Zurück nach Afrika: Sexueller Atavismus im modernen Westen

Typische Dorfszene im nördlichen Ghana.

Typische Dorfszene im nördlichen Ghana.

Von F. Roger Devlin, übersetzt von zippelmütz (Ausgewählte Kommentare aus dem Originalstrang von Deep Roots übersetzt). Das Original Back to Africa: Sexual Atavism in the Modern West erschien am 26. Juni 2015 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right. [Titelbild von Deep Roots ausgewählt.]

Hinweis des Herausgebers [Greg Johnson]:
Das folgende Kapitel aus F. Roger Devlins Sexual Utopia in Power [dt. Die sexuelle Utopie an der Macht] ist die Vollversion eines Artikels, der im Juni 2008 in stark gekürzter Form in American Renaissance, Band 19, Nr. 6, erschienen ist.

Etwa in der Mitte der „roaring twenties“ [dt: „goldene Zwanziger“], als Amerika eine Weile Frieden und Wohlstand genießen konnte, veröffentlichte der herausragende Literaturkritiker Irving Babbitt eine düstere Warnung:

Sexuelle Zügellosigkeit (so schrieb er) richtet eine furchtbare Verwüstung in der Gesellschaft an… Die daraus hervorgehenden Krankheiten sind… eine Bedrohung für die Zukunft der weißen Rasse… es gibt ohne Zweifel einen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Art von … maßlosem Individualismus und einer unangemessen zurückgehenden Geburtsrate. Die französischen wie auch die amerikanischen Einheimischen sind, wenn man den Statistiken glaubt, dabei, von der Erde zu verschwinden. Wo die Bevölkerung zunimmt, geht dies, wie man uns sagt, auf Kosten der Qualität. Der Schlag, in dem man in der Vergangenheit die Führer suchte, stirbt aus, und die minderwertigen oder gar degenerierten Sorten vermehren sich.

Als Babbitt sich über mögliche Wege zur Behebung der Situation Gedanken machte, gab er jedoch zu: „Es gibt wenig Beweis, daß ein Individuum dazu verleitet werden kann, aus so allgemeinen Gründen wie dem Wohl seines Landes oder … dem Wohl der weißen Rasse, die durch die ‚rising tide of color‘ in Gefahr ist, Selbstbeherrschung zu üben.“ Er argumentiert weiter, daß traditionelle Ideale wie Zurückhaltung von einer größeren praktischen Wirkung wären als ausdrücklich eugenische Überlegungen. Man könnte hinzufügen, daß äußere Zwänge manchmal noch effektiver sind als jedes von beiden, und daß es in Wirklichkeit die von der Großen Depression und dem Zweiten Weltkrieg aufgezwungene Disziplin war, die der (sexuellen und sonstigen) Lasterhaftigkeit der Zwanzigerjahre ein Ende machte. Diesen harten Umständen folgte, nicht zufällig, der Babyboom. Aber der Babyboom stellte sich als eine Art Eine-Generation-Wunder heraus. Heute hat sich die sexuelle Situation in der westlichen Welt zu einem Zustand umgekehrt, der schlimmer ist, als es sich Babbitt als möglich hätte vorstellen können, und seine Warnungen sind zeitgemäßer als damals, als er sie äußerte.

Ich möchte besonders seinen Punkt unterstreichen, daß man rassische Zwecke nicht notwendigerweise am besten durch ausdrückliche rassische Überlegungen erreicht. Es ist zwar wichtig, akkurate Informationen über Rasse zu publizieren, aber unsere Zivilisation können wir nicht dadurch fortführen, daß wir Debatten über IQ-Tests gewinnen. Ideen mögen Konsequenzen haben, aber sie haben keine Kinder. Und normale Leute fällen ihre grundlegenden Lebensentscheidungen hinsichtlich Ehe und Kindern nicht aufgrund wissenschaftlicher Ergebnisse oder Überlegungen zur Rassenpolitik.

Ich würde sogar davor warnen, zuviel Nachdruck auf das Thema Mischehe zu legen. Weiße scheinen in Wirklichkeit weniger außerhalb ihrer Rasse zu heiraten als andere: Sam Francis nannte die Zahlen „vernachlässigbar“. Auf der anderen Seite pflanzen sich große Zahlen unserer Frauen entweder gar nicht fort oder unter dem Erhaltungsniveau. Trotzdem scheinen sich einige Rassebewußte mehr Sorgen über eine einzige gemischtrassige Verbindung zu machen als über fünfzig kinderlose weiße Paare. Der Grund dafür ist, glaube ich, daß sie die gelegentliche weiße Mutter, die ihr Mulattenkind im Kinderwagen herumfährt, sehen können, sie aber nicht die weißen Kinder sehen können, die andere Frauen nicht zur Welt bringen. Die größten Bedrohungen für die Nation müssen jedoch nicht die sein, die ins Auge fallen.

Ich möchte Ihnen einige meiner Gedanken über die schreckliche Bedrohung für unsere Rasse und Zivilisation mitteilen, die von einer Bewegung ausgeht, auf die Rassenbewußte vielleicht nicht achten, weil sie nichts mit Rasse zu tun zu haben scheint: die sexuelle Befreiung. In meinem Essay „Sexual Utopia in Power“ [dt: Die sexuelle Utopie an der Macht] erklärte ich, warum mit dem Zusammenbruch der Ehe unweigerlich ein polygames Paarungsmuster entsteht. Dies nicht, weil böse Männer in der Lage sind, hilflose, unschuldige Mädchen auszubeuten; sondern weil es schlichtweg das natürliche Resultat des sozial nicht eingeschränkten Wahlverhaltens der Frauen selbst ist. Sie konkurrieren selbst miteinander darum, sich mit den attraktivsten Männern zu paaren, in einer Weise, wie wir es bei niedrigeren Säugetieren beobachten. Nun, auch bei Menschen sind polygame Gesellschaften nichts Neues, und man weiß recht viel darüber, wie sie funktionieren. Zufällig ist der am stärksten polygame Teil der Welt eine Gegend von besonderem Interesse für Amerikaner – es ist kein anderer als Westafrika, die Heimat der Vorfahren unserer eigenen schwarzen Bevölkerung. Ein Blick auf diese Gesellschaft könnte ein recht nützliches Licht auf das werfen, was im Westen heutzutage vor sich geht.

Eine ungewöhnliche Besonderheit dieser Region ist, daß die Frauen fast die gesamten Lebensmittel produzieren: ein Anthropologe nannte es „die Region der Bäuerinnen par excellence.“ Dies ist nicht so, weil Afrikaner einen besonders erleuchteten und fortschrittlichen Glauben an weibliche Karrieren haben, sondern weil die westafrikanische Landwirtschaft von einer ungewöhnlich primitiven Art ist. Der Anbau ist tendenziell eher extensiv als intensiv, und die hauptsächlichen Geräte sind einfache Hacken, die Frauen genausogut schwingen können wie Männer. Das herausforderndere Klima in Europa, im Gegensatz dazu, ruft nach intensivem Anbau mit dem Pflug, was weibliche Abhängigkeit von Versorgung durch den Mann nach sich zieht.

Da die Frauen Westafrikas sich selbst versorgen können, und oft ihre Ehemänner auch noch, brauchen sich die Männer keine Sorgen über die Kosten mehrerer Ehefrauen zu machen. Eine Ehefrau ergreift sogar manchmal, im Gegensatz zu unseren Erwartungen, die Initiative, ihren Ehemann zu ermutigen, eine weitere Frau zu heiraten, weil sie dadurch einige Haushaltspflichten loswird. Was die Männer betrifft – nun, die genießen beträchtliche Muße, die sie meist dem Politisieren, Kämpfen, Trinken und dem, was Völkerkundler vorsichtig als „Polycoitus“ bezeichen, widmen. Ein niederländischer Reisender hinterließ uns eine amüsante Beschreibung des typischen Polygamisten an der Goldküste des 17. Jahrhunderts, der „seine Zeit müßig mit impertinentem Getratsche und dem Trinken von Palmwein verbringt, für den das Geld aufzubringen häufig die armen Ehefrauen verpflichtet sind.“ Die Ehemänner sind nicht einmal verpflichtet, ihre persönlichen Einkünfte mit ihren Frauen zu teilen; Gemeinschaftseigentum wird nicht als Teil der Definition von Ehe angesehen.

