Die Judenpolitik Friedrichs des Großen: Zwischen Eindämmung und Profit, Teil 3

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Frederick the Great’s Jewish Policy: Between Containment and Profit, Part 3 erschien am 19. Mai 2019 auf The Occidental Observer. (Die zitierten Passagen aus Schriften Friedrichs des Großen wurden von mir aus dem vorliegenden englischen Essay rückübersetzt.)

Zuvor erschienen: Teil 1 und Teil 2

Das Politische Testament von 1752 und die Juden: „Die gefährlichste Sekte“

Die beiden politischen Testamente Friedrichs des Großen sind bedeutende Dokumente – systematische Darstellungen der politischen Doktrin, die die Herrscher von Brandenburg-Preußen seit den Tagen des Großen Kurfürsten erstellt hatten (anscheinend inspiriert von Richelieu). Diese erläutern nicht nur viele von Friedrichs allgemeinen Doktrinen, sondern enthalten auch seine längsten und deutlichsten Kommentare über Juden und Rechtfertigungen betreffend seine Judenpolitik. Dies sind daher wesentliche Dokumente für das Verständnis des Denkens des Monarchen.

Im Politischen Testament von 1752 werden die Juden im Wesentlichen als wirtschaftliches Problem präsentiert. Ihre Zahl in Preußen hatte nach Friedrichs Eroberung von Schlesien in den 1740ern, die auch die Grenze des Landes zu Polen verlängert hatte, wo Juden eine bedeutende wirtschaftliche Rolle hatten, beträchtlich zugenommen. Unter der Überschrift „Regeln für Handel und Manufaktur“ schreibt Friedrich über die Notwendigkeit von Industriepolitik, örtlicher Produktion und Zöllen. In diesem Zusammenhang sagt er über die Juden:

Man muß die Juden überwachen und sie daran hindern, in den Großhandel einzusteigen, das Wachstum ihrer Zahl verhindern und ihnen, wenn sie Betrug begehen, das Aufenthaltsrecht nehmen, denn nichts steht dem Handel des Kaufmanns mehr entgegen als der von Juden betriebene illegale Handel.[1]

Friedrich, ein Deist, verachtete im Grunde alle traditionellen religiösen Geschichten und Organisationen. Unter der Überschrift „Über Geistliche und Religionen“ befürwortet er religiöse Toleranz statt Fanatismus, die den bürgerlichen Frieden und Wohlstand für „Katholiken, Lutheraner, Reformisten, Juden und viele andere christliche Sekten“ sichert.[2]

Trotz all dem bemerkt Friedrich, daß die Juden dennoch wegen ihrer Wirtschaftspraktiken „die gefährlichste Sekte“ sind:

Die Juden sind die gefährlichste Sekte, weil sie dem christlichen Handel schaden und für den Staat nutzlos sind. Wir brauchen diese Nation für einigen Handel mit Polen, aber man muß ihre Zahl am Wachsen hindern und sie nicht auf eine bestimmte Zahl von Familien fixieren, sondern eine bestimmte Zahl von Köpfen, und ihren Handel beschränken und sie am Großhandel hindern, sodaß sie nur Einzelhändler sind.[3]

Friedrich war daher nicht aus religiösen Gründen gegen Juden, sondern weil er dachte, daß sie zu Betrug neigen, schädlich für andere Unternehmen und nutzlos für den Staat sind, außer in der Ermöglichung von Handel mit dem unterentwickelten Polen. Friedrich argumentiert dafür, daß Judenpolitik strikt von zweckorientierten wirtschaftlichen Gründen statt von religiösen oder rassischen motiviert sein soll: zu den praktischen Maßnahmen gehörten sowohl die Wirtschaftspolitik (die Juden aus dem Großhandel draußen zu halten) und eine voluntaristische Bevölkerungspolitik, die auf die Begrenzung der jüdischen Zahlen abzielte (Kopfzählung, nicht Familienzählung), aber auch die Zwangsdeportation derjenigen einschloß, die des Betrugs für schuldig befunden wurden.

Das Politische Testament von 1768 und die Juden: Gegen Wucher und Betrug

Friedrichs Politisches Testament von 1768 ist immer noch älter als die erste Teilung Polens, während der die jüdische Bevölkerung Polens mit der Annektierung polnischen Territoriums wachsen sollte. Dennoch widmet auch dieses Testament den Juden bedeutende Aufmerksamkeit, die im Wesentlichen als wirtschaftliches Problem dargestellt werden. Juden werden wieder angeprangert, diesmal nicht nur wegen Betrugs, sondern auch wegen des Wuchers. Daher lobt Friedrich unter der Überschrift „Über die Bank“, wo er sich mit Geldverleih befaßt, „die in den großen Städten niedergelassenen Lombarden, die Geld zu niedrigen Zinsen für die Produktion und andere Werke verleihen, um die Juden daran zu hindern, die Völker durch Wucher zu erdrücken.“[4]

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Die Judenpolitik Friedrichs des Großen: Zwischen Eindämmung und Profit, Teil 2

Voltaire am Hof von Friedrich dem Großen.

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Frederick the Great’s Jewish Policy: Between Containment and Profit, Part 2 erschien am 18. Mai 2019 auf The Occidental Observer. (Die zitierten Passagen aus Schriften Friedrichs des Großen wurden von mir aus dem vorliegenden englischen Essay rückübersetzt.)

