Die Bürde des Judelns (2): „Konversion“

Von Tanstaafl, übersetzt von Lucifex. Das Original The Burden of Jewing, Part 2 – „Conversion” erschien am 31. August 2019 auf Age of Treason.

In Teil 1 untersuchten wir den „Messianismus“, in Teil 2 werden wir die „Konversion“ diskutieren.

Wie beim „Messianismus“ bedeutet „Konversion“ für Juden etwas anderes als für Nichtjuden. Außerdem fördern Juden aktiv diesen Unterschied im Verständnis und nutzen ihn zu ihrem Vorteil. Direkt gesagt ist jüdische „Konversion“ eine Form von Identitätsschwindel – ein Schwindel, der wiederholt und allgegenwärtig von Juden kollektiv begangen wurde, gegen Nichtjuden kollektiv, zum kollektiven Nutzen von Juden und auf Kosten von Nichtjuden kollektiv. Cengiz Sismans Buch The Burden of Silence: Sabbatai Sevi and the Evolution of the Ottoman-Turkish Dönmes enthüllt ein prominentes historisches Beispiel für diese Art von Schwindel.

Dieses bestimmte Beispiel zu untersuchen wirft Licht auf das allgemeinere und wiederkehrende Muster. Sismans Buch ist ein Feiern solchen Judelns, daher zeigt er nur unabsichtlich den Unterschied in der Wahrnehmung zwischen Juden und Nichtjuden auf und bezeichnet dessen Ausnützung nie wörtlich als Betrug. Doch es gäbe das Buch nicht, wenn „Konversion“ so funktionieren würde, wie Nichtjuden sie sich vorstellen, wenn sie tatsächlich Juden in Nichtjuden verwandeln würde. Wenn das wahr wäre, dann wären die Nachkommen der sabbatianischen Juden, die sich zu Moslems „konvertierten“, vor langer Zeit ununterscheidbar von anderen Türken geworden, und es gäbe keine Dönmeh, über die man schreiben könnte. Es gäbe keine Krypto-Juden irgendwelcher Art. Im Zuge seiner Erklärung, wie die Dönmeh nicht nur existieren, sondern auch großen Einfluß ausgeübt haben, gibt Sisman den Trick preis, der es möglich machte: Nichtjuden von der Vorstellung zu überzeugen, daß jüdische „Konvertiten“ Überläufer seien, die ihr Judeln aufgegeben haben, während die Juden selbst die „Konversion“ als eine Fortsetzung des Judelns mit anderen Mitteln betrachten.

Sisman bezieht sich auf die „Überlebensfrage“ der Dönmeh und fragt, wie sie noch Jahrhunderte nachdem ihre Vorfahren zum Islam „konvertierten“ weiterhin als eigenes Volk existierten. Er findet die Antwort in ihrer absichtlichen Schaffung

einer parallelen Raum- und Zeitzone, in der sie ihre eigenen Friedhöfe, Gebetshäuser, Zeremonien, Wohltätigkeitsvereine und sogar Gerichte hatten. In dieser Welt blieben Frauen großteils zu Hause, trugen die Kultur und gaben „das Wissen“ an zukünftige Generationen weiter, während die Männer in einer Art „Bindeglied“-Rolle zwischen den parallelen Welten agierten. In ihren Parallelwelten, behaupte ich, formten die Untersekten der Dönmeh sich innerhalb einer post-messianischen und mystischen jüdischen Welt und schufen ihre eigene Version der Kabbala.

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Das fünfte Kapitel rekonstruiert sorgfältig die volle Entwicklung von „Krypto-Gemeinschaften“, die ein „offenes Geheimnis“ waren, im sogenannten dunklen Zeitalter der Dönmeh im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert in Relation zu ähnlichen Phänomenen wie jene, die die Frankisten in Ost- und Mitteleuropa erlebten. Ich behaupte, daß der Zeitraum ein sehr entscheidender Moment für die Dönmeh war, nachdem sie „still“ ihre eigentümlichen theologischen Argumente und sozialen Praktiken entwickelten, die es ihnen ermöglichten, ihre eigene parallele messianische Selbstregierung beizubehalten. Währenddessen hörte die Beziehung zwischen den Dönmeh und Krypto-Sabbatianisten in Europa nie auf.

Die Rationale des Krypto-Judelns so deutlich zu beschreiben, im Sinne von Evolution (im Titel) und Überleben (im Text), ist ein sachliches Eingeständnis von dessen biologischer Natur. Der „Parallelraum“, den die Dönmeh schufen, ist genauso entscheidend für das Judeln allgemein. Der Hauptunterschied zwischen offenem Judeln und Krypto-Judeln ist das Maß der Heimlichtuerei, mit der Juden ihren eigenen „Raum“ konstruieren und erhalten. Auf jeden Fall existiert und überdauert das Judeln nur, weil Juden bewußt einen Unterschied zwischen sich und den Nichtjuden machen, zwischen die sie sich einschleichen und die sie ausnützen. Sismans Erzählung vermittelt korrekt den Eindruck, daß das Krypto-Judeln den Juden genauso wenig „aufgezwungen“ wird wie das Judeln. Es ist nur eine andere Art, wie Juden judeln.

