„How Whites took over America“

Als Hilfe für diejenigen, die dieses Video mangels Lautsprechern oder Kopfhöreranschluß nur als Stummfilm ansehen können (siehe den zweiten Kommentar von Edith Schlösser) sowie zum Nach- oder Vorauslesen für diejenigen, deren Englischkenntnisse nicht so gut sind, daß sie dem gesprochenen Text problemlos folgen können, habe ich hier nachträglich eine Transkription des Videos eingefügt:

 

An Bord des Schiffes:

Captain Horus: „This will be perfect for us, Lord Nelson. Imagine what’s waiting for us in this new world.“

Lord Nelson: „Yes, Captain Horus. This will be fantastic.“

Im Indianerdorf:

Indianer kommt aufgeregt zum Häuptling: „Something amazing has happened. Strange men have come to our shore. They are not like us. Their skin shines like the sun, and some of them have hair made of gold. Their sticks make thunder like the gods, and they have huge beasts that fly upon the sea. They are very powerful. We must be careful.“

Anderer Indianer: „What is it they want?“

Häuptling: „We should meet them and see what they want, and what they are doing here. Gather all our warriors, and prepare.“

Begegnung zwischen Weißen und Indianern:

Häuptling: „Well… eh… hello! What are you doing here?“

Captain Horus: „What are we doing here? We came to settle down and live! Why?“

Häuptling: „Live? Are you going to live here?“

Horus: „Yeah! Why do you ask?“

Häuptling: „Are all of you going to live here?“

Horus: „Yeah! You got a problem with it?“

Häuptling: „Well, this is our land! You can’t take our land!“

Horus: „Excuse me! Your land?“

Häuptling: „Yes, our people’s land. It belongs to us. We Indians have lived here for thousands of years.“

Horus:Indians! What’s that?“

Häuptling: „We are Indians.“

Horus: „There is no such thing as an Indian. We are all humans! Oh geez, I didn’t know that such ignorant bigots like you are still around. You really need to be educated.“

Häuptling: „This land belongs to our people.“

Horus: „Our land is your land and your land is my land! We live in a globalized world now, don’t you know? I can’t believe you don’t know that. It’s 1612, for heavens‘ sake. Are you still living in the 1530s or something?“

Häuptling: „We Indians came here before you. You can’t take the land from us!“

Horus: „Are you racist? There are no lands for certain people. Earth is for everybody. We are all humans! ‚Indian‘ is just a social construct.“

Häuptling: „Yes, we might all be humans, but it is still our land. You white men can’t steal it from us. You have no right to do it!“

Horus: „You are imagining things in your racist little mind. We are not taking anything from you! What’s wrong if some of us live here in America? Don’t you know we all have a common African ancestor?“

Häuptling: „It doesn’t matter! You white men are not like us. We are Indians! And this is still our homeland.“

Horus: „You racist Indians are thinking too much in terms of ‚us‘ and ’them‘. You should just accept diversity, and if you do, diversity will be our greatest strength!“

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Keine Elektrizität dem Kalkulator! (Aus Ijon Tichys Elfter Reise)

Von Deep Roots (auf Basis von Stanislaw Lems „Sterntagebücher – Elfte Reise“), ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“.

Kennt jemand die „Sterntagebücher” von Stanislaw Lem? Darin wird sein kosmischer Münchhausen Ijon Tichy auf seiner „Elften Reise” von seiner Regierung in Roboterverkleidung auf einen von rebellierenden Robotern bewohnten Planeten geschickt, um zu spionieren.

Diese Roboter, die von einem Elektronengehirn namens „Seine Elektrizität der Kalkulator” regiert werden, wollen die Menschheit (die sie abfällig als „die Klumpe” bezeichnen; einzelne Menschen sind „Leimer“) unterwerfen. Sie selber nennen sich „die Großartigen”.

In der Roboterstadt, in der Tichy sich ein Quartier nimmt, lernt er auch einen vielbeschäftigten Elektromeister kennen, der die städtische Klinik leitete:

Da er ab und an von seinen Patienten erzählte, erfuhr ich, daß die Roboter zuweilen auch wahnsinnig würden; die schlimmste Geistestrübung sei die Überzeugung, sie seien Menschen. Und obwohl er das nicht ausdrücklich sagte, konnte ich doch seinen Worten entnehmen, daß in letzter Zeit die Anzahl solcher Fälle erheblich zugenommen hatte.

Tichy fliegt bald auf und wird nach mehreren Verhören zum Eisernen Palast gefahren, dem Sitz des Kalkulators:

„Elender Leimer!“ donnerte eine Stimme, die durch Rohre aus eisernem Untergrund zu dringen schien. „Deine letzte Stunde hat geschlagen. Sag, was du vorziehst: Häckselschneide, Knochenbrecher oder Bohrhydraulik?“

Ich schwieg. Der Kalkulator erdröhnte, rauschte und ließ sich vernehmen: „Hör mich an, du leimige Kreatur, hergekommen aus der Ränkeschmiede der Klumpe! Vernimm meine mächtige Stimme, Schleimkleber, säuriger Nasenrotz! In der Großartigkeit meiner lichten Ströme gewähre ich dir meine Gnade: Wenn du auf die Seite meiner treuen Scharen übertrittst, wenn du mit ganzer Seele ein Großartiger sein möchtest, werde ich dir vielleicht dein Leben schenken.“

