Artenschutz oder Bison-Suprematismus?

„Hey Mann, das ist ein schöner Hund; was für eine Hunderasse ist das?“ – „Rasse ist ein Sozialkonstrukt; es gibt nur eine Rasse: die hundliche Rasse.“

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Animal Conservation or Bison Supremacism? erschien am 11. Juni 2017 auf „The Occidental Observer“.

Ich habe eine allgemeine Regel beim Umgang mit den Politkorrekten: schau dir an, was sie tun, nicht was sie sagen.

Ich war sprachlos, als ich kürzlich auf die Bemühungen zur Wiederherstellung der „genetischen Reinheit“ des nordamerikanischen Bisons stieß, dessen überwiegende Mehrheit durch speziesübergreifende Fortpflanzung mit Hausrinder-DNS verunreinigt worden ist. Während es in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein Dogma ist, daß Rasse, Gender und alles sonstige Menschliche Sozialkonstrukte ohne biologische Grundlage sind, sind Naturschutzbiologen entschlossen, die einzigartige genetische Architektur des amerikanischen Bisons zu bewahren.

Der Führer im Kreuzzug für die Wiederherstellung der genetischen Integrität des Bisons ist Dr. James Derr, ein Genetiker an der Texas A&M University. Ein Artikel in Nature über Derrs Bemühungen hat dies zu sagen:

Was bedeutet es, eine Spezies zu retten? Für manche bedeute die Bewahrung des amerikanischen Bisons, sein Genom rein zu erhalten…

Derr hat fast im Alleingang eine Bewegung zur Erhaltung des ursprünglichen Bisons zusammen mit seinem unverfälschten Genom gegründet. Er hat es geschafft, jeden von Bundesbeamten bis zu privaten Naturschutzführern davon zu überzeugen, daß sie sich um die Hausrindergene kümmern sollten, die sich im Bison verbergen. Und er ist überzeugt, daß sein Ansatz – das Genom zu behandeln statt der Tiere – ein Modell für die Bewahrung anderer großer Tiere sein könnte.

Die meisten Menschen sehen die Bewahrung von Wildtieren als eine Sache der Rettung von Individuen; wenn alle Individuen aussterben, stirbt die Spezies aus. Aber diese Überlegung sieht simplistisch aus, wenn man sie auf genomischer Ebene betrachtet. Wenn die Gene einer Spezies sich genügend verändern – zum Beispiel durch gemischte Fortpflanzung -, dann wird diese Spezies zu existieren aufhören, selbst wenn Individuen, die ungefähr wie das Original aussehen, weiterhin gedeihen.

Obwohl mansche Spezies von Natur aus Vermischung untereinander betreiben, haben Menschen andere Vermischungen erzwungen, und dies sind die Fälle, die Derr am meisten Sorgen machen. „Die Bewahrung von Spezies geht tiefer als gerade nur bis unter die Haut“, sagt er. „Es geht um mehr als darum, wie sie aussehen; es geht darum, wie sie sind – das ist das Genom.“ …

Obwohl Verhalten und Morphologie wichtig sind, behauptet Derr, daß eine Spezies ihr Genom ist. „Wenn man das Genom nicht hat, dann macht nichts, was man sonst noch tut, einen verdammten Unterschied“, sagt er. „Was Sie bewahren, ist nicht die Spezies; es etwas verdammt anderes – ein Schatten.“

Es gibt keine Verpflichtung, jede Version jedes Gens zu retten, aber Wildtiermanager sollten reine Herden von der Vermischung mit jenen abhalten, die Rindergene haben, sagt er. Es ist eine einfache Formulierung, die bei einer Anzahl von Naturschützern Anklang gefunden hat.

Nun lesen Sie dieselbe Passage noch einmal und ersetzen Sie „Genom des amerikanischen Bisons“ durch „Genom weißer Europäer“. Seien Sie darauf vorbereitet, beschimpft zu werden oder Ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn Sie dies öffentlich tun.

Bisons und Rinder spalteten sich anscheinend vor 1 bis 1,5 Millionen Jahren auf, haben sich aber periodisch miteinander vermischt und sind in der Lage, fruchtbaren gemischten Nachwuchs aufzuziehen, was bedeutet, daß es keine absolute Unterscheidung zwischen Bison und Hausrind gibt.[1] Im neunzehnten Jahrhundert wurde der amerikanische Bison fast zur Gänze ausgerottet, und die Population fiel auf wenige hundert. Jedoch konnten Rancher die Population allmählich wiederherstellen, die nun über 500.000 zählt. Laut Derr sind diese Nachkommen von auf Ranches aufgezogenen Bisons überwiegend aufgrund gemischter Fortpflanzung mit Rinder-DNS kontaminiert, und die Zahl reiner Bisons könnte nur 8.000 betragen (so sagte er jedenfalls 2009).

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Wir Wolfsbrüder

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Von Deep Roots (post-AdS)

In meinem Beitrag zum Artikel Die Verschafung der Europäer habe ich eine schon vor längerem von mir entwickelte These vorgestellt, die unter anderem auf den Erkenntnissen der Verhaltens- und Evolutionsforschung beruht, daß „der Mensch“ erst durch die Koevolution mit dem zum Hund gezähmten Wolf zu dem wurde, was er heute ist: daß nicht nur die zu Hunden werdenden Wolfsabkömmlinge sich bei ihrer Entwicklung zum Gefährten des Menschen veränderten, sondern daß auch die Menschen dabei in ihrem Verhalten, in ihren sozialen Instinkten und Fähigkeiten Wolfseigenschaften annahmen – in Jagdverhalten, Kooperation, Fürsorge, Empathiefähigkeit und wechselseitiger Loyalität zwischen Anführer und Rudel bzw. Gruppe.

Von diesen Erkenntnissen habe ich erstmals in einer Hundezeitschrift gelesen und später auch in einem Artikel von Andreas Weber aus GEO 7-2012, „Von der Wildnis zum Wir“, den ich nachfolgend präsentiere (ohne die Bilder, mit Ausnahme eines Ausschnitts aus dem Titelbild):

VON DER WILDNIS ZUM WIR

WOLFSBLUT: Wer das Wesen des Haustiers Hund verstehen will, muss sich zuerst mit seinen wilden Verwandten befassen. Wölfe, lange gnadenlos gejagt, durchstreifen seit einiger Zeit wieder den Yellowstone Park in den USA.

WOLFSBLUT: Wer das Wesen des Haustiers Hund verstehen will, muss sich zuerst mit seinen wilden Verwandten befassen. Wölfe, lange gnadenlos gejagt, durchstreifen seit einiger Zeit wieder den Yellowstone Park in den USA.

