Alexiej Shiropajews „Gefängnis der Nation“: Eine ethnonationalistische Geschichte Rußlands, Teil 4

Von Jarosław Ostrogniew, übersetzt von Lichtschwert (= Lucifex). Das Original Alexiey Shiropayev’s Prison of the Nation: An Ethnonationalist History of Russia, Part 4 erschien am 4. Februar 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Letzter Teil; zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Gefängnis der Nation behandelt Wladimir Putins Ära nicht, aber Shiropajew hat sie in seinen anderen Schriften ausführlich kritisiert. Er betrachtet Putins Regime als „orthodoxen Neostalinismus“: eine Mischung der schlimmsten Elemente der byzantinischen und der bolschewistischen Phase des Projekts. Es ist eine Herrschaft von Kommissaren, die vom orthodoxen Klerus gesegnet werden und das Imperium auf Kosten der weißen Bevölkerung Rußlands erweitern, während sie Staatsbürgerpatriotismus, Rassenvermischung, Alkoholismus und Mystizismus fördern, nachdem gottesfürchtige (oder vielmehr: priesterfürchtige) betrunkene „Patriotards“ nie gegen ihre Oberherren rebellieren werden.

Und wieder einmal sind es die „anderen Rassen“, welche die wahren Nutznießer des eurasischen Projekts sind: die russische Bevölkerung bezahlt die Rechnungen für alle nichteuropäischen Provinzen, wo die örtlichen Despoten von Moskau durch Bestechung zum Gehorsam veranlaßt werden. Es sind besonders die asiatischen Moslems, die das letzte Wort in Rußland haben. Der Kreml paßt seine Politik ihren Forderungen an. Sie stellen den Kern der Armee, wo sie den russischen Soldaten und Offizieren ihre Bedingungen diktieren. Sie stellen die Mehrheit von Rußlands illegalen Arbeitskräften. Am schlimmsten von allem ist, daß die Tschetschenenmafia die großen Städte der Russischen Föderation kontrolliert.

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Rußland: Ein Musterbeispiel für christlichen Nationalismus?

Freiwillige der Organisation „Junge Sanitäter Rußlands“ machen in Rostow-am-Don eine rote Schleife als Teil der weltweiten Kampagne gegen AIDS.

Von Robert Hampton, übersetzt von Lucifex. Das Original Russia: An Exemplar of Christian Nationalism? erschien am 24. Januar 2019 auf Counter-Currents Publishing.

Viele auf Seiten der Rechten scheinen zu denken, daß christlicher Nationalismus für unsere Bewegung der Weg vorwärts ist. Sie betrachten Ungarn, Polen und Rußland als Beweise dafür, daß die Plazierung der christlichen Identität in den Vordergrund unserer Sache der beste Weg sei, die Massen anzuziehen und die weiße Zivilisation in ihrer rechtmäßigen Herrlichkeit wiederherzustellen.

Christliche Nationalisten sehen das institutionelle Christentum als unseren natürlichen Verbündeten und wünschen sich, daß Staat und Kirche vereint ihr Volk zur Größe führen. Rußland wird als Musterbeispiel für dieses Modell hochgehalten, da Wladimir Putins Regierung eng mit der orthodoxen Kirche zusammenarbeitet und den orthodoxen Charakter ihrer Nation sehr betont.

Rußland hat viele gesellschaftlich konservative politische Maßnahmen eingeführt, wie das Verbot von an Kinder gerichteter Schwulenpropaganda, was westliche Nationalisten bewundern, und Putin präsentiert sich oft als der große Verteidiger traditioneller Werte. Putin verdammt auch häufig die Unmoral des Westens und dessen Aufgabe des Christentums und bietet Rußland als die konservative Alternative zum säkularen Liberalismus an. Politico erklärte Rußland einmal sogar wegen Putins engem Verhältnis zur orthodoxen Kirche zum „Führer der globalen christlichen Rechten“.

Aber das Ideal von Rußland als dem christlich-nationalistischen Staat par excellence beruht nicht auf der Wirklichkeit. Die russische Gesellschaft ist kaum voll von eifernden, frommen Orthodoxen, und die orthodoxe Kirche ist nicht das gesellschaftliche Bollwerk, als das Putins rechte Bewunderer sie sich gerne vorstellen. Der Fall Rußland ist lehrreich hinsichtlich vieler der Probleme, vor denen wir bei einer Übernahme des christlichen Nationalismus für die angloamerikanische Sphäre stünden, und dafür, warum wir unseren eigenen Weg gehen müssen.