Ich sagte, daß das schon lange mein Traum gewesen sei. Der Kalkulator stieß ein höhnisch-wieherndes, pulsierendes Lachen aus und versetzte: „Deine Lügen werde ich zu den Märchen legen. Hör zu, du Fallsüchtiger: Du kannst dein klebriges Leben nur als großartiger Geheimhellebardier bewahren. Deine Aufgabe wird sein, alle Leimer, Spionierer, Agenten, Verräter und jegliches andere Gewürm, das die Klumpe herschickt, zu entlarven, zu enthüllen, du wirst ihnen die Visiere herunterreißen, sie mit weißglühenden Eisen ausbrennen. Nur durch diese Art untertänigen Dienstes kannst du dich retten.“

Als ich alles feierlich versprochen hatte, führte man mich in einen anderen Raum, wo ich ins Register eingetragen wurde und den Befehl erhielt, täglich in der Haupthellebardierei Meldung zu erstatten. Dann durfte ich, benommen und auf schwanken Beinen, den Palast verlassen.

Als Tichy feststellt, daß man ihm auch seine Rakete zerstört hat, wird ihm klar, daß Flucht unmöglich ist und ihm nichts übrigbleibt als Kollaboration. Im weiteren Verlauf entdeckt er, daß es noch andere Menschen gibt, die in derselben Lage sind (z. B. daran, daß sie sich nachts zu den Beerensträuchern vor der Stadt schleichen, um ihren Hunger zu stillen):

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Achte Reise: Ijon Tichy vor der Organisation der Vereinten Planeten

Von Stanislaw Lem, aus „Sterntagebücher“ (1971); Deutsch von Caesar Rymarowicz. (Das hier verwendete Titelbild wurde von mir – Lucifex alias Deep Roots – für die Veröffentlichung auf „As der Schwerter“ bzw. hier eingefügt und stammt aus der Episode „Sternn“ des Films „Heavy Metal“.)

 

So war es nun doch geschehen. Ich war Delegierter der Erde bei der Organisation der Vereinten Planeten oder genauer, Kandidat, obwohl auch das nicht zutraf, denn die Vollversammlung sollte nicht meine Kandidatur, sondern die der gesamten Erdbevölkerung beraten.

In meinem ganzen Leben hatte ich nicht solch ein Lampenfieber gehabt. Die ausgetrocknete Zunge schlug wie ein Pflock gegen die Zähne, und als ich aus dem Astrobus stieg und über den roten Teppich ging, wußte ich nicht, ob der so weich unter mir nachgab oder ob es meine Knie waren. Es war mit Ansprachen zu rechnen, und ich hätte nicht ein Wort hervorbringen können, die Kehle war mir wie ausgedorrt. Als ich vor Aufregung nun eine große leuchtende Maschine mit verchromtem Ausschank und kleinen Schlitzen für die Münzen erblickte, warf ich so schnell wie möglich eine hinein und hielt den Becher der Thermosflasche, den ich vorsorglich bei mir führte, unter den Hahn. Das war der erste interplanetare diplomatische Fauxpas der Menschheit auf dem Parkett der Milchstraße, denn der scheinbare Automat für Sodawasser erwies sich als der Stellvertreter des tarrakanischen Delegationsleiters in voller Gala. Zum Glück waren es gerade die Tarrakaner, die unsere Kandidatur auf der Vollversammlung befürworten wollten. Ich erfuhr das jedoch erst später, und so nahm ich den Umstand, daß jener hohe Diplomat mir die Schuhe bespie, für ein böses Zeichen, fälschlicherweise, denn das war nur eine aromatische Ausscheidung seiner Begrüßungsdrüsen.

Ich begriff das, nachdem ich eine informativ-translative Tablette geschluckt hatte, die mir von einem wohlgesinnten Angestellten der OVP gereicht wurde. Sogleich verwandelten sich die klirrenden Laute ringsum in verständliche Worte, und das Rechteck aus Aluminiumkegeln am Ende des Plüschteppichs in eine halbe Ehrenkompanie. Der zu meiner Begrüßung erschienene Tarrakaner, der mich bis dahin an einen sehr großen Striezel erinnert hatte, kam mir auf einmal wie ein alter Bekannter mit einem völlig durchschnittlichen Äußeren vor. Nur das Lampenfieber wich nicht. Ein kleiner Wagen rollte heran, der eigens zum Transport solch zweibeiniger Wesen wie ich konstruiert worden war. Der mich begleitende Tarrakaner zwängte sich unter großen Mühen hinein und sagte, während er an meiner Linken und zugleich an meiner Rechten Platz nahm: „Verehrter Erdenbewohner, ich muß Sie davon in Kenntnis setzen, daß eine geringfügige Komplikation im Ablauf eingetreten ist. Sie hängt damit zusammen, daß der eigentliche Vorsitzende unserer Delegation, der als Experte für Erdfragen am meisten dazu berufen wäre, Ihre Kandidatur auf die Tagesordnung zu bringen, leider gestern abend in die Hauptstadt zurückbeordert wurde und ich ihn vertreten soll. Ist Ihnen das Protokoll bekannt…?“

„Nein… Ich hatte noch keine Gelegenheit, es einzusehen“, stammelte ich, während ich vergebens versuchte, es mir bequem zu machen, aber der Sitz war nicht ausreichend für die Bedürfnisse des menschlichen Körpers eingerichtet. Er war einfach eine Grube von fast einem halben Meter Tiefe, so daß ich bei Schlaglöchern mit den Knien gegen die Stirn stieß.

