Unbreakable – Unzerbrechlich

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Lucifex. Das Original Unbreakable erschien am 14. Mai 2018 auf Counter-Currents Publishing. (Links im Text vom Übersetzer eingefügt.)

Unbreakable – Unzerbrechlich (2000) ist für viele Leute der am wenigsten geschätzte Film von M. Night Shyamalan, aber ich denke, daß er sein bester ist: brillantes Konzept und Drehbuch, schön gespielt und gefilmt, und sehr bewegend. Nachdem der Film fast zwei Jahrzehnte alt ist, vertraue ich darauf, daß niemand sich über Spoiler beklagen wird.

Unbreakable ist ein Superheldenfilm, aber er enthält keine Computeranimationen, stroboskopschnellen Schnitte oder ohrenbetäubendes Krachen und Bumsen. Stattdessen hat Unbreakable das Tempo und den Stil eines Kunstfilms. Er ist sehr realistisch, aber in einer glänzenden statt düsteren Art. Shyamalans Kamera erfüllt alltägliche Objekte und Szenen mit einem Glanz, der jeden Wunsch abschwächt, hinter ihre Oberflächen zu schauen. Sein Ziel – das sogar in seiner Verwendung niedriger Kamerablickwinkel kommuniziert wird – ist es, eine Welt herbeizuzaubern, in der das Fantastische und Heroische nur in der Fantasie existiert und dessen Fehlen alles mit Traurigkeit einfärbt.

Wie Elijah Price – Samuel L. Jackson in einer seiner emotional stärksten Rollen – sagt, ist dies „eine mittelmäßige Zeit.“ „Die Menschen beginnen die Hoffnung zu verlieren. Es fällt vielen schwer zu glauben, daß Außergewöhnliches in ihnen selbst und in anderen lebt.“ Das „überraschende Ende“ des Films ist die Entdeckung, daß außergewöhnliche Möglichkeiten wirklich in der bequem oberflächlichen Welt existieren, die Shyamalans Kamera geschaffen hat.

Unbreakable mag ein Superheldenfilm sein, aber der Schlüssel zu seiner emotionalen Kraft ist, daß er eine Allegorie auf das Schicksal von Jedermann – buchstäblich jedes Mannes und der Männlichkeit selbst – in einer übermäßig feminisierten und bourgeoisen Gesellschaft ist, die dem langen und unrühmlichen Leben Priorität gegenüber dem riskanteren, ruhmreicheren Weg gibt.

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George Zimmermans Alptraum als Weißer Ritter

Von Matt Parrott, übersetzt von Deep Roots. Das Original George Zimmerman’s White Knight Nightmare erschien am 9. September 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

George Zimmerman hat absolut alles genau nach den Regeln gemacht. Er heiratete eine Frau, der er loyal blieb. Er erwarb ein hypothekenbelastetes Heim in der Vorstadt. Er schrieb sich im College ein, um seine Bildung zu fördern. Er fand sogar Zeit, um sich als Freiwilliger für seine Gemeinde zu melden, wobei er seine eigene Sicherheit riskierte, um die Sicherheit anderer Familien in seinem Viertel zu gewährleisten. Er ist ein Kerl von der Art, der ohne einen Moment des Zögerns zu einem brennenden Fahrzeug rennt, um seine Insassen zu retten.

Zimmerman ist nicht weiß, aber er ist definitiv ein „Weißer Ritter“. Er verkörpert eine traditionelle Geisteshaltung der Selbstverpflichtung und Selbstaufopferung, die unsere Vorväter bewundert und hochgehalten hätten. Amerikas entstehender, mokkafarbig vermischter anglo-brasilianischer Phänotyp ist nicht das, was ich will. Und jene Identität hätte keinen Geist und keine Kultur, wo ich dazugehören würde. Es wäre immer noch ein ganz anderes Land als das, welches unsere Vorväter für uns bestimmten. Aber es wäre nicht notwendigerweise schlecht, wenn es darin genug Männer wie George Zimmerman gäbe, der die einzig mögliche Hoffnung für ein post-weißes Amerika bieten würde.

Der Niedergang Amerikas ist genauso sehr der Niedergang seiner traditionellen Werte wie der Niedergang seiner Stammesidentität. Als ich als Kind Comics las, fand ich die Prämisse, daß jeder den Helden verachtete, immer abgedroschen und unglaubhaft. Sicherlich würden Leute, die aus einem brennenden Fahrzeug gerettet wurden, für die Rettung ewig dankbar sein, und die Nation würde über Zimmermans Heldentum jubeln. Nichts da. Er rettete eine verachtenswerte amerikanische Familie. Die Familie weigert sich, ihm zu danken, und er stieß auf eine Kakophonie von Verschwörungstheorien und Verachtung.

