Eine gediegene Studie über die Rodney-King-Unruhen von 1992

Von C. F. Robinson, übersetzt von Lucifex. Das Original Solid Gold Study of the 1992 Rodney King Riot erschien am 28. April 2017 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Brenda Stevenson

The Contested Murder of Latasha Harlins: Justice, Gender, and the Origins of the LA Riots

Oxford: Oxford University Press, 2013

Die Rodney-King-Unruhen sind nun mehr als zwei Jahrzehnte her. Mit solch einer Distanz ist es möglich, die Unruhen zu untersuchen und zu sehen, was die langfristigen Auswirkungen wirklich waren. Der Konflikt begann am Nachmittag des 29. April 1992, nachdem die vier weißen Beamten des Los Angeles Police Department (LAPD), die beim Schlagen des schwarzen Autofahrers gefilmt worden waren, der den Krawallen den Namen gab, von einem Geschworenengericht in Simi Valley freigesprochen wurden. Jedoch waren die Rodney-King-Unruhen in Wirklichkeit der Höhepunkt von rassischen und sozialen Spannungen zwischen Schwarzen und Koreanern, die voll losgingen, als eine Koreanerin, Soon Ja Du, einem schwarzen Teenagermädchen, Latasha Harlins, wegen einer geringfügigen Tätlichkeit und des Verdachts auf Ladendiebstahl in den Hinterkopf schoß. Soon Ja Du erhielt von Richterin Joyce Karlin ein minimales Urteil ohne Gefängnis, nachdem Du in einem rassisch aufgeladenen Prozeß schuldig gesprochen worden war. Die Geschichtsprofessorin Brenda E. Stevenson von der University of California in Los Angeles untersucht in diesem exzellenten Buch die sich überschneidenden Leben der koreanischen Ladeninhaberin Soon Ja Du, der verstorbenen Latasha Harlins und der jüdischen Richterin Joyce Karlin.

Latasha Harlins und ihre Mörderin Soon Ja Du.

Wie man sich vorstellen kann, gibt es in einem Buch, dessen Untertitel Justice, Gender and the… lautet, schon etwas an Passivform, Euphemismen und politisch korrektem „Nichtbemerken“, aber nicht viel davon. Dieses Buch ist eine ernsthafte Studie über die Ursprünge des LA Riot.[1] Für staatsbürgerlich tugendhafte Alt Righters ist dieses Buch gediegenes Gold für das Verständnis des instabilen Gemeinwesens der Vereinigten Staaten nach den „Bürgerrechten“ und dem Hart-Celler-Einwanderungsgesetz von 1965, und was zu tun wäre, um solch eine Affäre in der Zukunft zu vermeiden oder um auf eine solche zu reagieren.

Latasha Harlins

Stevenson erzählt die Geschichte der Familie Harlins ab ihren Tagen als Ex-Sklaven und Farmpächter im Tiefen Süden gleich nach dem Bürgerkrieg. Sie erzählt diesbezüglich eine standardmäßige „der-Süden-ist-böse“-Geschichte und beschreibt dann den nächsten großen Sprung der Familie Harlins – von Mississippi und Alabama nach East Saint Louis im Jahr 1949. Der Ballungsraum von Saint Louis war unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ein Magnet für migrierende schwarze Farmpächter und Landarbeiter.[2] Nach dem Umzug nach East Saint Louis durchlief Ruth, die Familienmatriarchin der Harlins‘, eine Reihe von „romantischen“ Beziehungen als unverheiratete Teenagerin, und sie resultierten in zwei Töchtern, die für die Geschichte entscheidend sind: Crystal und Denise. Der Mythos, der behauptet, daß die schwarze Familie vor der Aufhebung der Rassentrennung in den 1960ern in gutem Zustand gewesen sei, trifft bei Ruth Harlins eindeutig nicht zu, die nie die Männer geheiratet zu haben scheint, die ihre Kinder in den 1950ern zeugten.

