„Samain Night“: Loreena McKennitts Lieder

NORD-LICHT

Anläßlich des heutigen fünften Bestandsjubiläums meines Blogs „Nord-Licht“ zum diesjährigen Samhain bringe ich eine Auswahl von Liedern der kanadischen Sängerin und Musikerin Loreena McKennitt, die ich sehr schätze. Wie ich bereits einmal geschrieben habe, gefällt mir nicht nur ihre Musik allgemein und ihre Stimme, sondern es ist überhaupt ihre ganze Darbietung immer wieder sehr ansprechend, mit Gesichtsausdruck, Kopfhaltung und allem; so schön, so feierlich und würdevoll.

Loreena McKennitt, die am 17. Februar 1957 geboren wurde und schottisch-irischer Abstammung ist, hat bisher 21 Alben und eine Single veröffentlicht, die alle von ihrer eigenen Plattenfirma Quinlan Road produziert wurden; ihr Debutalbum war Elemental (1985). Im Jahr 1998 kam ihr Verlobter Ronald Rees zusammen mit seinem Bruder Richard und deren Freund Gregory Cook bei einem Bootsunglück auf der Georgian Bay ums Leben. Dieses Ereignis hatte sie sehr getroffen, und sie gründete daraufhin im selben Jahr die Wasserrettungsstiftung „Cook-Rees Memorial Fund for…

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Wer tötete Marilyn Monroe?

Marilyn Monroe, 1. Juni 1926 – 5. August 1962

Von Jewish Tribal Review, übersetzt von Deep Roots. Das Original Who Killed Marilyn Monroe? wurde am 11. März 2011 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right veröffentlicht. Marilyn Monroe starb heute vor 55 Jahren, am 5. August 1962. [Das letzte Bild wurde vom Übersetzer eingefügt.]

 

Marilyn Monroe ist eine von vielen nichtjüdischen Schauspielerinnen, die unter die Dominanz einer Reihe jüdischer Psychoanalytiker gerieten, von denen der berühmteste Ralph Greenson (geb. Romeo Greenschpoon) war, der ihr Therapeut war, als sie angeblich Selbstmord beging.

„Wie viele seiner Kollegen zu der Zeit“ bemerkt eine Rezension von Donald Spotos Biographie von Marilyn, „stützte sich Greenson bei seinen Patienten stark auf medikamentöse Therapie und verschrieb routinemäßig Barbiturate und Beruhigungsmittel oder veranlaßte die anderen Ärzte der Patienten dazu. Er verwies Marilyn an den [jüdischen] Internisten Hyman Engelberg, der viele der Medikamente verschrieb, die Greenson für sie angeordnet hatte… ihre Freunde bemerkten, daß Marilyn umso elender wurde, je häufiger sie Greenson sah… Greenson förderte Marilyns tiefe Abhängigkeit von ihm (er sah sie zweimal täglich)“ (Good Housekeeping, 1993, S. 212 u. 214).

Dr. Ralph Greenson, 1911-1979

Die inzestuöse Natur des Lebens in Hollywood kann am Fall von Greenson beobachtet werden: seine Schwester Elizabeth war mit Milton ‚Mickey’ Rudin verheiratet, einem jüdischen Entertainment-Anwalt, der einer der bedeutenden Strippenzieher der Stadt war. Rudin war Monroes Anwalt.

Marilyns Pressesprecher Arthur Jacobs war ebenfalls Jude. Genauso ihre Agenten bei MCA, Jay Kanter und Mort Viner. Viele der Regisseure ihrer Filme waren Juden (zum Beispiel Billy Wilder von „Manche mögen’s heiß“ und George Cukor von „Machen wir’s in Liebe“). Natasha Lytess, ihre persönliche Managerin und das Subjekt von Spekulationen über Monroes gerüchteweise behaupteten Lesbianismus war eine Jüdin aus Österreich. Ihre Beziehung, sagt Barbara Leming, war „wechselseitig ausnutzerisch“ (Leaming, S. 31). Milton Greene, ein jüdischer Modefotograf, „mit dem sie in den späten Vierzigern angeblich eine Affäre hatte“, war ein weiterer früher persönlicher Manager.

Natasha Lytess und Marilyn beim Dreh von „Blondinen bevorzugt“

Monroe hatte beschlossen, mit jedem zu schlafen, der ihr dabei helfen konnte, im jüdisch dominierten Hollywood zu Ruhm und Reichtum zu gelangen. Ihr enger Freund Ted Jordan bemerkt, daß sie „mit jedem Sex hatte, von dem sie dachte, daß er ihre Karriere fördern könnte“ (Jordan, S. 121). „Es ist klar“, sagt Anthony Summers in seiner Biographie, „daß Marilyn ihre Gunst umsichtig einsetzte. Ein Hauptempfänger war der [jüdische] Mann, der Marilyn den entscheidenden ersten Vertrag mit Fox besorgte – Ben Lyon. Laut der Autorin Sheila Graham hatte Lyon mit Marilyn geschlafen und versprochen, ihre Karriere zu fördern… Lyon rief den Besetzungschef von Sol Wurtzel an, eines [jüdischen] B-Filmproduzenten der damaligen Zeit [und Monroe erhielt eine kleine Rolle im Film „Dangerous Years“ von 1947]“ (Summers, S. 35).

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„Wir müssen das boreale Europa und die weiße Welt retten“: Jean-Marie Le Pens Interview mit Rivarol

Das französische Original Devoir d’insoumission: Entretien avec Jean-Marie Le Pen – 9 avril 2015 wurde von Guillaume Durocher unter dem Titel „We must save Boreal Europe & the white world“: Jean-Marie Le Pens Rivarol interview für Counter-Currents Publishing in Englische übersetzt (veröffentlicht am 13. April 2015); deutsche Übersetzung auf Basis dieser englischen Fassung von Deep Roots. Das Interview führte Robert Spieler, und die französische Version wurde von Jérôme Bourbon herausgegeben.