Es gibt mehrere berüchtigte Beispiele dafür, wie Juden kollektiv ihre Taktik auf diese Weise ändern – wobei große Gruppen von Juden „konvertieren“ und doch weiterhin als eine verdeckte Gruppe innerhalb einer großen nichtjüdischen Gruppe operieren und bewußt ihre genetische und memetische Identität bewahren, manchmal jahrhundertelang, bis irgendwann die Bedingungen eine „Rückkonvertierung“ begünstigen. Krypto-Judeln ist natürlich mit Absicht heimlichtuerisch, daher gibt es zweifellos viele weitere Beispiele, die Nichtjuden weniger bekannt sind. Außerhalb der Türkei und besonders außerhalb der islamischen Welt sind die Dönmeh selbst kaum bekannt.

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Die Bürde des Judelns (1): „Messianismus“

Von Tanstaafl, übersetzt von Lucifex. Das Original The Burden of Jewing, Part 1 – „Messianism“ erschien am 23. Juni 2019 auf Age of Treason.

Ich habe The Burden of Silence: Sabbatai Sevi and the Evolution of the Ottoman-Turkish Dönmes, geschrieben von Cengiz Sisman und veröffentlicht 2015, zur Hälfte durchgelesen. Das ist eine gute Stelle, um innezuhalten und meine bisherigen Eindrücke zusammenzufassen. Ich wollte mehr über die heimlichtuerischen Kryptojuden der Türkei, die Dönmeh oder Dönmes, erfahren, und es scheint, daß die frühere, kreischigere Phase ihres „stillen“ Judelns besonderer Aufmerksamkeit wert ist.

Die erste Hälfte des Buches fokussiert sich auf den Ursprung der Dönmeh im Osmanischen Reich circa in den 1660ern. Es ist im Wesentlichen eine Biographie des Rabbi Sabbatai Sevi [Schabbtai Zvi] und skizziert auch die sabbatianistische Bewegung, die fanatische Sekte von Juden, die Sevi inspirierte. Zu der Zeit war das Judeln relativ offen und weitverbreitet, und es war selbst von Nichtjuden relativ gut als Judeln erkannt und dokumentiert. Natürlich war das Ausmaß und die Tiefe dieses Judelns nicht gut bekannt und nicht richtig verstanden, selbst von den meisten zeitgenössischen nichtjüdischen Beobachtern.

Die Geschichte spielt sich am Rande Europas ab und verbleibt am Rand des weißen Denkens, aber die Konsequenzen reichen tief und klingen weiterhin nach. Das Thema ist vielversprechend – ein Enthüllungsbericht über Jahrhunderte des heimlichen Judelns -, aber was der Autor abliefert, ist mehr Würdigung als Enthüllung. Das Buch wird als die „erste Monographie über den Sabbatianismus“ beworben, weil es den ersten Versuch darstellt, zeitgenössische nichtjüdische Quellen mit dem eifersüchtig gehüteten Judennarrativ zu integrieren. Nichtjüdische Quellen werden zitiert, aber hauptsächlich, um jene Aspekte der Geschichte zu stärken, die für Nichtjuden am wenigsten interessant sind – die spekulativen, spitzfindigen Abschweifungen darüber, wer was und wo sagte oder tat, beruhend auf immer noch spärlichen Beweisen.

Dankenswerterweise gibt es nur ein paar Abschnitte, wo Sisman es als gegeben annimmt, daß sein Leser mit irgendeinem Punkt der jüdischen Orthodoxie vertraut ist (oder sich darum schert). Seine Prosa ist klar und nicht mit der Theatralik gespickt, die man üblicherweise in jüdischen Versionen der Historie findet. Und es ist nicht schwierig, in dieser Geschichte über eine obskure Sekte von Juden an einem bestimmten Ort die Umrisse allgemeinerer Muster und die viel breitere Wirkung zu sehen, die das Judeln durch Zeit und Raum gehabt hat. Oberflächlich betrachtet beschreibt Sisman, wie die judigsten Juden die Türken bejudelten. Aber er beschreibt auch, wenn auch manchmal zwischen den Zeilen, allgemeiner das Judeln.

Die Doppelnatur seiner Erzählung beginnt mit dem Titel, The Burden of Silence [„Die Bürde des Schweigens“]. Dieser scheint sich vielleicht nur auf die Dönmeh und ihren Schwindeln zu beziehen, aber er trifft genauso sehr auf Den Stamm als Ganzes zu. Dies ist nur eine von vielen Betrügereien, die ihr tribalistisches Strafgesetz des Schweigens begünstigt hat.

Ein ehrlicherer Titel wäre gewesen: Such a Burden to Trick the Goyim, Time and Again, Without Gloating [„Solch eine Last, die Goyim wieder und wieder hereinzulegen, ohne sich hämisch damit zu brüsten“]. Wie bei jeder Entschuldigung für jüdische Krypsis muß man sich die „Last“ des Juden vorstellen, der „gezwungen“ ist zu lügen und sich zu tarnen. Stellt euch das „Schweigen“ vor, nicht frei als Jude kreischen zu können und über die dreckigen Goyim kreischen zu müssen, während man ihr Mit-Goy posiert. Stellt euch das „Trauma“ vor, die Goyim manipulieren zu müssen, von denen man sich nährt.

