Bullshitsu, Hirn-Stuxnet und Sprachtrojaner: Glossar der von „As der Schwerter“ und seinen Lesern geprägten Begriffe

BULLSHIT: Unterschätzen Sie niemals die Macht sorgfältig formulierten Unsinns (siehe „Bullshit-Prinzip“ und „Bullshitsu“)

BULLSHIT: Unterschätzen Sie niemals die Macht sorgfältig formulierten Unsinns (siehe „Bullshit-Prinzip“ und „Bullshitsu“)

Von Deep Roots und Osimandia, ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“.

Vorwort von Deep Roots: Osimandia hatte vor einer Weile die Idee, die vielen Wortschöpfungen zu sammeln, die wir und unsere Leser im Laufe der Zeit in den Artikeln und Kommentarsträngen von „As der Schwerter“ geprägt haben und die unserem Wissen nach hier erstmalig entstanden sind. In diesem Beitrag werden sie nun in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet, und da wir schon nicht mehr auswendig wissen, wo was schon geschrieben wurde, wird es hier noch einige Zeit lang immer wieder Ergänzungen geben. Unsere Leser sind natürlich herzlich eingeladen, im hiesigen Kommentarbereich derartige Funde aus früheren Beiträgen zur Aufnahme in dieses Glossar vorzuschlagen.

*  *  *

Autorisierte Demokraten: Der Begriff wurde nicht von uns geprägt, sondern von Michael Stürzenberger, seines Zeichens Journalist, Autor bei PI, Gründungsmitglied der reaktivierten „Weißen Rose“, Landesvorsitzender Bayern der Bürgerrechtsbewegung Pax Europa BPE Bundesvorstandsmitglied der Bürgerrechtspartei DIE FREIHEIT, Bekennender Freund Israels, der einzigen Demokratie im Nahen Osten, Unterstützer der transatlantischen Partnerschaft mit den USA (auch wenn sie gerade von einem linksverdrehten Präsidenten regiert wird).  Wir von AdS haben aber als erste  und bisher einzige das grandiose Potential dieses Begriffs als Gütesiegel erkannt. Autorisierter Demokrat zu sein ist kombiniert mit Zuverlässigkeit die Voraussetzung, um –  im Gegensatz zu „Braunen” und „braun Angehauchten” –  Listen zum Sammeln von Unterschriften für  Bürgerbegehren der Partei DIE FREIHEIT ausgehändigt zu bekommen.  Barbarossa hat sich  Gedanken darüber gemacht, wie man das Gütesiegel „autorisierter Demokrat” nach DIN ISO 20012 zertifizieren könnte,  und ich (Osimandia) halte das Urheberrecht auf entsprechend bedruckte T-Shirts.

Betreutes Denken: Analog zu betreutem Wohnen und zu betreuten Werkstätten. Genauso wie geistig Behinderten in betreuten Werkstätten suggeriert wird, sie würden selbständig arbeiten, wird betreut Denkenden suggeriert, sie würden selbständig und vor allem „kritisch” denken, worauf sie meist ungeheuer stolz sind. In Blogs und Foren erkennt man betreut Denkende daran, dass sie „Weisheiten” absondern, die jeder ungefähr schon eine Million mal im Fernsehen gehört hat, von betreut Denkenden aber für eine Weltneuheit gehalten werden, weswegen sie ihre Kommentare gern mit einem triumphierenden „Denkt mal drüber nach!” krönen.

Bullshit-Prinzip: Von Pit am Schluß seines Kommentars Nr. 21 zu „Unser virtuelles kleines Land geprägt:

„Wie immer also lebt die NWO-Propaganda davon, daß sie positiv besetzte Vorstellungen ausstreuen (Vielfalt, Kreativität) und sich darauf verlassen können, daß die Wirklichkeit (nämlich z.B. grenzenlos brutale Städte) erst viel später klar wird: das bekannte Bullshit-Prinzip, das im Wesentlichen davon lebt, daß in der Zeit, die es dauert den BS zu widerlegen, die eigene Agenda schon durchgebracht wurde, hier: Rassenmord an der Weißen Rasse.“

Bullshitsu: Von mir (Deep Roots) in meinem Kommentar Nr. 20 zu „Ethnizität und Physik 1: Wie jüdisch ist die Relativitätstheorie?“ als Reaktion auf einen Kommentar von Pit erstmals eingeführt:

Für diesen jüdischen „Kampfstil“ im Kulturkrieg, bei dem „bullshit“ als Waffe benutzt wird, wüßte ich eine passende Bezeichnung:

BULLSHITSU

Counter-Jewhad: von mir (Deep Roots) erstmals in meinem Kommentar Nr. 12 zu „Kann Deutschland ohne Beschneidung überleben?“ formulierter Begriff für unseren eigentlichen Abwehrkampf:

Im „Balder Blog” habe ich mich auch schon ein wenig umgesehen. Ich habe den erfreulichen Eindruck, daß hier ein weiterer Blog, der wie wir ursprünglich im Counterjihad angefangen hat, sich schließlich zum „Counter-Jewhad” weiterentwickelt hat.

den ich gleich darauf in meinem Kommentar Nr. 27 zu „From Counterjihad to Ace of Swords: Why As der Schwerter?“ der englischsprachigen Leserschaft vorgestellt und um seinen Gegenbegriff ergänzt habe:

I’ve just coined a new (or so I think) term for our struggle:

COUNTER-JEWHAD

It’s time to stop the Jewhad. We’ve been had by the Jews way too long.

[„We’ve been had“ = wir sind reingelegt worden.]

Counterjewhadi (abgeleitet vom obigen Begriff): wir.