„Nun, da ist nichts zu machen“, sagte der Tarrakaner. Sein faltiges, in kantigen Formen von metallischem Glanz zurechtgebügeltes Gewand, das ich vorher für einen Ausschank gehalten hatte, gab einen leisen Ton von sich, indes er selbst sich räusperte und in seiner Rede fortfuhr: „Eure Geschichte ist mir bekannt. Was für eine herrliche Sache, die Menschheit! Freilich, alles zu wissen gehört zu meinen Pflichten. Unsere Delegation wird zum Punkt dreiundachtzig der Tagesordnung sprechen und vorschlagen, euch als vollberechtigtes, ordentliches Mitglied der Organisation aufzunehmen… Das Beglaubigungsschreiben haben Sie doch nicht etwa verloren?“ warf er so überraschend ein, daß ich erbebte und heftig verneinte. Ich hielt die Pergamentrolle, die vom Schweiß schon etwas durchweicht war, fest mit meiner Rechten umklammert.

„Gut“, hob er von neuem an, „ich werde also, nicht wahr, eine Rede halten und eure großen Errungenschaften darlegen, dank denen ihr berufen seid, einen Platz in der Sternenliga einzunehmen… Das ist, müssen Sie verstehen, eine altmodische Formalität. Ihr rechnet doch nicht etwa mit oppositionellen Auftritten, wie?“

„Nein… ich glaube kaum“, versetzte ich leichthin.

„Natürlich!“ Woher auch! Also eine Formalität, nicht wahr, dennoch benötige ich gewisse Angaben, Fakten, Einzelheiten, verstehen Sie? Verfügt ihr über die Atomenergie?“

„Selbstverständlich!“ versicherte ich eilfertig.

„Wunderbar. Richtig, das habe ich ja hier. Der Vorsitzende hat mir seine Notizen dagelassen, aber seine Schrift, na ja, also, wie lange verfügt ihr schon über diese Energie?“

„Seit dem 6. August 1945!“

„Ausgezeichnet. Was war das? Die erste Atomkraftstation?“

„Nein“, erwiderte ich; ich spürte, wie ich rot wurde. „Es war die erste Atombombe. Sie zerstörte Hiroshima…“

„Hiroshima! Etwa einen Meteor?“

„Keinen Meteor… Eine Stadt.“

„Eine Stadt…“, sagte er mit einer gewissen Unruhe. „Wie soll man das sagen…“ Er sann eine Weile nach. „Besser, gar nichts sagen“, entschied er plötzlich. „Nun gut, aber gewisse positive Seiten muß ich unbedingt anführen. Bitte nennen Sie etwas, rasch, gleich sind wir da.“

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The White Man’s Burden, 2013

Von William Solniger. Das Original The White Man’s Burden, 2013 erschien am 30. Dezember 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right (mit Dank an Rudyard Kiplings Original).

 

Take up the White Man’s burden –

Send forth the best ye breed

To heathen lands and peoples,

And spread the gospel creed:

The holy writ of Freedom

For each bodily demand,

The Human Rights liturgy,

And the Market’s ghostly hand.

 

Take up the White Man’s burden

(Which never fell to earth) –

With bullets, bombs, and lucre –

To bring to painful birth

The global constitution

Which all men should attain;

Go seek another’s profit,

And work another’s gain.

 

Take up the White Man’s burden –

No tawdry show of pride;

Like toiling serf or sweeper,

Your ancestry deride.

Those who first bore your burden

Are everywhere reviled,

And whites below your standing

Are half-devil and half-child.

 

Take up the White Man’s burden –

Fling open Europe’s door:

Let new-caught, sullen peoples

Supplant your native poor;

And when your goal is nearest,

The end for others sought,

Watch old-caught, sullen voters

Bring all your hopes to nought.

 

Take up the White Man’s burden –

Have done with „they” and „we” –

Old duties to your nation,

And others’ sovereignty;

Insist the world’s a cauldron

Where all races merge and flow;

And dwell not on the humour

That White Men alone think so.

 

Take up the White Man’s burden –

Ye dare not stoop to less

Than old conceit and humbug,

Cloaked in new humbleness:

The sickly moral perfume

Where stink of Profit roams;

The lust to build God’s Kingdom

On wrecks of others’ homes.

 

Take up the White Man’s burden –

And reap what you have sown:

The scorn of foreign peoples,

The hatred of your own;

You’re doomed to rude awakening,

But if you would be free,

Throw off the White Man’s burden –

And a man of Europe be!

