Die Kultur der Kritik (4): Die jüdische Beteiligung an der psychoanalytischen Bewegung

Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt vom libergraphiX-Verlag (ursprünglich – noch vor Erscheinen der deutschen Buchausgabe – auf „As der Schwerter“ veröffentlicht). Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9).

Zuvor veröffentlicht:

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe

Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie

Die Kultur der Kritik (2) – Die Boas’sche Schule der Anthropologie und der Niedergang des Darwinismus in den Sozialwissenschaften

Die Kultur der Kritik (3) – Juden und die Linke

Die jüdische Beteiligung an der psychoanalytischen Bewegung

Die vertraute Karikatur des bärtigen und ein Monokel tragenden Freud’schen Analytikers, der den liegenden Patienten auf Erinnerungen schief gelaufener  Reinlichkeitserziehung und auf die Eltern gerichtete Wollust untersucht, ist  gegenwärtig ein Anachronismus wie überhaupt die fachliche Praxis dieser  meist  inhaltsleeren und plaudernden Kunst. Wie eine solcherart ausgearbeitete Theorie so weitläufig akzeptiert werden konnte – ohne die Grundlage eines systematischen Beweises oder kritischer Experimente und angesichts des  chronischen Versagens der therapeutischen Interventionen in allen  hauptsächlichen Klassen der mentalen Erkrankungen (Schizophrenie, Manie  und Depression) – ist etwas, das die Soziologen der Wissenschaft und der  landläufigen Kultur erst noch erklären müssen. (Paul Churchland 1995, 181)

Die These dieses Kapitels ist, dass es unmöglich ist, die Psychoanalyse als eine „Wissenschaft“ oder genauer genommen als eine politische Bewegung zu verstehen, ohne die Rolle des Judaismus zu berücksichtigen. Sigmund Freud ist ein erstklassiges Beispiel für einen jüdischen Sozialwissenschaftler, dessen Schriften von seiner jüdischen Identität beeinflusst wurden, und für dessen negative Beifügungen in Bezug auf die nichtjüdische Kultur als Quelle des Antisemitismus.

Die Diskussion über die jüdische Beteiligung an der psychoanalytischen Bewegung war bis vor kurzem „im stillschweigenden Einverständnis jenseits der Grenzen des Erlaubten“ (Yerushalmi 1991, 98). Nichtsdestotrotz war die jüdische Beteiligung an der Psychoanalyse – der „jüdischen Wissenschaft“ – für jene innerhalb und außerhalb der Bewegung von Beginn an sichtbar:

Die Geschichte machte die Psychoanalyse zu einer „jüdischen Wissenschaft“.  Sie wurde fortlaufend als solche angegriffen. Sie wurde in Deutschland, Italien und Österreich vernichtet und als solche in alle vier Winde verstreut. Sie wird selbst jetzt noch weiterhin als solche von Freunden wie auch Feinden gleichermaßen wahrgenommen. Natürlich gibt es von nun an ausgezeichnete Analytiker, welche keine Juden sind… Aber die Vorhut der Bewegung blieb in  den vergangenen fünfzig Jahren vorwiegend jüdisch, wie sie es schon von  Beginn an war. (Yerushalmi 1991, 98)

Zusätzlich zur Verfassung des Kerns der Führung und der intellektuellen Vorhut der Bewegung stellten Juden auch die Mehrheit der Mitglieder der Bewegung. Im Jahre 1906 waren alle siebzehn Mitglieder der Bewegung jüdisch, und sie identifizierten sich sehr stark mit ihrem Judentum (Klein 1981). In einer Studie aus dem Jahr 1971 fanden Henry, Sims und Spray heraus, dass in ihrer Erhebung über amerikanische Psychoanalytiker sich 62,1 Prozent mit einer jüdischen kulturellen Affinität identifizierten, während nur 16,7 Prozent eine protestantische Affinität anzeigten und 2,6 Prozent eine katholische Affinität. Weitere 18,6 Prozent gaben keine kulturelle Affinität an, ein Prozentsatz, welcher beträchtlich über den anderen Kategorien der Fachkräfte für geistige Erkrankungen liegt und vermuten lässt, dass der Prozentsatz der Psychoanalytiker mit einem jüdischen Hintergrund sogar noch höher als 62 Prozent liegt (Henry, Sims & Spray 1971, 27).1

Wir haben gesehen, dass ein gemeinsamer Bestandteil der jüdischen intellektuellen Aktivität seit der Aufklärung in der Kritik der nichtjüdischen Kultur besteht. Die Ideen Freuds wurden oft als subversiv bezeichnet. Tatsächlich „war Freud davon überzeugt, dass es völlig in der Natur der psychoanalytischen Doktrin läge, schockierend und subversiv zu erscheinen. An Bord eines Schiffes nach Amerika fühlte er nicht, dass er dem Land ein neues Wundermittel bringe. Mit seinem typischen, trockenen Humor erzählte er den Mitreisenden: ‚Wir bringen ihnen die Pest’“ (Mannoni 1971, 168).

