten Bürokratie, die sich auf konfuzianische Literaturklassiker und Kalligraphie konzentrierte. „Die Verfolgung wissenschaftlicher Themen war daher an den Rand der chinesischen Gesellschaft verbannt.” Dies bedeutet nicht, daß man keine verheißungsvollen Anfänge in Pharmakologie, Alchimie oder Medizin finden kann, „aber am Ende zählen Institutionen, wie viele Ökonomen uns erinnert haben. Ohne sie kann die fruchtbare Saat intellektueller Brillanz nicht zu kräftigen Pflanzen heranwachsen.”

Straßenszene in Schanghai - J-Selleny

Straßenszene in Schanghai; Bleistiftzeichnung von Joseph Selleny, der die Weltumseglung der österreichischen Fregatte „S.M.S. Novara“ von 1857 – 1859 als offizieller Expeditionsmaler begleitete.

In The Great Divergence: China, Europe, and the Making of the Modern World Economy, behauptet Kenneth Pomeranz, daß mehrere asiatische Länder, besonders China und Japan, bis um 1800 mindestens so fortgeschritten waren wie Europa. Europa hatte sich bis dahin nicht kritisch von Asien abgesetzt, und die industrielle Revolution begann teilweise aufgrund eines geographischen Zufalls in Großbritannien, weil es leichten Zugang zu Kohle hatte, und teilweise wegen seiner überseeischen Kolonien und Märkte. Seiner Ansicht nach hatte es eher wenig mit überlegener Wissenschaft oder Technologie zu tun.

Diese Behauptung ist rundweg falsch. In den theoretischen Wissenschaften waren die Europäer den Ostasiaten während des ganzen Spätmittelalters und der frühen Neuzeit voraus, und die Kluft vergrößerte sich schnell. Diese Fortschritte beeinflußten allmählich auch die angewandte Technologie. Die Chinesen hatten jahrhundertelang vom Magnetismus gewußt, und doch entdeckten sie niemals den Zusammenhang zwischen ihm und der Elektrizität, wie das Beispiel der Telegraphie zeigt. Hatten die Europäer einen „leichten Zugang” zum Elektromagnetismus? Neuzeitliche europäische Studien über die Geschwindigkeit und die Eigenschaften des Lichts waren weit fortgeschrittener als die asiatischen. Lag dies daran, daß Europäer „leichten Zugang” zum Licht hatten? Hatte man kein Licht in Asien?

Die mittelalterlichen Europäer waren auch gut in Bergbautechnologie, und dieses Wissen wurde in die Neue Welt gebracht. Das spanische Imperium verband die Amerikas mittels regelmäßiger Konvois über den Pazifischen Ozean mit den Philippinen und Asien. Die Spanier brachten so viel Silber aus Mexiko nach China, daß der mexikanische Dollar in einigen chinesischen Küstenprovinzen eine anerkannte Währung war. Nach 1400 stellte China seine Wirtschaft währungsmäßig um, und Silber wurde zum Deckungsmittel.

Kenneth Pomeranz stellt fest, daß „die dadurch geschaffene enorme Nachfrage nach Silber dieses in China viel wertvoller machte (im Verhältnis zu Gold und den meisten anderen Gütern) als irgendwo sonst auf der Welt, und China selbst hatte wenig Silberminen. Als Folge davon importierte China bereits im Jahrhundert bevor westliche Schiffe Asien erreichten, riesige Mengen an Silber (großteils aus Japan, und in einigem Ausmaß aus Indien und Südostasien). Als die Westler dann ankamen, mit Silber aus den reichsten jemals entdeckten Minen (Lateinamerika produzierte zwischen 1500 und 1800 ungefähr 85 % des Silbers der Welt), erzielten sie große und sehr verläßliche Arbitrageprofite.”

