Lügen über den jüdischen Bolschewismus

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Tekumseh. Eine Rezension von A Specter Haunting Europe: The Myth of Judeo-Bolshewism von Paul Hanebrink (Cambrigde, Massachusetts/London: Harvard University Press 2018). Das Original Lying About Judeo-Bolshevism erschien am 2. März 2019 auf The Occidental Observer.

A Specter Haunting Europe: The Myth of Judeo-Bolshevism
Paul Hanebrink
Harvard University Press, 2018.

Das Schreiben und Diskutieren jüdischer Historiographie in der zeitgenössischen Mainstream-Wissenschaft folgt einer nur feinem Empfinden zugängliche Choreographie. Es handelt sich tatsächlich um eine Serie von Ausweichmanövern, die Tänzen ähneln, in denen Fakten präsentiert und pariert werden und verblüffende Narrative vorangetrieben werden, von denen jeder weiß, dass sie falsch sind, aber die schamlos und wiederholt auftauchen. Meine Aufmerksamkeit wurde zuerst durch eine glänzende Rezension in dem New York Reviev of Books geweckt, mit dem Titel „Die falsche Bedrohung des jüdischen Kommunismus'“. Browning ist ein etablierter Historiker, der davor bekannt ist, Juden legal zu unterstützen – für den richtigen Preis. Unter anderem hat er über 30 000 $ von Deborah Lipstadt dafür bekommen, gegen David Irving auszusagen; außerdem hat Browning in Kriegsgerichtsverfahren gegen eine bedeutende Anzahl von europäischen Ex-Soldaten ausgesagt. Obwohl sein bedeutendstes Werk Normale Männer: Reserve-Polizei-Bataillon 101 und die Endlösung in Polen (1992) die wenig spektakuläre These beinhaltet, dass der Krieg normale Männer in Killer verwandelt, hat Brownings Beschäftigung mit dem jüdischen Narrativ dazu geführt, dass er ein wahrer Guru der jüdischen Opferkultes wurde. Er bekam Preise und Mittel von Organisationen wie Yad Vashem, der USC Shoa Foundation sowie üppige Promotion in den Mainstream-Medien und Wissenschaft und Brownings Lob ist im Feld potentiell karriere-schaffend. Offensichtlich hat er beschlossen, seine magische Hand auf Paul Hanebrink aufzulegen. In diesem Essay möchte ich sowohl die Herangehensweisen von Brownings Rezension als auch Hanebrinks Text als Übungen in der Schöpfung von heuchlerischen Geschichten erforschen.

Ich musste zweimal auf Brownings Titelzeile sehen. Mein erster Gedanke war: „Wirklich? Du möchtest wirklich dieses Fass aufmachen? Glaubst du wirklich du kannst die Faktizität des jüdischen Kommunismus ‚debunken‘?“ Solch eine Unternehmung würde ohne Frage unendliche Chuzpe erfordern, aber es ist vom Beginn der Rezension an klar, dass es eine Sache des Ausweichens, nicht der Debatte sein wird. Wie Browning in seinem Eröffnungsabsatz schreibt, „Hanebrinks Ansatz wiederholt nicht das, was er für den Fehler der Zwischenkriegszeit hält – den vergeblichen Versuch, einen Mythos auf der Basis von historischen Fakten und statistischen Daten zu widerlegen.“ Obwohl dieses Ausweichmanöver vorhersagbar war, ist es recht bemerkenswert, ein mehr oder wenige offenes Eingeständnis zweier angeblich erstklassiger Historiker zu sehen, dass sie keine hinreichenden Fakten haben, den „Mythos“ zu widerlegen, den zu bekämpfen sie ausgezogen waren. Jegliche Präsentation von Fakten als einen „vergeblichen Versuch“ zu sehen, scheint intellektuell schlaff; ein Eingeständnis der Schwäche des eigenen Falles.

Aber was hier tatsächlich präsentiert wird, ist natürlich die Standardstruktur der jüdischen Historiographie: Umschiffe die Fakten; spiele sie herunter, wenn ein Eingeständnis absolut notwendig ist und verlege die Diskussion hin zu Abstraktionen und Sophisterei. Indem er eine Seite des ADL (Anti Defamation League) Strategiepapiers entlehnt, quäkt Browning schüchtern, dass „ein kleines Körnchen Wahrheit das Stereotyp des jüdischen Bolschewismus untermauert“, aber besteht darauf, dass betreffend den Kommunismus „der Jude als ‚das Gesicht der Revolution‘ eine ‚kulturell konstruierte‘ Wahrnehmung war.“. Damit sind wir an der bekannten Position angekommen, an der Fakten keine Bedeutung haben und alles, was Juden nicht mögen triumphierend als ein bloßes Konstrukt bezeichnet wird.

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Weiße Sklaverei: Man kann die Wahrheit nicht widerlegen

Von David Sims, übersetzt von Lucifex. Das Original White Slavery: You Can’t Debunk the Truth erschien am 16. Juli 2017 auf National Vanguard.

Die Unterscheidung ehrlicher historischer Forschung von einem irreführenden linken Angriff auf die Geschichte geht wie folgt:

Echte Wissenschaft ist im Allgemeinen etwas, das zu finden man sich bemühen muß. Niemand setzt sie unter Schlagzeilen und hält sie euch unter die Nase. Wenn ein historisches Narrativ mit der Plötzlichkeit, der Direktheit und der Allgegenwärtigkeit auftaucht, die wir gegenwärtig bei der Kampagne „Die Iren waren keine Sklaven“ sehen, dann ist es wahrscheinlich eine Übung in großer Täuschung.

Wenn die Medien jemals im ganzen Internet (Snopes, Slate, Wikipedia, NPR, New York Times, Associated Press, Salon, etwa ein Dutzend Videos auf YouTube, etc. etc.) mit irgendeiner Art von „Faktencheck“ oder „myth debunking“ rausplatzen, wie sie es jetzt mit der weißen Sklaverei tun, dann ist es wahrscheinlich ein orchestrierter Schwindel.

Echte Forschung fängt nicht an allen möglichen Orten zu sprudeln an wie Wasser aus tausend Feuerwehrschläuchen. Aber was die Einzelheiten betrifft:

Die Tudors Englands versuchten das irische Volk im 17. Jahrhundert auszurotten. Ihr größter Erfolg kam während eines massiven Genozids zustande (1641 – 1652), als die Bevölkerung Irlands von etwa 1.500.000 auf etwa 600.000 fiel.

Die Totenzahlen aus diesem Genozid uns aus der Großen Hungersnot, die zwei Jahrhunderte später stattfand (1845 – 1852) lagen beide ungefähr in der Nähe von einer Million Menschen. Die irischen Auswanderer während der Hungersnot waren zum Großteil indentured servants [Schuldknechte], und manche von ihnen wurden freiwillig transportiert, da sie danach strebten, in ein Land zu kommen, wo sie nicht verhungern würden.

Aber die Iren, die nach den militärischen Schlächtereien des 17. Jahrhunderts während der Eroberung Irlands durch die Tudors abtransportiert wurden, waren großteils Sklaven. Die Versklavung der Iren begann ungefähr 1610. Es ist bekannt, daß König James I., der seine Herrschaft 1603 nach dem Tod von Königin Elizabeth I. begann (unter der die Eroberung Irlands begann), verkaufte im Jahr 1612 irische Sklaven in Südamerika.