Dies ist die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft – der Freundschaft von Mensch und Hund. Wie wurde ausgerechnet ein räuberischer Vierbeiner zu unserem engsten Gefährten? Die Antworten liefern heute Einsichten in das Wesen sozialer Bindungen. Und erklären, wie wir selbst wurden, was wir sind.

„HALTEN SIE DIE HÄNDE LOCKER AM KÖRPER und vermeiden Sie hektische Bewegungen“, mahnt die Verhaltensforscherin Friederike Range vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Zuvor hat sie die unterschriebenen Formulare mit dem Haftungsausschluss eingesammelt. „Wir gehen jetzt einzeln durch die Schleuse hinein.“

Ein drei Meter hoher Drahtzaun, mit stromführendem Kabel gesichert, umschließt die zwei 8000 Quadratmeter großen Freigehege. Das „Wolf Science Center“ (WSC) unweit von Wien liegt zu Füßen des Schlosses Ernstbrunn. Wenn es dämmert, heben sich die Türme schwarz gegen den Himmel ab, und von den Gehegen her weht ein vielstimmiges Heulen durch den Abend.

In der Forschungseinrichtung leben die wahrscheinlich besttrainierten Wölfe der Welt. An diesem Tag führen die WSC-Mitbegründerinnen Range und Zsófia Virányi einer Gruppe von Kollegen ihre Tiere vor.

Der Besuch wird schon erwartet. Mit aufgeregtem Schwanzwedeln stemmen zwei weißfellige Welpen ihre matschverklebten Vorderpranken gegen das Zaungitter. Auf den ersten Blick unterscheidet die vier Monate alten Wolfskinder nichts von jungen Hunden. Begeistert lecken sie die Finger der eingetretenen Forscher, springen an Hosenbeinen empor und fahren denen, die sich zu ihnen niederbeugen, mit nasser Zunge durchs Gesicht.

In einiger Entfernung, auf einer hölzernen Ruheplattform, verharren sechs größere Wölfe. Einige Momente lang starren sie reglos zu den Eingetretenen hinüber, dann kommen sie auf langen, federnden Läufen herangetrabt. Sofort begrüßen die Welpen voller Freude ihre Rudelgenossen.

Die älteren Wölfe wirken zäh, zottig und hager, vor allem aber hoch: Sie sind mit ihren ein- bis zweieinhalb Jahren schon deutlich größer als ein Schäferhund. Dabei ist die Freude, mit der sie schwanzwedelnd die Forscherinnen begrüßen, ganz hundehaft.

Die übrigen Besucher schwanken zwischen Nervosität und Faszination. „Es ist unglaublich, so etwas zu sehen“, murmelt der britische Verhaltensforscher Daniel Mills, während die Raubtiere ihn stürmisch beschnüffeln. „Ich hätte nie gedacht, dass Wölfe so zahm werden können.“

Doch manchmal bricht etwas anderes hervor. Wenn zwei der Beutegreifer im Bemühen um die Gunst eines Besuchers zusammenstoßen, entringt sich ihren Kehlen ein bedrohliches Grollen.

Die Tiere, die Range und Virányi großgezogen haben, erinnern in vielem an Hunde im Wolfspelz. Aber es sind und bleiben Wölfe – also weder Schmusetiere noch Bestien. Die Biologen des Wolf Science Centers haben ein Experiment gestartet, um eine der erstaunlichsten Verwandlungen der Naturgeschichte zu erforschen: die Entwicklung des Wolfs zum Hund. Sie wollen rekonstruieren, wie sich Denkfähigkeit und Sozialverhalten des Wolfes verändern mussten, damit dieser zum engsten Begleiter des Menschen werden konnte.

Der Verlauf des Projekts wird nicht nur von Verhaltensforschern mit Spannung verfolgt: Die Ergebnisse könnten auch neues Licht auf die frühe Geschichte unserer eigenen Spezies werfen. Denn zu einer Beziehung gehören immer zwei. Auch wir Menschen mussten erst zu sozialen, fühlenden Wesen reifen, bevor wir beständige emotionale Bindungen eingehen konnten – nicht nur zu anderen Tieren, sondern vor allem zu unseresgleichen. Wie sind wir geworden, wie wir sind? Unter welchen Bedingungen entwickelten wir jene Eigenschaften, die wir als genuin menschlich empfinden?

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Das Richtige tun

Will Williams (rechts) und Kevin Alfred Strom.

Will Williams (rechts) und Kevin Alfred Strom.

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots. Das Original Do the Right Thing erschien am 1. November 2014 in Kevin Alfred Stroms Essays (auf Basis einer Radiosendung von American Dissident Voices, die eine aktualisierte Radioversion von Kevin Stroms klassischem Essay Facing Racial Realities ist).

Später in der heutigen Sendung werde ich Ihnen wichtige Nachrichten über die Zukunft der National Alliance bringen. Aber sprechen wir zuerst über Rasse und „Rassismus“ – darüber, im Leben das Richtige zu tun -, darüber, warum wir hier auf dem Planeten Erde sind, und warum die National Alliance überhaupt existiert.

*   *   *

Das Wort „Rassismus“ ist in ein Synonym für das Böse verwandelt worden. Aber wenn Rassismus nur bedeutet, rassische Gefühle zu haben – ein Gefühl der Verwandtschaft mit den eigenen rassischen Brüdern und Schwestern, ein Gefühl des Verstehens und Dazugehörens, ein Gefühl, Teil einer Kultur zu sein, ein Teil von etwas Größerem als wir selbst – dann brauchen wir vielleicht ein anderes Wort. Dieses Gefühl der Verwandtschaft, das manche lieber Rasseorientiertheit (racialism) oder Rassenloyalität nennen, hat keine Verbindung zu dem „Hass“ oder zu Verfolgung und Versklavung, die man mit dem Begriff zu verbinden begonnen hat. (Tatsächlich gibt es Beweise, daß das Wort „Rassismus“ spezifisch geprägt wurde, um Weiße zu dämonisieren, die weiterexistieren wollen. [Anm. d. Ü.: siehe Osimandias Übersetzung des vorhin verlinkten Artikels.]

Rassische Gefühle sind uns angeboren. Sie sind gut und natürlich. Und es ist eine der schrecklichsten Täuschungen dieses Jahrhunderts, sie als irgendwie „unrecht“ darzustellen. Falls Sie unsere normalen rassischen Gefühle „Rassismus“ nennen wollen, nun, so sei es. Um des Arguments willen werden wir diese Gefühle vorerst „Rassismus“ nennen.

Solange es Rassen gibt, wird es Rassismus geben. Er ist angeboren, hat einen evolutionären Zweck und Wert fürs Überleben und ist sogar in nichtmenschlichen Spezies vorhanden. Rassische Gefühle werden ungefähr so wahrscheinlich verschwinden wie sexuelle Gefühle.