Trotz der unermüdlichen Anstrengungen der russisch-orthodoxen Kirche kann sie die große Mehrheit der Russen nicht zur Teilnahme an der Messe bekommen. Einundsiebzig Prozent der Russen sind orthodox, doch nur sechs Prozent der Russisch-Orthodoxen gehen regelmäßig in die Kirche, nur fünfzehn Prozent sagen, daß die Religion in ihrem Leben wichtig ist, achtzehn Prozent beten täglich, und nur sechsundzwanzig Prozent sind sich sehr sicher, daß Gott existiert. Im Vergleich dazu gehen im gottlosen Amerika siebenundvierzig Prozent der Christen wöchentlich in die Kirche, achtundsechzig Prozent sagen, daß die Religion in ihrem Leben sehr wichtig ist, weitere fünfundzwanzig Prozent sagen, daß die Religion einigermaßen wichtig in ihrem Leben ist, achtundsechzig Prozent der amerikanischen Christen beten täglich, und achtzig Prozent sind sich absolut sicher, daß Gott existiert. Und obwohl christliche Nationalisten betonen, daß wir uns Gott zuwenden müßten, um unsere Zivilisation zu retten, ist Amerika weit frommer als Rußland, und doch würde niemand unsere Gesellschaft als Paradebeispiel für traditionelle Werte feiern.

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Die Chodorkowski-Affäre

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots (ursprünglich für „As der Schwerter“). Das Original The Khodorkovsky Affair erschien auf Spearhead Online (es ist dort zwar kein Datum angegeben, aber nach den im Text genannten Daten muß er irgendwann Anfang November 2003 veröffentlicht worden sein. Titelbild von mir eingefügt). Die im Text geäußerte Einschätzung von Wladimir Putin als Widerstandsfaktor gegen die Juden ist aus heutiger Sicht wohl viel zu optimistisch (und trifft wahrscheinlich nur bezüglich einer Fraktion des globalen Machtjudentums zu), aber der Artikel ist allein schon wegen der Informationen über den hohen Judenanteil unter den Oligarchen in Rußland interessant.

Beträchtliche Publizität erhielt in Großbritannien die kürzliche Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die geschäftlichen Aktivitäten von Michail Chodorkowski zu untersuchen, eines der Multimilliardäre, die in den britischen Medien oft als Musterbeispiele der neuen „Unternehmenskultur“ Rußlands hochgehalten werden. Wer ist Chodorkowski, und was steckt hinter Putins Zug gegen ihn? Das Folgende ist eine leicht gekürzte Version einer Radiosendung zu dem Thema, die am 1. November von American Dissident Voices ausgestrahlt wurde. Es hat in dem Text auch geringfügige Streichungen gegeben, als Absicherung gegen Strafverfolgung nach den Gesetzen des Vereinigten Königreichs, nach denen es strafbar ist, abfällig über gewisse ethnische Gruppen zu sprechen oder zu schreiben.

American Dissident Voices ist auf www.natvan.com zu erreichen.

In einem erstaunlichen Zusammentreffen erreichte der russische Freiheitskampf genau an dem Tag, an dem American Dissident Voices’ Sendung „Russia Struggles to Live“ über die russischen Oligarchen ausgestrahlt wurde, die Rußland beherrschen, am 25. Oktober 2003, mit der Verhaftung eines jener jüdischen Oligarchen, Michail Chodorkowski, einen entscheidenden Moment. Die jüdischen Oligarchen – und nahezu alle der Oligarchen sind Juden, keine Russen – sind eine Gruppe superreicher Parasiten, denen es gelang, den Großteil der natürlichen Ressourcen und des institutionellen Reichtums Rußlands auf manipulierten Auktionen während des internationalistischen Jelzin-Regimes in Rußland nach dem Fall der Sowjetunion zu Tiefstpreisen zu erwerben.

Der russische Präsident Putin hat Maßnahmen ergriffen, um die Macht der Oligarchen zu zügeln, und zwei der Notorischsten davon – Boris Beresowski und Wladimir Gusinskij – sind gezwungen worden, aus dem Land zu fliehen, um der Strafverfolgung zu entgehen. Beserowski verbirgt sich gegenwärtig in Großbritannien, Gusinskij in Griechenland.

