Demographie und das jüdische Schicksal, Teil 1

Von Patrick Le Brun, übersetzt von Lucifex. Das Original Demographics & Jewish Destiny, Part 1 erschien am 9. August 2012 auf Counter-Currents Publishing.

Teil 1 von 3

Europa wird wie Amerika von einer Menge kultureller, demographischer, wirtschaftlicher und politischer Probleme geplagt, die das langfristige Überleben unserer Rasse bedrohen. Der friedliche und freiwillige Wegzug unserer jüdischen Einwohner wird diese Probleme nicht zur Gänze lösen, aber er wäre ein guter Anfang. Es wäre der schnellste Weg, um unsere Elitemeinung vom Ethnomasochismus weg und zu einer Präferenz für unsere eigenen Leute hinzuwenden.

Dank des israelischen Rückkehrrechts wird dieser Wegzug auf einem gut ausgetretenen Weg stattfinden. Er wird nicht von irgendeiner Intervention weißer Nationalisten abhängen. Dieser Artikel wird Daten enthüllen, die zeigen, daß die „Alija“ (die Hereinversammlung Anm. d. Ü.: wird normalerweise mit „Aufstieg“ übersetzt]) des Großteils des europäischen Judentums notwendig sein wird, um Israel vor der sicheren Vernichtung zu retten. Alija aus Europa wird für Israel vorzuziehen sein, nachdem das US-Judentum eine größere Rolle beim Schutz Israels im Herzen der New World Order, der Quelle ihres militärischen und diplomatischen Schutzes, zu spielen hat. Dies scheint ein seltenes Zusammenlaufen der Interessen weißer Nationalisten und der organisierten jüdischen Elite zu sein.

In kontroversiellerer Weise wird dieser Artikel veranschaulichen, daß diese Auswanderung so ausschlaggebend ist, daß Israel von einem Anstieg gewalttätiger antisemitischer Angriffe durch die moslemische und arabische Gemeinschaft abhängen wird, der einen Anstieg der Auswanderung provozieren wird. Israel könnte sogar zur Taktik des schwarzen Terrors (der Ausführung von Terror gegen ihre eigene Gemeinschaft, während man ihn einem Feind zur Last legt) zurückkehren, um die Druck- und Zugfaktoren zu schaffen, die notwendig sind, um mehr Bürgersoldaten für die „Verteidigung des Reiches“ zu gewinnen. Gewalt, die als von weißen Antisemiten kommend wahrgenommen wird, wäre kontraproduktiv. Außerdem ist es im Interesse sowohl der weißen Nationalisten als auch Israels, daß die Druckfaktoren auf die jüdischen Kulturmarxisten wirken und nicht nur auf die neokonservativen Zionisten.

Zionismus oder Bolschewismus… oder Orthodoxie

Yoram Ettinger, Mitglied der America-Israel Demographic Research Group (AIDRG): „Es wird erwartet, daß es um 2035 eine 80%ige jüdische Mehrheit im zusammengenommenen Gebiet aus Israel vor 1967 und Judea und Samaria gibt. Solch eine Mehrheit würde erreicht durch Einsatz der gegenwärtigen 67%igen jüdischen Mehrheit, des robusten jüdischen demographischen Rückenwinds, des einzigartigen Alija-Potentials und einer lange überfälligen demographischen Politik, die vom jüdischen Staat und dem Weltjudentum angenommen werden sollte.“ „Der jüdische demographische Rückenwind könnte durch die Einführung einer Demographiepolitik weiter verstärkt werden. Solch eine Politik würde den globalen Wirtschaftseinbruch und einen intensivierten Antisemitismus einsetzen, um potentielle Alija aus der ehemaligen UdSSR, aus USA, Europa, Lateinamerika, Südafrika und Australien zu realisieren.“

Jede Diskussion der jüdischen Gemeinschaft mit ihrer breiten Vielzahl von Einstellungen könnte sehr gut mit Winston Churchills Artikel über die Entscheidung zwischen Zionismus und Bolschewismus beginnen, vor der Juden am Beginn des 20. Jahrhunderts standen. Hier an der Morgendämmerung des 21. Jahrhunderts hat die Situation sich nicht viel geändert, obwohl der orthodoxe Judaismus (der Einfachheit halber wird die Phrase „Orthodoxie“ in diesem Abschnitt verwendet werden, um Ultraorthodoxe oder Charedim zu bezeichnen, nicht andere Glaubensgemeinschaften, die das Wort orthodox in ihrem Titel verwenden) sich als viel robuster erwiesen hat, als jeder Vorkriegsbeobachter sich hätte vorstellen können.