Ijon Tichys 13. Reise: Die Freiheiten von Pinta und Panta

Star Diaries cover

Vorwort: Das Folgende ist ein weiteres Abenteuer aus den Sterntagebüchern von Stanislaw Lems kosmischem Münchhausen Ijon Tichy. Dessen „Dreizehnte Reise“ soll ihn zum fernen Planeten Hinterschein führen, wo er eine der hervorragendsten Persönlichkeiten des Kosmos kennenlernen will, nämlich Meister Oh, genannt der „Wohltäter des Kosmos“. Dieser weise Mann widmete sein ganzes Leben der Beglückung ungezählter galaktischer Stämme und schuf dabei die Lehre von der Erfüllung aller Wünsche. Spuren seines Wirkens waren im Kosmos immer wieder zu finden. So lebte auf dem Planeten Ardelurien ein berühmter Astronom, der behauptete, der Planet drehe sich um seine eigene Achse. Diese These widersprach jedoch dem Glauben der Ardeluren, demzufolge der Planet der unbewegliche Mittelpunkt des Universums sei. Das Priesterkollegium zitierte den Astronomen vor ein Gericht und verlangte, daß er seine ketzerische Lehre widerrufe. Als er sich weigerte, verurteilte man ihn zum Tode auf dem Scheiterhaufen; worauf Meister Oh nach Ardelurien reiste und die Planetenbremse erfand, mittels derer die Rotation des Planeten gestoppt wurde. So konnte der Astronom seine These guten Gewissens widerrufen und das Dogma von der Unbeweglichkeit Ardeluriens akzeptieren. Auf der jahrelangen Reise nach Hinterschein vertreibt Ijon Tichy sich die Zeit, indem er sich aus einem Riesenvorrat Bücher weiterbildet, um sich auf den Höhen des Intellekts von Meister Oh bewegen zu können. Hiermit sei nun dem wackeren Raumfahrer das Wort erteilt:

* * *

Als ich etwa sechstausend Bände durchgesehen hatte und mich darin auskannte wie in meiner Westentasche, trennten mich noch etwa acht Trillionen Kilometer vom Planeten Hinterschein. Ich nahm gerade das nächste Regal in Angriff, das mit der Kritik der reinen Vernunft ausgefüllt war, da drang heftiges Klopfen an mein Ohr! Überrascht hob ich den Kopf, da ich ja allein in der Rakete war und eigentlich keine Gäste aus dem Weltraum erwartete. Das Klopfen wurde hartnäckiger, und ich vernahm nun auch eine gedämpfte Stimme: „Aufmachen!“

     Eilends schraubte ich die Luke auf, und herein kamen drei Geschöpfe in Raumanzügen, die über und über mit Milchstaub bedeckt waren.

     „So! Da hätten wir einen Wassermann auf frischer Tat ertappt!“ rief der erste Ankömmling, und der zweite fragte: „Wo ist Ihr Wasser?“

     Bevor ich, starr vor Staunen, antworten konnte, sagte der dritte etwas zu ihnen, was sie ein wenig sanfter stimmte. „Woher kommst du?“ fragte mich der erste.

     „Von der Erde. Und wer seid ihr?“

     „Die freiheitliche Fipo von Pinta“, knurrte er und reichte mir einen Fragebogen, den ich ausfüllen sollte.

     Kaum hatte ich einen Blick auf die Spalten dieses Dokuments und sodann auf die Skaphander der Geschöpfe geworfen, die bei jeder Bewegung einen glucksenden Laut von sich gaben, da wurde mir klar, daß ich aus Unachtsamkeit in die Nähe der Zwillingsplaneten Pinta und Panta geraten war; dabei empfehlen sämtliche Ratgeber, einen möglichst großen Bogen um sie zu machen. Leider war es dazu zu spät. Während ich den Fragebogen ausfüllte, notierten die Wesen in den Raumanzügen systematisch sämtliche Gegenstände, die sich in der Rakete befanden. Plötzlich entdeckten sie eine Büchse Sprotten in Öl; sie stießen einen triumphierenden Schrei aus, versiegelten die Rakete und nahmen sie ins Schlepptau. Ich versuchte ein Gespräch mit ihnen anzuknüpfen, jedoch ohne Erfolg. Mir fiel auf, daß die Skaphander, die sie anhatten, in einen breiten, flachen Schößling ausliefen, so als hätten die Pinter Fischschwänze anstelle von Füßen. Bald setzten wir auf dem Planeten auf. Er war ganz mit Wasser bedeckt, allerdings nicht hoch, denn die Dächer der Gebäude ragten daraus hervor. Als die uniformierten Pinter auf dem Flugplatz ihre Raumanzüge ablegten, stellte ich fest, daß sie den Menschen sehr ähnlich waren und nur eigenartig verbogene, verrenkte Gliedmaßen hatten. Man setzte mich in ein bootähnliches Gefährt, das insofern seltsam anmutete, als es Löcher im Boden hatte und bis zur Bordkante mit Wasser gefüllt war. In halber Tauchfahrt näherten wir uns langsam dem Zentrum der Stadt. Ich fragte, ob man diese Löcher nicht zustopfen und das Wasser ausschöpfen könnte, dann erkundigte ich mich auch nach anderen Dingen, doch meine Gefährten antworteten nicht, sie notierten lediglich fieberhaft meine Worte.

     Durch die Straßen wateten die Einwohner; sie hielten die Köpfe unter Wasser, tauchten jedoch alle Augenblicke auf, um Atem zu holen. Durch die gläsernen Mauern konnte man in die Häuser blicken. Die Zimmer waren etwa bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Als unser Vehikel an einer Kreuzung neben der Hauptverwaltung für die Bewässerung halten mußte, hörte ich durch die offenen Fenster das Glucksen der Beamten. Auf den Plätzen standen himmelragende Fischdenkmäler, geschmückt mit Kränzen aus Wasserpflanzen. Als unser Boot wieder einen Augenblick hielt (es herrschte sehr reger Verkehr), entnahm ich den Gesprächen der Passanten, daß kurz zuvor an der Ecke ein Spion entlarvt worden sei, als er Sengel triftete.