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Jüdische Sklaverei

Von Tanstaafl, übersetzt von Lucifex. Das Original Jew Slaving erschien am 24. Oktober 2018 auf Age of Treason.

Du wirst die Milch der Völker saugen und an der Brust von Königen trinken. – Jesaja 60,16

Das Folgende ist eine Antwort in Artikellänge auf einen aufschlußreichen Kommentar von High Arka betreffend Janitscharen, die entführten weißen Sklavensoldaten des dschihadisch/jewhadischen Joint Ventures, das allgemein als Osmanisches Reich bekannt ist. Die Juden sind tatsächlich welthistorische Versklaver mit einem Hang zur Versklavung von Weißen. Dies ist eine Widerspiegelung der im Wesentlichen parasitischen Natur der Beziehung zwischen den beiden Gruppen.

Unter den Osmanen waren von Juden versklavte weiße Frauen wahrscheinlich die häufigste Quelle für Mischlinge. Blond, Tall, with Honey-Colored Eyes: Jewish Ownership of Slaves in the Ottoman Empire:

Hunderte von hebräischen schriftlichen Quellen, Dutzende von offiziellen Erlassen, Gerichtsprotokollen (sijillat) und Berichte europäischer Reisender deuten darauf hin, daß Sklavenhaltung – besonders von Frauen slawischer Herkunft – in jüdischen Haushalten in den städtischen Zentren des Osmanischen Reiches vom sechzehnten bis zum neunzehnten Jahrhundert weitverbreitet war.

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Die Dokumente betreffen fast ausschließlich weibliche Sklaven; ich fand nur einen Fall, der einen Mann betraf. Die Sklaverei scheint daher auf diejenigen begrenzt gewesen zu sein, die Haushaltsdienste von der Art leisten würden, die ausschließlich von Frauen ausgeführt werden, einschließlich sexueller Dienste. Dies hilft zu erklären, warum nahezu alle der Sklaven weiße Frauen waren, hauptsächlich von slawischer Herkunft, die bei osmanischen Feldzügen gefangengenommen worden waren, oder von ihren tatarischen Kollaborateuren in Osteuropa, mit nur wenigen von anderer Herkunft – tscherkessisch, kaukasisch, ungarisch und österreichisch. Schwarze Sklaven werden nicht erwähnt. Physische Beschreibungen von Sklavinnen enthalten Bemerkungen über blondes Haar und hellfarbige Augen, obwohl dies möglicherweise einfach die allgemeinen Merkmale der gefangenen und versklavten Frauen widerspiegelt; männliche Präferenz sollte jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Nichtjuden war es verboten, Sklaven zu besitzen, aber Juden taten es trotzdem – ein empirischer Hinweis auf ihre Macht und ihre Privilegien. Damals wie heute spielen dokumentierte Berichte die jüdische Rolle herunter, wenn sie die Schuld nicht gänzlich den Moslems zuschieben, die vorgeblich regierten.

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Dönmeh: Die judeo-islamischen Wendehälse der Türkei

Die Yeni-Moschee („Neue Moschee“), die von der Dönmeh-Gemeinde während der Osmanenzeit in Salonika erbaut wurde

Die Yeni-Moschee („Neue Moschee“), die von der Dönmeh-Gemeinde während der Osmanenzeit in Salonika erbaut wurde

(Übersetzt und mit einem Nachwort von Deep Roots)

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Übersetzung des Wiki-Artikels über die Dönmeh, den ich bereits als Kommentar im Strang zu Carolyn Yeagers Polnischer Minister “verlangt”, dass Deutschland die Eurozone rettet gebracht habe, hier aber nochmals als eigenen Artikel einstelle, damit er besser verlinkt und von den Lesern leichter gefunden werden kann. Man sieht: Auch wo „Türke“ draufsteht, ist nicht immer Türke drin. Interessanterweise gibt es keinen deutschen Wikipedia-Eintrag zum Begriff „Dönmeh“ daher also hier meine Übersetzung des oben verlinkten englischen Wiki-Eintrags:

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Dönmeh (türkisch: dönme) bezeichnet eine Gruppe von Krypto-Juden im Osmanischen Reich und in der heutigen Türkei, die offen dem Islam beitraten und insgeheim eine Form des Judaismus praktizierten, die Sabbatianismus genannt wird.

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Es ist (manchmal) eine ziemlich Borges-mäßige Welt

Von Steve Sailer, übersetzt von Deep Roots. Das Original It’s a Borges Borges Borges Borges World (Sometimes) erschien am 21. Juni 2006 in Steve Sailers Blog „Steve Sailer: iSteve“.

Ich finde Geschmack an Geschichten, die wie bizarre Fiktionen sind, die Jorge Luis Borges sich ausgedacht hat, die aber in Wirklichkeit wahr sind. Mein Favorit ist die Geschichte von der schockierenden Entdeckung, die der Ökonom John Maynard Keynes machte, als er eine Kiste voller Papiere von Isaac Newton kaufte.