Zuvor erschienen: Teil 1

Friedrich, Voltaire und die Juden

Friedrich der Große und der berühmte französische Philosoph Voltaire hatten eine der berühmtesten Beziehungen zwischen einem Fürsten und einem Intellektuellen der Aufklärung. In der Tat ruht darauf einiges von Friedrichs Anspruch darauf, ein „aufgeklärter Despot“ zu sein. Voltaire selbst war ein lautstarker Kritiker der jüdischen Religion und der Juden als Volk. Er schrieb in seinem Philosophischen Wörterbuch: „Mit Bedauern spreche ich über die Juden; diese Nation ist in vieler Hinsicht die abscheulichste, die jemals die Erde besudelt hat.“ Voltaires Briefe an Friedrich enthalten zahlreiche kritische Bemerkungen über Juden. Zum Beispiel sagte er als Reaktion darauf, daß Katharina II. von Rußland einen Juden nach Ägypten schickte, um die Situation in dem Land zu untersuchen: „Die Juden haben Ägypten immer geliebt, was auch immer ihre unverschämte Geschichte [der Exodus] sagt.“[1] Voltaire scheint viel entschiedener antisemitisch gewesen zu sein als Friedrich.

Friedrich und Voltaire entzweiten sich aus verschiedenen Gründen, wobei einer der bedeutendsten die Verstimmung wegen krummer Finanzgeschäfte zwischen Voltaire und einem Juden, Abraham Hirschel, war. Laut Voltaires Biographen Wayne Andrews:

Am 23. November 1750 wandte [Voltaire] sich an Abraham Hirschel, einen Juden, der für sein Talent bekannt war, Geld mit verbotenen Transaktionen zu machen, und ersuchte ihn, für sein Konto in Dresden eine bestimmte Menge sächsischer Anleihen zu kaufen. Diese verkauften sich damals um fünfunddreißig Prozent unter dem Nennwert, konnten aber gemäß einem preußisch-sächsischen Vertrag von Preußen zum Nennwert eingelöst werden. Dies war solch eine leichte Einladung, die sächsische Staatskasse anzugreifen, daß Friedrich am 8. Mai 1748 einwilligte, daß die Anleihen nicht länger importiert werden durften. Trotzdem machte Voltaire damit weiter. Er bot einen Wechsel auf Paris für vierzigtausend Francs und eine Tratte auf einen Berliner Juden für viertausend Schilling und machte Hirschel zu seinem Agenten. Als Agent übergab Hirschel bestimmte Diamanten als Sicherheit. Aber dann hielt Voltaire es für angebracht, den Wechsel zu stornieren, den Hirschel kassiert hatte, und ein hässlicher Streit folgte, bei dem Hirschel die Rückgabe seiner Diamanten forderte. Voltaire verlor die Beherrschung und riß einen Ring von Hirschels Finger, und die Affäre mußte vor Gericht behandelt werden. […]

Friedrich war nicht erfreut, und die Würde, mit der er sich bei dieser Gelegenheit benahm, war wenigstens einmal königlich. Er ließ Voltaire nicht in seine Nähe, bis der Fall geregelt war. Er wußte, daß Voltaire log, als er behauptete, er hätte Hirschel nach Dresden geschickt, um Pelze und Diamanten gekauft, und sei wegen seiner Ausdrucksweise verärgert gewesen.[2]

Friedrich beschrieb die Affäre lakonisch so: „[betreffend] Voltaires Prozeß gegen den Juden: es ist ein Fall, wo ein Halunke einen Gauner hereinzulegen versuchte.“[3] Dieser Skandal um einen jüdischen Finanzspekulanten und einen habgierigen Franzosen trug zu der Kürze von Voltaires Aufenthalt in Berlin bei.

Hausierer, Spione und Kuriere: Juden in Friedrichs Kriegen

Juden werden in Friedrichs Korrespondenz vielleicht am häufigsten im Zusammenhang mit den zahlreichen Kriegen erwähnt, die er führte. Sie erscheinen auf zahlreichen Schauplätzen als Freund, Feind oder Hintergrundelement, aber immer als etwas eher Widerwärtiges: als währungsmanipulierende Finanziers, als Kaufleute in Kriegszeiten, als von beiden Seiten benutzte Spione und als die unerwünschten Einwohner eroberter Territorien.

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Die Judenpolitik Friedrichs des Großen: Zwischen Eindämmung und Profit, Teil 1

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Frederick the Great’s Jewish Policy: Between Containment and Profit, Part 1 erschien am 17. Mai 2019 auf The Occidental Observer. (Die zitierten Passagen aus Schriften Friedrichs des Großen wurden von mir aus dem vorliegenden englischen Essay rückübersetzt.)

Friedrich II. von Preußen, bekannt als „der Große“, ist eine der gefeierten Gestalten der westlichen Geschichte. Einerseits war er ein fähiger Staatsmann und Militärführer, der durch Geschick und verbissene Entschlossenheit in Kriegen mit weit größeren Staaten die Größe seines verwundbaren und relativ armen norddeutschen Reiches verdoppelte und Preußen in eine von Europas Großmächten verwandelte. Aber Friedrich war auch ein in der Geschichte beinahe einzigartiges Beispiel eines Staatsmannes, der auch ein echter Intellektueller war, der beispielhafte „aufgeklärte Despot“, der vernünftige Reformen unternahm und mit den großen Geistern seiner Zeit Konversation führen konnte.

Friedrichs politische Werke sind eine klassische Darlegung autokratischer guter Regierungsführung.[1] Während die republikanische Tradition in gewissem Sinne charakteristisch und fast einzigartig westlich ist, sollten wir nicht vergessen, daß wir während des Großteils unserer Geschichte von Monarchen regiert wurden. Römische Kaiser und mittelalterliche und frühneuzeitliche Könige hatten sicherlich bei genauso vielen unserer großen Leistungen die Leitung wie die hellenischen Stadtstaaten oder die modernen Republiken.

In diesem Artikel möchte ich einen wenig bekannten Aspekt der Regierung von Friedrich dem Großen beschreiben: die Judenpolitik. Friedrich hatte einigermaßen widersprüchliche politische Strategien von seinen Vorvätern geerbt: auf der einen Seite das Wachstum der jüdischen Bevölkerung zu verhindern (besonders durch Beschränkung des Aufenthaltsrechts), denn Juden wurden als in illegalen Handel verwickelt betrachtet und würden Christen aus dem Geschäft drängen, und auf der anderen Seite die Ausnützung der jüdischen Geschäftstüchtigkeit, ob durch deren Besteuerung, durch die Erlangung von Krediten von ihnen oder durch Nutzung ihrer Fähigkeiten für komplexe und manchmal zweifelhafte Geldtransaktionen.