Peter Gay bezeichnet die Arbeit Freuds generell als „subversiv“ (1987, 140), seine Sexualideologie im Besonderen als „für ihre Zeit zutiefst subversiv“ (1987, 148), und er beschreibt sein Totem und Tabu als „subversive Mutmaßungen“ in Bezug auf die Analyse der Kultur enthaltend (1987, 327). „Während die Implikationen von Darwins Ansichten bedrohlich und beunruhigend waren, so waren sie doch nicht wirklich so ätzend, nicht wirklich so respektlos wie Freuds Ansichten über die kindliche Sexualität, die Allgegenwart der Perversionen und die dynamische Macht der unbewussten Triebe“ (Gay 1987, 144).

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Häusliche Ökonomie, Teil 2

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 2 erschien am 31. Mai 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Häusliche Ökonomie, Teil 1

Teil 2 von 5

3. Die moderne Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe

Nachdem im ersten Abschnitt kurz die beiden Hauptarten untersucht wurden, auf die der Feminismus die frühere Position der Wertschätzung untergraben hat, die die Frauen in unserer Zivilisation genossen, lassen Sie uns mit der Betrachtung dessen fortfahren, wie diese Position früher gewahrt wurde.

Die Grundlage des Systems, fundamentaler als das Ideal der Ritterlichkeit, war die Institution der Ehe. Die strengstmögliche Erfüllung der Bedingungen der Ehe durch Frauen ist offensichtlich notwendig, bevor Männer glauben gemacht werden können, daß Frauen ätherisch reine, von Natur aus monogame Wesen sind, die sich selbstlos dem Wohl ihrer Familien in einer Weise widmen, die irdische, lusterfüllte Männer nicht begreifen können.

Die traditionelle Sexualmoral kann recht einfach zusammengefaßt werden: Männer und (besonders) Frauen haben eine gewisse Wahlfreiheit bei der Entscheidung, ob oder wen sie heiraten, aber sie haben nicht die Freiheit, für sich selbst zu entscheiden, was eine Ehe ist. In anderen Worten, wir unterwerfen uns der Ehe, die eine zeitlose Institution ist; wir passen sie nicht unseren Vorlieben an.

Was ist also eine Ehe? Ich definiere sie als eine lebenslange sexuelle und wirtschaftliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau. [1] In der Ehe pflegen ein Mann und eine Frau eine ausschließliche sexuelle Beziehung, die (in den meisten Fällen) Kinder von anerkannter Vaterschaft hervorbringt, und sie teilen ihre produktiven Fähigkeiten im Hinblick auf das Aufziehen ihrer Kinder; und diese beiden Dinge tun sie für die Dauer ihres natürlichen Lebens zusammen.

Im Gegensatz zu den oberflächlichen Ansichten vieler Menschen, insbesondere Frauen, ist eine Hochzeit nicht das definierende Attribut der Ehe: sie ist bloß eine Zeremonie, die normalerweise den Eintritt eines Paares in die Ehe kennzeichnet. Der einzige wesentliche Zweck einer Hochzeit ist die Bestätigung der Vaterschaft, die öffentliche Erklärung, wer der vermutliche Vater der zukünftigen Kinder der Frau ist.

Beim Eintritt in die Ehe ist Sex die starke Hand der Frau. Im frühen Erwachsenenalter, wenn Menschen sich normalerweise fortpflanzen, ist der männliche Geschlechtstrieb unvergleichlich stärker als der weibliche, und das Schamgefühl oder die Züchtigkeit der Frau am Höhepunkt. Deshalb sind beim Paarungstanz hauptsächlich die Frauen diejenigen, die die Wahl treffen. Aber der Mann ist von Natur aus die wirtschaftlich stärkere Partei. So wie die Natur die Frauen zu den Gebärerinnen und Pflegerinnen der Kinder gemacht hat, machte sie die Männer zu den hauptsächlichen Versorgern von Familien.

Allgemeiner Wohlstand, weiblicher Karrierismus und Einstellungsbevorzugung für Frauen erodieren alle die natürliche Stärke des Mannes. Weiters läuft die moderne Überbetonung des Sex und die entsprechende Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe auf einen Fokus auf die natürliche Stärke der Frau hinaus statt auf jene des Mannes: die sexuelle Revolution hat die Position des Mannes nicht gestärkt, wie sie allgemein angepriesen wird, sondern sie untergraben.

