Der europäische Kampfgeist

Leonardo da Vinci, „Studie zweier Kriegerköpfe für die Schlacht von Anghiari.“

Von Greg Johnson, übersetzt von Lucifex. Das Original The European Fighting Spirit erschien am 12. April 2018 auf Counter-Currents Publishing. (Ungarische Übersetzung hier.)

Anmerkung des Autors: Dies ist der Text meiner Rede von der ersten Awakening Conference, die am 8. April 2018 in Helsinki abgehalten wurde. Das Thema, über das zu sprechen ich gebeten wurde, war der europäische Kampfgeist. Wie üblich improvisierte ich ein bißchen und wich von meinem vorbereiteten Text ab. Ich möchte den Organisatoren der Awakening Conference danken, den annähernd 200 Menschen, die an dem Treffen teilnahmen, und dem Counter-Currents-Leser, dessen Geschenk diese Reise möglich machte.

„Singe den Zorn o Göttin, des Peliaden Achilleus, ihn, der entbrannt den Achaiern unnennbaren Jammer erregte, und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Hades sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden, und dem Gevögel umher…“ So beginne Homers Ilias, das erste Buch des Westens. Achilles war der mächtigste Krieger unter den Achäern. Sein Kampfgeist jedoch verwandelte sich in zerstörerischen Zorn, als er von Agamemnon entehrt wurde.

Wird das Ende des Westens mit den Worten „Flüchtlinge willkommen“ auf Schildern beginnen, die von sojatrinkenden, cuckmäuligen Hipstern hochgehalten werden, die in riesige Kopfschals gehüllt sind und von deren spindeldürren Armen Männerhandtaschen baumeln, während sie auf Bahnhöfen stehen und krampfhaft ihre Unterwerfung unter den Koran des Globalismus und Multikulturalismus signalisieren?

Nicht, wenn wir etwas dagegen tun können.

Ich bin gebeten worden, heute über den europäischen Kampfgeist zu sprechen. Die heutige Krise des Westens ist gleichzeitig eine Krise des Nationalismus und eine Krise der Männlichkeit. Es ist interessant, daß die globalistische Linke sowohl die Maskulinität als auch den Nationalismus als toxisch definiert. Was ist die Verbindung zwischen Männlichkeit und Nationalismus? Nationalismus ist die Liebe zum eigenen Volk, zum eigenen Stamm. Nationalismus ist eine Parteilichkeit zugunsten des eigenen Stammes gegenüber Fremden. Nationalismus ist die Bereitschaft, in einem Kampf die Partei für die eigene Seite zu ergreifen. Und wer kämpft für den Stamm?

Männer.

Die männliche Rolle als Krieger ist nicht bloß ein Sozialkonstrukt. Sie ist in der Biologie verwurzelt. Männer neigen biologisch mehr zum Kämpfen. Wir sind aggressiver. Wir haben einen Kampfgeist, der mit dem Hormon Testosteron verbunden ist. Männer sind auch körperlich kampffähiger. Und vom Standpunkt der Fortpflanzung aus sind Männer auch für das Überleben des Stammes verzichtbarer. (Ein Mann kann viel öfter Vater werden, als eine Frau Mutter werden kann, daher kann eine Gesellschaft sich in einem Krieg viel mehr Männer als Frauen zu verlieren leisten.) Daher ist es völlig logisch, daß die Globalisten, die eigenständige Nationen und Stämme auslöschen und eine einheitliche und homogenisierte Welt schaffen wollen, auch der Männlichkeit den Krieg erklärt, indem sie sie stigmatisieren und Feminismus, Androgynie und Verwirrung über Geschlechterrollen und geschlechtliche Identität fördern.

In den letzten Jahren hat es alarmierende Berichte über die sinkende Fruchtbarkeit und Virilität von weißen Männern und Ostasiaten gegeben, die in fortgeschrittenen Industriegesellschaften leben. Diese Rückgänge werden in abgesunkenen Testosteronwerten und Spermienzahlen gemessen. Verschiedene ernährungs- und umweltbedingte Ursachen sind für diesen Trend vorgeschlagen worden. Aber nicht alle Gifte sind chemischer Art. Geist und Körper haben komplexe und wechselseitige Beziehungen. Daher sollte es uns nicht überraschen, daß der unablässige psychologische Krieg gegen die Maskulinität auch einen körperlichen Tribut fordern könnte.