Ein weiterer, Borges-würdiger historischer Charakter ist der Falsche Messias Sabbatai Zevi. Als eine der Hauptfiguren in Paul Johnsons A History of the Jews ist der Mystiker Sabbatai Zevi aus dem 17. Jahrhundert, ein bipolarer Ekstatiker aus Smyrna, der sich mit der Hilfe seines brillanten Werbeagenten Nathan von Gaza zum Erlöser der Juden erklärte. Seine Behauptungen verursachten wilde Aufregung in jüdischen Gemeinden überall auf der Welt. Aber als Sabbatai Zevi (es gibt alternative Schreibweisen wie Shabbetai Zevi und Shabbtai Tzvi) 1666 nach Konstantinopel reiste, bedrohte ihn der osmanische Sultan mit dem Tod, falls er nicht ein Wunder vollbringen oder zum Islam konvertieren würde. Er entschied sich für Letzteres.

Nun hätte dies das Ende des Kults sein können, aber Nathan von Gaza war kein gewöhnlicher PR-Sprecher. Johnson schreibt (auf S. 268 – 272):

Nathan war ein herausragendes Beispiel eines sehr fantasiereichen und gefährlichen jüdischen Archetyps, der Weltbedeutung erlangen sollte, als der jüdische Intellekt säkularisiert wurde. Er konnte ein System von Erklärungen und Vorhersagen von Phänomenen konstruieren, das sowohl sehr plausibel war als auch gleichzeitig ausreichend ungenau und flexibel, um sich neuen Ereignissen anzupassen, wenn sie geschahen. Und er hatte die Gabe, seine vielgestaltige Theorie mit ihrer eingebauten Fähigkeit zur Absorbierung von Phänomenen durch Osmose mit enormer Überzeugungskraft und Selbstsicherheit zu präsentieren. Marx und Freud sollten eine ähnliche Fähigkeit ausnutzen…

Der Glaubensabfall wurde in ein notwendiges Paradox oder einen dialektischen Widerspruch umgewandelt. Weit davon entfernt, ein Verrat zu sein, war er in Wirklichkeit der Beginn einer neuen Mission zur Freisetzung der lurianischen Funken [Kabbala], die unter den Nichtjuden und insbesondere im Islam verteilt wurden… Es bedeutete, in das Reich des Bösen hinabzusteigen. Zum Schein unterwarf er [Zevi] sich ihm, aber in Wirklichkeit war er ein trojanisches Pferd im Lager des Feindes. Als er sich in seiner Aufgabe aufgewärmt hatte, wies Nathan darauf hin, daß Zevi immer seltsame Dinge getan hatte. Dies war bloß das seltsamste – selbigen Glaubensabfall als finales Opfer anzunehmen, bevor er die volle Herrlichkeit des messianischen Triumphs offenbarte… Nathan lieferte schnell massive Dokumentation in biblischen, talmudischen und kabbalistischen Texten.

Johnson schreibt:

Als Ergebnis überlebte die shabbatäische Bewegung, manchmal offen, manchmal im Geheimen, nicht nur das Debakel des Glaubensabfalls, sondern existierte über ein Jahrhundert lang weiter.

Aber gibt es eine gleichermaßen borgesianische Fortsetzung zu dieser Fortsetzung? Gibt es die Shabbatäer, auch als Dönmeh oder Dönme bekannt, heute immer noch? Die israelische Zeitung Haaretz berichtete 2002:

Auf der Suche nach Anhängern des falschen Messias

Von Orly Halpern

Aubrey Ross ist ein ungewöhnlicher Mann mit einem ungewöhnlichen Zeitvertreib. Er sucht nach jüdischen Moslems. In der Türkei. Mit Hilfe des Internets. Und er ist überzeugt, daß er ein paar gefunden hat.

In einem Buch mit dem Titel “The Messiah of Turkey”, das in diesem Winter von Frank Cass Publishers in Großbritannien veröffentlicht werden soll, enthüllt Ross, daß es eine Anzahl von Schlüsselfiguren in der gegenwärtigen Regierung der Türkei gibt, die Sabbatäer sind – d. h., Anhänger von Shabbtai Tzvi, eines Juden, der im 17. Jahrhundert behauptete, er sei der Messias, Gott Israels, und später zum Islam konvertierte.

Ross, ein orthodoxer Jude aus London, der an der Hebräischen Universität in Jerusalem Vorlesungen über Mystizismus gehalten hat – aber Universitätsabschlüsse in Ökonomie und in der Geschichte des politischen Denkens hat und ein Pensionsberater des National Health Service in Großbritannien ist – wurde von dem Thema fasziniert, als er das Kapitel über falsche Messiasse in Gershom Scholems „Major Trends in Jewish Mysticism“ las.

„Ich war fasziniert von einem kurzen Satz, in dem es hießt: ‘1970 gab es noch immer viele von ihnen’“, sagt er…

Nach Shabbtai Tzvis Tod, erzählt er, zogen seine Familie und Anhänger nach Salonika. Als Griechenland es 1924 übernahm, kehrten Nachkommen dieser Gemeinschaft in die Türkei zurück…

Ross, der auch Leiter der Hendon United Synagogue ist, einer der größten in London, beschloß vor vier Jahren, ein Buch über seine Entdeckungen zu schreiben. Er begann Türkisch zu lernen und reiste zweimal in die Türkei. „Ich drang in die sabbatäische Struktur ein. Ich traf mich mit dem Präsidenten der sabbatäischen Gemeinschaft. Sie waren soweit, mir eine ihrer geheimen Synagogen zu zeigen, bekamen aber Angst“…

Laut Ross ist die geheime Sabbatäergemeinde mit geschätzten 20.000 Mitgliedern den Sicherheitskräften in der Türkei bekannt, aber nicht der allgemeinen Öffentlichkeit. Die meisten von ihnen leben in Istanbul in großen Luxuswohnblocks im jüdischen Viertel Shishli – ihren Nachbarn unbekannt.