Während die Orthodoxie heute nur 10 % der Juden repräsentiert, wird dieser Anteil wegen ihrer großen Familien mit sehr hohen Bleiberate und Bewegungen die die Chabad Lubawitsch steigen, die „Rückkehrer“ zur Orthodoxie schaffen (Frum). Wie in der unter der Regie von Yoav Shamir entstandenen Dokumentation Defamation dargestellt, sind orthodoxe Juden die am wenigsten politischen, aber die ersten, die zum Ziel antisemitischer Angriffe werden. Wie Meir Kahane es ausdrückte: „Trotzkis machen Revolutionen, und Bronsteins zahlen den Preis.“[1]

Orthodoxe Juden sind selten so antizionistisch wie die Neturei Karta, aber sie betrachten die zionistische Bewegung typischerweise ebenfalls als eine Ablenkung von den religiösen Betätigungen, zu denen sie aufgerufen sind. Innerhalb Israels betrachten ihre säkularen Landsleute sie als fünfte Kolonne, die sich weigert, am Militärdienst teilzunehmen, und typischerweise das Wohlfahrtssystem melkt, während sie den Talmud studieren und so viele Babies wie möglich machen.[2]

Orthodoxe Juden werden die Alija aus Notwendigkeit machen, aber nur, wenn sie dazu gedrängt werden. In einem Land, wo ein Drittel nicht an Gott glaubt und nur eine Minderheit glaubt, daß die Thora den Juden von Gott gegeben wurde, betrachten die Orthodoxen das zionistische Projekt als sündhaft fehlgeleitet. Der Staat Israel weiß sehr wohl, daß Israel Soldaten braucht, um das Zeitalter der Instabilität zu überleben,[3] nicht Talmudgelehrte.

Zionisten sind das, was Israel offenkundig braucht. Die jüdische Diaspora ist voll von Zionisten, die ihr bequemes Leben nicht hinter sich lassen werden, um nach Israel zu gehen. Ich verweise nochmals auf den Film Defamation, wo Yoav Shamirs Großmutter, die von einem der frühen Siedler abstammte, Juden kritisiert, die außerhalb Israels verbleiben. „Warum sollten sie hierherkommen und für Geld arbeiten, wenn sie dort Geld machen können, ohne zu arbeiten?… Geld zu hohen Zinssätzen verleihen, Spirituosen verkaufen, Wein verkaufen… Warten sie darauf, daß ein weiterer Hitler kommt und sie tötet, ehe sie weglaufen?“ Für diese Juden ist die Entscheidung einfach eine Kosten-Nutzen-Analyse. Der Wegzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion veranschaulicht diesen Punkt und wird in Teil 2 untersucht werden.

Israel  ist nun der zweitgrößte Markt für Risikokapital und hat mehr Firmen, die im NASDAQ notiert sind, als jedes andere Land außer den Vereinigten Staaten. Außerdem hört man oft von Israelis, daß sie dort trotz der Terrorbedrohung sicherer sind als in fast jedem der 20 städtischen Zentren, wo 80 % der Diaspora lebt. Die Zugfaktoren sollten besser als je zuvor sein, aber Druckfaktoren sind in den G8-Ländern nicht vorhanden, die 88 % der Diaspora enthalten, abgesehen von Rußland.

Die heutigen Bolschewiken haben sich in mehrere Sorten von Rattenfängern aufgespalten, die immer noch ein postchristliches Utopia versprechen, ob Kulturmarxisten, Ayn-Rand-Anhänger etc. Sie sind oft Kritiker von Israels Politik und sind einfach nicht aus demselben Stoff gemacht wie Moshe Dayan oder Yoav Shamirs 90jährige Großmutter, die in einem Kibbuz arbeitete. Für einen weißen Nationalisten jedoch, besonders in einem Land, das nicht total der Gnade neokonservativer außenpolitischer Diktate ausgeliefert ist, ist dies der Block innerhalb des hebräischen Volkes, dessen Abreise am willkommensten wäre. Diese Gruppe wird mit geringster Wahrscheinlichkeit unter antisemitischen Angriffen leiden, weil sie am wenigsten wahrscheinlich religiöse oder politische Paraphernalien tragen werden, die ihre potentiellen Angreifer auf ihre Volkszugehörigkeit aufmerksam machen. Sie sind auch die Gruppe, die am meisten in die Führung der Linken integriert ist. Nachdem die Linke die Quelle der meisten antisemitischen Gewalt in unserer Zeit ist, wirken ihre politischen Engagements als Schutzpanzer. Während die Druck- und Zugfaktoren in dieser Gruppe am wenigsten präsent sind, sind sie diejenigen, die sich am wahrscheinlichsten durch niedrige Fruchtbarkeit und Mischehen selbst zerstören.