Seid nicht ihr Held

George Zimmerman besuchte ein amerikanisches College, eines, von dem er verwiesen wurde, weil er wegen Mordes angeklagt und vor Gericht gestellt wurde. Er wurde direkt von einem amerikanischen Präsidenten verfolgt, der persönlich seinen Kampfhund Eric Holder auf den armen Bastard hetzte und ein Gerichtsverfahren erzwang, das nach etablierten rechtlichen Präzedenzfällen niemals zulässig gewesen wäre. Die amerikanischen Medien fabrizierten und manipulierten schamlos Fakten, um die öffentliche Meinung gegen diesen Mann zu wenden. Je mehr er versucht, sich ehrenhaft zu verhalten, desto mehr Todesdrohungen, Kopfgelder und Angriffe auf seinen Charakter häuft diese monströse Horde gackernder Schakale auf ihn.

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Homer: Die europäische Bibel, Teil 2

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Von Dominique Venner; die englische Fassung  Homer: The European Bible, Part 2 erschien am 8. September 2010 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Zuvor erschienen: Teil 1

Zorn und Reue des Achilles

Nach zehn Jahren einer sehr langen Belagerung, zusammen mit Raubzügen in dem Gebiet, brachte ein Streit Agamemnon, den Anführer der achäischen Koalition, und Achilles, den berühmtesten Helden seines Lagers, gegeneinander auf. Seine Macht mißbrauchend, nimmt Agamemnon sich Briseis „mit den lieblichen Wangen“, die von Achilles geliebte junge Gefangene. So lautet die Einleitung und der Beginn des Gedichtes: „Singe, Göttin, von Achilles’ katastrophalem Zorn…“

Diese Göttin, welche das Epos singt, ist die Muse, deren Interpret der Poet ist, was die Bindungen mit der göttlichen Welt unterstreicht.

Von gerechter Empörung ergriffen, beschließt Achilles, nachdem er Agamemnon reichlich beschimpft hat, den Kampf abzubrechen und „sich in sein Zelt zurückzuziehen“ (eine viel imitierte Redewendung), wie es auch seine Gefolgsleute taten (die Myrmidonen).

Dieser Zorn des Achilles, des Haupthelden der Ilias zusammen mit dem Trojaner Hektor, ist der Angelpunkt des Epos. Sein Rückzug mit seinen Männern hatte sehr ernste Konsequenzen für die Achäer. Der Sieg ist ausgesetzt. Auf der Ebene unter den Mauern Trojas erleiden sie drei zunehmend katastrophale Niederlagen. Die Angreifer werden in die Defensive gedrängt. Sie müssen sogar ein befestigtes Lager um ihre Schiffe bauen. Dieser Rückzugsbereich wurde dann von den Trojanern angegriffen, geführt von Hektor, dem berühmtesten Sohn des Priamos. Es gelang dem Feind, die Schiffe der Griechen in Brand zu setzen und sie aufs Meer hinauszuschieben.

Während dieser ganzen harten Kämpfe, die das Epos mit Gemetzeln und Heldentaten füllen, ist die Abwesenheit von Achilles nichts als ein Zeichen, das seine Kraft und Macht bekundet. Die tapfersten der achäischen Führer – der massive Ajax, der ungestüme Diomedes, der gewitzte Odysseus – versuchen vergebens, ihn zu ersetzen.

In einer Nacht schwarzer Tragödie, zwischen zwei Desastern, sieht Achilles, während er in der Untätigkeit verfault, zu der er sich selbst verdammt hat, wie sich eine Gesandtschaft unter der Führung der beiden größten Führer der Armee nähert, Ajax und Odysseus. Bei ihnen ist der alte Phoenix, der versucht, ihn die Stimme seines Vaters hören zu lassen. Angesichts der Gefahr hat Agamemnon bereut. Er gab Briseis zurück und bot üppige Geschenke als Wiedergutmachung. Die Gesandtschaft scheitert. Achilles, der sich in Groll suhlt, setzt sich nun seinerseits ins Unrecht (Buch IX).

Am folgenden Tag erstürmten die Trojaner die Verteidigung der Griechen. Hektor setzt ein Schiff in Brand. Am anderen Ende des Lagers sah Achilles die aufsteigenden Flammen. Trotz seiner Halsstarrigkeit konnte er nicht gegenüber den Beschwörungen seines Freundes Patroklos, seines anderen Ichs, taub bleiben. Er schickte seine Truppen in den Kampf und kleidete Patroklos in seine eigene Rüstung. Dieser Gegenangriff treibt die Trojaner zurück. Doch Patroklos wird von Hektor getötet. Achilles’ Schmerz ist schrecklich. Aber es bringt ihn zum Leben zurück und setzt Wut und Rachedurst gegen Hektor frei, den Mörder von Patroklos.

