An die Survival-Arschgesichter

Von Dunkler Phönix, ursprünglich erschienen am 17. Januar 2017 auf „As der Schwerter“.

Wir haben hier nun wirklich in mehreren sachlichen Artikeln die Nachteile des „Preppens“ und der „Survival“-Ideologie argumentativ dargelegt, aber natürlich ist es zu viel verlangt, dass Menschen, die sich selbst für den Nabel der Welt halten, unsere Artikel lesen, geschweige denn darüber nachdenken und ggf. ihre Weltsicht ändern.

Die dummdreist arrogante Einstellung, man könne auf das eigene Volk, das als dümmlich und feige wahrgenommen wird, verzichten und durch „Survivalismus“ und individuelle Krisenvorsorge für den Ernstfall das persönliche Überleben sichern, ist so brachial doof, dass es fast wehtut.

Survivalisten scheinen schon zu erkennen, dass wir am Rande eines Kollaps stehen, von Ausländerhorden bedroht sind und unsere Gesellschaft zerfällt. Aber da sie Volkszusammenhalt und Gemeinschaft als „Nazi“ betrachten – und Nazis sind ja dumm und vor allem böööse – glauben diese „klugen“ Leute, die beste Option sei ähnlich wie in den zahllosen Zombiefilmen allein oder in kleinen, zufällig zusammengewürfelten Gruppen ums Überleben zu kämpfen. Manch einer scheint auch auf ein „Mad Max“-Szenario zu hoffen, in welchem er nach dem Crash ungestraft alles niederschießen kann, was ihm vor die Flinte läuft.

Wer das auf ihren Foren kritisch beleuchtet, wird als dummer Nazi wahrgenommen, der doch zu „Arsch der Schwerter“ (Mann, was sind diese Leute kreativ!) zurückgehen solle.

Ich kann euch eines garantieren: All die Prepper, Survival-Idioten und Bunkerbesitzer sind im Ernstfall die ersten, die ins Gras beißen!

Ihr könnt ganz einfach testen, ob ich Recht habe oder nicht: Geht ALLEIN in die nächste Innenstadt und sucht Streit mit einer Gruppe von drei bis sechs Alis. Sagt ihnen Dinge wie „geht in die Türkei zurück“ oder „alle Türken haben kleine…“ – sie werden euch nicht einmal ausreden lassen, schon fliegen die Fäuste.

Wenn eure Martial-Arts Künste ausreichen, um mit dieser Gruppe fertig zu werden, sucht euch bitte direkt die nächste und so weiter, bis ihr das Gefühl habt, die Straße gehört jetzt euch.

Ich bin recht sicher, dass ihr dann schnell auf die einzige Art lernt, auf die grottendämliche, verblendete Arschlöcher lernen können: Durch Schmerz! Vielen Dank im Voraus an unsere Bereicherer für diese wichtigste Lektion eures Lebens.

ODER

ihr macht euch einfach klar, dass ihr alleine oder auch in der kleinen Gruppe, egal wie viel Vorräte ihr habt, egal, ob ihr Waffen gehortet habt, egal, wo ihr wohnt, im Ernstfall gegen große Gruppen von Plünderern wehrlos sein werdet.

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Soziale Krisenvorsorge

Von Kairos (ursprünglich veröffentlicht am 4. Juni 2011 auf „As der Schwerter)

Wie Kommentator Meyer im Kommentarstrang zu „Kartoffel werden“ (einem der bemerkenswertesten Kommentarstränge, der jemals in Manfreds „Korrektheiten“ entstanden ist – ich empfehle die komplette Lektüre) bemerkt hat, lässt sich das Recht auf freie Rede auf bewaffnete Männer zurückführen, die den Tod verachten. Solchen Männern kann man nämlich den Mund nicht verbieten.

Man muss sich immer wieder klarmachen, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft unter „Freiheit“ etwas ganz anderes verstehen, nämlich die Möglichkeit zu unbeschränktem Konsum, Promiskuität und „Selbstverwirklichung, das totalisierte Lustprinzip, demgegenüber jeder gesellschaftliche Wert auf der Strecke bleibt, gar als Anachronismus verteufelt wird.

Woher kommt aber diese individuelle Freiheit? Aus der Fähigkeit, sich zu wehren. Wer sich nicht wehren kann, der wird von anderen beherrscht.

Wir sind es nicht mehr gewohnt, uns selbst zu wehren, weil in unserer Gesellschaft Spezialisten dafür ausgebildet werden. Sie sollen uns voreinander und vor Übergriffen von außen schützen.

Was aber, wenn diese Gesellschaft nicht mehr funktioniert?

Genau genommen gehören zur Freiheit nämlich zwei Dinge: Sich wehren können und sich selbst versorgen können (oder in einem Wort: Überleben). Beide Dinge sind in unserer Gesellschaft arbeitsteilig auf Spezialisten abgewälzt worden, damit der Rest von uns an der Produktion von Luxusgütern arbeiten oder faul in der Ecke liegen (im Büro oder an der Uni rumsitzen) kann.

Bis zu einem gewissen Grade macht diese Arbeitsteilung ja auch Sinn, da eine Gesellschaft von Spezialisten einer Gesellschaft von Alleskönnern überlegen ist. Ich sehe aber zwei Probleme:

  1. Die Ausweitung der Arbeitsteilung über die nationalen Grenzen hinaus
  2. Das völlige Verlernen lebenswichtiger Tugenden und Fähigkeiten durch die Spezialisierung

Ad 1:

Wir haben uns daran gewöhnt, die Globalisierung quasi als eine über uns hereinbrechende Naturkatastrophe wahrzunehmen. Keiner mag sie wirklich, aber außer den Spinnern von „attac“ kämpft auch niemand ernsthaft dagegen an.