Das Verhalten der Familie Harlins kam direkt aus dem Ghetto, mit ungewisser Elternschaft und sehr vielen Leuten, die ein gewaltsames Ende fanden. Zwei von Ruths Brüdern wurden in einer Schießerei unter Schwarzen ermordet, und ihre Tochter Crystal wurde am Thanksgiving-Tag von 1985 von einer sexuellen Rivalin getötet. Crystal ist Latashas Mutter.

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Das Eremitenkönigreich

nordkorea-parade

Von Matt Parrott, übersetzt von Kairos. Das Original The Hermit Kingdom erschien am 3. Dezember 2010 bei Counter-Currents Publishing.

Nordkorea ist vielleicht mehr als jede andere Nation auf der Welt komplett außerhalb des Radars unserer globalen kosmopolitischen Oberherren. Auf einer gewissen Ebene ist die Faszination für das Regime in rassisch denkenden Zirkeln verständlich, da das Regime in aufsässiger Weise ausländischen Einfluss ablehnt, die gemeinsame Identität feiert und (für uns am wichtigsten) ihr rassisches Erbe annimmt. Dies wird sicherlich von unserer Regierung und den Medien in zwielichtiger Weise präsentiert.

Aber Nordkorea ist echt zum Kotzen. Kim Jong Il ist kaum ein Faschist westlicher Tradition, seine Gewohnheiten und Hobbies erinnern eher an Mugabe als an Mussolini. Er ist ein schlechter Intendant seines Volkes und frönt der Art von materiellem Exzess, die selbst Groupies von Puff Daddy peinlich fänden. Zum Beispiel lässt er, wenn er Russland in seinem Privatzug bereist, Pause für per Luftpost gelieferte Hummergerichte machen.

Trotz all den Reden über die Zurückweisung der Moderne ist er ein eifriger Basketballfan, der entzückt über einen von Michael Jordan signierten Basketball war, den Madeleine Albright ihm bei einem Staatsbesuch mitbrachte. Er hat mehr amerikanische Mainstream-Filme gesehen als wir alle zusammen. Der Versuch seiner Familie, den traditionellen Glauben seines Landes durch einen bizarren „Personenkult“ zu ersetzen, ist so weit weg von jeder Tradition wie es nur geht.

Wie auch immer, so schrecklich Nordkorea ist, und wir reden hier von einer Menge Schrecklichkeit, es hat verstanden, seine ethnische Identität intakt zu halten. Es ist schwer zu sagen, wieviel davon tatsächlich der Ideologie zu verdanken ist (sein kultureller Geschmack macht mich skeptisch). Ich denke, es hat die gleiche Ursache wie das Verbleiben meiner Heimatstadt in ethnischer Homogenität: Armut.

Genauso wie Gott seine bevorzugten Frauen mit Hässlichkeit schlägt, um ihre Jungfräulichkeit zu bewahren, schlägt er seine bevorzugten Gemeinschaften mit Armut, um ihre rassische Reinheit zu bewahren. Wenn die Bewohner von Michigan Henry Ford mit Mistgabeln aus dem Staat gejagt und ihre Fabriken niedergebrannt hätten, dann wäre der Staat noch immer das sichere und zahlungsfähige Replikat des nordischen Heimatlands seiner ursprünglichen Siedler.

Südkorea, Japan, Taiwan und China geraten zunehmend unter Druck ihr „demographisches Problem“ zu lösen, die Überalterung zu bekämpfen, indem die Spinne der Drittweltimmigration geschluckt [Link aus dem Originaltext!!!] wird. Nordkorea kennt solchen Druck nicht. Selbst afrikanische Kriegsflüchtlinge würden lieber in einer Zeltstadt in tropischem Klima unter ihresgleichen verhungern als in Nordkorea.

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Paul Singer und die Universalität des „Antisemitismus“

Paul Singer, Gründer und Präsident von Elliott Management Corp.

Paul Singer, Gründer und Präsident von Elliott Management Corp.

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Paul Singer and the Universality of „Anti-Semitism“ erschien am 1. August 2015 im „Occidental Observer“. (Anm. d. Ü.: Das Titelbild war im Originalartikel vorhanden, ist aber jetzt, wo dieser von der Startseite gerutscht ist, nicht mehr drin. Von den 17 Permalinks im Originaltext habe ich nur zwei übernommen, da es zu mühsam gewesen wäre, mir die anderen alle zu holen.)