In Wirklichkeit ist Rassismus gut und notwendig für die fortgesetzte Verzweigung neuer Typen menschlicher Wesen von den existierenden Abstammungslinien. Die Evolution wird durch solches Verzweigen möglich gemacht, und rassische Gefühle sind ein wichtiger Teil dessen, was die Zweige getrennt hält. An irgendeinem Punkt weigerte sich Homo sapiens sapiens, sich mit den Untermenschen um ihn fortzupflanzen.

Stockenten und Brautenten können sich kreuzen und tun das vielleicht sogar unter bestimmten außergewöhnlichen Bedingungen. Aber die Mentalität dieser Vögel läßt sie den jeweils anderen Typ meiden, selbst wenn sie im selben Territorium leben. Die Zweige, die einst einer waren, sind nun für alle Zeit getrennt.

Die meisten Weißen – sogar die meisten linken Weißen – wählen instinktiv Weiße als Nachbarn, Schulkollegen und Lebenspartner. Dies ist gut und natürlich und hat wirklich gar nichts mit der Emotion des Hasses zu tun. Evolution, Verzweigung und Separation haben all die wundervolle Vielfalt der Schöpfung hervorgebracht, die wir um uns sehen. Es ist der Weg der Natur. Es ist Gottes Weg. Und buchstäblich die gesamte Naturgeschichte bezeugt die natürliche Vorliebe von Spezies, Subspezies und Rassen, sich an ihresgleichen zu halten.

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Christopher Gérard interviewt Dominique Venner

Giampetrino (Schule von Leonardo): „Diana, die Jägerin“

Giampetrino (Schule von Leonardo): „Diana, die Jägerin“

Aus dem Französischen ins Englische übersetzt von Giuliano Adriano Malvicini; deutsche Übersetzung auf dieser Basis von Deep Roots. Das Original Christopher Gérard Interviews Dominique Venner erschien am 9. Oktober 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Anmerkung des Übersetzers Giuliano Adriano Malvicini:

Das Folgende ist ein Interview mit Dominique Venner von 2001, das ursprünglich anläßlich des Erscheinens seines Buches Dictionnaire amoureux de la chasse veröffentlicht wurde. Es erscheint passend, als letztes Lebewohl, Dominique Venner selbst sprechen zu lassen.

 

Christopher Gérard: Wer sind Sie? Wie definieren Sie sich? Als Werwolf, als weißer Falke?

Dominique Venner: Ich bin ein Franzose aus Europa, oder ein Europäer, dessen Muttersprache Französisch ist, von keltischer und germanischer Abstammung. Väterlicherseits bin ich von altem Lothringer Bauernstamm, aber sie wanderten ursprünglich im siebzehnten Jahrhundert aus dem deutschen Teil der Schweiz aus. Die Familie meiner Mutter, aus der viele sich für eine Militärkarriere entschieden, stammt ursprünglich aus der Provence und aus dem Vivarais. Ich selbst wurde in Paris geboren. Ich bin ein Europäer durch Abstammung, aber Geburt an sich ist nicht genug, wenn man nicht das Bewußtsein besitzt zu sein, was man ist. Ich existiere nur durch Wurzeln, durch eine Tradition, eine Geschichte, ein Territorium. Ich füge hinzu, daß ich dazu bestimmt war, mich den Waffen zu widmen. Sicherlich gibt es eine Spur davon im Stahl meiner Feder, dem Instrument meines Berufes als Schriftsteller und Historiker. Sollte ich diesem kurzen Porträt den Beinamen „Werwolf“ hinzufügen? Warum nicht? Als Schrecken für „vernünftige“ Leute, als Eingeweihter in die Mysterien des Waldes ist der Werwolf eine Gestalt, in der ich mich wiedererkennen kann.

CG: In Le Cœur rebelle  („Das Rebellenherz“, 1994) erinnern Sie mitfühlend an „einen intoleranten jungen Mann, der in sich gewissermaßen den Geruch eines kommenden Sturmes trug“: das waren Sie, als Sie zuerst als Soldat in Algerien kämpften und dann als politischer Aktivist in Frankreich. Wer war also dieser junge Kshatriya, wo kam er her, wer waren seine Lehrer, seine Lieblingsautoren?

DV: Das war es, worauf der „weiße Falke“ in Ihrer ersten Frage anspielte, die Erinnerung an berauschende und gefährliche Zeiten, in denen der junge Mann, der ich war, dachte, er könnte ein feindseliges Schicksal durch eine Gewalt umdrehen, die er als notwendig akzeptiert hatte. Es erscheint vielleicht extrem überheblich, aber zu der Zeit akzeptierte ich niemanden als Lehrer. Sicher, ich suchte nach Anregungen und Handlungsrezepten in Lenins Was ist zu tun? und in Ernst von Salomons Die Geächteten. Ich könnte hinzufügen, daß die Lektüre meiner Kindheit dazu beigetragen hatte, eine bestimmte Weltsicht zu formen, die letztendlich ziemlich unverändert blieb. Ohne bestimmte Reihenfolge erwähne ich Militärische Erziehung und Disziplin in der Antike, ein kleines Buch über Sparta, das meinem Großvater mütterlicherseits gehörte, einem ehemaligen Offizier; La Légende de l’Aigle von Georges d’Esparbès, La Bande des Ayaks von Jean-Louis Foncine, Ruf der Wildnis von Jack London, und später das bewundernswerte Martin Eden. Das waren die formativen Bücher, die ich im Alter von zehn oder zwölf las. Später, mit zwanzig oder fünfundzwanzig, war ich natürlich dazu übergegangen, andere Dinge zu lesen, aber die Buchhandlungen waren damals schwach sortiert. Jene Jahre waren eine Zeit intellektuellen Mangels, den man sich heute schwer vorstellen kann. Die Bibliothek eines jungen Aktivisten, selbst von einem, der Bücher verschlang, war klein. In meiner gab es neben historischen Arbeiten an prominenten Werken Über die Gewalt von George Sorel, Die Eroberer von Malraux, Die Genealogie der Moral von Nietzsche, Service inutile von Montherlant und Le Romantisme fasciste von Paul Sérant, das für mich in den Sechzigern eine Offenbarung war. Wie Sie sehen können, reichte das nicht sehr weit. Aber selbst wenn meine intellektuellen Horizonte beschränkt waren, reichten meine Instinkte tief. Sehr früh, als ich immer noch ein Soldat war, hatte ich das Gefühl, daß der Krieg in Algerien etwas ganz anderes war als das, was die naiven Verteidiger des „französischen Algerien“ sagten oder dachten. Ich hatte verstanden, daß es ein identitärer Kampf für Europäer war, nachdem sie in Algerien von einem ethnischen Widersacher in ihrer ganzen Existenz bedroht waren. Ich hatte auch das Gefühl, daß das, was wir dort – sehr schlecht – verteidigten, die Südgrenzen Europas waren. Grenzen werden immer auf der anderen Seite von Ozeanen und Flüssen gegen Invasionen verteidigt.