Eine Auswirkung dieser Globalisierung ist die Aufhebung nationaler Autarkie. Nahezu jedes Land ist von Lieferungen anderer Länder abhängig. Wären all diese Länder Bundesstaaten ein und desselben Reiches, würde es sicherlich Sinn machen, den einen Bundesstaat, in dem nunmal das Ölvorkommen entdeckt wurde, mit der Ölförderung zu betrauen und den anderen damit, Ingenieure auszubilden.

Das Problem am Globus ist aber, dass seine Staaten nicht zu dem gleichen Reich gehören und auch nie gehören werden. Alle Anstrengungen der UN und anderer globalistischer Akteure sind für die Katz. Es wird keine „Eine Welt“ geben, es wird keine Weltregierung geben. So lange es noch Völker gibt, werden sie sich auch selbst regieren wollen.

Länder haben keine Freunde, sondern nur Interessen. Es kann Vermittler geben, die Streit zwischen Staaten schlichten, aber es kann nie eine Organisation geben, welche den Staaten so übergeordnet ist, wie der Staat den Bürgern. Der „Völkerbund“, den Kant erträumte, um den „ewigen Frieden“ zu garantieren, ist nur als ein deformiertes Monster in der Realität erschienen. Die UN, gegründet als Spionageabteilung des KGB und von den Roten zur kulturellen Desorientierung Amerikas gebraucht, hat seit dem Ende des kalten Krieges unmerklich eine Verschiebung der Macht hin zur OIC erlebt.

In der NATO dagegen herrscht die amerikanische Vorstellung von Moral, in der das Recht und die Interessen Amerikas ein und dasselbe sind.

Und so ist eine weltweite Vernetzung durch Internet und neue Medien sicherlich möglich, eine globale Arbeitsteilung jedoch nicht.

Je nachdem, welches Land aus dieser Arbeitsteilung ausbricht, erleidet das System mehr oder weniger schweren Schaden. Und es gibt Länder (wie unseres zum Beispiel), die man aus dieser Arbeitsteilung gar nicht herauslassen wird, so lange es noch die Möglichkeit gibt, sie mit Gewalt dort drin zu halten.

Ad 2:

Ein Spezialist, sagt Bierce, ist ein Experte, der von immer weniger immer mehr weiß, bis er schließlich von nichts alles weiß. Das beschreibt ziemlich perfekt eine Gesellschaft, in der kaum noch jemand weiß, wie man ein Tier schlachtet und ausnimmt, geschweige denn, wie man zur Jagd geht. Eine Gesellschaft, in welcher jeder daran gewöhnt ist, den ganzen Tag über Dinge zu benutzen, von denen er nur eine rudimentäre Vorstellung hat, wie sie tatsächlich funktionieren (Computer, Autos, etc.).

So lange eine Nation stabil und wohlhabend ist, stellt das weiter kein Problem dar. Was aber ist, wenn es kriselt?

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Sturmabwehr – Die Attacke auf den Damm

Von Dunkler Phönix und Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht am 2. Mai 2015 auf „As der Schwerter“; von mir – DR/Lu – für die Nachveröffentlichung hier teils mit ersatzweisen Bildern und Videolinks versehen).

Einleitung: Die Hungerspiele

Die Buch- und Filmserie „The Hunger Games“ (dt. „die Tribute von Panem“) enthält einige Inhalte, die für uns interessant sein können.

Die Geschichte der Serie ist kurz erzählt: In der Zukunft ist von Amerika nur noch eine Hauptstadt, sowie zwölf eher ländlich organisierte „Distrikte“ übrig. Die Distrikte müssen die Hauptstadt mit allen möglichen Waren beliefern. Während die Bewohner der Hauptstadt in dekadentem Luxus leben, sind die der Distrikte mehr oder weniger Sklaven, die mit knappen Essensrationen, Gewalt und den „Hunger Games“ unter Kontrolle gehalten werden. Die Hungerspiele werden von je einem männlichen und weiblichen Jugendlichen aus allen Distrikten jährlich ausgetragen. Die 24 Teilnehmer werden in eine Arena verbracht, wo sie gegeneinander kämpfen, bis nur noch einer übrig ist.

In der Arena liegen Waffen und Vorräte verteilt, es gibt aber auch Fallen, Tiere und Mutanten, die das „Spiel“ erschweren. Die Arena ist riesig, deswegen ist unklar wie die Veranstalter es schaffen, jede Szene zu filmen, die sich dort abspielt – aber natürlich wird alles live als Unterhaltung für die Leute in der Hauptstadt (und gleichzeitig als makabere Erinnerung, wer der Chef ist, an die Leute in den Distrikten) ausgestrahlt.

Die Heldin Katniss Everdeen aus Distrikt 12 hat von ihrem verstorbenen Vater einige Survival- Fertigkeiten erlernt und geht illegalerweise im Wald jagen. Als ihre kleine Schwester an den Hungerspielen teilnehmen soll, meldet sie sich freiwillig, um an ihrer Stelle in die Arena zu gehen.

Im dritten Teil „Mockingjay“ kämpft Katniss als „Maskottchen“ des zerstört geglaubten Distriktes Nr. 13 und produziert Propagandafilme, um die Bewohner in den Distrikten dazu zu bringen, gegen die Hauptstadt in den Krieg zu ziehen.