(Anm. d. Ü.: die Übersetzung, die zippelmütz seinerzeit für „As der Schwerter“ erstellt hat, habe ich leider nicht mehr; die wurde damals von Dunkler Phönix direkt aus dem Übermittlungskommentar in einen Artikelentwurf kopiert und dort von mir nur noch veröffentlichungsfertig bearbeitet, sodaß ich nie eine Word-Version davon auf Festplatte hatte. Anderswo wurde sie leider nirgends nachveröffentlicht, sodaß diese Übersetzung verloren ist.)

Rivarol: Was ist Ihre Beurteilung der zweiten Runde der Departementswahlen für den Front National?

Jean-Marie Le Pen: Es war zu erwarten, daß die Ergebnisse nicht ganz unserem sehr großen Erfolg in der ersten Runde nicht ganz gerecht werden. Der FN ist laut den offiziellen Dokumenten des Innenministeriums tatsächlich die erste Partei Frankreichs, nachdem er in der ersten Runde über 25 % der Wählerstimmen erhalten hat, über 5 Millionen Stimmen. Er liegt vor der UMP [Konservative Partei] und der PS [Sozialistische Partei]. Ich erwähne nicht einmal die kleinen, quasi nichtexistenten Organisationen wie die Grünen oder Dupont-Aignans Debout la France [Erhebe dich, Frankreich]. Der FN hat in der ersten Runde ein sehr gutes Rennen geliefert, aber nachdem es ein Zweirunden-Stichwahlsystem gibt, werden wir am Abend des 29. März wahrscheinlich geschlagen werden, da wir 62 Sitze von 2054 erhalten haben.

Die Leute begrüßen diese Niederlage, aber sie berücksichtigen nicht, daß die Generalräte [die die Departements leiten] aus bekannten, politisch etablierten Persönlichkeiten bestehen, die am häufigsten Gemeindebürgermeister sind, in denen sie natürlich 60 oder 70 % der Stimmen erhielten, wie es zufälligerweise auch die FN-Bürgermeister taten, deren Verwaltung von den Medien kritisiert wurde und die im Durchschnitt 75 % der Wählerstimmen auf sich vereinigten. Man muß auch bedenken, daß diese Generalräte aus Männern und Frauen bestehen, die einander seit Jahren kennen und unter denen es feste Bande der Freundschaft, Sympathie und Komplizenschaft gibt. Wir hatten einen Amtsinhaber gegen 2053, und wir haben dennoch etwas über sechzig Sitze, was nicht nichts ist. Das Ergebnis ist hervorragend, noch besser, als wir erhofft hatten, nachdem diese Art von Lokalwahlen mit dem Zweirunden-Stichwahlsystem sicherlich die schwierigstmögliche für eine Bewegung wie unsere ist, die immer noch nur wenige bekannte Leute hat.

„Ich bin kein Kriecher“

Rivarol: Eine neue politisch-mediale Kontroverse wurde nach Aussagen entfacht, die Sie auf BFM-TV als Antwort auf Jean-Jacques Bourdin machten, der diejenigen wiederholte, die Sie bereits am 13. September 1987 auf RTL, am 5. Dezember 1997 in Deutschland, im April 2008 in einer bretonischen Monatszeitschrift und im März 2009 im Europäischen Parlament über die Gaskammern machten. Der Staatsanwalt hat Vorermittlungen wegen der Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingeleitet. Die Minister für Inneres und Bildung haben Sie verurteilt, wie auch die gesamte politische Klasse. Vereinigungen (SOS Racisme, UEJF, LICRA …) haben Klage gegen Sie erhoben, und sogar im Front National haben die hauptsächlichen Führer Ihre Aussagen feierlich verurteilt, einschließlich der Präsidentin der Bewegung und ihrer Stellvertreter. Wie fühlen Sie sich dabei?

Le Pen: Ich bin kein Mann, der es sich anders überlegt, oder der kriecht. Ich habe zu dieser Frage eine Meinung, die ich für berechtigt halte. Diejenigen, die diese Art von Manövern anführen, um ein Urteil zu fällen, haben zutiefst unrecht. Ich habe im Alter von 18 Monaten aufgehört, mich auf allen vieren fortzubewegen. Ich bin kein Homo bauchliegus.

Die Politik ist wie das Leben ein Kampf. Wenn man keine Schläge bekommen will, entscheidet man sich nicht dafür, Boxer zu werden. Denn wenn man sich dazu entschließt, Boxer zu werden, dann weiß man, daß man gewinnen kann, daß man aber viele Schläge erhalten wird. Der Weltmeister hat, wenn er mit seinem Championsgürtel aus dem Ring steigt, ein verschwollenes Gesicht. Er geht nicht intakt daraus hervor. Er hat als Kämpfer gewonnen, aber indem er akzeptierte, verletzt oder manchmal entstellt zu werden. Wenn man keine Schläge bekommen will, bleibt man besser zu Hause oder geht nach Hause, das ist klüger.

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Tolkien: Meister von Mittelerde

Von Brittanicus, übersetzt von Deep Roots. Das Original Tolkien: Master of Middle Earth erschien am 7. August 2010 bei „Counter-Currents Publishing

Anm. d. Ü.: Die Zitate aus dem Herrn der Ringe” sind entsprechend der deutschen Ausgabe von 1980 wiedergegeben (Klett-Cotta, aus dem Englischen übersetzt von Margaret Carroux, die dabei noch mit Tolkien zusammengearbeitet hat); die restlichen Zitate sind von mir direkt nach Brittanicus’ Text übersetzt worden.