Diese drei Kategorisierungen übersehen einiges an Verwischung. Die zionistischen Siedler und die Anhänger von Meir Kahane werden von Religion und Hingabe an Israel getrieben. Weiße Nationalisten beklagen sich oft über Juden, die sowohl die Unterstützung für Israel als auch die Kulturzerstörung in den Vereinigten Staaten fördern. Die Wahrheit ist, daß die meisten öffentlichen Intellektuellen und „Philanthropen“ stark das eine unterstützen und das andere nicht kritisieren werden. Jedoch bleiben diese Kategorien zum Großteil relevant.

Israel, die Zukunft des jüdischen Volkes

Mit Stand von 2010 enthielt Israel 42,5 % der Juden der Welt (5,7 Millionen von 13,4 Millionen).[4] Israel ist der einzige Ort auf der Welt, wo die Geburten die Todesfälle in der jüdischen Gemeinschaft zahlenmäßig übertreffen. Die Population der jüdischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten ist stabil und überall sonst im Niedergang, oft in tödlichem Niedergang. Innerhalb dieses Jahrzehnts wird Israel eine Mehrheit der jüdischen Jugend der Welt haben. Die Demographie von Europas Juden wird in Teil 2 detaillierter untersucht werden. So wie sich die jüdische Jugend in Israel konzentriert, wird der Zionismus normativer werden, als er bereits ist. Die Agenda des internationalen organisierten Judentums wird israel-zentrischer werden, und das Überleben Israels wird Vorrang gegenüber den „lokalen“ Anliegen der Diaspora einnehmen.

Menschliche Ressourcen, das wahre Wettrüsten zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer [5]

Die Palästinenser haben in nicht überraschender Weise viel länger ein traditionelles, pyramidenförmiges demographisches Profil bewahrt als ihre modernen, wirtschaftlich entwickelten Nachbarn. Seit dem Yom-Kippur-Krieg jedoch ist die Geburtenrate (Gesamtfruchtbarkeitsrate oder Geburten pro Frau) von 6 auf 4,7 Kinder gefallen. Die Trennmauer zeichnete die Karte von Israels „67 Grenzen“ in einem verzweifelten Versuch neu, die jüdische Bevölkerung langfristig auf 80 % zu halten. Bei allen Ländern westlich des Jordan gibt es nahezu ein 3:2-Verhältnis von Juden zu Arabern, und abhängig von der Quelle werden die Juden zwischen 2013 und 2016 zu einer Minderheit werden [6]. Zwischen 2025 und 2030 werden die Juden in Israel und der Westbank (unter Ausschluß von Gaza, wo die Siedler entfernt worden sind) zu einer Minderheit werden. Die kürzlichen schwarzenfeindlichen Rassenunruhen und die ausdrückliche Unterstützung Netanyahus für die Randalierer haben bewiesen, daß eine Assimilationsstrategie sowohl für die politische Elite als auch für die „jüdische Straße“ keine akzeptable Verteidigung gegen die palästinensische demographische Bedrohung ist. Dies ist sicherlich nicht das erste Mal, daß Israel es mit düsteren demographischen Zahlen zu tun hat. Das letzte Mal war erst vor drei Jahrzehnten, und die Unterstützung für „Land für Frieden“ stieg in den 1990ern zu einem Crescendo an. Israel hing von der Aliyah ab, um Israels jüdischen und demokratischen Charakter zu erhalten.

Land für Frieden oder Alija

In den 1980ern und 1990ern war Israel notgedrungen viel weniger streitsüchtig. Das Überleben eines jüdischen, demokratischen Staates erschien langfristig unwahrscheinlich. Die jüdische Geburtenrate folgte demselben Abwärtstrend anderer entwickelter Länder, und die palästinensische Geburtenrate war viel höher als heute. „Land für Frieden“ war angesagt. Dann kam eine Lösung in der Form russischer Juden. Eine Million Menschen übersiedelte nach dem Fall der Sowjetunion nach Israel, manchmal aus einem Wunsch, sich ihren Mitjuden anzuschließen, aber öfter, um ihre wirtschaftlichen Aussichten in einem Land mit schönem Wetter zu verbessern. Israel tauschte mit den Russen amerikanische Raketengeheimnisse gegen die sichere Passage seiner Juden. (Jonathan Pollard, ein in Amerika geborener Angestellter des amerikanischen Verteidigungsministeriums, bleibt wegen der Weitergabe dieser Information an einen AIPAC-Agenten im Gefängnis.)