Die ersten schwarzen Sklaven kamen 1617 an, obwohl es weitere 38 Jahre dauerte, bis ein Richter in Virginia die juridische Anerkennung der Institution der Sklaverei erteilte.

Im Jahr 1625 verfügte König James II. (dessen Herrschaft im selben Jahr begann), daß alle irischen politischen Gefangenen nach Westindien transportiert und an englische Farmer verkauft werden mußten (als Sklaven, nicht als Schuldknechte). Nicht lange danach waren irische Sklaven die Mehrheit unter den Sklaven in den englischen Kolonien.

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Monuments Men

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Deep Roots. Das Original The Monuments Men erschien am 11. Februar 2014 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Wenn die großen Meisterwerke des amerikanischen Kinos als Kriegsbeute nach Peking gebracht werden, wird Monuments Men nicht in Gefahr sein. Als ich hörte, daß der alternde Blödmann George Clooney der Regisseur und Co-Autor war und auch eine Hauptrolle spielte, war das alles, was ich wirklich wissen mußte.

Die Vorschauen waren „zu viel Information“: Ich erfuhr, daß in dem Film auch Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Cate Blanchett und Hugh Bonneville (besser bekannt als der Earl of Grantham) Hauptrollen spielen, was bedeutet: 1) zu viele Köche, 2) Mangel an Selbstvertrauen in das Drehbuch und 3) daß es irgendwo in dieser Wüste aus Auftrittszeiten und obersten Stellen auf den Plakaten als Entschädigung ein winziges Wasserloch des Prestiges oder numinoser Tugend geben muß, wo diese dickhäutergroßen Egos ihren Narzißmus stillen können.

Und wirklich, in Monuments Men geht es um Kunst, und es spielt während des Holocaust (man kann jetzt sicher schon die Heuchelei fallen lassen, es Zweiter Weltkrieg zu nennen), was bedeutet, daß es in den Vereinigten Staaten ein natürliches Publikum von, sagen wir, zehn Millionen Hörern von National Public Radio hat, wovon sechs Millionen Juden sind.

Das ist ein ziemlich kleines Publikum für einen 70-Millionen-Dollar-Film, besonders bei der scharfen Konkurrenz durch echte Programmkinofilme und den Holocaust-Film des Monats. Mit überwiegend negativen Rezensionen sieht Monuments Men nach einem Flop an den Kinokassen aus.

Monuments Men handelt von einer Gruppe alliierter Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs damit beauftragt werden, in Westeuropa Denkmäler zu schützen und Kunstschätze zu bewahren und zu bergen. In Wirklichkeit gab es 400 solcher Individuen, aber um der dramatischen Vereinfachung willen befaßt sich dieser Film nur mit sieben Monuments Men, plus einer Französin, gespielt von Cate Blanchett, die mit den Nazis kollaborierte, die uns aber versichert, daß sie insgeheim für die Résistance arbeitete – wie 40 Millionen anderer Franzosen. Jeder Kellner, der in das Essen eines Deutschen spuckte, war anscheinend ein Held der Résistance.

Sogar diese beschränkte Besetzung stellt sich jedoch als zu viel für Regisseur/Drehbuchautor Clooney heraus. Die Handlung von Monuments Men ist ein verwirrendes Durcheinander aus mehreren Handlungssträngen und Zeitsprüngen, das die meisten Kinogeher ratlos machen wird. Quentin Tarantino kann solche Handlungen durchziehen, aber Clooney nicht.

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Die westliche Größe und ihre Feinde

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Lucifex. Das Original Western Greatness and Its Enemies erschien am 18. Juni 2017 auf „The Occidental Observer“.

Faustian Man in a Multicultural Age

von Ricardo Duchesne London: Arktos, 2017

Prof. Ricardo Duchesnes erstes Buch, The Uniqueness of Western Civilization (rezensiert von Kevin MacDonald in TOQ 11:3, Herbst 2011) argumentierte, daß der Westen bereits mehrere Jahrtausende bevor die industrielle Revolution zu den heutigen riesigen Unterschieden in Reichtum und Lebensstandards zwischen ihm und dem Großteil der restlichen Welt führte, eine einzigartig kreative Kultur war. Die Einzigartigkeit des Westens lag nicht in Institutionen wie Demokratie und repräsentativer Regierung, noch in großartigen Büchern und reichlicher künstlerischer Produktion, oder in freien Märkten und einem „Arbeitsethos“ – sondern in einem ursprünglicheren faustischen Drang, Hindernisse zu überwinden und großartige Dinge zu vollbringen. Der ursprüngliche historische Ausdruck dieses Dranges ist das heroische Ethos, das Homers Ilias und die germanische Heldendichtung durchdringt: der übergeordnete Ehrgeiz des aristokratischen Kriegers, unsterblichen Ruhm zu erringen, indem er sich unter Verachtung seiner eigenen Sterblichkeit an Kämpfen um Prestige beteiligt. Dieses Ethos verfolgt der Autor zurück bis zu den proto-indoeuropäischen Hirten der pontischen Steppen.

Nach der Veröffentlichung von The Uniqueness of Western Civilization wandte der Autor seine Aufmerksamkeit dem Niedergang des Westens zu. Er hebt die Voraussicht Oswald Spenglers hervor, des bedeutenden Theoretikers des zivilisatorischen Niedergangs aus dem vorigen Jahrhundert, der

die schließliche Erschöpfung der Energien des Westens im Aufstieg von Internationalismus, Quasi-Pazifismus, sinkenden Geburtenraten, hedonistischen Lebensstilen, gepaart mit der Verbreitung westlicher Technologie in die nichtwestliche Welt und dem Aufkommen „tödlicher Konkurrenz“ aus Asien, vorhersah.

All dies trifft es natürlich genau. Aber Duchesne spürte, daß in Spenglers Darstellung etwas fehlte. Es ist ein bedeutender Faktor im zeitgenössischen Westen am Werk, der weit über die spirituelle, politische, wirtschaftliche oder geopolitische Erschöpfung hinausgeht, die das Schicksal Roms, Chinas und anderer „alter“ Zivilisationen war: die massive Einwanderung von kulturell und rassisch Fremden. Wie er bemerkt, ist dies „eine neue Variable mit wahrlich dauerhaften Implikationen.“

Aber warum sollte die Einwanderung so entscheidend sein, wenn dem Westen jegliche „fixierten ethnischen Grenzen“ fehlen, wie der Autor in The Uniqueness of Western Civilization behauptet hatte? Diese frühere Aussage von Duchesne widerspiegelte eine akademische Orthodoxie, die zwei Arten der Erklärung des Erfolgs oder Scheiterns von Nationen und Zivilisationen erlaubt. Eine Art sind geographische Erklärungen, die z. B. die Zahl domestizierbarer Pflanzen und Tiere in verschiedenen Regionen der Erde betonen sowie den Unterschied zwischen einer balkanisierten Geographie, die kleine, konkurrierende politische Einheiten fördert (charakteristisch für Europa) und einer leichter verbundenen Geographie, die dazu tendiert, eine zentralisierte Administration zu begünstigen (charakteristisch für Asien). Dieser Interpretationsstil ist in den letzten Jahren von Jared Diamond popularisiert worden und tendiert dazu, den Aufstieg des Westens als eine Sache von geographischem Glück darzustellen.