Trotz der universalen Verspottung durch das literarische Establishment, das seinen inhärenten noblen Geist nie erfassen konnte, wurde J. R. R. Tolkiens „The Lord of the Rings“ kürzlich von tausenden Kunden von Waterstones’ zum größten Romanwerk des zwanzigsten Jahrhunderts gekürt. Diese Auszeichnung ist wohlverdient, denn Tolkiens Meisterwerk ist ein Klassiker des Heldenromans. Inspiriert von der traditionellen europäischen Mythologie und seiner Liebe zum ländlichen England, schuf Tolkien eine imaginäre Welt und erfand eine Mythologie, die sich in ihrer Anziehungskraft als zeitlos erwiesen hat.

1956 erstmals veröffentlicht, besteht Tolkiens Ringsaga aus drei Büchern: „The Fellowship of the Ring“ (Die Gefährten), „The Two Towers“ (Die zwei Türme) und „The Return of the King“ (Die Rückkehr des Königs). Obwohl der verstorbene Walt Disney geplant hatte, einen großen Zeichentrickfilm aus der gesamten Trilogie zu produzieren, der dem Mammutwerk wahrscheinlich gerecht worden wäre, wurden die Filmrechte leider von einem „Bindestrich-ungarischen“ Filmproduzenten erworben. Er riß die Geschichte in Streifen und verlor komplett den Faden der Handlung, wobei er sogar Tolkiens weiße Elbenstämme als Mexikaner mit orientalischen Gesichtszügen darstellte. Es scheint, als würde eine sehenswerte Filmversion dieses großartigen Werkes warten müssen, bis der politische Sieg des britischen Nationalismus eine frische Welle kulturell gesunder künstlerischer Energie freisetzen wird [Anm. v. Greg Johnson: Dieser Essay wurde geschrieben, bevor Peter Jackson seine „Lord of the Rings“-Filme machte]. In der Zwischenzeit haben wir zum Glück die Bücher.

Nationaler Mythos

John Ronald Reuel Tolkien, Ex-Soldat, Experte der Philologie und mit erst 33 Jahren Professor des Angelsächsischen, behauptete, daß er seine Romane geschrieben hätte, um einen inneren Wunsch zu erfüllen, „einen Mythos für England zu schaffen.“ Zu diesem Zweck konstruierte er eine eigene, hochkomplexe und verwickelte Welt, die einigermaßen nach der nordischen Mythologie und Wagners Oper „Der Ring des Nibelungen“ modelliert war. Die Phantasiewelt Mittelerde wurde von verschiedenen Rassen von Menschen, Elben, Zwergen, Orks, Kobolden, Trollen und Hobbits bewohnt. Der Autor ersann komplette Alphabete und Sprachen wie „Elbisch“, schuf Kalender und zeichnete detaillierte Karten der verschiedenen Königreiche und Heimatländer von Mittelerde.

Obwohl Tolkien Allegorien nicht mochte, ist sein Mittelerde in vieler Art wie unsere eigene Welt, und ethnische Realitäten spielen eine wichtige Rolle im Leben seiner Bewohner. Zum Beispiel waren die Numenorer eine aristokratische Rasse von Menschen, „…schön von Angesicht und groß, und die Spanne ihres Lebens war dreimal so lang wie die anderer Menschen von Mittelerde. Dies waren die Numenorer, die Könige der Menschen, die die Elben die Dunedain nannten.“

Aber drei große Übel gefährdeten die Numenorer: Seuchen, Invasionen durch Horden fremder Wagenfahrer aus den Ländern des Ostens, und Rassenvermischung:

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„Wer sind die Kriegshetzer?“ Charles Lindberghs Rede in Des Moines am 11. September 1941

Charles Lindbergh, 4. Februar 1902 – 26. August 1974

Übersetzt von Deep Roots. Das Original Who Are the War Agitators? ist auf „American Experience“ zu finden. Hier gibt es auch einen Ausschnitt davon als Video (9:16 min.):

Die im Video enthaltenen Teile habe ich im Text markiert, und kleine Abweichungen der schriftlichen Vorlage vor der Übersetzung auf den Wortlaut des Videos korrigiert.

 

Wer sind die Kriegshetzer?

Es ist jetzt zwei Jahre her, seit dieser neueste europäische Krieg begann. Von diesem Tag im September 1939 bis zum jetzigen Moment hat es eine ständig zunehmende Bemühung gegeben, die Vereinigten Staaten in den Konflikt zu zwingen.

Diese Bemühung ist von ausländischen Interessen getragen worden, und von einer kleinen Minderheit unseres eigenen Volkes; aber sie ist so erfolgreich gewesen, daß unser Land heute am Rande des Krieges steht.

Zum jetzigen Zeitpunkt, wo dieser Krieg davor steht, in seinen dritten Winter zu gehen, scheint es angemessen, die Umstände noch einmal zu betrachten, die uns zu unserer gegenwärtigen Position geführt haben. Warum befinden wir uns am Rande des Krieges? War es für uns notwendig, so tief darin verwickelt zu werden? Wer ist verantwortlich für die Änderung unserer nationalen Politik von einer der Neutralität und Unabhängigkeit zu einer der Verstrickung in europäische Angelegenheiten?

Ich persönlich glaube, daß es kein besseres Argument gegen unsere Intervention gibt als ein Studium der Ursachen und Entwicklungen des gegenwärtigen Krieges. Ich habe oft gesagt, daß es keine Gefahr einer Beteiligung unsererseits gäbe, wenn dem amerikanischen Volk die wahren Fakten und Belange vorgelegt würden.