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Die byzantinischen Kräfte hinter der türkischen Politik

 

Blaue Moschee

Von Steve Sailer, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Byzantine Forces Behind Turkish Politics erschien am 19. Juni 2013 in Taki’s Magazine.

Wenn ich mir die Nachrichten von Protesten in Istanbul ansehe, werde ich an damals erinnert, als ich die Dienste eines türkischen Privatdetektivs benötigte.

Ich war in der Türkei und mußte mir die Antwort auf eine wichtige persönliche Frage beschaffen.

Ich hatte es über all die zuständigen Kanäle versucht und am Telefon viele fruchtlose Stunden mit sehr netten türkischen Kundendienstvertretern verbracht, die so hart sie konnten an der Beantwortung meiner Frage arbeiteten. Sie waren – auf die charakteristisch türkische Weise – höflich, besorgt und wollten hilfreich sein.

Sie waren auch nicht sehr wirksam. Die Türkei ist kein Land, das um das Prinzip der Datentransparenz herum errichtet wurde. Stewart Brands altes Cyberspace-Mantra „Information wants to be free“ ist nicht die Art von Idee, die einem Türken automatisch einfallen würde. Stattdessen will Information gehortet und nur von Angesicht zu Angesicht weitergegeben werden.

Dann klopfte es an meiner Tür, und ich wurde mit einem älteren Herrn bekanntbemacht. Er sprach kein Englisch, aber er wurde als einer beschrieben, der in der „Security“ gearbeitet hatte. (Das Wort wurde in solcher Weise artikuliert, daß ich hören konnte, daß es großgeschrieben wurde.) Er hatte, wie hinzugefügt wurde, nahe Verwandte, die gegenwärtig in der Security arbeiteten.

Keine weitere Erklärung wurde angeboten. Verdutzt antwortete ich, daß ich, während ich dieses Unterstützungsangebot sehr schätzte, jede vorstellbare Behörde angerufen hatte und sie die Antwort auf meine Frage einfach nicht wußten. Daher sähe ich nicht, wie irgendwer irgendwas herausfinden könnte.

Nein, wurde mir noch einmal, etwas langsamer, erklärt: Dieser Mann war in der Security. Schreiben Sie einfach auf dieses Stück Papier, was Sie wissen müssen, und er wird die Antwort besorgen.

Ein paar Stunden später kehrte er mit genau dem zurück, was ich hören wollte, bis auf ein paar Dezimalstellen.

Ich fragte den Übersetzer: „Wieso weiß er das?“

„Sicherheitscomputer.“

Ich kehrte aus der Türkei heim, beeindruckt von der Respektabilität der Bewohner, der malerischen Schönheit, den vernünftigen Preisen (da sie aus der Europäischen Union ferngehalten worden war, weil sie nicht gar so europäisch war, wich die Türkei der Euro-Kugel aus, die die rivalisierende griechische Volkswirtschaft niederstreckte) und der Allgegenwart der Vergangenheit. Vor allem erkannte ich, daß ich keine Ahnung davon hatte, was in der Türkei hinter verschlossenen Türen vor sich ging. Das Land ist wirklich byzantinisch, kompliziert und undurchsichtig.

Es ist außerordentlich schwierig, sich eine Analogie zur amerikanischen Geschichte auszudenken, die etwas Licht auf die türkische Politik seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts werfen würde.

Nun gut, versuchen Sie es damit: Stellen Sie sich vor, daß 1908 die fortschrittlichsten Denker von Cambridge, Massachusetts und Greenwich Village die U.S. Army übernehmen. Sie verlegen schließlich die Hauptstadt nach Omaha und benennen das Land in Midwestern Republic um. Aber in den vier Fällen, wo das Land jemanden wählt, der ein wenig christlicher als ein unitarischer Universalist ist, inszeniert die Armee einen Staatsstreich.

Schließlich setzen sich die Mittelwestler gegen die Armee durch. Um ihre lange vereitelte Dominanz allen unter die Nase zu reiben, ordnet die Midwestern Christian Party dann an, daß alle Bars in New York City um 10 Uhr abends schließen, was die New Yorker zum Protestieren auf den Times Square treibt.

Klärt das alles auf?

Nein, ich schätze, das tut es nicht.

Aber darum geht es irgendwie. Je mehr ich über die Vergangenheit der Türkei lernte, desto mehr erkenne ich, wie wenig ich weiß. Die alte, absonderliche Welt zentrierte sich um Konstantinopel, das Caput Mundi [Haupt der Welt] des Mittelalters.

