Die alternative Rechte und die Juden

Von Kevin MacDonald; Original: The Alt Right & the Jews, erschienen am 13. September 2016 auf Counter-Currents Publishing.

Übersetzung: Lucifex

 

Sicherlich das grundsätzlichste Thema der Alternativen Rechten ist, dass es für Weiße völlig legitim ist, sich als Weiße zu identifizieren und ihre Interessen als Weiße zu verfolgen, z. B. Widerstand gegen Versuche zu leisten, weiße Amerikaner zu einer Minderheit zu machen.

Ethnische und rassische Identitäten sind unter allen anderen Gruppen gängig, und trotz beständiger Propaganda aus den Zentren der medialen und akademischen Macht sollten Weiße keine Ausnahme sein. Freiwillig politische und kulturelle Macht abzutreten ist die ultimative Torheit, besonders in einer Atmosphäre der Beschwerden von Nichtweißen und der Feindseligkeit gegen Weiße, ihre Geschichte und ihrer Kultur, die heute so offensichtlich ist.

Ein anderes Thema jedoch, das in der Weltsicht vieler in der Alternativen Rechten von zentraler Bedeutung ist (aber keinesfalls einhellig), ist das Thema der jüdischen Macht und des jüdischen Einflusses. Letztendlich stammt dies aus einem Verständnis der Rolle der Juden in der Enteignung der Weißen, sowohl historisch als auch im zeitgenössischen Westen. Mit nur etwa 2 % der U.S.-Bevölkerung haben Juden nie viel Macht als Folge schierer Zahlen gehabt. Was zählt, ist die jüdische Macht in den Medien, in der akademischen Welt und in der Regierung.

Es muss gleich zu Beginn klargestellt werden, dass die jüdische Gemeinschaft nicht monolithisch ist, und wie nachstehend diskutiert kann es manche Juden geben, die von ganzem Herzen gegen die Enteuropäisierung Amerikas sind. Als offensichtliches Beispiel für den Mangel an Einhelligkeit unter Juden in wichtigen Fragen ist der Neokonservatismus eine jüdische Bewegung, die seit ihrer Gründung von Juden geführt und dominiert worden ist. Die meisten Juden sind keine Neocons, aber der Neokonservatismus hat einen riesigen Einfluss auf die amerikanische Außenpolitik gehabt, erfolgreich die Regierung von George W. Bush beherrscht und für den Irakkrieg geworben. Und lange davor, während der Reagan-Administration, haben Neokonservative eine entscheidende Rolle bei der Vertreibung traditionellerer Konservativer von der Macht in der Republikanischen Partei und bei deren allgemeiner Verschiebung nach links in kritischen Fragen wie die Einwanderung gespielt.

Samuel Francis erzählt vom

Katalog neokonservativer Bemühungen, die Ideen des traditionellen Konservatismus nicht bloß zu debattieren, zu kritisieren und zu widerlegen, sondern auch die Gestalten und Institutionen der Alten Rechten, die sie aufs Korn genommen haben, zu verurteilen, zu verunglimpfen und ihren Karrieren zu schaden. Es gibt zahllose Geschichten davon, wie es Neokonservativen gelungen ist, in konservative Institutionen einzudringen, traditionelle Konservative hinauszudrängen oder zu degradieren und die Positionen und Philosophien solcher Institutionen in neokonservative Richtungen zu verändern. … Autoren wie M. E. Bradford, Joseph Sobran, Pat Buchanan und Russell Kirk und Institutionen wie Chronicles, das Rockford Institute, die Philadelphia Society und das Intercollegiate Studies Institute haben zu den angesehensten und bedeutendsten Namen im amerikanischen Konservatismus gehört. Das Engagement ihrer neokonservativen Feinde, sie aus der Bewegung zu drängen, die sie übernommen haben, und sie als grenzwertige und gefährliche Figuren zu dämonisieren, hat keine legitime Grundlage in der Realität. Es ist ein klarer Beweis für die verborgenen Bestrebungen derjenigen hinter dem Neokonservatismus, den amerikanischen Konservatismus zu beherrschen und zu unterwandern und ihn von seinen ursprünglichen Zielen und Agenden weg und anderen Zielen zuzuwenden. … Was Neokonservative in Wirklichkeit an ihren „Verbündeten“ unter den traditionellen Konservativen nicht mögen, ist einfach die Tatsache, dass die Konservativen überhaupt Konservative sind – dass sie „diese Vorstellung von einer christlichen Zivilisation“ unterstützen, wie Midge Decter es ausdrückte, dass sie gegen Masseneinwanderung sind, dass sie Martin Luther King kritisieren und die rassische Enteignung der weißen Kultur ablehnen, dass sie Joe McCarthy unterstützen oder billigen, dass sie Zweifel oder abweichende Ansichten bezüglich der amerikanischen Außenpolitik im Nahen Osten hegen, dass sie gegen die rücksichtslose Verwicklung in ausländische Kriege und ausländische Wirren sind, und dass sie in Gesellschaft mit den Gründervätern der Vereinigten Staaten das Konzept einer reinen Demokratie und den Glauben ablehnen, dass die Vereinigten Staaten sich zu einer solchen entwickeln sollten.[1]