Israel war in so schlimmer Not, daß sie übersahen, daß mindestens ein Fünftel der Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion Wirtschaftsflüchtlinge waren, die keine Juden waren. Diese Russen wurden zionistischer als die Likudniks, mit einer verläßlichen Geschichte des Militärdienstes und der Unterstützung für die Israel-Beiteinu-Partei, eine Partei, die deutlich weniger Respekt vor den Menschenrechten von Arabern hat als jede israelische politische Gruppe außer den Anhängern von Meir Kahane.

Die Ankunft russischer Juden nach dem Fall der Sowjetunion fand an einem kritischen Punkt in Israels jüngerer Geschichte statt, ohne den Israel nicht die Positionsstärke gehabt hätte, um das Siedlungsprojekt zu unternehmen und den Verhandlungstisch aufzugeben. Ohne das hätte es keine zweite Intifada und wahrscheinlich keinen Aufstieg der Hamas gegeben. Und natürlich wird Israel sich ohne eine weitere Alija-Welle auf sein natürliches Wachstum stützen müssen, das in der orthodoxen (charedischen) Gemeinschaft konzentriert ist, um zukünftigem Druck zwischen dem Gesellschaftsvertrag und den territorialen Ansprüchen Israels entgegenzuwirken.

Israels Fünfte Kolonne

Kürzlicher Charedim-Protest gegen den Militärdienst in Jerusalem.

Auf die Charedi-Gemeinschaft mit ihrer hohen Geburtenrate als Quelle der Stabilität für Israel zu setzen ist nicht die beste Idee. Jedes revolutionäre Regime hat diese Segmente der Bevölkerung, die mit der Neuen Ordnung unvereinbar sind. Man täusche sich nicht, der Zionismus ist revolutionär, nicht im Sinne der Wegnahme der Kontrolle über des Land zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan von den Moslems, sondern im Sinne seiner Konzeption der Beziehung jedes Juden zu dem Land, das „ihnen von Gott verheißen wurde“ und zu dem in diesem Handel enthaltenen Bund. Wenn man das bedenkt, ist die Politik wegen Jerusalem vielleicht mehr eine Bedrohung für die Legitimität und Stabilität des Staates als die Politik wegen Gaza oder der Westbank. Wenige außenstehende Beobachter begreifen, daß diese Spannung zwischen säkularen und religiösen Juden an vorderster Front der israelischen Politik steht.

Im Sommer 2011 hatte Tel Aviv seine eigene „Occupy“-Bewegung, die von jener in den Vereinigten Staaten inspiriert war, wenngleich vielleicht ein bißchen gehobener. Viele in der säkularen Mittelklasse waren von der Wirtschaftskrise getroffen worden, sodaß sie nicht in den Urlaub verreisten. Während die Führer der Bewegung sich auf den Protest gegen die Lebenshaltungskosten und die Forderung nach leistbarem Wohnen für säkulare Juden beschränken, zeigen die Interviews mit Teilnehmern oft, daß die Wirtschaft weniger wichtig ist als Fragen von Sicherheit und Krieg.

Die säkulare Mittelklasse bezahlt die Rechnung für die politisch geschlosseneren Orthodoxen, in diesem Fall die Charedim, die den Militärdienst verweigern und eine überproportionale Menge an Wohlfahrtsleistungen erhalten, und die Siedler, die sie als gewalttätige Extremisten betrachten, die Milliarden an Unterstützungsleistungen für ihre Subventionierung und Verteidigung brauchen. Mehr Wohnungs- und Bausubventionen sind nur möglich, indem man die Ausgaben zur säkularen Gemeinschaft hin ausbalanciert. (Es ist bemerkenswert, daß der angesehene Demograph Sergio Della Pergola herausgefunden hat, daß die Korrelation zwischen neu begonnenen Wohnbauprojekten und der Alija höher ist als die meisten anderen meßbaren Variablen.) Im Sinne der Teilnahme und der Unterstützung im Volk war dieser Occupy-artige Protest viel erfolgreicher als seine amerikanischen Gegenstücke.