Die zweite Art ist der institutionelle Ansatz, der freie Märkte, demokratische Regierung, Rechtsstaatlichkeit und so weiter betont. Nach dieser Sicht verdankt der Westen seinen Erfolg den „Werten“, die in solchen Institutionen verkörpert sind. Der europäische Mensch mag der Erste gewesen sein, der die richtige Kombination von Institutionen entdeckt hat, aber andere Rassen können einen ähnlichen Erfolg erreichen, indem sie sie übernehmen; sobald sie das tun, werden sie voll „westlich“ sein. Parteigänger dieses institutionellen Ansatzes sehen nichts Falsches an der Masseneinwanderung, solange die Neuankömmlinge in die westlichen Denkweisen „assimiliert“ werden. Manche davon, wie Niall Ferguson und Mario Vargas Llosa, betrachten sogar die universale rassische Panmixie als die ultimative Vollendung der westlichen Zivilisation – die sehnlich herbeigewünscht werden soll.

Keiner der beiden Ansätze befriedigte Duchesne, der mit der Zeit Samuel Huntingtons Beobachtung zuzustimmen begonnen hatte, daß eine erfolgreiche Modernisierung in nichtwestlichen Ländern in Wirklichkeit Indigenisierung und ethnisches Selbstvertrauen statt Europäisierung gefördert hatte. In Betrachtung des Landes, in dem er gegenwärtig wohnt, merkte Duchesne an, daß

nichteuropäische Einwanderer, die in Kanada ankamen, nur an der Assimilation in diejenigen Aspekte der kanadischen Kultur interessiert waren, die es ihnen ermöglichten, ihre ethnische Identität zu behalten und ihre eigenen ethnischen Interessen zu fördern.

Beobachtungen wie diese schienen den Ansatz traditioneller Lehrbücher über die westliche Zivilisation Lügen zu strafen, alle Länder und Völker als „westlich“ zu behandeln, die zu irgendeiner bestimmten Zeit zufällig unter westlicher Regierung standen. Ägypten zum Beispiel wurde in solchen Lehrbüchern als Teil des Westens während der Jahrhunderte dargestellt, in denen es unter mazedonischer und römischer Herrschaft stand, aber nicht davor oder danach. Aber hatte Ägypten seine Natur während jener Jahrhunderte wirklich geändert? In Wirklichkeit behielten nahöstliche Populationen, sicherlich einschließlich Juden, ihre kollektivistischen Tendenzen, einschließlich der Verwandtenehe, sogar nach Jahrhunderten griechischer und römischer Vorherrschaft.[1] Mit dem Aufstieg des Islams kehrten diese Kulturen zu ihren nahöstlichen Wurzeln zurück.

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„Django Unchained“: Ein weiterer jüdischer feuchter Traum

„Leben, Freiheit und das Streben nach Rache“

„Leben, Freiheit und das Streben nach Rache“

Von Trevor Lynch (alias Greg Johnson), übersetzt von Deep Roots. Das Original Django Unchained: Another Jewish Wet Dream erschien am 29. Januar 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

 

Quentin Tarantinos letzter Film, Inglourious Basterds (2007), erzählt die Geschichte einer Gruppe amerikanischer Juden, die sich mit einem Nichtweißen zusammentun (einem indianisch-weißen Mischling aus Tennessee mit einem italienischen Namen wie Tarantino selbst), um während des Zweiten Weltkriegs böse weiße Männer und Frauen (Nazis) zu foltern, zu verstümmeln und abzuschlachten. „Terds“, wie er kurz heißt, ist eine ausgefeilte Fantasie über jüdischen Sadismus und Rache. Tarantinos Produzent, Lawrence Bender, sagte ihm: „Als dein Produktionspartner danke ich dir, und als Mitglied des jüdischen Stammes danke ich dir, motherfucker, denn dieser Film ist ein verdammter jüdischer feuchter Traum (a fucking Jewish wet dream).“

Reizende Leute.

Tarantinos neuester Film Django Unchained (2012) erzählt die Geschichte eines ehemaligen schwarzen Sklaven, Django (Jamie Foxx), der von einem umherziehenden deutschen Zahnarzt, Dr. Schultz (Christoph Waltz) zum Kopfgeldjäger ausgebildet wird. Django und Schultz versuchen dann, Djangos Ehefrau Broomhilda (sic) ausfindig zu machen und zu kaufen. Sobald Broomhilda entdeckt ist, geht Django dazu über, zahllose böse Weiße zu massakrieren: Sklavenhalter, deren Schwestern, zahnlose inzuchtgezeugte Redneck-Idioten, Sklavenhändler und die Pferde, auf denen sie herbeiritten – anscheinend mit Explosivgeschossen, angesichts der Geysire von Blut, der abgetrennten Gliedmaßen und fliegenden Innereien, die abgesehen davon, daß sie Übelkeit und nervöses Lachen hervorrufen, dem Film ein ermüdendes, absurdes Gefühl verleihen.

Die Sklaverei war eine böse Institution, die schwarzen Sklaven und freien Weißen gleichermaßen von Amerikas kleiner, soziopathischer Kapitalistenklasse angetan wurde, zu denen solche verehrten „Gründerväter“ wie Washington und Jefferson gehörten, die zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen ihrer Klasse eine Menge hochgestochenes Geschwätz über Rechte, Freiheit und Gleichheit benutzten, um den Pöbel dazu zu bringen, in einem Sezessionskrieg gegen England zu kämpfen und zu sterben.

Als Amerika gegründet wurde, war es ein rassisch und kulturell überwiegend homogenes Land, aber es war nie wirklich eine organische Gemeinschaft, in der soziale Ungleichheiten sich dadurch rechtfertigen mußten, dem Gemeinwohl zu dienen. Stattdessen war es eine liberale Gesellschaft, in der Individuen, die „Rechte“ besaßen, welche Erwägungen des Gemeinwohls übertrumpfen, sich durch Mittel zu bereichern suchten, die eine anständige Gesellschaft nicht erlaubt hätte, einschließlich der Sklaverei.

Idealerweise wäre Amerika eine klassische republikanische Gemeinschaft mit einer breiten Mittelklasse selbständiger Bauern, Gewerbetreibender, Handwerker und Kaufleute gewesen. Um den Verlust an Freiheit zu verhindern, der kommt, wenn wenige reiche Männer schließlich Massen armer Männer beschäftigen, wären unternehmerische Individuen in Schach gehalten worden, sodaß es wenige Arbeitgeber und wenige Arbeitnehmer gegeben hätte. Kurz gesagt, wären Kapitalismus und Ungleichheit dem Gemeinwohl untergeordnet worden.

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Mythen und die russischen Pogrome, Teil 3 – Die jüdische Rolle

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Myth and the Russian Pogroms, Part 3 – The Jewish Role erschien am 13. Mai 2012 im Occidental Observer. Zuvor erschienen: Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage und Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten.