Entwicklungshelfer: von mir (Osimandia) für die ausländischen Fachkräfte, die wir angeblich so dringend brauchen, um im „internationalen Wettbewerb mithalten zu können“.

Gesslerkippa:  in der Geschichte von Wilhelm Tell hat der Landvogt Gessler seinen Hut auf eine Stange gesteckt und befohlen, daß man diesen aus Ehrerbietung genauso grüßen müsse, als ob er selber anwesend wäre; „die Gesslerkippa grüßen“ ist die „moderne“ Entsprechung dazu: Vorauseilender Gehorsam und Ehrerbietung gegenüber den Juden. Von Osimandia in diesem Tavernenkommentar eingeführt: „Wer nicht einmal das [d. h. sich darauf zu beschränken, Juden bloß nicht zu erwähnen] fertigbringt und mit Antisemitismus daherkommt oder sich gegen „Verschwörungstheorien über Juden” mokiert oder sonstwie die Gesslerkippa grüßt“.

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Kann Deutschland ohne Beschneidung überleben?

Von Osimandia (ursprünglich veröffentlicht am 18. Juli 2012 auf „As der Schwerter“)

 Kann das deutsche Volk überleben, obwohl es angeblich „das Göttliche zunächst mit Feuer und Schwert” und jetzt mit einem Gerichtsurteil ausgetrieben hat?

Kann das deutsche Volk überleben, obwohl es angeblich „das Göttliche zunächst mit Feuer und Schwert” und jetzt mit einem Gerichtsurteil ausgetrieben hat?

…und in Deutschland ist ein Sack Kartoffeln umgefallen!”

So ähnlich stellt man sich die Reaktion eines Chinesen aus Hongkong vor, dem gerade mitgeteilt wurde, dass das Landgericht Köln im Juni 2012 geurteilt hat, dass die Beschneidung von Kindern aus religiösen Gründen eine strafbare Handlung darstellt. Es ist nicht ersichtlich, warum es Chinesen, die das Beschneidungritual nicht praktizieren, interessieren sollte, dass Deutsche, die dieses Ritual ebenfalls nicht praktizieren, einer Moslemfamilie, die sich zufällig in Deutschland aufhält, gerichtlich bescheinigt haben, dass die Beschneidung ihres vierjährigen Sohnes, die schwere Komplikationen nach sich zog, gesetzwidrig war.

Laut ärztlichem Gerichtsgutachter war bei der Beschneidung kein Kunstfehler unterlaufen, die Komplikationen, die dazu führten, dass das Kind mehrere Nachoperationen (die dann wenigstens gnädigerweise unter Narkose) und einen längeren Krankenhausaufenthalt erdulden musste, waren vollkommen im Rahmen dessen, was nach diesem medizinisch unnötigen zweifelhaften Eingriff in manchen Fällen einfach erwartet werden muss.

Dennoch wird der Leserschaft der Hongkonger Ausgabe der Asia Times ausführlich nahe gebracht, um was es bei diesem Urteil tatsächlich ging: Um nichts Geringeres als das Überleben des deutschen Volkes, das anscheinend durch diese Gerichtsentscheidung in höchstem Maße gefährdet ist.

Die spinnen, die Moslems???

Ja, das tun sie zuweilen schon, aber in diesem Fall waren sie es nicht. Es ist der jüdische Autor David P. Goldman, der unter dem Künstlernamen Spengler und dem Titel Das Beschneidungsverbot gefährdet Ihre Gesundheit die Kölner Richter im besonderen und das deutsche Volk im allgemeinen in einem offenen Brief anspricht und den Chinesen aus Hongkong die Zusammenhänge zwischen diesem Urteil und – sollte es Bestand haben – unserer drohenden Auslöschung als Volk nahebringt.

Wörtlich schreibt er:

„Euer Ehren: Ihre Entscheidung der letzten Woche, das religiöse Ritual der Beschneidung zu verbieten, stellt eine Bedrohung für das Überleben des deutschen Volkes dar. Deutschen mangelt es am Wunsch zu leben. Mit Ihrer derzeitigen Geburtenrate von 1,3 Kindern pro Frau werden  praktisch keine deutschsprachigen Menschen mehr da sein, um Goethes vierhundertsten Geburtstag zu feiern, obwohl es noch ein paar jüdische Gelehrte geben mag, die deutsch als Zusatz zum Jiddischen lernen werden.”

Deutsch als „Zusatz” zur Weltsprache Jiddisch, sozusagen als jiddischer Dialekt und Juden als einzige übriggebliebene Träger deutscher Kultur, die noch daran denken, dem alten Johann Wolfgang zum 400. zu gratulieren? Nun, manche würden das Größenwahn nennen, andere vielleicht Wunschdenken. Aber Spengler packt das Ganze in den Stil einer freundlichen Warnung, die selbstverständlich nur ganz leicht an die freundlichen Warnungen von Erpressern erinnert.

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Zum Jahreswechsel: Was die Pummerin uns sagt

NORD-LICHT

Stefanimorgen 4

Von Deep Roots (Erstveröffentlichung am 31. Dezember 2009 auf „As der Schwerter“)

Vor einem Jahr gab es auf Eisvogels Blog „Acht der Schwerter“ ein kleines Silvestertreffen. Thatcher war da, Submarine, Lepanto1 und meine Wenigkeit.

Anläßlich des heutigen Jahreswechsels sei dieser Gedankenaustausch hier im folgenden wiedergegeben:

  • 97) Kommentar von submarine1

30. Dezember 2008 @ 22:10

Thatcher, schauen Sie einmal, was Ludwig Uhland schrieb vor fast zweihundert Jahren.