Der ideologische Krieg gegen die Männlichkeit ist weit älter, als die meisten von uns denken. Er beginnt mit der modernen Welt selbst. Seine tiefsten Wurzeln zu verstehen, wird den Weg zu einer Lösung beleuchten.

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George Zimmermans Alptraum als Weißer Ritter

Von Matt Parrott, übersetzt von Deep Roots. Das Original George Zimmerman’s White Knight Nightmare erschien am 9. September 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

George Zimmerman hat absolut alles genau nach den Regeln gemacht. Er heiratete eine Frau, der er loyal blieb. Er erwarb ein hypothekenbelastetes Heim in der Vorstadt. Er schrieb sich im College ein, um seine Bildung zu fördern. Er fand sogar Zeit, um sich als Freiwilliger für seine Gemeinde zu melden, wobei er seine eigene Sicherheit riskierte, um die Sicherheit anderer Familien in seinem Viertel zu gewährleisten. Er ist ein Kerl von der Art, der ohne einen Moment des Zögerns zu einem brennenden Fahrzeug rennt, um seine Insassen zu retten.

Zimmerman ist nicht weiß, aber er ist definitiv ein „Weißer Ritter“. Er verkörpert eine traditionelle Geisteshaltung der Selbstverpflichtung und Selbstaufopferung, die unsere Vorväter bewundert und hochgehalten hätten. Amerikas entstehender, mokkafarbig vermischter anglo-brasilianischer Phänotyp ist nicht das, was ich will. Und jene Identität hätte keinen Geist und keine Kultur, wo ich dazugehören würde. Es wäre immer noch ein ganz anderes Land als das, welches unsere Vorväter für uns bestimmten. Aber es wäre nicht notwendigerweise schlecht, wenn es darin genug Männer wie George Zimmerman gäbe, der die einzig mögliche Hoffnung für ein post-weißes Amerika bieten würde.

Der Niedergang Amerikas ist genauso sehr der Niedergang seiner traditionellen Werte wie der Niedergang seiner Stammesidentität. Als ich als Kind Comics las, fand ich die Prämisse, daß jeder den Helden verachtete, immer abgedroschen und unglaubhaft. Sicherlich würden Leute, die aus einem brennenden Fahrzeug gerettet wurden, für die Rettung ewig dankbar sein, und die Nation würde über Zimmermans Heldentum jubeln. Nichts da. Er rettete eine verachtenswerte amerikanische Familie. Die Familie weigert sich, ihm zu danken, und er stieß auf eine Kakophonie von Verschwörungstheorien und Verachtung.

Seid nicht ihr Held

George Zimmerman besuchte ein amerikanisches College, eines, von dem er verwiesen wurde, weil er wegen Mordes angeklagt und vor Gericht gestellt wurde. Er wurde direkt von einem amerikanischen Präsidenten verfolgt, der persönlich seinen Kampfhund Eric Holder auf den armen Bastard hetzte und ein Gerichtsverfahren erzwang, das nach etablierten rechtlichen Präzedenzfällen niemals zulässig gewesen wäre. Die amerikanischen Medien fabrizierten und manipulierten schamlos Fakten, um die öffentliche Meinung gegen diesen Mann zu wenden. Je mehr er versucht, sich ehrenhaft zu verhalten, desto mehr Todesdrohungen, Kopfgelder und Angriffe auf seinen Charakter häuft diese monströse Horde gackernder Schakale auf ihn.

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Was wir unseren Parasiten schulden

Revilo Pendleton Oliver, 1908 – 1994

Revilo Pendleton Oliver, 1908 – 1994

Von Professor Revilo Pendleton Oliver, übersetzt von Deep Roots.