Friedrichs Haltung zu diesem Erbe ist von Interesse, weil er als Monarch der Aufklärung keine religiös motivierte Feindseligkeit gegen die Juden hegte und auch nicht von den antisemitischen Rassentheorien beeinflußt war, die im neunzehnten Jahrhundert populär werden sollten. Stattdessen wurde die Politik des preußischen Königs von seiner klassischen Bildung bestimmt, die seine allgemeine Sichtweise, seinen politischen Pragmatismus und seine tatsächliche persönliche Erfahrung mit Juden prägte.

Friedrich behielt im Wesentlichen die Herangehensweise seiner Vorgänger bei und rechtfertigte eine nüchterne Bevölkerungspolitik, die das jüdische Wachstum begrenzte, mit der Notwendigkeit, das wirtschaftliche Gleichgewicht, die Moral und das Wohlergehen von Preußen als Ganzem zu schützen. Darin scheint Friedrichs Ansatz an die muskulös kommunitaristische Bevölkerungspolitik von Plato und Aristoteles zu erinnern, zweier Philosophen, die er sorgfältig studiert hatte. Wie wir sehen werden, war Friedrich, während er die Politik seiner Vorgänger beibehielt und verstärkte, nicht in der Lage, deren widersprüchlichen Charakter zu überwinden, was den Weg führ ihren Abbau unter seinen Nachfolgern bereitete.

Das politische Erbe: Die Judenpolitik in Preußen vor Friedrich II.

Wie anderswo in Europa war es eine umstrittene Frage in der Geschichte von Brandenburg-Preußen, ob die Ansiedlung von Juden überhaupt erlaubt werden sollte. Im Jahr 1309 hatte der Deutschritterorden, ein Staat von Kriegermönchen, der Ostpreußen erobert und die einheimischen Heiden gewaltsam zum Christentum bekehrt hatte, Juden verboten, sein Territorium zu betreten. Dennoch wurde angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung jüdischer Kaufleute in Polen Juden erlaubt, vorübergehend zu Geschäftszwecken einzureisen.

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Tod im Atlantik: Die deutschen Auswanderer der „Love and Unity“

Von Christina Krätzig, erschienen im GEO-Juniheft 2013.

Einem Geisterschiff gleich schlingert die „Love and Unity“ („Liebe und Einheit“) durch die Dunkelheit. Kein Steuermann hält sie vor dem Wind. Die Segel schlackern, Böen und Wellen treiben hier, weit draußen auf dem Atlantik, mit dem Zweimaster ihr Spiel. Kein Kapitän blickt prüfend in den Sternenhimmel, menschenleer ist das mondbeschienene Deck in dieser Novembernacht den Jahres 1731.

Im Frachtraum aber drängen sich hundert Elendsgestalten aneinander. Emigranten aus der Pfalz, aus Baden und Württemberg, die meisten nehmen schon nicht mehr wahr, dass ihr Schiff keine Fahrt macht. Sie spüren nur noch den Schmerz in ihren Bäuchen, den nahenden Hungertod.

Die „Love and Unity“ ist ein Schiff der Verdammnis, ein Fliegender Holländer auf einer Reise, die kein Ende nehmen will. Länger als ein Vierteljahr ist sie ihren Passagieren ein Gefängnis auf See. Dabei hat die Fahrt nur vier bis sechs Wochen dauern sollen, so hatte es der Kapitän versprochen.

Im August ist die „Love and Unity“ in einen Sturm geraten, im September hat der Kapitän den Reisenden die Rationen gekürzt, im Oktober sind die ersten Passagiere verhungert. Und kein Ende dieser Fahrt der Verzweiflung ist in Sicht.

Zu den Armseligen, die da unter Deck vegetieren, gehören auch Frauen und Kinder, der elfjährige Georg Jungmann unter ihnen. Sein Vater ist Bürgermeister in Hockenheim am Oberrhein gewesen, bevor er mit seiner Familie an Bord dieses Seelenverkäufers gegangen ist. Nicht Not hat die Jungmanns ins Ungewisse getrieben, es sind diese Briefe gewesen: Von einem endlosen und menschenleeren Land war darin die Rede, gesegnet mit fruchtbaren Böden und mildem Klima. Und jeder Siedler könne mehr als genug davon bekommen.

Überstürzt hat der Bürgermeister Hab und Gut verkauft, um aufzubrechen. Er ahnt nicht, dass viele dieser Briefe, die in seiner Heimat von Hand zu Hand gehen, Fälschungen sind. Geschrieben von skrupellosen Händlern, die mit jedem Auswanderer mehr verdienen. Jetzt sind Georgs Stiefmutter und zwei seiner Geschwister tot, er selbst und sein zweijähriger Bruder liegen im Sterben.

Die Passagiere erhalten kaum noch Wasser vom Kapitän und so gut wie nichts mehr zu essen. Ein Napf Grütze pro Tag muss reichen für eine fünfköpfige Familie.

Und die Jungmanns haben kein Geld, um zusätzlich etwas Essbares zu kaufen. Oder das, was an Bord der „Love and Unity“ nun als Nahrung gilt: Mäuse zu sechs Pence, Ratten für anderthalb Schilling – anderthalb Tageslöhne eines Zimmermanns.

Jede Nacht sterben Menschen. Abends flehen sie ihre Mitreisenden um Nahrung an, morgens werden ihre von den Ratten angefressenen Leichen nackt über Bord geworfen. Nicht einmal einen Sandsack bekommen sie, der ihre Körper hinab in die Fluten zöge. Eltern müssen ihre Söhne und Töchter, Kinder ihre Mütter und Väter davontreiben sehen.

