Weltkrieg wegen Iran

Von Robert Hampton, übersetzt von Lucifex. Das Original World War Iran erschien am 6. Januar 2020 auf Counter-Currents Publishing.

Ein neues Jahr, ein neuer Krieg?

Letzte Woche tötete ein US-Luftschlag den am meisten verehrten Militärführer des Iran, Qassem Soleimani. Gehasst von Israel, Saudi-Arabien und Amerikas Berufs-Kriegshetzern, führte Soleimani die iranische Elitetruppe Quds an. (Quds ist im Grunde Irans Entsprechung zu den Navy SEALs und zur CIA.)

Seine Ermordung wird den Nahen Osten auf den Kopf stellen. Die Iraner betrauern seinen Tod und geloben Rache. Amerika nimmt weiterhin iranisch unterstützte Milizen im Irak ins Visier. Präsident Trump und andere amerikanische Führer mögen behaupten, daß sie keinen Krieg wollen, aber das ist das Ziel der Neocons, auf die Trump hört. Sie haben seit Jahren davon geträumt, die Mullahs auszuschalten – sie brauchten bloß den Iran zu einem Angriff zu provozieren, der Amerika in den Krieg drängen würde.

Der Mordanschlag gegen Soleimani könnte eine Reihe von Ereignissen auslösen, die den Traum der Kriegshetzer verwirklichen könnten. Der Luftschlag destabilisiert die Region noch weiter und bringt Amerika noch weiter in den nahöstlichen Morast. Trump gewann 2016 mit dem Versprechen, daß er die dummen Kriege beenden würde. Stattdessen wird er vielleicht den dümmsten von allen anfangen.

Von Trumps vielen enttäuschenden Schritten ist der erbärmlichste seine Umarmung der Kriegsfalken, die gegen seine Kandidatur waren. Diese Neocons sitzen nun im Fahrersitz und nehmen die Trump-Bewegung auf die Fahrt in den Krieg mit.

Krieg gegen den Iran ist keine Gewißheit. Trump ist eine zu polarisierende Gestalt, um Amerika zu einer Invasion wie im Irak zu sammeln. Die Demokraten wären vereint gegen jeden Versuch, Truppen in den Iran zu schicken, nur weil Trump darum ersuchen würde. Die Medien wären dagegen, weil Trump es wollte, genauso wie sie den Schlag gegen Soleimani kritisieren, weil Trump ihn befahl. Eine der wenigen guten Eigenschaften eines balkanisierten Amerikas ist, daß es nicht zu einem Krieg versammelt werden kann, außer es gibt einen großen Terroranschlag auf amerikanischem Boden.

Leider wollen diejenigen, die Trump beraten, den Iran dazu provozieren, solch einen Anschlag zu befehlen. Der Iran und seine Verbündeten haben bereits Terrorzellen in den USA; es braucht nicht viel, um sich vorzustellen, was sie tun könnten. Es ist gut möglich, daß der Iran mit einem großen Terroranschlag auf US-Boden Vergeltung üben könnte. Es ist auch gut möglich, daß die Neocons solch einen Anschlag geschehen lassen oder sogar unterstützen würden, um ihren Krieg zu bekommen.

Soleimanis Ermordung macht auch die Region chaotischer. Das Parlament des Irak hat am Sonntag dafür gestimmt, Amerika aus seinem Land zu werfen. Amerika mußte seine Truppen von der Bekämpfung von ISIS abziehen, um unsere Basen und unsere Botschaft in den schiitischen Gebieten des Irak zu schützen. Der Schlag gegen Soleimani könnte ironischerweise die regionale Macht des Iran stärken, falls Amerika auf chaotische Weise aus dem Irak abzieht.

Währenddessen droht der Iran, in massiver Weise Vergeltung zu üben. Soleimani war der Douglas MacArthur des Iran. Er stand bei außenpolitischen Entscheidungen nur dem Ayatollah nach und war das hauptsächliche Verbindungsglied des Iran zur Hisbollah, zu den Houthi-Rebellen und zu den Schiitenmilizen im Irak. Er spielte eine entscheidende Rolle beim Stoppen der Ausbreitung von ISIS in Syrien und im Irak. Millionen von Iranern säumten die Straßen, um seinen Tod zu betrauern, und demonstrierten die Unterstützung des Volkes für ein Heimzahlen.