Neujahrswunsch 1817

Wer redlich hält zu seinem Volke,
der wünsch’ ihm ein gesegnet Jahr!
Vor Mißwachs, Frost und Hagelwolke
behüt’ uns aller Engel Schar!
Und mit dem bang ersehnten Korne
und mit dem lang entbehrten Wein
bring’ uns dies Jahr in seinem Horne
DAS ALTE, GUTE RECHT HEREIN!

Man kann in Wünschen sich vergessen,
man wünschet leicht zum Überfluß,
wir aber wünschen nicht vermessen,
wir wünschen, was man wünschen muß.
Denn soll der Mensch im Leibe leben,
so brauchet er sein täglich Brot,

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Die Entnationalisierung des europäischen Kampfflugzeugbaus

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Von Deep Roots, ursprünglich veröffentlicht am 12. Juli 2011 auf „As der Schwerter“.

Wenige unter unseren jüngeren oder weniger am Luftfahrtwesen interessierten Lesern werden noch wissen, wie deutsch die Ursprünge des heutigen Eurofighters waren, der Ende der 1970er Jahre als Projekt „Taktisches Kampfflugzeug der 90er Jahre“ (TKF-90) begann. Dabei ist die Abstammung unverkennbar, wie ein Vergleich des oben dargestellten Entwurfes der Arbeitsgemeinschaft Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) und VFW-Fokker mit dem unten abgebildeten Eurofighter zeigt. Neben dem MBB/VFW-Fokker-Projekt gab es übrigens auch einen Konkurrenzentwurf der Firma Dornier.

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Taktisches Kampfflugzeug der 90er Jahre – der „Jäger 90“

Ausgelöst durch den Kampfwertzuwachs der Luftstreitkräfte des Warschauer Pakts einerseits und die für Anfang der 90er Jahre anstehende Ausmusterung der Phantom-Kampfflugzeuge F-4F und RF-4E entstand Ende der 1970er Jahre ein dringender Bedarf für ein neues taktisches Kampfflugzeug. Dieses sollte sowohl als flexible Komponente der Luftverteidigung als auch für die Bekämpfung von Bodenzielen (vor allem die Luftverteidigungsrolle hatte man ja beim Mehrzweck-Kampfflugzeug MRCA Tornado laut Luftwaffen-Inspekteur General Obleser „bewußt vernachlässigt“).

Im Sommer 1979 sollten die Weichen gestellt werden für eine internationale Kooperation für das Taktische Kampfflugzeug der 90er Jahre – TKF-90.

Bei den drei Industriefirmen Dornier, Messerschmitt-Bölkow-Blohm und VFW-Fokker waren seit einigen Jahren im Rahmen der Zukunftstechnologie-Programme (ZTL) des BMVg Voruntersuchungen gelaufen, und im Komponentenerprobungsprogramm (KEP) wurden die Vorbewertung neuartiger technischer Komponenten und die Vorphasenentwicklung eingeleitet.

Auf der Seite des deutschen Bedarfsträgers, der Luftwaffe, wurden in einer Studiengruppe die operationellen, technischen und industriell-wirtschaftlichen Aspekte zusammengestellt. Das daraus entstandene sogenannte Positionspapier der Luftwaffe lag inzwischen im BMVg vor. Daran anschließend sollten dann bis Mitte 1979 die taktischen Forderungen erarbeitet werden. Obwohl die Vorstellungen potentieller europäischer Partnerländer noch sehr weit auseinander lagen, hoffte das BMVg, daß mit Frankreich und Großbritannien gemeinsame, harmonisierte Forderungen formuliert werden können, die sich weitgehend an die deutschen Forderungen anlehnen (im weiteren, sehr zähen Verlauf des Projektlebens, während dessen der deutsche „Verteidigungsminister“ Volker Rühe zwischendurch auch vergeblich versuchte damals „Jäger 90“ genannte Flugzeug zu beerdigen, kam es schließlich zu einer Kooperation zwischen Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien, während Frankreich aus dem Projekt ausstieg und mit der Dassault Rafale einen nationalen Sonderweg ging).

Die Firma Dornier vertrat ausdrücklich den Standpunkt, daß nur ein kostenoptimierter Entwurf die Möglichkeit bietet, im Rahmen limitierter Budgets auch eine ausreichende Stückzahl von Kampfflugzeugen beschaffen zu können. Aus Pilotensicht werde natürlich das „bestmögliche“ Flugzeug gefordert, aber wegen der finanziellen Beschränkung müsse man in Zukunft wesentlich mehr in „Flotten-“ und weniger in „Flugzeug-“ Kampfkraft denken. Das heißt, daß eine größere Stückzahl kostengünstiger Flugzeuge eine größere Kampfkraft repräsentiert als wenige teure. Eine ausreichende Stückzahl im Sinne einer optimalen Flotten-Kampfkraft kann – wie Dornier betonte – nur dann beschafft und eingesetzt werden, wenn extreme Forderungen und einseitige Auslegungen vermieden werden. Es sollten keine unvereinbaren Forderungen aufgestellt, weder unnötige Komplexität noch übertriebene Vereinfachung verlangt werden und auch keine Sub-Optimierung. Von Anfang an sollte das Flugzeug nach Lebenszyklus-Kosten ausgelegt werden. In ähnlicher Richtung konnte eine Äußerung des Inspekteurs der Luftwaffe gedeutet werden, der im November 1978 vor dem Luftfahrt-Presseclub die Meinung vertreten hatte, man dürfe sich „von der Faszination der Zukunftstechnik nicht überrollen lassen.“

Bei Dornier favorisierte man daher eine konventionelle Auslegung mit Heckleitwerk bei reduzierter Stabilität (im Gegensatz zur künstlichen Stabilität des letztlich verwirklichten Eurofighters, der aerodynamisch bewußt instabil ausgelegt ist und nur mit Computerhilfe geflogen werden kann), und man hielt auch Mach 2 nicht für unbedingt notwendig, sondern auslegungsbestimmend sei ein möglichst hohes Beschleunigungsvermögen im Transsonikbereich. Daraus ergebe sich eine ausreichende Höchstgeschwindigkeit. Es genüge etwa der Bereich Mach 1,7, um die sowjetischen Tiefangriffsflugzeuge Su-19 und MiG-23 erfolgreich bekämpfen zu können. Der Verzicht auf Mach 2 hätte auch feste Triebwerkseinläufe ohne Verstellmechanismen ermöglicht.