Lassen Sie mich ein Beispiel für die typische moderne Nichtbetrachtung der Ehe vom wirtschaftlichen Standpunkt aus geben. Westliche Journalisten wie die heutigen Propagandisten gegen den „Islamofaschismus“ behaupten häufig, daß die Polygamie moralisch verwerflich sei, weil sie „Frauen erniedrigt“. Typischerweise bieten sie keine Erklärung dafür und betrachten das Ganze als selbstverständlich. Aber es ist nur der relative Wohlstand unserer Gesellschaft, der das so erscheinen läßt. Tatsächliche polygame Gesellschaften tendieren dazu, von allgemeiner Armut gekennzeichnet zu sein, wobei der Großteil des Reichtums in wenigen männlichen Händen konzentriert ist. Eine Frau in einer solchen Gesellschaft steht normalerweise nicht vor der Alternative zweier ansonsten vergleichbarer Freier, von denen einer ihr treu sein und der andere einen Harem haben wird. Ihre Wahl wird wahrscheinlich die sein, ihr Schicksal entweder an jenes eines mittellosen Mannes binden zu lassen oder leidlich von einem reichen oder mächtigen Mann erhalten zu werden, dessen Aufmerksamkeiten sie teilen wird müssen.

Es ist keineswegs selbstverständlich, daß westliche Frauen die Möglichkeit der formalen Polygamie ablehnen würden, wenn sie von den Umständen zu solch einer Wahl gezwungen würden; unsere gegenwärtige informelle Polygamie ist in Wirklichkeit weit mehr ein Produkt ihrer Entscheidungen als jener der Männer. In Wirklichkeit ist die Funktion der Monogamie wirtschaftlich gesehen gar nicht die Verbesserung der Bedingungen für Frauen, sondern vielmehr die Sicherstellung, daß relativ arme Männer Kinder zeugen können.

Die Tendenz zur Mißachtung der Ökonomie der Fortpflanzung hat viele Kommentatoren dazu ermutigt, das zu übernehmen, was man ein Modell der sexuellen Erpressung bei der Ehe nennen könnte, d h. deren Darstellung als die Erschleichung einer widerwilligen „Bindung“ des Mannes mittels der Drohung mit sexueller Frustration: als Triumph der Frau über den Mann statt als Heiligung ihrer Vereinigung.

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Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 2

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Feminine Sexual Counter-Revolution & its Limitations, Part 2 erschien am 28. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:
Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 1

Teil 2 von 2

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Betrachten wir Wendy Shalits aus Anekdoten und Frauenmagazinen gepflückte Darstellung der sexuellen Situation, vor der Frauen heute stehen. Die bescheidene Firmendrohne, die Belästigungsanklagen und den Verlust des Lebensunterhalts zu fürchten hat, wenn sie dem Mädchen in der benachbarten Arbeitsbox zuzwinkert, wird bei der Lektüre dieses Materials das Gefühl haben, durch Alices Spiegel getreten zu sein. Hier ist ein Bereich, in dem Männer Frauen darauf reduziert haben, darum zu kämpfen, welche ihnen den meisten und besten Sex bieten kann, und fieberhaft das Kamasutra nach irgendeiner neuen Stellung oder Technik zu durchsuchen, der es gelingen wird, ihren übersättigten Appetit zu befriedigen.

Die Männer, die diese Welt bewohnen, sorgen sich nicht darum, daß Frauen treu bleiben, sondern daß sie nicht „anhänglich“ werden. Cosmo unterstützt sie und rät Frauen, sofort nach dem Sex zur Tür hinauszuhuschen aus Angst, sich in die Großen Wichtigen Dinge hineinzudrängen, die ihr Mann an diesem Tag zu tun hat und in die sie nicht einbezogen sind – und dazu könnte leicht eine Verabredung mit einer weiteren Freundin gehören. „Es ist traurig zu sehen, daß es dazu gekommen ist“, sagt eine Frau: „daß die Kerle die Latte höher legen und die Mädchen sich darum balgen, dem zu entsprechen. Frauen wollen einfach wissen, was sie tun müssen, um diese Kerle dazu zu bringen, sich in sie zu verlieben“ (GGM, S. 176). Eine junge Frau erklärt: „Wenn ich nicht tue, was immer [mein Freund] will und er aus welchem Grund auch immer mit mir Schluß machen würde, hätte er in zwei Tagen jemand anders. So funktioniert es einfach“ (GGM, S. 177). „Die Männer, die die Betten dieser Frauen teilen“, sagt Shalit, „werden wie Könige oder Prinzen behandelt, deren Autorität von Gott selbst kommt, wohingegen die eigenen Gefühle der Frauen und sogar die Sorge um ihre Gesundheit extrem eingeschränkt sind“ (GGM, S. 81). Shalit rät einer solchen Frau, sie solle „zum nächsten Ausgang rennen, nicht gehen, und auf dem Weg nach draußen versuchen, nicht über all die nackten Frauen zu stolpern“ (GGM, S. 79.