CG: In diesem Buch, das eine Art Autobiographie ist, schreiben Sie: „Ich komme aus dem Land der Bäume und Wälder, der Eichen und Wildschweine, der Weinberge und steilen Dächer, der epischen Gedichte und Märchen, der Winter- und Sommersonnenwenden.“ Was für eine Art seltsamer Kerl sind Sie?

DV: Sehr kurz gesagt, bin ich zu bewußt Europäer, um mich in irgendeiner Weise als spirituellen Nachfahren von Abraham oder Moses zu empfinden, aber ich fühle, daß ich gänzlich ein Nachfahre von Homer, Epiktet und der Tafelrunde bin. Das bedeutet, daß ich in mir selbst nach meiner Orientierung suche, nahe an meinen Wurzeln, und nicht an weit entfernten Orten, die mir völlig fremd sind. Der heilige Ort, wo ich meditiere, ist nicht die Wüste, sondern der tiefe und geheimnisvolle Wald meiner Herkunft. Mein heiliges Buch ist nicht die Bibel, sondern die Ilias, das Gründungsgedicht der westlichen Psyche, das auf wundersame Weise und siegreich das Meer der Zeit überquert hat. Ein Gedicht, das sich auf die gleichen Quellen stützt wie die keltischen und germanischen Legenden und dieselbe Spiritualität offenbart, wenn man sich die Mühe macht, es zu entschlüsseln. Dennoch ignoriere ich nicht die Jahrhunderte des Christentums. Die Kathedrale von Chartres ist genauso sehr ein Teil meiner Welt wie Stonehenge oder der Parthenon. Das ist das Erbe, das wir zu unserem eigenen machen müssen. Die Geschichte der Europäer ist nicht einfach. Nach Tausenden Jahren eingeborener Religion wurde uns das Christentum durch eine Reihe historischer Zufälle aufgezwungen. Aber das Christentum selbst wurde teilweise umgewandelt, „barbarisiert“ durch unsere Vorfahren, die Franken und andere. Das Christentum wurde von ihnen oft für einen Austausch der alten Kulte gehalten. Hinter den Heiligen verehrten die Menschen weiterhin die alten Götter, ohne zu viele Fragen zu stellen. Und in den Klöstern kopierten die Mönche oft antike Texte, ohne sie notwendigerweise zu zensieren. Diese Fortsetzung des vorchristlichen Europa geht heute immer noch weiter, aber sie nimmt andere Formen an, trotz all der Bemühungen biblischen Predigens. Es erscheint als besonders wichtig, die Entwicklung der katholischen Traditionalisten zu berücksichtigen, die oft Inseln der Gesundheit sind, die sich dem umgebenden Chaos mit ihren robusten Familien widersetzen, mit ihren zahlreichen Kindern und ihren Gruppen körperlich fitter Jugendlicher. Ihr Festhalten am Fortbestand von Familie und Nation, an Disziplin im Schulunterricht, die Wichtigkeit, die sie dem festen Stand im Angesicht von Widrigkeiten beimessen, sind natürlich Dinge, die in keiner Weise spezifisch christlich sind. Sie sind der Überrest des römischen und stoischen Erbes, das die Kirche bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts mehr oder weniger weitergeführt hatte. Auf der anderen Seite sind Individualismus, zeitgenössisches Kosmopolitentum und die Religion der Schuld natürlich säkularisierte Formen des Christentums, wie auch der extreme Anthropozentrismus und die Entheiligung der Natur, worin ich eine Quelle einer verrückt gewordenen faustischen Moderne sehe, und wofür wir einen hohen Preis bezahlen werden müssen.

CG: In Le Cœur rebelle sagen Sie auch: „Drachen sind verwundbar und sterblich. Helden und Götter können immer wiederkehren. Es gibt keine Unabwendbarkeit außerhalb der Köpfe von Menschen.“ Man denkt an Jünger, den Sie persönlich kannten, und der Titanen und Götter am Werk sah…

DV: Alle fatalistischen Versuchungen in sich abzutöten, ist eine Übung, in der man nie ruhen darf. Davon abgesehen, nehmen wir den Bildern nicht ihr Mysterium und ihre vielfachen Ausstrahlungen, löschen wir ihr Licht nicht mit rationalen Interpretationen. Der Drache wird immer Teil der westlichen Fantasie sein. Er symbolisiert abwechselnd die Kräfte der Erde und die zerstörerischen Kräfte. Durch den siegreichen Kampf gegen ein Ungeheuer erlangten Herkules, Siegfried oder Theseus den Heldenstatus. In Abwesenheit von Helden ist es nicht schwer – in unserer Zeit -, die Anwesenheit verschiedener Ungeheuer zu erkennen, die ich nicht für unbesiegbar halte, selbst wenn sie es zu sein scheinen.

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Die Krabbe und der Sacculina-Krebs

Sacculina-Larven spritzen einen Zellhaufen ins Bein von Krabben. Daraus reift der Parasit, ein rankenähnliches Geflecht, das sich durch den Krabbenleib zieht. Sacculina kontrolliert das Verhalten seines Wirtes und zwingt ihn etwa dazu, die Parasiten-Eier zu pflegen, aus denen neue Larven entstehen.

Sacculina-Larven spritzen einen Zellhaufen ins Bein von Krabben. Daraus reift der Parasit, ein rankenähnliches Geflecht, das sich durch den Krabbenleib zieht. Sacculina kontrolliert das Verhalten seines Wirtes und zwingt ihn etwa dazu, die Parasiten-Eier zu pflegen, aus denen neue Larven entstehen.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“)

In GEO kompakt Nr. 33 „Wie Tiere denken“ erschien ein interessanter Artikel mit dem Titel „Die Tücke der Schmarotzer“ von Sebastian Witte (Illustrationen: Tim Wehrmann), aus dem ich diesen aufschlußreichen Abschnitt zitiere:

Bereits die Besiedelung eines fremden Tieres ist eine Herausforderung. Denn die meisten Wirte versuchen, ungebetene Gäste schnell wieder loszuwerden. So haben etwa Wirbeltiere im Laufe der Evolution ein komplexes Immunsystem hervorgebracht, das Eindringlinge erkennt und bekämpft, etwa mit körpereigenen Killerzellen.