 

Wir setzen unsere Serie von Essays zur Untersuchung der russischen Pogrome mit diesem Essay über die Rolle fort, die von Juden bei der Provokation zu den Unruhen gespielt wurde. Wie in Teil 2 festgestellt, ist eines der Schlüsselprobleme mit der existierenden Geschichtsschreibung zu den Pogromen (und zu „Antisemitismus“ im Allgemeinen), daß diese Narrative ständig behaupten, daß die Misere der Juden das Ergebnis von nichts weiter als irrationalem Hass war. Juden nehmen in diesem Narrativ eine sanftmütige und passive Rolle ein und haben nichts Schlimmes getan außer Juden zu sein. Es gibt kein Gefühl jüdischer Einwirkung, und man erhält den Eindruck, daß Juden historisch die Fähigkeit gefehlt hat, in der Welt zu agieren. In fast jeder einzelnen akademischen und populären Geschichte der Pogrome akzeptiert der Autor blindlings die Grundannahme (oder hält sie vorsätzlich aufrecht), daß die Juden im Russischen Reich jahrhundertelang gehasst wurden, daß dieser Hass irrational und unbegründet war und daß der Ausbruch antijüdischer Unruhen im späten 19. Jahrhundert eine reflexhafte emotionale Reaktion auf die Ermordung des Zaren und einige Ritualmordvorwürfe war.

Dies ist natürlich weit von der Wahrheit entfernt, aber die Vorherrschaft dieses „Opferparadigmas“ spielt zwei bedeutende Rollen. Erstens ist die jüdische Geschichtsschreibung gesättigt mit Anspielungen auf den „einzigartigen“ Status der Juden, die unter „einzigartigem“ Hass seitens aufeinanderfolgender Generationen von Europäern gelitten haben. Im Wesentlichen ist es die Vorstellung, daß Juden als exemplarisches „schuldloses Opfer“ in der Welt allein dastehen. Auch nur irgendein Gefühl jüdischer Einwirkung zuzulassen – irgendeine Behauptung, daß Juden vielleicht in mancher Weise zu antijüdischen Einstellungen beigetragen haben – heißt, dem Fortbestand dieses Paradigmas zu schaden. In diesem Sinne trägt das „Opferparadigma“ auch stark zum Anspruch auf jüdische Einzigartigkeit bei, und, wie Norman Finkelstein hervorgehoben hat, kann man in vielen Beispielen jüdischer Geschichtsschreibung die Tendenz erkennen, sich nicht so sehr auf die „Leiden von Juden“ zu fokussieren, sondern vielmehr auf die einfache Tatsache: „Juden haben gelitten.“ [1] Als Ergebnis davon bietet das Paradigma keinen Platz für nichtjüdisches Leiden. Einfach ausgedrückt ist das „Opferparadigma“ eine Form von säkularer „Auserwähltheit“. Dieser Aspekt wird völlig zu Recht als nützliches Hilfsmittel im Hier und Jetzt betrachtet. Es gibt vielleicht keine Rasse auf Erden, die ihre Geschichte so sehr zur Rechtfertigung ihrer Handlungen in der Gegenwart benutzt, wie das jüdische Volk. Vom Streben nach Reparationen bis zur Gründung von Nationalstaaten ist jüdische Geschichte eine der Grundsteine, die jüdische internationale Politik in der Gegenwart stützen. Als solche wird jüdische Geschichte sorgfältig konstruiert und erbittert verteidigt. Das Zusammenspiel zwischen jüdischer Geschichte und zeitgenössischer jüdischer Politik ist klar zu erkennen – ich brauche nur die Begriffe „Revisionist“ und „Leugner“ zu erwähnen, um Bilder von Marionettenprozessen und Gefängniszellen heraufzubeschwören.

Zweitens läßt das Weglassen des jüdischen Beitrags zur Entwicklung von Antisemitismus (sei es im dörflichen oder nationalen Rahmen) den Scheinwerfer umso heftiger auf den „Aggressor“ herniederbrennen. Innerhalb dieses Kontexts hat das schuldlose Opfer die Freiheit, die scheußlichsten Vorwürfe zu machen und sich in der Versicherung zu sonnen, daß seine eigene Rolle, und in Erweiterung sein eigener Charakter, unantastbar ist. Das Wort dieses makellosen, einzigartigen, schuldlosen Opfers wird als Fakt genommen – seine Darstellung soll zweifellos mit dem „Aggressor“ verbündet sein. In Teil Zwei untersuchten wir die Art, wie das RJC dieses Konstrukt voll ausnützte, um entsetzliche und unbegründete Greuelgeschichten zu liefern. Allgemeiner gesprochen, sind übertriebene Geschichten von Brutalität seitens Nichtjuden in der jüdischen Literatur und Geschichtsschreibung gang und gäbe und gehen Hand in Hand mit Bildern von taubenhaften Juden. Zum Beispiel hat Finkelstein auf Jerzy Kosinskis The Painted Bird, ein Werk, das jetzt weithin als „der erste größere Holocaust-Schwindel“ anerkannt ist, als Beispiel für diese „Pornographie der Gewalt“ hingewiesen. [2] Die Zwillingskonzepte von jüdischer Schuldlosigkeit und extremer nichtjüdischer Brutalität sind untrennbar aneinander gebunden, und Unterstützer des einen Strangs des „Opferparadigmas“ sind stets Unterstützer des anderen. Nehmen Sie zum Beispiel diesen Hohepriester der jüdischen Auserwähltheit, Elie Wiesel, der Kosinskis Potpourri sadomasochistischer Fantasien als „mit tiefer Aufrichtigkeit und Empfindsamkeit geschrieben“ lobte. [3]

Nachdem wir diesen theoretischen Rahmen geklärt haben, wenden wir unsere Aufmerksamkeit nun der Dekonstruktion des zweiten Strangs des Pogrom-„Opferparadigmas“ zu. Um uns am effektivsten mit der Frage nach der jüdischen Schuldhaftigkeit bei der Verschlechterung der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden zu befassen, werden wir tiefer stochern müssen, und mit mehr Konzentration, als wir es in Teil Eins unternommen haben. Dieser Essay wird sich auf spezifische Beispiele antijüdischer Unruhen im Russischen Reich vor 1880 befassen, mit einem besonderen Augenmerk auf jüdische Wirtschaftspraktiken, die diesen Ereignissen vorausgingen.

Antijüdische Unruhen im Russischen Reich vor 1880

Aus den oben diskutierten Gründen hat die Mehrheit der jüdischen Historiker lange eine Abneigung gegen die Vorstellung gezeigt, daß jüdische Wirtschaftspraktiken historisch eine bedeutende Rolle bei der Provokation von Antisemitismus gespielt haben. Zum Beispiel behauptet Leon Poljakow in The History of anti-Semitism: From Voltaire to Wagner, daß die Vorstellung von wirtschaftlichem Antisemitismus „ohne echten Erklärungswert“ ist. [4] In ähnlicher Weise hat Jonathan Freedman erklärt, daß wirtschaftlicher Antisemitismus bei der Erklärung antijüdischer Einstellungen nur eine sehr „kleine erklärende Rolle“ spielen sollte. [5] Beide Historiker postulieren, daß Theologie, und in Erweiterung das Christentum (und daher die westliche Kultur) die Quelle und der Ursprung des Antisemitismus ist. Robert Weinberg erklärt in seinem Artikel Visualizing Pogroms in Russian History von 1998 antisemitische Gewaltausbrüche in Osteuropa, indem er behauptet, daß sie das Produkt „der Frustrationen russischer und ukrainischer Landbewohner, Arbeiter und Kleinstadtbewohner waren, die zum Großteil ihre Frustrationen spontan an einem bewährten Sündenbock ausließen, den Juden.“ [6] Weinberg verzichtet auf die Angabe, woraus genau diese „Frustrationen“ entstanden, aber man beachte wiederum die extrem passive jüdische Rolle in seiner Analyse.

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Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Myth and the Russian Pogroms, Part 2: Inventing Atrocities erschien am 11. Mai 2012 im . Dies ist Teil 2 von 3.

