Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Von Trevor Lynch (Greg Johnson), übersetzt von Lucifex. Das Original Star Wars: The Rise of Skywalker erschien am 22. Dezember 2019 auf Counter-Currents Publishing.

Nicht einmal ich erwartete, daß Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers so schlecht sein würde. Es ist einfach ein schrecklicher Film: nachgeahmt, zusammenhanglos, willkürlich, oberflächlich und zutiefst langweilig und unspannend – trotz, oder vielleicht wegen der frenetischen Actionsequenzen, umwerfenden Duelle und so speziellen Effekten, daß sie Kohlenstoffpunkte auf euren Augäpfeln hinterlassen werden.

Der Aufstieg Skywalkers ist 2 Stunden und 22 Minuten lang, was lang genug ist, aber es fühlt sich noch länger an. Ich sah den Film in einem halbleeren Kino, und als Harrison Ford auf der Leinwand erschien, begann eine ganze Reihe von Leuten zu den Ausgängen zu strömen. Es wäre auch für mich der letzte Tropfen gewesen, aber ich hatte meine Pflicht gegenüber euch, liebe Leser, die mich durchhalten ließ.

Es gibt keine Möglichkeit, einen so schlechten Film zu „spoilen“, daher werde ich eine Zusammenfassung der Handlung abgeben. Falls ihr sie also nicht hören wollt, ist daher jetzt der Zeitpunkt, um eure Deflektorschilde aufzurichten und von hier wegzuwarpen, oder was auch immer.

Der Aufstieg Skywalkers ist der dritte Teil von Disneys Star-Wars-Fortsetzungstrilogie. Die Würfel sind schon im ersten Teil, Das Erwachen der Macht, gefallen, bei dem Jar Jar Abrams Regie führte. Statt sich originelle Geschichten und neue Charaktere auszudenken, beschlossen Abrams und Disney, etwas Kalkuliertes, Zynisches und Leichtes zu tun: die Nostalgie für die ursprüngliche Trilogie zu melken, indem sie die Hauptbesetzung zurückbrachten (Mark Hamill, Carrie Fisher, Harrison Ford, die Droiden, den wandelnden Bettvorleger) und ein derivatives Remake des ursprünglichen Star Wars und von Teilen von Das Imperium schlägt zurück zu drehen (siehe meine Rezension hier), aber diesmal als unbeholfene Farce.

Irgendwie ist die Republik besiegt worden, und ein neues Imperium ist entstanden, was den Sieg in der ersten Trilogie in eine Niederlage verwandelte und all ihr Streben zunichte machte. Statt eines männlichen Helden haben wir diesmal eine Mary Sue, Daisy Ridleys Rey, die als Hauptfigur paßt wie ein Fisch auf ein Fahrrad. Und statt eines imponierenden männlichen Schurken haben wir ein bemühtes Emo-Mannkind, Adam Drivers Kylo Ren, der im Grunde als eine Parodie von Darth Vader rüberkommt.

Nachdem Star-Wars-Fans nicht gerade die reifsten und anspruchsvollsten Kinoliebhaber sind, quiekten und grunzten sie und steckten ihre Nasen in diesen Schweinefraß, während Disney sich hämisch die Hände rieb und unzählige Millionen Schekel einstreifte.

Der zweite Teil, Die letzten Jedi, entstanden unter der Regie von Rian Johnson, machte in gleicher Art weiter, als Punkt für Punkt, manchmal sogar Aufnahme für Aufnahme gleiche Wiederaufbereitung von Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter. (Siehe meine Rezension hier und einen Podcast hier.) Aber diesmal waren der Zynismus des Regisseurs und seine Verachtung für die Geschichte und die Fans so durchsichtig, daß er eine Rebellion provozierte.