Hier möchte ich Sie auf einen grundsätzlichen Unterschied zwischen den Gruppen hinweisen, die einen Krieg im Ausland befürworten, und jenen, die an eine unabhängige Bestimmung für Amerika glauben.

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Heinrich Heine: Deutscher Dichter und politischer Agitator in causa judaica

Von Dan Michaels; Original: Heinrich Heine: German Lyric Poet and Jewish Political Agitator, erschienen am 3. Juli 2012 auf „The Occidental Observer“.

Übersetzung: Sternbald (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“ und hier im „Archiv des Verbotenen Wissens“)

 

Das „Junge Deutschland“ war eine von mehreren jungen Juden geführte Bewegung, die liberale Reformen propagierte, welche größere Freiheiten für Juden in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft beinhalten sollten. Die Reaktion der Deutschen darauf kann als Vorzeichen einer kommenden Verschlechterung der Beziehungen zwischen Deutschen und Juden hundert Jahre vor der Machtergreifung Adolf Hitlers gesehen werden. Im Rahmen ihrer Kampagne sagten und taten die Aktivisten Dinge, die von der deutschen Obrigkeit und vielen Deutschen als beleidigend empfunden wurden. Im Zentrum der Bewegung befand sich der weltbekannte Dichter Heinrich Heine, den viele als Personifizierung der jüdischen Mentalität betrachten.

Heine litt schmerzlich an seiner eignen Zerrissenheit. Bereits in jungen Jahren erlangte er großen Ruhm und wurde als Deutschlands bedeutendster romantischer Dichter nach Goethe angesehen. Aufgrund der Schönheit und der Themen seiner Dichtung dachte man von ihm, dass er seine Heimat und insbesondere das Rheinland liebte. Im mittleren Alter jedoch hatte er sich zu einem verbitterten und sarkastischen Kritiker verwandelt, der nahezu Allem und Allen, die er zuvor geliebt oder bewundert hatte, feindlich gegenüberstand. Da andere Gründe nicht bekannt sind, muss man annehmen, dass das Zerbrechen seines Lebens, seiner Persönlichkeit und seiner Gesundheit durch den psychologischen Zusammenstoß zwischen seiner Herkunft, insbesondere seiner jüdischen Prägung, und der Kultur der Welt, in der er lebte, verursacht wurde. In Goethes Faust findet sich eine passende Beschreibung dieser Problematik:

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,

die eine will sich von der andern trennen…

Der 1797 in eine jüdische Familie geborene Harry Heine begann sein Leben in einer katholisch geprägten Stadt, deren jüdische Einwohner – sie waren in Deutschland nur eine Minderheit – Napoleon und seine Reformen begrüßten. Heines Eltern, die bescheiden, aber komfortabel lebten, schickten den künftigen Dichter mit vier Jahren in einen deutschen Kindergarten, während sie ihm gleichzeitig zuhause die jüdischen Traditionen vermittelten und ihn in einer Privatschule zusätzlich im jüdischen Glauben unterweisen ließen. Harry besuchte dann das örtliche Gymnasium, welches in einem Franziskanerkloster beherbergt war und von katholischen Priestern betrieben wurde, die häufig Jesuiten waren. Es herrschte strenge Disziplin – mit dem Ziel, Napoleon tüchtige Untertanen heranzuziehen. Dort lernte Harry fließend Französisch sprechen, nicht als Fremdsprache, sondern fast auf derselben Stufe wie seine Heimatsprache Deutsch. Von Glück für den jüdischen Jungen war, dass der Schulrektor Schallmayer, ein Jesuit, der mit seinem Schüler die Liebe für alles Französische teilte, sein Freund und Mentor wurde. Schallmayer versuchte sogar, Harry zur Priesterlaufbahn zu überreden. Obwohl die poetische Seite des Katholizismus den jungen Harry stark anzog, entschied er sich für ein bürgerliches Leben. Später verewigte Heine diese Priester und ihre Eigentümlichkeiten in Das Buch Le Grand (1827) und in seinen Memoiren (posthum 1884). Als wäre er von einem inneren Instinkt dazu angeleitet, ja sogar dazu gezwungen, schrieb er in Reisebilder (1826) und weiteren Gedichten ebenfalls spöttische und sogar blasphemische Passagen über seine frühen Erfahrungen und die Schulzeit.

Aufgrund seiner Persönlichkeit, seiner politischen Ausrichtung und seines literarischen Talents entwickelte Harry Heine sich zu einer bedeutenden Figur während der reaktionären Periode, die von den Deutschen als Vormärz bezeichnet wird, d.h. von der Niederlage Napoleons 1815 und der Abschaffung seiner liberalen Reformen bis zur Revolution im März 1848 und dem Wiederaufleben des Liberalismus.

Vor den napoleonischen Reformen waren Juden in Deutschland hinsichtlich ihrer Ambitionen und Aktivitäten gewissen Einschränkungen unterworfen gewesen. Der einzige ihnen offenstehende Beruf war der des Arztes. In dem neuen liberalen Klima jedoch setzten Juden bald ihre Fähigkeiten im Bereich moderner Bankgeschäfte ein, inbegriffen diejenigen, die bis dahin „Hofjuden“ an den verschiedenen Fürstenhöfen gewesen waren und denen, die sich als traditionelle Wucherer betätigt hatten. Das Haus Rothschild, dessen Gründer Meyer Amschel Rothschild sein Vermögen während der Koalitionskriege nach der Französischen Revolution von 1789 gemacht hatte, war der erfolgreichste der frühen jüdischen Bankenkonzerne. Als Geschäftspartner der herrschenden Klasse wurden die jüdischen Bankiers oft zu Baronen geadelt, wenn ihnen auch immer noch die Bürgerrechte verwehrt wurden. Zu Harrys großem Glück war sein Onkel Solomon als einer dieser erfolgreichen Bankiers in Hamburg schnell in der Gesellschaft aufgestiegen. Unter der Bedingung, dass Harry in Jura promovieren würde, erklärte er sich bereit, alle mit dem Studium verbundenen Kosten zu übernehmen.