Zuvor erschienen: Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage

Nachdem wir uns in der Geschichte von Rußlands Judenfrage geerdet haben, ist es für uns nun Zeit, unsere Aufmerksamkeit den antijüdischen Unruhen der 1880er zuzuwenden. Der folgende Essay wird den Leser zuerst mit dem Standardnarrativ dieser Ereignisse versorgen, das von jüdischen Zeitgenossen und der Mehrheit der jüdischen Historiker vorgebracht wurde – ein Narrativ, das sich im öffentlichen Bewußtsein überwiegend durchgesetzt hat. Die letztere Hälfte des Essays wird der Analyse des jüdischen Narrativs gewidmet sein, und der Erläuterung, wie die Ereignisse wirklich geschehen sind. Andere Aspekte des jüdischen Narrativs werden in späteren Beiträgen dieser Serie untersucht werden. Während eine Arbeit wie diese unter schwere Kritik seitens gewisser Segmente der Bevölkerung geraten kann, die sie vielleicht als „revisionistisch“ verurteilen, kann ich nur sagen, daß „Revisionismus“ jeder historischen Arbeit am Herzen liegen sollte. Wenn wir die Geschichten blindlings akzeptieren, die uns überliefert werden, werden wir wahrscheinlich zum Opfer dessen werden, was auf wenig mehr als ein glorifiziertes „Stille Post“-Spiel hinausläuft. Und wenn wir das Recht des Historikers tabuisieren, Geschichte im Licht neuer Forschungen und neuer Entdeckungen neu zu interpretieren, dann haben wir uns weit von allem entfernt, was wahrer Wissenschaft ähnelt.

Das jüdische Narrativ

Im Jahr 1881 produzierte das „Russo-Jewish Committee“ (RJC), ein Arm von Britanniens jüdischer Elite, massenhaft ein Pamphlet mit dem Titel „The Persecution of the Jews in Russia“ [„Die Verfolgung der Juden in Rußland“] und begann es durch die Presse, die Kirchen und zahlreiche andere Kanäle zu verbreiten. Um 1899 wurde es ausgeschmückt und als kurzes Buch veröffentlicht, und heute sind digitalisierte Ausgaben online frei erhältlich. [1] Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatte das Pamphlet sogar ein vierseitiges Journal mit dem Titel Darkest Russia – A Weekly Record of the Struggle for Freedom [„Finsterstes Rußland – Ein wöchentliches Protokoll des Kampfes um Freiheit“] hervorgebracht, das sicherstellte, daß der durchschnittliche britische Bürger nicht weit kam, ohne an die „Schrecken“ erinnert zu werden, denen sich die russischen Juden gegenübersahen. [2] Daß diese Publikationen massenproduziert wurden, sollte einen Hinweis auf ihren Zweck geben: Es ist klar, daß diese Publikationen eine der ehrgeizigsten Propagandakampagnen in der jüdischen Geschichte darstellten, und kombiniert mit ähnlichen Anstrengungen in den Vereinigten Staaten zielten sie darauf ab, die Aufmerksamkeit der westlichen Nationen zu gewinnen und sie „aufzuklären“ und den Vorrang der „jüdischen Seite der Geschichte“ sicherzustellen. Darin inbegriffen war nicht nur ein Wunsch, antirussische Einstellungen zu provozieren, sondern auch eine reichliche Menge Mitgefühl für die schikanierten Juden – Mitgefühl, das notwendig war, um sicherzustellen, daß massenhafte jüdische Kettenmigration in den Westen ungestört und ungehindert durch Nativisten vor sich ging. War denn nicht der bigotte Nativist nur einen Schritt vom herumwütenden Kosaken entfernt?

Das erste Element des vom RJC vorgebrachten Narrativs ist im Wesentlichen eine Manipulation der Geschichte russisch-jüdischer Beziehungen. Es vertrat die Auffassung, daß die Juden Osteuropas jahrhundertelang unterdrückt wurden, ihr ganzes Leben „von der Wiege bis zur Bahre von restriktiven Gesetzen behindert wurde.“ [3] Es wurde behauptet, daß die Russen ein ungeschriebenes Gesetz hätten: „Daß kein russischer Jude einen Lebensunterhalt verdienen soll.“ [4] Russische Juden haben laut dem Russo-Jewish Committee nichts weiter gewollt als an der russischen Gesellschaft teilzuhaben, sind aber wieder und wieder als „Häretiker und Fremde“ zurückgewiesen worden. Der Ansiedlungsrayon ist eine undurchdringliche Festung, wo jeder Jude „leben und sterben muß.“ In dieser Interpretation der Geschichte russisch-jüdischer Beziehungen inbegriffen ist die Überzeugung, daß „die Quelle und der Ursprung all der Mißstände, welche das russische Judentum plagen“, nichts mit den Juden selbst zu tun hat, sondern alles mit der Kirche, dem Staat und dem Ansiedlungsrayon zu tun hat. Im Wesentlichen war die Misere der Juden das Resultat von nichts weiter als irrationalem Hass. Juden nehmen in diesem Narrativ eine sanftmütige und passive Rolle ein und haben nichts anderes angestellt als Juden zu sein. Sie werden auch als die einzigen Opfer russischer Gewalt präsentiert. Es gibt keine Anerkennung der gescheiterten russischen Versuche, die jüdischen Mauern der Exklusivität einzureißen und die Juden als Brüder anzunehmen. Eigentlich gibt es gar keine Erwähnung der Mauern der Exklusivität. Die Pogrome selbst brachen laut dem jüdischen Narrativ nach der Ermordung von Alexander II. aus, als Schock, Zorn und ein Wunsch nach Rache diesen irrationalen, wurzellosen Hass an die Oberfläche brachte.

Das zweite Element des jüdischen Narrativs ist, daß die Regierung und das kleine Beamtentum irgendeine Rolle bei der Organisation und Leitung der Pogrome zu spielen hatte. Viel Verachtung wird auf die Regierung gehäuft, und auf das untere Beamtentum, von dem es hieß, daß es von „einer chronisch antisemitischen Sichtweise“ befallen gewesen sei. Es wurde behauptet, daß es der Regierung, als die Unruhen begannen, „überhaupt nicht leid tat, daß sich die Erregung des Volkes an den Juden Luft machte.“ [5] In Bezug auf die restriktiven Maigesetze waren die Autoren gezwungen zuzugeben, daß sie nie wirklich durchgesetzt worden waren, blieben aber dabei, daß „die Maigesetze, ob moderat oder rigoros angewandt, dennoch im russischen Gesetzbuch blieben.“ [6]

Das dritte Element des jüdischen Narrativs ist, daß die Pogrome genozidal waren, und daß sie von Gruppen organisiert und begangen worden waren, die die Auslöschung der Juden anstrebten. Die 1899er Ausgabe von „The Persecution of the Jews in Russia“ enthielt eine Kopie eines ausführlichen Briefes, der mit Datum 5. November 1890 von Nathan Joseph, dem Sekretär des RJC, an die London Times geschrieben wurde. In dem Brief behauptete Joseph, daß unter den gegenwärtigen Umständen „Hunderttausende ausgelöscht werden könnten“, [7] und daß russische Gesetze bezüglich der Juden „ein Instrument der Folter und Verfolgung“ darstellten. In Summe wurde behauptet, daß die Juden Rußlands unter „einem Todesurteil“ lebten, und es wurde weiters behauptet, daß „die Exekutionen weitergehen.“ Der Brief endet mit einem Appell an „das zivilisierte Europa“, zu intervenieren, Rußland zu züchtigen und den zu Opfern gemachten Juden zu helfen. [8]