Genauer wollen und können wir den Inhalt der Bücher und Filme hier nicht wiedergeben, es wird klar, dass insbesondere die Themengebiete Survival, Unterdrückung und Propaganda für uns von Interesse sein können. Wir empfehlen das vorherige Lesen der Bücher (wenn man wenig Schlaf braucht, schafft man ein Buch pro Tag) und das folgende Schauen der Filme (den ersten Teil fanden wir nicht so gut umgesetzt, der zweite ist besser und der dritte, welcher die erste Hälfte des dritten Buches erzählt, ist ziemlich gut – ein vierter Film wird Ende 2015 folgen).

Der Damm

In diesem Artikel geht es uns um die „Damm-Szene“ aus dem dritten Film der Reihe mit dem Titel: „Mockingjay Part I.“

Man kann sie hier ansehen:

(Es könnte für BRD-User Probleme geben, das Video anzusehen, Urheberrecht und so – den Tor-Browser oder ein ähnliches Programm nutzen oder die untenstehende Zusammenfassung lesen! [Aus Österreich geht es anzusehen – Lu.]).

Die eigentliche „Damm-Szene“ beginnt bei 2:00 min, wir empfehlen aber die ganzen viereinhalb Minuten anzusehen, weil die Szene filmisch sehr interessant ist:

• Katniss singt ein trauriges Lied, das ihr verstorbener Vater ihr beigebracht hat. Ihr Filmteam nimmt sie dabei ohne ihr Wissen auf, und das Militär von Distrikt 13 macht einen Propagandafilm daraus.
• Der (natürlich schwarze) Wissenschaftler „Beetie“ erklärt, dass er den Film in den Distrikten senden konnte, aber nicht in der Hauptstadt, weil deren Abwehrschirm zu stark ist (Erklärung, warum der Damm gestürmt wird).
• Nach einigen Streichersequenzen, die zu dem Lied passen, wird die Stimme von Katniss langsam ausgeblendet und man hört stattdessen einen Chor, der das Lied weitersingt. Dabei sieht man eine Menschenmenge in abgerissenen Klamotten langsam einen Hügel hinaufgehen, sie scheinen so etwas wie Särge zu tragen und das Lied von Katniss zu singen.
• Die Musik wird episch, man sieht die Großaufnahme des Damms. Plötzlich nehmen vier „Peacekeeper“ (Soldaten der Hauptstadt in weiß, gesichtslos, weil behelmt) auf der Hauptstraße des Damms Aufstellung und legen Maschinenpistolen an.
• Nun rennt die Menschenmenge (schätzungsweise fünfzig bis hundert Leute) über die Straße auf die Peacekeeper zu. Diese fangen sofort an, gezielte Salven auf die Rennenden zu feuern.
• Die Perspektive wechselt sehr schnell: Erst „steht“ der Zuschauer hinter den feuernden Soldaten, dann „rennt“ er mit dem Mob mit und sieht, wie links und rechts die „Kameraden“ fallen.
• Dann eine Großaufnahme, durch die man sieht, dass auf der anderen Seite des Damms simultan ein ähnlicher Angriff stattfindet.
• Angreifer, welche eine der Kisten tragen, werden niedergeschossen, andere nehmen die Kiste wieder auf und tragen sie weiter.
• Die Menschenmenge kommt bei den Soldaten an und rennt sie einfach um, die Kisten werden im Innern des Damms deponiert, die Bomben darin scharf gemacht, dann explodiert der Damm.
• Man sieht erst in Großaufnahme, wie in der Hauptstadt die Lichter ausgehen, dann befindet man sich in der sich ebenfalls verdunkelnden Villa des Präsidenten und kann seine Reaktion darauf beobachten.

Im Kontext des Films muss man natürlich auf der Seite der Stürmenden sein, die sich gegen die brutale Unterdrückung durch die Hauptstadt wehren (was auch der – kontextuell nachvollziehbare – Grund ist, dass sich die Angreifer nicht durch die Gewehrsalven und die sterbenden Kameraden von ihrem Vorhaben abbringen lassen).

Beim mehrmaligen Schauen der Szene fiel uns aber auf, dass wir mehr und mehr die Perspektive der „Peacekeeper“ einnahmen und uns fragten, wie denn in einer solchen (hypothetischen) Situation, wenn fünfzig bis hundert „Zombies“ (wie wir die Aufständischen in den anschließenden Diskussionen nannten) auf einen zulaufen, die eigenen Chancen stehen.

Also sind wir nach heißen theoretischen Diskussionen über die Szene die Sache wissenschaftlich angegangen und haben ein Experiment gestartet.

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Ab in den Keller! Einlagern von Obst und Gemüse

Von Silvia Pfaffenwimmer, aus „Servus in Stadt & Land“, Ausgabe Oktober 2014.

Früher war Einlagern die einzige Möglichkeit, um auch im Winter an frisches Obst und Gemüse zu kommen. Und auch heute gilt: Wohl dem, der im Herbst einen gut mit Vitaminen gefüllten Erdkeller hat.

Eine Kindheitserinnerung: In den Lehm geschlagene Ziegel, der Geruch nach feuchter Erde. Karotten, Sellerie und Petersilie stecken ihre Köpfe vorwitzig aus dem Sand. Auf hölzernen Pritschen lagern Kraut und Kohl, Birnen und Äpfel. Draußen friert es Stein und Bein, drinnen in der Küche wartet die Mutter, dass die Tochter nicht länger im Keller herumtrödelt und endlich das Gemüse für die Suppe bringt.