Rede vom Juni 1968, Original: What We Owe Our Parasites

(Free Speech, Oktober/November 1995)

 

Einführung von Kevin Alfred Strom:

Dr. Revilo Pendleton Oliver wird von jenen wenigen, die glücklich genug sind, mit seiner Arbeit vertraut zu sein, zu Recht als einer der größten Amerikaner dieses Jahrhunderts betrachtet. Geboren 1908, stieg er schnell durch die Reihen der akademischen Welt auf, um einer der führenden Philologen und klassischen Gelehrten seiner Zeit zu werden. Er war 32 Jahre lang Professor der alten Sprachen an der Universität von Illinois, Urbana Campus. Er hätte mit Leichtigkeit sein Leben in seine Studien zurückgezogen verbringen und tun können, was er am meisten liebte: Die von seinem brillanten Geist fokussierte Linse des Gelehrtentums  auf die staubigen Folianten und Manuskripte der Vergangenheit zu richten. Aber er wählte einen anderen Pfad. Er sah klar und lange vor den meisten seiner Landsleute, wohin die subversiven und fremden Elemente sein Volk führten, und er entschied sich dafür, seinen Ruf und seine gesellschaftliche Stellung zu riskieren, indem er seine Stimme erhob. Von 1954 bis zu seinem Tod im August 1994 arbeitete er fast ohne Unterlaß für das Erwachen der Amerikaner europäischer Abstammung gegenüber ihrer Gefahr und ihrer möglichen großen Bestimmung.

Dr. Oliver hielt diese Rede vor einer deutschamerikanischen Gruppe, die sich am 9. Juni 1968 im Lorelei Club in Hamburg, New York, nahe Buffalo versammelt hatte.

Die Niederschrift ging 1990 bei einer Überschwemmung in Dr. Olivers Heim verloren, aber sie wurde von Ihrem Redakteur [Kevin A. Strom] auf Basis der von Mr. Everett Weibert angefertigten Tonbandaufzeichnung wieder in Druckform gebracht. Jeder Fehler, der in den Artikel geraten sein mag, ist natürlich der des Redakteurs und nicht der von Dr. Oliver.

Dies ist eine von Dr. Olivers besten Reden, und sie ist sicherlich seine umfassendste kurze Arbeit. Sie erscheint hier zum ersten Mal in gedruckter Form. – Kevin Alfred Strom.

 

Was wir unseren Parasiten schulden

Von Dr. Revilo Pendleton Oliver

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich Ihnen zuallererst für die Ehre Ihrer Einladung danken, und für das Vergnügen, heute bei Ihnen zu sein. Im letzten Dutzend Jahre habe ich vor vielen konservativen und patriotischen Organisationen gesprochen, aber dies ist das erste Mal, daß ich vor einer Gesellschaft aufgetreten bin, die spezifisch deutsch ist: das heißt, die aus den Nachkommen jenes Teils unserer Rasse besteht, der im fünften Jahrhundert zu Hause blieb, während ihre Verwandtschaft all die westlichen Territorien des weitgehend bastardisierten und todgeweihten Römischen Reiches eroberte und besetzte, welches ihre entferntere Verwandtschaft mehr als tausend Jahre zuvor gegründet hatte.

So wie ich es verstehe, spreche ich zu einer geschlossenen Versammlung Ihrer Mitglieder und Gäste, zu denen sie Vertrauen haben. Ich glaube, es ist vereinbart, daß das, was heute hier gesagt wird, inoffiziell und nicht zur Veröffentlichung in irgendeiner Form bestimmt ist, und daß keine Reporter anwesend sind. Unter dieser Voraussetzung werde ich Ihnen freimütig und ohne Umschweife die beste Einschätzung unserer gegenwärtigen Misere geben, die ich zu treffen in der Lage war.