Harry Heine begann sein Studium mit einem soliden Grundlagenwissen über die Thora, die Psalmen, jüdische und deutsche Folklore, die französischen Klassiker, napoleonischen Ethos, die Geistergeschichten der Romantiker, Rektor Schallmayers Rationalismus und Jonathan Swifts brutale Satiren. Diese Einflüsse sollten ihn Zeit seines Lebens begleiten.

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Das Gesicht der Revolution: Betrachtungen zur Roten Rosa

Von Tobias Langdon, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Face of Revolution: Reflections on Red Rosa erschien am 12. Januar 2017 auf „The Occidental Observer.“

Die polnisch-jüdische Revolutionärin Rosa Luxemburg (1871 – 1919) war etwas Seltenes: eine sympathische Marxistin. Anders als Lenin, Stalin, Trotzki und die einander befehdenden Revolutionäre unserer eigenen Zeit schien ihre Politik nicht hauptsächlich von Machtgelüsten, Egomanie und Hass befeuert gewesen zu sein. Sie war gegen die bolschewistische Tyrannei und verteidigte die Redefreiheit mit dem klassischen Satz „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“. Sie liebte die Natur, wollte, daß der Ruf der Blaumeise auf ihrem Grabstein eingraviert würde und hatte sogar eine Schwäche für Wespen.

„In ihr Gesicht geschrieben…“

Wäre sie sympathisch geblieben, wenn sie in der Revolution der Arbeiterklasse an die Macht gekommen wäre, zu der sie in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg aufzuwiegeln versuchte? Wir werden es nie wissen, weil sie 1919 in Berlin von rechten Freikorps-Soldaten ermordet wurde. Eines erscheint jedoch sicher: Wenn Marxisten in Deutschland an die Macht gekommen wären, dann hätten sie eine Tyrannei à la Lenin geschaffen, nicht Freiheit à la Luxemburg. Das ist es, was zur selben Zeit in Ungarn während der katastrophalen, aber glücklicherweise kurzen „kommunistischen Republik“ geschah, die vom jüdischen Marxisten Béla Kun (d. h., Cohen) regiert wurde. Anders als Kun kam Luxemburg nie an die Macht, und ihr Märtyrertod hat ihr einen besonderen Platz in der marxistischen Hagiographie gesichert. Man könnte sie den Bonnie Prince Charlie der progressiven Politik nennen, aber mit einem wichtigen Vorbehalt: sie war nicht bonny [schön].

Das Gesicht der Revolution: Rosa Luxemburg

Das Gesicht der Revolution: Rosa Luxemburg

Stattdessen hatte sie entschieden jüdische Gesichtszüge. Man kann sie auf fast jeder Seite von Kate Evans‘ Red Rosa: A Graphic Biography of Rosa Luxemburg (Verso, 2015) sehen. Evans akzeptiert nicht bloß Luxemburgs Jüdischkeit: man könnte sagen, daß sie darauf beharrt. Sie zitiert aus einem Brief von Luxemburg: „Ich habe in meinem Herzen keinen besonderen Platz für das Ghetto. Ich fühle mich überall zu Hause, wo es Wolken und Vögel und menschliche Tränen gibt.“ (15) Zur Veranschaulichung dieser Empfindungen porträtiert Evans Luxemburg im Profil, wie sie eine Schwalbe durch das Fenster einer Synagoge betrachtet. Der Text darunter fährt fort: „Rosas Mangel an religiösem Glauben kann ihr keine Freiheit erkaufen. Ihre kulturelle Identität ist ihr ins Gesicht geschrieben. Sie wird immer als Jüdin gesehen werden.“

Zerschlagt die Tafel

Als revolutionäre Sozialistin glaubt Evans zweifellos an die tabula rasa, nämlich, daß menschliche Wesen eine „leere Tafel“ oder ein unbeschriebenes Blatt sind, auf das eine neue Kultur und neue Verhaltensformen geschrieben werden können, so wie es uns (oder unseren marxistischen Herren) gefällt. Aber ihr Bilderroman legt in Wirklichkeit Zeugnis für die gegenteilige Theorie ab: die tabula Rosa, nämlich, daß menschliche Wesen überhaupt keine unbeschriebenen Blätter sind. Die kulturelle Identität ist in der Tat „ins Gesicht geschrieben“, weil Kultur sich auf die Genetik auswirkt und menschliche Gesichtszüge stark genetisch bestimmt sind.

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Rosa Luxemburg hatte ein unverkennbar jüdisches Gesicht, wie Evans selbst zugibt. Aber Luxemburg hatte auch ein unverkennbar jüdisches Gehirn, wie Evans nicht zugeben würde. Ein menschliches Gesicht ist so ziemlich wie der Umschlag zu einem Buch: es sagt uns etwas über das dahinter befindliche Gehirn und über die Genetik der Person, die es trägt. Wie eine Eingeborene von Fidschi oder Tibet hatte Rosa Luxemburg eine Nase, einen Mund, ein Kinn, Augen und so weiter. Aber sie hätte nie mit einer Eingeborenen von Fidschi oder Tibet verwechselt werden können: ihr menschliches Gesicht hatte rassische Variationen, die es deutlich als jüdisch kennzeichneten.

