„Avatar“ – der neueste anti-westliche Film aus Hollywood

avatar-believe-it-or-not

Von Fjordman, übersetzt von Deep Roots

Das Original erschien am 18. Dezember 2009 in gekürzter Form auf „Gates of Vienna“, von wo ich den Kommentarstrang übernommen habe:

http://gatesofvienna.blogspot.com/2009/12/fjordman-avatar-latest-anti-western.html#readfurther

sowie in ganzer Länge im „Brussels Journal“, von wo ich Fjordmans Text übernommen habe:

http://www.brusselsjournal.com/node/4225

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Nachdem ich ein ausgewiesener Sci-fi geek bin und die meisten Science-Fiction-Filme ziemlich schlecht sind, zwingt mich diese Gewohnheit leider zum Ansehen einer großen Zahl schlechter Filme. Es ist eine meiner kleinen Perversionen. Ich habe mir gerade den teuersten B-Film angesehen, der je produziert wurde, den 237 Millionen Dollar teuren Avatar des Regisseurs James Cameron, berühmt für die Produktion von Filmen wie Terminator, Terminator 2, Aliens und Titanic. Kurz zusammengefaßt würde ich sagen, daß Avatar, während es visuell spektakulär ist wie alles, was Mr. Cameron macht, einer der anti-westlichsten und besonders anti-weißen Hollywoodfilme sein muß, die ich seit langem gesehen habe.

Der Held ist der U.S. Marine Jake Sully, der zum planetenartigen Mond Pandora geschickt worden ist, weil die Menschen die Mineralressourcen begehren, die auf Pandora gefunden wurden, welcher von einer Rasse großer blauhäutiger Außerirdischer, den Na’vi, bewohnt wird. Sie haben eine nichtindustrielle Zivilisation, die unserer unterlegen, aber anscheinen spirituell reicher und in perfekter ökologischer Harmonie mit der natürlichen Umgebung ist. Der Held verliebt sich in vorauszusehender Weise in die Eingeborenenkultur und geht eine Verbindung mit einem Eingeborenenmädchen ein.

„Zum Eingeborenen werden” ist an sich kein originelles Thema; es ähnelt Der mit dem Wolf tanzt, nur mit Außerirdischen statt Sioux. Genausowenig ist es die Vorliebe für die prä-industrielle Zivilisation, die immerhin von einem guten Mann wie Tolkien in seiner Trilogie Der Herr der Ringe geteilt wurde. Tolkien hatte persönlich die sinnlosen Schrecken des Grabenkriegs im Ersten Weltkrieg erlebt, und das wirkte sich natürlich auf seine Sicht der industrialisierten Gesellschaft aus. Was am Film Avatar anders ist, ist die Art, wie er Weiße als Haufen tobender Monster darstellt, etwas, das Tolkien niemals tat.

Im Grunde werden die weißen Charaktere als brutale, habgierige und unsensible Bestien dargestellt, die im Streben nach Profit lächelnd die Umwelt vergewaltigen und andere Kulturen zerstören. Der Haupt-Gegenspieler ist der weiße Colonel Quaritch, ein Rohling, der kaum einen positiven Charakterzug besitzt. Der finale Höhepunkt des Films kommt, wenn er den Protagonisten anschreit „Wie fühlt es sich an, seine Rasse zu verraten?”, während er ihn zu ermorden versucht. Obwohl ein paar der weißen Charaktere wie Jake Sully in etwas rehabilitierendem Licht dargestellt werden, geschieht das nur deswegen, weil sie ihre eigene Zivilisation total ablehnen und sich dem anderen Team in dem Kampf anschließen. In anderen Worten: die einzigen guten Weißen sind diejenigen, die ihrer eigenen destruktiven und bösen Kultur völlig den Rücken kehren. Wie der Kritiker Armond White es ausdrückte, „ist Avatar der kitschigste Film, der je über des weißen Mannes Bedürfnis gemacht wurde, seine Identität zu verlieren und rassische, politische, sexuelle und historische Schuld zu lindern.”

Zurück in der realen Welt gehören Weiße natürlich zu den selbstkritischsten und am wenigsten ethnozentrischen Menschen auf Erden und sind das seit langem gewesen. Weiße sind auch unverhältnismäßig stark in der Umweltbewegung vertreten, wohingegen vielen „diverse” Drittweltvölkern die Umwelt nicht gleichgültiger sein könnte. Aber warum zulassen, daß die Wahrheit der Schaffung eines guten anti-weißen Films in die Quere kommt? Die Tatsache, daß ziemlich viele im vorwiegend weißen Publikum diesen Film bejubelten, zeigt, daß anti-weißer Hass und Stereotypen so weitverbreitet und akzeptiert worden sind, daß die meisten Menschen es nicht einmal sehen können, am allerwenigsten die Weißen selber.

