Die Judenpolitik Friedrichs des Großen: Zwischen Eindämmung und Profit, Teil 3

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Frederick the Great’s Jewish Policy: Between Containment and Profit, Part 3 erschien am 19. Mai 2019 auf The Occidental Observer. (Die zitierten Passagen aus Schriften Friedrichs des Großen wurden von mir aus dem vorliegenden englischen Essay rückübersetzt.)

Zuvor erschienen: Teil 1 und Teil 2

Das Politische Testament von 1752 und die Juden: „Die gefährlichste Sekte“

Die beiden politischen Testamente Friedrichs des Großen sind bedeutende Dokumente – systematische Darstellungen der politischen Doktrin, die die Herrscher von Brandenburg-Preußen seit den Tagen des Großen Kurfürsten erstellt hatten (anscheinend inspiriert von Richelieu). Diese erläutern nicht nur viele von Friedrichs allgemeinen Doktrinen, sondern enthalten auch seine längsten und deutlichsten Kommentare über Juden und Rechtfertigungen betreffend seine Judenpolitik. Dies sind daher wesentliche Dokumente für das Verständnis des Denkens des Monarchen.

Im Politischen Testament von 1752 werden die Juden im Wesentlichen als wirtschaftliches Problem präsentiert. Ihre Zahl in Preußen hatte nach Friedrichs Eroberung von Schlesien in den 1740ern, die auch die Grenze des Landes zu Polen verlängert hatte, wo Juden eine bedeutende wirtschaftliche Rolle hatten, beträchtlich zugenommen. Unter der Überschrift „Regeln für Handel und Manufaktur“ schreibt Friedrich über die Notwendigkeit von Industriepolitik, örtlicher Produktion und Zöllen. In diesem Zusammenhang sagt er über die Juden:

Man muß die Juden überwachen und sie daran hindern, in den Großhandel einzusteigen, das Wachstum ihrer Zahl verhindern und ihnen, wenn sie Betrug begehen, das Aufenthaltsrecht nehmen, denn nichts steht dem Handel des Kaufmanns mehr entgegen als der von Juden betriebene illegale Handel.[1]

Friedrich, ein Deist, verachtete im Grunde alle traditionellen religiösen Geschichten und Organisationen. Unter der Überschrift „Über Geistliche und Religionen“ befürwortet er religiöse Toleranz statt Fanatismus, die den bürgerlichen Frieden und Wohlstand für „Katholiken, Lutheraner, Reformisten, Juden und viele andere christliche Sekten“ sichert.[2]

Trotz all dem bemerkt Friedrich, daß die Juden dennoch wegen ihrer Wirtschaftspraktiken „die gefährlichste Sekte“ sind:

Die Juden sind die gefährlichste Sekte, weil sie dem christlichen Handel schaden und für den Staat nutzlos sind. Wir brauchen diese Nation für einigen Handel mit Polen, aber man muß ihre Zahl am Wachsen hindern und sie nicht auf eine bestimmte Zahl von Familien fixieren, sondern eine bestimmte Zahl von Köpfen, und ihren Handel beschränken und sie am Großhandel hindern, sodaß sie nur Einzelhändler sind.[3]

Friedrich war daher nicht aus religiösen Gründen gegen Juden, sondern weil er dachte, daß sie zu Betrug neigen, schädlich für andere Unternehmen und nutzlos für den Staat sind, außer in der Ermöglichung von Handel mit dem unterentwickelten Polen. Friedrich argumentiert dafür, daß Judenpolitik strikt von zweckorientierten wirtschaftlichen Gründen statt von religiösen oder rassischen motiviert sein soll: zu den praktischen Maßnahmen gehörten sowohl die Wirtschaftspolitik (die Juden aus dem Großhandel draußen zu halten) und eine voluntaristische Bevölkerungspolitik, die auf die Begrenzung der jüdischen Zahlen abzielte (Kopfzählung, nicht Familienzählung), aber auch die Zwangsdeportation derjenigen einschloß, die des Betrugs für schuldig befunden wurden.