Hier sind mehrere Beispiele für die Unruheherde der Spannungen mit den Charedim. In Jerusalem sind öffentliche Busse nach Geschlechtern getrennt, um unabsichtlichen Körperkontakt zu vermeiden, und sie sind ein Brennpunkt in Israels internem Kampf um seine Identität. Der Oberste Gerichtshof, ein Greuel für die Orthodoxen, nachdem seine Entscheidungen keinen Bezug auf das halachische Gesetz nehmen, verbot private segregierte Busse zum Leidwesen der Orthodoxen. Busse werden oft von Jungen mit Steinen beworfen, wenn sie an Samstagen durch orthodoxe Viertel fahren. Automatisierte öffentliche Parkgaragen bekamen es mit Protesten zu tun, als sie einen Betrieb an 7 Tagen pro Woche planten. Und unter sich protestierten die aschkenasischen Charedim gegen die Aufhebung der Trennung in ihren Schulen, wodurch sephardische Charedim hineindurften, weil die Mädchen der sephardischen Charedim ihre Unterarme und Waden nicht bedecken. Im Mai 2012 demonstrierten 65.000(!) Charedim gegen „das Internet.“ Dies ist keine Gruppe, die an Kompromisse gewöhnt ist oder daran, der Logik oder Nachhaltigkeit Vorrang zu geben.

Die Charedim werden bald 1 Million in Israel erreichen. Sie repräsentieren bereits 10 % der Bevölkerung, aber 1 von 4 Lebendgeburten. Dies bedeutet, daß im Jahr 2030 ohne eine Veränderung der Alija-Raten, während Juden gegenüber den Arabern in Israel (unter Ausschluß von Gaza und der Westbank) immer noch in der Überzahl sind, einer von vier jungen Männern im wehrfähigen Alter nicht zum Militärdienst herangezogen werden kann, was das Gleichgewicht prekär nahe, wenn nicht völlig zur Seite der Araber verschiebt. Diese Herausforderung wird in den jubelnden demographischen Berichten von Yakov Faitelson oder des ehemaligen Botschafters Yoram Ettinger (dessen Berichte mehr für die Massen gedacht sind) ignoriert. Diejenigen, die Israel führen, sind nicht so töricht. Diese Charedim in den Militärdienst zu integrieren, ist zu einer Priorität geworden, aber bisher ist wenig Fortschritt gemacht worden.

Bei der Schaffung des Staates Israel wurde das Abkommen über den Status quo geschlossen, um die religiöse und säkulare Macht zwischen den Orthodoxen (oft Antizionisten) und den Zionisten (oft säkulare Juden) aufzuteilen. In diesem Abkommen enthalten war die Militärdienstbefreiung junger Charedi-Männer, deren Hauptbeschäftigung das Studium der Thora war, zu der Zeit 400 Studenten. Im Jahr 2007 vermieden 11 % der Männer gemäß diesem Gesetz den Militärdienst. Im selben Jahr vermieden 36 % der Frauen aus religiösen Gründen den Militärdienst (mehr als die Hälfte davon sind wahrscheinlich Orthodoxe, die pro-zionistisch sind). Einer überschlägigen Schätzung zufolge wächst diese Vermeidungsrate um 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr, und sie könnte auf die Schätzung der CIA angewandt werden, daß jeweils etwa 60.000 der Männer und Frauen jedes Jahr das Militärdienstalter erreichen. Also sind aus 400 Wehrpflichtvermeidern 6000 geworden, in einer Armee, die durch die Bemannung der Kontrollpunkte und die Notwendigkeit ständiger Wachsamkeit bis an die Grenze gedehnt wird.

Der Oberste Gerichtshof entschied, daß der Status quo hinsichtlich der Wehrpflicht im August 2012 auslaufen wird. Wiederum gehen die Charedim zu Tausenden auf die Straße.[7] Während die Zivilgesellschaft sich hinter die Politik der Einberufung der Charedim stellt, hängt die Likud-geführte Regierung von einer Koalition unter Einschluß von Israel Beiteinu (einer säkularen Partei rechts von Likud und von russischen Auswanderern dominiert) ab, die versprach, den Doppelstandard beim Militärdienst zu beenden, und von Shas (einer sephardischen Charedim-Partei), die gegen die Einberufung von Charedim ist; die beiden bringen 12,5 % bzw. 9 % der Sitze.[8]

Netanyahu gefährdet mit der Verfolgung dieser Politik sein Premiersamt. Er würde das nicht tun, wenn er keine existenzielle Notwendigkeit für diese Veränderung sehen würde. Wenn man die demographische Situation bedenkt, so ist dies die letzte Chance, um solche Veränderungen vorzunehmen, besonders falls nicht-zionistische aschkenasische Charedim jemals ihre Wahlenthaltung aufgeben sollten. Es gibt wenig Grund zur Hoffnung daß dies Israels demographische Krise beheben wird. Sie werden sich eindeutig sehr stark auf Alija stützen müssen, um dieses Problem zu lösen. Die Frage ist, von wo und wie Israel die Alija fördern wird, um das Ende des jüdischen und demokratischen Staates zu vermeiden.