Byzanz wurde 330 n. Chr. von Kaiser Konstantin in Konstantinopel umbenannt. Er wählte es sowohl wegen seiner strategisch überlegenen Lage am Bosporus, der Europa von Asien trennt, als neue Hauptstadt des Römischen Imperiums aus, wie auch wegen seiner taktisch verteidigungsfähigen Lage am Goldenen Horn. Napoleon, kein geringer Beurteiler von Geopgraphie, sagte: „Wenn die Erde ein einziger Staat wäre, dann wäre Istanbul ihre Hauptstadt.“

Nachdem die osmanischen Türken es schließlich 1453 eroberten, regierte das umbenannte Istanbul ihren riesigen Herrschaftsbereich. Als das einst dynamische osmanische Reich langsam zum „kranken Mann Europas“ verfiel, wurde es zur Welthauptstadt des Verschwörungstheoretisierens.

Türken bewundern eine gute Verschwörungstheorie. Sie stehen nicht wirklich auf Ockhams Rasiermesser. Der klügste Kerl im Raum ist nicht derjenige mit der einfachsten Erklärung, sondern derjenige, dessen Idee die meisten Windungen hat.

Vor ein paar Jahren verhaftete der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan Hunderte Offiziere des Militärs unter der Anschuldigung der Teilnahme an einer riesigen Verschwörung namens Ergenekon zum Sturz der Herrschaft seiner islamischen Partei. Die Militärs beteuerten unter Protest ihre Unschuld, aber viele in der Türkei schienen das Gefühl zu haben, daß es, nachdem Erdoğan gegen die Generäle intrigierte, dumm von den Generälen gewesen wäre, sich nicht gegen ihn zu verschwören.

Oder bedenken Sie ein historisches Beispiel. Sie haben bemerkt, daß manche Leute von den Freimaurern besessen sind, was komisch erscheint. Warum die Freimaurer statt der Elche oder der Shriner? (Nun, da gibt es dieses Augapfel an der Spitze der Pyramide auf der Dollarnote…)

Aber im Osmanischen Reich waren Freimaurerlogen tatsächlich Zentren des säkularen Modernismus und von revolutionären Intrigen gegen den Sultan. Warum? All diese Jahre des Erlernens geheimer Arten des Händeschüttelns hielten von schneller Infiltration durch die Geheimpolizei ab. (In der englischsprachigen Welt finden wir Verschwörungstheorien um die Freimaurer komisch, weil die Freimaurer, wie Ben Franklin und George Washington, mehr oder weniger gewannen.)

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Die neo-osmanische Türkei: eine feindliche islamische Macht

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Übersetzung und Bilder: BeforeDawn

Das Original „Neo-ottoman Turkey – a Hostile Power“ ist am 10. April 2010 in OrthodoxyToday erschienen.

In Ergänzung zu Fjordmans vor kurzem hier geposteten Essay über die Türkei Erdogans („Ein gemäßigter Islam – eine Illusion„) bringe ich hier auszugsweise die Übersetzung eines Aufsatzes von Srdja Trifkovic. Ebenfalls von Trifkovic auf diesem Blog: „Großbritannien führt die Scharia ein„.

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Die neo-osmanische Türkei: eine feindliche islamische Macht

von Srdja Trifkovic

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Dienstleistungen für die Ummah

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Als die Regierung in Ankara im Jahr 1963 mit der Unterzeichnug des Ass0ziationsabkommens mit der EWG (wie sie damals noch hieß) den Vorbereitungsprozess zum Beitritt begann, war ihr Ziel, die Türkei „europäischer“ zu machen. Dies ist das Ziel aufeinanderfolgender Versuche zur Euro-Integration verschiedener neo-kemalistischer Regierungen vor Erdogans Wahlsieg vor acht Jahren gewesen, vor allem von den Regierungen von Turgut Özal und Tansu Chiller in den 1990er Jahren. Die Säkularisten hofften, die „europäische Berufung“ der Türkei als attraktive innenpolitische Alternative zum wachsenden Einfluss des politischen Islam präsentieren und gleichzeitig die Bedrohung durch den Islamismus als Mittel nutzen zu können, um von Brüssel politische Zugeständnisse und besondere Zeitpläne zu bekommen. Erdogan und sein persönlicher Freund und politischer Verbündeter Abdullah Gül, der Präsident der Türkei, wollen auch jetzt noch die Mitgliedschaft, aber ihre Motive sind ganz andere. Weit davon entfernt, die Türkei europäischer machen zu wollen, wollen sie jetzt Europa türkischer – viele deutsche Städte sind auf dem Weg schon gut vorangekommen – und islamischer machen, was einer Umkehr der Niederlage von 1683 gleichkäme, ohne dass ein Schuss fiele.

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Wer ist der Feind?

dhakacrowd

Von Baron Bodissey und GoV-Korrespondent JLH. Das Original Who is the Enemy? erschien am 24. August 2010 bei Gates of Vienna.

Vorwort des Übersetzers: ich bringe zunächst den Originalartikel von BB und JLH samt dem Zitat aus dem Coffeehouse Blog, danach einige Kommentare aus dem GoV-Strang und hänge anschließend noch meine eigenen Gedanken dran:

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Seit mehreren Jahren hat es unter amerikanischen Konservativen eine ruhige, aber intensive Debatte gegeben über die Natur der islamischen Bedrohung, der wir alle uns gegenübersehen. Die Mehrheit der Rechten, egal wie entschlossen sie zur Bekämpfung des “Islamismus” im Irak, Afghanistan, Pakistan, oder Iran sind, denken nur widerstrebend über die Möglichkeit nach, daß wir im Krieg mit dem gesamten Islam sein könnten, und nicht nur mit dem „radikalen“ oder „politischen” Islam.