 

Eine der grundlegendsten Positionen für Weißenfürsprecher, die sich mit dem jüdischen Einfluß befassen, muß die Überzeugung sein, daß Feindseligkeit gegen Juden am jüdischen Verhalten liegt anstatt allein an der kulturellen Pathologie oder psychologischen Tendenzen von Nichtjuden. Ein bedeutendes Testgebiet für diese Position ist die Notwendigkeit, daß es antijüdische Einstellungen unter geographisch, rassisch und kulturell verschiedenen Völkern gibt, und daß die Gründe hinter dieser Feindseligkeit ziemlich einheitlich sind. In Separation and Its Discontents argumentierte Kevin MacDonald, daß eine soziale Identitätstheorie des Antisemitismus sehr mit der Annahme kompatibel ist, daß Antisemitismus eine sehr häufige Eigenschaft menschlicher Gesellschaften im Allgemeinen sein wird. Die Gründe für diese weite Verbreitung liegen im jüdischen kulturellen Separatismus, der zur Wahrnehmung der jüdischen Gruppe als etwas Fremdes führt; in Ressourcen- und Fortpflanzungskonkurrenz zwischen Gruppen und schließlich in der Tatsache, daß die Juden aus kulturellen und genetischen Gründen sehr geschickt in der Ressourcenkonkurrenz gegen Nichtjuden sind. Zusätzlich sind Juden geschickt darin, die Kultur zu beeinflussen und intellektuelle und politische Bewegungen zu schaffen und zu beeinflussen, die oft gegen die Interessen der Wirtsbevölkerung laufen. Wo immer diese Verhaltensweisen und Umstände vorhanden sind, tragen sie zur Erweckung von Feindseligkeit bei einer Wirtspopulation bei.

Trotz überwältigender Beweise zur Unterstützung unserer Position behauptet die große Mehrheit der jüdischen Historiographie und der jüdischen Apologeten weiterhin etwas ganz anderes. Unsere Gegner haben erfolgreich die Sichtweise verbreitet, daß Antisemitismus ein eigentümliches westliches Phänomen sei, das mehr oder weniger in einem Cocktail aus böser christlicher Theologie, den unausgesprochenen Frustrationen der kapitalistischen Gesellschaft, der despotischen Natur der westlichen Familie und sogar unterdrückter sexueller Gelüste wurzelt. Ein entscheidender Aspekt bei der Aufrechterhaltung dieses Narrativs ist die Herunterspielung des nichtwestlichen (hauptsächlich moslemischen) Antisemitismus gewesen, oder der Versuch, ihm ein anderes Gesicht zu geben. Wie jedoch MacDonald angemerkt hat, „ist das Bemerkenswerte am Antisemitismus, daß es eine überwältigende Ähnlichkeit der Beschwerden gibt, die über Juden an verschiedenen Orten und über sehr lange historische Zeiträume erhoben wurden.“ [1] Unter den universalen Themen, die von MacDonald hervorgehoben wurden, liegt das Thema der Ressourcenkonkurrenz und wirtschaftlichen Vorherrschaft vielleicht an vorderster Stelle.

Ich wurde kürzlich dazu veranlaßt, über die Universalität dieses Themas nachzudenken, als ich Medienberichte über koreanische und argentinische Reaktionen auf die Aktivitäten von Paul Singer und seiner aus demselben Volk stammenden Teilhaber an Elliot Associates untersuchte, eines Arms von Singers Hegdefonds Elliot Management. Die koreanische Geschichte hat ihre Ursprünge in den Bemühungen von Samsungs Dachgesellschaft Cheil Industries, SamSung C&T zu kaufen, den Technik- und Konstruktionszweig der breiteten Samsung-Unternehmensfamilie. Die Aktion kann als Teil einer Bemühung gesehen werden, die Kontrolle über das Konglomerat durch die Gründerfamilie Lee und ihres anscheinenden Erben Lee Jae-Jong zu stärken. Schwierigkeiten entstanden, als Singers Firma, die einen 7,12%igen Anteil an SamSung C&T besitzt und selbst versucht, ihren Einfluß und ihre Kontrolle in fernöstlichen Technikfirmen auszudehnen, Einsprüche gegen diesen Schritt erhob. Die Geschichte ist ziemlich typisch für jüdische Schwierigkeiten beim Eindringen in die Geschäftskulturen im Fernen Osten, wo undurchdringliche Familienmonopole, die in Korea chaebols genannt werden, häufig sind. Diese neue Geschichte erinnerte mich sehr stark an die Bemühungen des jüdischen Finanziers Daniel Loeb im letzten Jahr, einen Vorstandssitz bei Sony zu erhalten. Loeb erhielt wiederholt eine Abfuhr vom leitenden Geschäftsführer Kuzuo Hirai und verkaufte schließlich aus Frustration seinen Anteil an der Sony Corporation.