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Häusliche Ökonomie, Teil 5

Abbott Handerson Thayer, 1849–1921, „Virgin Enthroned," 1891

Abbott Handerson Thayer, 1849–1921, „Virgin Enthroned,“ 1891

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 5 erschien am 3. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Teil 5 von 5

10. Absichtliche Erosion der männlichen Rolle durch den Feminismus

Zu diesen wesenhaften männlichen Nachteilen am modernen Arbeitsplatz müssen jene hinzugefügt werden, die direkt vom Feminismus geschaffen wurden.

Der britische Philosoph C. E. M. Joad charakterisierte einst die kulturelle Dekadenz als „ein Zeichen der Tendenz des Menschen, seine Position im Universum mißzuverstehen, eine erhabenere Sicht auf seinen Status und seine Aussichten einzunehmen, als die Tatsachen rechtfertigen, und die Führung seiner Gesellschaften und die Planung seiner Zukunft auf der Grundlage dieses Mißverständnisses vorzunehmen.“ [14] Den Feminismus könnte man in diesem Licht nützlicherweise als die Dekadenz der europäischen Frauenschaft sehen. Es kann nur solch ein Größenwahn gewesen sein, der Frauen ohne Erfahrung in der Welt der Industrie dazu verleitete, ihr „Recht“ auf eine Karriere zu behaupten – womit in Wirklichkeit eine leichte und erfolgreiche Karriere gemeint ist. Sie stellten sich vor, wie sie mit auf Mahagonischreibtische hochgelegten Füßen katzbuckelnden männlichen Untergebenen Befehle zubellen und dafür mit fetten Gehaltsschecks und Prestige belohnt werden.

Das praktische Ergebnis der lauten Verkündung, daß Karrieren nun für Talente geöffnet werden, besteht darin, wie Studenten der „Bürgerrechtsbewegung“ wissen, daß riesige Horden ehemals zufriedener Mittelmäßiger sich für talentiert zu halten beginnen. Wenn sie in ihren Bemühungen scheitern, fühlen sie sich betrogen, nehmen an, daß jemand anders schuld sein muß, und rufen nach Bestrafung.

Die leichtgläubigen Frauen, die auf Drängen der Feministinnen ins Erwerbsleben eintraten, entdeckten schnell, daß es ihnen nicht sehr gefiel (trotz der oben aufgezählten weiblichen Vorteile). Die Arbeit stellte sich als… nun, eine Menge Arbeit heraus. Ihre Reaktion auf die gebrochenen Versprechungen des Feminismus bestand jedoch nicht darin, den Ideologinnen vorzuwerfen, daß sie sie gemacht oder sie dazu gebracht hatten, an sie zu glauben; sie bestand darin, Männern die Schuld zu geben. Männer mußten einfach die Arbeitswelt umkonstruieren, bis Frauen sie „erfüllend“ fanden. Und der Feminismus sollte wieder die Richtung weisen. (Eine der größten Stärken der Bewegung ist diese Fähigkeit gewesen, politisch von ihren eigenen Fehlschlägen zu profitieren.)

Es wäre schwierig, die Zahl der Gesetze und Vorschriften zu berechnen, die in den letzten drei Jahrzehnten im Hinblick auf die Bequemlichkeit arbeitender Frauen verkündet wurden. Und obwohl Feministinnen die Vorschläge formuliert haben, sind es großteils Männer, die sie eingeführt und durchgesetzt haben – ohne Zweifel in der heiteren Zuversicht, daß die neuen Regeln nur gegen schlechte Männer benutzt werden konnten. Aber ich fürchte, Frauen sind keine Ausnahme von der Regel, daß Macht korrumpiert, und wenige von ihnen zögern, die neuartigen rechtlichen Schutzbestimmungen in dem Moment in Waffen zu verwandeln, wo sie spüren, daß es zu ihrem persönlichen Vorteil sein könnte.

An meinem eigenen Arbeitsplatz sind Plakate gut sichtbar ausgehängt, die Frauen über eine gebührenfreie Nummer informieren, die sie anrufen können, falls ihnen irgendetwas nicht gefällt, das ein männlicher Mitarbeiter tut oder sagt. Es gibt offensichtlich keine äquivalente Nummer für Männer; aber selbst wenn es eine gäbe, ist es nicht schwer zu sehen, welches Geschlecht mehr dazu neigt, sich zu beklagen. Andere Plakate warnen Männer davor, irgendwelche Kritik, selbst beiläufig und informell, über die Arbeitsleistung einer Frau zu äußern.

Jeder weiß, was vorgeht, aber niemand sagt etwas. Die Frauen haben alle die Geschichten über die 6 Millionen Dollar teuren Streitvergleichszahlungen wegen Belästigung gelesen und rechnen sich aus, daß das besser ist, als für 17 Dollar die Stunde zu arbeiten. Sie halten ihre Augen offen nach Gelegenheiten. Der durchschnittliche Konzernmanager wird ohne zu zögern einen anderen männlichen Angestellten verraten (und selbstzufrieden als Verteidiger der Frauenschaft posieren, der Unrecht zugefügt wurde), um einen Prozeß zu vermeiden, und sowohl männliche als auch weibliche Angestellte wissen es.

„Geschlechtergleichstellungsziele“, direkte Bevorzugungen für Frauen bei Einstellungen und Beförderungen, werden von Konzernen aufgestellt, um zu vermeiden, von der EEOC [Equal Employment Opportunity Commission – Kommission für Chancengleichheit am Arbeitsplatz] vor Gericht gezerrt zu werden. Die öffentliche Vorspiegelung ist, daß Frauen am Arbeitsplatz vordringen; in Wirklichkeit werden sie künstlich auf den Rücken von Männern hochgehievt. Einer der meiner Meinung nach widerlichsten Aspekte der Situation ist die zuckersüße Rhetorik, die überall benutzt wird, um eine Realität der Einschüchterung, Feigheit und Ungerechtigkeit zu verdecken.

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Häusliche Ökonomie, Teil 4

Arnold Böcklin, „Vita Somnium Breve," 1888

Arnold Böcklin, „Vita Somnium Breve,“ 1888

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 4 erschien am 2. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Teil 4 von 5

7. Konsequenzen der „unbegrenzten Wahlmöglichkeit“

Zu den meisten linken Utopien gehört der Genuß all der Vorteile enggestrickter Gemeinschaften, während man nichts von den Kosten an individueller Freiheit bezahlt, die solche Gemeinschaften erfordern. Dementsprechend schlagen Feministinnen vor, Frauen von „häuslicher Fronarbeit“ zu befreien und diese durch uneingeschränkte persönliche Wahlfreiheit zu ersetzen. Aber die Fronarbeit der Ehe und deren Pflichten sind ganz offensichtlich die unverzichtbare Grundlage der Familie, des Modells und der Quelle jeder echten Gemeinschaft.

Es ist wahr, daß es selbst bei der Ehe ein gewisses Maß an freier Wahlmöglichkeit gibt: eine Frau kann wählen, ob und in gewissem Ausmaß wen sie heiraten wird. Aber sobald eine Frau ihre Wahl trifft, indem sie das Gelübde ablegt und den Bund eingeht, hat sie eben dadurch keine Wahl mehr (so wie man nicht einen Kuchen essen und zugleich behalten kann). In anderen Worten, die Ehe ist ein nicht rückzahlbares Einwegticket. Ihr Ehemann ist ihre Wahl, selbst falls er sie schließlich auf bestimmte Arten verärgert, so wie es alle sterblichen Ehemänner zwangsläufig tun müssen. Wenn eine Frau sich ihre Partnerwahl für immer offenhält, nennt man das „Altjüngferlichkeit“.

Letztendlich ruhen die Fantasien des Feminismus und der sexuellen Befreiung auf einer metaphysischen Verwirrung, die man die Verabsolutierung der Wahlfreiheit nennen könnte. Die Illusion ist die, daß man der Gesellschaft irgendwie befehlen könnte, Frauen Wahlfreiheit zu ermöglichen, ohne dadurch ihre zukünftigen Optionen zu vermindern. Geburtenkontrolle, Abtreibung, die Entstigmatisierung von unehelichem Geschlechtsverkehr und Lesbentum, das „Recht“ auf eine Karriere, willkürliche und einseitige Scheidung – all diese sind gegenüber Frauen als Wege zur Erweiterung ihrer Wahlmöglichkeiten beworben worden.