In Genghis Khan and the Making of the Modern World, einem weitgehend – und meiner Ansicht nach exzessiv – pro-mongolischen Buch, behauptet der Autor Jack Weatherford, daß die mongolischen Eroberungen die Renaissance in Europa ausgelöst hätten, indem sie den Kontinent für Ideen aus Asien geöffnet hätten:

„Weil viel des Mongolenreiches eher auf neuartigen Ideen und Wegen zur Organisation des öffentlichen Lebens beruhte als auf bloßer Technologie, regten diese Ideen in Europa zu neuen Gedanken und Experimenten an. Die gemeinsamen Prinzipien des Mongolenreiches – wie Papiergeld, Primat des Staates über die Kirche, Religionsfreiheit, diplomatische Immunität und internationales Recht – waren Ideen, die neue Bedeutung gewannen…. Unter den weitverbreiteten Einflüssen durch Papier und Buchdruck, Schießpulver und Feuerwaffen und die Verbreitung des Navigationskompasses und anderer maritimer Ausrüstung erlebten die Europäer eine Renaissance, buchstäblich eine Wiedergeburt, aber es war nicht die antike Welt Griechenlands und Roms, die da wiedergeboren wurde: es war das Mongolenreich, das von den Europäern aufgenommen, übertragen und an ihre eigenen Bedürfnisse und Kultur angepaßt wurde.”

Also sehen wir gleichzeitig Behauptungen, daß die Renaissance das war, was die großen Fortschritte in der westlichen Wissenschaft verursacht hat, und daß sie von Moslems im zwölften Jahrhundert oder von Mongolen im dreizehnten ausgelöst worden war. Gleichzeitig gab es angeblich bis zur Wende zum neunzehnten Jahrhundert nichts Besonderes an Europa. Ein intelligenter Leser wird schnell sehen, daß nicht alle diese verschiedenen Behauptungen gleichzeitig wahr sein können, und doch werden sie alle zur gleichen Zeit geäußert.

Worum es hier geht, ist nicht, was faktisch richtig ist, sondern es geht darum, jedes Gefühl von Stolz zu unterdrücken, das Menschen europäischen Ursprungs auf ihre historischen Errungenschaften haben könnten. Es ist ein bißchen ironisch, daß die europäische Kultur ständig als rassistisch, unterdrückerisch und böse verspottet wird und doch alle anderen eifrig bestrebt zu sein scheinen, die Ehre ihrer Erschaffung für sich zu beanspruchen. Wenn wir rassistische Unterdrücker sind, die die Erde vergewaltigen und die globale Erwärmung verursachen, warum sind dann die Moslems und andere so scharf darauf, sich die Schaffung unserer Kultur zuzuschreiben? Sollten sie sich nicht stattdessen dafür schämen?

Westliche Multikulturalisten behaupten, daß alle Kulturen gleich seien, und doch hat nur eine davon die moderne organisierte Wissenschaft geschaffen. Dies ist der große Elefant mitten im Zimmer. Multikulturalisten versuchen das mit der Behauptung wegzuerklären, daß:

A) die Wissenschaft unabhängig in vielen Regionen entwickelt wurde und zur modernen Wissenschaft verschmolz;

B) alle Kulturen und Völker gleich sind. Wenn eine davon erfolgreicher erscheint als andere, dann muß das daran liegen, daß sie die anderen ausbeutet und unterdrückt. Da die europäische Zivilisation in einzigartiger Weise einflußreich gewesen ist, kann das nur daran liegen, daß sie einzigartig böse ist. Konsequenterweise ist es eine gute Tat um der Erde und der Menschheit willen, sie zu zermalmen. Eine alternative Art des Umgangs mit dieser Schwierigkeit zur Erklärung dessen umzugehen, daß die moderne Wissenschaft in Europa entstand, liegt darin, das Problem überhaupt zu ignorieren und stattdessen über Zebras und australische Pflanzen zu reden. Dies ist Jared Diamonds bevorzugte Lösung.

Die Wahrheit ist, daß die wissenschaftliche Revolution die größte Errungenschaft des menschlichen Geistes in der gesamten Geschichte war, und daß sie von Europäern vollbracht wurde, und von niemand sonst. Wir können darüber debattieren, warum das so war, was für eine faszinierende Diskussion sorgen kann, aber das Endergebnis ist nicht debattierbar.