Das Ergebnis ist, dass die Grand Old Party zur Partei der Handelskammer und der Israel-Lobby geworden ist. Sie sind völlig einverstanden mit massiver nichtweißer Einwanderung, und dies liegt in nicht geringem Maß am neokonservativen Einfluss. Neukonservative sind entschiedene Unterstützer der wohl destruktivsten Kraft gewesen, die im zwanzigsten Jahrhundert mit der Linken verbunden war – der massiven nichteuropäischen Einwanderung. Die Unterstützung für massive nichteuropäische Einwanderung hat das jüdische politische Spektrum während des gesamten zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Gegenwart überspannt, und wie unten angemerkt wird, waren jüdische Organisationen und jüdischer Aktivismus für den grundlegenden Wandel der Einwanderungspolitik verantwortlich, der aus dem Einwanderungsgesetz von 1965 resultierte. Ein Hauptmotiv der organisierten jüdischen Gemeinschaft für die Förderung solcher Einwanderung hatte mit einer tief empfundenen Feindseligkeit gegenüber dem Volk und der Kultur zu tun, die für die Einwanderungsbeschränkung von 1924 – 1965 verantwortlich waren – für „diese Vorstellung von einer christlichen Zivilisation“, wie Samuel Francis es charakterisierte. Der Kommentar des Neokonservativen Ben Wattenberg zeigt das emotionale Engagement an, das viele Juden für die ethnische Umwandlung Amerikas haben: „Die Enteuropäisierung Amerikas ist eine herzerfrischende Nachricht von einer beinahe transzendenten Qualität.“

Sogar Daniel Pipes, der als „islamophober“ Kritiker des moslemischen Gemeinschaft bekannt ist, unterstützt Donald Trump wegen dessen Haltung zu einwanderungs- und vielfaltsbezogenen Fragen nicht. Dies erscheint vielleicht überraschend, weil einer von Trumps unverkennbaren Vorschlägen ein Moratorium für moslemische Einwanderung gewesen ist, während Hillary Clinton die Zahl der Flüchtlinge und anderer Einwanderer aus moslemischen Ländern erhöhen will.

In Wirklichkeit sollte es nicht überraschen, dass Pipes gegen Trump ist, angesichts dessen, dass er einen “stubenreinen Islam” in westlichen Ländern befürwortet. Was Neocons wie Pipes wollen, ist eine fortgesetzte Einwanderung von Moslems und die Schaffung moslemischer Gemeinschaften, die nicht den Status quo bezüglich Israel bedrohen. Sie sind recht zufrieden mit dem demographischen Niedergang weißer Populationen, ob in Europa oder in den Vereinigten Staaten.