Jahre sind seitdem ins Land gegangen. Und nur mehr wenige Häuser verfügen heute über einen naturbelassenen Erdkeller. Mit der Tiefkühltruhe und dem „Wir haben immer alles“ der Supermärkte geriet diese Methode der Lagerhaltung zunehmend ins Abseits. „Dabei ist Einlagern die älteste, einfachste und kostengünstigste Art, Obst und Gemüse über den Winter zu bringen“, weiß Gabriele Wild-Obermayr, die gemeinsam mit ihrem Mann Klaus einen Gemüsehof im oberösterreichischen Traunviertel bewirtschaftet.

VON DER HÖHLE ZUM GEMÜSEKELLER

Richtig gemacht, hat das Einlagern entscheidende Vorteile gegenüber anderen Arten der Konservierung. Es macht wenig Arbeit und erhält – anders als das Einkochen, Einmachen oder Dörren – alle Vitamine und Mineralstoffe. Es spart Energie und damit auch Kosten, die etwa beim Einfrieren oder beim stundenlangen Trocknen im Backrohr anfallen.

Über Jahrtausende schützten Höhlen, später auch Lagerräume, die unter Häusern oder im Freien errichtet wurden, Obst und Gemüse vor dem Verderb. Schon die Römer nannten ihren Vorratsraum cella, wovon sich unser Wort Keller ableitet.

Damals wie heute gibt es zwei unumstößliche Parameter, die über die Haltbarkeit des Eingelagerten entscheiden: hohe Luftfeuchtigkeit und konstant niedrige Temperaturen. Beides bietet ein ins Gelände eingelassener Erdkeller. „Wer mit Selbstversorgung liebäugelt, sollte also bereits beim Hausbau an diese Möglichkeit denken“, rät Gabi Wild-Obermayr. Geschickt in den Garten integriert, ist so ein Keller auch fürs Auge ein Gewinn.

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Büchsen-Licht (9): Praxistest Kurzkarabiner FR 8

Der spanische Kurzkarabiner FR 8 im Kaliber 7,62 x 51 NATO (.308 Winchester) mit aufgepflanztem CETME-Bajonett.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf As der Schwerter“).

Vor kurzem konnte ich ein Exemplar des spanischen Kurzkarabiners FR 8 schießen, der bereits in meinem Artikel Büchsen-Licht (3): Militärische Mausergewehre erwähnt wurde.

Diese Waffe entstand aus umgebauten Karabinern Modell 98/43 (siehe den Mauserartikel), die neue, nur 47,5 cm lange Läufe im Kaliber 7,62 x 51 mm NATO (.308 Winchester), neue Lochscheibenvisierungen und geschlitzte Mündungsfeuerdämpfer erhielten. Die Vorderschäfte wurden gestutzt und erhielten eine Abdeckplatte mit Durchlässen für den Lauf und das darunterliegende, mit dem Kornträgerring verbundene Rohr, das für den Gaszylinder einer Gasdruckeinrichtung gehalten werden könnte, in Wirklichkeit aber einen Putzstock enthalten soll. An dem mir vorliegenden Gewehr habe ich jedoch keinen solchen Putzstock gefunden; das freistehende, mit einem federnden Druckstift im Haltering befestigte Rohr ist hinten geschlossen und endet mit einem kleinen Stahlzapfen, der in ein Loch der Abdeckplatte eingreift, hinter dem sich allerdings schon eine in den Vorderschaft hineinführende Bohrung befindet. Den vorderen Abschluß des Metallrohrs, auf dem sich die Bajonetthalterung befindet, kann abgeschraubt werden. Vielleicht befand sich in dem Rohr normalerweise eine Reinigungsschnur.

Neben dem FR 8, der auf dem Modell 98/43 beruht, gibt es noch den FR 7, der ein ansonsten gleichartiger Umbau aus älteren spanischen Mausergewehren ist (meist aus dem M 1916, seltener M 1893) und sich vom FR 8 durch einen geraden Kolbenhals und einen nach unten gebogenen Kammerstengel unterscheidet. Das Kürzel „FR“ steht übrigens nicht, wie im oben verlinkten Wikipedia-Artikel angegeben, für „fusil de repetición“ (Repetiergewehr), sondern für „fusil reformado“, also überarbeitetes/umgebautes Gewehr.

Die so entstandenen Kurzkarabiner haben ein parkerisiertes Finish. Zur Herkunft der Läufe gibt es unterschiedliche Angaben: laut Wikipedia kamen sie aus Steyr-Fertigung, während im VISIER-Sonderheft 56 „Repetiererfamilie System 98“ steht, es seien für das CETME-Sturmgewehr gefertigte Läufe gewesen, zum Teil von FN.

Ein Teil dieser Kurzkarabiner wurde bis in die 1970er-Jahre von berittenen Einheiten der Guardia Civil bei ihren Patrouillen geführt; der Großteil davon wurde in den Arsenalen gelagert, bevor er in größeren Stückzahlen auf den Surplus-Markt gelangte. Auf den FR 8 lassen sich die 98er-Bajonette nicht aufpflanzen, dafür aber das 34 cm lange Machetenbajonett für das spanischen CETME-Sturmgewehr.