     Dann schwammen wir durch eine breite Allee, die mit prachtvollen Fischporträts und verschiedenfarbigen Transparenten geschmückt war, wie: „Hoch lebe die wäßrige Freiheit!“ – „Flosse an Flosse bekämpfen wir Wassermänner die Dürre!“, und vielen anderen, die ich alle gar nicht lesen konnte. Schließlich legte das Boot bei einem gewaltigen Wolkenkratzer an. Seine Fassade war mit Girlanden verziert, und über dem großen Portal hing ein smaragdgrünes Schild: „Freiheitliche Fipo“. Mit einem Fahrstuhl, der Ähnlichkeit mit einem kleinen Aquarium besaß, fuhren wir ins 16. Stockwerk. Man führte mich in einen Raum, der bis über den Schreibtisch mit Wasser gefüllt war, und befahl mir zu warten. Der Raum war ganz mit herrlichen smaragdgrünen Schuppen ausgeschlagen.

     Ich legte mir in Gedanken genaue Antworten auf Fragen zurecht: Woher ich komme und wohin ich zu reisen gedenke, aber es fragte mich niemand danach. Der Untersuchungsbeamte, ein Pinter von kleiner Statur, betrat das Zimmer, musterte mich mit strengem Blick, stellte sich dann auf die Zehenspitzen und fragte, den Mund aus dem Wasser haltend: „Wann hast du deine verbrecherische Tätigkeit begonnen? Hat man dir viel dafür gegeben? Wer sind deine Komplizen?“

     Ich erwiderte, daß ich durchaus kein Spion sei, und erläuterte auch die Umstände, die mich auf den Planeten geführt hätten. Als ich jedoch erklärte, ich hätte mich nur zufällig auf Pinta eingefunden, lachte der Vernehmende laut und sagte, ich solle mir etwas Besseres einfallen lassen. Dann widmete er sich dem Studium der Protokolle und überschüttete mich alle Augenblicke mit Fragen. Das bereitete ihm Mühe, denn er mußte jedesmal aufstehen, um Luft zu holen, einmal verschluckte er sich sogar und mußte lange husten. Später stellte ich fest, daß dies den Pintern sehr oft widerfuhr.

     Der Untersuchungsbeamte redete mir freundlich zu, alles zuzugeben, als ich aber immer wieder entgegnete, ich sei unschuldig, sprang er plötzlich auf, deutete auf die Büchse mit den Sprotten und fragte: „Und was bedeutet das?“

     „Nichts“, erwiderte ich verblüfft.

„Wir werden ja sehen. Führt diesen Provokateur ab!“ schrie er. Damit war das Verhör beendet.

     Der Raum, in dem man mich einschloß, war völlig trocken. Ich stellte das mit wahrer Freude fest, denn das lästige Naß hatte sich bei mir bereits bemerkbar gemacht. Außer mir befanden sich in der Zelle sieben Pinter, die mich sehr freundlich aufnahmen und mir, dem Ausländer, auf der Bank Platz machten. Von ihnen erfuhr ich, daß die Sprotten, die in der Rakete gefunden worden waren, im Sinne der Gesetze eine furchtbare Beleidigung der höchsten pintischen Ideale bedeuteten, und zwar wegen der sogenannten „verbrecherischen Anspielung“. Ich wollte wissen, welcher Art diese Anspielung sei, aber sie konnten – oder so schien mir – wollten es mir nicht sagen. Da ich sah, daß ihnen derlei Fragen unangenehm waren, verstummte ich. Sie erzählten mir noch, daß die Räume hinter Schloß und Riegel die einzigen wasserfreien Örtlichkeiten auf dem Planeten seien. Ich wollte wissen, ob sie sich im Laufe ihrer Geschichte schon immer im Wasser aufgehalten hätten, und erfuhr, daß Pinta einst viele Kontinente und wenig Meere besaß und daß es eine Unmenge scheußlicher trockener Stellen gab.

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Ted Kaczynskis Narrenschiff

Montague Dawson - Rising Wind

Von Ted Kaczynski; Original: Ted Kaczynski’s “Ship of Fools” .

 

Es war einmal, da wurden der Kapitän und die Maate eines Schiffes so eingebildet auf ihre Seemannschaft, so voller Anmaßung und von sich selbst beeindruckt, daß sie verrückt wurden. Sie wendeten das Schiff nach Norden und segelten, bis sie auf Eisberge und gefährliche Eisschollen trafen, und sie segelten weiter nach Norden in immer gefährliche Gewässer, nur um sich Gelegenheit zu verschaffen, immer brillantere seemännische Taten zu vollbringen.

Als das Schiff immer höhere Breiten erreichte, wurde es den Passagieren und Besatzungsmitgliedern immer ungemütlicher. Sie begannen untereinander zu streiten und sich über die Bedingungen zu beklagen, unter denen sie lebten.