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Juden gegen die Alternative Rechte: Lehren aus der Geschichte

„Ihr Vaterland“

„Ihr Vaterland“

„Die antisemitische Bewegung ist im Wesentlichen eine Reaktion gegen das abnormale Wachstum der jüdischen Macht, und die neue Stärke des Antisemitismus liegt weitgehend an den Juden selbst.“ Hillaire Belloc, Die Juden (1922)

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots (post-AdS); Original: Jews Versus the Alt Right: Lessons from History , erschienen am 10. September 2016 auf „The Occidental Observer“.

Erst vor etwas mehr als einer Woche hielt Hillary Clinton eine Rede, in der sie Donald Trumps angebliche Verbindungen zur Alternativen Rechten angriff. In diesem langweiligen und bemühten Stück öffentlicher Rede bezeichnete Angela Merkels Rivalin als Matriarchin der Verlogenheit die Alternative Rechte als einen kaum zusammenhängenden Wirbelwind aus „rassenhetzerischen“, „frauenfeindlichen“, „moslemfeindlichen“ und „einwanderungsfeindlichen“ Ideen.

Vorhersehbarerweise wurde kurz nach der Rede enthüllt, daß Teile davon direkt aus einem Propagandaartikel des Southern Poverty Law Center vom April abgekupfert worden waren. Nachdem sie ihren Ursprung in einer Organisation hatte, die ihren Lebensunterhalt durch Feilbieten von Horrorgeschichten, Fantasien und Verleumdungen bestreitet, war es keine Überraschung, daß die Rede übertriebene und widersprüchliche Botschaften über diese „aufkommende rassistische Ideologie“ vermittelte. Laut Clinton ist die Alt Right „lose“, aber auch „organisiert“. Ihre Mitglieder sind „großteils online“, aber auch in Scharen auf unseren Straßen in Form einer „steigenden Flut von hartem, rechtem Nationalismus überall auf der Welt.“

Soweit, so banal. Indem sie jedoch Trumps angebliche Verwendung einer „antisemitischen Botschaft – ein Davidsstern, der einem Meer von Dollarnoten überlagert ist“ auf Twitter samt „antisemitischer Verunglimpfungen und Todesdrohungen seitens seiner Unterstützer“ erwähnte, brach Clinton ungeschickt etwas, das eine seit langem bestehende Konvention gewesen zu sein scheint, die Juden und Antisemitismus aus Diskussionen auf höchster Ebene draußen hielt. Nach Jahrzehnten hinter den Kulissen hatte der politische Antisemitismus es auf die Hauptbühne geschafft.

Was als nächstes geschieht, wird sehr interessant sein. Im Europa des neunzehnten Jahrhunderts gewann der antisemitische Diskurs im Gefolge von Wirtschaftskrisen, der Intensivierung ethnischer Konkurrenz, sozialen Drucks durch Migrationsströme und die zunehmend verfeinerte und intellektuelle Artikulation von Kritiken an den Juden an Schwung. Obwohl es zu der Zeit eine gängige kulturelle Masche der Juden war, die Bewegung zu verunglimpfen und auf die weitgehend eingebildeten Schrecken der mittelalterlichen Verfolgungen anzuspielen, bestand ausreichende Distanz zum Mittelalter und ausreichende Nähe zu zeitgenössischen Ängsten, daß dies wenig Wirkung bei den Massen hatte. In vieler Hinsicht kann man diese Faktoren heute insofern als wiederholt betrachten, als es den Juden immer schwerer fallen wird, Kapital aus ihrem Narrativ über den Zweiten Weltkrieg zu schlagen, während Weiße unter wachsenden Druck durch Einwanderung, interrassische Gewalt und die zunehmend sichtbare Verzerrung ihrer politischen Prozesse durch im Wesentlichen fremde Interessen geraten. Sich darum zu sorgen, was mit den Juden in den 1940ern geschehen oder nicht geschehen sein mag, wird kein Luxus sein, den die Weißen sich noch viel länger werden leisten können.