Daten des FR 8:
Gesamtlänge: 96 cm
Lauflänge: 47,5 cm
Gewicht (ungeladen) 3,7 kg
Kaliber: 7,62 x 51 NATO (.308 Win.)
Magazinkapazität: 5 Patronen

Die Schießpraxis

Der von mir getestete Kurzkarabiner ist aus einem 1952 im Werk La Coruña gefertigten 98/43er Mauser entstanden (es gab auch welche aus dem Werk Santa Barbara). Als erstes fiel mir auf, daß die für 100 Meter bestimmte offene V-Kimme des ansonsten als Scheibendiopter ausgeführten Visiers einen etwas zu geringen Augenabstand hat, wodurch man sie beim Zielen – vor allem mit nicht mehr ganz jungen und dazu noch bildschirmstrapazierten Augen – zu unscharf sieht. Zwar gilt sowieso, daß man beim Zielen auf das Korn fokussieren und eine Unschärfe der Kimme und des Ziels in Kauf nehmen soll, aber bei einem Augenabstand, der für ein Dioptervisier bemessen ist, wird die Unschärfe einer offenen Kimme doch etwas zu groß; diese Visiereinstellung taugt eher zur schnellen Zielerfassung im Verteidigungsfall auf nähere Entfernung bis höchstens 100 m. So sieht die Visierung des FR 8 aus:

FR 8 Dioptervisier, hier auf die offene 100-Meter-Kimme eingestellt.

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Büchsen-Licht (8): Springfield M 1903, MAS 1936 und Schweizer K 31

Springfield M 1903 mit S-Schaft. Hier ist die Vorderschaft-Greifrille der ursprünglichen Ausführung gut zu sehen. Anscheinend wurde bei diesem Gewehr nachträglich die bei diesem Modell serienmäßig noch nicht vorhandene zweite Entlastungsbohrung an der rechten Seite der Verschlußhülse angebracht.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; Preise auf dem Stand von 2012)

In diesem „Büchsen-Licht“ zum Thema Militärrepetierer werde ich die noch verbliebenen Gewehrtypen aus dieser Sparte behandeln, die dem bewaffnungsinteressierten Leser unterkommen könnten, wenn man von Exoten einmal absieht. Dieser Artikel entstand hauptsächlich auf Grundlage des zweibändigen Werks „Infanteriewaffen gestern“ von Reiner Lidschun und Günter Wollert (ISBN 3-89488-036-8) sowie diverser Artikel im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ und in „VISIER“.

Die erste Baureihe davon ist das amerikanische Springfield M 1903, das im Jahre 1903 bei den US-Streitkräften eingeführt und in verschiedenen Modellen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und sogar noch von 1950 bis 1953 während des Koreakrieges bei diesen im Einsatz war. Diese lange Dienstzeit war nicht nur darauf zurückzuführen, daß die Umbewaffnung der amerikanischen Truppen auf das neue Selbstladegewehr Garand M 1 nicht im geplanten Tempo machbar war, sondern auch darauf, daß diese Konstruktion von ausgezeichneter Qualität war und sich schon im Ersten Weltkrieg hervorragend bewährt hatte. Insgesamt wurden vom Springfield M 1903 zwischen 1903 und 1944 von allen Varianten etwa 3,2 Millionen Exemplare produziert.

Dasselbe Gewehr Springfield M 1903 mit S-Schaft von links.

Das Springfield-Gewehr gehörte zweifellos zu den beispielhaften Waffenkonstruktionen von Anfang des 20. Jahrhunderts, wenngleich die in der US-Fachliteratur häufig vorkommende Einschätzung, es sei das beste Infanteriegewehr aller Zeiten gewesen, eine patriotisch eingefärbte Übertreibung sein dürfte. Allerdings ist lediglich der zweiteilige Schlagbolzen eine amerikanische Konstruktion. Das seinerzeit geringfügig verbesserte Verriegelungssystem ist jedoch eine Mauser-Entwicklung, das Spannstück eine Konstruktion der norwegischen Firma Krag-Jørgensen und das Magazin eine Lee-Enfield-Erfindung. Unbestritten sind allerdings die sehr guten Schußleistungen des Springfield-Gewehrs und die außerordentliche Präzision bei der Fertigung des Systems, auch die gute Oberflächenbearbeitung und Schäftung sowie alles in allem das anspruchsvolle Design.

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Büchsen-Licht (7): Steyr-Mannlicher „Scout“

Von Deep Roots (unter Verwendung eines IWM-Testberichts von Martin Schober). Ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; die im Artikel beschriebene waffengesetzliche Situation und die Preise sind noch auf dem Stand von 2012, bzw. das nun seit dem 1. Oktober 2012 aktuelle Waffengesetz 2010 war damals noch nicht in Kraft.

In meinen bisherigen Waffenbeiträgen habe ich mich auf die Vorstellung preisgünstigerer Waffen konzentriert (Äxte, günstigere Kipplaufflinten und Jagdbüchsen, militärische Repetiergewehre), ausgehend von der Überlegung, daß Leute, die willens und in der Lage sind, größere Geldbeträge für Waffen auszugeben, meist ohnehin bereits welche besitzen werden. Allerdings ist mir mittlerweile der Gedanke gekommen, daß es auch Leser geben wird, die sich durchaus auch teurere Waffen leisten können und wollen, aber bisher nicht wußten, wie relativ formlos man in Österreich derzeit noch Waffen der Kategorie C (meldepflichtige Waffen, d. h. Repetierbüchsen, Einzelladerbüchsen diverser Systeme sowie Bockbüchsflinten) und Kategorie D (nicht meldepflichtige Waffen, d. h. Kipplaufflinten) erwerben kann.