Das Politische Testament von 1768 und die Juden: Gegen Wucher und Betrug

Friedrichs Politisches Testament von 1768 ist immer noch älter als die erste Teilung Polens, während der die jüdische Bevölkerung Polens mit der Annektierung polnischen Territoriums wachsen sollte. Dennoch widmet auch dieses Testament den Juden bedeutende Aufmerksamkeit, die im Wesentlichen als wirtschaftliches Problem dargestellt werden. Juden werden wieder angeprangert, diesmal nicht nur wegen Betrugs, sondern auch wegen des Wuchers. Daher lobt Friedrich unter der Überschrift „Über die Bank“, wo er sich mit Geldverleih befaßt, „die in den großen Städten niedergelassenen Lombarden, die Geld zu niedrigen Zinsen für die Produktion und andere Werke verleihen, um die Juden daran zu hindern, die Völker durch Wucher zu erdrücken.“[4]

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Zeit zu gehen – Frankreich ist verloren

ile de paris - aire de jeux

Das Original Time to Leave – France is Lost von Robert Marchenoir wurde von Baron Bodissey am 9. August 2010 bei “Gates of Vienna” veröffentlicht.

Vorwort von Baron Bodissey:

Unser französischer Korrespondent Robert Marchenoir hat einen Bericht zusammengestellt, der auf einem übersetzten Blogartikel eines desillusionierten Moslems beruht, und seinen eigenen Kommentar hinzugefügt.

Zeit zu gehen – Frankreich ist verloren
von Robert Marchenoir

Alibekov hat genug. Dieser 30jährige konservative Blogger, in Frankreich geboren, frisch verheiratet, mit einer guten Universitätsausbildung, hat gerade beschlossen, seinem Heimatland den Rücken zu kehren, wo seine Großeltern während des Zweiten Weltkriegs Juden versteckt hatten. Er hat seine Einwanderungspapiere für Kanada fast schon komplett. Er wird bald abreisen. Der wahrscheinlich nächste Schritt: die Vereinigten Staaten.

Nach der Universität lebte und arbeitete Alibekov sechs Jahre lang in Afrika. Er kehrte vor kurzer Zeit in den Großraum Paris zurück. Was er dort sah, entsetzte ihn. Im letzten Juni schrieb er diesen Artikel in seinem Blog Bouteille à l’Amer, den er zusammen mit seinem Freund Memento Mouloud betreibt. Alle Fakten im folgenden Augenzeugenbericht sind authentisch, sagte er mir — nur die Namen wurden geändert:

Lassen Sie uns zuallererst Abiba wärmstens willkommen heißen. Sie ist gerade aus Kamerun eingetroffen, dank eines Touristenvisums, das ihr Ehemann ihr besorgt hat, indem er irgendeinen Beamten schmierte. Abiba hat vor, in Frankreich zu gebären. Sie erwartet, daß die Behörden so freundlich sein werden, ihr wegen ihres Kindes einen legalen Aufenthaltstitel zu gewähren. Sie wird ein oder zwei Jahre in billigen Hotels wohnen und dabei von Zeit zu Zeit ihren Aufenthaltsort wechseln. [Die Regierung wird die Rechnung begleichen — Robert M.] Danach wird die glückliche Familie vom Sozialamt eine Gemeindewohnung erhalten, weil sie eine alleinerziehende Mutter ist. Sie werden ihr auch einen Job besorgern, sodaß sie einen Teil der Miete bezahlen kann.

Diesen wertvollen Rat hatte sie von ihrer Tante erhalten, die seit fünf Jahren in Frankreich lebt. Ihre Tante hatte ihn zuvor von einer Cousine erhalten, die seit zehn Jahren in Frankreich lebt.

Wir sind unterwegs zum Bezirk Seine-Saint-Denis, um an einem Begräbnis in einer afrikanischen Familie teilzunehmen.

[Seine-Saint-Denis ist ein Bezirk, der an den Nordrand des eigentlichen Paris angrenzt. Der erste Bischof von Paris, Saint Denis, wurde dort im 3. Jahrhundert begraben. Französische Könige waren seit dem 7. Jahrhundert in der Basilika der Stadt Saint-Denis begraben worden. Der übel beleumundete Bezirk, der auch wegen seiner Verwaltungsnummer als “der 93.” bekannt ist, ist heutzutage einer derjenigen, die am dichtesten von Einwanderern bewohnt werden.]

Banlieue Paris

Wir erreichen Betonhochhäuser, die neben einer Brachfläche errichtet wurden. Ich fühle mich sofort an The Dormant Beast [den SF-Comic] von Enki Bilal erinnert: eine apokalyptische Landschaft, abstoßend schmutzig, und eine Bevölkerung, die nicht von dieser Welt ist.