In breitem Sinne ist also die Bühne für die Rückkehr des politischen Antisemitismus bereitet und somit für eine Konfrontation zwischen einer aufgeblähten jüdischen Machtstruktur und einem wiederauflebenden weißen Nationalismus.

Es hat bereits einigen Disput innerhalb der Alternativen Rechten hinsichtlich der ideologischen Position des Antisemitismus gegeben. Spezifischer: Milo Yiannopoulos und Allum Bokhair, ein homosexueller Jude und ein Pakistani, haben im März dieses Jahres einen Artikel auf Breitbart verfaßt, in dem sie andeuteten, daß sie Verbindung zur Alt Right hätten, wenn nicht deren Führerschaft innehätten. Der Artikel behauptete, daß die Alt Right im Grunde eine Neuerfindung der Gegenkultur der 1960er sei, die von „Spaß, Übertretungen und einer Herausforderung der gesellschaftlichen Normen“ getrieben war. Yiannopoulos und Bokhair kontrastieren die jungen Joker der Alt Right (wie sie sie definieren) mit „Antisemiten, weißen Rassisten und anderen Mitgliedern des Stormfront-Kreises“, wobei Letztere als „der schlimmste Abschaum der menschlichen Gesellschaft“ bezeichnet wurden. Antisemitismus ist in dem Ausmaß, wie er in diesem Narrativ überhaupt vorkommt, bloß eine Pointe im expansiven Arsenal der Alt Right an provokantem, aber weitgehend unaufrichtigem Humor. Echte „Rassisten“ seien gar kein Teil der Bewegung.

Im Gegensatz zu diesem Narrativ scheint es kaum bestreitbar zu sein, daß die Frage des jüdischen Einflusses für die Mehrheit der in der Alt Right Involvierten eine echte Sorge ist. Und für manche von uns ist die Forcierung gesäuberter Narrative für die Bewegung durch Yiannopoulos und Bokhair und die unverhältnismäßige Medienaufmerksamkeit, die diesen rassisch und ideologisch suspekten Individuen geschenkt wird, Beweis für einen Versuch, die Alternative Rechte zu kooptieren und von einem Weg des ethnischen Nationalismus abzubringen. Der Daily Stormer ist an vorderster Front dieser Reaktion gewesen, mit einem Artikel, der argumentiert:

Die Alt Right ist zu einer so großen politischen Kraft geworden, daß es für [die jüdischen Eliten] unmöglich geworden ist, uns weiterhin zu ignorieren. Unsere Siege sind viel zu zahlreich geworden, um sie zu zählen. Ihre neue Strategie besteht im Versuch, die Alt Right als eine Bewegung umzudefinieren, die von dem homosexuellen Juden Milo Yiannopoulos geführt wird. Sie haben dieses Narrativ in Wirklichkeit schon seit einer Weile aufgebaut, aber sie haben sich erst jetzt dafür entschieden, das mit voller Kraft zu betreiben… Die Juden wollen die allgemeine Öffentlichkeit glauben machen, daß die Alt Right so eine Art alberne weiß-nationalistische Bewegung sei, die kein echtes Problem mit Juden oder Homosexuellen hat. Sie wollen, daß die Leute denken, daß die negativen Dinge, die wir über Juden sagen, als unschuldige Witze gemeint sind. Dies ist völlig falsch.