Ausgewählte Kommentare aus dem “Gates of Vienna”-Strang:

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Ungarn: Hommage an die Vergangenheit, um die Zukunft zu retten

Parlament in Budapest

Von George Handlery; Original: An Homage to the Past to Save the Future, erschienen am 8. November 2012 im Brussels Journal.

Erfindung ist ein Mittel zur Überwindung von Tatsachen, die einem nicht passen.

Wir ignorieren gern die Kräfte, die unser Leben bestimmen werden. Der Preis der Kurzsichtigkeit ist hoch für jene, die die erkennbaren Trends ignorieren. Häufig ist das, was der Unwissende als positiven oder negativen „Zufall“ betrachtet“, nur in seinen nebensächlichen Details zufällig. In Wirklichkeit sind solche falsch bezeichnete Ereignisse die Konsequenz früherer Entscheidungen und daher für jene vorhersehbar, die hinter den Anschein schauen. Diejenigen, die sich auskennen, wissen, daß hinter den verwirrenden Kulissen eine entscheidende Wahrheit lauert und daß sie der wahre Puppenspieler ist, der die Fäden zieht.

Diejenigen von uns, die das vergangene Jahrhundert verstehen möchten – was sich durch die dreistellige Millionenzahl derer empfiehlt, die in seinen Kriegen und in seinem „Frieden“ getötet wurden – sollten über zwei Themen nachdenken. Das eine ist die Wirkung irriger Theorien und ihrer Rezepte für die Zwangserlösung der Menschheit. Dies erfordert die Untersuchung totalitärer Ideologien und Praktiken. Das andere ist die Rolle der Masse. Wir können ausführlich darüber lesen, was geschieht, wenn Individuen sich zu einer Menschenmenge verbinden. Sofern man jedoch nicht selber in eine Menge von Hunderttausenden verwandelt worden ist, entgeht einem, was durch die Absorption in solch einem kollektiven „Organismus“ stattfindet. In diesem Fall wird der Theorie eine Dimension fehlen, so wie es bei Beschreibungen von „blau“ für Blinde der Fall ist.

Am 23. Oktober hat Ihr Korrespondent wieder ein “Auffrischungserlebnis” gehabt. Sich in einer Masse aufzulösen, kann einen erheben, sodaß man Macht jenseits seiner Mittel verspürt, oder einen zu einem Kieselstein reduzieren. In diesem Fall, und in höchst untypischer Weise, hat es den Schreiber dieser Zeilen zu Tränen gerührt, als einer von vierhunderttausend eine Hymne zu singen, die die Kommunisten nicht mochten. Der Anlaß war der 56. Jahrestag von ’56. Diese Zahlen verlangen eine Erklärung. Es ist aufschlußreich bezüglich der Macht der “Bewußtseinsmacher”, daß sie, wie in diesem Fall, entweder den Ereignissen einen neuen Inhalt geben oder löschen können, was nicht in ihre Weltsicht paßt.

Der 23. Oktober 1956 markiert ein bahnbrechendes Ereignis. An diesem Tag erhob sich Ungarn in einer Revolution gegen die Sowjetherrschaft. Moskau brauchte zwei Wochen, um die „Ordnung“ wiederherzustellen, indem es sein Versprechen brach, das Land zu räumen und dessen Souveränität wiederherzustellen. Selbst wenn die UdSSR bewies, daß sie Ungarn besiegen konnte, markiert der Sieg den Anfang des Niedergangs der Sowjetmacht. Der Trend endete mit der Auflösung des Blutroten Imperiums. Selbst am Schauplatz der Revolution muß die Erinnerung den Versuch der Linken überwinden, sie verächtlich zu behandeln. Daher erweisen sich das Umschreiben der Fakten und das „Stehlen“ der Bewegung, um sie als ihre eigene zu beanspruchen, als wirksame Mittel. Früher empfahlen andere Umstände andere Mittel. Die örtliche Linke war am unwillkommenen 50. Jahrestag an der Macht. Das ermöglichte es ihren Sicherheitsorganen, eine friedliche, von der Opposition angeführte Versammlung von weit über hunderttausend anzugreifen und zu zerstreuen. (Bezüglich des Texts des ursprünglichen Überlebendenberichtes siehe den Artikel, den ich vor sechs Jahren schrieb)

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Ungarn: Die Vergangenheit ist zurück, um die Gegenwart zu regieren

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Von George Handlery; Original: Hungary: The Past is Back to Rule the Present, erschienen am 31. Oktober 2006 im Brussels Journal (Bilder vom Übersetzer eingefügt).

Ich ging nach Ungarn, um an einer herzzerreißenden Hommage an eine historische Sache teilzunehmen. Was ich erlebte, erwies sich als eine schockierende Übertragung der totalitären Vergangenheit in die diktatorische Gegenwart. Dieser Artikel handelt von mehr als einem Land, welches das Unglück hatte, Schauplatz der darzustellenden Ereignisse zu sein. Dieser Text handelt von den Symptomen eines Leidens, des neu verpackten Kommunismus, der nur so lange „demokratisch“ ist, wie er einen diktatorischen Kern mit demokratischer Theatralik tarnen kann.