All diese Geschichten lassen es sicherlich so erscheinen, als wäre die Position des Mannes in dieser schönen neuen Welt der sexuellen Revolution stärker als unter der Monogamie, während jene der Frau schwächer ist. Tatsächlich könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Lassen Sie mich eine einfache Frage stellen, die Shalit nie berücksichtigt: Es war immer so, daß es ungefähr ein Mädchen für jeden Jungen gab; wenn Männer jetzt Harems haben, wo kommen dann die zusätzlichen Frauen her?

Die Antwort ist gleichermaßen einfach und offensichtlich. Die meisten Männer haben natürlich keine Harems, und es gibt nicht mehr Frauen als früher. Manche Männer haben Harems, weil von der Monogamie „befreite“ Frauen sich nur mit ungewöhnlich attraktiven Männern paaren. Diese Situation demonstriert nicht die Schwäche der Position der Frau, sondern deren Stärke. Wenn der männliche Geschlechtsinstinkt der hauptsächliche Bestimmungsfaktor bei der Paarung wäre, dann wäre das allgemeine Muster, daß die attraktivsten Frauen gruppenvergewaltigt werden.

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Um zu verstehen, was wirklich vorgeht, wird es notwendig sein, ein grelles Licht auf eine Sache zu werfen, bei denen die Frauen es instinktiv vorziehen, sie unter Verschluß zu halten: der weibliche Geschlechtstrieb. Shalit nimmt fast nie Bezug darauf, und das ist sogar in gewisser Weise angemessen, nachdem solche Zurückhaltung ein Teil der weiblichen Sittsamkeit ist, die sie wiederherzustellen versucht. Aber das bedeutet, daß ein Schleier über einige wichtige Umstände gezogen wird, denen man sich ehrlich stellen muß, wenn die Ehe und die natürliche Familie als soziale Normen wiederhergestellt werden sollen.

Wenn ein junges Mädchen sich der Jungs erotisch bewußt wird, wird sie von der Natur mit Scheuklappen ausgestattet, die die Mehrheit davon – einschließlich vieler, die gute Ehemänner abgeben können – aus ihrem Gesichtsfeld ausschließt. Was einen Mann in ihr schmales Sichtfeld bringt, ist das, was „sexuelle Attraktivität“ genannt wird. Was ist das?

Es ist nicht möglich, das herauszufinden, indem man die Frauen selbst fragt. Sie werden darauf beharren, bis sie blau im Gesicht sind, daß sie nur einen sensiblen, respektvollen Kerl wollen, der sie richtig behandelt. „Intelligenz, Freundlichkeit, Persönlichkeit [und] ein gewisser Sinn für Humor“ machen Wendy Shalits Liste der angeblich gesuchten männlichen Qualitäten aus (RM, S. 116). In einer Passage über den Niedergang der männlichen Höflichkeit gibt sie todernst die folgende lächerliche Behauptung von sich: „Wenn… ein Mann es wagt, einer Frau die Tür zu öffnen, wird er sofort geschnappt“ (RM, S. 156).

Wenn Frauen behaupten, nach Freundlichkeit, Respekt, einem Sinn für Humor etc. zu suchen, meinen sie höchstens, daß sie diese Eigenschaften gern bei den Männern finden würden, die sich bereits in ihrem erotischen Gesichtsfeld befinden. Wenn ein Mann fragt, wonach Frauen suchen, versucht er herauszufinden, wie er in dieses Gesichtsfeld gelangen kann. Frauen sagen das normalerweise nicht, entweder weil sie es selbst nicht wissen oder weil es ihnen peinlich ist, darüber zu sprechen. Der Rat, den sie tatsächlich geben, schadet einer Menge einsamer Männer, die ihre Paarungsbemühungen irrtümlich darauf konzentrieren, Freundlichkeit und Höflichkeit gegenüber undankbaren Gören zu zeigen, anstatt daran zu arbeiten, die Dinge zu erlangen, auf die Frauen wirklich ansprechen.

Zum Glück müssen wir uns nicht auf weibliche Aussagen verlassen. Bei Frauen ist es wie bei Politikern: wenn man sie verstehen will, muß man ignorieren, was sie sagen, und beobachten, was sie tun. Reichliche Beweise, die über einen weiten Bereich der Geschichte und der Kulturen gesammelt wurden, lassen keinen Platz für Zweifel: Frauen werden von Männern angezogen, die eine Kombination aus physischer Erscheinung, sozialem Status und Ressourcen besitzen.

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Vorwort und Einführung zu „Die sexuelle Utopie an der Macht“

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Originaltexte „Preface“ und „Introduction: The Facts of Life“ sind in Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ erschienen, das von Counter-Currents Publishing herausgegeben wurde und dort erhältlich ist. Auf Counter-Currents sind diese Einleitungskapitel jedoch nicht online veröffentlicht worden.