Pomeranz gibt zu, daß es in China keine wahren wissenschaftlichen Gesellschaften gegeben hat, stellt aber fest, daß „es in China, anders als in Europa, wo diese formalen wissenschaftlichen Gesellschaften für den Schutz der Wissenschaft vor einer feindseligen etablierten Kirche unerläßlich waren, keine solche mächtige und feindselige Körperschaft gegeben hat.”

Dies ist irreführend. Wenn die christliche Kirche immer gegen die Wissenschaft gewesen wäre, dann ist es unwahrscheinlich, daß die wissenschaftliche Revolution im christlichen Europa stattgefunden hätte. Wenn Mr. Pomeranz Toby Huffs exzellente Arbeit studiert hätte, dann würde er wissen, daß die Situation in China viel schlimmer war. Der Hongwu-Kaiser oder Taizu, der von 1368 bis 1398 regierte, war der Begründer der Ming-Dynastie. Er kam aus einer armen Familie und schuf eine neue Dynastie in der größten Volkswirtschaft der Welt. Er war offenbar ein energischer Charakter, aber sein Fall illustriert in der Tat die dem chinesischen Modell zugrundeliegenden Probleme. Der Kaiser dachte, daß die Studenten an der kaiserlichen Akademie zu aufsässig seien, und ernannte seinen Neffen zum Leiter des Instituts. Später gab er eine Reihe von Ankündigungen heraus:

„In der dritten dieser Bekanntmachungen (ca. 1386) gab es eine Liste ‘schlechter’ Inhaber akademischer Grade in der Hauptstadt, das heißt, chin-shih oder ‘Doktorate,’ zusammen mit den Namen einiger Studenten. ‘Er ordnete die Todesstrafe für achtungsechzig chin-shih-Inhaber und zwei Studenten an, und Strafdienst für siebzig Abschlußinhaber und zwölf Studenten.’ Der Autor dieses Berichts in der Cambridge History of China fügt hinzu, daß diese Listen ‘Männer vom Lernen entmutigt haben muß.’ An das Edikt angehängt war ein weiterer Verweis: Der Kaiser ‘würde jeden begabten Mann zum Tode verurteilen, der sich weigerte, der Regierung zu dienen, wenn er dazu aufgerufen würde.’ Wie er es ausdrückte, ’sind bis zu den Rändern des Landes alle die Untertanen des Königs…. Gelehrte im Reich, die dem Herrscher nicht dienen, haben sich von den Lehren [des Konfuzius] entfernt. Es ist nicht übertrieben, sie hinzurichten und den Besitz ihrer Familien zu beschlagnahmen.’ Der Prozeß gegen Galileo und seine Bestrafung (Hausarrest in seiner Villa mit Blick über Florenz) ist nichts im Vergleich dazu.”

Kopernikus’ Buch von 1543 über den Heliozentrismus verursachte keinen unmittelbaren Aufruhr; erst 1616 während der katholischen Gegenreformation wurde es offiziell für irrig erklärt. Wie James Evans sagt, „hat Owen Gingerich nahezu alle erhaltenen Exemplare der Ausgaben von De revolutionibus von 1543 und 1566 untersucht, was sich auf mehr als 500 Bücher beläuft. Die Mehrheit der Exemplare in Italien wurden gemäß dem Erlaß zensuriert. Aber der Erlaß hatte anderswo fast keine Auswirkungen. Nicht einmal im katholischen Spanien wurden Exemplare zensuriert. Die Verdammung von De revolutionibus hatte sehr wenig Auswirkungen auf die Akzeptanz der heliozentrischen Hypothese. Selbst das berühmte Verfahren gegen Galileo wegen der fortgesetzten Befürwortung des Heliozentrismus nach der Verdammung bewirkte nur die Popularisierung der neuen Kosmologie.”

Einer der Gründe dafür, daß der Westen ein außergewöhnlich hohes Niveau nachhaltiger Innovation genossen hat, liegt darin, daß wir oft ein größeres Maß politischer Freiheit und Redefreiheit genossen haben als viele andere Kulturen. Zumindest war das früher so. In einigen kritischen Bereichen ist dies nicht mehr der Fall. Was wir jetzt erleben, ist ein Experiment beispielloser Größe in der Weltgeschichte: Nie zuvor hat man einer massive Zahl von Völkern mit niedrigem IQ sich in Ländern niederzulassen erlaubt, wo die eingeborenen Bewohner einen bedeutend höheren Durchschnitts-IQ haben als sie selbst.