Bei der Projektgruppe MBB – VFW-Fokker sah man im Gegensatz zu Dornier nur in der vollen Ausschöpfung aller technologischen Möglichkeiten eine Chance, die qualitative Überlegenheit eines Waffensystems gegenüber der quantitativen Übermacht des Warschauer Pakts zu wahren. Dies kollidierte mit Äußerungen General Oblesers, denen zufolge die Möglichkeiten, Quantität durch Qualität auszugleichen, schon damals überzogen seien. Weiterhin zu Lasten der Quantität auf Qualität zu setzen, werde der Aufgabenerfüllung nicht mehr gerecht, und es müsse eine Wendung zugunsten der Quantität herbeigeführt werden, ohne daß die Qualität dabei leiden dürfe.

MBB-Attrappe des TKF-90 auf der Internationalen Luftfahrtausstellung 1980 in Hannover.

MBB-Attrappe des TKF-90 auf der Internationalen Luftfahrtausstellung 1980 in Hannover.

Als eine der für das TKF-90 möglichen Konfigurationen stellte MBB einen Entwurf vor, der eine Kombination von Deltaflügel mit Entenleitwerk darstellt und zumindest in der Grundversion einsitzig war und über zwei Triebwerke verfügte. Primäre Entwurfsziele bei MBB waren überlegene Überschall-Leistungen kombiniert mit hervorragenden Manövriereigenschaften im hohen Unterschallbereich bis herunter zu sehr niedrigen Geschwindigkeiten durch Eliminieren bzw. Erweitern der Anstell- und Schiebewinkelbegrenzung.

Aerodynamisch sollten die Deltaflügel kombiniert mit künstlicher Stabilität (CCV) für überlegene Transsonik- und Überschall-Leistungen sorgen; die Entenkonfiguration ermöglichte kleinere Trimm-Momente beim Eindringen in den überzogenen Flugzustand, und durch direkte Kraftsteuerung sollten zusätzliche Freiheitsgrade der Flugzeugsteuerung möglich werden. Bei der Zellenauslegung zielte MBB auf Gewichtsreduzierung von tragenden Strukturen durch Kohlefaser- und GFK-Bauweise. Ein zuverlässiges einheitliches Gesamtsystem sowohl für Flugsteuerung, Flugführung und Avionik sollte durch ein digitales Datenverarbeitungssystem und konsequente Anwendung von Mikroprozessoren sowie den Einsatz von Lichtleitfasern zur Datenübertragung möglich werden. Weiters wurde auch ein beweglicher Einbau der Bordkanone sowie die Möglichkeit für Senkrecht- oder Kurzstartfähigkeit untersucht, aber letztendlich doch nicht verwirklicht.

Vor der Bildung der TKF-Arbeitsgruppe mit MBB hatte VFW-Fokker eigenständige Lösungsvorschläge für das TKF-90 erarbeitet und einen Mittelweg zwischen der „einfachen“ Dornier-Konzeption und den wesentlich komplexeren MBB-Vorstellungen vorgeschlagen. Später vertrat VFW-Fokker mit MBB innerhalb der TKF-Arbeitsgruppe die gleiche Richtung, hielt jedoch noch eine Zeitlang eine Alternativlösung bereit.

LAMPYRIDAE: Eine deutsche Studie für ein Stealth-Kampfflugzeug

Wie wir inzwischen wissen, wurde der ursprünglich für die 1990er Jahre vorgesehene Eurofighter als Gemeinschaftsprojekt von vier europäischen Nationen verwirklich und erst mit sehr großer Verspätung und unter großen Kosten in den 2000er Jahren eingeführt. Meiner Meinung nach wäre es durchaus möglich gewesen, einen der beiden konkurrierenden deutschen Entwürfe als rein nationales Projekt durchzuziehen. Wie die deutschen Beiträge zu anderen Kooperationen wie dem deutsch-britisch-italienischen Tornado und dem deutsch-französischen Alpha-Jet sowie die erkennbare Anlehnung des fertigen Eurofighters an den ursprünglichen MBB-Entwurf bewiesen haben, hatte die deutsche Luftfahrtindustrie damals wieder zum internationalen Kampfflugzeugbau aufgeschlossen. Ein interessantes Beispiel für das Kompetenzniveau deutscher Flugzeugbauer ist das Projekt Lampyridae („Leuchtkäfer“) aus den 1980er Jahren, ein Entwurf von MBB für ein Stealth-Kampfflugzeug, von dem eine Attrappe in voller Größe mit facettiertem Kanzeldach, ein 12 m langes (3/4 der Originalgröße), bemanntes Windkanalmodell mit konventioneller Kanzel, ein Modell im Maßstab 1:3,5 für Erprobungen im niedrigen Geschwindigkeitsbereich und ein 1:20-Modell für transsonische Geschwindigkeiten gebaut wurden. Leider finde ich den Magazinartikel nicht mehr, in dem darüber berichtet wurde, aber ich erinnere mich daran, daß der Entwurf einen geringeren Radarquerschnitt gehabt hätte als der bekannte amerikanische Stealth-Bomber Lockheed F-117 „Nighthawk“ (siehe auch den von mir vorhin verlinkten englischsprachigen MBB-Artikel). Nachfolgend noch zwei Bilder von den großen Testmodellen:

Die ca. 16 m lange Attrappe in voller Größe mit der facettierten Kanzel.