Dies ist ein Shitstorm, der Amerika nicht nützt. Unterstützer des Schlags haben versucht, ihre Einstellung pro Krieg zu verbergen, indem sie sagten, der Angriff sei durchgeführt worden, um einen Krieg zu verhindern. „Wir handelten letzte Nacht, um einen Krieg zu verhindern, wir handelten nicht, um einen Krieg anzufangen“, sagte Trump selbst.

Diese Behauptung wird durch Versicherungen des Pentagon bestärkt, sie hätten reichlich Beweise dafür, daß Soleimani einen großen Angriff gegen Amerikaner plante. Die Generäle sagten sogar, daß der Iraner amerikanische Diplomaten entführen wollte! Aber Soleimani machte immer Pläne, und es ist zweifelhaft, daß er etwas Neues im Ärmel hatte. Laut Sprachrohren außerhalb des Pentagons sind die Beweise für bevorstehende Anschläge „hauchdünn“ – genau wie die Beweise für Saddam Husseins mythische Massenvernichtungswaffen.

Wenn die Globalisten Krieg wollen, werden sie alle Arten von Falschheiten und Verschwörungstheorien erfinden, um ihren Willen zu bekommen. Es gibt keinen Grund zu denken, daß sie sich seit den erfundenen Massenvernichtungswaffen geändert haben.

Der andere vorgebrachte Grund, Soleimani zu töten, war Rache – entweder für tote Amerikaner im Irakkrieg oder für den jüngsten Angriff auf die Botschaft. Am Silvesterabend brachen irakische Protestierer – viele davon schiitische Milizionäre – in die US-Botschaft in Bagdad ein und zerstörten deren Fassade. Dieser Affront gegen die amerikanische Macht geschah als Reaktion darauf, daß die Vereinigten Staaten mindestens zwei Dutzend irakische Milizionäre als Vergeltung für den Tod eines Militärfirmenangehörigen* töteten. [* d. Ü.: „militäry contractor“, also im Grunde ein Söldner, um den es nicht schade ist.] Trump entschied, daß jemand für diesen Angriff sterben mußte. Ein paar Tage später wurden Soleimani und ein hochrangiger schiitischer Milizführer getötet.

Viele Konservative sagten, das Blut Hunderter toter amerikanischer Soldaten, die von iranisch unterstützten Aufständischen im Irak getötet wurden, hätte nach Soleimanis Tod geschrien. Diese Soldaten wurden in einem Krieg, den wir vor nahezu 10 Jahren beendeten – oder angeblich beendet hatten. Soleimani zu töten, um den Tod amerikanischer Soldaten zu rächen, ist so ähnlich, als würde man in den 1950er japanische Generäle ermorden oder vietnamesische Befehlshaber in den 1980ern. Diese Kriege waren vorbei. So etwas tut man nicht – außer man will einen weiteren Krieg.

Amerika arbeiteten auch mit denselben blutgetränkten Milizen zusammen, als wir den Irak in den späten 2000ern stabilisierten, und bewaffnete sie, als sie vor nur ein paar Jahren gegen ISIS kämpften. Ohne diese Milizen hätte ISIS Bagdad eingenommen. Amerika zahlt das diesen ehemaligen Verbündeten nun mit Tod von oben zurück.

Während also Amerikas Position im Irak prekärer ist, Amerikaner zu Hause und im Ausland von iranischer Vergeltung bedroht sind, die Ölpreise steigen, ISIS Raum zum Wachsen gegeben wird und ein möglicher Krieg am Horizont erscheint, ist es schwer zu sehen, wie amerikanischen Interessen gedient wurde.

Wer profitiert also wirklich vom Schlag gegen Soleimani?

Das ist keine Überraschung: Israel und Saudi-Arabien.

Soleimani war ein Todfeind beider Länder. Beide sehen ihn als den Mann hinter der iranischen Macht in der Region. Er ist der Mann, der das Assad-Regime in Syrien rettete und die iranische Macht in jeden Teil des Nahen Ostens vorschob. Israel hasste Soleimani besonders wegen seiner Unterstützung der Hisbollah. Saudi-Arabien hasste ihn besonders wegen seiner Unterstützung der Houthi-Rebellen. Beide Länder wollten seinen Tod, um ihre eigene Macht zu steigern und ihre Nachbarländer willfähriger zu machen. Ihnen ist seine Wirkung auf ISIS oder den Irak egal. Es ist für sie ein zusätzlicher Vorteil, falls die Ermordung Soleimanis zu einer Invasion Amerikas im Iran führt. Nichts würde Israel oder die Saudis mehr befriedigen als ein verwüsteter Iran.