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Interview mit dem Evolutionsbiologen Edward O. Wilson

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(Dieser Text erschien unter dem Titel „Was macht eigentlich der Evolutionsbiologe Edward O. Wilson?“ in „bild der wissenschaft“ 6/2013. Hier in der von Deep Roots um den Anfang, in dem es hauptsächlich um Wilsons Kindheit und Jugend und um seinen Weg zum Insektenforscher und Evolutionsbiologen geht, gekürzten und auf „As der Schwerter“ veröffentlichten Form wiedergegeben. Das Interview führte bdw-Redakteur Hubertus Breuer.)

Anfang der 1960er-Jahre sitzt Edward O. Wilson arglos in einer Fakultätsbesprechung des Biologie-Departments an der Harvard-University und schlägt vor, die Zahl der Evolutionsbiologen zu verdoppeln – von einem, Wilson selbst, auf zwei Professoren. Und er hat auch eine Idee, wer dafür geeignet wäre. Doch kaum hat er die Verdienste des von ihm favorisierten Kandidaten vorgetragen, sagt James Watson, wie Wilson sich in seiner Autobiographie erinnert, „mit sanfter Stimme: ‚Sind Sie nicht ganz bei Trost?’“

Watson ist nicht irgendwer. 1953 hat er, gerade 25 Jahre alt, zusammen mit Francis Crick an der britischen Cambridge University einen epochalen Fund gemacht. Die beiden entdeckten die Doppelhelix-Struktur der DNA, die Struktur des Erbmoleküls, das allem Leben zugrunde liegt. Und Watson ist kein Fan Wilsons. Das hat zwei Gründe. Der eine ist grundsätzlicher Natur: In Watsons Augen sind, damals jedenfalls, Fragen der Evolutionsbiologie weitgehend irrelevant – in einem Zeitalter, in dem Wissenschaftler die Geheimnisse der Zellen und Moleküle entschlüsseln. Wilsons Art, Biologie zu betreiben, wozu das Studium der Anatomie und Artenklassifikation gehört, hält er für bloße „Briefmarkensammelei“. Die Abneigung hat allerdings auch einen persönlichen Hintergrund. 1959 stand Wilson kurz davor, sich von Harvard zu verabschieden. Er hatte an der Elite-Universität promoviert und wenig später eine Dozentenstelle erhalten. Doch dann lockte ein Angebot der Stanford University in Kalifornien. Wilson war schon entschieden, da beeilte sich Harvard, dem großen Talent ein Gegenangebot zu machen, und bot ihm eine unkündbare Professur an.

Dafür hatte die Hochschule gute Gründe: Wilson hatte sich nicht nur als hervorragender Taxonom hervorgetan, als Entdecker etlicher neuer Ameisenarten. Gemeinsam mit seinem Harvard-Kollegen William Brown hatte er außerdem eine Kontroverse um den Begriff der Unterart angestoßen und das Phänomen der Merkmalsverschiebung entdeckt: Zwei Arten entwickeln in einem Ökosystem immer größere Unterschiede. Damit verringern sie den Konkurrenzdruck und vermeiden es, sich miteinander zu vermischen. [Anm. Deep Roots: siehe hierzu auch das, was ich in meinem Nachwort zu „Lasst sie Menschen sein!“ über dasselbe Phänomen bezüglich Schimpansen- und Menschenvorfahren, Rehen und Hirschen sowie möglicherweise auch heutigen Weißen/Schwarzen geschrieben habe).

In der Eile hatte die Harvard-Verwaltung aber nicht bedacht, wie das Angebot auf die Eitelkeit des ein Jahr älteren Kollegen und damaligen Superstars der Molekularbiologie James Watson wirken würde. Der war zu der Zeit ebenfalls noch Assistenzprofessor und wartete auf die Ernennung zum Professor auf Lebenszeit. Und es war klar, dass Watson und Crick früher oder später den Nobelpreis erhalten würden. (Sie bekamen ihn wenig später, 1962, gemeinsam mit dem Röntgenphysiker Maurice Wilkins.) Als die Universitätsverwaltung den Fehler bemerkte, beeilte sie sich, auch Watson ein Angebot zu machen.

Doch der Schaden war schon angerichtet. Wilson und Watson grüßen sich in der Folge kaum noch, was der im Südosten der USA geprägten Höflichkeit Wilsons zutiefst widerstrebt. Doch angesichts des Dauerstreits um die Vorherrschaft in der Biologie läßt letztlich auch Wilson seine Contenance fahren. Watson sei die „unangenehmste Person“, die er je getroffen habe, sagt er. In seiner Autobiografie nennt er ihn gar den „Caligula der Biologie“. Und als Watson 1968 Direktor des Cold Spring Harbor Laboratory auf Long Island wurde, ätzte Wilson: „Ich würde ihm nicht einmal einen Limonadenstand anvertrauen.“ Dennoch gibt Wilson rückblickend zu: „Ich bewunderte ihn immens. Und ich hoffte, Leistungen zu vollbringen, die der seinen nur entfernt nahe kommen würden.“

Erst in den 1970er-Jahren, als Wilson wegen seines Buches „Soziobiologie“ von marxistisch gesinnten Wissenschaftlern angefeindet wird, begraben die beiden Koryphäen das Kriegsbeil. „Ich hasste Eds Feinde“, erinnert sich Watson an diese Zeit. Außerdem fanden nach zwei, drei Jahrzehnten auch die Disziplinen der Molekular- und systematischen Biologie zusammen: Genetische Analysen gaben den Systematikern die Werkzeuge an die Hand, die Evolution von Organismen in bislang nie gekanntem Detail nachzuzeichnen.

Im Jahr 1975 veröffentlichten Sie das 700-Seiten-Werk „Soziobiologie“, das rasch zum kontrovers diskutierten Klassiker aufstieg. Worum geht es in dem Werk?