Kapitän Jacob Lobb behauptet, er sei gezwungen, die Rationen so stark zu kürzen, weil sein Schiff aufgrund widriger Winde zu wenig Fahrt mache; sonst sei am Ende gar nichts mehr übrig.

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Adam Fergussons „When Money Dies“

Von Alex Kurtagić, übersetzt von Deep Roots. Das Original Adam Fergusson’s When Money Dies erschien am 14. Januar 2011 auf Counter-Currents Publishing.

Adam Fergusson:

When Money Dies: The Nightmare of Deficit Spending, Devaluation, and Hyperinflation in Weimar Germany

Old Street Publishing, 2010

Ungeachtet Warren Buffetts Empfehlungen sagt es etwas über den Zustand unserer Wirtschaft aus, wenn jemand es für an der Zeit hält, einen 35 Jahre alten Bericht über die Hyperinflation der Weimarer Ära auferstehen zu lassen.

Geschrieben in den stagflationären 1970ern, enthält Adam Fergussons „When Money Dies: The Nightmare of the Weimar Hyperinflation“ [„Wenn Geld stirbt: Der Alptraum der Weimarer Hyperinflation“] vieles, das unsere morbide Neugier kitzelt, abgesehen davon, daß es eine lehrreiche Veranschaulichung dessen ist, was wir erwarten können, falls die düstersten Prophezeiungen der Ökonomen der österreichischen Schule jemals Wirklichkeit werden sollten. (Das Buch, das lange vergriffen war, brachte im letzten Sommer auf eBay nahezu $ 700 und ist jetzt im elektronischen Format verfügbar.)

Hyperinflation, die im vorliegenden Text als eine Inflationsrate definiert wird, die 50 % pro Monat überschreitet, wird von einem unkontrollierten Wachstum des Geldumlaufs und einen Verlust an Vertrauen in die Währung verursacht. Wegen der fehlenden Tendenz zum Gleichgewicht sind die Menschen aus Furcht vor schnellem und fortwährendem Wertverlust nicht bereit, Geld länger als nötig zu behalten, bevor sie es gegen irgendwelche greifbaren Güter oder Dienstleistungen eintauschen. Hyperinflation ist daher durch sehr schnelle Abwertung und eine dramatische Geschwindigkeitszunahme des Geldumlaufs gekennzeichnet.

Obwohl sie die berühmteste ist (weil sie die erste war, die systematisch beobachtet wurde, und weil man annimmt, daß sie Hitler möglich machte), nimmt die Hyperinflation Deutschlands in der Weimarer Ära, als die auf Papiermark lautenden Preise sich alle 3,7 Tage verdoppelten, „nur“ den vierten Platz in der Rangliste der Hyperinflationen ein. Der erste Platz gebührt Ungarn nach dem Zweiten Weltkrieg, als die auf Pengö lautenden Preise sich im Juni 1946 alle 15 Stunden verdoppelten. Der zweite Platz gehört Mugabes Zimbabwe, als die auf Zimbabwe-Dollars lautenden Preise sich im November 2008 alle 24,7 Stunden verdoppelten. Und der dritte Platz gebührt Jugoslawien in der Zeit der Balkankriege, als die auf jugoslawische Dinar lautenden Preise sich im Januar 1994 alle 1,4 Tage verdoppelten.

In Deutschland hatte der Inflationszyklus bereits während des Ersten Weltkrieges begonnen, als die Papiermark von 20 pro Pfund (das zu der Zeit etwa 4 Dollar wert war) bis Kriegsende auf 43 pro Pfund sank. Obwohl die Papiermark weiter abwärtstaumelte und dabei im ersten Quartal einen momentanen Spitzenwert erreichte, erholte sie sich danach etwas und blieb bis zur ersten Hälfte von 1921 mehr oder weniger stabil. Das Londoner Ultimatum jedoch, das verlangte, daß die Kriegsreparationen in Goldmark im Ausmaß von 2.000.000.000 jährlich plus 26 % des Wertes der deutschen Exporte, löste eine neue Etappe schneller Abwertung aus Die französische Politik gegenüber Deutschland, die von den Briten unterstützt wurde, war sehr rachsüchtig und erlegte Deutschlands Wirtschaft eine drückende Bürde auf: der von Deutschland geforderte Betrag überstieg eigentlich Deutschlands gesamten Bestand an Gold oder Devisen. Das Budgetdefizit, zu dem die Reparationen zu einem Drittel beitrugen, wurde durch Abwertung der Staatsanleihen und Drucken von Geld ausgeglichen.

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Die Wahrheit über die Beziehungen zwischen Nationalsozialisten und Zionisten: Ingrid Weckerts Jewish Emigration from the Third Reich

Von J. A. Sexton, übersetzt von Lucifex. Das Original The Truth About Nazi-Zionist Relations: Ingrid Weckert’s Jewish Emigration from the Third Reich erschien am 21. März 2011 auf Counter-Currents Publishing. [Die Links im Text wurden vom Übersetzer hinzugefügt.]

Ingrid Weckert
Jewish Emigration from the Third Reich
Chicago: Theses & Dissertations Press, 2004

Die schrecklichen Geschichten über Juden, die zwangsweise aus Deutschland vertrieben wurden, mit wenig, wenn überhaupt, von ihren Besitztümern oder anderem materiellem Reichtum (einschließlich Geld) sind zu 100 % falsch. Jüdische Banken stellten sicher, daß Juden mit reichlich Mitteln in ihre neuen Heimatländer auswanderten.