„Brat’ mir einer einen Storch“, sage ein Vollmatrose, „wenn dies nicht die schlimmste Reise ist, auf der ich je war. Das Deck ist glatt von Eis, und wenn ich im Ausguck bin, schneidet mir der Wind wie ein Messer durch die Jacke; jedes Mal, wenn ich das Focksegel reffe, friere ich mir verdammt nochmal fast die Finger ab, und alles, was ich dafür kriege, sind elende fünf Shillings pro Monat!“

„Du denkst, daß du es schlecht hast!“ sagte eine Passagierin. „Ich kann nachts vor Kälte nicht schlafen. Damen kriegen auf diesem Schiff nicht so viele Decken wie die Männer. Das ist nicht fair!“

Ein mexikanischer Matrose fiel ein: „¡Chingado! Ich kriege nur die Hälfte des Lohnes der Anglo-Seemänner. Wir brauchen reichlich Essen, um uns in diesem Klima warmzuhalten, und ich kriege nicht meinen Anteil; die Anglos kriegen mehr. Und am schlimmsten ist, daß die Maate mir Befehle auf Englisch geben statt auf Spanisch.“

„Ich habe mehr Grund, mich zu beschweren, als irgend jemand anders“, sagte ein indianischer Matrose. „Wenn die Bleichgesichter mich nicht des Landes meiner Vorfahren beraubt hätten, wäre ich nicht einmal auf diesem Schiff, hier zwischen den Eisbergen und den arktischen Winden. Ich würde einfach in einem Kanu auf einem netten, ruhigen See dahinpaddeln. Ich verdiene Entschädigung. Allermindestens sollte mich der Kapitän Glücksspiele veranstalten lassen, damit ich etwas Geld verdienen kann.“

Der Bootsmann meldete sich zu Wort: „Gestern hat mich der Erste Maat eine Schwuchtel genannt, nur weil ich Schwänze lutsche. Ich habe ein Recht darauf, Schwänze zu lutschen, ohne deswegen beschimpft zu werden!“

„Es sind nicht nur Menschen, die auf diesem Schiff schlecht behandelt werden“, warf eine Tierliebhaberin unter den Passagieren ein, wobei ihre Stimme vor Empörung bebte. „Also, letzte Woche sah ich, wie der Zweite Maat den Schiffshund zweimal getreten hat!“

Einer der Passagiere war ein Collegeprofessor. Händeringend rief er aus: „All dies ist einfach schrecklich! Es ist unmoralisch! Es ist Rassismus, Sexismus, Speziesismus, Homophobie und Ausbeutung der Arbeiterklasse! Es ist Diskriminierung! Wir müssen soziale Gerechtigkeit haben. Gleichen Lohn für den mexikanischen Matrosen, höhere Löhne für alle Seemänner, Kompensation für den Indianer, gleiche Decken für die Damen, ein garantiertes Recht auf Schwanzlutschen und kein Treten des Hundes mehr!“

„Ja, ja!“ riefen die Passagiere. „Aye, aye!“ rief die Mannschaft. „Es ist Diskriminierung! Wir müssen unsere Rechte einfordern!

Der Kajütjunge räusperte sich.

„Ahem. Ihr habt alle gute Gründe, euch zu beschweren. Aber mir scheint, daß das, was wir jetzt wirklich tun müssen, im Wenden des Schiffes besteht, um wieder zurück nach Süden zu fahren, denn wenn wir weiter nach Norden fahren, werden wir früher oder später Schiffbruch erleiden, und dann werden euch eure Löhne, eure Decken und euer Recht aufs Schwanzlutschen nichts nützen, weil wir alle ertrinken werden.“

Aber niemand achtete auf ihn, denn er war nur der Kajütjunge.

Der Kapitän und die Maate hatten von ihrem Platz auf dem Achterdeck aus zugesehen und zugehört. Nun lächelten sie und zwinkerten einander zu, und auf einen Wink des Kapitäns kam der Dritte Maat vom Achterdeck herunter, schlenderte dorthin, wo die Passagiere und die Mannschaft sich versammelten, und drängte sich zwischen sie. Er setzte eine sehr ernste Miene auf und sprach:

„Wir Offiziere müssen zugeben, daß einige wirklich unentschuldbare Dinge auf diesem Schiff geschehen sind. Wir hatten nicht erkannt, wie schlimm die Situation war, bis wir eure Beschwerden hörten. Wir sind Männer guten Willens und wollen euch gerecht behandeln. Aber – nun – der Kapitän ist ziemlich konservativ und in seinen Gewohnheiten festgefahren und muß vielleicht ein bißchen angestupst werden, bevor er wesentliche Änderungen vornimmt. Meine persönliche Meinung ist, daß es, wenn ihr energisch protestiert – aber immer friedlich und ohne irgendeine Regel des Schiffes zu verletzen – den Kapitän aus seiner Trägheit rütteln und ihn dazu zwingen würde, sich der Probleme anzunehmen, über die ihr euch so berechtigt beschwert.“

Nachdem er das gesagt hatte, strebte der Dritte Maat wieder dem Achterdeck zu. Als er ging, riefen die Passagiere und die Mannschaft ihm nach: „Moderater! Reformer! Liberaler Gutmensch! Handlanger des Kapitäns!” Aber sie taten trotzdem, wie er gesagt hatte. Sie versammelten sich in einer Gruppe vor dem Achterdeck, riefen den Offizieren Beleidigungen zu und verlangten ihre Rechte. „Ich will besseren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen!“ schrie der Vollmatrose. „Gleiche Decken für Frauen!“ rief die Passagierin. „Ich will meine Befehle auf Spanisch erhalten“, rief der mexikanische Matrose. „Ich will das Recht, ein Glücksspiel zu betreiben“, rief der indianische Matrose. „Ich will nicht ‚Schwuchtel’ genannt werden“, rief der Bootsmann. „Kein Hundetreten mehr“, rief die Tierliebhaberin. „Revolution jetzt“ rief der Professor.