Sexual Utopia Cover Medium

VORWORT

Dies ist ein Buch über den Niedergang der Tugend bei Frauen. Zeitgenössischer ausgedrückt befaßt es sich mit dem Feminismus und der sexuellen Revolution: zwei miteinander verwandten politischen Bewegungen, die sowohl Ausdruck als auch Ursache dieses Niedergangs sind.

Viele Menschen haben bereits kritisch über diese gesellschaftlichen Phänomene geschrieben, aber ich habe das meiste dieser Literatur unbefriedigend gefunden. Sex gehört zu den Themen, über die am schwierigsten zu schreiben ist; der Autor ist seinem Gegenstand zu nahe; limbische Impulse (besonders der männliche Beschützerinstinkt) treten an die Stelle sorgfältiger Beobachtung und beeinträchtigen die kalte Analyse.

Außerdem ist Sex hauptsächlich der Bereich, in dem der normative Diskurs – Du sollst nicht und gelegentlich Du sollst – die Beschreibung und Erläuterung und das rationale Verständnis übertönt. Dies ist verständlich: Sex ist wesentlich für die fortgesetzte Existenz der Rasse, und doch ist er auch potentiell zerstörerisch. Das praktische Denken diktiert, daß man junge Leute auf dem schmalen Pfad hält, der sowohl für sie als auch für die Gesellschaft am besten ist, daher war der ältere Diskurs über Sex so ziemlich auf das Einimpfen des Heiratens beschränkt, unterstützt durch religiöse Sanktionen (nachdem religiöse Ehrfurcht die einzige Kraft ist, die stark genug ist, um etwas so Urtümlichem wie dem Geschlechtsinstinkt entgegenzuwirken).

Aber eine ehemals wirksame Methode zur Regulierung des Sexualverhaltens ist eine Sache, ein rationales Verständnis vom Sex ist etwas ganz anderes; und heute ist ein korrektes Verständnis das, was wir am meisten brauchen. Die traditionelle normative Diskussion von Sex und Ehe setzt eine Gesellschaftsordnung voraus, in der die lebenslange Monogamie gesellschaftliche und gesetzliche Unterstützung genießt; die Erziehung der jungen Leute sollte diese bereits existierende Ordnung bestärken. Sobald die moralische und gesetzliche Unterstützung zurückgezogen und die monogame Ordnung zerstört worden ist, können die alten Ratschläge sogar schädlich sein für den jungen Mann oder die junge Frau, von denen sie befolgt werden. Schlicht ausgedrückt, wenn ein junger Mann oder eine junge Frau im zeitgenössischen Westen „auf die Ehe wartet“, wird er oder sie wahrscheinlich entweder ewig warten oder innerhalb weniger Jahre geschieden sein.

Der Fall liegt ähnlich beim altehrwürdigen Rat, Geld für schlechte Zeiten beiseite zu legen. Solange man in einer halbwegs gesunden Wirtschaft lebt, ist der Rat gut; aber im Kontext der Geldinflation, wo der Wert des Geldes schneller erodiert wird, als es gespart werden kann, wird das Sparen kontraproduktiv.

Wie die Inflation stellt die sexuelle „Befreiung“ den Markt moralisch auf den Kopf, indem sie aktiv die Tugendhaften bestraft und die Unmoralischen belohnt. Junge Leute finden dies allmählich selbst durch schmerzliche Erfahrungen heraus, und wenn Traditionalisten ihnen nichts Besseres zu bieten haben als die Wiederholung der Ratschläge ihrer Großeltern, die zu einer verschwundenen Ordnung paßten, dann werden sie auch den letzten Rest an Autorität verlieren, den sie noch haben.

In diesem Buch erläutere ich, was wirklich geschieht, wenn der Sex „befreit“ wird, und warum dies geschieht. Ich betrachte mein Argument gern als – um eine Redewendung von John Crowe Ransom zu entlehnen – eine unorthodoxe Verteidigung der Orthodoxie. Die alte Ordnung war tatsächlich besser als das, was wir heute haben; aber ihre Verteidigungen haben versagt. Die Barbaren stehen nicht mehr vor den Toren – sie sind wir selbst. Die „traditionelle Ehe“ in der zeitgenössischen Welt weiter zu verteidigen heißt, das Scheunentor zu schließen, nachdem das Pferd davongerannt ist. In einem Wort, wir müssen aufhören, wie „Konservative“ zu denken und herausfinden, wie wir wieder eine erträgliche Ordnung auf den Tatsachen der primitiven menschlichen Natur allein aufbauen.