Die jüdische Kriegserklärung gegen das nationalsozialistische Deutschland

Warum erklärten die Juden Hitler und Deutschland den Krieg, kurz nachdem er rechtmäßig zum Reichskanzler ernannt worden war? Ich werde nicht einmal versuchen, diesen Schritt zu verstehen, aber es genügt zu sagen, daß die Mehrheit der in Deutschland lebenden Juden wenig, falls überhaupt etwas mit dem internationalen jüdischen „heiligen Krieg“ zu tun haben wollte. Weckert beteuert, daß Deutschlands 500.000 Juden „keine bedeutende Veränderung ihrer Situation erwarteten.“ In anderen Worten: sie waren wegen Hitler nicht besorgt. Zum Unglück für sie waren Juden, die im Ausland lebten und von dort aus immense Macht ausübten, entschlossen, jegliche Überreste freundlicher Beziehungen zwischen Deutschen und deutschen Juden zu zerstören, daher ihre Erklärung eines „heiligen Krieges“ gegen Deutschland.

Der „Krieg“ war fast rein wirtschaftlicher Natur: die Juden im Ausland wollten die Deutschen wirtschaftlich zermalmen, wenn sie es nicht über die deutsche Innenpolitik tun konnten. Ihr sowjetisches Experiment war gescheitert, daher versuchten sie einen anderen Ansatz: von außerhalb Deutschlands. Zum Glück gelang es diesen internationalen Juden nicht, die deutsche Wirtschaft zu erdrücken. Weckert: „Daß sie es nicht taten, daß im Gegenteil Deutschlands Wirtschaft sich mit erstaunlicher Schnelligkeit erholte und dadurch ein Beispiel für andere Länder abgab, lag gänzlich am Genie ihrer Führung. Dies wird durch zeitgenössische Berichte bestätigt, aber auch durch jüngere Studien, die sich der Präsentation der Tatsachen widmen.“

Juden in Deutschland

Der Boykott der internationalen Juden hatte seinen Preis. Hitlers Regierung konterte in gleicher Weise mit einem Aufruf nach Entfernung der Juden aus der deutschen Gesellschaft. Nachdem deutsche Juden eine Tendenz hatten, ihre jüdische Identität vor ihrer nationalen deutschen Identität zu unterstützen, mußten sie entfernt werden. Sie waren eine potentiell feindliche fünfte Kolonne. Hitler beschloß, das trotz der unglaublichen Feindseligkeit der Welt gegenüber ihm und seiner politischen Bewegung so freundlich und gesetzeskonform wie möglich zu tun.

Weckert sagte, daß es vier verschiedene allgemeine Sichten auf Deutschland und sein Verhältnis zu Juden gab. Die erste Gruppe war der CV [Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens], der im Wesentlichen von religiösen Juden gegründet wurde. Die zweite Gruppe war die ZVfD [Zionistische Vereinigung für Deutschland]. Dieser zionistische Verein spaltete sich jedoch 1925, was in einer abgespaltenen Fraktion Neuer Zionisten (die „Revisionisten“) resultierte, die einen eigenen Staat wollten (Jabotinsky und Kareski). Die dritte Gruppe war der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF), der aus jüdischen Soldaten bestand. Die letzte Gruppe war der Verband nationaldeutscher Juden (VJN), der 1921 gegründet wurde und etwa 10.000 Mitglieder aufwies. Diese Gruppe wurden außer dem VJN, der sich weigerte, einer höheren Autorität untergeordnet zu werden, alle unter einer Dachorganisation namens RV (Reichsvereinigung der Juden in Deutschland) zusammengefaßt. Aus diesen Gruppen gingen zwei Themen hervor:

1) Deutschtum als oberste Priorität und Judaismus als zu lösende religiöse Angelegenheit;

2) Ein jüdisches Nationalbewußtsein, vereint mit dem Judaismus (dieses Thema wurde zum modernen Zionismus).

Goebbels sprach mit Kareski, und ihm gefiel die Idee eines separaten jüdischen Staates außerhalb Deutschlands. Zionisten und orthodoxe Juden fanden Kareskis Ansichten ebenfalls reizvoll.

Jüdische Auswanderung

Die Zionisten beharrten auf der Gründung ihres neuen jüdischen Staates in Palästina. Die Nationalsozialisten unterstützten diese Fraktion im Allgemeinen, weil sie ein judenfreies Deutschland schaffen wollten. Daher wurde die nationalsozialistisch-zionistische Zweckallianz gebildet, und drei Organe halfen dabei mit. Das erste war der Hilfsverein für deutsche Juden, der für die jüdische „Auswanderung in alle Teile der Welt“, außer Palästina, verantwortlich war. Die zweite Organisation war das Palästinaamt (Palestine Office), das sich auf die Auswanderung junger, körperlich leistungsfähiger Juden nach Palästina spezialisierte. Die dritte Organisation war das Hauptbüro für jüdische Migrationswohlfahrt, das als jüdisches Reisebüro begann, sich aber zu einer Auswanderungsagentur entwickelte, die bei der Umsiedlung nichtdeutscher Juden half. Die nationalsozialistische Regierung half all diesen Organisationen in jeder möglichen Weise bis zum Ausbruch des Krieges, der die Dinge viel schwieriger machte.

Das Ha’avara-Abkommen

Die jüdischen Vertreter einer palästinensischen Zitrusfirma traten 1933 in Sachen jüdische Auswanderung an die nationalsozialistische Regierung heran. Die Juden in Palästina brauchten Arbeiter, und die Nationalsozialisten wollten neue Heimatländer für ihre jüdische Bevölkerung finden. Jüdische Banken in Deutschland, die von der NSDAP unangetastet blieben, machten diesen „Transfer“ möglich. Die Mittel wurden verwendet, um in Palästina zu investieren oder Geldmittel für die Auswanderung von Mitjuden zur Verfügung zu stellen. Jeder jüdische Auswanderer mußte den englischen Besatzungsbehörden bei der Ankunft in Palästina seine 1000 Palästina-Pfund vorweisen – um zu beweisen, daß er sich in seinem neuen Heimatland selbst erhalten konnte.