Daß Juden versuchen wollen, eine potentiell schädliche Bewegung zu kooptieren oder scheitern zu lassen, hat in der Tat viele historische Präzedenzfälle. Zu einem der relevantesten schreibt Steven Beller, daß während des Aufstiegs des Deutschnationalismus von 1860 bis 1880 Juden versuchten, Schlüsselrollen in der Bewegung einzunehmen, um sie von ihren Wurzeln in der völkischen Philosophie und einer Gegnerschaft zum jüdischen Einfluß wegzuleiten und zu einer Mission der „kulturellen und sozialen Revolution“ hinzuführen. [1] Mediale Werbung und sorgfältige Netzwerkerei führten sogar dazu, daß zwei Juden, Viktor Adler und Heinrich Friedjung, um die Führung der deutschnationalistischen Bewegung in Österreich wetteiferten. Tatsächlich waren Adler und Friedjung zwei der fünf Gestalter des berühmten Linzer Programms von 1882, einer politischen Plattform, die die völlige Germanisierung des österreichischen Staates forderte. Nur wegen des fortgesetzten Beharrens der nichtjüdischen Bewegungsführer, besonders von Georg von Schönerer, hielt man sich schließlich an eine ethnische Version des Deutschnationalismus. Auf Schönerers Beharren und zum Entsetzen der ehemaligen jüdischen „Führer“ übernahm die Bewegung eine „Arierklausel“. Nachdem ihr Versuch zur Kooptierung der Bewegung gescheitert war, fügt Beller hinzu, „war die jüdische Reaktion, sie anderswo hinsichtlich ihrer Ziele der gesellschaftlichen und kulturellen Veränderung umzusehen.“ [2] Zum Beispiel wurde Adler über Nacht zu einem ausgemachten Marxisten.

In ähnlicher Weise merkt der Historiker Gordon Mork an, daß Juden in Deutschland ebenfalls „herausragend“ unter den frühen führenden Befürwortern des Deutschnationalismus waren. [3] Insbesondere waren Juden in der Nationalliberalen Partei konzentriert und bildeten dann eine einflußreiche Clique um Bismarck selbst. Diese Ablenkungsclique innerhalb des Deutschnationalismus könnte man als entscheidenden Grund dafür betrachten, daß er im Sinne eines ethnischen Ausdrucks bis nach dem Ersten Weltkrieg verkümmerter war als sein österreichisches Gegenstück.

Ähnlich fielen während des Aufstiegs der Rassenwissenschaft zwischen 1880 und 1920 große Zahlen von Juden taktisch über mehrere medizinische Disziplinen her, die sich zunehmend mit dem Studium der Rasseunterschiede befaßt hatten. Die Historikerin Elena Mancini schreibt, daß in Deutschland „Juden die Medizin nicht nur wegen der gesellschaftlichen Stellung überfluteten, sondern in einer Zeit, die das Aufblühen der Rassenwissenschaft erlebte, auch wegen der Gelegenheit zur Selbstdarstellung. … Die Anwesenheit von Juden im medizinischen Sektor allgemein und besonders in der Rassenwissenschaft ermöglichte es ihnen, jüdische Gleichheit und sehr oft moralische Überlegenheit zu behaupten.“ [4] Mit Berlin als Zentrum der deutschen Medizin und mit Juden, die ein Drittel der Ärzte in der Stadt ausmachten, [5] war die Beherrschung und Umorientierung ganzer Disziplinen in der Nation nicht nur machbar, sondern beunruhigend leicht.

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Tanzt mit!

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Von Andrew Hamilton, übersetzt von Deep Roots. Das Original Join the Dance! erschien am 24. September 2010 auf Counter-Currents Publishing und am 16. März 2010 auf The Occidental Quarterly.

Russische Übersetzung hier.

Ein Kommentar auf „The Occidental Quarterly“ lenkte meine Aufmerksamkeit auf ein dreiminütiges Video von Derek Sivers mit dem Titel „First Follower: Leadership Lessons from Dancing Guy“:

In seiner Kürze sind einige brillante Lektionen verpackt, die in diesem kontraintuitiven Ratschlag kulminieren:

Die beste Art, eine Bewegung zu schaffen, wenn einem wirklich daran liegt, besteht darin, mutig jemandem zu folgen und anderen zu zeigen, wie man folgt. Wenn ihr einen einsamen Spinner findet, der etwas Großartiges tut, dann habt den Mut, die erste Person zu sein, die aufsteht und sich ihm anschließt.

Sivers ist nicht pro-weiß und vermutlich nicht einmal konservativ (nach statistischer Wahrscheinlichkeit). Er ist ein Musiker und Musikunternehmer mit mehr als nur einem Schuß Idealismus – obwohl es in seinem Video nicht darum geht.