Die ca. 16 m lange Attrappe in voller Größe mit der facettierten Kanzel.

 

Das 12 m lange bemannte Windkanalmodell mit der runden Kanzel.

Das 12 m lange bemannte Windkanalmodell mit der runden Kanzel.

Der Niedergang des nationalen Kampfflugzeugbaus in Großbritannien

Deutschland war also in der gesamten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, was den Bau von Düsenkampfflugzeugen betraf, niemals national eigenständig, sondern durfte auf diesem Gebiet nur in bi- oder multinationale Projekte eingebunden agieren. Diese Orientierung hin zu internationalen Kampfflugzeugprojekten anstatt eigenständiger nationaler Programme in der westlichen Welt blieb jedoch nicht auf Deutschland beschränkt, das man nach seiner totalen Niederlage von Anfang an auf diesem Unselbständigkeitsniveau halten konnte. Auch Großbritannien blieb dieses Schicksal auf lange Sicht nicht erspart, wenngleich man die einstmals potente Luftfahrtindustrie dieser Siegermacht des Zweiten Weltkriegs nur in einem jahrzehntelangen, politisch gesteuerten Niedergang auf die Knie zwingen konnte.

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Gerichtsverhandlung wegen Gotteslästerung

Von Osimandia, ursprünglich veröffentlicht am 30. November 2012 auf „As der Schwerter“.

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Mir liegt das Schreiben eines Angeklagten, der anonym bleiben möchte, vor, in dem er über seinen Gerichtsprozess wegen Gotteslästerung nach § 166 StGB berichtet, den ich im folgenden wiedergeben möchte:

In der Strafkammer des Landgerichts II in Leipzig fand  am 18. November eine Gerichtsverhandlung gegen mich statt. Anlass dazu gab der folgende Ausspruch, den ich auf einer von mir betriebenen Internetseite getätigt hatte:

„Dass die Moslems ihren Islam ablegen und Deutsche werden wollen, glaube ich nicht, solange  sie nicht ihren Koran verbrennen und ihre Moscheen niederreißen – als Zeichen dafür, das sie nicht länger gewillt sind, Allah, den Geist der ………. anzubeten.“

Die hier ausgelassenen Worte sollten Allah als die Personifikation des bösen Prinzips kennzeichnen.

Auf Antrag des Zentralrats der Muslime in Deutschland hatte daraufhin die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage wegen „Gotteslästerung” nach §166 des StGB gegen mich erhoben.

Ich hoffte nun, bei dieser Verhandlung einen Wahrheitsbeweis für meine Behauptungen antreten zu dürfen und damit einen der verhängnisvollsten Irrtümer unserer religiösen Institutionen wie unserer staatlichen Verfassung aufzudecken, einen Irrtum, den ich als eine wesentliche Quelle unserer heutigen sozialen Probleme ansehe. Gestützt auf umfängliches Material gedachte ich, den Beweis zu erbringen, dass der islamische Allah nichts gemein hat mit dem Geist der Liebe und Güte, als welchen wir uns Gott vorstellen, dass er vielmehr der Antipode dieses Gottes sei. Ich gedachte ferner, bei dieser Gelegenheit darzulegen, dass das, was wir die islamische Religion nennen, getreu dem Wesen ihres merkwürdigen Gottes eine Lehre ist, die sich mit unseren Begriffen von Moral und Religion nicht verträgt, aufgrund ihres tückischen, menschenfeindlichen Geistes aber zur Gefahr für unsere Kultur werden könnte.

Meine Erwartungen wurden enttäuscht. Das Gericht war nicht geneigt, in eine tiefere Erörterung des strittigen Gegenstandes einzutreten – vielleicht mit gutem Recht, denn – wie mir erst bei dieser Gelegenheit bekannt wurde – die Strafprozessordnung lässt im Falle der “Gotteslästerung” den Wahrheitsbeweis nicht zu.

Moment, Moment…. da habe ich was durcheinander gebracht. Das stimmt so nicht ganz.

Der Bericht liegt mir zwar vor, aber er ist nicht von einem Islamkritiker.

Die Verhandlung hat auch am 18. November in Leipzig um 11.00 Uhr stattgefunden, aber es war nicht der 18. November 2012, sondern 2010, ach Quatsch, es war auch nicht 2010, sondern 1910. So, jetzt stimmt das Datum aber wirklich.

Auch den Sprachstil habe ich an einigen wenigen Stellen leicht modernisiert. Es ging aber auch nicht um Allah, sondern um Jahwe. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland war 1910 noch genausowenig erfunden wie das Internet, es handelte sich also um eine Zeitschrift und nicht um eine Internetseite, und die Anklage wurde auf Antrag des „Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens” erhoben.

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Rhetorik, Teil 4: Mimik und Körpersprache

Von Dunkler Phönix, ursprünglich veröffentlicht am 24. April 2013 auf „As der Schwerter“.

Zuvor erschienen:

Rhetorik, Teil 1: Typenlehre

Rhetorik, Teil 2: Emotionen

Rhetorik, Teil 3: Gestik

In dieser Reihe geht es darum, diejenigen Kameraden, die sich in der schweren Kunst des Redens üben wollen, zu beraten. Sie ist durchgängig aus nationalistischer Perspektive geschrieben.