Israel und die Saudis haben immensen Einfluß auf die Trump-Administration. Trump kann es nicht lassen, darüber zu reden, wie hart er für Israel arbeitet. Sein Schwiegersohn ist ein Textnachrichten-Kumpel von Kronprinz Mohammed bin Salman. Diese beiden Länder haben von Trump mehr bekommen als von irgendeinem Präsidenten in der Geschichte.

Eine gute Seite gibt es bei dieser dummen Entscheidung: wir werden vielleicht aus dem Irak gedrängt. Das irakische Parlament will uns draußen haben, und Trump will das auch. Amerika stoppt im Gefolge der Spannungen seine Ausbildung des irakischen Militärs, und Trump beharrt darauf, daß das Land für die USA eine große Geldverschwendung ist. Man kann hoffen, daß die Spannungen nicht zu einem Krieg eskalieren und der Trubel Trump davon überzeugt, das Gebiet für immer zu verlassen. Die Instinkte des Präsidenten sind jenen seiner Berater weit überlegen. Er zog die meisten unserer Soldaten aus Syrien ab und verhandelt mit den Taliban, um unsere Soldaten aus Afghanistan herauszubekommen. Er widersetzte sich letztes Jahr Forderungen nach Vergeltung gegen den Iran wegen einer abgeschossenen Drohne und anderen Delikten. Es gibt Gründe, optimistisch zu sein, daß seine Instinkte einen Krieg verhindern werden.

Jedoch gibt es auch Gründe, pessimistisch zu sein. Trumps Vizepräsident, sein Außenminister, sein Nationaler Sicherheitsberater und viele seiner Militärbefehlshaber wollen einen Krieg. Viele der Moderatoren von Fox News, auf die Trump hört – mit Ausnahme von Tucker Carlson – wollen einen Krieg. Trump kann wahrscheinlich seine Basis davon überzeugen, einen Krieg zu unterstützen. Der MAGA-Twitterer nahm eine Zeitmaschine zurück nach 2003 und kehrte mit all den schlechtesten Argumenten für den Irakkrieg zurück, um Trumps Kampfbegierde gegen den Iran zu verteidigen. Die wahre Bedrohung für Amerika ist Tausende Meilen entfernt, anstatt Kartellen an unserer Grenze oder des globalistischen Tiefen Staates.

Es ist traurig zu sehen, daß Amerikas nationalpopulistische Bewegung wegen des Irans voll den George W. Bush macht, aber Fortschritt geschieht nie sofort. Zu viele „Middle Americans“ sind eingeseift worden und sehen den Iran als den islamistischen Marionettenspieler – obwohl die meisten Islamisten sunnitische Extremisten sind, die den Iran mehr hassen als Israel. Anttislamische Einstellung kann sowohl eine rote Pille als auch eine blaue Pille sein. Nationalisten können sie als Zugang benutzen, um weiße Amerikaner über die fremden Kräfte aufzuklären, die ihr Land zerstören. Neocons nützen sie aus, um weiße Amerikaner dazu zu bringen, sich für dumme Kriege zu melden.

Viel Arbeit bleibt zu tun, um „Middle Americans“ dazu zu bringen, ihr Land an erste Stelle zu stellen. Den fremden Einfluß aus dem Weißen Haus zu verbannen, wäre ein guter Anfang.

In all dieser Sauerei sollten Identitäre sich nicht in Iran-Verehrung und andere Formen von Gebarme hineinziehen lassen. Das beste Argument gegen den Krieg ist, daß er Amerikas Interessen schadet und unnötig Amerikaner töten wird. Wir brauchen den Feind nicht in die Guten zu verwandeln, um dieses Argument vorzubringen. Iranische Fahnen zu schwenken und dem Ayatollah zuzujubeln ghettoisiert uns noch weiter und untergräbt unsere Argumente. Vietnamprotestierer machten sich verhasst, indem sie Vietcongfahnen schwenkte. Wir sollten aus der Geschichte lernen und nicht denselben Fehler machen. Um wirksam zu sein, müssen wir aus dem Ghetto kommen und das breitestmögliche Publikum ansprechen. Wir wissen bereits, daß eine korrupte Elite unser Land kontrolliert. Daß dieselbe Elite uns in einen Krieg hineinzieht, sollte uns nicht in die Falle des Antiamerikanismus gehen lassen.