Derzeit (bis 30. September 2012) ist es noch so, daß Büchsen, die keine Halbautomaten sind (Vollautomaten sind sowieso verboten), von österreichischen Staatsbürgern frei ab 18 Jahren erworben werden können, wobei das Gewehr von Inhabern einer Waffenbesitzkarte oder eines Waffenpasses sofort nach Kaufabschluß mitgenommen werden kann, während man sich andernfalls ausweisen muß, damit der Händler bei der Waffenbehörde anfragen kann, ob gegen den Kunden kein persönliches Waffenverbot besteht. Falls keines besteht, kann die Waffe drei Werktage nach Kaufabschluß abgeholt werden. In beiden Fällen wird nur vom Händler ein Meldeformular ausgefüllt, in dem Art, Type und Seriennummer des Gewehrs sowie Name, Geburtsdatum, Anschrift und Ausweisnummer des Käufers eingetragen werden. Das Original bekommt der Käufer, die Kopie verbleibt beim Händler und ist von diesem sieben Jahre lang aufzubewahren. Bei Weiterveräußerung von Privat an Privat braucht keine Meldung an die Behörde zu erfolgen, sondern der Veräußerer muß dem Erwerber nur angeben, bei welchem Händler das Gewehr zuletzt gemeldet war, damit der Käufer, der die Waffe bei irgendeinem Händler melden muß, das in der Meldung unter „Zuletzt gemeldet bei…“ angeben kann. Ob der Erwerber das auch macht, liegt außerhalb der Verantwortung des Veräußerers.

Das geht aber nur noch bis zum 30. September 2012 so, denn ab 1. Oktober 2012 tritt die Waffengesetznovelle 2010 in Kraft, und dann müssen sämtliche neu im Handel erworbenen Schußwaffen (Kategorien B, C und D) im zentralen elektronischen Waffenregister des Innenministeriums registriert werden, und während die bisher schon in Privatbesitz befindlichen B-Waffen von den jeweiligen Bezirkswaffenbehörden aufgrund ihrer Unterlagen an dieses Register gemeldet werden müssen, ist jeglicher Altbesitz von C-Waffen (vor 1. Oktober 2012 erworben) bis spätestens 30. Juni 2014 ebenfalls bei diesem elektronischen Zentralregister nachzumelden. Nur Altbesitz von D-Waffen (Kipplaufflinten) braucht nicht nachgemeldet zu werden, außer im Falle einer Weiterveräußerung an Dritte nach dem 30. September 2012.

Da aber die Meldungen der ab 1996 erworbenen C-Waffen elektronisch nicht verwertbar sind, wie auch der Ex-Vizekanzler und nunmehrige niederösterreichische Landesjägermeister Josef Pröll in einem Interview mit der IWÖ bestätigte, sieht es nun so aus:

Wenn z. B. Jörg Hinterhuber bereits ein Repetiergewehr besitzt oder jetzt in der nächsten Zeit erwirbt und es noch vor dem 1. Oktober 2012 an einen anderen Privaten weiterveräußert, braucht er der Behörde nichts davon mitzuteilen, und falls die Behörde irgendwann später mal von ihm wissen wollte, was aus dieser Waffe geworden ist, kann Jörg Hinterhuber sich auf diese Veräußerung berufen, und die Behörde muß ihm das glauben und kann nicht feststellen, ob das stimmt (Hinterhuber muß ja nicht einmal mehr wissen, wie dieser Käufer geheißen hat), oder ob er das Gewehr vielleicht doch noch besitzt (oder womöglich illegalerweise an seinen Bekannten Jens Klawuttke aus Magdeburg weiterverkauft hat).

Hier werde ich nun ein etwas teureres Gewehrmodell vorstellen, und zwar aufgrund einer Anregung unseres Lesers Richard, und weil es in seiner Art etwas Besonderes ist, das „Scout“ der Firma Steyr-Mannlicher, das inzwischen in den Kalibern .223 Remington (5,56 x 45 mm NATO), .243 Winchester, 7 mm-08 Remington und .308 Winchester (7,62 x 51 mm NATO) erhältlich ist, wahlweise mit Rückstecher- oder Direktabzug. Anders als im weiter unten wiedergegebenen Testbericht aus dem Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ von 1998, wo ein 2,5fach vergrößerndes Zielfernrohr offenbar zum Lieferumfang gehörte, gilt der heutige Grundpreis nur für das Gewehr ohne Zielfernrohr, nur mit der aufklappbaren Behelfsvisierung.

Steyr Scout von links mit zwei fünfschüssigen Magazinen.

Hier die Preisliste laut dem Katalog von Jagd & Sport 2011/12, damit interessierte Leser gleich wissen, ob sie sich das Ding leisten können:
Steyr-Mannlicher Scout ohne Zielfernrohr, inkl. 2 Magazine á 5 Schuß: € 1.929,00,
Aufpreis Camouflage-/Timberdesign-Schaft: € 146,00
Schafteinlagen aus Holzimitat in Vorderschaft und Kolben: € 77,00
HC-Adapter für 10schüssiges Magazin: € 92,00
Extra-Magazin 5schüssig: € 64,00
Extra-Magazin 10schüssig: € 104,00
Schaftverlängerung (1 cm): € 23,00
Weiche Schaftkappe: € 23,00

Zum Kaufpreis inklusive gewünschter Extras muß dann noch das Geld für ein Zielfernrohr plus Montageteile addiert werden. Wer sich bis September nur das nackte Gewehr leisten kann, nicht jedoch die Zieloptik, sollte sich auf jeden Fall jetzt schon das Gewehr sichern, denn das Glas kann man auch später noch nachrüsten.

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Büchsen-Licht (6): Mosin-Nagant-Gewehre

Feuerzauber: Mündungsblitze der starken Infanteriepatrone 7,62 x 54R aus den kurzen Läufen von Mosin-Nagant-Karabinern auf einem nächtlichen Schießstand.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; die Preisangaben im Artikel entsprechen dem Stand von 2012)

Dieser Beitrag behandelt ein weiteres klassisches Infanteriewaffensystem, nämlich die russischen Gewehre und Karabiner des Systems Mosin-Nagant 1891. Quellen hierfür waren diverse Artikel im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ und in „VISIER“, die Bücher „Infanteriewaffen gestern“ und „Schützenwaffen heute“ von Günter Wollert, Reiner Lidschun und Wilfried Kopenhagen sowie eigene Praxiserfahrungen und Gespräche mit anderen Schützen.