Um die Abwehrmechanismen zu neutralisieren, verfügen Parasiten über eine Vielzahl ausgeklügelter Tricks. So tauschen Trypanosomen – kleine Einzeller, die in den Blutbahnen von Säugetieren und Fischen leben – fortwährend bestimmte Eiweißstoffe auf ihrer Zelloberfläche aus. Dadurch präsentieren sie sich dem Wirt in immer neuer Gestalt, der Angriff seiner Abwehrzellen läuft so ins Leere.

Nicht minder effektiv gehen die Pärchenegel vor. Sie halten sich in den Darmvenen ihrer Versorger auf, wo sie wirtseigene Moleküle abfangen und in ihre Körperhülle einbauen. So täuschen sie dem Immunsystem vor, sie seien ein Teil des Wirts und damit gänzlich harmlos.

Einige Fadenwürmer bringen die Körperabwehr gar dazu, sich selbst zu bremsen. Dazu schütten sie ein Protein aus, das den Wirtsorganismus veranlasst, bestimmte körpereigene Zellen zu produzieren: Gebilde, die den Immuneinsatz gegen die Eindringlinge unterdrücken – und so dafür sorgen, dass die Würmer häufig über Monate in ihren Ernährern heranwachsen können.

Nachdem sie die Abwehrkräfte ihres Wirtes erfolgreich überwunden haben, begnügen sich viele Parasiten keineswegs mit einer Koexistenz. Häufig beginnen sie ihre Versorger regelrecht zu beherrschen, sie geradezu in neue Lebewesen zu verwandeln, die nicht anders können, als sich komplett in den Dienst ihres Schmarotzers zu stellen.

Wie perfekt sie dabei vorgehen, lässt sich bei Sacculina beobachten, einer Krebsgattung aus der Nordsee, die in anderen Krebsen parasitiert, etwa in Strandkrabben.

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Tips und Taps, die Mulattenbären

Braunbärin Susi (Mitte) mit ihren einjährigen Sprößlingen Tips (links) und Taps (rechts) im Mai 2005 im Zoo von Osnabrück. Vater Elvis war ein Eisbär.

Braunbärin Susi (Mitte) mit ihren einjährigen Sprößlingen Tips (links) und Taps (rechts) im Mai 2005 im Zoo von Osnabrück. Vater Elvis war ein Eisbär.

Von Deep Roots, unter Verwendung von Auszügen samt Bildern aus einem Artikel in „bild der Wissenschaft“ (der Originalbeitrag erschien auf „As der Schwerter“).

Im Januar 2004 kamen im Zoo von Osnabrück zwei junge Bären zur Welt, mit denen niemand gerechnet hatte: Mischlinge aus Eisbär und Braunbär. In „bild der wissenschaft“ 2/2012 gab es darüber einen Artikel mit dem Titel „Die neue Bärenmarke“, aus dem ich hier einige Auszüge bringe:

Tips und Taps sind das Ergebnis einer verhängnisvollen Affäre. Die beiden Mischlinge verdanken ihre Existenz der früher mancherorts zwar üblichen, jedoch nicht artgerechten „Gemischtbärenhaltung“. Im Osnabrücker Zoo lebten seit 1980 – ohne daß es je Nachwuchs gegeben hätte – vier verschiedene Bärenarten in Gesellschaft. Im Jahre 2004 waren alle Tiere der Gruppe nach Bärenmaßstäben schon recht betagt. Zunächst herrschte daher Verwirrung: Mit wem bloß hatte Braunbärenmutter „Susi“, deren Schwangerschaft gänzlich unbemerkt geblieben war, eine Liaison gehabt? Schließlich gab es keinen Mann der eigenen Art in Reichweite. Eisbärenmann „Elvis“ mußte es gewesen sein, das wurde schnell klar. Daß er und Susi im Alter den Aufstand gegen die Artenschranken proben würden, damit hatte niemand gerechnet. „Es ist passiert, wir stehen dazu – damals und heute erst recht“, sagt Zoodirektorin Susanne Klomburg. Flugs wurde allerdings nach dem „Unfall“ die Gemeinschaftshaltung aus Braun-, Eis-, Kragen- und Schwarzbären aufgehoben. Einige der Pelztiere zogen in andere Zoos um, andere erreichten ein hohes Alter und starben in Osnabrück.

„Nicht artgerechte Gemischtbärenhaltung“, ein daraus resultierender „Unfall“ in Form gemischten Nachwuchses, wonach die Gemeinschaftshaltung geschwind wieder beendet wurde – interessant, wie anders so etwas in der politkorrekten Moderne gesehen und behandelt wird, wenn es sich dabei um Bären handelt und nicht um Menschen. Es wird aber noch interessanter:

Bedrohte Bastarde Aus moderner tiergärtnerischer und biologischer Sicht sind Hybride wie Tips und Taps nicht erwünscht. Manche Wissenschaftler sprechen sich sogar dafür aus, solche Bastarde zu töten, da die Mischung des Erbguts das Aussterben bedrohter Arten beschleunigen kann. Tips und Taps durften leben. Die „Cappuccino-Bären“, wie die Zoomitarbeiter die beiden wegen ihrer Fellfarbe inzwischen auch nennen, wurden zwar zunächst zögerlich der Öffentlichkeit präsentiert, doch sie eroberten rasch die Herzen der Besucher. Anfang 2012 setzten sie gar zu einem richtigen Karrieresprung an: Die Mißgeschicke von einst sind jetzt das Aushängeschild des Zoos Osnabrück. Hintergrund sind der weltweite Klimawandel und seine Folgen: In Nordamerika werden seit ein paar Jahren in freier Wildbahn vereinzelt Mischlinge von Eis- und Braunbären beobachtet. So wurde 2006 in Kanada ein Bär mit weiß-braunem Fell erschossen: Er ließ sich zweifelsfrei als Hybrid bestimmen. 2010 erlegte ein Jäger einen Bären, der eine gemischte DNA aufwies – also Erbgut mit Anteilen beider Bärenarten. Der Vater war Grizzly, die nordamerikanische Variante des Braunbären, die Mutter aber offensichtlich bereits ein Mischling. Der geschossene Nachwuchs gilt damit als „Hybrid der 2. Generation“. Demnach können sich die Mischbären fortpflanzen – was eigentlich nicht möglich sein dürfte, wenn es sich bei Eis- und Braunbären um zwei getrennte Arten handelt.

Am 10. Mai 2006 schossen Jäger in Kanada diesen Hybridbären – Vater Eisbär, Mutter Grizzly. Damals war die Eisbärenjagd noch erlaubt, sie wurde erst 2008 verboten.