Das vierte Schlüsselelement des jüdischen Narrativs ist, daß die Pogrome von extrem brutaler Natur waren. Zeitgenössische Medienberichte waren die Quelle der meisten Greuelgeschichten, angeblich von frisch eingetroffenen „Flüchtlingen“ gesammelt, die vor dem Russo-Jewish Committee Aussagen über die Pogrome gemacht hatten, vor denen sie geflohen waren. In diesen Berichten, die sehr regelmäßig sowohl von der New York Times als auch von der London Times gebracht wurden, wurde den Russen vorgeworfen, die teuflischsten Greueltaten in enormstem Ausmaß begangen zu haben. Jeder Jude im Russischen Reich war bedroht. Männer waren skrupellos ermordet worden, Kleinkinder waren gegen Steine geschmettert oder lebendig in ihrem eigenen Zuhause geröstet worden. Während einer britischen parlamentarischen Anhörung zu den Pogromen im Jahr 1905 behauptete ein Rabbi Michelson, daß „die Greueltaten so teuflisch gewesen waren, daß sie nicht einmal in den barbarischsten Annalen der barbarischsten Völker Parallelen finden konnten.“ [9] Die New York Times berichtete, daß während des Pogroms von 1903 in Chisinau „Babies von dem rasenden und blutdürstigen Mob buchstäblich in Stücke gerissen wurden.“ [10]

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Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Revisiting the 19th-Century Russian Pogroms, Part 1: Russia’s Jewish Question erschien am 8. Mai 2012 im Occidental Observer. Dies ist Teil 1 von 3.

 

Die antijüdischen Unruhen oder „Pogrome” im Rußland des späten 19. Jahrhunderts stellen eine der entscheidendsten Perioden in der modernen jüdischen Geschichte, wenn nicht der Weltgeschichte, dar. Ganz offensichtlich hatten die Unruhen demographische Konsequenzen für westliche Länder – etwa 80 % der heutigen Diaspora-Juden im Westen sind Nachkommen jener Juden, die Rußland und seine Umgebung im Zeitraum von 1880 – 1910 verließen. Aber das vielleicht dauerhafteste Vermächtnis dieser Zeit war die Steigerung des jüdischen „nationalen Selbstbewußtseins” und die beschleunigte Entwicklung „moderner internationaler jüdischer Politik” [1]

Die Pogrome selbst sind von (hauptsächlich jüdischen) Historikern durchgehend als „irrationale Manifestationen von Hass gegen Juden“ dargestellt worden [2], wo bäuerliche Mobs die unwissentlichen Gelackmeierten böswilliger russischer Amtsträger waren. Andere Erklärungen sind so sehr ohne Beweise und ohne Logik, daß sie die Gutgläubigkeit bis zum Bruchpunkt strapazieren. Zum Beispiel hat Professor Donald G. Dutton von der University of British Columbia behauptet, daß die Mobs nicht von „der plötzlichen schnellen Zunahme der jüdischen Stadtbevölkerung, dem außergewöhnlichen wirtschaftlichen Erfolg russischer Juden oder der Verwicklung von Juden in russischen revolutionäre Politik“ motiviert waren, sondern vielmehr durch die „Ritualmordlegende“ [3]

Wenig oder keine Geschichtsschreibung ist dafür verwendet worden, die Schichten von „Flüchtlings“-Geschichten abzuschälen, um zu enthüllen, was im Russischen Reich vor und während der Unruhen wirklich geschah. Dieser Mangel an wissenschaftlicher Nachforschung kann zumindest teilweise einem großen Widerwillen jüdischer Historiker zugeschrieben werden, die Pogrome in irgendeiner Weise jenseits des bloß Oberflächlichen zu untersuchen. Zusätzlich ist offen von historischer Nachforschung von Nichtjuden zu dem Thema abgeschreckt worden. Als zum Beispiel ukrainische Historiker Hinweise entdeckten, die bewiesen, daß zeitgenössische Medienberichte über jüdische Todesfälle in dieser Nation übertrieben waren, reagierte die jüdische Genealogie-Webseite „JewishGen“ mit der Aussage: „Wir glauben, daß [diese Tatsachen] mehr als irrelevant sind, weil es die öffentliche Aufmerksamkeit vom Hauptthema ablenkt: der genozidalen Essenz der Pogrome.“

Es sollte hier genügen festzustellen, daß diese Antwort der ganzen Essenz historischer Forschung widerspricht – die Geschichte so zu enthüllen, wie sie wirklich geschah, ungeachtet der unbequemen Wahrheiten, die darin liegen mögen. Die Aussage könnte man so übersetzen: „Lassen wir nicht zu, daß die Tatsachen einer guten Geschichte in die Quere kommen.” Auch fehlt, wie dieser Text zeigen wird, der Tendenz, die Unruhen als „genozidal“ darzustellen, völlig die Grundlage. Der Soziologieprofessor Michael Mann von der University of California Los Angeles hat umfangreiche Beweise geliefert, die darauf hindeuten, daß „die meisten Täter nicht daran dachten, die Juden insgesamt zu beseitigen.“ [4]

Die Anspielung von JewishGen auf Völkermord sollte auch als Teil eines allgemeineren Problems in der modernen jüdischen Geschichtsschreibung gesehen werden. Statt die Pogrome als Produkte spezifischer örtlicher Umstände zu sehen, bei denen Juden zumindest eine indirekte Rolle spielten, hat es eine Tendenz gegeben, sie zu Vergleichszwecken zu benutzen. John Klier erklärt, daß bei Verwendung in vergleichendem Sinn „Beispiele fast ausschließlich aus dem 20. Jahrhundert herangezogen werden, und diese Ereignisse werden dann in die frühere Periode von 1881-1882 hineingelesen“, was jede objektive historische Forschung schwierig macht und das Vorhandensein irgendeiner nichtexistenten „pan-europäischen“ Malaise bei antijüdischen Handlungen impliziert.

Trotzdem wird diese Serie von Essays danach streben, die Mythen abzuschälen, ein paar Fäden der Wahrheit aus dem Schleier zu zupfen, der diese Ereignisse verhüllt. Ermutigenderweise ist in dieser Hinsicht bereits mit etwas Arbeit begonnen worden. I. M. Aronsons Behauptung, daß die Pogrome „im einen oder anderen Ausmaß von Elementen innerhalb der Regierung selbst geplant oder gefördert“ wurden [5], ist in den letzten Jahren durch die konzertierte Arbeit einer kleinen Zahl nichtjüdischer Historiker, insbesondere des Professors für hebräische und jüdische Studien John Doyle Klier vom University College London, ein Todesstoß versetzt worden. In seiner Arbeit Russians, Jews, and the Pogroms of 1881-2 von 2005 behauptet Klier: „Die zeitgenössische Forschung hat den Mythos verscheucht, daß russische Amtsträger für die Anstiftung, Zulassung oder Billigung der Pogrome verantwortlich waren.“ [6]

Diese Serie von Essays wird versuchen, weiter zu gehen, in der Überzeugung, daß die Fakten der Ereignisse für die historische Forschung vorrangig bleiben, statt eine „ablenkende“ Bedeutungslosigkeit zu sein. Die Serie wird mit einer Erläuterung der Ursprünge von Rußlands „Judenfrage” beginnen. Nachfolgende Artikel werden sich  mit den Pogromen selbst befassen und damit, wie Mythen und Übertreibungen unsere  Vorstellung von ihnen verpestet haben. Schlußendlich werde ich untersuchen, warum diese Mythen entwickelt wurden, und die allgemeineren Implikationen von Mythen in der jüdischen Geschichte.