Manche von Ihnen werden sich an die alte Geschichte von der College-Schülerin erinnern, die eines Abends zu Bett ging und schließlich in den Schlaf sank, aber in den frühen Morgenstunden hörte sie die Uhr zwei Uhr schlagen, und sie fühlte, wie die Tür ihres Zimmers sich langsam öffnete. Erschrocken versuchte sie im Dunkeln zu schreien, aber ein Taschentuch wurde über ihren Mund geworfen, und sie fühlte, wie starke Arme sie vom Bett hoben. Sie wurde die Treppe hinuntergetragen und in den Fond eines großen und luxuriösen Rolls Royce geworfen, der mit hoher Geschwindigkeit losfuhr. Nach einer langen Fahrt wurde sie herausgehoben und in die weite Halle eines großen und palastartigen Herrenhauses getragen, über Marmortreppen hinauf und in ein elegant eingerichtetes Zimmer, wo sie aufs Bett geworfen wurde. Erst da sah sie ihren Entführer deutlich. Er war ein starker und gutaussehender Mann, der in einen makellosen Abendanzug gekleidet war. Er stand am Bett und schaute stumm und spekulativ auf sie hernieder. Sie versuchte zu sprechen und konnte endlich kläglich sagen: „Was, oh, was werden Sie mit mir machen?“ Der Mann zuckte mit den Schultern. „Wie soll ich das wissen?“ sagte er. „Dies ist Ihr Traum.“

Die Geschichte ist natürlich absurd, aber die verdankt das bißchen Humor, das sie besitzt, ihrem mehrdeutigen Spiel mit dem Mysterium unseres eigenen Bewußtseins. Ein Traum ist definitionsgemäß eine Abfolge von Empfindungen, die im Gehirn stattfinden, wenn sowohl unsere Wahrnehmungssinne als auch unsere Willenskraft und Vernunft ruhen, sodaß wir keine Kontrolle über diesen Fluß von Empfindungen haben. Aber es ist natürlich ein wohlbekanntes Phänomen, daß, wenn wir träumen, daß wir träumen, der Traum endet und wir erwachen. Dann übernimmt der bewußte Geist, und wir sind wieder für unsere Gedanken verantwortlich und müssen uns einem Tag stellen, indem wir für unsere Handlungen verantwortlich sein müssen, die durch ihre Weisheit oder Torheit den Rest unseres Lebens bestimmen mögen. Unsere Träume mögen unseren unterbewußten Wünschen oder Ängsten auf angenehme oder schmerzliche Weise Ausdruck verleihen. Aber in unseren wachen Stunden müssen wir, wenn wir rational sind, unsere Entscheidungen auf der Basis der objektivsten und kaltblütigsten Einschätzungen treffen, die wir machen können: Einschätzungen der Kräfte und Tendenzen in der Welt um uns herum, Einschätzungen der Realitäten, mit denen wir uns befassen müssen, immer daran denkend, daß nichts wahrscheinlich passieren wird, weil wir es für gut halten, oder unwahrscheinlich passiert, weil wir es für böse halten.

Wenn wir es je nötig hatten, sorgfältig und rational unsere Position und unsere Möglichkeiten zu zu beurteilen, so ist diese Zeit jetzt. Im äußeren Kolleghof von Brasenose in Oxford gibt es, wenn ich mich richtig erinnere, in der Mitte der Grünfläche eine einsame Sonnenuhr, deren Bronzeplatte die erschreckende Inschrift trägt: „Es ist später als du denkst.“ Ich versichere Ihnen, meine amerikanischen Landsleute, daß es jetzt später – viel später – ist, als Sie denken. Es ist natürlich möglich, daß es jetzt vielleicht zu spät ist, und daß unsere Sache, wie ein langjähriger Beobachter und besonderer Freund mir kürzlich versicherte, nun so hoffnungslos ist, wie es die des Südens nach dem Fall von Richmond und nahe dem tragischen Abschluß des zweiten Unabhängigkeitskrieges war, der auf unserem Boden ausgetragen wurde. Ich glaube jedoch ehrlich, daß wir noch immer eine gewisse Überlebenschance haben. Wenn ich das nicht glauben würde, dann würde ich heute bestimmt nicht zu Ihnen sprechen oder Sie ersuchen, zusammen mit mir über unsere Chancen nachzudenken.

Ich mag mich irren, ich habe keine hellseherischen oder prophetischen Kräfte. Und ich kenne gewiß nicht die geheimen Pläne unserer Feinde oder auch nur die innere Struktur ihrer Organisation. Ich kann über das wahrscheinliche Ausmaß ihrer Macht und die wahrscheinliche Wirksamkeit ihrer Strategie nur Vermutungen anstellen durch Extrapolation dessen, was sie soweit erreicht haben. Ich kann Ihnen nur meine beste Schätzung geben, die nach langem und bemühtem Nachdenken erstellt wurde, aber ich gebe mich nicht als Experten in diesen Angelegenheiten aus, und nachdem ich versprochen habe, freimütig zu sein, werde ich Ihnen freimütig sagen, daß meine Einschätzungen in der Vergangenheit sich als allzu optimistisch erwiesen haben.