Der Hauptfokus des Folgenden, zusammen mit all dem, das den Leser höchstwahrscheinlich überraschen und möglicherweise provozieren wird, ist meine Darstellung der weiblichen Sexualität. Fürs Protokoll: ich hege keine Sympathien für mein eigenes Geschlecht, aber unsere Fehler sind bereits ausreichend bekannt und werden weithin sowohl von Feministinnen wie auch von Traditionalisten verurteilt (oft in unheimlich ähnlicher Weise). Frauen sind nicht derselben Art von Kritik ausgesetzt, weil sie 1) komplizierter und schwerer zu verstehen sind als Männer und 2) Meisterinnen der Verstellung sind, selbst wenn sie das nicht bewußt zu sein versuchen; und 3) weil Männer einen Instinkt haben, sie zu schützen – sogar vor Kritik. Falls dieses Buch manchmal einseitig klingt, dann deshalb, weil es dieses Ungleichgewicht zu korrigieren sucht. Ich bin kein Frauenfeind, sondern ein Misanthrop mit einem besonderen Fokus auf Frauen.

Sowohl Jungen als auch Mädchen kommen als Wilde zur Welt, und der Fortbestand des zivilisierten Lebens hängt davon ab, daß man sie ihre Instinkte zu kontrollieren lehrt, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Keines der beiden Geschlechter sollte dafür kritisiert werden, daß es natürliche Instinkte hat, die Kontrolle brauchen, aber beide sollten kritisiert werden, wenn sie sie nicht kontrollieren. Was ich über die sexuellen Instinkte der Frauen sage, soll für alle Frauen gelten, oder zumindest für alle normalen Frauen; aber meine Kritik am zeitgenössischen weiblichen Verhalten bezieht sich nur auf Frauen, die emblematisch für den gegenwärtigen Zeitgeist sind, diejenigen, die sich von den normalen Pflichten „befreit“ haben, die ihrem Geschlecht in jeder gesunden Gesellschaft obliegen. Der Einwand „nicht alle Frauen sind so“ ist natürlich immer berechtigt, ist aber ein wenig so, als würde man den Schwarzen Tod mit der Begründung verteidigen, daß er doch nicht jeden getötet hat.

Tatsächlich habe ich, wenn ich lese, wie Theodore Roosevelt oder viktorianische Sentimentalisten von der heroischen Selbstaufopferung von Ehefrauen und Müttern schwärmen, nicht das Gefühl, daß es zwangsläufig irgendeinen wesentlichen Unterschied zwischen meiner und ihrer Sicht auf Frauen gibt – vielmehr würde ich unsere Unterschiede durch die unterschiedlichen historischen Datensätze erklären, mit denen wir arbeiten. Die menschliche Natur und die weibliche Natur mögen konstant sein, aber sie können sich unter verschiedenen Umständen auf radikal verschiedene Weise ausdrücken. Wir haben eine Anzahl von Anreizen, die das Verhalten der Frauen über jenes des durchschnittlichen Mannes erhoben, zugunsten eines Satzes von Anreizen ersetzt, der es Frauen ermöglicht hat, sich in Tiefen zu stürzen, die man sich zuvor nicht vorgestellt hatte.

Kurz, der moderne Westen muß sich seinem systematischen Versagen bei der ordentlichen Sozialisierung seiner jungen Leute stellen, insbesondere seiner Mädchen. Dies wird erfordern, daß viele Menschen ihre geschätzten Illusionen aufgeben. Hier sind ein paar der Dinge, die ich in den folgenden Essays zu erläutern versuche:

1. Es ist heute für Männer im Allgemeinen nicht mehr Sex verfügbar als vor der sexuellen Revolution; d. h., Männer im Allgemeinen haben von der sexuellen Revolution nicht auf Kosten der Frauen gewonnen.
2. Sex ist heute, ob auf dem Campus von Colleges oder in der breiteren Gesellschaft, keine „gesetzesfreie Zone“.
3. Männer machen nicht „Jagd auf Frauen“.
4. Frauen sind nicht von Natur aus monogam.
5. Frauen suchen nicht von Natur aus nach „würdigen“ Männern zum Heiraten, d. h., die weibliche Sexualität hat keine moralische Komponente.
6. Unsere gegenwärtigen Probleme wären nicht gelöst, wenn nur die Männer „ihren Mann stehen“ und ihre traditionellen Verantwortlichkeiten akzeptieren würden.

Ich begann mit der Entwicklung der in den folgenden Essays vorgestellten Ansichten um das Jahr 2000, anfänglich beruhend auf den überraschenden Dingen, die ich in obskuren Winkeln des Internets zu finden begann – in dem, was später als die „Manosphäre“ bekannt wurde, die damals in ihren Kinderschuhen steckte. Lange Zeit widmete ich den Großteil meiner wachen Stunden dem Durchdenken dessen, was ich lernte, und verfolgte es zurück zu Grundprinzipien und vorwärts zu seinen Auswirkungen in verschiedenen Bereichen. Es war intellektuell aufregend, eine ganz neue Art des Denkens über die Beziehungen zwischen den Geschlechtern zu entdecken; gleichzeitig war vieles davon herzzerbrechend für einen alten Romantiker, wie ich einmal einer war.