Teil 1: Rußlands Judenfrage

Im Jahr 1772 orchestrierte das Russische Reich die erste Teilung Polens, „löschte ein großes Königreich von der geopolitischen Landkarte Europas, das sich im siebzehnten Jahrhundert über weite Bereiche zwischen Preußen und der südlichen Ukraine erstreckt hatte.“ [7]

Bezeichnenderweise beaufsichtigte das Russische Reich dabei auch „die Auflösung des größten jüdischen Kollektivs der Welt.” [8] Das polnische Judentum wurde in drei Teile aufgeteilt – jene in Posen kamen unter die Herrschaft Preußens, jene in Galizien unter die Herrschaft Österreichs, und jene im eigentlichen Polen kamen unter die Herrschaft des Russischen Reiches. [9]“ Im eigentlichen Polen betrieb die polnische Öffentlichkeit Innenschau und suchte hektisch nach den Gründen für den Ruin der Nation, und dabei, erklärt Israel Friedlander, „konnte das jüdische Problem nicht anders, als sich ihrer Aufmerksamkeit aufzudrängen.” [10]

Untersuchungen, die von Sonderkommissionen durchgeführt wurden, entdeckten, daß das polnische Judentum in den Jahrzehnten vor der Aufteilung eine demographische Explosion erlebt hatte, wobei die Juden nun fast 20 % der gesamten Bevölkerung ausmachten. Zusätzlich wurde entdeckt, daß Juden volle 75 % der polnischen Exporte kontrollierten und daß viele sich nun aus überbevölkerten Stadtzentren auf das Land ergossen und ihren Lebensunterhalt mit der Monopolisierung des Spirituosenverkaufs an die Landbevölkerung verdienten. [11] Um 1774 erreichten russische Amtsträger Beschwerden von nichtjüdischen Kaufleuten, die behaupteten, daß jüdische ethnische Netzwerkerei das Exportmonopol stützte und daß dieses Monopol in Kürze schlimme Konsequenzen für den Konsumenten haben würde. [12] Diese Enthüllungen waren die entscheidenden Motivationsfaktoren bei der Entscheidung, Warschaus Juden im Jahr 1775 zu vertreiben, und bis zum frühen 19. Jahrhundert gab e seine Art Pattsituation zwischen Polen und Juden. [13] Napoleons Gründung des Fürstentums Warschau im Jahr 1807 trug wenig zur Änderung der Situation bei, da Napoleon sich der örtlichen Einstellung anschloß, demzufolge Juden nicht von der neuen Verfassung profitieren sollten, solange sie nicht „ihre seltsamen Eigentümlichkeiten beseitigt hatten.” [14] Im Jahr 1813 machte sich die Regierung des Fürstentums daran, das jüdische Monopol auf Spirituosen zu brechen, allen Juden zu verbieten, Alkohol in den Dörfern zu verkaufen, und der Aktivität „Zehntausender” jüdischer Spirituosenhändler in den Provinzen ein Ende zu machen. Es überrascht nicht, daß das polnische Judentum keine Tränen vergoß, als das Fürstentum 1815 nach Napoleons gescheitertem Invasionsversuch in Rußland aufgelöst wurde.

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Das „Pogrom“ von Limerick: Schaffung einer jüdischen Opferrolle

Limerick: Thomond Bridge und King John’s Castle.

Limerick: Thomond Bridge und King John’s Castle.

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Limerick “pogrom”: Creating Jewish victimhood erschien am 17. März 2012 im Occidental Observer. (Bild vom Übersetzer eingefügt.)

 

Ein sehr seltsamer Artikel ist in der Ausgabe vom 14. März der britischen Daily Mail erschienen (Goldman Sachs’ touch of darkness), ein Kommentar zu Greg Smith’s kürzlicher Anklage von Goldman Sachs’ Kultur der Habgier und der Kundenausbeutung. Der fragliche Artikel wurde von einem Alex Brummer geschrieben, einem Journalisten, der sowohl für die Daily Mail als auch für den in London ansässigen Jewish Chronicle schreibt. Brummers Spezialität sind, wie es scheint, wirtschaftliche Angelegenheiten, und er hat eine Anzahl seltsamer Argumente in Bezug auf die jüngsten Enthüllungen, daß Goldman Sachs seine Kunden eine Zeitlang als „Muppets” bezeichnet hat. Der Artikel beginnt mit der Aussage, daß der Bank nach einer Serie von Skandalen „während und nach der großen Finanzpanik” unter dem Vorsitz von Lloyd Blankfein „das Vertrauen entzogen“ worden war.

Für den Fall, daß Ihnen das nicht zu Herzen geht, erklärt Brummer weiters: „Das dauerhafteste Bild von der Ära Blankfein ist jenes vom großen Vampirkraken, das 2010 in einem vernichtenden Artikel im Magazin Rolling Stone gezeichnet wurde. Was Rolling Stone nicht begriffen zu haben scheint, ist, daß dies eine Wiederholung einer notorisch antisemitischen Kampagne des Polemikers ‚Coin’ Harvey aus dem späten 19. Jahrhundert gegen die Familie Rothschild war. Welche Fehler Blankfein und Goldman auch immer gemacht haben mögen, so verdienen sie das nicht.“ (Matt Taibbis tatsächliche Worte aus seinem Artikel The Great American Bubble Machine: From tech stocks to high gas prices, Goldman Sachs has engineered every major market manipulation since the Great Depression: „Das erste, was man über Goldman Sachs wissen muß, ist, daß es überall ist. Die mächtigste Investmentbank der Welt ist ein großer Vampirkrake, der sich um das Gesicht der Menschheit gewickelt hat und seinen Blutschlauch unbarmherzig in alles stopft, das nach Geld riecht.“

Zu den Verbrechen von Goldman Sachs gehört die Bewerbung hypothekarisch gesicherter Investitionen, die von Leuten geschaffen wurden, von denen Goldman wußte, daß sie dagegen wetteten, „im Bestreben, der griechischen Regierung bei der Tarnung des Ausmaßes ihrer Schuldenaufnahme zu helfen, um die Defizitregeln des Euroraumes zum umgehen“, und „Milliarden Dollars an toxischen Subprime-Hypothekenkrediten auf die Märkte zu werfen, wo sie wußten, daß sie wertlos waren.“ Aber Brummer stellt diese Verbrechen als „Fehler“ dar – mehr wie die Torheiten eines Pubertierenden als wirkliche Verbrechen, und er ist entsetzt, daß jemand wie Taibbi das Verhalten von Goldman Sachs mit klassischen antijüdischen Bildern verbindet. (Die Jewish Telegraphic Agency erinnert uns daran, wie wir über Juden und Finanzverbrechen zu denken haben, indem sie Michael Kinsleys rechtfertigendes How to think about: Jewish Bankers zitiert; Kevin MacDonald antwortet: „Hat jüdisches Fehlverhalten im Finanzbereich etwas damit zu tun, jüdisch zu sein?“).