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Die Slawen, Teil 1: Ihre Geschichte

Von „bedo“, aus dem Historie-Magazin „Karfunkel“ Nr. 79 Dezember 2008 – Januar 2009, demselben Heft, in dem auch Götter, Götter, Götter: Donner und Fruchtbarkeit, sowie Das „jüdische“ Khanat: Geschichte und Religion des Reiches der Chasaren erschienen ist.

* * *

„Dieses ganze Volk der Slawen ist dem Götzendienst ergeben, ist immer unstet und beweglich und treibt Seeraub, indem es auf der einen Seite die Dänen, auf der anderen die Sachsen anfeindet. Oft und auf vielerlei Weise haben daher der große Kaiser und Bischöfe sich bemüht, diese rebellischen und ungläubigen Völker irgendwie zur Erkenntnis Gottes und zum Glauben zu bringen. Unter allen Völkern des Nordens bleibt allein das der Slawen unempfänglicher und zum Glauben weniger geneigt als die anderen. Aber Gastlichkeit und Fürsorge für die Eltern gelten bei ihnen als erste Tugenden.“
So schreibt der Chronist Helmold von Bosau 1170 über die slawischen Stämme in Nord- und Nordostdeutschland. Sie galten lange Zeit auch in der modernen Geschichtsforschung als Barbaren jenseits der östlichen Reichsgrenze – völlig zu Unrecht, wie wir im folgenden zeigen werden! Ihre Handwerkskunst, der Handel mit den anderen Völkern ihrer Zeit, ihre gesellschaftlichen Strukturen, all das war den Germanen und ihren Nachfolgern gar nicht so unähnlich. Und faszinierend sind ihre Sitten und Gebräuche, ihre Religion und die damit verwobene Mythologie bis heute.

WAS SAGEN DIE GESCHICHTSSCHREIBER?

Wo genau die Slawen herkommen, darüber streiten die Forscher bis heute. Erst seit dem 1. Jh. n. Chr. berichten antike Schriftsteller wie Plinius der Ältere, Ptolemäus von Alexandria oder Tacitus über Völker, die heute den Slawen zugerechnet werden. Eigene Aufzeichnungen haben uns diese Menschen leider nicht hinterlassen, denn sie waren eine noch schriftlose Kultur. Und auch die Archäologie kann keine konkreten Ergebnisse vorweisen, denn die materiellen Hinterlassenschaften sind nicht so eindeutig in bestimmte ethnische Gruppen einteilbar, daß sie daraus konkrete Aussagen ableiten ließen.

Rekonstruierte slawische Siedlung in Groß Raden

Wenn wir uns also auf die antiken Historiographen stützen, begegnet uns zuerst ein Volksstamm, der östlich der Weichsel gesiedelt haben soll und als Venedi, Venadi oder Veneti bezeichnet wird. Diesen Namen gibt es heute noch: die Wenden. Jordanes, der Geschichtsschreiber der Goten, berichtet im 6. Jh., die Goten hätten im 3./4. Jh. bei ihrem Aufenthalt in Südrußland die Veneter (venethi) besiegt, ein Volk, das aus demselben Geschlecht stamme wie die Slawen (sclaveni). Insgesamt zählt er drei Völker auf, die denselben Ursprung hätten: Slawen und Veneter sowie die Anten (antes). Als Siedlungsgebiet der Veneter gibt auch er den Weichselraum an, die Slawen siedelt er zwischen Weichsel und Donau an und die Anten zwischen Dnister und Don. Eine ethnische Gemeinsamkeit zwischen Venetern/Wenden und Slawen jener Zeit zweifeln manche Forscher jedoch an, weil sich ihre Keramik unterscheidet.

Den nächsten Hinweis auf den Begriff Slawen liefern oströmische Quellen, genauer gesagt der sogenannte Pseudo-Kaisarios im 6. Jh. (sclavenoi). Noch während der Regentschaft Kaiser Justinians I. (527-565) tauchten slawische Stämme, aus den Karpaten, dem unteren Donauraum und den Regionen am Schwarzen Meer kommend, in den Donauprovinzen des Oströmischen Reiches auf, wie Prokop von Caesarea, Menander Protektor, Agathias und andere berichten (sclavenoi und antes). Prokop beobachtet, daß Slawen und Anten dieselbe Sprache sprächen, dieselben Bräuche pflegten und auch ansonsten sehr ähnlich seien.

DER URSPRUNG DER „SLAWEN“

„Die Slawen“ als prototypisches Urvolk hat es – wie „die Kelten“, „die Germanen“ – nicht gegeben. Zwischen mittlerer Weichsel und Bug sowie mittlerem Dnjepr konnte die Forschung inzwischen zumindest das Kerngebiet der ursprünglichen slawischen Sprache ausmachen, und von hier aus haben sich zahlreiche kleinere Volksgruppen ausgebreitet (hauptsächlich nach Ostmittel- und Osteuropa).

Der Untergang des Römischen Reiches hatte große Umwälzungen in Europa zur Folge gehabt. Während des 4. und 5. Jahrhunderts hatten sich zahlreiche germanische Stämme auf Wanderschaft begeben und neue Siedlungsgebiete erschlossen. Es gibt viele Faktoren, deren Zusammenspiel dieses als Völkerwanderung bezeichneten Phänomens verursacht hat, und sicherlich war der allmähliche Zusammenbruch der römischen Herrschaft nicht der einzige Grund, wenn auch ein gewichtiger. Die Bevölkerung des heutigen West-Mecklenburg beispielsweise folgte dem historisch bekannten Zug der Langobarden über Mähren (489) und Pannonien (528) nach Italien (568), die Odergermanen zogen mit den Goten über die Schwarzmeerregion (208/230) nach Spanien (418) und Italien (489).

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Focke-Wulfs Triebflügeljägerprojekt: Früher Senkrechtstarter

Focke-Wulfs projektierter Triebflügeljäger in der CGI-Illustration von Ronnie Olsthoorn.