1997 gründete er einen Online-Musikladen namens CD Baby, um seine eigene CD zu verkaufen. Aber er lud andere unabhängige Musiker dazu ein, ebenfalls über seine Webseite zu verkaufen. Sein Utopismus, oder Idealismus, ist in den Grundregeln zu erkennen, die er für seine neue Firma festlegte, die er von seinem Schlafzimmer in Woodstock, New York aus betrieb: „Der Musiker wird jede Woche bezahlt werden. Dem Musiker wird der volle Name und die Adresse von jedem angegeben, der seine Musik kauft. Der Musiker wird nie aus dem System entfernt werden, weil er nicht genug verkauft. Die Seite wird nie Werbung oder bezahlte Produktplazierungen annehmen.“

Sivers’ Idealismus manifestierte sich wiederum, als er seine Firma im Jahr 2008 um 22 Millionen Dollar verkaufte. Er übertrug zuerst das Eigentum an der Firma an einen Wohltätigkeitsfonds für Musikerziehung. Der Fonds, und nicht Sivers, verkaufte dann tatsächlich die Firma. Er tat dies, weil „ich bereits genug habe.“ („Why I gave away my company to charity“, 4. Dezember 2009)

Der tanzende Mann und die ersten, die ihm folgen

„Leadership Lessons“ ist ein schlecht gefilmtes, unscharfes Amateurvideo, das keinen anderen Ton außer Sivers’ Begleittext enthält. Es zeigt einen jungen weißen Mann ohne Hemd, der am Rand einer Menge von etwas über Zwanzigjährigen auf einem Hang bei etwas tanzt, das ein Musikfest zu sein scheint. Zuerst schließt sich ihm ein junger Mann an, dann noch einer, und sehr schnell eilt die ganze Menschenmenge vorwärts.

Aber der Augenöffner ist Sivers’ Text. Er destilliert brillant die wesentliche Dynamik der Szene heraus, so wie er sie wahrnimmt. Unter seinen Beobachtungen befinden sich die folgenden:

Ein Anführer braucht den Mut, allein dazustehen und lächerlich auszusehen.

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Nun kommt der erste Unterstützer mit einer entscheidenden Rolle: er zeigt öffentlich, wie man folgt. Man beachte, daß der Anführer ihn als Gleichen annimmt, sodaß es nicht mehr um den Anführer geht – es geht um sie, im Plural.

Der erste Mitmacher ist auf dem Video zu sehen, wie er anderen signalisiert und sie dazu ermutigt, sich anzuschließen: „Es erfordert Mut, ein erster Gefolgsmann zu sein! Man sticht selbst hervor und trotzt der Lächerlichkeit. Ein erster Gefolgsmann zu sein, ist eine unterschätzte Form von Führerschaft. Der erste Gefolgsmann verwandelt einen einsamen Spinner in einen Anführer.“

Der zweite, der folgt, ist ein Wendepunkt: es ist ein Beweis dafür, daß der erste es gut gemacht hat. Nun ist es nicht ein einsamer Spinner, und es sind nicht zwei Spinner. Drei sind eine Schar.

Eine Bewegung muß öffentlich sein. Stellt sicher, daß Außenseiter mehr als nur den Anführer sehen können. Jeder muß die Gefolgsleute sehen können, weil neue Anhänger Gefolgsleute nachahmen – nicht den Anführer. Jetzt kommen hier zwei weitere, dann noch drei. Nun haben wir Schwung. Dies ist der Wendepunkt! Nun haben wir eine Bewegung!

Schließlich bringt Sivers eine extrem wichtige Aussage: „So wie mehr Leute hinzuspringen, ist es nicht länger riskant. Sie werden nicht verspottet werden, sie werden nicht hervorstechen, und sie werden Teil der Schickeria sein, wenn sie sich beeilen. Im Laufe der nächsten Minute werden Sie die restlichen sehen, die es vorziehen, Teil der Menge zu sein, weil sie schließlich dafür verspottet werden, nicht mitzumachen.“

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