„Die Soziobiologie untersucht systematisch die biologischen Grundlagen allen sozialen Verhaltens. Ich hatte bereits in den 1950er-Jahren mit meinem Kollegen Stuart Altmann Makaken-Gesellschaften beobachtet – und war beeindruckt, wie sehr ihr Verhalten dem des Menschen ähnelte. Damals war die Zeit noch nicht wirklich reif für eine solche Revolution der Wissenschaft. Aber über die Jahre gewannen Biologen eine tiefere Einsicht in die Evolution sozialer Arten und deren Geschick, sich an ihre Umwelt anzupassen. Und es wurde klar, dass das, was wir beim Menschen „Instinkt“ nennen, auf genetischen Prädispositionen beruhen muss – von Temperament bis hin zu kognitiven Fähigkeiten. Und deshalb handelt in dem Buch ‚Soziobiologie‘ das letzte Kapitel vom Menschen.“

Dieses Kapitel stieß auf wenig Gegenliebe.

„Ich hatte vor der Veröffentlichung durchaus Debatten erwartet, aber nicht solch wilde Anfeindungen. Die Aufregung über das Buch hielt lange an – doch da ging es nicht um Wissenschaft, sondern um Politik. Marxisten sahen die Biologie mit großer Skepsis, denn sie wollten den Menschen nach ihrer Theorie frei gestalten, da waren durch die Biologie auferlegte Einschränkungen wenig willkommen.“

Was passierte damals denn genau? Können Sie ein Beispiel für die Anfeindungen nennen?

„Der Höhepunkt kam in meinen Augen über zwei Jahre nach der Veröffentlichung, im Februar 1978. Damals hielt ich während des Jahrestreffens der AAAS, der ‚American Association for the Advancement of Science‘ einen Vortrag über Soziogiologie. Demonstranten der Gruppe ‚International Committee Against Racism‘ hatten damals beschlossen, an mir ein Exempel zu statuieren. Als ich den Vortrag beginnen wollte, störten die Aktivisten lautstark und schütteten mir Wasser übers Haupt. Kurz nachdem das geschehen war, ging mir auf, wie bemerkenswert diese Dusche war. Ich glaube, es war das erste Mal in jüngerer Zeit, dass ein Wissenschaftler für eine Idee körperlich attackiert wurde.“

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Paulus: Der Erfinder des Christentums

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Von Michael Zick, erschienen in „bild der wissenschaft“ 12-2008.

Ohne den selbsternannten Apostel Paulus würde es das Christentum nicht geben. Er war theologisch und historisch der eigentliche Gründer.

„Mich ärgert dieses vom Papst ausgerufene Paulusjahr“, sagt Peter Pillhofer – er muß sich noch bis Mitte 2009 echauffieren. Der Lehrstuhlinhaber für Neues Testament an der Universität Erlangen-Nürnberg erbost sich über die 2000-Jahr-Feier, weil sie suggeriert, daß Paulus, der zunächst Saulus hieß, im Jahr 9 n. Chr. geboren wurde. „Wir wissen aber nicht, wann er zur Welt kam.“ Damit befindet sich der Apostel Paulus in Einklang mit Jesus von Nazareth, den er zum Jesus Christus machte.

Seit 30 Jahren wandert Peter Pilhofer auf den Spuren des Paulus durch Griechenland und Kleinasien. Auch wenn er noch keinen archäologischen Beleg für die Wanderschaft des Apostels gefunden hat, zieht er einen wissenschaftlichen Gewinn aus seinen Exkursionen. Das Credo des Theologieprofessors von der Universität Erlangen-Nürnberg lautet: Wer die Orte des frühen Christentums aus eigener Anschauung kennt, kann mit den biblischen Texten viel besser umgehen. Der streitbare Neutestamentler mit dem alttestamentarischen Bart weicht keinem Disput mit der herrschenden theologischen Lehrmeinung aus, die er streckenweise für „öd und langweilig“ hält.

Seit 30 Jahren wandert Peter Pilhofer auf den Spuren des Paulus durch Griechenland und Kleinasien. Auch wenn er noch keinen archäologischen Beleg für die Wanderschaft des Apostels gefunden hat, zieht er einen wissenschaftlichen Gewinn aus seinen Exkursionen. Das Credo des Theologieprofessors von der Universität Erlangen-Nürnberg lautet: Wer die Orte des frühen Christentums aus eigener Anschauung kennt, kann mit den biblischen Texten viel besser umgehen. Der streitbare Neutestamentler mit dem alttestamentarischen Bart weicht keinem Disput mit der herrschenden theologischen Lehrmeinung aus, die er streckenweise für „öd und langweilig“ hält.

„Paulus’ Interpretation des Wirkens Jesu war ganz entscheidend dafür, daß sich das Christentum zu einer eigenen Religion mit einem eigenen Profil, einer eigenen Ethik und eigenen Ritualen hat ausbilden können“, meint Jens Schröter. Doch der Institutsdirektor und Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments an der Universität Leipzig ist sicher, daß Paulus – ebenso wie Jesus – keine neue Religion etablieren wollte, sondern seine Mission als Reformation des jüdischen Glaubens betrachtete. Die geschichtliche Wirkung war allerdings eine andere.

Saulus-Paulus stammte aus Tarsus, der weltoffenen Hafenstadt an der südöstlichen Mittelmeerküste Kleinasiens. Er war griechisch sprechender Jude in der hellenistisch geprägten Region, der seine jüdische Tradition eifrig pflegte: das von den Christen heute sogenannte Alte Testament, das er jedoch nur in der griechischen Übersetzung kannte. Er tat sich nach eigenem Bekunden als eifernder Christenverfolger hervor, bis ihm in seinem persönlichen Schicksalsjahr 33 Gott „seinen Sohn Jesus in mir“ offenbarte. Paulus’ folgendes Wirken als Verkünder Jesu war gewaltig, sein Selbstbewußtsein überschäumend. Doch: er begegnete seinem Superstar Jesus, den er so unvergleichlich promotete, nie.