Vor fünfzig Jahren erschütterte ein antikommunistischer Aufstand die Welt. Bald danach überwand die ohnmächtige internationale Gemeinschaft ihre Scham, indem sie die Verbrecher vergaß und deren Opfer, die sie bemitleidet hatte, bevor sie entdeckte, daß Mitgefühlsbekundungen leichter sind als zu helfen. Am 23. Oktober 1956 forderte ein kleines Land, Ungarn, den Status quo der Nachkriegszeit in Osteuropa heraus. Der Versuch, ein Joch abzuschütteln, selbst wenn er von der sowjetischen Rüstung zermalmt wurde, hinterließ einen Pilzbefall, der die Auflösung des Kerns des Roten Imperiums verursachte. 1956 zeigte Ungarn den Groll unterworfener Völker und bedeutete den bereitwilligen Beschwichtigern, daß es eine verlorene Sache ist, Moskau spontan herauszufordern. 1968 bewies der von der KP angeführte Prager Frühling, daß parteigeführte Reformen ebenfalls scheitern. 1989 bewies, daß das „System“ nur reformiert werden konnte, indem man es zuerst zerstörte.

Ich kehrte nach Budapest zurück, um am Gedenken anläßlich des 50. Jahrestages der Revolution teilzunehmen. Die Absicht war, einem bahnbrechenden Ereignis unserer Zeit und der definierenden Episode meines persönlichen Lebens Ehre zu erweisen. Um dafür zu danken, daß ich eine Rolle in der Schußlinie überlebte, indem ich nicht da war, um gehängt zu werden, war ein Essay „über das alles“ geplant. Dementsprechend wurde dieser Beitrag durch Veröffentlichung zweier vorbereitender Artikel vorbereitet. Atemberaubende Ereignisse sind an die Stelle des Plans getreten und haben bewiesen, daß es bei Geschichte um mehr geht als um die Erweiterung der Vergangenheit in die Zukunft. Geschichte ist die Entfaltung des Unvorhersehbaren, und ihre Entwicklung beinhaltet das Fehlen erkennbarer Vorstufen – bis danach.

Zwei separate Gedenkveranstaltungen waren für den 23. Oktober geplant. Eine war die offizielle Hommage, die von den regierenden Sozialisten veranstaltet wurde und an der wenige außer den Vertretern ausländischer Regierungen teilgenommen hatten. Diejenigen, die sich mit der Revolution identifizierten, wußten, daß die VIPs vom Premierminister abwärts die Nachfahren der Kommunisten sein würden, die damals bekämpften, was der Opportunismus sie jetzt zu bejubeln zwingt. Natürlich blieb auch die Linke fern, weil sie keine Lust dazu hatte, sich vor etwas zu verbeugen, das sie gefährdet hatte. Es genügte nicht für die Überwindung dieser Vorbehalte, daß die Partei des Premierministers behauptet, daß ’56 eine „sozialistische Revolution“ war, weil sie aus dem später hingerichteten Imre Nagy – einem erklärten Kommunisten – einen Premierminister machte. Die Maskerade hatte für jene, die Ungarn regieren, einen weiteren irritierenden Aspekt. Medaillen sollten am staatlichen Veranstaltungsort überreicht werden. Jedoch weigerten sich viele der Ausgezeichneten, dem Premierminister die Hand zu schütteln – der zusätzlich von einem frischen Skandal beschmutzt ist, in welchem er zugab, daß er „morgens, mittags und am Abend“ gelogen hat, um gewählt zu werden.

Das, was zum „Hauptereignis“ wurde, wurde Wochen zuvor von den Jungen Demokraten (Fidesz), der Opposition, geplant. Dies ist die Versammlung, an der ich teilnahm. Etwa hunderttausend, ältere Leute, Familien, Junge, viele in ihrem besten Sonntagsgewand, kamen, um einen milden Nachmittag an einer Hauptkreuzung von Budapest zu verbringen. Viel von dem ziemlich faden Programm war nicht zu verstehen, weil – nicht zufällig – ständig Hubschrauber über uns schwebten. Herrn Orbàns Rede – er hatte als Premierminister gedient und führt die Jungen Demokraten – kam zuletzt. Mein Interesse war groß, nachdem er oft als charismatischer Rechtsextremist beschrieben wird. Hier hatte ich meine Gelegenheit, den Teufel in Person zu erleben. Orbàns Ansprache war lauwarm. (Er hatte sich vielleicht zurückgehalten, um das Bild vom zu cleveren Redner zu überwinden.) Daher peitschte kein Hurrikan die Wogen auf, und es wurde die Notwendigkeit der Gewaltlosigkeit erwähnt. Sobald Herr Orbàn fertig war, wurden wir gebeten, die Nationalhymne zu singen. Dann wurden die großen Videowände dunkel. Wir machten uns nach Hause auf – und unabsichtlicherweise in ein „interessantes“ Erlebnis.