(Ergänzt am 2. Dezember 2018 – Funktionsschema Staustrahltriebwerk)

Im Dezemberheft 1981 der FLUG REVUE erschien ein Artikel über ein ausgefallenes, faszinierendes deutsches Kampfflugzeugprojekt des Zweiten Weltkriegs mit hubschrauberartig rotierenden Flügeln und Staustrahltriebwerken an den Flügelspitzen, den ich nachfolgend wiedergebe (die Bilder stammen – mit zwei Ausnahmen – auch aus diesem Artikel, an den anschließend weitere CGI-Bilder wie das obige zu finden sind):

FRÜHER SENKRECHTSTARTER

Revolutionäres deutsches Triebflügeljäger-Projekt aus der Zeit vor Ende des Zweiten Weltkriegs

Text und Fotos: G. Sengfelder; Zeichnung: Carlo Demand

So sollte der Triebflügeljäger eingesetzt werden.

Verschiedene Überlegungen führten zum Entwurf dieses außergewöhnlichen Flugzeugs: einmal die ständigen Angriffe alliierter Flugzeuge auf deutsche Flugplätze und die fortschreitende Zerstörung der Start- und Landebahnen in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges, zum anderen die erfolgversprechende Entwicklung eines Staustrahltriebwerks bei Focke-Wulf. Der mit solchen Aggregaten ausgerüstete Triebflügeljäger kam zwar über das Reißbrettstadium nicht hinaus, stellt aber ein derart revolutionäres Konzept dar, daß es dennoch Beachtung verdient. Nachfolgend die Geschichte dieses frühen Senkrechtstart-Projekts.

Der Triebflügeljäger im Modell.

Im Jahrbuch der deutschen Luftfahrtforschung 1942 erschien ein Bericht der aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen mit dem Titel „Der Triebflügel“. Die Verfasser E. v. Holst, D. Küchemann und K. Solf untersuchten in diesem Bericht die Frage, ob ein Fluggerät denkbar sei, bei dem Vortriebs- und Auftriebsorgan vereinigt sind. Ausgehend vom Flug der Libelle wurde die Entwicklung des rollenden Flügels mit allen Vorteilen und Problemen beschrieben.

Bei all diesen Untersuchungen ging man von der Überlegung aus, daß ein starkes Triebwerk, im Rumpf installiert, zwei gegenläufige Luftschrauben von großem Durchmesser antreiben sollte. Ein leichtes, einfaches Strahltriebwerk war noch nicht entwickelt.

Die Lorindüse war zwar bekannt, und Dr. Sänger arbeitete ab 1941 an Staustrahlrohren, die nicht nur einen entsprechenden Startschub entwickelten, sondern auch eine große Baulänge hatten. In der gasdynamischen Abteilung von Focke-Wulf arbeitete ein Team unter der Leitung von Dr. Pabst an einem Staustrahlantrieb, der wesentlich kleiner baute als herkömmliche Lorindüsen. Ein weiteres Ziel der Focke-Wulf-Forschung war es, den Brennstoffverbrauch zu senken und minderwertige Treibstoffe wie Stein- oder Braunkohlenteeröl zu verwenden.

In verschiedenen Versuchsreihen gelang es, einen sehr einfachen und wirkungsvollen Brenner zu entwickeln. Durch die Anordnung vieler kleiner Brenner mit entsprechendem Scheibendurchmesser erreichte man eine kurze Brennlänge sowie eine gleichmäßige Temperaturverteilung in einem großen, aber kurzen Brennraum.

Eine weitere Möglichkeit, das Triebwerk zu verbessern, ergab sich aus aerodynamischen Überlegungen. Durch die Verwendung eines Stromlinien-Diffusors gelang es, die Eintrittslänge, die bei den herkömmlichen Lorin-Düsen drei Triebwerksdurchmesser ausmachte, auf einen Durchmesser zu kürzen.

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Dresden 1945

Die Frauenkirche in Dresden vor dem 13./14. Februar 1945.

Von Thomas Goodrich, übersetzt von Deep Roots. Das Original Dresden, 1945 erschien am 12. Februar 2014 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Anmerkung von Greg Johnson:

Der folgende Bericht über die Zerstörung von Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 ist ein Auszug aus Kapitel 10 von Hellstorm: The Death of Nazi Germany, 1944-1947 (Sheridan, Colorado: Aberdeen Books, 2010), das sich vorwiegend mit dem Schicksal unschuldiger Deutscher, hauptsächlich Frauen, Kinder, Alte und Kranke, im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs und in der Zeit danach befaßt.

Fasching ist ein jährliches deutsches Ereignis ähnlich der lateinischen Feier von Mardi Gras. An diesem besonderen Fastnachtsdienstag legen normalerweise biedere, zurückhaltende Teutonen seltsame Kostüme an, gesellen sich zu Freunden oder völlig Fremden, schwärmen in Bars, Restaurants und Theater aus und beteiligen sich dann mehrere Stunden lang an sinnlosen, aber harmlosen Erheiterungen. Wegen der Erfordernisse des Krieges war jedoch die Feier, wie das meiste andere im verwüsteten Reich, fast völlig aufgegeben worden. In nur einer Stadt bestand die Faschingstradition so ziemlich in der Weise fort, wie es immer gewesen war, und in der Nacht des 13. Februar füllten Frauen und Kinder zusammen mit den wenigen verbliebenen Männern die Straßen, um zu feiern.

Dresden war wahrlich einer der größten Kulturschätze der Welt. „Florenz an der Elbe“ genannt, war der alte Schaukasten im Herzen von Sachsen buchstäblich eine Zeitkapsel der gotischen Architektur und mittelalterlichen Kultur. An jeder Ecke jeder schmalen Pflasterstraße gab es ein kunstvolles Schloß, ein Museum, eine Kunstgalerie oder eine hoch aufragende, jahrhundertealte Kathedrale. Wie Paris, Rom und Venedig war Dresden schön, romantisch und dauerhaft. Jahrzehntelang war die Stadt eine der „Pflichtstationen“ für Reisende auf dem Kontinent gewesen, besonders für jene aus Britannien und Amerika.