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 4

Einander haltende Hände von einer Figur von Echnaton und Nofretete, Ägyptisches Museum Berlin

Einander haltende Hände von einer Figur von Echnaton und Nofretete, Ägyptisches Museum Berlin

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 4 erschien am 15. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3

Teil 4 von 4

Die vergessenen Männer

Der Versuch, ein sexuelles Utopia für Frauen zu verwirklichen, war zum Scheitern verurteilt, bevor er begann. Die Wünsche der Frauen zielen auf das Unmögliche, stehen miteinander in Konflikt und ändern sich in unvorhersehbarer Weise. Daher muß jedes Programm scheitern, das Männer (oder „die Gesellschaft“) zur Erfüllung der Wünsche der Frauen zwingen soll, selbst wenn alle Männer bereit wären, sich ihm zu unterwerfen. Man staple einen Anspruch für Frauen auf den anderen, häufe eine Strafe nach der anderen auf Männer: Es kann nicht funktionieren, weil die Wünsche der Frauen der Gesetzgebung immer vorauseilen und zu neuen Forderungen führen werden.

Aber während die Revolution ihre Ziele nicht erreicht hat, hat sie sicherlich etwas erreicht. Sie hat die Monogamie und Familienstabilität zerstört. Sie hat in einem polygamen Paarungsmuster resultiert, in dem unanständige Frauen aggressiv hinter einer kleinen Zahl von Männern herjagen. Sie hat die Zahl der geborenen Kinder verringert und sichergestellt, daß viele derjenigen, die geboren werden, ohne einen Vater in ihrem Leben aufwachsen. Und was am seltensten erwähnt wird, sie hat es vielen anständigen Männern unmöglich gemacht, Ehefrauen zu finden.

Man hört gelegentlich von Studien, die zu zeigen vorgeben, daß Männer mit ihrem „Sexleben“ zufriedener sind als Frauen. Es ist mir immer lächerlich erschienen, daß irgend jemand solche Umfrageergebnisse für bare Münze nehmen sollte. Erstens beklagen Frauen sich über alles mehr als Männer. Aber zweitens erleben viele Männer (insbesondere junge Männer) eine starke Verlegenheit, wenn sie bei Frauen erfolglos sind. Sie tauschen selten Erfahrungen mit anderen Männern aus, und noch weniger tun das ehrlich. Jeder errichtet eine tapfere Fassade, wie einsam er auch in Wirklichkeit sein mag. Daher stellen Männer sich fast immer vor, daß andere Männer größeren Erfolg bei Frauen haben, als es tatsächlich der Fall ist. Diese Situation hat sich seit den 1960ern mit der Verbreitung der Illusion, daß für Männer „mehr Sex“ als früher verfügbar sei, verschlimmert.

Aber wenn Frauen sich nur mit ein paar außergewöhnlich attraktiven Männern paaren, und wenn viele Frauen sich überhaupt nicht paaren, muß es eine große Zahl von Männern geben, die keine Frau bekommen können. Wir könnten sie im Geiste von William Gilmore Simms die vergessenen Männer der sexuellen Revolution nennen. Ich habe Grund zu glauben, daß eine wachsende Zahl dazu bereit ist, sich zu outen (um einen gegenwärtig populären Ausdruck zu verwenden) und zuzugeben, daß, wer immer all das „Abschleppen“ besorgt hat, über das man liest, nicht sie es gewesen sind. Einfache Vernunft diktiert, daß wir der Situation dieser Männer einige Beachtung schenken. In Gesellschaften, wo Polygamie offen praktiziert wird (z. B. in Afrika und in der moslemischen Welt), neigen junge Junggesellen zur Bildung von Banden, die antisoziales Verhalten an den Tag legen: „Es ist nicht gut für einen Mann, allein zu sein.“

In unserer Gesellschaft ist bereits ein klares Muster entstanden, wo „Single“-Gruppen oder –veranstaltungen aus unschuldigen, nie verheiratet gewesenen Männern in ihren Dreißigern und zynischen, bitteren, oft geschiedenen Frauen bestehen. Was haben die Junggesellen in all diesen Jahren mit sich angefangen? Bisher haben sie im Westen keine kriminellen Banden gebildet. Sie wären wahrscheinlich attraktiver für Frauen, wenn sie es täten: Jeder scheint die Geschichten über Männer in der Todeszelle gehört zu haben, die von Heiratsangeboten gelangweilter, einen Nervenkitzel suchender Frauen belagert werden.

Ich behaupte, daß die Junggesellen von heute kaum anders sind als Männer, die vor der sexuellen Revolution jung heirateten und Familien aufzogen.