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Astronomie im prähistorischen Europa

Stonehenge Sternenhimmel

Von Fjordman, übersetzt von Jörn Uhl.
24.11.2009 Brussels Journal – http://www.brusselsjournal.com/node/4184

    Man kann schwerlich von „Wissenschaften“ der prähistorischen Zeiten sprechen. Am nächsten kommt vielleicht das systematische Studieren der Gestirne. Archäoastronomie ist die Schnittmenge von Astronomie und Archäologie. Die Sternenmuster im Nachthimmel waren den Menschen früherer Zeiten sehr viel vertrauter als uns, die wir von der Unkenntlichmachung durch elektrisches Licht betroffen sind.

Lascaux ist der Schauplatz eines Höhlenkomplexes im südwestlichen Frankreich mit wunderschönen prähistorischen Höhlenmalereien und eindrucksvollen Zeichnungen von Stieren, Pferden und anderen Tieren. Sie stammen aus dem Jungpaläolithikum, dem letzten Abschnitt der Altsteinzeit, und werden auf ein Alter von mehr als 16000 Jahren geschätzt. Ein wenig jünger (ca. 14-15000 Jahre alt) sind die Höhlenmalereien in der Höhle von Altamira in Spanien. Der deutsche Forscher Michael Rappenglück nimmt an, daß er innerhalb der Lascaux-Malereien eine prähistorische Karte des Nachthimmels gefunden hat. Das ist plausibel, aber in Wahrheit wissen wir ganz einfach nicht, welche Funktion diese künstlerischen Zeichnungen hatten.

Paul Mellars zufolge in The Oxford Illustrated History of Prehistoric Europe gilt: „Auf genau welche Weise die Kunst in diesem Kontext ihre Funktion erfüllt haben mag, bleibt eher spekulativ. Eine Möglichkeit ist, daß einige der Hauptzentren des Kunstschaffens (so wie Lascaux im südwestlichen Frankreich, oder Altamira im nördlichen Spanien) als wesentliche rituelle oder zeremonielle Zentren dienten – vielleicht als Schauplatz wichtiger Feierlichkeiten während der regelmäßigen, jährlichen Zusammenkünfte der menschlichen Gruppen. Alternativ (oder zusätzlich) kann die Schöpfung von Kunst in den Händen besonderer Oberhäupter oder religiöser Führer gelegen haben, welche die Kunstschöpfung und damit verknüpfte Zeremonien verwendeten, um ihre besonderen Führungsrollen und ihre Autorität in den Gesellschaften zu verstärken oder zu rechtfertigen.“

Während der letzten Eiszeit waren weite Teil der nördlichen Hemisphäre von dicken Gletschern bedeckt. Mitteleuropa ähnelte der Tundra des heutigen Sibirien. Während des Höhepunktes der letzten Kaltzeit und der Maximalausdehnung des Eises um ca. 20000 v. Chr. waren die Temperaturen ungefähr 20°C tiefer als heute. Nach dem Ende des Eiszeitalters (ca. 13000 v. Chr.) hat sich allmählich – von ungefähr 9500 bis 8000 v. Chr. – ein milderes, dem Heutigen ähnliches Klima eingestellt. Aus diesem Grunde hat sich die europäische Pflanzen- und Tierwelt rasant verändert, wobei Arten wie bspw. das Wollhaarmammut ausstarben, und andere ihren Platz einnahmen.

Die dem Rückgang der Gletscher folgende weitere Eisschmelze hat das Gesicht Europas dramatisch verändert. Große Teile des damaligen Festlandes liegen heute unter Wasser und umgekehrt. Gleiches geschah in anderen Regionen Eurasiens und Nordamerikas, als der Meeresspiegel zu steigen begann. Ungefähr 5600 v. Chr. (die Zeitangabe bleibt umstritten) flutete das Wasser des Mittelmeers durch den Bosporus und füllte, was dann zum Schwarzen Meer wurde.

Während des Neolithikums bzw. der Jungsteinzeit gingen seßhafte Gemeinschaften zu Ackerbau und Viehzucht über – zuerst auf der Balkanhalbinsel unweit des Nahen Ostens. Eine guterhaltene Mumie aus der Kupfersteinzeit (der Zwischenphase von Stein- und Bronzezeit) während der die ersten Metallwerkzeuge hergestellt wurden, fand man 1991 in den Alpen im Grenzgebiet von Italien und Österreich. Man gab der aus einer Zeit ungefähr 3300 v. Chr. stammenden Mumie den Namen Ötzi. Er ist vermutlich eines gewaltsamen Todes gestorben. Ötzi hatte viele kleine Tätowierungen, besaß einen aus Gras gewebten Umhang, zudem Beinkleider, einen Lendenschurz und hervorragende Schuhe. Sein Mantel war aus Ziegenfell genäht, er trug eine Bärenpelzmütze und einen Gürtel aus Kalbsleder.