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Die Europäische Union fördert gegenwärtig die Masseneinwanderung von Völkern anderer Kulturen in westeuropäische Länder. Sie setzt auch eine zentralisierte, autoritäre bürokratische Struktur durch, die dem vorsowjetischen Europa fremd war. Während der ganzen europäischen Geschichte ist keine einzelne Autorität jemals in der Lage gewesen, Ideen auf dem ganzen Kontinent erfolgreich zu zensurieren, was – offen gesagt – eine von Europas größten Stärken gewesen ist. Die EU und die multikulturellen Eliten der einzelnen Länder zerstören nun absichtlich das, was traditionellerweise Europas vorrangigste vergleichsweise Vorteile gewesen sind: hoher durchschnittlicher Intelligenzquotient kombiniert mit der Freiheit, Fragen zu stellen.

Michael Hart befaßt sich in Understanding Human History damit, ob es unmoralisch ist, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, daß es Intelligenzunterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen geben könnte, und ob es einen zum “Nazi” macht, wenn man das glaubt. Er meint, daß die potentielle Existenz solcher Unterschiede überhaupt keine moralische Frage ist, sondern bloß eine faktische:

„Solche Unterschiede (falls sie existieren) sind bloße Fakten der Natur; als solche mögen sie unglücklich sein, können aber nicht unmoralisch sein. Einfach ausgedrückt, falls es solche Unterschiede tatsächlich gibt, dann ist es nicht unmoralisch zu glauben, daß sie existieren oder ehrlich seinen Glauben daran auszudrücken oder die Unterschiede zu studieren. Und selbst wenn die Unterschiede nicht existieren, ist ein Glaube, daß es sie gibt (wenn ehrlich empfunden) nicht unmoralisch, noch ist eine ehrliche Befassung mit der Frage unmoralisch. Der Versuch, Sachfragen in moralische Fragen umzuwandeln, ist die Essenz des Dogmatismus und lange eine Behinderung des wissenschaftlichen Fortschritts gewesen. Ein wohlbekanntes Beispiel dreht sich um die Verurteilung Galileos durch die Inquisition im Jahr 1633. Die Mitglieder des Gerichts, das ihn verurteilte, verwandelten eine Sachfrage (‘Kreist die Erde um die Sonne?’) in eine moralische Frage (‘Steht ein solcher Glaube im Widerspruch zur Schrift, und ist daher ketzerisch?’)”

In der ganzen westlichen Welt gibt es mächtige Zensur in allem, was mit Multikulturalismus und Masseneinwanderung nichteuropäischer Völker zu tun hat. In Europa verkörpern die EU-Behörden eine der dahinterstehenden Hauptkräfte, in Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden, den Medien und Akademikerkreisen in verschiedenen Ländern. Zusammen fördern sie Masseneinwanderung und ideologischen „Antirassismus” mittels gesellschaftlicher und rechtlicher Einschüchterung wie auch durch Propagandafeldzüge, die darauf abzielen, jeden zum Schweigen zu bringen, der Einwände gegen obenerwähnte Politik erheben könnte. Dies ist mit Leichtigkeit der schwerwiegendste Fall von Zensur in der Geschichte dieser Zivilisation. Ein Großteil Europas hat seit der Altsteinzeit eine bemerkenswerte genetische Kontinuität genossen. Eingeborene Europäer sollen jetzt durch Völker mit einem völlig anderen genetischen Profil verdrängt werden, aber wir dürfen über die langfristigen Konsequenzen dessen nicht debattieren.

Ein Ring

Wenn man Leute fragt, was den schwersten Fall antiwissenschaftlicher Zensur in der westlichen Geschichte darstellt, werden sie üblicherweise den Fall Galileo gegen die Inquisition bezüglich der heliozentrischen Astronomie nennen. Das war in der Tat ein schlimmer Moment, aber die versuchte Zensur der heliozentrischen Kosmologie des Kopernikus hatte wenig langfristige Wirkung. Mehr noch, diese versuchte Zensur änderte nichts an der physischen Realität. Die Erde kreist immer noch um die Sonne.