Das Mosin-Nagant-Waffensystem gehört zu den wenigen Konstruktionen, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und mit kleinen Änderungen und Verbesserungen beide Weltkriege überlebten. In seiner Konstruktion lassen sich einige Details finden, die bei dem berühmtesten und in der Welt am verbreitetsten System – dem Mauser 98 – besser gelöst waren, z. B. die Art der Sicherung. Die lange Lebensdauer der Waffe zeugt jedoch von der Qualität der Mosin’schen Konstruktion. Im Verlauf etlicher Jahrzehnte und im harten kriegerischen Einsatz entsprach die Waffe den Anforderungen an eine Armee-Standardwaffe und bewies weitgehend ihre Nützlichkeit, Verläßlichkeit und geringe Störanfälligkeit.

Ihre Geschichte reicht zurück in die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts, als die Militärbeschaffungsstellen des russischen Zaren ganz im Trend der damaligen Zeit nach einem kleinkalibrigen Repetiergewehr suchten. Gefunden wurde diese neue Waffe für die Zarenarmee mit dem Mosin-Nagant-Gewehr im Drei-Linien-Kaliber 7,62 mm, dessen erste Variante, heute als Modell 1891 bezeichnet, 1891 eingeführt wurde. Dabei handelt es sich um die Kombination eines vom russischen Offizier Sergej Mosin in der staatlichen Waffenfabrik Tula entwickelten Systems mit dem von den belgischen Waffenkonstrukteuren Emile und Leon Nagant entworfenen Repetiergewehr mit einreihigem Magazin. Vom Mosin-Gewehr wurde die Systemhülse samt Verschluß übernommen und von der Nagant-Waffe das Magazin.

Mosin-Nagant-Waffen, von oben nach unten: ursprüngliches Zar-Nikolaus-Gewehr 1891; vermutlich ähnliche Ausführung ohne Riemenbügel; 2 x Gewehr 1891/30; Karabiner Modell 1938; Karabiner Modell 1944.

Die neue Patrone vom Kaliber 7,62 x 54R, die heute noch in Nord- und Osteuropa als Sport- und Jagdpatrone ein hohes Ansehen genießt und in Finnland als 7,62 x 53R bezeichnet wird, wurde zunächst mit einem Rundkopfgeschoß laboriert und 1908 mit einem 9,7 g schweren Spitzgeschoß an die neuen Anforderungen an Infanteriemunition angepaßt. Die 7,62 x 54R rückte somit in die Leistungsklasse der heutigen .308 Winchester (7,62 x 51 NATO).

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Büchsen-Licht (5): Preisgünstige Zentralfeuerbüchsen

Kipplaufbüchse Baikal IJ-18 MN

„Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet, wird für diejenigen pflügen, die das nicht getan haben.“

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“, hier nachveröffentlicht ohne den inzwischen überholten waffengesetzlichen Anfangsteil; davor zuletzt aktualisiert am 20. Juni 2014; Preise Stand 2012)

DIE WAFFEN

Nach meinen bisherigen Waffenartikeln folgt hier nun ein Beitrag für diejenigen Leser, die etwas Weitschußtauglicheres als eine Flinte und etwas Stärkeres als ein Kleinkalibergewehr (Randfeuerbüchse) wollen, eine Alternative zu Unterhebelrepetiergewehren, aber keinen klassischen Militärrepetierer in der Art eines Mausergewehres oder einer Lee-Enfield, weil sie sich vielleicht als Waffenlaien nicht auf den Kauf einer solchen alten Gebrauchtwaffe einlassen wollen oder sich den harten Rückstoß einer starken Infanteriepatrone aus einem Gewehr mit metallener Kolbenkappe nicht zumuten möchten.

Für diese gibt es hier eine Übersicht an günstigen Büchsen, die man neu „von der Stange“ kaufen kann und die schießfertig nicht viel über tausend Euro kosten. Mit „schießfertig“ ist gemeint, daß standardmäßig eine offene Visierung vorhanden ist, sodaß man zum Gewehr nicht auch noch ein Zielfernrohr dazukaufen muß, wofür samt Montage bei angemessenem Wertigkeitsverhältnis etwa noch einmal der Preis der Basiswaffe einzurechnen wäre (wer ein Zielfernrohr möchte, sich aber bis 1. Oktober nur ein „nacktes“ Gewehr in dieser Preisklasse leisten kann, kann dieses später immer noch formlos mit einem ZF nachrüsten). Das günstigste Angebot ist hier die

Kipplaufbüchse Baikal IJ-18 MN: € 382,00 (bei Jagd & Sport)

Die einschüssige Kipplaufbüchse Baikal IJ-18 MN ist von der Einlaufflinte Baikal IJ-18 abgeleitet (siehe Teilchenbeschleuniger). Sie ist in den Kalibern .222 Remington, .223 Remington (5,56 x 45 mm NATO), .308 Winchester (7,62 x 51 mm NATO), .30-06 Springfield und dem klassischen Kalaschnikow-Kaliber 7,62 x 39 mm erhältlich. Der Lauf ist im selben Verfahren kalt gehämmert wie bei den Steyr-Mannlicher-Repetiergewehren, was man am spiralig gewundenen Laufaußenprofil erkennt. Das Gewehr hat ein Standvisier, Riemenbügel, eine Kunststoff-Kolbenkappe und eine 11 mm Prismenschiene für Zielfernrohrmontage. Es gibt keinen Ejektor, sondern nur einen Patronenauszieher. Als Schaftmaterial steht das dunklere Nußbaumholz, das hellere Buchenholz oder Kunststoff zur Auswahl.