Die übergeordnete Meinung, die in Brummers Artikel zum Ausdruck kommt, ist, daß Goldman Sachs ein paar unanständige Dinge getan hat, aber jetzt „sich selbst im Spiegel betrachtet und nach einem neuen, ethischeren Modell sucht“ und seither zum Opfer antisemitischer Propaganda geworden sei. Der Artikel ist ein klassisches Beispiel für jüdische Strategien, die die Einnahme der jüdischen Opferrolle einsetzen, um jüdisches Verbrechen oder Fehlverhalten zu maskieren. Es erinnert mich an einen obskuren und wenig bekannten Fall – das sogenannte „Pogrom von Limerick“.

Obwohl jüdische Ansiedlungen sich seit der Wiederaufnahme der Juden 1656 in den Provinzen Britanniens und Irlands entwickelt hatten, blieben die meisten dieser Gemeinschaften bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts klein, eng organisiert und unauffällig. Sie wurden selten, wenn überhaupt, von ihren nichtjüdischen Nachbarn belästigt. Die Mitglieder dieser Gemeinden außerhalb Londons tendierten dazu, aus mäßig reichen Händlern in Artikeln wie Pelzen, Schmuck und anderen importierten Luxusgütern zu bestehen. An der Dämmerung zum zwanzigsten Jahrhundert jedoch wurden viele dieser Gemeinschaften durch die Einwanderung großer Zahlen von Juden aus Osteuropa verwandelt, die in unterschiedlichem Ausmaß behaupteten, vor der Verfolgung in Rußland zu fliehen oder neue wirtschaftliche Chancen zu suchen. Während die Mehrheit dieser neuen Einwanderer sich in London niederließ oder in die Vereinigten Staaten weitermigrierte, schwärmte eine bedeutende Zahl auch über Britannien aus oder machte sich auf den Weg nach Irland.

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Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Teil 3]: „Englischer literarischer Antisemitismus“

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Review: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Part 3]: „English Literary Anti-Semitism“ erschien am 22. Februar 2013 im „Occidental Observer“.

Zuvor erschienen:

Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora: A History of Anti-Semitism in England“, Teil 1

Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Teil 2]: „Mittelalterlicher englischer Antisemitismus“

Illustration aus „The Prioress‘ Tale“

Illustration aus „The Prioress‘ Tale“

Wir setzen unsere Analyse von Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ fort, indem wir unsere Aufmerksamkeit einem der umfangreicheren Abschnitte des Buches zuwenden – einem Kapitel, das sich mit dem befaßt, was Julius für Englands einzigartig hasserfüllten Beitrag zur Weltliteratur hält. Im ersten Teil dieser Analyse erforschten wir den Hintergrund des Autors, seine Geschichte als jüdischer ethnischer Aktivist und auch, durch einige seiner Aussagen und bibliographische Informationen, Aspekte seiner Psychologie. Es ist bereits demonstriert worden, daß diese psychologische und in gewissem Sinne auch politische Sichtweise sowohl Julius’ Wahrnehmung der Geschichte der Juden in England wie auch seine Schriften über diese Geschichte beeinflußt. Dies ist am offensichtlichsten in dem Faden des Opfertums, den Julius grob durch einen Großteil des Buches webt.

Heimtückischer sind jedoch die Fälle, die wir im zweiten Teil der Analyse gesehen haben, wo Julius vorsätzlich Beweise ignorierte, weil sie nicht dem entsprachen, wovon er glaubt, daß es so war, und auch, weil sie nicht dem entsprachen, was er andere glauben machen möchte. Julius hat damit gezeigt, daß er ein Propagandist ist, der zu dem Getrommel beiträgt, daß der Westen böse ist.

Julius eröffnet sein Kapitel mit einer Darstellung der Bedeutung der Klagelieder Jeremias’ [Lamentationes] in der jüdischen Tradition. Das Buch, das Juden als Megillat Eicha bekannt ist, hält den Verlust Jerusalems und die Zerstörung des Tempels durch die Babylonier fest. Laut Julius (S. 144) erneuert seine Rezitation durch Juden jedes Jahr am Fastentag Tishah be’Av

die jüdische Erinnerung an das babylonische Exil und an jene anderen Momente nationalen Unglücks, derer man sich konventionsgemäß an diesem Tag erinnert – unter anderem die Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer im Jahr 70 [n. Chr.] und die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492. In seiner langsamen Summierung von Katastrophen ermutigt Tishah be’Av dazu, Katastrophen als die definierende Qualität der Existenz in der Diaspora zu betrachten… Der Tradition zufolge wurden die Juden an Tishah be’Av aus England vertrieben. An diesem Tag sollen die Juden sich auch an diese Katastrophe erinnern.

Abgesehen von den Auswirkungen dieses jährlichen Festivals des Opfertums auf die Gruppenidentität und Gruppenpsychologie schreibt Julius, daß ein zentraler Aspekt der Megillat Eicha eine Erinnerung an die Babylonier sei, wie sie ihren Sieg über die Juden feierten, indem sie sie in ihre Lieder und Spötteleien einbezogen.

Dieses Feiern über die Besiegten ist wichtig, weil laut Julius der angeblich antijüdische englische Literaturkanon aus der Zeit nach der Vertreibung wenig mehr ist als das Feierlied von Engländern, die ihren Feind besiegt haben und sich dieses Sieges für immer in ihrer Kunst erinnern werden. Es kommt Julius nicht in den Sinn, daß die Vorstellung, daß der berühmte literarische Ausstoß von einem der weltgrößten Produzenten des geschriebenen Wortes sich um die Juden drehe, ein Beweis für ein wahrlich pathologisches Ausmaß von Ethnozentrismus ist.

Stattdessen schreibt Julius (S. 149), daß die Juden nach der Vertreibung herausfanden,

daß sie zum Stoff für Lieder geworden waren. Dies gehört zu den bittersten Folgen für sie. Die Bedrohung, die sie darstellten (oder als die sie wahrgenommen wurden), kann nun zeremoniell beschworen werden… Diese Lieder oder Balladen, die endlos wiedererzählt werden und die den Besiegten das Pathos ihrer Niederlage verweigern, folgen sowohl auf Akte der Barbarei, wie sie auch selbst barbarisch sind. Sie sind mitleidlos; sie können verfolgerisch sein.

Wir können schnell sehen, daß das Gefühl des Opfertums, das in den vorherigen Abschnitten des Buches so offensichtlich ist, weiterhin gewohnheitsmäßig aus jedem Absatz trieft. Julius schreibt (S. 149):

Englands ehemalige Juden hätten sich versammeln können, um solch ein Klagelied [wie die Eicha] anzustimmen, während sie in ihren überseeischen Zufluchtsorten über die entstehende Literatur ihres ehemaligen Heimatlandes nachdachten, eine Literatur, die Texte verbreitete, in denen die Verbrechen räuberischer Juden aufgedeckt und ihre Täter bestraft werden.

Eine sorgfältige Zählung der Werke, die sechshundert Jahre überspannen und von denen Julius behauptet, daß sie antijüdischen Inhalt hätten, kommt auf insgesamt sechzehn, einschließlich Titeln wie Bram Stokers Dracula, das keine Verweise auf Juden oder das Judentum enthält. Das ist kaum die „Verbreitung“, die Julius postuliert, und kaum ein Beweis für einen vorherrschenden antisemitischen nationalen „Diskurs“.

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