Chodorkowskis Privatjet wurde am Samstag von getarnten russischen Spezialeinheiten umstellt, die den jüdischen Milliardär auf einem sibirischen Flughafen in einer dramatischen Konfrontation verhafteten. Chodorkowski hatte es verabsäumt, auf einer Anhörung zu erscheinen, und seine Geschäftspartner hatten den Gerichten mitgeteilt, daß er nicht kommen könnte, weil er auf einer Geschäftsreise sei.

Ein Mann vieler Unternehmen

Chodorkowski, der Chef des Ölkonglomerats Yukos und vieler anderer Unternehmen, hatte geschworen, daß er nicht ins Exil gehen würde, wie es seine jüdischen Mit-Oligarchen Boris Beresowski und Waldimir Gusinskij getan hatten. Beresowski hat von Großbritannien „politisches Asyl“ erhalten, und Gusinskij versteckt sich in Griechenland, wo die Regierung sich bislang geweigert hat, ihn auszuliefern, um sich der Anklage in Rußland zu stellen. Realisten weisen darauf hin, daß es einem Milliardär in den meisten Ländern einschließlich Griechenlands recht leicht fallen könnte, niedere Bürokraten dazu zu überreden, seinen Anordnungen Folge zu leisten.

Chodorkowskis Plan war es, seinen Reichtum und Einfluß zu nutzen, um die politischen Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu finanzieren und zu fördern – aber es sieht aus, als sei diese Strategie zu wenig und zu spät gewesen, und der reichste Mann in Rußland (sein Vermögen übertrifft angeblich acht Milliarden Dollar) wird sich jetzt der Anklage im Zusammenhang mit seinen extrem fragwürdigen finanziellen Transaktionen stellen müssen.

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Russische politische Gefangene in der Russischen Föderation

Von Pjotr Antonow, übersetzt von Deep Roots. Das Original Russian political prisoners in the Russian Federation erschien am 6. August 2013 im Occidental Observer.

Für den „Occidental Observer“ editiert und ins Englische übersetzt von Roman Frolow.

Wenn sie über das Problem der politischen Gefangenen in Rußland berichten, konzentrieren sich die Massenmedien in Rußland und im Ausland fast ausschließlich auf Michail Chodorkowski, den verstorbenen Sergej Magnitzki und die „Gefangenen des 6. Mai 2012“. Dies erzeugt den Eindruck, daß die Liste der Opfer politischer Verfolgungen in Rußland auf diese Leute beschränkt ist. In Wahrheit jedoch ist dies nur die Spitze des Eisbergs. Viele, viele andere sind während der letzten paar Jahre wegen des einzigen „Verbrechens” eingesperrt worden, politisch aktive russische Nationalisten zu sein. Hier beschreibe ich kurz die Geschichte der neuesten unrechtmäßigen Verfolgung russischer Nationalisten und russisch-nationalistischer Organisationen in der Russischen Föderation. Die in diesem Artikel beschriebenen Namen und Ereignisse sind in keiner Weise vollumfänglich; sie umfassen nur die am meisten publizierten Fälle von politischer Verfolgung, in denen – was wichtig ist – die Angeklagten nicht gestanden und sich weigerten, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten.

Die näherungsweise Zahl der russischen Nationalisten, die während des letzten Jahrzehnts eingesperrt wurden, liegt ungefähr bei zweitausend. Die meisten davon sind junge Russen, die nach dem notorischen Artikel 282 des Strafgesetzbuches verurteilt wurden („Aufhetzung zum Rassenhass“, umgangssprachlich auch „Russenartikel“ oder „Hassrede“ genannt), gewöhnlicherweise nach Konflikten mit Zentralasiaten oder Kaukasusbewohnern.