Das vorwiegend in jüdischem Besitz befindliche und von Juden betriebene Elliot Associates hat eine Menge Eigeninteresse daran, die Lee-Familie an der Konsolidierung ihrer Kontrolle über das Samsung-Konglomerat zu hindern. Als rassische Außenseiter war Singers Firma in ihren 52tägigen Versuch der Verhinderung dieser Fusion zu mehreren taktischen Maßnahmen gezwungen. Zuerst kamen Prozesse. Als diese scheiterten, posierten Singer und seine Partner als Verteidiger koreanischer Interessen, gründeten eine koreanischsprachige Webseite und behaupteten, daß ihre Position in Wirklichkeit nur zur Hilfe für einheimische koreanische Aktionäre gedacht sei. Diese Variante des vertrauten Themas der jüdischen Krypsis war ziemlich erfolglos. Die Familie Lee ging sofort in die Offensive und scheute sich anders als viele Westler nicht, die Aufmerksamkeit auf die jüdische Natur von Singers Einmischung und auf die schäbige und sehr parasitäre Natur der anderen Unternehmungen seines Fonds zu lenken.

„Wegen Elliot Associates erlitt der Kongo noch mehr Elend.“

„Wegen Elliot Associates erlitt der Kongo noch mehr Elend.“

Die Lee-Offensive begann mit einer Reihe von Karikaturen, die auf Samsungs Webseite gepostet wurden. Die meisten griffen die Art auf, wie Elliot Associates sein bemerkenswertes Wachstum genossen hatte, indem es sich auf den Kauf der Staatsschulden von in Schwierigkeiten geratenen Ländern um einen Bruchteil ihres Wertes konzentrierte, bevor es rücksichtslose rechtliche Maßnahmen einsetzte, um jene Länder auf Werte zu verklagen, die die ursprünglichen Schulden weit überstiegen. Auf ihrer grundlegendsten Ebene ist diese Praxis in Wirklichkeit einfach dieselbe wie die jüdische Beteiligung an der mittelalterlichen Steuerpächterei. Über die ältere Praxis schreibt Salo Baron in Economic History of the Jews, daß jüdische Spekulanten einen Pauschalbetrag an die Schatzkammer zu zahlen pflegten, bevor sie sich gnadenlos gegen das Landvolk wandte, um „beträchtliche Überschüsse zu erhalten… falls nötig mit rücksichtslosen Methoden.“ [2] Die Aktivitäten von Elliot Associates sind in Wirklichkeit dieselbe Spekulation mit Schulden, nur daß hier der Handel mit Wucher in globalem Maßstab praktiziert wird, wobei die feudalen Kleinbauern von einst durch ganze Nationen ersetzt werden. Die obige Karikatur bezieht sich auf die spezifischen Aktivitäten von Elliot Associates im Kongo, wo es ursprünglich 32,6 Millionen Dollar an Staatsschulden dieses Landes zum Tiefstpreis von unter 20 Millionen Dollar kaufte. In den Jahren 2002 und 2003 zwang ein (taktisch gewähltes) britisches Gericht die kongolesische Regierung, sich mit geschätzten 90 Millionen Dollar abzufinden, worin die überaus wichtigen Zinsen und Gebühren enthalten waren. Elliot Associates wurde schnell als der exemplarische „Geierfonds“ bekannt.