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Büchsen-Licht (4): Lee-Enfield-Gewehre

Lee-Enfield-Gewehre: Im Vordergrund ein „Jungle Carbine“ No. 5 Mark 1, darunter eine No. 4 Mark 1, dahinter ein SMLE.

Von Deep Roots (ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“; im Artikel angegebene Preise noch auf dem Stand von 2012)

In diesem vierten Teil meiner Büchsen-Serie stelle ich eines der erfolgreichsten Militärrepetierer-Systeme der Welt vor, das sich gut ein Jahrhundert lang – länger als jedes andere System – im Truppendienst hielt. Dieses geht auf die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurück, als sich die britischen Militärbeschaffungsstellen für das Lee-Enfield-Gewehr entschieden, das in seiner ersten Version im Dezember 1888 von den britischen Streitkräften übernommen wurde. Die Waffe entstand aus dem Lee-Metford-Gewehr, das nach der Umrüstung der Truppe auf Nitropatronen mit dafür ausgelegten Läufen aus Enfield versehen und mit dem Magazinsystem des schottischstämmigen Amerikaners James Paris Lee ausgerüstet wurde, der als Erfinder des abnehmbaren Kastenmagazins gelten kann. Mit dieser damals revolutionären Erfindung wurde die neue Gewehrserie ausgestattet, die wegen der damals noch gängigen Vorstellungen vom präzisen Schuß über weiteste Entfernungen auch noch an der linken Schaftseite ein spezielles Weitschußvisier bis 2800 Yards aufwies. Merkwürdigerweise erkannten die Briten nicht, welche Vorteile das einsteckbare Magazin bietet. Wurde zu Anfang noch zu jedem Gewehr ein Reservemagazin ausgegeben, so wurden diese später wieder eingezogen und die Magazine am Gewehr sogar mit einer kleinen Kette befestigt (obwohl diese Kette später wieder entfiel, gab es die dafür bestimmte Öse an der Systemunterseite sogar noch bis zur No. 4 Mark 2!).

Frühes Lee-Enfield-Gewehr Mark I*, noch mit Magazinabschaltung (hier aktiviert) und Staubschutzdeckel und ohne Ladestreifenbrücke.

SHORT, MAGAZINE, LEE-ENFIELD: DAS GEWEHR No. 1 (SMLE)

Um die Jahrhundertwende entstand aus den Lee-Enfield-Gewehren das SMLE („Short, Magazine, Lee-Enfield“), das fast fünfzig Jahre lang die britischen Truppen auf die Schlachtfelder begleiten sollte. Beim SMLE mit seiner stutzenartigen Mündung, den hohen Kornschutzbacken und dem langen, bis zur Mündung reichenden Handschutz wurden die unangenehmen Erfahrungen aus dem Burenkrieg berücksichtigt, wo man es zum ersten Mal mit einem zumindest gleichwertig bewaffneten Gegner zu tun hatte. Nach den peinlichen Gefechten, in denen sich die britischen Truppen ziemlich blamierten, wurde die Schuld auf das Lee-Metford geschoben. Zu Recht, was einige Details an der Waffe betraf, wie die ab Werk vorjustierten, aber nicht nachgeschossenen Visierungen mit stark abweichenden Treffpunkten, oder der zu kurze Handschutz und die klappernden Schäfte. Zu Unrecht, wenn das ganze Gewehr als dem Mauser unterlegen geschildert wurde.

Die wahren Gründe lagen nicht nur in den von den Buren meisterhaft geführten Mauser-Gewehren. Zwar waren die Mauser-Repetierer M 1896 im Kaliber 7 x 57 (von denen der Schweden-Mauser im Kaliber 6,5 x 55 ein Ableger ist) den Lee-Gewehren technisch und ballistisch etwas überlegen, aber der wahre Grund lag in den Buren, die die Geländeverhältnisse kannten und zu ihrem Vorteil ausnutzen konnten. Mit der Waffe regelrecht lebend, konnten sie die Perfektion der Mauserbüchsen voll ausnutzen, während die Engländer eine eher mäßige, erst nach dem Debakel verbesserte Schießausbildung erhielten. Der wichtigste Vorteil lag aber bei der Kampfmoral der Buren darin, daß sie in ihrem eigenen Land kämpften.

Die Veränderungen am SMLE gegenüber seinen Vorgängern betrafen außer den großen, optisch auffallenden Maßnahmen, wie dem bis zur Mündung von Vorderschaft und Handschutz umschlossenen Lauf, an dem man sich nun nicht mehr die Finger verbrennen konnte und bei dem es nicht mehr so schnell zu Hitzeflimmern in der Visierlinie kam, auch kleinere Modifikationen, wie zum Beispiel die Materialänderung der Kolbenkappe von Eisen zu Messing. Im Jahre 1907 kam es auf diesem Wege der vielen kleinen Schritte zum SMLE Mk. III (später, nach der Einführung des Gewehrs No. 4 Mk. 1 wurde das SMLE auch als Lee-Enfield No. 1 Mk. III bezeichnet). Natürlich blieb die Entwicklung nicht stehen, so fiel zum Beispiel die überflüssige Weitschußvisierung und die Magazinabschaltung weg, woraus das (No. 1) Mark III* entstand.

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