Nun, ich bin dafür, Frauen all die Wahlmöglichkeiten zu geben, die sie verkraften können. (Gegenwärtig denke ich, daß sie eher mehr als das haben.) Aber eine sorgfältige Analyse wird offenbaren, daß der Begriff unterschiedliche und teils widersprüchliche Bedeutungen hat, die nicht in jedem Zusammenhang gleichermaßen anwendbar sein mögen. Wahlmöglichkeit ist keine einzelne Sache, die unbegrenzt ohne Preis erweitert werden kann, und es kann gezeigt werden, daß ein trügerisches Mehr davon in einem Bereich die Verringerung der eigenen Möglichkeiten in einem anderen nach sich zieht.

Ein völlig legitimer Sinn des Auswählens ist zu tun, was man möchte. Wenn wir zum Beispiel ersucht werden, eine Geschmacksrichtung von Eiscreme auszuwählen, dann ist alles, was gemeint ist, eine Entscheidung darüber, was uns im Moment am angenehmsten wäre. Dies deshalb, weil die Alternative zwischen Schokolade oder Erdbeere keine tiefen, langfristigen Konsequenzen beinhaltet. Aber nicht alle Entscheidungen können so sein.

Bedenken Sie zum Beispiel die Berufswahl eines jungen Mannes. Einer der Zauber der Jugend ist, daß sie eine Zeit ist, in der die Möglichkeit die Wirklichkeit überschattet. Man könnte ein Gehirnchirurg werden, oder ein Bergsteiger, oder ein Dichter, oder ein Staatsmann, oder ein Mönch. Es ist natürlich und gut, wenn Jungen von all dem Verschiedenen träumen, das sie werden könnten, aber solche Tagträume können eine gefährliche Illusion züchten: daß dort, wo immer noch alles möglich ist, alles möglich sein wird. Das trifft nur im Fall trivialer und belangloser Angelegenheiten zu. Es ist möglich, alle 31 Geschmacksrichtungen von Baskin-Robbins an 31 aufeinanderfolgenden Tagen durchzukosten. Aber es ist nicht möglich, ein Gehirnchirurg und ein Bergsteiger und ein Dichter und ein Staatsmann und ein Mönch zu werden. Ein Mann, der das versucht, wird nur in allen seinen Bestrebungen scheitern. Der Grund dafür ist natürlich, daß wichtige Unternehmungen sehr viel Zeit und Einsatz erfordern, aber die Männer, die sie unternehmen, sterblich sind.

Für jede Möglichkeit, die wir verwirklichen, wird es hundert geben, die wir für immer unverwirklicht lassen müssen; für jeden Weg, für den wir uns entscheiden, wird es hundert geben, die wir für immer aufgeben müssen. Die Notwendigkeit, in diesem Sinne eine Wahl zu treffen, ist das, was dem menschlichen Leben viel von seiner Ernsthaftigkeit und Schmerzlichkeit gibt. Diejenigen, die von einer Sache zur anderen treiben, unfähig, zu einer Entscheidung zu kommen oder irgendetwas von dem zu vollenden, was sie begonnen haben, enthüllen dadurch, daß sie eine wesentliche Wahrheit über das Menschsein nicht begreifen. Sie sind wie Kinder, die nicht erwachsen werden wollen.

Die sexuellen Wahlentscheidungen einer Frau sind analog jenen eines Mannes hinsichtlich seiner Berufung. Sie können grundsätzlich nicht so leicht und umkehrbar gemacht werden wie die Wahl der Geschmacksrichtung von Eiscreme. Aber sie so zu machen, ist das, was der Feminismus und die sexuelle Befreiung zu tun versuchen. Das zugrundeliegende Motiv scheint genaugenommen eine Furcht vor schwierigen Entscheidungen und ein Wunsch zur Beseitigung ihrer Notwendigkeit zu sein. Zum Beispiel braucht eine Frau nicht über die Qualifikationen eines Mannes als Vater ihrer Kinder nachzudenken, wenn eine Pille oder ein routinemäßger medizinischer Eingriff diese Möglichkeit beseitigen kann. Es gibt keinen Grund, sorgfältig die Alternative zwischen Karriere und Ehe abzuwägen, wenn die Mutterschaft sicher bis zum Alter von 40 Jahren aufgeschoben werden kann (wie es eine große Zahl von Frauen jetzt anscheinend glaubt). Was wir hier haben, ist nicht ein klarer Gewinn im Ausmaß der Wahlfreiheit, sondern eine Verlagerung von einem Sinn des Wortes zu einem anderen – von ernsthafter, auf Nachdenken beruhender Bindung dazu, daß man bloß tut, was man zu jedem bestimmten Zeitpunkt möchte. Wie der Dilettant, der sich in fünf verschiedenen Berufen versucht, ohne endlich einen zu ergreifen, möchte sich die befreite Frau all ihre Optionen für immer offen halten: sie möchte die ewige Jugend.

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Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 2

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Feminine Sexual Counter-Revolution & its Limitations, Part 2 erschien am 28. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:
Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 1

Teil 2 von 2

1 CosmoCover

Betrachten wir Wendy Shalits aus Anekdoten und Frauenmagazinen gepflückte Darstellung der sexuellen Situation, vor der Frauen heute stehen. Die bescheidene Firmendrohne, die Belästigungsanklagen und den Verlust des Lebensunterhalts zu fürchten hat, wenn sie dem Mädchen in der benachbarten Arbeitsbox zuzwinkert, wird bei der Lektüre dieses Materials das Gefühl haben, durch Alices Spiegel getreten zu sein. Hier ist ein Bereich, in dem Männer Frauen darauf reduziert haben, darum zu kämpfen, welche ihnen den meisten und besten Sex bieten kann, und fieberhaft das Kamasutra nach irgendeiner neuen Stellung oder Technik zu durchsuchen, der es gelingen wird, ihren übersättigten Appetit zu befriedigen.

Die Männer, die diese Welt bewohnen, sorgen sich nicht darum, daß Frauen treu bleiben, sondern daß sie nicht „anhänglich“ werden. Cosmo unterstützt sie und rät Frauen, sofort nach dem Sex zur Tür hinauszuhuschen aus Angst, sich in die Großen Wichtigen Dinge hineinzudrängen, die ihr Mann an diesem Tag zu tun hat und in die sie nicht einbezogen sind – und dazu könnte leicht eine Verabredung mit einer weiteren Freundin gehören. „Es ist traurig zu sehen, daß es dazu gekommen ist“, sagt eine Frau: „daß die Kerle die Latte höher legen und die Mädchen sich darum balgen, dem zu entsprechen. Frauen wollen einfach wissen, was sie tun müssen, um diese Kerle dazu zu bringen, sich in sie zu verlieben“ (GGM, S. 176). Eine junge Frau erklärt: „Wenn ich nicht tue, was immer [mein Freund] will und er aus welchem Grund auch immer mit mir Schluß machen würde, hätte er in zwei Tagen jemand anders. So funktioniert es einfach“ (GGM, S. 177). „Die Männer, die die Betten dieser Frauen teilen“, sagt Shalit, „werden wie Könige oder Prinzen behandelt, deren Autorität von Gott selbst kommt, wohingegen die eigenen Gefühle der Frauen und sogar die Sorge um ihre Gesundheit extrem eingeschränkt sind“ (GGM, S. 81). Shalit rät einer solchen Frau, sie solle „zum nächsten Ausgang rennen, nicht gehen, und auf dem Weg nach draußen versuchen, nicht über all die nackten Frauen zu stolpern“ (GGM, S. 79.

All diese Geschichten lassen es sicherlich so erscheinen, als wäre die Position des Mannes in dieser schönen neuen Welt der sexuellen Revolution stärker als unter der Monogamie, während jene der Frau schwächer ist. Tatsächlich könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Lassen Sie mich eine einfache Frage stellen, die Shalit nie berücksichtigt: Es war immer so, daß es ungefähr ein Mädchen für jeden Jungen gab; wenn Männer jetzt Harems haben, wo kommen dann die zusätzlichen Frauen her?