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Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2

Date-Rape

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 2 erschien am 13. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1

Teil 2 von 4

Fallout der Revolution: „Date Rape“

Nach ein paar Jahren der sexuellen Revolution begannen schockierende Berichte zu erscheinen, daß große Zahlen junger Frauen – von einem Viertel bis zur Hälfte – Vergewaltigungsopfer seien. Schock verwandelte sich in Bestürzung, als die Opfer dazu gebracht wurden, ihre Geschichten zu erzählen. Wie sich herausstellte, lauerten ihnen die „Vergewaltiger“ nie in entlegenen Winkeln auf, waren nicht bewaffnet, griffen sie nicht an. Stattdessen finden diese „Date rapes“ an privaten Orten statt, üblicherweise in Zimmern von Collegewohnheimen, und gehen nicht mit Drohungen oder Gewalt einher. Eigentlich ähneln sie wenig dem, was die meisten von uns sich als Vergewaltigung vorstellen.

Was ging hier vor?

Man nehme ein Mädchen, das zu jung ist, um zu verstehen, was erotisches Verlangen ist, und setze es mehrere Jahre lang einer Propaganda aus, derzufolge sie ein Recht hat, alles auf diesem Gebiet so zu haben, wie sie es will – ohne entsprechende Pflichten gegenüber Gott, ihren Eltern oder irgendwem sonst. Man gebe ihr keine Anleitung darüber, was zu wollen gut für sie wäre, wie sie ihr eigenes Verhalten zu regeln versuchen könnte oder nach welche Eigenschaften sie bei einem jungen Mann suchen sollte. Man lehre sie weiters, daß die Vorstellung natürlicher Unterschiede zwischen den Geschlechtern ein lachhafter Aberglaube ist, den unser aufgeklärtes Zeitalter allmählich überwindet – mit der Folgerung, daß die sexuellen Gelüste von Männern nicht anders oder intensiver sind als ihre eigenen. Währenddessen halte man sie, während sie körperlich heranreift, geschützt in ihrem Elternhaus, abgeschirmt von Verantwortung.

Dann, im Alter von siebzehn oder achtzehn, bringe man sie plötzlich von ihrer Familie und all den Menschen weg, die sie je gekannt hat. Sie kann so lang aufbleiben, wie sie möchte! Sie kann selbst entscheiden, wann und wieviel sie lernt! Sie lernt die ganze Zeit neue Freunde kennen, junge Frauen und Männer. Es ist nichts Besonderes, sie zu sich einzuladen oder in ihre Zimmer zu gehen; jeder geht völlig locker damit um. Welchen Unterschied macht es, wenn es ein Junge ist, den sie bei einer Party kennengelernt hat? Er scheint ein netter Kerl zu sein, wie andere, denen sie im Unterricht begegnet.

Betrachten wir nun den jungen Mann, mit dem sie allein ist. Er ist weder ein Heiliger noch ein Verbrecher, aber wie alle normalen jungen Männer im Collegealter interessiert er sich intensiv für Sex. Es gibt Zeiten, wo er nicht lernen kann, ohne von dem Gedanken an den Körper irgendeiner jungen Frau abgelenkt zu sein. Er hat wenig echte Erfahrung mit Mädchen gehabt, und der Großteil davon war unglücklich. Er ist ein paarmal ohne viele Umschweife zurückgewiesen worden, und es war erniedrigender, als er zugeben möchte. Er hat den Eindruck, daß die Dinge für andere junge Männer nicht so schwierig sind: „Jeder weiß doch“, daß Männer seit den 1960ern allen Sex bekommen, den sie möchten, richtig? Er wird im Fernsehen mit Gerede über Sex bombardiert, in den Texten populärer Lieder, in Gerüchten über Freunde, die angeblich dieses oder jenes Mädchen „ins Bett gekriegt haben“. Er beginnt sich zu fragen, ob mit ihm vielleicht etwas nicht stimmt.