Der natürliche Instinkt macht junge Männer fast buchstäblich „verrückt“ nach Mädchen. Sie glauben, junge Frauen seien etwas Wundervolles, wo in Wirklichkeit die meisten das nicht sind. Der männliche Geschlechtstrieb, über den moderne Frauen sich so viel beschweren, existiert großteils zum Vorteil der Frauen. Wie Schopenhauer schrieb:

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3

Peter Paul Rubens, „Die Entführung der Töchter des Leukippos“, 1618

Peter Paul Rubens, „Die Entführung der Töchter des Leukippos“, 1618

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 3 erschien am 14. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2

Teil 3 von 4

Die Rückkehr des Primitiven

Die öffentliche Diskussion der sexuellen Revolution hat dazu tendiert, sich auf „date rape“ und „Abschleppen“ konzentriert, das heißt, auf das, was stattfindet, anstatt auf die Bildung stabiler Familien, die nicht stattfindet. Gelegentlich werden Umfrageergebnisse verkündet, die anscheinend auf Zufriedenheit der Männer mit ihrem „Sexleben“ hindeuten, und auf Unzufriedenheit der Frauen mit ihrem. Dies erzeugt einen Eindruck, daß es heute wirklich „mehr Sex“ für Männer gibt als zu der Zeit, bevor ein paar fehlgeleitete Mädchen sich vor vierzig Jahren danebenbenahmen. Die Leute reden, als ob die männliche sexuelle Utopie eines Harems für jeden Mann tatsächlich verwirklicht worden wäre.

Es ist ein Kinderspiel zu zeigen, daß dies nicht nur unwahr ist, sondern daß es nicht wahr sein kann. Es gibt ungefähr dieselbe Zahl männlicher wie weiblicher Kinder (nicht ganz: es gibt etwa 5 Prozent mehr männliche Lebendgeburten als weibliche – es kommt nicht ein Mädchen auf jeden Jungen). Was geschieht, wenn das weibliche sexuelle Verlangen befreit wird, ist nicht eine Zunahme der Gesamtmenge des für Männer verfügbaren Sex, sondern eine Umverteilung des existierenden Angebotes. Die Gesellschaft wird polygam. Eine Situation entsteht, in der die meisten Männer sich sehnlich Ehefrauen wünschen, aber die meisten Frauen sich genauso sehnlich an sehr wenige außergewöhnlich attraktive Männer ranschmeißen. Diese Männer, denen es immer leicht gefallen ist, eine Partnerin zu bekommen, kriegen fürderhin mehrere Partnerinnen.

Ein charakteristisches Merkmal dekadenter Gesellschaften ist das Wiederaufkommen primitiver, vorzivilisatorischer Kulturformen. Dies ist es, was mit uns geschieht. Sexuelle Befreiung bedeutet in Wirklichkeit, daß das Darwin’sche Paarungsmuster des Pavianrudels wieder unter Menschen erscheint.

Sobald die Monogamie abgeschafft ist, ist den weiblichen Auswahlmöglichkeiten keine Einschränkung auferlegt. Daher wählen alle Frauen dieselben wenigen Männer. Wenn Casanova 132 Liebhaberinnen hatte, dann deshalb, weil 132 verschiedene Frauen sich für ihn entschieden. Solche Männer erwerben Harems, nicht weil sie Räuber sind, sondern weil sie zufällig attraktiv sind. Das Problem ist nicht so sehr die männliche Unmoral als einfache Arithmetik; es ist offenkundig unmöglich, daß jede Frau den attraktivsten Mann ausschließlich besitzt. Wenn Frauen sich einfach so paaren wollen, wie ihre natürlichen Triebe sie drängen, müssen sie, rational gesprochen, dazu bereit sein, ihren Partner mit anderen zu teilen.

Aber natürlich ist die Einstellung der Frauen zu dieser Situation nicht besonders rational. Sie erwarten, daß ihr Alpha-Mann „sich bindet“. Man hat den Verdacht, daß die Klagen der Frauen darüber, daß Männer sich nicht binden, bloß bedeuten, daß sie keinen hochattraktiven Mann dazu bringen können, sich an sie zu binden; ziemlich so, wie wenn ein gewöhnlicher Mann Helena von Troja einen Heiratsantrag machen und sich über ihre Weigerung mit den Worten beklagen würde: „Frauen wollen nicht heiraten.“

Außerdem werden viele Frauen von promiskuitiven Männern wegen, nicht trotz ihrer Promiskuität sexuell angezogen. Dies kann man mit einem Verweis auf das Primatenrudel erklären. Das „Alpha-Männchen“ kann dadurch identifiziert werden, daß es sich mit vielen Weibchen paart. Dies ist es wahrscheinlich, wo das Argument wegen des Doppelstandards bezüglich Schlampen-und-Hengste (sluts-and-studs) herkam – nicht von irgendeiner gesellschaftlichen Billigung männlicher Promiskuitivität, sondern von der weiblichen Faszination davon. Männliche „Unmoral“ (in traditioneller Sprache) ist für Frauen attraktiv. Sobald daher polygame Paarung beginnt, tendiert sie dazu, sich selbst zu verstärken.

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