Als Wissenschaftler nach dem Jahr 2000 das menschliche Genom entschlüsselten, beeilten sie sich, es als Beweis für die bemerkenswerte Ähnlichkeit der Menschheit untereinander darzustellen. Die DNS zweier beliebiger Individuen, hoben sie hervor, ist zu mindestens 99 % identisch. Aber neuere Untersuchungen erforschen den verbleibenden Bruchteil, um die beobachteten Unterschiede zu erklären. Immerhin könnten Sie, die Sie diese Worte lesen, leicht zu 99,5 % oder mehr mit Newton und Einstein identisch sein, aber dieses letzte bißchen macht einen ziemlich großen Unterschied aus.

2007 fragte The New York Times, eine Mitte-links stehende Zeitung, die sehr über realen oder eingebildeten „Rassismus” besorgt ist, im Artikel “In DNA Era, New Worries About Prejudice” („Neue Sorgen über Vorurteile im Zeitalter der DNS”), „ob die Gesellschaft darauf vorbereitet ist, mit den Konsequenzen der Wissenschaft umzugehen, die schließlich merkliche genetische Unterschiede zwischen Rassen offenbaren könnte, welche sozial bedeutsame Eigenheiten beeinflussen.” Multikulturalisten haben zögernd zugegeben, daß Rasse kein „gesellschaftliches Konstrukt” ist, wenn es um Medizin geht; einige ethnische Gruppen sind anfälliger gegenüber bestimmten Krankheiten als andere.

Es ist wahrscheinlich, daß wir im einundzwanzigsten Jahrhundert eine genetische Revolution erleben werden, die unsere Sicht der Biologie so tiefgreifend verändern wird, wie die kopernikanische Theorie unsere Sicht der Astronomie verändert hat. Vielleicht werden wir nicht nur erkennen, welche Gene für bestimmte Krankheiten verantwortlich sind, sondern auch Gencluster, die zu ungewöhnlich hoher Intelligenz beitragen. Vielleicht wird in ein paar Generationen die Behauptung, daß Menschen genetisch mehr oder weniger identisch sind und daß die Betonung von Unterschieden in den natürlichen Fähigkeiten zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen „Rassismus” ist, genauso altmodisch und irrational erscheinen, wie uns geht, wenn wir ältere Behauptungen lesen, daß die Sonne um die Erde kreist. Der große Unterschied ist, daß die westliche Welt, nachdem der Antikopernikanismus diskreditiert war, immer noch ziemlich dieselbe war wie zuvor. Falls oder wenn einmal der Antirassismus wissenschaftlich diskreditiert worden ist und es schlüssig festgestellt worden ist, daß Menschen wirklich unterschiedliche Niveaus von Intelligenz und Fähigkeiten haben, dann könnte in der Zwischenzeit eine ganze Zivilisation, die kreativste und einflußreichste in der menschlichen Geschichte, durch organisierte Massendummheit unwiederbringlich zerstört worden sein.

Forschungen von Professor John Alford von der Rice University haben im Jahr 2008 ergeben, daß eineiige Zwillinge in politischen Dingen wahrscheinlicher einer Meinung waren als zweieiige Zwillinge. Er meint, daß Politikwissenschaftler die Genetik zu leichtfertig abtun, und er glaubt, daß die Genetik zusammen mit sozialen Einflüssen studiert werden sollte. Alfords Forschungen — und es gibt andere Studien mit ähnlichen Ergebnissen — weisen darauf hin, daß Menschen, die eine ähnliche genetische Beschaffenheit haben, auch ähnlich denken.

Nehmen wir dieses Prinzip und wenden es auf ganze Gesellschaften an: Was, wenn Kultur eine genetische Komponente hat, vielleicht sogar eine starke? Ich glaube nicht an genetischen Determinismus, da es einige Ereignisse in der Geschichte gibt, die nicht erfolgreich durch IQ oder Gene erklärt werden können, aber es gibt auch viele, wo man das kann. Selbst wenn Gene nicht alles bestimmen, so heißt das nicht notwendigerweise, daß sie gar nicht zählen, und doch legt die herrschende Ideologie im Westen heute fest, daß alles „sozial konstruiert” ist und daß alle Unterschiede zwischen Menschengruppen von Vorurteilen und „Rassismus” verursacht werden, womit üblicherweise nur weißer Rassismus gemeint ist.