Der Kapitän und die Maate steckten die Köpfe zusammen und berieten sich mehrere Minuten lang, wobei sie die ganze Zeit nickten und einander zuzwinkerten und anlächelten. Dann trat der Kapitän ans Vorderende des Achterdecks und verkündete mit einer großen Show des Wohlwollens, daß der Lohn des Vollmatrosen auf sechs Shillings pro Monat erhöht würde, daß der Lohn des mexikanischen Seemannes auf zwei Drittel des Lohns eines Anglo-Seemannes erhöht und der Befehl zum Reffen des Focksegels auf Spanisch gegeben werden sollte, daß weibliche Passagiere eine Decke mehr erhalten würden, daß der indianische Matrose Samstag abends Glücksspiele veranstalten dürfe, der Bootsmann nicht mehr „Schwuchtel“ genannt werden würde, solange er sein Schwanzlutschen strikt privat betriebe, und daß der Hund nicht mehr getreten würde, solange er nicht irgend etwas sehr Schlimmes anstellte, wie zum Beispiel Nahrung aus der Kombüse zu stehlen.

Die Passagiere und die Mannschaft feierten diese Zugeständnisse als großen Sieg, aber am nächsten Morgen fühlten sie sich wieder unzufrieden.

„Sechs Shillings pro Monat sind ein Almosen, und ich friere mir immer noch die Finger ab, wenn ich das Focksegel reffe“, grummelte der Vollmatrose. „Ich kriege noch immer nicht den selben Lohn wie die Anglos, oder genug Essen für dieses Klima“, sagte der mexikanische Matrose. „Wir Frauen haben immer noch nicht genug Decken, um uns warmzuhalten“, sagte die Passagierin. Die anderen Mannschaftsmitglieder und Passagiere äußerten ähnliche Beschwerden, und der Professor stachelte sie an.

Als sie fertig waren, meldete sich der Kajütjunge – diesmal lauter, damit die anderen ihn nicht leicht ignorieren konnten.

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D.N.Rebs Zukunftsvision

Beduinenweide

Vor Jahren schrieb Leser D.N.Reb in einem Strang von Kewils damaligem Blog „Fakten + Fiktionen“ diesen Kommentar bezüglich seiner Vision zur europäischen Zukunft:

Aber wir können uns trösten. Nach 500 Jahren wird hier kein ernsthafter Wissenschaftler mehr sein, kein Schriftsteller und keine Industrie, da das Hauptanliegen sein wird, korangefällig durch den Tag zu kommen, mit dem richtigen Fuss zuerst das Klo zu betreten oder zu grübeln wo man die Steine zur nächsten Steinigung herkriegt. Da niemand mehr da ist, der Dhimmisteuer zahlt, weil der letzte gutmütige Trottel zum Islam übergetreten ist, müssen sie dazu übergehen, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen.

Durch die zerfallenen Metropolen werden Schafherden getrieben, die Stämme werden ums Weideland kämpfen und endlich ist es so schön wie da, wo sie mal hergekommen sind. Eine Wüstenei, wo der Wind den Sand über die Ebenen treibt und Männer unterm Zeltdach sitzen, wo sie aus verdreckten Senfgläsern Zucker mit Tee trinken. Und darüber diskutieren, ob das Stück versteinerter Kot vom Propheten stammt und ob man es pulverisieren und als Puder verkaufen solle.

Und wenn ab und zu mal ein Nachkomme Volker Becks (adoptiert) oder Claudia Roths (adoptiert) aufgegriffen wird, dann gibt es ein Freudenfest mit anschliessender Ablebensbeschleunigung. Ab und zu gibt es auch mit arg zusammengeflickten Fahrzeugen Rollstuhlrennen zum Gedenken an den grossen Vorsitzenden Wolfgang Schäuble, der nach seinem Tod per Fatwa zum Muslim erklärt wurde und der geschickt die Übergabe der Bundesrepublik an die türkischen und islamischen Verbände vollzogen hatte ohne dass die ungläubigen Schweine es merkten.

Und mancher wird im Stillen an die Erzählungen seiner Grossväter denken, an unglaubliche Zeiten mit Wasser aus der Leitung, Licht aus kleinen Glasflaschen und Papierstücken, die einem die ungläubigen Hunde für Lügen gaben und für die man Autos (?), Teppiche oder Messer eintauschen konnte. Aber so wie es jetzt ist, ist es nach Allahs Willen. Allah ist eben gross.

*   *   *

Siehe auch Was auf dem Spiel steht von Deep Roots.

Ich glaub‘ mein Zug kommt

train a-comin

Von Baron Bodissey.  Original: I Hear My Train A-Comin’, erschienen am 24. April 2008 auf „Gates of Vienna“ und von Transatlantic Conservative für seinen leider eingestellten Blog übersetzt. Baron Bodisseys Anlaß für dieses Stück war die Kontroverse, die um El Inglés’ „Surrender, Genocide, Or What?“ (Kapitulation, Genozid – oder was?) entbrannt ist. (Baron Bodissey betreibt zusammen mit seiner Frau Dymphna den Blog „Gates of Vienna“.)