Die Antwort ist gleichermaßen einfach und offensichtlich. Die meisten Männer haben natürlich keine Harems, und es gibt nicht mehr Frauen als früher. Manche Männer haben Harems, weil von der Monogamie „befreite“ Frauen sich nur mit ungewöhnlich attraktiven Männern paaren. Diese Situation demonstriert nicht die Schwäche der Position der Frau, sondern deren Stärke. Wenn der männliche Geschlechtsinstinkt der hauptsächliche Bestimmungsfaktor bei der Paarung wäre, dann wäre das allgemeine Muster, daß die attraktivsten Frauen gruppenvergewaltigt werden.

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Um zu verstehen, was wirklich vorgeht, wird es notwendig sein, ein grelles Licht auf eine Sache zu werfen, bei denen die Frauen es instinktiv vorziehen, sie unter Verschluß zu halten: der weibliche Geschlechtstrieb. Shalit nimmt fast nie Bezug darauf, und das ist sogar in gewisser Weise angemessen, nachdem solche Zurückhaltung ein Teil der weiblichen Sittsamkeit ist, die sie wiederherzustellen versucht. Aber das bedeutet, daß ein Schleier über einige wichtige Umstände gezogen wird, denen man sich ehrlich stellen muß, wenn die Ehe und die natürliche Familie als soziale Normen wiederhergestellt werden sollen.

Wenn ein junges Mädchen sich der Jungs erotisch bewußt wird, wird sie von der Natur mit Scheuklappen ausgestattet, die die Mehrheit davon – einschließlich vieler, die gute Ehemänner abgeben können – aus ihrem Gesichtsfeld ausschließt. Was einen Mann in ihr schmales Sichtfeld bringt, ist das, was „sexuelle Attraktivität“ genannt wird. Was ist das?

Es ist nicht möglich, das herauszufinden, indem man die Frauen selbst fragt. Sie werden darauf beharren, bis sie blau im Gesicht sind, daß sie nur einen sensiblen, respektvollen Kerl wollen, der sie richtig behandelt. „Intelligenz, Freundlichkeit, Persönlichkeit [und] ein gewisser Sinn für Humor“ machen Wendy Shalits Liste der angeblich gesuchten männlichen Qualitäten aus (RM, S. 116). In einer Passage über den Niedergang der männlichen Höflichkeit gibt sie todernst die folgende lächerliche Behauptung von sich: „Wenn… ein Mann es wagt, einer Frau die Tür zu öffnen, wird er sofort geschnappt“ (RM, S. 156).

Wenn Frauen behaupten, nach Freundlichkeit, Respekt, einem Sinn für Humor etc. zu suchen, meinen sie höchstens, daß sie diese Eigenschaften gern bei den Männern finden würden, die sich bereits in ihrem erotischen Gesichtsfeld befinden. Wenn ein Mann fragt, wonach Frauen suchen, versucht er herauszufinden, wie er in dieses Gesichtsfeld gelangen kann. Frauen sagen das normalerweise nicht, entweder weil sie es selbst nicht wissen oder weil es ihnen peinlich ist, darüber zu sprechen. Der Rat, den sie tatsächlich geben, schadet einer Menge einsamer Männer, die ihre Paarungsbemühungen irrtümlich darauf konzentrieren, Freundlichkeit und Höflichkeit gegenüber undankbaren Gören zu zeigen, anstatt daran zu arbeiten, die Dinge zu erlangen, auf die Frauen wirklich ansprechen.

Zum Glück müssen wir uns nicht auf weibliche Aussagen verlassen. Bei Frauen ist es wie bei Politikern: wenn man sie verstehen will, muß man ignorieren, was sie sagen, und beobachten, was sie tun. Reichliche Beweise, die über einen weiten Bereich der Geschichte und der Kulturen gesammelt wurden, lassen keinen Platz für Zweifel: Frauen werden von Männern angezogen, die eine Kombination aus physischer Erscheinung, sozialem Status und Ressourcen besitzen.

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Vielmännerei im Wechsel – und wer sie durchsetzt, Teil 1

Von F. Roger Devlin, übersetzt von zippelmütz. Das Original Rotating Polyandry – & its Enforcers, Part 1 erschien am 22. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Teil 1 von 2

langley women infidelity

Michelle Langley
Women’s Infidelity: Living In Limbo
[dt: Die Untreue der Frauen: Leben im Limbo]
St. Louis: McCarlan Publishing, 2005

Michelle Langleys Women’s Infidelity ist wahrscheinlich das erste Buch, das je im The Occidental Quaterly besprochen wurde und bei dem es in der Anzeige heißt „wird in einem neutralen Umschlag ohne Erwähnung des Inhalts verschickt“. Aber selbst wenn man keine untreue Ehefrau ist, gibt es gute Gründe, Langleys Dokumentation der sozialen Auflösung Aufmerksamkeit zu zollen. Eine fortgeschrittene Zivilisation erfordert hohe Investitionen in Elternschaft, um sich zu erhalten. Die größte Bedrohung ordentlicher Elternschaft in unserer Zeit ist die Scheidung, überwiegend eingereicht durch die Ehefrau (70-75% der Fälle, laut Langley).

Die zentrale These ihres Buches ist eine unpopuläre, die früher schon von diesem Rezensenten in diesem Journal dargelegt wurde: Frauen sind kein bißchen mehr„von Natur aus“ monogam als Männer.

Die biochemische Forschung weist auf einen natürlichen vierjährigen Sexualzyklus für den weiblichen Menschen hin. Diese Zeit reicht für die durchschnittliche Mutter in der Wildnis offenbar aus, um nach der Geburt ihre Überlebensfähigkeit ohne männliche Versorgung wiederzuerlangen. Bei Abwesenheit von irgendeinem System von Ehe ist es die natürliche Tendenz der Frau, sich nach dieser Zeit von ihrem Gefährten zu „befreien“. Wenn ihre Hormone sie treiben, sich wieder fortzupflanzen, nimmt sie sich einfach einen neuen Gefährten.

Langley zitiert Helen Fischers Anatomy of Love: A Natural History of Mating, Marriage, and Why We Stray [„ Anatomie der Liebe: eine Naturgeschichte über das Paaren, die Ehe und warum wir fremdgehen“] und Burnham und Phelans Mean Genes: From Sex to Money to Food: Taming Our Primal Instincts [„Gemeine Gene: Von Sex über Geld bis zum Essen: Zähmung unserer Urinstinkte“] zur Unterstützung dieses Befunds. Ausweislich des letzteren, kommen Trennungen und Scheidungen „in mehr als 60 radikal verschiedenen Kulturen“ am häufigsten im vierten Ehejahr vor.

Das wilde weibliche Sexualverhalten wird von einer Anzahl von Chemikalien geregelt. Die Euphorie der Verliebtheit ist verbunden mit dem Stimulantium Phenylethamin, das im Körper von Natur aus bei erotischer Anziehung erzeugt wird. Wie andere Drogen macht es süchtig, und die Leute gewöhnen sich Schritt für Schritt daran, so daß immer höhere Stufen für die gleiche Wirkung benötigt werden. Mit der Zeit verliert es seine Macht über uns, und Verliebtheit wird ersetzt durch das ruhige Gefühl der Verbundenheit mit unserem Gefährten. Es sind dabei auch neurochemische Faktoren im Spiel. Aber das Gefühl der Anhänglichkeit oder Bindung ist eher mit dem Effekt eines Beruhigungs- oder Narkosemittels vergleichbar als mit einem Aufputschmittel.

Als nächstes sind Hormone zu beachten. Der Sexualtrieb, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, ist verknüpft mit dem Testosteronspiegel. Der ist selbstverständlich bei den Männern immer höher; aber der Unterschied ist am größten im frühen Erwachsenenalter, wenn die Leute sich traditionell ihre Gefährten gesucht haben. Wenn die Männer älter werden, geht ihr Testosteronspiegel allmählich zurück, der Spiegel der Frauen steigt. So um die 30 werden die Frauen haariger und ihre Stimmen werden tiefer, und sie verhalten sich bestimmender. Und, in den Worten der Autorin, „ist es auch recht normal für sie, daß sie eine dramatische Steigerung in ihrem Verlangen nach anderen Männern erfahren.” (Langley zitiert dazu Theresa Crenshaws The Alchemy of Love and Lust [„Die Alchemie von Liebe und Lust“] und Michael Liebowitzs The Chemistry of Love [„Die Chemie der Liebe“]).