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Lösung „N“ für Flandern (und Brüssel) in Europa

belgiancrisis

Dies ist keine Nation

Von Matthias Storme; Original: Solution “N” For Flanders (And Brussels) In Europe, erschienen am 23. November 2010 im „Brussels Journal“

 

Da die Divergenzen zwischen den flämischen (niederländischsprachigen) und den wallonischen und franco-brüsselianischen Politikern so groß geworden sind, daß es nahezu unmöglich ist, eine Bundesregierung zu bilden, sind die Gegner eines separaten Staates Flandern in ihren Argumenten aggressiver geworden; manche davon laufen eindeutig auf eine Art von Erpressung hinaus oder bestehen aus Angstmacherei. Eines der Argumente, die in letzter Zeit regelmäßig gegen Befürworter einer flämischen Sezession angeführt wurden, ist die These, daß Flandern, wenn es sich vom Bundeskönigreich Belgien abspaltet, automatisch aus der Europäischen Union draußen wäre; wenn Flandern die Vorteile genießen wollte, ein Teil dieser Union zu sein, müßte es um Aufnahme als neuer Mitgliedsstaat ansuchen, und französischsprachige Politiker und ihre Verbündeten könnten drakonische Bedingungen stellen.

Darf ich diese Politiker als erstes daran erinnern, daß diese These unterstellt, daß das, was von Belgien übrigbleibt (ex hypothesi die Wallonie und wahrscheinlich Brüssel) automatisch als solches ein Mitgliedsstaat der EU bleiben würde, daß sie aber zu vergessen scheinen, daß derjenige, der den Staat erbt, auch seine Schulden erbt. Der Überrest Belgiens, der vorgibt, Belgien zu sein, wäre für die vollen Schulden Belgiens haftbar. Manche Anwälte treffen in dieser Hinsicht in der Tat eine sehr fragwürdige Unterscheidung zwischen einer Sezession vom Bundesstaat einerseits und einer Auflösung dieses Staates andererseits (dies ist besonders in dem Fall fragwürdig, wo der sich abspaltende Teil die Mehrheit des Landes bildet, wie es Flandern tut). Ich werde mich hier für den Moment nicht näher mit diesem spezifischen Punkt befassen, da es eine weitere interessante Möglichkeit für Flandern gibt, dieser Erpressung die Schneide zu nehmen, eine Lösung „N“ (angesichts des verbreiteten Gebrauchs des Ausdrucks „Plan B“ für den Fall, wo keine Übereinkunft über eine Reform des belgischen Bundesstaates erreicht werden konnte).

Karte Niederlande mit Flandern

Niederlande mit Flandern

Die (rechtliche) Basis dieser Lösung „N“ ist in Artikel 355 Paragraph 3 des Vertrags über das Funktionieren der Europäischen Union zu finden, kombiniert mit dem „Statuut voor het Koninkrijk der Nederlanden“ (Charta für das Königreich der Niederlande). (1) Diese Charta wurde am 28. Oktober 1954 geschaffen, mehrere Male ergänzt, und wird in europäischen Verträgen anerkannt.

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Islands sinnlose EU-Bewerbung

Husavik, Island

hjortur-logo  von Hjörtur J. Guðmundsson; Original: Iceland’s Pointless EU Application, erschienen am 23. April 2011 im Brussels Journal.

 

Es gibt natürlich viele Dinge, die die Europäische Union nie hätte tun sollen, und eines davon war, Islands Bewerbung um den Beitritt zu dem Block zu akzeptieren. Aber Brüssel kann einem bis zu einem gewissen Punkt leid tun, da ihm vorgetäuscht wurde, daß das isländische Volk die Mitgliedschaft wünschte. Nichts könnte jedoch weiter von der Realität entfernt sein. Das isländische Volk hat nie Mitglied werden wollen, und niemals so wenig wie heute. Laut aufeinanderfolgenden Umfragen von verschiedenen Meinungsforschungsinstituten sind bis zu zwei Drittel gegen die Mitgliedschaft. Ein schließlicher Beitrittsvertrag würde, falls es dazu kommt, in Island einer Volksabstimmung unterzogen werden müssen.

Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch in Island im Herbst 2008 wurde von der Sozialdemokratischen Allianz – der einzigen isländischen politischen Partei, die eine EU-Mitgliedschaft unterstützt – ein Versuch unternommen, eine Bewerbung durchzubringen. Das gelang ihr nach den allgemeinen Wahlen, aber nicht als Ergebnis einer gesteigerten öffentlichen Unterstützung, sondern weil die Führung der euroskeptischen Linksgrünen Bewegung beschloß, ihre Parteilinie zu ignorieren und die Bewerbung zuzulassen, um eine Regierung mit den Sozialdemokraten zu bilden.