Am 10. Mai 2006 schossen Jäger in Kanada diesen Hybridbären – Vater Eisbär, Mutter Grizzly. Damals war die Eisbärenjagd noch erlaubt, sie wurde erst 2008 verboten.

Daß sich Eis- und Braunbären in jüngster Zeit überhaupt begegnen und Nachkommen zeugen können, liegt daran, daß sich ihre Verbreitungsgebiete immer mehr überschneiden. Forscher machen hierfür Klimawandel und Erderwärmung verantwortlich. Das Schmelzen des arktischen Eises spielt die entscheidende Rolle. Da Barrieren aus Eis schwinden, wird es für Braunbären leichter, in arktische Gebiete zu wandern. Sie ziehen inzwischen weiter nach Norden, während die Eisbären, die mehr und mehr unter Nahrungsknappheit leiden, ihr Jagdrevier womöglich nach Süden ausdehnen, vor allem aber häufiger vor und an der Küste jagen und so zwangsläufig mit Braunbären in Kontakt kommen. Plötzlich überlappen sich die Lebensräume beider Arten.

Super im Schwimmen oder Klettern Oft hätten die Mischlinge Probleme zu überleben, schrieb ein Forscherteam um den US-amerikanischen Wissenschaftler Brendan Kelly vom National Maritime Mammal Laboratory in Juneau, Alaska Ende 2010 im Fachmagazin „Nature“. Die sehr gute Schwimmfähigkeit der Eisbären, die sie für die Jagd benötigen, ist demnach bei den Hybridbären geringer ausgeprägt. Sie verfügen aber auch nicht über die speziellen Fertigkeiten, die Braunbären bei der Nahrungsbeschaffung helfen. Eisbären leben ausschließlich in der Arktis, sind hervorragende Schwimmer und jagen vor allem Robben. Braunbären, zu denen Grizzlys und Kodiakbären gehören, sind dagegen gute Kletterer, bevorzugen gebirgige Waldgebiete und leben zwar auch von der Jagd auf Kleintiere und Fische, vor allem aber von Beeren und Früchten.

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Jef Costello: Mein Kodex, Fortsetzung

Aristoteles vor der Universität von Thessaloniki, Griechenland.

Aristoteles vor der Universität von Thessaloniki, Griechenland.

Von Jef Costello, übersetzt von Deep Roots. Das Original My Code, Continued erschien am 28. April 2014 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

 

In einem früheren Essay teilte ich zehn Aphorismen aus „meinem Kodex“ mit. Falls euch dieser Essay entgangen ist, sage ich nur, daß ich vor ein paar Jahren beschloß, einen Kodex zu erstellen, um danach zu leben. Wie die meisten Dinge, die ich tue, verwandelte sich das in ein größeres Projekt, und ich sammelte schließlich Nuggets „praktischer Weisheit“ aus allen möglichen Quellen: Aristoteles, die Stoiker und Epikureer, die Eddas und Sagas, das mittelalterliche Rittertum, japanisches Bushido, Tyler Durden, G. I. Gurdjieff und sogar den indischen Schiwaismus. Zusätzlich nahm ich darin verschiedene von mir selbst erdachte Aphorismen auf, die in den bitteren (und manchmal nicht so bitteren) Erfahrungen des Lebens geschmiedet wurden. Insgesamt besteht mein Kodex aus etwa 50 Punkten.

Eine Anzahl von Lesern ersuchte mich darum, mehr meiner „Aphorismen“ mitzuteilen; also dann los:

  1. Halte deinen Körper rein und in gutem Zustand.

Ethik gilt nicht ausschließlich dafür, wie wir andere behandeln; wie wir uns selbst behandeln, ist ebenfalls eine Sache von ethischer Bedeutung. Die Scholastiker (die zweimal pro Tag recht haben) lehrten uns, daß der Körper das Fahrzeug der Seele ist. Aber die meisten Menschen würden ihr Auto nie so behandeln, wie sie ihren Körper behandeln. Ich kann kein Junk Food zu mir nehmen, ohne Anfälle von Schuldgefühl zu erleiden, die St. Augustinus grüner werden lassen würden als diese Perlen, die er stahl. Wenn ich eine Woche lang nicht ins Fitneßstudio gehe, habe ich das Gefühl, als würde ich mich in das Bildnis des Dorian Gray verwandeln. Wie ich in anderen Essays hervorgehoben habe, ist unsere Weltsicht eine, die mit der Natur in Einklang steht. Und ich kann meinen Körper genausowenig so verkommen lassen oder vernachlässigen, wie es die meisten modernen Menschen tun, als ich meine Seele durch Popmusik, Fernsehen und moderne „Moral“ korrumpieren lassen kann.

Meine Leser wissen, daß ich kein Christ bin, aber Weisheit findet man überall. Nehmt also den Korintherbrief 6:19-20 zur Kenntnis: „Wißt ihr nicht, daß eure Körper Tempel des Heiligen Geistes sind, der in euch ist, den ihr von Gott empfangen habt? Ihr gehört nicht euch selbst; ihr wurdet für einen Preis gekauft. Ehret daher Gott mit euren Körpern.“ Erhebt euch, ihr Sünder! Steht von der Couch auf und geht ins Fitneßstudio. Wir müssen so weit wie möglich danach streben, uns selbst äußerlich und innerlich schön zu machen. Betet zu St. Leni und St. Arno um Anleitung. Und geht zur Paläo-Ernährung über. Ihr werdet mir danken.

  1. Lebe in Freundschaft mit Tieren.

Dies kommt aus dem Schiwaismus, wie er dem Westen von Alain Daniélou übermittelt wurde. Meine Katze ist mein bester Freund. Zumindest mein bester Freund, der am Ort wohnt. (Meine besten menschlichen Freunde wohnen Hunderte, in manchen Fällen Tausende Meilen entfernt.) Für mich sind Tiere recht nah dran, Leute zu sein. Ich habe in meinem Leben tiefe Bindungen zu meinen Hunden und Katzen gebildet, und sie zu mir. (Ich möchte jeden buchgescheiten modernen Materialistentrottel hauen, der mir sagt, daß meine Katze nur wegen der Wärme auf meinem Schoß sitzt – im Juli.) Menschen wurden dafür geschaffen, zu symbiotischen Beziehungen zu anderen Tieren fähig zu sein. Es heißt oft, daß Hunde die besten Freunde des Menschen sind, weil wir sie im Laufe Tausender Jahre gezüchtet und angepaßt haben. Aber wir mußten uns genauso an die Hunde anpassen. Die Wahrheit ist, daß wir uns gemeinsam entwickelt haben. Und während wir Baumfrösche und Kugelfische nicht ganz in derselben Weise lieben (weil sie einfach nicht niedlich sind), sind wir trotzdem von allem Lebenden fasziniert. Anständige Leute empfinden eine Verantwortung, für die natürliche Welt zu sorgen und sie zu bewahren. Dies ist keine „linke“ Position. Sie ist so rechts wie es nur geht. Fragt Göring, oder Savitri Devi.

