Star Dreck VI: Six Feet Under – Gestorben wird immer

Serien haben mich noch nie sonderlich interessiert, und einen Fernseher besitze ich nunmehr seit drei Jahren nicht mehr, weil dieser mich überwiegend nur mit Ekel, Ablehnung, Wut oder Langeweile beschenken würde. Kürzlich wurde ich von einem Bekannten, mit dem ich gelegentlich unverbindliche Gespräche führe, dazu eingeladen, mir die erste Episode seiner Lieblingsserie mit ihm anzusehen: Six feet under bzw. auf Deutsch Gestorben wird immer. Anscheinend hatte er die Hoffnung, mich davon zu begeistern. Wenn er nur geahnt hätte, was in mir vorging, während wir das Machwerk zusammen ansahen. Ja, es gibt Paralleluniversen. Er genoss es, und ich musste miterleben, wie mit einem medialen Vorschlaghammer an der Zerstörung unserer Kultur, unserer Familien und unserer zwischenmenschlichen Beziehungen gearbeitet wird. Wie untenstehend erkenntlich wird, ist diese Tatsache eigentlich so offensichtlich, dass es wirklich verwunderlich ist, dass sie nicht von jedem halbwegs intelligenten Menschen bemerkt wird. Lässt sich dies durch die bereits erfolgreich herbeigeführte Benebelung erklären, die bei Menschen, die von der Gehirnwäsche abhängig sind, immer extremere Dosen erlaubt?

Bei Wikipedia finden sich folgende Hintergrundinformationen zu der Serie:

Six Feet Under – Gestorben wird immer (Originaltitel: Six Feet Under) ist eine von Alan Ball verfasste US-amerikanische Fernsehserie, die in fünf Staffeln von 2001 bis 2005 vom Pay-TV-Sender HBO ausgestrahlt wurde. Sie war die erste dramatische Serie des Senders nach Die Sopranos und gilt heute als eine der klassischen HBO-Serien. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem sieben Emmys und drei Golden Globe Awards. […]

Handlung

Six Feet Under ist eine schwarzen Humor mit dramatischen Elementen verbindende Familiensaga um die in Los Angeles lebende Familie Fisher. Ausgangspunkt der Serie ist der Tod von Nathaniel Fisher, Bestattungsunternehmer, in einem Verkehrsunfall. Das Bestattungsinstitut wird danach von den Brüdern Nate und David weitergeführt. Neben ihnen gehören Ruth, die Witwe und die adoleszente Schwester Claire zur Familie, im Bestattungsinstitut arbeitet darüber hinaus Rico als angestellter Einbalsamierer.

Nathaniels Tod wird häufig als das Verschwinden patriarchischer Verhältnisse interpretiert, in vielen Episoden versucht die Serie daher eine „positive Antwort auf die Frage, wie sich die Gesellschaft ohne patriarchale Führung entwickeln könne“ zu finden. Die Serie verfolgt die weiteren Lebenswege der Familienmitglieder und ihres direkten Umfeldes, ihrer Konflikte und Selbstfindungen. Zentrales zusätzliches Motiv neben dem Tod sind dabei insbesondere partnerschaftliche Beziehungen. Vor diesen Hintergründen werden dabei zugleich große und teils tabuisierte Themen wie Alter, Homosexualität, Gender, der innere Unfrieden Heranwachsender, Rassenkonflikte, psychische Erkrankungen und Drogensucht umkreist. [1]

Jede Folge beginnt mit einem Todesfall, der die Einleitung zu dieser Episode darstellt und zugleich als Türöffner dient. Diese Todesfälle reichen vom Banalen über das Absurde, Komische bis hin zum Tragischen. [1] […] Die Serie debütierte bei HBO am 3. Juni 2001 und endete am 21. August 2005 nach der fünften Staffel[2]. In Deutschland lief Six Feet Under auf dem Fernsehsender VOX vom 11. Mai 2004 bis zum 15. März 2006[2]. In Österreich wurde die Serie in der Donnerstag Nacht auf ORF 1 gezeigt. Im Januar 2011 strahlte ZDFneo die Serie werbefrei aus[3].