Der vierte Teil beschäftigt sich mit nonverbalen Signalen, die wir unbewusst aussenden.

Körpersprache ist nicht dasselbe wie Gestik! Gesten sind Figuren, die meist mit den Händen ausgeführt werden, Körpersprache ist eine Gesamthaltung des Körpers, die noch unbewusster ist als das Gestikulieren.

Darauf angesprochen können die allermeisten Menschen Gesten unterscheiden und benennen. Körpersprache ist nicht ganz so einfach zu beschreiben, wenn sie auch von jedem problemlos „gelesen“, also interpretiert werden kann.

Im Sitzen

Der Klassiker sind die übereinandergeschlagenen Beine. Je nachdem in welche Richtung sie zeigen, signalisieren sie Zu- oder Abwendung. Was macht man aber, wenn links und rechts jeweils Menschen sitzen, denen man zugewandt (oder beiden abgewandt) ist? Die Beine nicht übereinandergeschlagen, sondern beide Füße nebeneinander auf dem Boden wirkt schnell steif, der Schneidersitz wird als exotisch wahrgenommen werden. Wichtiger als der richtige Beinüberschlag ist aber die Körperhaltung. Viele unserer „Bekannten“ aus den Labersendungen sitzen mit gebeugtem Rücken, lässig bis nachlässig. Ein gerader Rücken und ein aufrechter Blick signalisieren Entschlossenheit und Stärke.

Im Stehen

Die meisten Reden hält man nicht im Sitzen. Im Stehen sind die gerade Körperhaltung und der aufrechte Blick noch wichtiger, weil sie deutlicher wahrgenommen werden können als im Sitzen. Wenn man den Eindruck hat, der Redner kauere sich zusammen, wende sich vom Publikum ab oder habe allgemein eine linkische Haltung, dann gibt das dicke Minuspunkte, noch bevor man ein Wort gesagt hat. Und Dinge wie Zuversicht und Vertrauen sind auch nur schwer zu schauspielern. Selbst wenn die Worte schön klingen, die Körpersprache ist verräterisch:

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Rhetorik, Teil 3: Gestik

Von Dunkler Phönix, ursprünglich veröffentlicht am 22. April 2013 auf „As der Schwerter“.

Zuvor erschienen:

Rhetorik, Teil 1: Typenlehre

Rhetorik, Teil 2: Emotionen

In dieser Reihe geht es darum, diejenigen Kameraden, die sich in der schweren Kunst des Redens üben wollen, zu beraten. Sie ist durchgängig aus nationalistischer Perspektive geschrieben.

Der „nonverbale“ Teil einer Rede wird total unterbewertet und, man schalte irgendeinen Nachrichtensender ein, von Journalisten und Politikern im Allgemeinen auch nur mangelhaft beherrscht. Die „Kanzlerin“ (ich muss das in Anführungszeichen setzen) hat mit ihrer „Mr. Burns“ Handhaltung Maßstäbe in schlechter Gestik gesetzt – aber wohin sie ihre Hände sonst tun sollen, wissen die meisten Bonzen eben auch nicht. Beim Reden lassen sie normalerweise die rechte Hand bei jedem Punkt, den sie unterstreichen wollen, heruntersausen.

Ohne die heutigen Bonzen inhaltlich mit ihm vergleichen zu wollen: so hat auch Hitler gerne seine Programmpunkte unterstrichen. Eine wirklich beeindruckende, sehr künstliche Gestik hat übrigens – auch hier abstrahiere man bitte vom Inhalt – Joseph Goebbels in seinen Reden benutzt (es gibt nur noch wenig Material davon, fündig wird man in diesen Begleit-CDs zu Spiegelheften und ähnlicher „Knopp-oholika“). Der Propagandaminister orientierte sich dabei an den alten Römern, für die noch klar war, dass die nonverbalen Signale ebenso wichtig sind wie die verbalen und die daher ihre Reden durch ausgefeilte Gestik, die sie ebenso einübten wie das freie Sprechen der Worte, ausschmückten.

Heute wirkt das künstlich (egal ob von Römern oder Propagandaministern ausgeführt), wer Gestik, die wirkt, aber draufhat, das sind die Mohammedaner, bzw. einige ihrer „Hodschas“ und Gelehrten. Sie benutzen eine formelhafte, rituelle Gestik, um ihre Worte zu unterstreichen und sie tun das auf ungekünstelte Weise. Wenn sie zusätzlich noch koranfest und nicht dumm sind, dann wirken sie auch auf Ungläubige richtig beeindruckend (und jetzt postet bitte keine hundert Youtube-Videos von islamischen Schreihälsen, jeder weiß, dass es die auch massenhaft gibt).

Eine Gestik, die nicht hemdsärmelig und unbeholfen, aber eben auch nicht gekünstelt wirkt, kann geradezu hypnotisch wirken, gerade auf Mitteleuropäer, die es nicht gewohnt sind, dass die Hände beim Reden etwas anderes tun, als unbewusst in der Luft herumzufuhrwerken.

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Rhetorik, Teil 2: Emotionen

Von Dunkler Phönix, ursprünglich veröffentlicht am 13. April 2013 auf „As der Schwerter“.

In dieser Reihe geht es darum, diejenigen Kameraden, die sich in der schweren Kunst des Redens üben wollen, zu beraten. Sie ist durchgängig aus nationalistischer Perspektive geschrieben.

zu Teil 1: Typenlehre

Im zweiten Teil geht es darum, dass es bei der Redekunst nur in sehr geringem Maße um Inhalte geht, sondern fast ausschließlich um das Erzeugen von Gefühlen.