Die Autorin ist selbst keine professionelle Forscherin in einem dieser Gebiete. Sie berichtet, daß sie selbst nach 4 Jahren glücklicher Ehe und kurz nach ihrem 27. Geburtstag anfing, sich aus unerfindlichen Gründen gelangweilt und unglücklich zu fühlen. Sie wandte sich an einige Bücher und Fachpersonen, und die waren sich alle einig, das Problem sei ihr Ehemann; sie übernahm diese inzwischen konventionelle Ansicht eine Zeitlang auch für sich selbst. Glücklicherweise – und anders als die meisten Frauen – hörte sie nicht auf, weiter nach Antworten zu graben. Sie traf Frauen – zuerst zufällig – die ähnliche Erfahrungen beschrieben, und interviewte sie. Später fing sie an, Frauen für lange Interviews zu suchen. Dann interviewte sie auch Männer. Es verdient erwähnt zu werden, daß sie es schaffte, mehrere Stunden die Woche in diese Forschungsarbeit zu stecken, ohne irgendeinen Abschluß in Soziologie oder irgendeine Subvention aus Steuergeld. Stück für Stück zeigten sich gleichbleibende Muster in den Geschichten, die sie hörte. „Als ich aufhörte zu zählen, hatte ich 123 Frauen und 72 Männer interviewt… ich fand es faszinierend, daß etwas derart Herausstechendes derart geheimgehalten werden konnte.“

Und was lernte sie dabei? Zuerst einmal, daß Frauen eher als Männer sexuelle Anziehung mit Liebe verwechseln. Die Geschlechter sprechen unterschiedlich von den Gefühlen, die mit den frühen Stadien einer romantischen Affäre verbunden sind:

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Vorwort und Einführung zu „Die sexuelle Utopie an der Macht“

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Originaltexte „Preface“ und „Introduction: The Facts of Life“ sind in Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ erschienen, das von Counter-Currents Publishing herausgegeben wurde und dort erhältlich ist. Auf Counter-Currents sind diese Einleitungskapitel jedoch nicht online veröffentlicht worden.

Sexual Utopia Cover Medium

VORWORT

Dies ist ein Buch über den Niedergang der Tugend bei Frauen. Zeitgenössischer ausgedrückt befaßt es sich mit dem Feminismus und der sexuellen Revolution: zwei miteinander verwandten politischen Bewegungen, die sowohl Ausdruck als auch Ursache dieses Niedergangs sind.

Viele Menschen haben bereits kritisch über diese gesellschaftlichen Phänomene geschrieben, aber ich habe das meiste dieser Literatur unbefriedigend gefunden. Sex gehört zu den Themen, über die am schwierigsten zu schreiben ist; der Autor ist seinem Gegenstand zu nahe; limbische Impulse (besonders der männliche Beschützerinstinkt) treten an die Stelle sorgfältiger Beobachtung und beeinträchtigen die kalte Analyse.

Außerdem ist Sex hauptsächlich der Bereich, in dem der normative Diskurs – Du sollst nicht und gelegentlich Du sollst – die Beschreibung und Erläuterung und das rationale Verständnis übertönt. Dies ist verständlich: Sex ist wesentlich für die fortgesetzte Existenz der Rasse, und doch ist er auch potentiell zerstörerisch. Das praktische Denken diktiert, daß man junge Leute auf dem schmalen Pfad hält, der sowohl für sie als auch für die Gesellschaft am besten ist, daher war der ältere Diskurs über Sex so ziemlich auf das Einimpfen des Heiratens beschränkt, unterstützt durch religiöse Sanktionen (nachdem religiöse Ehrfurcht die einzige Kraft ist, die stark genug ist, um etwas so Urtümlichem wie dem Geschlechtsinstinkt entgegenzuwirken).

Aber eine ehemals wirksame Methode zur Regulierung des Sexualverhaltens ist eine Sache, ein rationales Verständnis vom Sex ist etwas ganz anderes; und heute ist ein korrektes Verständnis das, was wir am meisten brauchen. Die traditionelle normative Diskussion von Sex und Ehe setzt eine Gesellschaftsordnung voraus, in der die lebenslange Monogamie gesellschaftliche und gesetzliche Unterstützung genießt; die Erziehung der jungen Leute sollte diese bereits existierende Ordnung bestärken. Sobald die moralische und gesetzliche Unterstützung zurückgezogen und die monogame Ordnung zerstört worden ist, können die alten Ratschläge sogar schädlich sein für den jungen Mann oder die junge Frau, von denen sie befolgt werden. Schlicht ausgedrückt, wenn ein junger Mann oder eine junge Frau im zeitgenössischen Westen „auf die Ehe wartet“, wird er oder sie wahrscheinlich entweder ewig warten oder innerhalb weniger Jahre geschieden sein.

Der Fall liegt ähnlich beim altehrwürdigen Rat, Geld für schlechte Zeiten beiseite zu legen. Solange man in einer halbwegs gesunden Wirtschaft lebt, ist der Rat gut; aber im Kontext der Geldinflation, wo der Wert des Geldes schneller erodiert wird, als es gespart werden kann, wird das Sparen kontraproduktiv.

Wie die Inflation stellt die sexuelle „Befreiung“ den Markt moralisch auf den Kopf, indem sie aktiv die Tugendhaften bestraft und die Unmoralischen belohnt. Junge Leute finden dies allmählich selbst durch schmerzliche Erfahrungen heraus, und wenn Traditionalisten ihnen nichts Besseres zu bieten haben als die Wiederholung der Ratschläge ihrer Großeltern, die zu einer verschwundenen Ordnung paßten, dann werden sie auch den letzten Rest an Autorität verlieren, den sie noch haben.

In diesem Buch erläutere ich, was wirklich geschieht, wenn der Sex „befreit“ wird, und warum dies geschieht. Ich betrachte mein Argument gern als – um eine Redewendung von John Crowe Ransom zu entlehnen – eine unorthodoxe Verteidigung der Orthodoxie. Die alte Ordnung war tatsächlich besser als das, was wir heute haben; aber ihre Verteidigungen haben versagt. Die Barbaren stehen nicht mehr vor den Toren – sie sind wir selbst. Die „traditionelle Ehe“ in der zeitgenössischen Welt weiter zu verteidigen heißt, das Scheunentor zu schließen, nachdem das Pferd davongerannt ist. In einem Wort, wir müssen aufhören, wie „Konservative“ zu denken und herausfinden, wie wir wieder eine erträgliche Ordnung auf den Tatsachen der primitiven menschlichen Natur allein aufbauen.

Der Hauptfokus des Folgenden, zusammen mit all dem, das den Leser höchstwahrscheinlich überraschen und möglicherweise provozieren wird, ist meine Darstellung der weiblichen Sexualität. Fürs Protokoll: ich hege keine Sympathien für mein eigenes Geschlecht, aber unsere Fehler sind bereits ausreichend bekannt und werden weithin sowohl von Feministinnen wie auch von Traditionalisten verurteilt (oft in unheimlich ähnlicher Weise). Frauen sind nicht derselben Art von Kritik ausgesetzt, weil sie 1) komplizierter und schwerer zu verstehen sind als Männer und 2) Meisterinnen der Verstellung sind, selbst wenn sie das nicht bewußt zu sein versuchen; und 3) weil Männer einen Instinkt haben, sie zu schützen – sogar vor Kritik. Falls dieses Buch manchmal einseitig klingt, dann deshalb, weil es dieses Ungleichgewicht zu korrigieren sucht. Ich bin kein Frauenfeind, sondern ein Misanthrop mit einem besonderen Fokus auf Frauen.

Sowohl Jungen als auch Mädchen kommen als Wilde zur Welt, und der Fortbestand des zivilisierten Lebens hängt davon ab, daß man sie ihre Instinkte zu kontrollieren lehrt, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Keines der beiden Geschlechter sollte dafür kritisiert werden, daß es natürliche Instinkte hat, die Kontrolle brauchen, aber beide sollten kritisiert werden, wenn sie sie nicht kontrollieren. Was ich über die sexuellen Instinkte der Frauen sage, soll für alle Frauen gelten, oder zumindest für alle normalen Frauen; aber meine Kritik am zeitgenössischen weiblichen Verhalten bezieht sich nur auf Frauen, die emblematisch für den gegenwärtigen Zeitgeist sind, diejenigen, die sich von den normalen Pflichten „befreit“ haben, die ihrem Geschlecht in jeder gesunden Gesellschaft obliegen. Der Einwand „nicht alle Frauen sind so“ ist natürlich immer berechtigt, ist aber ein wenig so, als würde man den Schwarzen Tod mit der Begründung verteidigen, daß er doch nicht jeden getötet hat.