Und ich kann ihnen ihr Widerstreben nicht wirklich vorwerfen. Wer will sich der Aussicht auf einen jahrzehntelangen, fast aussichtslosen Kampf gegen 1,5 Milliarden Menschen stellen? Besonders wenn diese Zahl mit jeder Sekunde zunimmt, nachdem sie schnell immer weitere werfen.

Unser britischer Korrespondent JP schickt einen Blogartikel und ein paar Kommentare dazu, um das Dilemma zu illustrieren, dem sich wohlmeinende Konservative auf dieser Seite des Atlantiks gegenübersehen. Er sagt:

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Leopold I. – der Kaiser wider Willen

Kaiser Leopold I Gemälde

Von Heinz-Georg Hailwax aus dessen Reihe „Waffen und Leute“ im leider eingestellten Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ (dieser Beitrag: Ausgabe Dezember 1995)

Er komponierte, spielte Flöte, dichtete und frönte seiner Jagdleidenschaft – daß er, dem eine geistliche Laufbahn vorbestimmt worden war, dereinst als „Kaiser Leopold, der Große“ in die Geschichte eingehen würde, hätte er nie gedacht.

Wien, am 13. September 1683. Das Schießen hatte aufgehört; das Entsatzheer hatte über die Überzahl der türkischen Truppen den Sieg errungen und die Reichshauptstadt, knapp vor ihrem Fall, von der Türkengefahr befreien können.

Nicht zuletzt war dies die Leistung des Königs von Polen, Jan Sobieski, aber auch die anderen Mitglieder des Entsatzheeres hatten sich gut geschlagen. Als die Schlacht zu Ende ging, war das christliche Heer weit verstreut und befand sich in einer eher mißlichen Lage, da innerhalb der nächsten 36 Stunden die Stadt, in der sich die Leichen türmten, besetzt werden mußte.

Von einem osmanischen Heer unter dem Befehl des Großwesirs Kara Mustafa war die Stadt seit vielen Monaten belagert worden. Verteidigt von einigen Tausend Berufssoldaten, bewacht von der Bürgermiliz, abgeschnitten vom Nachschub und fast ohne Verpflegung, hatten die Wiener ausgehalten, bis das Entsatzheer von den Hängen des Saubergs herab und aus den umliegenden Wäldern herbeizog, sich durch Schanzen hindurchkämpfte, auf den Feind stürzte und in die Reihen der Türken einbrach. Mit dem Mute der Verzweiflung hatten auch die Wiener einen letzten Ausfall gewagt. Aus der Richtung des „Dreimarksteines“, von Westen her, waren dann noch die Panzerreiter („Flügelhusaren“) des polnischen Königs vorgestürmt, in ihren Rüstungen und mit befiederten Feldzeichen auf dem Rücken, und hatten mit ihrer einzigen Attacke den Ausschlag gegeben.

Leopoldsberg - Kahlenberg

Der Leopoldsberg ist ein beliebter Aussichtsberg im Wienerwald. Seit 1935 verbindet die Wiener Höhenstraße den Leopoldsberg und den benachbarten Kahlenberg. Nach dem Sieg gegen die Türken ließ Kaiser Leopold I. die von ihm gestiftete, von den Türken 1683 zerstörte Kapelle 1693 wiedererrichten und dem Heiligen Leopold weihen, woraufhin der Berg den Namen Leopoldsberg erhielt. Der Namen des benachbarten Berges – Sauberg – wurde bei dieser Gelegenheit in den passenderen Kahlenberg umgeändert.

Die Front der Moslems löste sich auf; die Türken und ihre Hilfstruppen stürzten sich blindlings in den Wienfluß und rissen in ihrer Panik auch die zur Verstärkung Herannahenden mit. Kara Mustafa selbst war geflohen, unermeßliche Kostbarkeiten und Nachschubgüter, viele Geschütze, und Munition, auch so manchen christlichen Gefangenen zurücklassend. Die Flucht kam erst in Westungarn zum Stillstand.

Reichtümer im Türkenlager

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200 Jahre Dschihad gegen Österreichs Süden

Abwehrkampf Wien 1683 Peter Dennis

Wien, 12. September 1683

Heute vor 330 Jahren fand vor den Toren Wiens eine der entscheidenden Schlachten der europäischen Geschichte statt: Nach zweimonatiger Belagerung durch die Türken und heftigen Abwehrkämpfen unter Führung von Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg war am Vortag, dem 11. September 1683, endlich das Entsatzheer aus polnischen, kaiserlichen, bayerischen und sächsischen Truppen sowie Kontingenten der südwestdeutschen Fürstentümer auf den Hügeln außerhalb Wiens eingetroffen.