Der Fall des Staates Israel ist interessant. Ich habe Berichte gehört, daß es schwierig ist, äthiopische Juden in die israelische Gesellschaft zu integrieren. Dies könnte daran liegen, daß sie ein teilweise afrikanisches genetisches Profil haben, was sie zu verschieden von nahöstlichen oder besonders von europäischen Juden macht. Wenn man als selbstverständlich annimmt, daß keine Gesellschaft erfolgreich eine beträchtliche Zahl von Menschen mit einem radikal anderen genetischen Profil absorbieren kann, dann erklärt das, warum Afrikaner nicht in die Vereinigten Staaten integriert worden sind, nachdem sie mehrere Jahrhunderte länger dort gelebt haben als viele europäische Einwanderer, die nahtlos assimiliert worden sind. Wir könnten auch den Fall der Zigeuner erwähnen, die ursprünglich aus Indien kamen und den Großteil eines Jahrtausends (seit dem späten Mittelalter) in Ost- und Mitteleuropa gelebt haben, aber dort immer noch nicht integriert sind.

Eines unserer größeren Probleme von heute ist das, was ich binäres Denken nennen würde. Im binären System gibt es nur Eins und Null, ein und aus. Man kann nichts dazwischen sein, so wie man auch nicht ein bißchen schwanger sein kann. Wenn es um IQ und genetische Intelligenz geht, dann ist der Grundimpuls der meisten westlichen Akademiker der, das ganze Thema zum Tabu zu machen und alle, die daran rühren, als „Rassisten” zu denunzieren. Dies ist antiwissenschaftlich und sollte deshalb zurückgewiesen werden.

Im anderen Extrem findet man jene, die fast alles der genetischen Intelligenz zuschreiben, was simplistisch ist. Es waren keine genetischen Veränderungen, die die mittelalterlichen Italiener den modernen Kapitalismus schaffen ließen, nachdem die Italiener in römischer Zeit niemals etwas dergleichen getan hatten, und es ist unwahrscheinlich, daß Veränderungen im IQ der Hauptgrund dafür sind, daß die Skandinavier im Wikingerzeitalter als Krieger gefürchtet und respektiert waren, heute aber als verweiblichte Sissies gelten. Westeuropa im frühen zwanzigsten Jahrhundert war die mächtigste Zivilisation auf Erden und beherrschte immer noch einen Großteil des Planeten. Ein Jahrhundert später ist dieselbe Region schwach und beherrscht nicht einmal ihre eigenen Vorstädte mit Erfolg. Ich bezweifle ernsthaft, daß sich der durchschnittliche europäische Intelligenzquotient in der Zwischenzeit drastisch verringert hat. Was geschah, ist daß der europäische Geist gebrochen wurde, besonders durch zwei verheerende Kriege und durch die dysfunktionalen und gefährlichen utopischen Ideologien, die dabei freigesetzt wurden.

Hoher IQ macht einen nicht automatisch zu einer moralischeren Person. Josef Goebbels, Propagandaminister in Nazideutschland, hatte eindeutig eine sehr hohe Intelligenz, und doch befähigte ihn dies nur dazu, Böses noch wirksamer zu bewerkstelligen. Ich frage mich manchmal, ob die Europäer nach Einführung destruktiver Ideologien süchtig geworden sind. In diesem Fall würde hoher IQ uns nicht viel helfen.