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Die gelbe Gefahr

yellowperil

Von Jack London, übersetzt von Deep Roots.

Das Original The Yellow Peril erschien am 12. Januar 2011bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

 

Kein deutlicherer Kontrast tritt in Erscheinung, wenn man aus unserem westlichen Land zu den Papierhäusern und Kirschblüten Japans kommt, als wenn man von Korea nach China wechselt. Um zu einer korrekten Beurteilung des Chinesen zu kommen, sollte der Reisende sich zuerst mehrere Monate lang unter den Koreanern aufhalten und dann eines schönen Tages den Yalu in die Mandschurei hinüber überqueren. Es wäre von außergewöhnlichem Vorteil für die Korrektheit der Beurteilung, würde er den Yalu auf den Fersen einer feindlichen und fremden Armee überqueren.

Der Krieg ist bis heute der finale Schiedsrichter in den Angelegenheiten der Menschen, und er ist bislang der finale Test des Wertes von Völkern. In dieser Art geprüft, fällt der Koreaner durch. Ihm fehlt der Nerv zum Bleiben, wenn eine fremde Armee sein Land durchquert. Die wenigen Güter und Habseligkeiten, die er ansammeln können haben mag, nimmt er auf seinen Rücken, zusammen mit seinen Türen und Fenstern, und fort strebt er zu seinen Bergfestungen. Später mag er zurückkehren, ohne Güter, Habseligkeiten, Türen und Fenster, getrieben von unersättlicher Neugier nach „Nachschauen gehen“. Aber es ist bloß Neugier – eine ängstliche, hirschartige Neugier. Er ist bereit, beim kleinsten Anzeichen von Gefahr oder Schwierigkeiten auf seinen langen Beinen davonzuhüpfen.

Nordkorea war ein verödetes Land, als die Japaner durchzogen. Dörfer und Kleinstädte waren verlassen. Die Felder lagen unberührt da. Es gab kein Pflügen oder Säen, nichts Grünes wuchs. Wenig oder nichts konnte gekauft werden. Man trug seine eigenen Nahrungsmittel bei sich, und Nahrung für Pferde und Diener war das bange Problem, das am Ende des Tages wartete. In manch einem einsamen Dorf konnte keine Unze und kein Grain von irgendetwas gekauft werden, und doch konnte eine Menge weißgewandeter, unerschütterlicher Koreaner herumstehen, meterlange Pfeifen rauchen und schwätzen, schwätzen – unaufhörlich schwätzen. Liebe, Geld oder Zwang konnten bei ihnen kein Hufeisen auftreiben oder einen Hufeisennagel.

„Upso“, war ihre ständige Antwort. „Upso“, das verfluchte Wort, das bedeutet: „Hab’ ich nicht.“

Sie waren an diesem Tag wahrscheinlich vierzig Meilen von ihren Verstecken heruntergestreunt, nur für ein „nachschauen gehen“, und vierzig Meilen würden sie fröhlich zurückmarschieren und die ganze Zeit über das schwatzen, was sie gesehen hatten. Man schüttle einen Stock gegen sie, wie sie schwätzend um das Lagerfeuer herumstehen, und die Düsternis der Landschaft wird erfüllt sein von großen, flitzenden Geistern, hüpfend wie Hirsche, mit großen, federnden Schritten, um die man sie nur beneiden kann. Sie haben eine prächtige Konstitution und schöne Körper, aber sie sind daran gewöhnt, ohne Protest oder Widerstand von jedem zufälligen Fremden geschlagen oder beraubt zu werden, der in ihr Land kommt.

Aus diesem kraftlosen, aufgegebenen koreanischen Land ritt ich zu den sandigen Inseln des Yalu hinunter. Seit Wochen waren diese Inseln das gefürchtete Niemandsland zwischen zwei kämpfenden Armeen gewesen. Die Luft hoch oben war von kreischenden Projektilen zerrissen worden. Die Echos der letzten Schlacht waren kaum erstorben. Die Züge mit verwundeten und toten Japanern krochen vorbei.