Tatsächlich habe ich, wenn ich lese, wie Theodore Roosevelt oder viktorianische Sentimentalisten von der heroischen Selbstaufopferung von Ehefrauen und Müttern schwärmen, nicht das Gefühl, daß es zwangsläufig irgendeinen wesentlichen Unterschied zwischen meiner und ihrer Sicht auf Frauen gibt – vielmehr würde ich unsere Unterschiede durch die unterschiedlichen historischen Datensätze erklären, mit denen wir arbeiten. Die menschliche Natur und die weibliche Natur mögen konstant sein, aber sie können sich unter verschiedenen Umständen auf radikal verschiedene Weise ausdrücken. Wir haben eine Anzahl von Anreizen, die das Verhalten der Frauen über jenes des durchschnittlichen Mannes erhoben, zugunsten eines Satzes von Anreizen ersetzt, der es Frauen ermöglicht hat, sich in Tiefen zu stürzen, die man sich zuvor nicht vorgestellt hatte.

Kurz, der moderne Westen muß sich seinem systematischen Versagen bei der ordentlichen Sozialisierung seiner jungen Leute stellen, insbesondere seiner Mädchen. Dies wird erfordern, daß viele Menschen ihre geschätzten Illusionen aufgeben. Hier sind ein paar der Dinge, die ich in den folgenden Essays zu erläutern versuche:

1. Es ist heute für Männer im Allgemeinen nicht mehr Sex verfügbar als vor der sexuellen Revolution; d. h., Männer im Allgemeinen haben von der sexuellen Revolution nicht auf Kosten der Frauen gewonnen.
2. Sex ist heute, ob auf dem Campus von Colleges oder in der breiteren Gesellschaft, keine „gesetzesfreie Zone“.
3. Männer machen nicht „Jagd auf Frauen“.
4. Frauen sind nicht von Natur aus monogam.
5. Frauen suchen nicht von Natur aus nach „würdigen“ Männern zum Heiraten, d. h., die weibliche Sexualität hat keine moralische Komponente.
6. Unsere gegenwärtigen Probleme wären nicht gelöst, wenn nur die Männer „ihren Mann stehen“ und ihre traditionellen Verantwortlichkeiten akzeptieren würden.

Ich begann mit der Entwicklung der in den folgenden Essays vorgestellten Ansichten um das Jahr 2000, anfänglich beruhend auf den überraschenden Dingen, die ich in obskuren Winkeln des Internets zu finden begann – in dem, was später als die „Manosphäre“ bekannt wurde, die damals in ihren Kinderschuhen steckte. Lange Zeit widmete ich den Großteil meiner wachen Stunden dem Durchdenken dessen, was ich lernte, und verfolgte es zurück zu Grundprinzipien und vorwärts zu seinen Auswirkungen in verschiedenen Bereichen. Es war intellektuell aufregend, eine ganz neue Art des Denkens über die Beziehungen zwischen den Geschlechtern zu entdecken; gleichzeitig war vieles davon herzzerbrechend für einen alten Romantiker, wie ich einmal einer war.

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Jef Costello: F. Roger Devlins Sexual Utopia in Power

Sexual Utopia Cover Medium

F. Roger Devlin
Sexual Utopia in Power: The Feminist Revolt Against Civilization
San Francisco, Counter-Currents 2015.

Von Jef Costello, übersetzt von Deep Roots. Das Original F. Roger Devlin’s Sexual Utopia in Power erschien am 17. Juli 2015 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Als William James einmal Lachgas schnüffelte, dachte er, er hätte eine wichtige Offenbarung, und schrieb sie auf einen Fetzen Papier nieder. Später las er sie und war entsetzt zu sehen, daß sie seiner Ansicht nach einfach Unsinn war:

Hogamous, Higamous,
Man is polygamous,
Higamous, Hogamous,
Woman is monogamous.

Ich dachte nicht, daß es völliger Unsinn war. Tatsächlich erschienen die zweite und vierte Zeile als wichtige Wahrheiten – bis ich F. Roger Devlins brillantes neues Buch Sexual Utopia in Power las.

Devlin macht zwei schockierende Behauptungen: 1) daß für Männer heute nicht mehr Sex verfügbar ist als vor der „sexuellen Revolution“ und 2) daß Frauen nicht „von Natur aus monogam“ sind. Aber er würde es wahrscheinlich vorziehen, wenn ich bei seinem eigenen logischen Ausgangspunkt beginnen würde – seinen Axiomen – die er in der Einführung präsentiert: Männer präsentieren sich, und Frauen wählen aus. Männer bringen sich ständig in Situationen, die die Grenzen ihres genetischen Potentials austesten (großteils Situationen im Zusammenhang mit Sport, Krieg, Geschäft etc.). Frauen sind dazu geschaffen, sogar kleine Unterschiede in der genetischen Fitness unter Männern auszumachen, und werden von dem fittesten Mann angezogen, den sie finden können (oder der sie will). „Das meiste von dem, was folgt, leitet sich direkt oder indirekt von diesen einfachen Tatsachen ab“, schreibt Devlin (S. xii).

Nun beachte man, daß ich sagte, daß es Frauen zu dem fittesten Mann hinziehen wird, den sie finden können. Nehmen wir an, daß sie sich an einen Mann gebunden haben, aber dann ein fitterer Mann daherkommt, der ihnen ins Auge fällt. Nun, keine Angst, meine Herren, wir alle wissen, daß Frauen bei dem Kerl bleiben werden, an den sie sich gebunden haben, weil sie von Natur aus monogam sind, richtig? Ganz anders als wir Schufte, die vielleicht einfach die alte Sträflingskugel loswerden würden, wenn ein neueres Modell hupend daherkommt.

Nun, falls ihr Angst habt, daß eure geschätzten Ideale über die weibliche Tugend in die Luft gesprengt werden, dann lest nicht weiter – und um Gottes Willen lest nicht Devlins Buch. Sexual Utopia in Power ist das desillusionierendste Buch über das weibliche Geschlecht seit Otto Weiningers Sex and Character. Es stellt sich heraus, daß Frauen in Sachen Sex fast so skrupellos sind wie Männer.

Frauen sind nicht von Natur aus monogam. Sie sind hypergam, wie Devlin es ausdrückt. Eine oberflächliche Bekanntschaft mit den Unterschieden zwischen männlichem und weiblichem Sexualverhalten könnte einen zu denken verleiten, daß Männer von Natur aus polygam sind und Frauen monogam. Immerhin erklären Männer in Umfragen, daß sie gern mit ziemlich vielen Frauen schlafen würden. Während Frauen oft sagen, daß sie nur einen Mann wollen oder brauchen. Aber der Haken ist, daß sie nicht zufrieden sein werden, bis sie den einen richtigen Mann gefunden haben. Im Gegensatz dazu sind Männer einfach mit Vielfalt zufrieden (oft sogar mit einer Vielfalt hausbackener Frauen). Devlin drückt es brillant aus (und ich muß hervorheben, daß dies ein extrem gut geschriebenes Buch ist): wie Oscar Wilde haben Frauen einfache Geschmäcker: Sie sind immer mit dem Besten zufrieden (S. 3).

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 4

Einander haltende Hände von einer Figur von Echnaton und Nofretete, Ägyptisches Museum Berlin

Einander haltende Hände von einer Figur von Echnaton und Nofretete, Ägyptisches Museum Berlin

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 4 erschien am 15. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3

Teil 4 von 4

Die vergessenen Männer

Der Versuch, ein sexuelles Utopia für Frauen zu verwirklichen, war zum Scheitern verurteilt, bevor er begann. Die Wünsche der Frauen zielen auf das Unmögliche, stehen miteinander in Konflikt und ändern sich in unvorhersehbarer Weise. Daher muß jedes Programm scheitern, das Männer (oder „die Gesellschaft“) zur Erfüllung der Wünsche der Frauen zwingen soll, selbst wenn alle Männer bereit wären, sich ihm zu unterwerfen. Man staple einen Anspruch für Frauen auf den anderen, häufe eine Strafe nach der anderen auf Männer: Es kann nicht funktionieren, weil die Wünsche der Frauen der Gesetzgebung immer vorauseilen und zu neuen Forderungen führen werden.