Weiters hat er dieselbe Erziehung über Sex erhalten wie das Mädchen, mit dem er jetzt zusammen ist. Er hat gelernt, daß Menschen das Recht haben, alles zu tun, was sie wollen. Die einzige Ausnahme ist Vergewaltigung. Aber das ist für ihn kaum relevant; er ist offensichtlich nicht fähig, so etwas zu tun.

Ihm ist auch beigebracht worden, daß es keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Dies bedeutet natürlich, daß Mädchen genauso dringend Sex brauchen wie er, obwohl sie schlauerweise so tun, als wäre es anders. Und werden ihre wahren Gelüste nicht durch all jene Titelseiten des Magazins Cosmopolitan bestätigt, die er ständig im Lebensmittelgeschäft sieht? Wenn Frauen so begierig darauf sind, solches Zeug zu lesen, warum sollte es so verdammt schwierig sein, nur ein Mädchen zu finden, das bereit ist, mit ihm ins Bett zu gehen?

Aber heute abend schien endlich etwas „klick“ gemacht zu haben. Er traf ein Mädchen bei einer Party. Sie plauderten, tranken vielleicht ein bißchen: sie strahlte über das ganze Gesicht, ganz anders als die Mädchen, die ihn an der Sekundarschule so schnell zurückgewiesen hatten. Sie ließ ihn danach sogar mit in ihr Zimmer kommen (oder kam in seines). Es braucht kein Genie, um zu durchschauen, was sie denkt, sagt er zu sich. Dies ist ein ungeheuer wichtiger Moment für ihn; jede Unze seiner Selbstachtung steht auf dem Spiel. Er ist verwirrt, und sein Herz pocht, aber er versucht so zu tun, als wüßte er, was er tut. Sie scheint auch verwirrt zu sein, und er stößt auf nicht mehr als symbolischen Widerstand (so erscheint es ihm jedenfalls). Er genießt es nicht wirklich, und ist sich auch nicht sicher, ob sie es genießt. Aber das ist nebensächlich; es zählt nur, daß er sich endlich als Mann betrachten kann. Später können sie darüber reden, wie sie zueinander stehen wollen, ob sie seine reguläre Freundin sein wird etc. Eine Ehe nimmt nicht wirklich den obersten Platz in seinem Denken ein, aber er schließt sie vielleicht nicht aus – irgendwann einmal. Er fragt sie, wie sie sich danach fühlt, und sie murmelt, daß sie „okay“ sei. Dies beruhigt ihn. Ein unbehaglicher Abschied folgt.

Später in dieser Nacht oder am nächsten Morgen versucht unsere junge Frau sich darüber klar zu werden, was zum Teufel mit ihr passiert ist. Warum war er auf einmal so zudringlich geworden? Wollte er sie nicht einmal zuerst kennenlernen? Es war verwirrend, es geschah alles so schnell. Sex, hatte sie immer gehört, sollte etwas Wundervolles sein; aber dies hatte sie überhaupt nicht genossen. Sie fühlte sich irgendwie benutzt.

Natürlich fällt ihr zu keinem Zeitpunkt ein, ihr eigenes Recht in Frage zu stellen, mit dem jungen Mann intim geworden zu sein, wenn sie es gewollt hätte. Die Moralregel Nummer eins lautet, wie wir wissen, daß aller Sex zwischen einwilligenden Erwachsenen erlaubt ist. Sie ist sich nur nicht sicher, ob sie das wirklich gewollt hatte. Tatsächlich hat sie, je mehr sie darüber nachdenkt, umso sicherer das Gefühl, daß sie es nicht gewollt hatte. Aber wenn sie es nicht gewollt hatte, dann geschah es gegen ihren Willen, oder? Und wenn es gegen ihren Willen war, dann bedeutet das… daß sie vergewaltigt worden war?

Ich habe Verständnis für die junge Frau, angesichts einer Fehlerziehung, die vielleicht bewußt dazu bestimmt war, sie für die Situation unvorbereitet zu lassen, in die sie sich gebracht hatte. Aber auf die Frage, ob sie vergewaltigt wurde, muß die Antwort ein klares Nein sein.

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