  1. Ehre deine Vorfahren und ihre Gebräuche.

Eure Vorfahren zu ehren, heißt, euch selbst zu ehren, weil ihr sie seid. Wir wissen aus Studien an identischen Zwillingen (diesmal in Minnesota durchgeführt, nicht in Polen), daß Temperamente, Meinungen, Einstellungen, emotionale Reaktionen, Bewältigungsmechanismen, Hobbies, Talente, Interessen und Reaktionen auf bestimmte Stimuli alle eine genetische Basis haben. So wie ich älter werde, sehe ich meinen Vater immer mehr in mir selbst – in der Art, wie ich denke, und in meinen Emotionen. Und ich sehe meinen Großvater in ihm. Ich frage mich oft, ob wir nicht alle irgendeine urtümliche Szene ausleben, die mit irgendeinem fernen Vorfahren von mir begann, vielleicht dem Burschen, der mit Wilhelm dem Eroberer 1066 an Britanniens Küsten landete. Ich frage mich, ob die Männer in meiner Familie nicht sowohl gesegnet als auch verflucht sind mit Verhaltensmustern und Charakterzügen, die viele Jahrhunderte zurückreichen.

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Kraft durch Freude

Fidus, „Gebet an die Sonne“, 1913

Fidus, „Gebet an die Sonne“, 1913

Von Jef Costello, übersetzt von Deep Roots. Das Original Strength Through Joy erschien am 28. August 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

 

Als ich jünger war, hatte ich, wenn ich niedergeschlagen war, immer spontane kleine Erlebnisse, die mich sofort aufbauten. Ich hörte ein Lied im Radio. Ich schaute über ein Feld, als plötzlich die Sonne hinter den Wolken hervorkam. Ich spähte über jemandes Zaun und sah eine Rose blühen. In diesen Momenten hatte ich eine Erfahrung, die schwer in Worte zu fassen ist. Der Grund dafür ist teilweise, daß die Erfahrung überhaupt nicht aus Worten bestand, die mir durch den Kopf gingen. Es war kein logischer Prozeß; es wurden keine verbalen Schlüsse gezogen. Stattdessen war es, als wäre ich in einem einzigen Moment über meine Sorgen hinausbefördert worden und wüßte – plötzlich und mit absoluter Gewißheit – daß alles in Ordnung ist und daß schon alles klappen würde. Damit verbunden war, wie ihr euch vielleicht denken könnt, ein Gefühl meiner eigenen Bestimmung – daß ich mich auf etwas hin bewege, und daß es gut war. Diese Erlebnisse waren von einer Emotion begleitet, die ich nur als Freude beschreiben kann.

Diese kleinen Ereignisse halfen mir durch schwierige Zeiten hindurch. Aber als ich älter wurde, begannen die Dinge sich langsam zu ändern. Meine spontanen Epiphanien geschahen seltener. Erst kürzlich begann ich darüber nachzudenken und mich zu fragen, was geschehen war. Ein Teil der Erklärung ist einfach, daß ich älter geworden bin. Wenn man in seinen Zwanzigern ist, dann ist es um vieles leichter, plötzlich von einem Gefühl positiver Bestimmung erfüllt zu werden, einem Gefühl, daß dein ganzes Leben sich vor dir ausbreitet und zu etwas letztendlich Gutem führt. Wenn man auf die Fünfzig zugeht und erkennt, daß das eigene Leben zu mehr als der Hälfte vorbei ist, wird es um vieles schwieriger.

Tatsächlich glaube ich jedoch nicht, daß das Altern die Hauptursache für diese Veränderung ist. Ich denke, daß die reale Wirkkraft Wissen ist. Während ich gealtert bin, habe ich immer mehr über die Welt gelernt – und das meiste von dem, was ich gelernt habe, ist so negativ, daß es einen manchmal einfach überwältigt. Manchmal halte ich inne, um in Gedanken all die Dinge aufzulisten, die an unserer Welt heute nicht in Ordnung sind, und die Erfahrung ist schwindelerregend. Es gibt heute im Westen keinen einzigen Lebensbereich, der gesund und blühend ist. Ich brauche keine Liste dessen zu erstellen, wovon ich rede, weil die Leser dieser Webseite genau wissen, was ich meine.

Wir leben in einer auf den Kopf gestellten Welt, wo alles das Gegenteil dessen ist, was es sein sollte. Alles ist verdreht und pervertiert worden. Egal wohin wir uns wenden, wir finden Anzeichen der Fäulnis. Sie reicht in jeden Winkel. Es ist, als hätte irgendeine dämonische Kraft die Welt gepackt und alle Werte umgedreht. Und das Widerlichste und Bedrückendste von allem ist die Unehrlichkeit. Alles ist heute von ihrem widerlich süßen Gestank durchdrungen. Alles ist Lügen, Lügen, Lügen. Und alle Menschen – oder fast alle – sind Lügner. Die Wahrheit ist, daß meine Kenntnis von all dem, was falsch ist, es für mich zunehmend schwierig gemacht hat, irgendwo irgendetwas Gutes zu sehen. Es scheint an manchen Tagen, als würde mich buchstäblich alles daran erinnern, warum dies die schlimmste aller möglichen Welten ist.

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Eine Lektion aus der Natur

Die hübsche Scharlachtangare: einer von vielen Singvögeln, die durch Invasoren bedroht sind, die die Vögel dazu bringen, für fremde Nachkommen zu sorgen.

Die hübsche Scharlachtangare: einer von vielen Singvögeln, die durch Invasoren bedroht sind, die die Vögel dazu bringen, für fremde Nachkommen zu sorgen.

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots. Das Original A Lesson From Nature erschien am 9. Februar 2009 in Kevin Alfred Stroms Essays. (Ursprünglich als Teil der Sendung von American Dissident Voices vom 10. August 2005 ausgestrahlt.)

Die Bedrohungen für amerikanische Singvögel veranschaulichen in dramatischer Weise die schlimme Notlage von Euro-Amerikanern.

EINE MEINER KLEINEN FREUDEN im Leben ist die Vogelbeobachtung, die mir etwas Frieden in dieser Welt des ständigen Konflikts schenkt.

Über die Jahre habe ich entdeckt, daß man von unseren Nachbarn, den Vögeln, eine Menge lernen kann; Lektionen, welche die Gesetze der Natur veranschaulichen, die für uns genauso gelten wie für sie.