Während der Jelzin-Ära wurden russische Nationalisten in den Medien routinemäßig als „Faschisten“ verleumdet, und alle möglichen Mittel (großteils Wahlbetrug) wurden angewandt, um Nationalisten daran zu hindern, in gewählte Staatsämter zu gelangen. Jedoch wurden die Leute wegen ihrer Ansichten nicht eingesperrt. Infolgedessen konnten Nationalisten unter Nutzung magerer, aber tatsächlich funktionierender Mechanismen der politischen Demokratie gelegentlich alle Barrieren durchbrechen und wurden gewählt. Zum Beispiel gab es mehrere nationalistische Abgeordnete im Obersten Sowjet der Russischen SFSR, wie Nikolai Pawlow, Ilja Konstantinow, Michail Astafjew und Wladimir Morokin. Später wurden die nationalen Interessen der Russen in unterschiedlichen Sitzungen der russischen Staatsduma von Leuten wie Nikolai Lysenko, Sergej Baburin, Nikolai Greschnikow und Nikolai Kurjanowitsch vertreten. In den Regionalparlamenten gab es solche prominenten russischen Nationalisten wie Alexandr Turik (Irkutsk) und Igor Artemow (Wladimir), unter anderem. Die Situation änderte sich dramatisch, als Putin die Macht übernahm-

Mehrere russische Militäroffiziere wurden die ersten Opfer politischer Verfolgung unter ethnischen Gesichtspunkten. Im Jahr 2007 (die Prozesse begannen 2003) wurden zwei Offiziere des Militärs, Leutnant Sergej Araktschejew and Oberleutnant Jewgenij Chudjakow, wegen Verbrechen verurteilt, die sie offenkundig nicht begangen haben, da sie zuvor zweimal unter denselben Anklagen freigesprochen wurden, zuerst vom Militärtribunal und dann vom Geschworenengericht. Beide Freisprüche wurden vom Obersten Gerichtshof unter formalen Vorwänden gekippt. Es ist erwähnenswert, daß Ramsan Kadyrow, der gegenwärtige Präsident von Tschetschenien und ein ehemaliger tschetschenischer Rebell, der öffentlich damit prahlte, er hätte „mit 16 Jahren seinen ersten Russen getötet“ [was von der Chronologie her bedeutet, daß dies lang vor dem Ausbruch des Ersten Tschetschenienkrieges von 1991 – 1994 geschah], diesen Freispruch mit den Worten kommentierte: „Der anfängliche Grund für den Freispruch war, daß die Geschworenen den Willen meines [des tschetschenischen] Volkes in diesem Kriminalfall nicht voll verstand.“

Ein weiterer russischer Offizier, der verstorbene Oberst und Held Rußlands Juri Budanow [2011 von tschetschenischen Killern ermordet], kann ebenfalls als politischer Gefangener betrachtet werden. Sein Kriminalfall war unserer Meinung nach unter offensichtlichem Druck von tschetschenischen Extremisten erfunden. Der Fall ist voller ethnischem Hass gegen Russen.

2005 wurden zwei russische öffentliche Aktivisten aus Moskau, Wladimir Wlassow und Michail Klewatschow, zuerst verhaftet und dann zu langen Gefängnisstrafen verurteilt (18 bzw. 20 Jahre). Ohne jeglichen direkten Beweis wurden sie eines Versuchs beschuldigt, am 12. Juni 2005 einen Passagierzug von Moskau nach Grosny in die Luft zu sprengen. Wie in der Affäre Araktschejew-Chudjakow wurden die Angeklagten zunächst von einem Geschworenengericht freigesprochen, aber der Freispruch wurde vom Obersten Gerichtshof unter dem formalen Vorwand eines außergerichtlichen Kontakts zwischen einem Mitglied der Geschworenen und einem Mitglied des Verteidigerteams widerrufen (das Geschworenenmitglied fragte den Anwalt einfach, wo es zum Gerichtssaal ginge).

Zur selben Zeit begannen Repressalien gegen Journalisten und Redakteure russisch-patriotischer Zeitungen. 2006 wurde ein Kriminalfall gegen den Redakteur der Zeitung „Moskovskie Vorota“ [„Moskauer Tore“] (aus der Stadt Obninsk in der Oblast Kaluga), den siebenfachen Vater Igor Kulebjakin, eröffnet. Er wurde der „Aufhetzung zum Rassenhass“ (Artikel 280 und 282 des Strafgesetzbuches) beschuldigt. Er wurde verhaftet, aber dann auf eine schriftliche Zusage hin, die Stadt während der Dauer des Verfahrens nicht zu verlassen, freigelassen. Im Verlauf des Verfahrens wurden von der Staatsanwaltschaft zusätzliche Anklagen wegen „Gründung einer Extremistengruppe” vorgebracht. Nachdem die Voreingenommenheit der Richter zugunsten der Anklage und ihre Parteilichkeit offenkundig wurden, floh Kulebjakin. Seit damals steht er in Rußland auf der Fahndungsliste.