An manchen Tagen beginnt der Morgen mit einem breiten Grinsen. In diesem, heutigen Fall, liegt die Verantwortung dafür eindeutig beim Baron von Gates of Vienna:

Ich glaub’, der Zug kommt
by Baron Bodissey

Aktuelle Ereignisse haben mich dazu inspiriert, eine Reihe von Kurzdramen zu schreiben, deren jedes aus einem Dialog zwischen Baron Bodissey und Herrn “Gesprächsbereit”, dem (kürzlich verstorbenen) grossen Schmierenkomödianten besteht. Bühnenbild: Draussen, in der einsamen Prärie sehen wir Herrn Dialogpartner inmitten der Eisenbahnschienen stehen, während Baron Bodissey aus der Nähe zusieht.

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Szenario #1
Baron B.: Pass auf! Eine grosse Dampflok rast auf dich zu!

Herr G.: Du darfst nicht vergessen, dass nicht alle Dampfloks schlecht sind.

Baron B.: Aber diese da zerschmettert dich gleich …

Herr G.: Und ausserdem, was hast du gegen Dampf? Bist du etwa ein Verfechter des Benzins?

Baron B.: Ich —

Herr G.: Du mußt vorsichtig sein, die Leute könnten meinen, du seist ein Benzinverfechter, selbst wenn du keiner bist.

Baron B.: Warte —

Herr G.: Vor allem, wenn du mit Krypto-Dieselisten zusammenarbeitest.

Baron B.: Oh, nein…

Herr G.: SPLATSCH!

*   *   *

Szenario #2

Baron B.: Pass auf, ein Zug rast auf dich zu!

Herr G.: Bist du etwa Befürworter eines Zugunglücks?

Baron B.: Nein, ich will nur –

Herr G.: Allein die Beschreibung eines Zugunglücks öffnet der Empfehlung eines solchen Tür und Tor.

Baron B.: Ey, Mann, schau hinter dich!

Herr G.: Warum sollte ich? Damit würde ich dir und deinen Kumpanen doch nur Glaubwürdigkeit verleihen.

(Pfeifen einer Lokomotive aus nächster Nähe)

Herr G.: Schrei mich nicht an!

Baron B.: Oh weh!

Herr G.: SPLOTSCH!

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Szenario #2,115,282- – – – – – – –

Baron B.: Geh’ von den Gleisen runter! Ein Zug kommt!

Herr G.: Welche Art Zug?

Baron B.: Ein sehr schneller.

Herr G.: Es ist von höchster Wichtigkeit, zwischen radikalen Zügen und moderaten Zügen zu unterscheiden.

Baron B.: Zu viel Dampf. Ich kann den Unterschied nicht sehen.

Lokführer aus dem Off: (Sehr laut) Geh von den Gleisen, Blödmann!

Herr G.: Aah, wunderbar! Ich begrüsse diesen Dialog …

Baron B.: Oh, neiiin —

Herr G.: BLORF!

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Die Schlacht von Trafalgar… im Jahr 2009

Geoff Hunt Victory breaks the line

Nelson: „Lassen Sie das Signal setzen, Hardy.”

Hardy: „Aye, aye Sir.”

Nelson: „Halt, das ist nicht das, was ich dem Signaloffizier diktiert habe. Was bedeutet das?”

Hardy: „Tut mir leid, Sir, Sie werden das lesen müssen.”

Nelson: (liest laut) „England erwartet, daß jede Person seine oder ihre Pflicht tut, ungeachtet der Rasse, des Geschlechts, sexueller Orientierung, religiöser Überzeugung oder Behinderung. –

Was für ein Firlefanz ist das, Hardy?”

Hardy: „Admiralitätspolitik, Sir. Wir sind jetzt ein chancengleichheitsbedachter Arbeitgeber. Wir hatten die größten Schwierigkeiten, England an den Zensoren vorbeizukriegen, daß es nicht als rassistisch erachtet wird.”

Nelson: Gadzooks, reichen Sie mir meine Pfeife und Tabak.”

Hardy: „Tut mir leid, Sir. Alle Marinefahrzeuge sind jetzt als rauchfreies Arbeitsumfeld ausgewiesen.”

Nelson: „In dem Fall, öffnen Sie die Rumration. Spleißen wir die Großbrasse, um die Männer vor der Schlacht zu stählen.”

Hardy: „Die Rumration ist abgeschafft worden, Admiral. Das gehört zur Politik der Regierung gegen das Kübelsaufen.”

Nelson: „Gütiger Himmel, Hardy. Ich schätze, wir machen besser weiter ………………… Volle Geschwindigkeit voraus.”

Hardy: „Ich denke, Sie werden herausfinden, daß in diesen Gewässern ein Tempolimit von 4 Knoten gilt.”

Nelson: „Verdammt, Mann! Wir stehen vor der größten Seeschlacht der Geschichte. Wir müssen schnellstens vorrücken. Meldung aus dem Krähennest, bitte.”

Hardy: „Das wird leider nicht möglich sein, Sir.”

Nelson: „Was?”

Hardy: „Die Abteilung Gesundheit und Sicherheit hat das Krähennest gesperrt, Sir. Kein Sicherheitsgeschirr, und sie sagten, daß Strickleitern nicht den Vorschriften entsprechen. Sie lassen keinen da rauf, solange kein ordentliches Gerüst aufgestellt werden kann.”

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