Reden funktionieren NICHT über ihren Inhalt. Die reine Sachebene ist bei Reden völlig nebensächlich. Wer sich informieren möchte, der liest ein Buch – oder mittlerweile leider meist eher Wikipedia – wer stinklangweilige, wenn auch logische Argumentation hören will, der beschäftigt sich mit Kant oder Hegel.

Ein Redner hat die Aufgabe, das Publikum zu begeistern. Für sich selbst und für seine Sache. Daher muss am Anfang einer jeden Redenplanung folgende Frage stehen:

Was ist meine Sache und wie bereite ich sie so auf, dass meine Zuhörer emotional drauf anspringen?

Professionelle Redenschreiber wissen genau, dass das Publikum langwierige Satzungetüme nicht mag. Man bringe das Thema auf den Punkt – und zwar so, dass es schmerzt.

So fies das für alle Sachlichen vom Schlage Sarrazin sein mag: Statistiken und empirische Beweise interessieren das Publikum nicht. Beispiel:

Redner A: „Die Frankfurter Kriminalitätsstatistik zeigt, dass von den X Intensivtätern Y Prozent einen Migrationshintergrund haben, sogar Z Prozent, wenn man „Migrationshintergrund“ so definiert, dass nur ein Elternteil ausländische Wurzeln haben muss.“

Redner B: „Sie schlagen uns, sie vergewaltigen unsere Frauen und die Büttel beschützen sie auch noch!“

Klar ist das verallgemeinernd und „populistisch“, aber wenigstens bleibt das Publikum bis zum Ende des Satzes wach.

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Rhetorik, Teil 1: Typenlehre

Von Dunkler Phönix, ursprünglich erschienen am 16. April 2013 auf „As der Schwerter“.

In dieser Reihe geht es darum, diejenigen Kameraden, die sich in der schweren Kunst des Redens üben wollen, zu beraten. Sie ist durchgängig aus nationalistischer Perspektive geschrieben.

Im ersten Teil geht es darum, welcher Typ Redner die Leute anspricht und welcher nicht.

Für jeden Erfolg versprechenden Typus gibt es einen Gegentypus, der keinen Erfolg verspricht.

Eine „Typenlehre“ macht folgende Voraussetzung: Man kann sein Äußeres und sein Auftreten verändern, schulen, verbessern. Sicherlich gibt es „Naturtalente“, die einfach sie selbst sind. Die brauchen dann allerdings keine Beratung. Alle anderen sollten folgendes beachten:

Archetyp – Gegentypus

Der Radikale – der Schreihals

Der Spirituelle – der Wahnhafte

Der Seriöse – der Bonze

Der Mann aus dem Volk – Otto Normal

Jeder muss aus diesen vier Typen denjenigen finden, der am Besten zu ihm passt und versuchen, die positiven Seiten dieses Typs herauszustreichen und die negativen Aspekte des Gegentypus zu vermeiden.

Der Radikale

Der Radikale darf ruhig Bomberjacke, Glatze, Tattoos oder andere Merkmale der rechten Jugend tragen. Er sollte das sogar. Er kann sich erlauben, Dinge anzusprechen, um die alle drei anderen Typen einen Bogen machen müssen, es kann sogar sein, dass er durch Meinungsdelikte erst seine Glaubwürdigkeit aufbaut. Er darf aber kein Trunkenbold oder Brüllhans sein, das geht nach hinten los, liefert dem Feind Munition. Ein intelligenter Radikaler, der seine Ansichten vertreten und Situationen logisch analysieren kann – auf so jemanden ist das System nicht vorbereitet. Deswegen ist der gewöhnliche Weg, solche Kameraden aus dem Weg zu räumen, dass Spitzel so lange eine Kamera draufhalten, bis der Radikale die falsche Hand in falscher Weise hebt oder anfängt über Opferzahlen zu philosophieren. Dann wird weggesperrt.

Zwar sind die Gummiparagraphen in der BRD schon ziemlich gummimäßig, und das System findet auch immer wieder Wege, private Veranstaltungen zu öffentlichen umzudichten, etc., aber vielleicht ist es ja auch für den Radikalen einsehbar, dass es ein paar wirklich große, rote Stoppschilder gibt, Dinge, die auf jeden Fall verfolgt und mit Knast geahndet werden. Wenn er es also nicht drauf anlegt, zu sitzen (z.B. aus Reputationsgründen), sollte er tunlichst in der Grauzone bleiben und vor allem die Hände immer am Glas und nicht in der Luft halten.

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Wie entsteht ein Meinungsumschwung?

Von Michael Springer, hier wiedergegeben in der Form, wie der Beitrag vor einigen Jahren auf „As der Schwerter“ samt einer Vorbemerkung und einem Nachwort von Deep Roots veröffentlicht wurde.

 

Vorbemerkung von Deep Roots: In Ausgabe 6/2011 des Magazins „Spektrum der Wissenschaft“ gab es in Michael Springers Kolumne „Springers Einwürfe“ einen Beitrag, den ich bereits als Kommentar zu Tanstaafls „Lasst uns den Judenhassern die Schuld geben“ („Let’s Blame the Jew-Haters“) veröffentlicht habe, weil er einen Bezug zur in diesem Artikel behandelten Minderheit hat, der aber auch für uns relevant ist, eine andere „dissidente Minderheit, die jahrzehntelang vergeblich gegen die etablierte Politik anrennt“. Dieser Redakteur Michael Springer ist zwar ein linkes Sheeple, das unter anderem NPD-Wahlerfolge „erschreckend“ findet, aber seine Kolumne sei hier dennoch nachfolgend zitiert:

 

Wie entsteht ein Meinungsumschwung? Eine unbeugsame Minderheit entscheidet.