Tatsächlich lässt sich das Konzept der Serie so zusammenfassen: Es wird uns gezeigt, dass amerikanische Familien für gewöhnlich vollkommen zerrüttet sind. Die Familienmitglieder hassen sich untereinander, und es ist normal seinen Partner zu betrügen. Promiskuität und Homosexualität sind Tatsachen und das ist auch gut so; Drogenkonsum gehört zum Leben einfach dazu, ebenso wie Depressionen und Selbstzweifel – am ehesten können wir letztere überwinden, wenn wir die Dinge einfach geschehen lassen und das Leben so genießen, wie es sich uns darbietet. Die christliche Religion spielt nur als eine leere Fassade eine Rolle im Leben der Menschen (die erste Episode spielt an Weihnachten); ihre Repräsentanten sind bigotte Heuchler. Die folgenden von mir kommentierten Szenen werden dies verdeutlichen:

1) Nate kehrt nach langer Abwesenheit in seine Heimatstadt zurück, um Weihnachten mit seinen Eltern zu verbringen. Nach der Ankunft vögelt er seine geile Sitznachbarin, deren Namen er noch nicht einmal kennt. Es ist völlig normal, unseren Trieben zu folgen, wenn sie uns rufen. Erlebnisse wie dieses bestätigen uns, dass wir attraktiv und selbstbewusst sind. Direkt nach dem Quickie wird Nate durch einen Anruf vom Tode seines Vaters erfahren.

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2) Die minderjährige Tochter der Familie lässt sich von einem tollen Typen, der sie nachher in ihrem Auto bumsen wird, zum Crackrauchen überreden. Der tote Vater, der als Geist alles mitverfolgt, nimmt an dem Verhalten seiner Tochter, die ihm besonders am Herzen liegt, keinen Anstoß.

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3) Der Tod ist für Familie Fisher etwas Alltägliches. Auch die Zuschauer sollen an den Anblick von Leichen gewöhnt werden. In „witzigen“ kleinen Werbespots, die immer wieder eingeblendet werden, werden Produkte wie Wundenfüller durch tanzende, halbnackte Frauen beworben.

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4) Eines der vielen Bilder, welche dazu beitragen, die christliche Religion zu verhöhnen. So stellen sich die Macher der Serie den Himmel vor:

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5) David, der jüngere der beiden Brüder, ist mit einem feschen Mulatten zusammen. Immer wieder dürfen wir ihnen dabei zusehen, wie sie sich küssen und betatschen. Auch der Geist des toten Vaters ist in dieser Szene dabei. Anscheinend nimmt er am Verhalten seines Sohnes keinen Anstoß. Nun denn – wenigstens hat diese Art der Rassenvermischung für die Gesellschaft keine nachhaltigen Folgen.

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6) Wie wir erfahren, hat Frau Fisher ihren Mann jahrelang betrogen. Warum sie nun gerade nach dessen Tod die Beziehung zu ihrem gutaussehenden und verständnisvollen Liebhaber (ein Frisör, der eben mal spontan Flugtickets nach Costa Rica kaufen kann) beendet, ist an dieser Stelle nicht wirklich ersichtlich. Vielleicht ist dies der Ausgangspunkt dafür, dass sie in den weiteren Folgen ein gesundes, wirklich promiskuitives Sexualleben entwickeln kann.

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7) Der Blonde ist immer der Böse. Der skrupellose Agent einer Bestattungsunternehmenskette will den Familienbetrieb der Fishers an sich reißen.

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8) Neger sind intelligent, erfolgreich und natürliche Autoritätspersonen; der Anwalt, der das Testament des verstorbenen Vaters eröffnet, beweist es.

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