Aber während die Revolution ihre Ziele nicht erreicht hat, hat sie sicherlich etwas erreicht. Sie hat die Monogamie und Familienstabilität zerstört. Sie hat in einem polygamen Paarungsmuster resultiert, in dem unanständige Frauen aggressiv hinter einer kleinen Zahl von Männern herjagen. Sie hat die Zahl der geborenen Kinder verringert und sichergestellt, daß viele derjenigen, die geboren werden, ohne einen Vater in ihrem Leben aufwachsen. Und was am seltensten erwähnt wird, sie hat es vielen anständigen Männern unmöglich gemacht, Ehefrauen zu finden.

Man hört gelegentlich von Studien, die zu zeigen vorgeben, daß Männer mit ihrem „Sexleben“ zufriedener sind als Frauen. Es ist mir immer lächerlich erschienen, daß irgend jemand solche Umfrageergebnisse für bare Münze nehmen sollte. Erstens beklagen Frauen sich über alles mehr als Männer. Aber zweitens erleben viele Männer (insbesondere junge Männer) eine starke Verlegenheit, wenn sie bei Frauen erfolglos sind. Sie tauschen selten Erfahrungen mit anderen Männern aus, und noch weniger tun das ehrlich. Jeder errichtet eine tapfere Fassade, wie einsam er auch in Wirklichkeit sein mag. Daher stellen Männer sich fast immer vor, daß andere Männer größeren Erfolg bei Frauen haben, als es tatsächlich der Fall ist. Diese Situation hat sich seit den 1960ern mit der Verbreitung der Illusion, daß für Männer „mehr Sex“ als früher verfügbar sei, verschlimmert.

Aber wenn Frauen sich nur mit ein paar außergewöhnlich attraktiven Männern paaren, und wenn viele Frauen sich überhaupt nicht paaren, muß es eine große Zahl von Männern geben, die keine Frau bekommen können. Wir könnten sie im Geiste von William Gilmore Simms die vergessenen Männer der sexuellen Revolution nennen. Ich habe Grund zu glauben, daß eine wachsende Zahl dazu bereit ist, sich zu outen (um einen gegenwärtig populären Ausdruck zu verwenden) und zuzugeben, daß, wer immer all das „Abschleppen“ besorgt hat, über das man liest, nicht sie es gewesen sind. Einfache Vernunft diktiert, daß wir der Situation dieser Männer einige Beachtung schenken. In Gesellschaften, wo Polygamie offen praktiziert wird (z. B. in Afrika und in der moslemischen Welt), neigen junge Junggesellen zur Bildung von Banden, die antisoziales Verhalten an den Tag legen: „Es ist nicht gut für einen Mann, allein zu sein.“

In unserer Gesellschaft ist bereits ein klares Muster entstanden, wo „Single“-Gruppen oder –veranstaltungen aus unschuldigen, nie verheiratet gewesenen Männern in ihren Dreißigern und zynischen, bitteren, oft geschiedenen Frauen bestehen. Was haben die Junggesellen in all diesen Jahren mit sich angefangen? Bisher haben sie im Westen keine kriminellen Banden gebildet. Sie wären wahrscheinlich attraktiver für Frauen, wenn sie es täten: Jeder scheint die Geschichten über Männer in der Todeszelle gehört zu haben, die von Heiratsangeboten gelangweilter, einen Nervenkitzel suchender Frauen belagert werden.

Ich behaupte, daß die Junggesellen von heute kaum anders sind als Männer, die vor der sexuellen Revolution jung heirateten und Familien aufzogen.

Der natürliche Instinkt macht junge Männer fast buchstäblich „verrückt“ nach Mädchen. Sie glauben, junge Frauen seien etwas Wundervolles, wo in Wirklichkeit die meisten das nicht sind. Der männliche Geschlechtstrieb, über den moderne Frauen sich so viel beschweren, existiert großteils zum Vorteil der Frauen. Wie Schopenhauer schrieb:

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3

Peter Paul Rubens, „Die Entführung der Töchter des Leukippos“, 1618

Peter Paul Rubens, „Die Entführung der Töchter des Leukippos“, 1618

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 3 erschien am 14. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1
Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2

Teil 3 von 4

Die Rückkehr des Primitiven

Die öffentliche Diskussion der sexuellen Revolution hat dazu tendiert, sich auf „date rape“ und „Abschleppen“ konzentriert, das heißt, auf das, was stattfindet, anstatt auf die Bildung stabiler Familien, die nicht stattfindet. Gelegentlich werden Umfrageergebnisse verkündet, die anscheinend auf Zufriedenheit der Männer mit ihrem „Sexleben“ hindeuten, und auf Unzufriedenheit der Frauen mit ihrem. Dies erzeugt einen Eindruck, daß es heute wirklich „mehr Sex“ für Männer gibt als zu der Zeit, bevor ein paar fehlgeleitete Mädchen sich vor vierzig Jahren danebenbenahmen. Die Leute reden, als ob die männliche sexuelle Utopie eines Harems für jeden Mann tatsächlich verwirklicht worden wäre.

Es ist ein Kinderspiel zu zeigen, daß dies nicht nur unwahr ist, sondern daß es nicht wahr sein kann. Es gibt ungefähr dieselbe Zahl männlicher wie weiblicher Kinder (nicht ganz: es gibt etwa 5 Prozent mehr männliche Lebendgeburten als weibliche – es kommt nicht ein Mädchen auf jeden Jungen). Was geschieht, wenn das weibliche sexuelle Verlangen befreit wird, ist nicht eine Zunahme der Gesamtmenge des für Männer verfügbaren Sex, sondern eine Umverteilung des existierenden Angebotes. Die Gesellschaft wird polygam. Eine Situation entsteht, in der die meisten Männer sich sehnlich Ehefrauen wünschen, aber die meisten Frauen sich genauso sehnlich an sehr wenige außergewöhnlich attraktive Männer ranschmeißen. Diese Männer, denen es immer leicht gefallen ist, eine Partnerin zu bekommen, kriegen fürderhin mehrere Partnerinnen.

Ein charakteristisches Merkmal dekadenter Gesellschaften ist das Wiederaufkommen primitiver, vorzivilisatorischer Kulturformen. Dies ist es, was mit uns geschieht. Sexuelle Befreiung bedeutet in Wirklichkeit, daß das Darwin’sche Paarungsmuster des Pavianrudels wieder unter Menschen erscheint.

Sobald die Monogamie abgeschafft ist, ist den weiblichen Auswahlmöglichkeiten keine Einschränkung auferlegt. Daher wählen alle Frauen dieselben wenigen Männer. Wenn Casanova 132 Liebhaberinnen hatte, dann deshalb, weil 132 verschiedene Frauen sich für ihn entschieden. Solche Männer erwerben Harems, nicht weil sie Räuber sind, sondern weil sie zufällig attraktiv sind. Das Problem ist nicht so sehr die männliche Unmoral als einfache Arithmetik; es ist offenkundig unmöglich, daß jede Frau den attraktivsten Mann ausschließlich besitzt. Wenn Frauen sich einfach so paaren wollen, wie ihre natürlichen Triebe sie drängen, müssen sie, rational gesprochen, dazu bereit sein, ihren Partner mit anderen zu teilen.

Aber natürlich ist die Einstellung der Frauen zu dieser Situation nicht besonders rational. Sie erwarten, daß ihr Alpha-Mann „sich bindet“. Man hat den Verdacht, daß die Klagen der Frauen darüber, daß Männer sich nicht binden, bloß bedeuten, daß sie keinen hochattraktiven Mann dazu bringen können, sich an sie zu binden; ziemlich so, wie wenn ein gewöhnlicher Mann Helena von Troja einen Heiratsantrag machen und sich über ihre Weigerung mit den Worten beklagen würde: „Frauen wollen nicht heiraten.“

Außerdem werden viele Frauen von promiskuitiven Männern wegen, nicht trotz ihrer Promiskuität sexuell angezogen. Dies kann man mit einem Verweis auf das Primatenrudel erklären. Das „Alpha-Männchen“ kann dadurch identifiziert werden, daß es sich mit vielen Weibchen paart. Dies ist es wahrscheinlich, wo das Argument wegen des Doppelstandards bezüglich Schlampen-und-Hengste (sluts-and-studs) herkam – nicht von irgendeiner gesellschaftlichen Billigung männlicher Promiskuitivität, sondern von der weiblichen Faszination davon. Männliche „Unmoral“ (in traditioneller Sprache) ist für Frauen attraktiv. Sobald daher polygame Paarung beginnt, tendiert sie dazu, sich selbst zu verstärken.