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Putins Ausblick auf Russlands nationale Zukunft – Migrationspolitik und Meldepflicht

Das russische Original von Igor Artemov wurde von Roman Frolov ins Englische übersetzt und erschien am 17. Februar 2013 unter dem Titel Putin’s view of Russia’s national future. Migration policy and residence registration auf The Occidental Observer. Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Osimandia.

Igor Artemov ist einer der dienstältesten und renommiertesten russischen Nationalisten. Seine Organisation, die Russische All-Nationale Union (RONS) ist vergangenes Jahr verboten worden, und Artemov selbst ist auf der Flucht, weil er von der russischen Bundespolizei wegen des „Hassverbrechens“ gesucht wird, geschrieben zu haben, dass der russisch-orthodoxe Glaube der einzig wahre Glaube sei. In Wahrheit wollen sie ihn nur von der politischen Bühne weg haben, vermute ich [Roman Frolov], weil er als Politiker dem Establishment sehr viel gefährlicher ist als jeder andere nationalistische Führer.

Migrationspolitik

Vor einem Monat [d.h. Januar 2013] unterzeichnete der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin das „Konzept zur Migrationspolitik der russischen Föderation für den Zeitraum von 2013 bis 2025“. Der volle Text dieses Dokuments ist [auf russisch] auf der offiziellen Seite des Präsidenten einsehbar. Wie jedes offizielle Dokument ist es weitschweifig und nicht konkret. Doch lassen Sie uns versuchen, es zu analysieren und seinen Wesensgehalt herauszufiltern.

Heute gibt es zwei Arten friedlicher (d.h. nicht durch Krieg und andere Verwerfungen verursachter) Massenmigration von Menschen aus einem Land in ein anderes. Die eine ist die Wirtschaftsmigration; sie ist die Wanderungsbewegung großer Zahlen von Menschen in andere Gebiete, von einem Staat in einen anderen auf der Suche nach Arbeit, sozialer Sicherheit oder ganz allgemein nach einem besseren und sichereren Leben.

Die andere ist die Repatriierung oder Heimkehr – eine Rückkehr in ein historisches Heimatland von Menschen, die aufgrund verschiedener Ursachen, die üblicherweise außerhalb ihrer eigenen Kontrolle lagen, Bürger oder Einwohner anderer Länder geworden waren. Zu Repatriierung kommt es üblicherweise, wenn die Lebensbedingungen an den Orten des aktuellen Aufenthaltes bezüglich materiellen, spirituellen oder kulturellen Wohlbefindens nicht mehr zufriedenstellend sind. Ein Heimkehrer ist somit etwas anderes als ein Wirtschaftsmigrant, da er blutsmäßige und kulturelle Bindungen zu dem ethnischen Kern des Landes hat, in das er zurückkehrt. Es ist allgemein bekannt, dass nach der Auflösung der UdSSR große Zahlen ethnischer Russen und anderer indigener Völker Russlands von ihrem Mutterland abgeschnitten und unfreiwillig Bürger anderer Staaten geworden waren. 1990 gab es nicht weniger als 20 Millionen solcher Menschen. Ungefähr die Hälfte davon lebt immer noch außerhalb Russlands.

Es wäre natürlich und vernünftig, wenn der Präsident sein Augenmerk an erster und oberster Stelle auf diese Menschen richten würde, wenn er über ein Konzept zur Migrationspolitik nachdenkt. Es sind solche Menschen, die man offiziell „Landsleute“ nennt. Sehen wir nun, ob das zutrifft oder nicht und an wen der russische Präsident in erster Linie denkt. Lesen wir im Dokument:

Migrationsprozesse spielen eine entscheidende Rolle in der sozioökonomischen und demographischen Entwicklung der Russischen Föderation. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte schuf Migration den Ausgleich für mehr als die Hälfte des natürlichen Bevölkerungsrückgangs. Die dauerhafte Niederlassung von Migranten in der Russischen Föderation wird zu einer Quelle des Bevölkerungswachstums für das Land im allgemeinen sowie auch für verschiedenen Regionen, während die Beschaffung ausländischer Fachkräfte bestimmter bevorzugter Berufe und Qualifaktionen, nach denen seitens der russischen Wirtschaft Bedarf besteht, notwendig für deren fortschrittliche Entwicklung ist.

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