Die EU-Bewerbung wurde im Juli 2009 abgegeben, und seither ist darum ständig innerhalb der Regierung und unter den Parlamentsabgeordneten der Koalition nicht weniger gekämpft worden als in der Gesellschaft als Ganzes. Manche davon haben die Regierung jetzt kürzlich hauptsächlich wegen der EU-Frage verlassen, wodurch ihr eine Unterstützung von nur 32 Parlamentsabgeordneten von der Gesamtzahl von 63 bleibt. In anderen Worten: die kleinstmögliche Mehrheit. Die Regierung hat schon seit sie an die Macht kam, immer große Schwierigkeiten gehabt, ihre Politik im Parlament durchzubringen, und wird jetzt offenbar unter einer viel härteren Situation leiden.

Die EU wurde von Islands Sozialdemokraten und anderen Pro-EU-Leuten glauben gemacht, daß der Beitritt zum Block in Island die nötige Unterstützung genießt. Im Glauben, daß Brüssel die Bewerbung akzeptieren würde. Aber in den kommenden Monaten begannen europäische Journalisten und Politiker langsam die Wahrheit zu begreifen. Insbesondere jene, die Island besuchten, um sich selbst mit der Situation bekannt zu machen. Sie sind einfach verblüfft gewesen, als sie aus erster Hand erfuhren, welch begrenzte Unterstützung der Beitritt zur EU in Wirklichkeit im Land hat.

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Warum hat Island „nein“ gesagt?

Isländisches Staatswappen

Islands Wappen mit den vier Landwächtern Seeadler, Drache, Stier und Riese, die nach der Heimskringla-Saga im 10. Jahrhundert einen Eroberungszug des Dänenkönigs Harald Blauzahn verhinderten.

hjortur-logo  von Hjörtur J. Guðmundsson; Original: Why did Iceland say ‘no’?, erschienen am 13. April 2011 im Brussels Journal.

Am Samstag weigerte sich das Volk von Island ein zweites Mal per Referendum, die Schulden der gescheiterten Privatbank Landsbanki Íslands und ihrer Online-Tochter Icesave zu bezahlen, die in Großbritannien und den Niederlanden tätig war. Das Ergebnis des Referendums war mit einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent eindeutig.

Fast 60 Prozent stimmten mit „Nein“ gegen ein Abkommen, das die isländischen Steuerzahler die Verantwortung für diese Schulden samt Zinsen hätte schultern lassen, die auf € 11.875,– für jeden von Islands 320.000 Einwohner geschätzt werden. Jedoch weiß niemand wirklich, wie hoch der Betrag am Ende gewesen wäre. Dies war einfach ein Barscheck.

Während des sogenannten Icesave-Streits – der im Herbst 2008 begann, nachdem fast das gesamte Bankensystem Islands im Gefolge der globalen Finanzkrise zusammenbrach – hat niemand auf irgendwelche brauchbaren rechtlichen Argumente dafür verweisen können, isländische Steuerzahler zur Bezahlung der Schulden der gescheiterten Privatbank zu verpflichten.

Tatsächlich haben sich die britische und die niederländische Regierung von Anfang an geweigert, den Streit auf dem Rechtsweg zu lösen, und haben stattdessen auf einer Lösung durch politische Verhandlungen beharrt.

Diesen Verhandlungen ließen die beiden Regierungen dann wiederholte Drohungen folgen, Island von den Finanzmärkten zu isolieren, das Land am Erhalt von Auslandskrediten zu hindern und die Bewerbung der isländischen Regierung um den Beitritt zur Europäischen Union (der in Island sowieso unpopulär ist) zu stoppen.

Gleich nach dem Bankzusammenbruch von 2008 setzte London sogar Antiterrorgesetze gegen isländische Interessen in Britannien ein, einschließlich jener des isländischen Staates. Dies fügte der bereits schwer getroffenen Wirtschaft Islands zweifellos schweren Schaden zu.

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EU-Mitgliedschaft? Nein danke!

Hallgrimskirkja Reykjavik

hjortur-logo  von Hjörtur J. Guðmundsson; Original: EU Membership? No thank you!, erschienen am 3. August 2010 im Brussels Journal.

Europäische Politiker und Journalisten, die Island in den letzten Monaten besuchten, waren sehr erstaunt, als sie aus erster Hand erfuhren, wie wenig Interesse isländische Parlamentarier und die Isländer im allgemeinen an einem Beitritt zur Europäischen Union haben. Tatsächlich so erstaunt, daß die isländischen Legislatoren wiederholt gefragt worden sind, ob das von der isländischen Regierung 2009 übergebene Beitrittsansuchen wirklich ernstgemeint ist. Nun, offen gesagt ist es das nicht. Es ist ein Lausbubenstreich an der Türklingel. Niemand ist da, wenn die Glocke klingelt und die Tür geöffnet wird.