Das politische Klima kann überraschend umschlagen. Im Nahen Osten und in Nordafrika gerät von heute auf morgen die arabische Welt in Aufruhr. In Deutschland wird ein Grüner Ministerpräsident eines konservativ geprägten Bundeslands. Die Kanzlerin, nicht als leidenschaftliche Kernkraftgegnerin bekannt, läßt eine Ethikkommission über den möglichst raschen Ausstieg aus der Atomenergie beraten. In jeder Gesellschaft gibt es dissidente Minderheiten, die oft jahrzehntelang vergeblich gegen die etablierte Politik anrennen. Doch hin und wieder setzt sich eine hartnäckige Minorität unerwartet durch und prägt die Mehrheitsmeinung. Gehorcht der Umschwung Regeln? Diese Frage stellte sich ein Team um den Netzwerktheoretiker Sameet Sreenivasan vom Rensselaer Polytechnic Institute in Troy (US-Bundesstaat New York). Wie die Forscher auf der Tagung der American Physical Society in Dallas (Texas) im März berichteten, liefert ihr Computermodell eine überraschend konkrete Antwort (http://arxiv.org/pdf/1102.3931v2).

Sreenivasan und Kollegen simulierten ein Netz, dessen Knoten („Individuen“) jeweils einen von zwei Werten („Meinungen“) A oder B annehmen und in jedem Zeitschritt je ein zufällig gewähltes Netzglied zu ihrer Ansicht bekehren können – allerdings mit einer folgenschweren Anfangsbedingung: Zu Beginn tragen die allermeisten Knoten den Wert B; das heißt, es herrscht eine solide Mehrheitsmeinung. Nur ein kleiner Prozentsatz der Netzteilnehmer vertritt von Anfang an Position A – und läßt sich diese Überzeugung nie mehr nehmen. Anders gesagt, in dem von Meinung B dominierten Netz gibt es eine kleine, aber unerschütterliche A-Minderheit. Sreenivasans Gruppe gab nun einen bestimmten kleinen Prozentsatz von anfänglichen Dissidenten vor und ließ dann die Simulation laufen, bis sich ein stabiler Endzustand einpendelte. Solange zu Beginn nur wenige unbelehrbare Abweichler auftraten, geschah nichts Aufregendes, außer daß sich ein paar B-Knoten – teils nur vorübergehend – zu A bekehrten. Doch sobald der Anteil der von vorneherein entschlossenen A-Vertreter mit rund zehn Prozent angesetzt wurde, kippte das ganze System: Am Ende teilten alle Netzknoten die Meinung der vormaligen Minderheit. Die Autoren sehen in dem Kipp-Punkt bei zehn Prozent ein typisches Merkmal politischer Prozesse. Sie nennen als Beispiel die Suffragetten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England und den USA das Frauenwahlrecht erstritten, sowie die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die sich just erhob, als der Anteil der Afroamerikaner an der US-Bevölkerung die Zehnprozentmarke überschritt.

In Deutschland begannen die Grünen als außerparlamentarische Bewegung, mauserten sich zur Fünfprozentpartei und prägen, seit sie zweistellige Ergebnisse erzielen, die gesamte Umwelt- und Energiepolitik. Umgekehrt scheint zu gelten, daß der Abstieg einer Partei unter zehn Prozent sie – zumindest vorläufig – zur politischen Bedeutungslosigkeit verurteilt. Dieses Schicksal droht gerade der FDP und der Linken. Andererseits hat die rechtsradikale NPD zwar immer wieder erschreckende Wahlerfolge erzielt. Zwischen 1966 und 1968 zog sie in sieben Landesparlamente ein – in Baden-Württemberg sogar mit 9,8 % der Stimmen; 2004 gelang ihr mit 9,2 % das Gleiche in Sachsen. Doch bisher hat sie die Zehnprozentschranke noch nicht durchbrochen. Sreenivasans Netwerkstudie wurde von Army und Navy gesponsert. Vielleicht stützt sie die Hoffnung, der Krieg in Afghanistan könnte enden, wenn wenigstens zehn Prozent der Afghanen um jeden Preis Frieden wollen.

*   *   *   Ende der Kolumne von Michael Springer   *   *   *

Nachwort von Deep Roots (mit kleinen Korrekturen meiner damaligen Anmerkungen):

Wegen der Bürgerrechtsbewegung in USA liegt der liebe Herr Springer auch falsch: die dortigen Schwarzen machten mit Stand 2010 erst 12,6 % der Gesamtbevölkerung aus, bei einem gesamten nichtweißen Bevölkerungsanteil von 37,7 %. Laut dem Artikel „African-American Population“ von infoplease (siehe http://www.infoplease.com/ipa/A0922246.html) machte ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung schon im Jahr 1790 19,3 % aus und fiel seither nur im Zeitraum von 1920 bis 1940 jemals unter 10 %. Ihr Anteil an der US-Bevölkerung kann also nichts mit dem Meinungsumschwung im Zuge der Bürgerrechtsbewegung zu tun gehabt haben, wenn dieses Thema erst in den 1960ern erfolgreich in der Öffentlichkeit angekommen ist, wo sie doch die meiste Zeit davor auch schon mehr als 10 % stellten, und im Süden der USA einen noch deutlich höheren Anteil. Aber wir wissen ja, wer die „Netzwerkknoten“ waren, die ihnen den entscheidenden Schub erteilt haben.

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