Bärtige Männer mit debilem Blick, gekleidet, als wären sie in Islamabad, erscheinen aus dem Nichts und drängen sich aneinander. Ich versuche, ihnen in die Augen zu sehen, aber ihr Glotzen bleibt mir vollkommen fremd. Alles, was ich darin sehen kann, ist irgendeine Art mystischer Furcht, gemischt mit unfaßbarer Dummheit.

Auf einer Bank neben aufgemotzten Autos mit plärrenden Stereoanlagen hängen einige junge Kerle herum und hören “Raï and B”-Musik (um eine “französische” Identität anzunehmen im Gegensatz zu einer amerikanischen). Sie sind eifrig dabei, einen Belag glitzernden Speichels zu schaffen, auf den sie mit ihren Füßen stampfen.

Neben der Eingangstür liegt ein Haufen Abfälle, die aus dem örtlichen McDonald’s, KFC und Lebensmittelladen stammen. Bananen- und Erdnußschalen verrotten zu einer seltsamen Art von Humus.

Eine zierliche weiße Dame, gefolgt von ihrem zehnjährigen Sohn, unternimmt einen verzweifelten Versuch, die Stätte erträglich zu halten: unterwegs bückt sie sich, um drei weggeworfene Frittenbeutel aufzuheben, und wirft sie in den Abfalleimer, wo sie hingehören. Sobald sie den Hausflur betritt, läßt ein Bursche seine unaufgegessene Schawarma genau vor der Glastür fallen.

Wir gehen auf das östliche Gebäude zu, Stiegenhaus B. Der Korridor wird von Postkästen mit arabischen Namen flankiert, die manchmal kaum unter der verblassenden Graffiti zu sehen sind.

[Schimpfwort weggelassen.] Der Gestank nach Urin ist erstickend. Mir kommen sofort die Tränen. Es wird schlimmer, als wir den Aufzug betreten. Man rät mir, den stählernen Seiten fernzubleiben. Einst glänzend, sind sie heute mit vertikalen Roststreifen befleckt. Es scheint, als würden die Fahrstuhlwände genauso schnell auf Urin reagieren wie pH-Testpapier.

Im zwölften Stockwerk stehen wir vor einer Entscheidung: eine Tür ist mit Koranversen verziert, die andere mit Fotos von Mekka und der Kaaba. Wir begegnen einem pensionierten französischen Arbeiterpaar von ausgesuchter Freundlichkeit. Genau die Art von Leuten, die das System als abscheuliche Rassisten und Faschisten beschreiben würde. Wohnt Konaré hier irgendwo? Naja, sagen sie, seine dritte Frau wohnt tatsächlich gegenüber von ihnen im zehnten Stockwerk; Konaré selbst wohnt bei seiner zweiten Frau im westlichen Gebäude.

Stiegenhaus C ist bereits gerammelt voll mit Leuten um 20 oder älter, die darauf warten, ihre Aufwartung zu machen — oder eine Gratismahlzeit zu erhalten. Alles in allem haben sich siebzig Individuen dort versammelt, die aus nur drei Familien stammen. Einige von ihnen erfahren sogleich, daß sie Verwandte sind, weil ihr Vater Kinder mit seiner eigenen Cousine hatte, oder weil irgendein Halbbruder seine Schwester geheiratet hatte, bevor er Ehefrau Nummer vier heiratete.

Ich dränge mich durch zum strategischen Zentrum des Hauses und setze mich auf den Boden. Neben mir sitzen zwei bärtige Männer, die Boubous und Keffiyehs tragen. Einer blättert auf seinem iPhone durch einen interaktiven Koran. Der andere traktiert die Menge mit unaufhörlichen Segnungen. Die Versammlung erwidert diese alle zehn Sekunden.

Frauen bringen Plastikwannen voll mit schmierigem Reis herbei, der in Hammelsoße getränkt ist. Wir versammeln uns in Fünfergruppen um sie und bedienen uns mit der rechten Hand, wobei wir etwa alle eineinhalb Minuten “hamdoullah” ausrufen. Jedes Mal, wenn ein Mädchen aus der Küche kommt, um die Trauergäste zu bedienen, fragt mindestens einer der Kerle sie, mit wem sie verheiratet sei. Ich fühle mich wie inmitten einer Gruppe von Hirten, die bestrebt sind, noch ein paar Ziegen zu kaufen.

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