Fußnoten:

1) Dies ist ein Wortspiel: Trotzki (ein Pseudonym, das seine Ablehnung der Orthodoxie zugunsten der Revolution repräsentiert) und Bronstein (diejenigen Familienmitglieder, die den alten Glauben beibehielten).

2) Während der zwei Wochen nach dem Einsetzen der Menstruation ist JEDER körperliche Kontakt verboten, und man schläft in getrennten Betten. Am Ende dieser Wartezeit, die dem Einsetzen des Eisprungs entspricht, nimmt die Ehefrau ein Reinigungsbad, und es ist eine Sünde, wenn das Paar nicht am selben Tag Sex hat.

3) Dies ist die Phrase der CIA, die die Zeit von ungefähr 2010 bis 2030 abdeckt, in der die moslemische Welt einen Youth Bulge durchmacht, bevor sie eine stabile Population erreicht. Dies könnte verändert werden, falls die Regierungen des Arabischen Frühlings den Rückgang der Fruchtbarkeit im Maghreb (in Tunesien und Libyen hat sie bereits US/EU-Niveau erreicht) und in der Levante umkehren und somit die US-NATO-Bemühungen um wirtschaftliche Entwicklung und Bürgerrechte überwinden können (die eine eugenische Wirkung haben, der alle klugen weißen Nationalisten applaudieren sollten).

4) World Jewish Population 2010, herausgegeben von Sergio Della Pergola, et al.

http://anonym.to/?http://www.jewishdatabank.org/Reports/World_Jewish_Population_2010.pdf

5) Demographic Trends in Israel von Yakov Faitelson

http://anonym-to/?http://izsvideo.org/papers/Demographic%20Trends%20in%20Israel%202010%20Summary%20Update%20Eng,%20RL.pdf

6) The Politics of Palestinian Demography von Yakov Faitelson

http://www.meforum.org/2124/the-politics-of-palestinian-demography

7) Haredi Protest Conscription

http://anonym.to/?http://www.jpost.com/NationalNews/Article.aspx?ID=277681&R=R1

8) Das Netzah Yehuda Batallion wurde 1999 im Versuch aufgestellt, eine charedim-freundliche Form des Militärdienstes zu schaffen. Dieses „Bataillon“ hat nur 1000 Soldaten, ein schwacher Auftritt, wenn man bedenkt, daß das Charedim-Bataillon 5 bis 10 % der Wehrpflichtigen repräsentieren sollte, falls sie zur Teilnahme gezwungen würden. Es wurde von der New York Times wegen seiner Vernichtung von Vieh und anderem zivilen Eigentum während der Invasion im Libanon erwähnt. Es ist diesem Offizier nicht klar, wie „orthodox“ es wirklich ist, nachdem die Soldaten auf Werbefotos glattrasiert sind. Es scheint, daß viele seiner Freiwilligen aus dem Ausland kommen und nicht von den israelischen Charedim, die eine Geschichte des Mißtrauens gegenüber dem zionistischen Projekt haben.

Fortsetzung: Teil 2

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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3 Kommentare

  1. Hat dies auf My Blog rebloggt.

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  2. „Trotzkis machen Revolutionen, und Bronsteins zahlen den Preis.“
    Könnte es eine Anspielung darauf sein, daß sein Vater Dawid Lejontjewitsch, als mittlerer Grundbesitzer und Getreidehändler, nach der Oktoberrevolution im Hemd dastand? Die sind ja alles andere als zimperlich, wie es Äußerungen der Dreißiger und Vierziger zeigen, ihresgleichen um des höheren Zieles willen in die Pfanne zu hauen – so wie auch die Opfah nicht selten Verständnis zeigten. Aber das ist jetzt in der Hast formuliert.

    Antworten
  3. Ja, das könnte durchaus sein, hildesvin. (Man vergißt immer wieder, daß Trotzki eigentlich Lew Davidowitsch Bronstein hieß.)

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