So willkommen es auch war, so verblüffte die Tatsache, daß eine Stadt von der Größe Dresdens überlebt hatte, als alle anderen zerstört waren, manche Einwohner und beunruhigte andere. Nachdem in fünf Kriegsjahren nur zwei winzige Tagesangriffe stattgefunden hatten, nahmen viele an, daß Dresdens Errettung an seinem Ruf als „Stadt der Kunst“ lag; daß es bei einem unschätzbaren, unersetzlichen Schmuckstück der westlichen Kultur sogar „Terrorbombern“ an ausreichendem Hass fehlte, um solche Schönheit auszulöschen. Andere vermuteten, daß der Feind, nachdem Dresden fast keine Schwerindustrie hatte – und das wenige, das es gab, hatte keine Bedeutung für den Krieg – die Stadt einfach nicht für ein geeignetes Ziel hielt. Wenn Skeptiker darauf hinwiesen, daß viele andere schöne deutsche Städte mit wenig oder keiner Industrie systematisch ausradiert worden waren, erfanden Gerüchte neue Gründe für Dresdens wundersames Überleben.

Die Frauenkirche in Dresden nach der Bombardierung.

Ein Glaube, den viele hegten, besagte, daß eine Tante von Churchill in Dresden lebte. Ein anderer deutete an, daß die Stadt wegen riesiger amerikanischer Investitionen verschont wurde. Daß Dresden zu einer „Hospitalstadt“ mit zahlreichen medizinischen Einrichtungen geworden war, erschien anderen als rationale Erklärung. Für manche schienen die sechsundzwanzigtausend alliierten Kriegsgefangenen, die in der Stadt interniert waren, eine logischere Antwort zu sein. Unter vielen Dresdnern war jedoch die vielleicht größte Erklärung dafür, daß ihre Stadt lebte, wenn alle anderen starben, daß unzweifelhaft noch immer ein Funke der Gnade in den Herzen britischer und amerikanischer Flieger brannte. Unter all den vielen Namen, unter denen es bekannt war, beschrieb keiner Dresden im Februar 1945 besser als „Stadt der Flüchtlinge.“

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Es begann heute vor 73 Jahren: Dresden, ein echter Holocaust

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots. Das Original It Began 66 Years Ago Today . . .Dresden: A Real Holocaust erschien am 13. Februar 2011 bei Counter-Currents Publishing (von mir heute mit dem aktuellen Jahr angepaßtem Titel nachveröffentlicht).

 

Die Nacht vom 13. auf den 14. Februar, den Valentinstag, markiert einen ominösen Jahrestag in der Geschichte der westlichen Zivilisation. Denn beginnend mit der Nacht des 13. Februar 1945 geschah die Zerstörung Dresdens.

Am Vorabend des Valentinstags 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa nahezu vorbei. In der Praxis war Deutschland bereits besiegt. Italien und Deutschlands andere europäische Verbündete waren auf der Strecke geblieben. Die Rote Armee besetzte eilig die weiten Gebiete dessen, was Ostdeutschland gewesen war, während die Verbündeten der Sowjets, die Briten und Amerikaner, in die Nichtexistenz bombten, was von Deutschlands Verteidigung und Nahrungsmittel- und Verkehrsinfrastruktur noch übrig war.

Und was war Dresden? Die meisten von Ihnen werden wahrscheinlich von Dresdner Porzellan gehört haben, und dieses grazil ausgeführte und sorgfältig detaillierte Porzellan ist wirklich ein perfektes Symbol für diese Stadt. Jahrhundertelang war Dresden ein Zentrum von Kunst und Kultur und der verfeinerten Freizeit und Erholung gewesen. Es war eine Stadt der Kunstmuseen und Theater, der Zirkusse und Sportstadien, eine Stadt alter, halb aus Holz bestehender Gebäude, die für die ganze Welt wie jene des mittelalterlichen Englands aussahen, mit ehrwürdigen Kirchen und jahrhundertealten Kathedralen, die seine Silhouette zierten. Es war eine Stadt der Künstler und Handwerker, der Schauspieler und Tänzer, der Touristen und der Kaufleute und Hotels, die sie bedienten. Vor allem wurde Dresden während des Krieges durch das definiert, was es nicht war. Es hatte keine bedeutenden militärischen oder industriellen Einrichtungen. Deswegen war Dresden vor allem anderen zu einer Stadt der Kinder, Frauen und Flüchtlinge geworden, und der Verwundeten und Versehrten, die sich in seinen vielen Krankenhäusern von ihren Wunden erholten.

Diese Frauen und Kinder, diese verwundeten Soldaten, diese gebrechlichen und ältlichen Menschen, diese Flüchtlinge, die vor dem brutalen Ansturm der kommunistischen Armeen im Osten flohen, waren nach Dresden gekommen, weil man zu der Zeit allgemein glaubte, daß Dresden nicht angegriffen werden würde. Seine fehlende strategische oder militärische Bedeutung und die wohlbekannte Anwesenheit von Hunderttausenden unschuldiger ziviler Flüchtlinge und sogar alliierter Kriegsgefangener schienen der Stadt Sicherheit zu garantieren. Sicherlich, dachte man, würde nicht einmal der mächtigste und entschlossenste Feind so verkommen und sadistisch sein und so verschwenderisch mit seinen eigenen Ressourcen umgehen, daß er solch eine Stadt angreifen würde. Aber die Menschen Dresdens, die in dieser schicksalhaften Nacht vergnügt das Kino besuchten oder zu Hause zu Abend aßen oder den Pferden im Zirkus zusahen, irrten sich schwer. Und ihre Führer irrten sich ebenfalls, denn die Stadt war buchstäblich offen und unverteidigt, und nur minimale zivile Verteidigungsvorbereitungen waren getroffen worden.

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