Am Morgen des 12. September, einem sonnigen Sonntag wie heute, kam diese vereinigte Armee von den Hügeln heruntergeflutet, nach den Worten eines osmanischen Beobachters „wie eine Flut von schwarzem Pech, das alles auf seinem Weg erstickt und einäschert.“

Durch das von tiefen Hohlwegen durchschnittene und von Weingärten und Steinmauern zergliederte Gelände kam die Kavalleriestreitmacht des polnischen Königs Jan III Sobieski nicht so schnell voran, wie dieser gehofft hatte, und konnte sich erst gegen vier Uhr nachmittags, als sie das ebenere Gelände um den Schafberg erreicht hatte, geordneter entfalten, um die Türken auf deren linkem Flügel anzugreifen.

Die Kämpfe hatten bis dahin schon seit fünf Uhr morgens angedauert, und als der Großwesir Kara Mustafa Pascha die Gefahr erkannte, auf seiner linken Flanke überflügelt zu werden, zweigte er den Großteil der Truppen seines rechten Flügels ab, aber es war schon zu spät und schwächte noch dazu seinen linken Flügel so sehr, daß er von den Truppen Karls von Lothringen zerschlagen werden konnte.

Mit dem Schlachtruf „Jesus Maria ratuj“ senkten die polnischen Flügelhusaren ihre Lanzen und stürmten mit König Sobieski an der Spitze gegen die osmanischen Reiter, die gerade das offene Gelände im Raum Baumgarten – Ottakring – Weinhaus erreicht hatten. Es gab ein hörbares Splittern von Lanzen, als die Gegner aufeinandertrafen, und ohne unmittelbare Unterstützung gab es viele Verluste unter den Husaren, aber die Osmanen prallten vor der Stoßkraft des Angriffs von zwanzigtausend Reitern zurück. Da ihre Entschlossenheit durch die Desertion von Ibrahim Pascha und das stetige Vorrücken der Kaiserlichen an ihrem rechten Flügel ins Wanken geraten war, wichen sie zurück.

Angriff der Flügelhusaren Peter Dennis

Der christliche Vorstoß zum osmanischen Heerlager signalisierte das Ende der moslemischen Front, die sich auflöste und als ungeordneter Mob vom Schlachtfeld floh.

Als Kara Mustafa erkannte, daß sein Abenteuer zu Ende war, gab er drei Befehle: erstens, daß seine Männer in den Gräben, die den ganzen Tag lang weiterhin die Stadt beschossen hatten, sich zurückziehen sollten, zweitens, die gesamte Ausrüstung zu vernichten und drittens sämtliche Gefangenen zu exekutieren. Zum Glück für letztere war es schon zu spät, um diesen dritten Befehl noch effektiv auszuführen. Nachdem er mit der Lanze in der Hand einen letzten verzweifelten Gegenangriff angeführt hatte, bei dem alle seine Leibwächter und Pagen fielen, flüchtete er durch den Hintereingang seines Pavillons und schloß sich seiner fliehenden Armee an. Die Belagerung Wiens war vorbei.

Osmanisches Reich 1683

Mitteleuropa hatte der zweiten Welle des Großen Islamischen Dschihads erfolgreich widerstanden, obwohl der verheerende Dreißigjährige Krieg zu dieser Zeit erst 35 Jahre zurücklag und es noch durch die Pestepidemie von 1679 – nur vier Jahre davor – geschwächt war. An diese Niederlage der Türken schloß sich ein langer Rückzug an, im Laufe dessen die Grenzen des Osmanischen Reiches, das abgesehen von China damals das größte Reich der Welt war, immer weiter über den Balkan zurückgedrängt wurden, bis schließlich 1923 die heutige Westgrenze der Türkei erreicht war.

Was aber in Deutschland weniger bekannt sein dürfte, ist, daß schon lange vor dieser und der ersten Wiener Türkenbelagerung des Jahres 1529 weite Teile des südlichen Österreichs unter ständigen Türkeneinfällen zu leiden hatten. Diese zweihundertjährige Vorgeschichte zu den Ereignissen von 1683 soll nun das Hauptthema dieses Gedenkartikels sein.

Die „Renner und Brenner“ kommen!

Im Zeitraum von 1473 bis 1483 fielen türkische Heerscharen fünfmal in Kärnten ein. Bereits im 14. Jahrhundert war das Osmanische Reich auf der Balkanhalbinsel vorgedrungen, hatte am 15. Juni 1389 in der denkwürdigen Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo polje im heutigen Kosovo) die Serben besiegt und am 29. Mai 1453 als letztes christliches Bollwerk auf dem Balkan Konstantinopel erstürmt.

Nach dieser Eroberung, die mitsamt den damit verbundenen Greueltaten noch heute an jedem Jahrestag von den Türken mit Umzügen gefeiert wird, drangen die osmanischen Truppen auf dem Balkan weiter nach Nordwesten vor und bedrohten im Jahr 1469 zum ersten Mal die Grenzen Krains im heutigen Mittelslowenien. Die „Renner und Brenner“, wie sie von der leidtragenden Bevölkerung genannt wurden standen also bereits an Kärntens Grenze. Die Berichte, die von Krain nach Kärnten drangen, versetzten die Menschen in Angst und Schrecken. Die Dörfer standen dort in Flammen, die Männer hatte man erschlagen oder als Sklaven fortgeschleppt, Kinder auf Zäune gespießt und Frauen und Mädchen geschändet.

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