Pillhofer: „Paulus versteht sich in erster, zweiter und dritter Linie als Apostel Jesu Christi. Er will die Botschaft von Jesus verkünden, alles andere spielt keine Rolle.“ Der Ehrentitel „Apostel“ für den – wie wir ihn heute sehen – einflußreichsten Wortführer Jesu war im ersten Jahrhundert jedoch umstritten. In der Apostelgeschichte wird ihm dieser Titel verweigert – bis auf zwei Stellen, wo der Autor offenbar andere Quellen einfließen ließ und schlecht redigierte. Denn nach urchristlicher Auffassung konnten nur die Jünger Jesu diese Bezeichnung für sich in Anspruch nehmen. Paulus hält selbstbewußt dagegen: „Ich habe mehr gearbeitet als sie alle.“ In der Tat, so Pilhofer, „haben die Jerusalemer Kollegen ja nicht über den Mauerring hinausgeschaut, während Paulus Tausende von Kilometern unterwegs war.“ Die Spuren der Jesus-Jünger verlieren sich in den neutestamentlichen Nachrichten dann auch ziemlich schnell.

Neue Bezeichnung „Christen“

Das rastlose Reisen wurde Paulus’ Markenzeichen. Nach einer wenig erfolgreichen Missionsexpedition nach Arabien stieg Paulus in die Leitung der sehr agilen frühchristlichen Gemeinde in Antiochia am Orontes (damals Syrien, heute das türkische Antakya) auf. Es war die erste Gemeinde außerhalb Palästinas und die erste, bei der (in der Apostelgeschichte) um 40 n. Chr. die Bezeichnung „Christen“ auftaucht. Und: Sie war die erste, die auch Nichtjuden in ihre Gemeinschaft aufnahm – ein unerhörter Affront gegen die Jerusalemer Konservativen und zugleich Impulsgeber für Paulus’ zukünftige Missionstätigkeit. Denn es wurde programmatisch unterschieden zwischen Judenchristen und Heidenchristen. Judenchristen waren Jesus-Anhänger, die beschnitten waren und die jüdischen Gesetze (Fasten, Sabbat, Reinheitsgebot) achteten. Ihr Mittelpunkt war die urchristliche Gemeinde in Jerusalem um Jakobus, den Bruder Jesu.

Heidenchristen verehrten ebenfalls den „Einen Gott“ der Juden und sahen im Wirken Jesu die Fortsetzung der jüdischen Heilsgeschichte, ließen sich jedoch nicht beschneiden und betrachteten die jüdischen Gesetze nicht als bindend. Hier setzte Paulus an. Nach Abstimmung mit den Jerusalemer Aposteln widmete er sich der Bekehrung der Heiden. So wurde er zum „Heidenapostel“, zum „Apostel der Völker“ – und zum wirkmächtigsten christlichen Missionar. Als Preis für die Zustimmung der Jerusalemer Hardliner versprach Paulus eine Riesenkollekte in all seinen neuen Gemeinden für die notleidenden Jerusalemer Urchristen.

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Eine weiße Arbeiterbewegung: Offener Brief an Donald Trump, Teil 2

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Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots. Das Original A White Workers’ Movement: An Open Letter to Donald Trump, part 2 erschien am 19. November 2016 in Kevin Alfred Stroms Essays auf Basis einer Radiosendung von American Dissident Voices vom selben Datum – Audiodatei (24:21 min.) hier:

 

Zuvor erschienen: Eine weiße Arbeiterbewegung: Offener Brief an Donald Trump, Teil 1

DIESE WOCHE setze ich meinen offenen Brief an den designierten Präsidenten Donald Trump fort, der ihm mit allen verfügbaren Mitteln zugestellt werden wird. Ich beginne, indem ich näher auf das eingehe, was ich letzte Woche sagte:

1) Mr. Trump, Sie wurden überwiegend durch die Stimmen weißer Amerikaner gewählt. Keine andere Gruppe unterstützte Sie mit einer Mehrheit ihrer Stimmen. Unsere politische Elite und ihre Managerklasse stimmte nicht für Sie. Unsere brauner werdenden Großstädte stimmten nicht für Sie.

2) Weiße Männer stimmten für Sie; weiße Frauen stimmten für Sie, und was am allerwichtigsten ist: Menschen der weißen Arbeiterklasse stimmten für Sie. Sie müssen sich für diese weißen Arbeitnehmer einsetzen. Sie verlassen sich darauf, daß Sie alle Ihre Versprechen halten, die ausdrücklichen und die angedeuteten, und für sie gegen die jüdisch geführte politische und Konzernelite aufstehen, die sie ausbeutet und mißbraucht, die sie als Kanonenfutter in ihren endlosen Kriegen für Israel und die Wall Street benutzt und zum Aussterben bestimmt hat, weil sie sehr unzuverlässige Sklaven sind.

3) Die eine Gruppe von weißen Arbeitnehmern, die Sie nicht unterstützte, sind junge weiße Arbeitnehmer. In großem Ausmaß unterstützten sie die sozialistische Plattform von Bernie Sanders und stimmten nur mit einer großen Wäscheklammer auf ihrer Nase für Hillary Clinton. (Um die Wahrheit zu sagen, war nicht einmal Bernie Sanders ein idealer Kandidat für sie – diese jungen Leute sind fest gegen den Krieg, und Sanders unterstützte oft die Kriege für Israel, die dazu geführt haben, daß Freunde und Familienmitglieder dieser jungen Weißen in blutigen Leichensäcken nach Hause kamen.)

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