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2

Date-Rape

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 2 erschien am 13. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1

Teil 2 von 4

Fallout der Revolution: „Date Rape“

Nach ein paar Jahren der sexuellen Revolution begannen schockierende Berichte zu erscheinen, daß große Zahlen junger Frauen – von einem Viertel bis zur Hälfte – Vergewaltigungsopfer seien. Schock verwandelte sich in Bestürzung, als die Opfer dazu gebracht wurden, ihre Geschichten zu erzählen. Wie sich herausstellte, lauerten ihnen die „Vergewaltiger“ nie in entlegenen Winkeln auf, waren nicht bewaffnet, griffen sie nicht an. Stattdessen finden diese „Date rapes“ an privaten Orten statt, üblicherweise in Zimmern von Collegewohnheimen, und gehen nicht mit Drohungen oder Gewalt einher. Eigentlich ähneln sie wenig dem, was die meisten von uns sich als Vergewaltigung vorstellen.

Was ging hier vor?

Man nehme ein Mädchen, das zu jung ist, um zu verstehen, was erotisches Verlangen ist, und setze es mehrere Jahre lang einer Propaganda aus, derzufolge sie ein Recht hat, alles auf diesem Gebiet so zu haben, wie sie es will – ohne entsprechende Pflichten gegenüber Gott, ihren Eltern oder irgendwem sonst. Man gebe ihr keine Anleitung darüber, was zu wollen gut für sie wäre, wie sie ihr eigenes Verhalten zu regeln versuchen könnte oder nach welche Eigenschaften sie bei einem jungen Mann suchen sollte. Man lehre sie weiters, daß die Vorstellung natürlicher Unterschiede zwischen den Geschlechtern ein lachhafter Aberglaube ist, den unser aufgeklärtes Zeitalter allmählich überwindet – mit der Folgerung, daß die sexuellen Gelüste von Männern nicht anders oder intensiver sind als ihre eigenen. Währenddessen halte man sie, während sie körperlich heranreift, geschützt in ihrem Elternhaus, abgeschirmt von Verantwortung.

Dann, im Alter von siebzehn oder achtzehn, bringe man sie plötzlich von ihrer Familie und all den Menschen weg, die sie je gekannt hat. Sie kann so lang aufbleiben, wie sie möchte! Sie kann selbst entscheiden, wann und wieviel sie lernt! Sie lernt die ganze Zeit neue Freunde kennen, junge Frauen und Männer. Es ist nichts Besonderes, sie zu sich einzuladen oder in ihre Zimmer zu gehen; jeder geht völlig locker damit um. Welchen Unterschied macht es, wenn es ein Junge ist, den sie bei einer Party kennengelernt hat? Er scheint ein netter Kerl zu sein, wie andere, denen sie im Unterricht begegnet.

Betrachten wir nun den jungen Mann, mit dem sie allein ist. Er ist weder ein Heiliger noch ein Verbrecher, aber wie alle normalen jungen Männer im Collegealter interessiert er sich intensiv für Sex. Es gibt Zeiten, wo er nicht lernen kann, ohne von dem Gedanken an den Körper irgendeiner jungen Frau abgelenkt zu sein. Er hat wenig echte Erfahrung mit Mädchen gehabt, und der Großteil davon war unglücklich. Er ist ein paarmal ohne viele Umschweife zurückgewiesen worden, und es war erniedrigender, als er zugeben möchte. Er hat den Eindruck, daß die Dinge für andere junge Männer nicht so schwierig sind: „Jeder weiß doch“, daß Männer seit den 1960ern allen Sex bekommen, den sie möchten, richtig? Er wird im Fernsehen mit Gerede über Sex bombardiert, in den Texten populärer Lieder, in Gerüchten über Freunde, die angeblich dieses oder jenes Mädchen „ins Bett gekriegt haben“. Er beginnt sich zu fragen, ob mit ihm vielleicht etwas nicht stimmt.

Weiters hat er dieselbe Erziehung über Sex erhalten wie das Mädchen, mit dem er jetzt zusammen ist. Er hat gelernt, daß Menschen das Recht haben, alles zu tun, was sie wollen. Die einzige Ausnahme ist Vergewaltigung. Aber das ist für ihn kaum relevant; er ist offensichtlich nicht fähig, so etwas zu tun.

Ihm ist auch beigebracht worden, daß es keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Dies bedeutet natürlich, daß Mädchen genauso dringend Sex brauchen wie er, obwohl sie schlauerweise so tun, als wäre es anders. Und werden ihre wahren Gelüste nicht durch all jene Titelseiten des Magazins Cosmopolitan bestätigt, die er ständig im Lebensmittelgeschäft sieht? Wenn Frauen so begierig darauf sind, solches Zeug zu lesen, warum sollte es so verdammt schwierig sein, nur ein Mädchen zu finden, das bereit ist, mit ihm ins Bett zu gehen?

Aber heute abend schien endlich etwas „klick“ gemacht zu haben. Er traf ein Mädchen bei einer Party. Sie plauderten, tranken vielleicht ein bißchen: sie strahlte über das ganze Gesicht, ganz anders als die Mädchen, die ihn an der Sekundarschule so schnell zurückgewiesen hatten. Sie ließ ihn danach sogar mit in ihr Zimmer kommen (oder kam in seines). Es braucht kein Genie, um zu durchschauen, was sie denkt, sagt er zu sich. Dies ist ein ungeheuer wichtiger Moment für ihn; jede Unze seiner Selbstachtung steht auf dem Spiel. Er ist verwirrt, und sein Herz pocht, aber er versucht so zu tun, als wüßte er, was er tut. Sie scheint auch verwirrt zu sein, und er stößt auf nicht mehr als symbolischen Widerstand (so erscheint es ihm jedenfalls). Er genießt es nicht wirklich, und ist sich auch nicht sicher, ob sie es genießt. Aber das ist nebensächlich; es zählt nur, daß er sich endlich als Mann betrachten kann. Später können sie darüber reden, wie sie zueinander stehen wollen, ob sie seine reguläre Freundin sein wird etc. Eine Ehe nimmt nicht wirklich den obersten Platz in seinem Denken ein, aber er schließt sie vielleicht nicht aus – irgendwann einmal. Er fragt sie, wie sie sich danach fühlt, und sie murmelt, daß sie „okay“ sei. Dies beruhigt ihn. Ein unbehaglicher Abschied folgt.

Später in dieser Nacht oder am nächsten Morgen versucht unsere junge Frau sich darüber klar zu werden, was zum Teufel mit ihr passiert ist. Warum war er auf einmal so zudringlich geworden? Wollte er sie nicht einmal zuerst kennenlernen? Es war verwirrend, es geschah alles so schnell. Sex, hatte sie immer gehört, sollte etwas Wundervolles sein; aber dies hatte sie überhaupt nicht genossen. Sie fühlte sich irgendwie benutzt.

Natürlich fällt ihr zu keinem Zeitpunkt ein, ihr eigenes Recht in Frage zu stellen, mit dem jungen Mann intim geworden zu sein, wenn sie es gewollt hätte. Die Moralregel Nummer eins lautet, wie wir wissen, daß aller Sex zwischen einwilligenden Erwachsenen erlaubt ist. Sie ist sich nur nicht sicher, ob sie das wirklich gewollt hatte. Tatsächlich hat sie, je mehr sie darüber nachdenkt, umso sicherer das Gefühl, daß sie es nicht gewollt hatte. Aber wenn sie es nicht gewollt hatte, dann geschah es gegen ihren Willen, oder? Und wenn es gegen ihren Willen war, dann bedeutet das… daß sie vergewaltigt worden war?

Ich habe Verständnis für die junge Frau, angesichts einer Fehlerziehung, die vielleicht bewußt dazu bestimmt war, sie für die Situation unvorbereitet zu lassen, in die sie sich gebracht hatte. Aber auf die Frage, ob sie vergewaltigt wurde, muß die Antwort ein klares Nein sein.

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