Wahrliches „America First“ bedeutet, gegen den Krieg mit dem Iran zu sein. So einfach ist es.

Der iranische Schlamassel wartet darauf, seinen Lauf zu nehmen. Wir können nur hoffen, daß Trumps bessere Instinkte sich gegenüber seinen bösen Beratern durchsetzen. Amerika kann sich kein weiteres Abenteuer im Nahen Osten leisten.

Besonders keines, das nur den Interessen Israels und Saudi-Arabiens dient.

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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Ein Kommentar

  1. In Geierkapitalismus ist jüdischer Kapitalismus schrieb Andrew Joyce:

    Obwohl Singer anfänglich gegen Trump war, und obwohl Trump einst Singer wegen seiner einwanderungsfreundlichen Politik angriff […], wird Trump nun im Wesentlichen von drei Juden finanziert – Singer, Bernard Marcus und Sheldon Adelson, von denen zusammengenommen über 250 Millionen Dollar an politischem Geld für Trump kommen. Als Gegenleistung wollen sie Krieg mit dem Iran. Angestellte von Elliott Management waren 2014 eine der Hauptfinanzierungsquellen für die Kandidatur des ausgesprochensten Iran-Falken im Senat, Sen. Tom Cotton (Rep., Arizona), der Trump zu einem „Vergeltungsschlag“ gegen den Iran drängte, weil dieser angeblich zwei kommerzielle Tanker angegriffen habe. Diese ausbeuterischen jüdischen Finanziers haben klargemacht, daß sie einen Krieg mit dem Iran erwarten, und sie betreiben hartes Lobbying und bereiten sich darauf vor, ihr Pfund Fleisch einzufordern. Wie ein politischer Kommentator es ausdrückte: „Diese Spender haben ihre bevorzugte Politik bezüglich des Iran gerade heraus bekanntgegeben. Sie erwarten sicherlich eine Rendite für ihre Investition in Trumps GOP.“

    Nach den ersten Meldungen über die Tötung Soleimanis und deren Wirkung im Iran habe ich sofort vermutet, daß Trump jetzt zu liefern beginnt. Nach einer Aufschaukelung bis zu einer Neuauflage von Pearl Harbor und 9/11 käme ein „Amerika aufgezwungener Krieg“ Trump wohl auch zupaß, um in den kommenden Präsidentschaftswahlkampf als patriotischer Führer der Nation in einem Großen Vaterländischen Krieg zu gehen.

    Für uns in Europa hätte ein Krieg gegen den Iran – oder auch schon eine Destabilisierung des Irak und ein Wiederaufleben von ISIS – unter anderem zur Folge, daß der Ansturm von Zudringlingen aus diesen Ländern wieder zunehmen würde und die Systemsprachrohre bei ihrer Propaganda auf die Kriegsnot dort verweisen könnten.

    Im Zusammenhang mit Trumps Rolle in all dem ist mir eine – wunschdenkensbewegte – kleine Abwandlung einer Stelle aus dem Lied „The Glencoe Massacre“ eingefallen:

    „Oh cruel is the snow that sweeps Glencoe
    And covers the grave of The Donald…“

    Hier in der Darbietung der Corries:

    Das Lied, das von der heimtückischen Ermordung der MacDonalds in Glencoe durch die von König Wilhelm von Oranien dazu angestifteten Campbells handelt, die bei ihnen zu Gast waren, enthält auch Bezüge zu der Gefahr, die uns (vor allem unseren Frauen und Mädchen) von den „Geflüchteten“ droht:

    They came in the blizzard, we offered them heat,
    A roof o’er their heads, dry shoes for their feet,
    We wined them and dined them, they ate of our meat,
    And they slept in the house of MacDonald.

    Oh cruel is the snow that sweeps Glencoe
    And covers the grave of Donald,
    And cruel was the foe that raped Glencoe,
    And murdered the house of MacDonald.

    Den ganzen Text gibt es in diesem Video (ebenfalls mit der Version der Corries) zum Mitlesen eingeblendet:

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