Auf dem kegelförmigen Hügel eine Viertelmeile entfernt wurden die russischen Toten gerade in ihren Gräben und in den von den Japanern verursachten Granattrichtern begraben. Und hier, inmitten von all dem, pflügte ein Mann. Grünzeug wuchs – junge Zwiebeln – und der Mann, der zwischen ihnen jätete, hielt lange genug in seiner Arbeit inne, um mir eine Handvoll davon zu verkaufen. In der Nähe lag die rauchgeschwärzte Ruine des Bauernhauses, niedergebrannt von den Russen, als sie sich vom Flußbett zurückzogen. Zwei Männer entfernten den Schutt, räumten das Durcheinander auf und bereiteten den Wiederaufbau vor. Sie waren in Blau gekleidet. Zöpfe hingen ihnen über die Rücken. Ich war in China.

Ich ritt ans Ufer, in das Dorf Kuel-ian-Ching. Dort gab es keine faulenzenden Männer, die lange Pfeifen rauchten und schwätzten. Am Tag zuvor waren die Russen hier gewesen, eine blutige Schlacht war ausgetragen worden, und heute waren die Japaner hier – aber was gab es da drüber zu reden? Jeder war beschäftigt. Männer boten auf der Straße Eier und Hühner und Obst zum Verkauf, und Brot, so wahr ich lebe, Brot in kleinen runden Laiben oder Wecken. Ich ritt weiter ins Land. Überall war eine schuftende Bevölkerung erkennbar. Die Häuser und Mauern waren stark und fest. Stein und Ziegel ersetzte die Lehmwände der koreanischen Behausungen. Zwielicht sank herab und wurde tiefer, und immer noch zogen die Pflüge die Felder auf und ab, mit den Säern hinterher. Kolonnen schwerbeladener Schubkarren quietschten vorbei, und Pekingkarren, gezogen von vier bis sechs Kühen, Pferden, Maultieren, Ponies oder Eseln – bei den Kühen torkelten sogar ihre neugeborenen Kälber auf schwächlichen Beinen außerhalb der Zugriemen neben ihnen her. Jeder arbeitete. Alles arbeitete. Ich sah einen Mann die Straße reparieren. Ich war in China.

Ich kam in die Stadt Antung und quartierte mich bei einem Kaufmann ein. Er war ein Getreidehändler. Weizen hatte er, Hunderte von Bushels, gelagert in großen Eimern aus robustem Mattengeflecht; Erbsen und Bohnen in Säcken, und im Hinterhof drehten sich seine Mühlsteine und mahlten Mehl. Ebenfalls in seinem Hinterhof gab es Gebäude, die große in den Boden eingelassene Bottiche enthielten, und hier waren die Gerber an der Arbeit und stellten Leder her. Ich kaufte meinem Gastgeber ein Maß Korn für meine Pferde ab, und er berechnete mir dreißig Cents zuviel. Ich war in China. Antung war gesteckt voll mit japanischen Truppen. Es steckte mitten im Kriegsgetümmel. Aber es war egal. Die Arbeit ging in Antung gleich weiter. Die Geschäfte waren weit offen, die Straßen waren von fliegenden Händlern gesäumt. Man konnte alles kaufen, sich alles machen lassen. Ich speiste in einem chinesischen Restaurant, reinigte mich in einem öffentlichen Bad in einer privaten Wanne, wobei mir ein kleiner Junge beim Abschrubben half. Ich kaufte Kondensmilch, Butter, Dosengemüse, Brot und Kuchen. Ich wiederhole, Kuchen – guten Kuchen. Ich kaufte Messer, Gabeln und Löffel, Steinzeugteller und -krüge. Es gab Hufeisen und Hufschmiede. Ein Eisenarbeiter setzte einen neuen Entwurf für meine Zeltstangen um. Meine Schuhe wurden in Reparatur gegeben. Ein Barbier shamponierte mir das Haar. Ein Diener kehrte zurück mit Corned beef in Dosen, einer Flasche Portwein, einer weiteren mit Cognac, und Bier, gesegnetem Bier, um den Staub einer Armee aus meiner Kehle zu spülen. Es war das Land Kanaan. Ich war in China.

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