So gibt es eine komplette Umkehrung der dramatischen Handlung, die durch den Rückzug von Achilles eingefroren worden war. Verrückt vor Schmerz kehrt der achäische Held in den Kampf zurück: „Wie ein großes Feuer, das durch die tiefen Täler der Berge tobt, den Wald verbrennt, vom wirbelnden Wind in alle Richtungen getrieben wird, sprang Achilles in alle Richtungen. Er zog aus wie die Nacht…“ (Buch XVIII). Nach einem heftigen Duell tötete er Hektor, zog dann dessen Leiche aus und schleifte sie hinter seinem Streitwagen durch den Staub.

Achilles und Helena gegen das Schicksal

Für Achilles kam zum Schmerz über den Tod seines Freundes die Gewißheit seines eigenen Schicksals. Eine alte Prophezeiung warnte ihn, daß er getötet werden würde, sobald er Hektors Leben nähme. Achilles wußte es immer. Anders als die anderen in der Schlacht getöteten Helden kannte er sein Schicksal im voraus und entschied sich dafür. Er unterwirft sich nicht in orientalischer Art dem Schicksal, sondern tritt ihm entgegen. Als junger Mann wurde ihm die Wahl geboten zwischen einem langen und friedlichen Leben fern von Hader, oder ein intensives Leben, das im Aufflammen der Schlacht abgekürzt wird. Er wählte letzteres, wodurch er den Männern der Zukunft ein Beispiel tragischer Größe hinterließ. Frei von Illusionen wußte er, daß er kein weiteres Leben haben würde: „Eines Mannes Leben,“ sagt er in Buch IX, „kommt nicht wieder; man kann es niemals festhalten oder wieder ergreifen, sobald es einem durch die zusammengebissenen Zähne entkommen ist…“ Es ist ein Gedanke, der uns noch heute anspricht.

Verglichen mit den heiligen Texten anderer Völker und Kulturen sind die Freiheit und Souveränität der Helden Homers einzigartig. Zugegeben, die Götter greifen in der Ilias ein, zu günstigen und ungünstigen Zeiten, aber ohne die Autonomie der Menschen wirklich aufzuheben. Ihre vielen Interventionen nehmen nur vorweg, was ohnehin geschehen wäre. Und es scheint wirklich, daß Homer sie nicht völlig ernst nimmt (außer vielleicht Athene), was bei Platos gestelzter und moralistischer Empfindsamkeit Anstoß erregte. In Wirklichkeit sind die Götter von Homer Allegorien der Kräfte der Natur und des Lebens.

Das letzte Buch der Ilias ist ein Drama der Umkehrung: als der alte Priamos kommt, um die Rückgabe der Leiche Hektors, seines Sohnes, zu erbitten, sieht man, wie Achilles zuläßt, mehr und mehr empfänglich für Mitleid zu werden. Verwandelt von seinem eigenen Leiden, erscheint der Held komplexer, als seine wilde Gewalttätigkeit vermuten ließ.

Es gibt mehr als Helden und Krieger in der Ilias; es gibt auch Frauen (Helena, Hekuba und Andromache), Kinder (Astyanax), alte Männer (Priamos). Es gibt mehr als nur tapfere Männer. Da ist Paris, dessen seltsame Liebe zu Helena der Ursprung des Trojanischen Krieges ist. In Ausführung des Willens von Aphrodite war er der Verführer und Entführer von Helena. Als unabsichtlicher Urheber des Krieges bringt er ihn auch zu einem Abschluß, indem er Achilles mit einem heimtückischen Pfeil tötet, eine Episode, die der Poet nicht berichtet, sondern die nur durch die Prophezeiung angedeutet wird, die Hektor im Moment seines Todes formuliert (Buch XXII, 359-60).

Paris, der oft feige und selbstgefällige Geck, ist das Gegenteil seines Bruders Hektor, den er täuscht. Hektor ist der pure Held, der Wächter Trojas, wohingegen Paris die „Plage seines Vaterlandes“ ist. Helena, die Frau, die er verführte und entführte, verachtet ihn und fürchtet sich nicht, ihn zu tadeln: „Du bist aus der Schlacht zurückgekehrt! Du hättest da draußen sterben sollen, unter den Hieben des starken Kriegers, der mein erster Ehemann war!“ (Buch III, 450-55). Sie verabscheut ihn, aber durch den Willen Aphrodites wird sie von seiner sexuellen Anziehungskraft kontrolliert. Wiederum erklärt Homer nicht, er erzählt, und was er sagt, ist voller komplexer Wahrheit.

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