Kürzlich hat mir ein Zuhörer diesen Artikel der Times Dispatch aus Richmond, Virginia, geschickt, mit dem Titel „Singvögel im Mittleren Westen singen den Kuhstärlingsblues – Das Aufziehen von Waisenküken löscht Pflegefamilien aus“:

Der Mittlere Westen ist zum Katastrophengebiet für Zugvögel unter den Singvögeln geworden, und zum Paradies für einen gefiederten Schmarotzer, der andere Vögel durch einen Trick dazu bringt, seine Jungen aufzuziehen.

Singvögel, die tausende Meilen aus Südamerika herfliegen, um in den Wäldern des Mittleren Westens zu nisten, werden von Kuhstärlingen an den Rand des Populationszusammenbruchs gedrängt, die Eier in die Nester anderer Vögel legen und die Wirte zwingen, die Kuhstärlingsküken zu füttern und zu pflegen.

Eine Studie, die heute im Journal Science veröffentlicht werden soll, zeigt, daß die Populationen ziehender Singvögel im Mittelwesten sich im steilen Niedergang befinden, und der Naturforscher Scott K. Robinson vom Illinois Natural History Survey sagt, daß parasitische Kuhstärlinge die Hauptursache sind. Robinson sagte, daß ein einziges Kuhstärlingsweibchen Eier in ein Dutzend Singvogelnester legt und sie dann in der Obhut der Singvögel läßt. „Die Kuhstärlinge schlüpfen früher, wachsen schneller und verdrängen dann die Jungen der Wirte“, sagte Robinson. „Die Singvogeljungen verhungern einfach.“

Robinson sagte, daß die Kuhstärlinge im Mittleren Westen gedeihen, weil die großen Wälder gefällt worden sind, um Farmfelder und Weiden zu schaffen, was die ziehenden Singvögel des Schutzes der tiefen Wälder beraubt. Zu den Singvögeln gehören Tangaren, Grasmücken, Drosseln, Fliegenschnäpper und Kernbeißer.

Eine Untersuchung von 5000 Nistplätzen in fünf Bundesstaaten durch mehr als 125 Forscher und Assistenten fand heraus, daß bis zu 50 % der Singvögel keinen Bruterfolg hatten. Dies ist nicht genug, um die Singvogelpopulation an jenen Orten aufrechtzuerhalten, sagte Robinson. Die Untersuchung wurde in Indiana, Michigan, Wisconsin, Illinois und Missouri durchgeführt.

„Diese Vögel haben keine Evolutionsgeschichte des Umgangs mit Kuhstärlingen“, sagte Robinson. „Sie haben nicht zu erkennen gelernt, daß ein Kuhstärlingsei nicht ihr Ei ist, und daß junge Kuhstärlinge nicht ihre Jungen sind.“

Die meisten Zugvögel unter den Singvögeln, sagte er, „werden auf die Jungen geprägt und sorgen für alles, was im Nest ist“, selbst wenn es ein Kuhstärlingsküken ist. Manche Standvögel jedoch tolerieren die schmarotzenden Kuhstärlinge nicht.

„Der Baltimoretrupial duchlöchert ein Kuhstärlingsei und wirft es hinaus“, sagte er. Rotkehlchen lehnen die Kuhstärlingseier ebenfalls ab. Sowohl Rotkehlchen als auch Trupiale gedeihen.

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HIRNERWEICHER – Der Alptraum der Evolution

Ein Marienkäfer, der von Dinocampus coccinellae infiziert wurde, hat als Glücksbringer ausgedient. Die Wespe legt ein einziges Ei in den Marienkäfer. Die geschlüpfte Larve frisst den Käfer von innen heraus auf, ohne ihn umzubringen. Für den nächsten Entwicklungsschritt verlässt die Wespenlarve den Käfer und spinnt zwischen seinen Beinen einen Kokon. Der Käfer kann nicht mehr laufen, er bleibt als Leibwächter über dem Kokon stehen und schützt ihn vor Feinden, bis die ausgewachsene Wespe schlüpft. Jetzt hat der Käfer ausgedient und stirbt.

Ein Marienkäfer, der von Dinocampus coccinellae infiziert wurde, hat als Glücksbringer ausgedient. Die Wespe legt ein einziges Ei in den Marienkäfer. Die geschlüpfte Larve frisst den Käfer von innen heraus auf, ohne ihn umzubringen. Für den nächsten Entwicklungsschritt verlässt die Wespenlarve den Käfer und spinnt zwischen seinen Beinen einen Kokon. Der Käfer kann nicht mehr laufen, er bleibt als Leibwächter über dem Kokon stehen und schützt ihn vor Feinden, bis die ausgewachsene Wespe schlüpft. Jetzt hat der Käfer ausgedient und stirbt.

Willkommen in der Welt der Parasiten, die andere Lebewesen für ihre Zwecke manipulieren.

Von Carl Zimmer, aus National Geographic November 2014.

Zu sehen, wie aus einem Marienkäfer ein Zombie wird, ist wahrhaft traurig.

Marienkäfer sind hoch entwickelte Raubtiere. Ein einziger kann während seines Lebens mehrere tausend Blattläuse fressen. Um eine Beute auszumachen, sucht der Käfer mit Sensoren in seinen Antennen zunächst nach Duftstoffen, die Pflanzen freisetzen, wenn Insekten an ihnen fressen. Sobald er diese Alarmsignale geortet hat, richtet der Marienkäfer seine Sinne auf Moleküle, die nur von Blattläusen abgegeben werden. Dann schleicht er sich an und schlägt seine Kiefer in die Laus.

Marienkäfer selbst sind gegen die meisten Feinde gut geschützt. Ihre oft schwarz-rote Flügeldecke ist eine Warnung an andere Räuber: „Lass es lieber!“ Denn wenn zum Beispiel ein Vogel den Marienkäfer aufpickt, sondert der Käfer aus seinen Beingelenken giftiges, bitter schmeckendes Blut ab. Die meisten Vögel spucken ihre Beute dann angewidert wieder aus. Schnell lernen sie, die schwarz-rote Farbkombination als Warnung zu deuten und Marienkäfer künftig in Ruhe zu lassen.

Ein Räuber, der vor anderen Räubern geschützt ist: Es scheint, als könnte der Marienkäfer ein wunderbares Insektenleben führen. Wären da nicht Wespen, die ihre Eier in seinen Körper legen.

Eine solche Wespe ist die ungefähr drei Millimeter große Brackwespe Dinocampus coccinellae. Die Weibchen dieser Art stechen einem Marienkäfer in den Bauch und injizieren ihm ein Ei. Bald schlüpft daraus eine winzige Wespenlarve, die sich von der Körperflüssigkeit des Käfers ernährt.

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