Menschen mit einem IQ von 100 werden immer ein weit größeres Potential für große Errungenschaften haben als Menschen mit einem IQ von 80. In welchem Ausmaß dieses Potential verwirklicht oder unterdrückt wird, hängt in großem Ausmaß von kulturellen Faktoren ab. Man kann leicht die Fähigkeit hochintelligenter Völker zur Nutzung ihres Potentials zerstören, aber man kann kein zusätzliches Potential für Völker mit niedrigem IQ erschaffen. Nordkorea kann durch Kommunismus zu einem ärmeren Land als Südkorea gemacht werden, aber Westafrikaner können niemals zu Pionieren der Weltraumforschung werden. Gleichermaßen haben Frankreich und Deutschland viele der größten Mathematiker der aufgezeichneten Geschichte hervorgebracht. Algerien und die Türkei haben buchstäblich keinen hervorgebracht. Ich bezweifle ernsthaft, daß Frankreich weiterhin große Mathematiker hervorbringen wird, wenn es von Algeriern bevölkert ist, und Deutschland, wenn es von Türken bevölkert ist.

Ja, ich weiß, daß es viele weiße Marxisten und andere gibt, die der westlichen Zivilisation feindlich gesinnt sind, und daß es viele Nichtweiße gibt, die diese Zivilisation aufrichtig bewundern und sie bewahren wollen. Kultur folgt nicht immer den Genen, aber andererseits ist es fraglich, ob das eine völlig vom anderen getrennt werden kann. Was, wenn Kultur zumindest teilweise das Produkt einer spezifischen Menschengruppe mit einem verwandten genetischen Profil ist? Was, wenn kulturelles Erbe nicht völlig vom genetischen Erbe getrennt werden kann und man zur Bewahrung des ersteren in irgendeiner bedeutsamen Weise auch das letztere bewahren muß? Falls das so ist, dann war die westliche Kultur historischerweise das Produkt europäischer Völker und kann nur durch diese aufrechterhalten werden. In diesem Fall wird man sich möglicherweise an US-Präsident Barack Hussein Obama als eine Übergangsfigur erinnern in der Evolution der USA von einem westlichen zu einem nichtwestlichen Land mit nichteuropäischer Mehrheit.

Während Jared Diamonds Buch Guns, Germs, and Steel einige lesenswerte Teile enthält, ist dessen allgemeine Schlußfolgerung fast sicher falsch. Man braucht sich nur den Zustand Kaliforniens anzusehen, um es zu widerlegen. Kalifornien war bis zu den 1960ern und 70ern die Wirtschaftslokomotive der USA und in Erweiterung auch der Welt. Bis 2009 ist es nahe am Bankrott. Der Grund dafür ist nicht, daß sich die Geographie Kaliforniens oder seine Pflanzen und Tiere in irgendeinem bedeutenden Ausmaß geändert hätten. Was sich geändert hat, ist die demographische Zusammensetzung Kaliforniens. Solange es vorwiegend von Weißen bewohnt wurde, war es eine dynamische Region. Sobald es von Mexikanern und anderen Drittweltvölkern mit niedrigem IQ bewohnt wurde, wurde es zunehmend einer Region der Dritten Welt ähnlich. Diamond ist gegenwärtig Professor an der University of California, Los Angeles (UCLA), was bedeutet, daß er klar erkennen kann, daß seine Theorien mangelhaft sind, indem er einfach aus dem Fenster schaut.

Jared Diamond ist ein armseliger und unehrlicher Wissenschaftler, wenn er nicht ernsthaft alternative Hypothesen in Betracht zieht, welche die beobachtete Realität manchmal besser erklärt als seine eigene. Warum also ist er so populär und einflußreich geworden? Weil er den westlichen multikulturellen Eliten genau das gab, was sie hören wollten: Menschen sind gleich, was zählt, ist die Geographie. Dies ist ein ideologisches grünes Licht für Masseneinwanderung von Menschen aus gescheiterten Ländern und Kulturen in den Westen. Wenn man dieser Logik bis zum Extrem folgt, dann sollte man die Bevölkerungen von, sagen wir, Japan und Kenia austauschen können. Kenianer würden dann Zugriff auf all jene großartigen japanischen Pflanzen haben und daher viel schlauer werden und die nächsten Baureihen hochtechnologischer Autos für Toyota und Mitsubishi entwickeln, oder fortschrittliche Fernsehgeräte für Sony. Ich persönlich falle nicht auf diese Idee herein, Die Erfahrungen, die westlichen Städten durch nichtwestliche Einwanderung bisher vermittelt wurde, legt anderes nahe.

(Quelle der Übersetzung: hier)

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