Es hat seinen Grund, warum Island sich nie zuvor um einen Beitritt zur EU beworben hat. Es hat in dem Land immer eine starke Ablehnung einer Mitgliedschaft gegeben. Die notwendige Unterstützung im isländischen Volk war in Wirklichkeit nie vorhanden, und die gegenwärtige Regierung wußte und weiß das sehr wohl. Dennoch wurde der EU absichtlich etwas anderes gesagt. Und jetzt wacht die EU in einem bösen Traum auf und erkennt, daß die Isländer ganz einfach nicht der EU beitreten wollen und das niemals wollten. Daß die EU-Beitrittsbewerbung in Wirklichkeit eine lahme Ente ist.

Seit letztem Sommer haben wiederholte Meinungsumfragen gezeigt, daß mehr Menschen gegen einen Beitritt zu EU sind als je zuvor. Laut der letzten wollen 60 % der Isländer, daß das Beitrittsansuchen eingestampft wird, und nur 26 % wollen, daß das Verfahren fortgesetzt wird. Eine weitere kürzliche Umfrage zeigte, daß 70 % einen EU-Beitritt in einem Referendum ablehnen würden, und noch eine weitere, daß 58 % kein Vertrauen in die isländische Regierung haben, daß sie isländische Interessen in den Gesprächen mit der EU verteidigt. Und schließlich ist auch die Geschäftswelt gegen die Mitgliedschaft.

Es gibt eine Anzahl von Gründen dafür, warum die Isländer der EU nicht beizutreten wünschen. Zuallererst ist es die Selbstbestimmung, die Unabhängigkeit. Die Isländer glauben – und das aus sehr gutem Grund – daß ihre Unabhängigkeit nach einem EU-Beitritt nicht mehr existieren würde. Ein Zeichen dafür ist, daß sich die Menschen in Island beleidigt fühlten, als der Europäische Rat am 17. Juni beschloß, Beitrittsgespräche mit Island zu empfehlen. An diesem Tag feiern die Isländer, daß Island vor etwas mehr als 60 Jahren eine unabhängige Republik wurde.

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Island wird geopfert, um die EU zu retten: Schande über Britannien und Holland

House in October, South Iceland

hjortur-logo  von Hjörtur J. Guðmundsson; Original: Iceland Is Sacrificed to Save EU: Shame on Britain and Holland, erschienen am 5. Dezember 2009 im Brussels Journal.

Die Europäische Union hat, um sich vor den Fehlern ihrer eigenen Gesetze zu retten, beschlossen, daß Island und das isländische Volk entbehrlich sind. Ihre eigenen Versäumnisse erkennend, hat die EU über die britische und die niederländische Regierung entschieden, daß die isländischen Behörden die Verantwortung auf sich zu nehmen haben, die gerechterweise jene der EU-Regulierungsbehörden ist. Das ist es, worum es beim sogenannten Icesave-Streit hauptsächlich geht.

Der Streit fing im Oktober 2008 an, als fast das gesamte isländische Bankensystem zusammenbrach. Eine der drei größten isländischen Banken, Landsbanki, hatte Internetsparkonten im Vereinigten Königreich und den Niederlanden betrieben und große Mengen von Einlagen erhalten, indem sie hohe Zinsen bot. Diese Konten wurden mit der Genehmigung der britischen und niederländischen Behörden betrieben, und ich Betrieb wurde durch EU-Gesetze ermöglicht.

Sofort nachdem Landsbanki zusammengebrochen und anschließend von den isländischen Behörden übernommen worden war, bestanden die britische und die niederländische Regierung darauf, daß der isländische Staat für die Icesave-Sparkonten verantwortlich sei. Daher forderten die beiden Regierungen, daß Island und seine Bevölkerung von nur 300.000 Menschen die Milliarden Euros an verlorenen Ersparnissen plus Zinsen im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden ersetzen.

Als Antwort auf die Forderungen der britischen und niederländischen Behörden verkündete die isländische Regierung ihrerseits, daß sie ihren Verpflichtungen bestimmt nachkommen würde, beharrte aber darauf, daß nicht klar war, wie hoch diese Verbindlichkeiten genau waren. Die Angelegenheit sollte daher von einem neutralen Gericht geklärt werden. Die britische und die niederländische Regierung lehnten dies jedoch ab und bestanden stattdessen darauf, daß die Frage politisch und nicht rechtlich geklärt werde.

Systemkrise

Das fragliche EU-Gesetz ist die Richtlinie 94/19/EC über Einlagensicherungssysteme, die 1999 gemäß dem EWR-Abkommen zwischen der EU und der EFTA, in der Island Mitglied ist, in isländisches Recht übernommen wurde. Gemäß der Vorschrift soll ein privat betriebener Garantiefonds in jedem Land betrieben werden, der Sparern den Ersatz von mindestens 20.000 Euro für jedes Konto garantieren soll.

Jedoch geht die Direktive nicht von einer Systemkrise aus, wie sie zweifellos im Oktober 2008 in Island auftrat, sondern nur vom Scheitern einer einzelnen Bank. In anderen Worten: es ist einfach kein Gesetz in Kraft, das die Situation abdeckt, wie sie letzten Herbst in Island eintrat. Außerdem sollte man daran denken, daß der isländische Finanzsektor durch das vorerwähnte EWR-Abkommen mehr oder weniger von der EU reguliert wird.

Diese Mängel der Richtlinie 94/19/EC sind seit langem bekannt und sind in den letzten Jahren bei einer Anzahl von Anlässen von führenden Gestalten in der EU öffentlich anerkannt worden. Dies wurde zum Beispiel in einem im Jahr 2000 veröffentlichten Bericht der französischen Zentralbank über Einlagensicherungssysteme erwähnt, in dem es heißt, daß es „akzeptiert“ ist, daß „solche Systeme weder dazu gedacht noch in der Lage sind, systemische Bankenkrisen zu bewältigen“.

Das vielleicht jüngste Beispiel eines solchen Eingeständnisses geschah am 3. März dieses Jahres, als der niederländische Finanzminister Wouter Bos in einer Rede sagte: „Zuerst und vor allem müssen europäische Länder sich genau ansehen, wie das Einlagensicherungssystem organisiert ist. Es war nicht dazu bestimmt, mit einer Systemkrise fertig zu werden, sondern mit dem Zusammenbruch einer einzelnen Bank.“ Trotzdem besteht Bos darauf, daß das System auf die isländische Systemkrise angewandt wird.

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Wie ernst meint Island es mit dem Beitritt zur EU?

Husavik 2008

hjortur-logo  von Hjörtur J. Guðmundsson; Original: How Serious is Iceland about Joining the EU?, erschienen am 11. November 2009 im Brussels Journal.

 

Spekulationen darüber, ob die Bewerbung der isländischen Regierung um die Mitgliedschaft in der Europäischen Union wirklich ernstgemeint ist, sind sehr verständlich. Die Regierung ist in der Frage völlig gespalten, das isländische Parlament stimmte in diesem Sommer nur knapp für die Bewerbung, und das Volk ist völlig dagegen. Der Schritt ist bei all den bevorstehenden falschen Umständen völlig verfrüht.

Selbst im Lichte der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen Island sich im Moment gegenübersieht und die von der Pro-EU-Seite bis aufs Äußerste benutzt worden sind, um die Isländer zur Änderung ihrer Meinung über die EU zu veranlassen, ist die Gegnerschaft zur Mitgliedschaft den Umfragen zufolge im Gegenteil schnell gewachsen. Das isländische Volk ist einfach nicht davon überzeugt, daß die EU eine Lösung seiner Probleme ist, und außerdem wird der Preis für einen Beitritt einfach als viel zu hoch betrachtet.

Die politische Situation

Nichts hat sich in Island an der politischen Einstellung zur EU wirklich geändert. Es gibt immer noch wie zuvor nur eine politische Partei, die als EU-freundlich definiert werden kann, die regierende Sozialdemokratische Allianz. In den Meinungsumfragen ist man auch weit von einer ausreichenden Unterstützung für die EU-Mitgliedschaft entfernt. Der letzten zufolge ist die überwiegende Mehrheit der Isländer mit 54 Prozent zu 29 gegen den Beitritt zur EU. Und die Mehrheit ist auch unzufrieden mit der Bewerbung um die Mitgliedschaft.

Der einzige Grund, warum es den Sozialdemokraten gelang, eine EU-Bewerbung durchzubringen, ist, daß die Führung ihres kleineren Koalitionspartners, der Linksgrünen Bewegung, die laut ihrem Wahlprogramm gegen eine EU-Mitgliedschaft ist, den Schritt nur deshalb zu unterstützen beschloß, um eine Regierung mit ihnen bilden zu können. Andernfalls hätte es einfach gar keine EU-Bewerbung gegeben. Dies war bloß ein Kuhhandel zwischen den Regierungsparteien.

Gespaltene Regierung

Die Folge von all dem ist eine Regierung, die in dieser Frage – und anderen – zerrissen ist. Einer ihrer Minister, Jón Bjarnason, der Minister für Landwirtschaft und Fischerei, stimmte im Juli zusammen mit vier anderen linksgrünen Abgeordneten im Parlament gegen dieEU-Beitrittsbewerbung. Die Führung der Linksgrünen Bewegung  hat weiters öffentlich jedes Recht für sich in Anspruch genommen, gegen ein letztendliches Mitgliedschaftsabkommen mit der EU aufzutreten und sogar die Bewerbung jederzeit zurückzuziehen.

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