Es gab viele Einwände: Luke wirft sein Lichtschwert weg, Luke stirbt, Leia beherrscht plötzlich die Magie der Macht, der Oberste Anführer Snoke wird getötet, Reys Eltern sind Niemande, etc. Manche dieser Einwände sind vielleicht albern. (Stellt euch vor, euch würde wirklich etwas an Nullen wie Snoke und Rey liegen.) Aber die Fans von Star Wars kamen drauf, daß Disney sie ausnützte und verachtete, während es ihr Geld nahm.

Dies gab den Impuls – und Gamergate lieferte die Vorlage – für den großen Star-Wars-Boykott von 2018, der den Film Solo: A Star Wars Movie abstürzen ließ. (Siehe meine Rezension hier.) Wie wir sehen werden, versucht Der Aufstieg Skywalkers zumindest einige der oberflächlicheren Kritiker von Die letzten Jedi zu besänftigen.

Nachdem Abrams und Johnson es geschafft hatten, die gesamte ursprüngliche Trilogie in nur drei Filmen als Remake zu drehen und zu verspotten, befand Abrams sich in Der Aufstieg Skywalkers in einer unangenehmen Lage: er hätte sich tatsächlich etwas Originelles ausdenken müssen. Natürlich versuchte er den Schock zu minimieren, etwas wirklich Neues zu machen, indem er die ursprüngliche Besetzung ein weiteres Mal zurückbrachte. Luke und Han Solo sind beide tot, aber Luke kommt als Geist zurück und Han als Fantasiegebilde seines Sohnes. Carrie Fisher ist wirklich tot, aber Abrams baut schlauerweise nicht verwendete Aufnahmen aus dem ersten Film ein. Er findet auch Billy Dee Williams in Carbonit, um die Rolle als Lando Calrissian wiederaufzunehmen. Aber die größte Überraschung ist, daß er den Imperator Palpatine wiederauferstehen läßt.

Ja, ich weiß, als wir Imperator Palpatine zuletzt sahen, wurde er in einen Schacht im zweiten Todesstern hinuntergeworfen, gefolgt von einer großen Explosion, die wir als die Freisetzung bösartiger Energien interpretierten, als er auf dem Boden aufklatschte, gefolgt von der Zerstörung des ganzen verdammten Todessterns, um ein noch stärkeres Gefühl von Endgültigkeit zu vermitteln.

Aber wie Wile E. Coyote in den Roadrunner-Zeichentrickfilmen, wenn er durch ein tragbares Loch zu Tode stürzt oder sich mit einer Bombe in die Luft sprengt oder einen Amboß auf den Kopf geworfen bekommt, nur um Momente später auf magische Weise für weitere Abenteuer mit dem Vogel wieder zum Leben erweckt zu werden, ist Palpatine wieder zurück, um Jar Jar Abrams die Notwendigkeit zu ersparen, sich einen neuen Schurken auszudenken, nachdem Rian Johnson Snoke beiläufig beseitigt hatte.

Das Problem ist, daß George Lucas‘ Star Wars bei all seinen Gungans und Ewoks und pubertären Dialogen immer noch ein bißchen mehr Realismus und existenzielles Gewicht und Glaubwürdigkeit hatte als die Roadrunner-Zeichentrickfilme.

Der Aufstieg Skywalkers beginnt in medias res, als Kylo Ren, der neue Oberste Anführer, darum kämpft, ein neues Sith-McGuffin zu finden, das es ihm ermöglicht, zu einem verborgenen Planeten zu finden, wo er Palpatine am Leben findet. (Ja, er scheint an einer Lebenserhaltungsapparatur zu hängen. Aber mehr als 40 Jahre sind vergangen.) [Anm. d. Ü.: ein McGuffin ist im Filmjargon etwas, das eine Handlung antreibt, aber ansonsten unwichtig ist oder im Film nicht auftaucht. Greg Johnson meint hier den „Sith-Wegweiser“, von dem es nur zwei Exemplare gibt.]

Dennoch haben wir Fragen. Wenn Palpatine nur verletzt wurde, wie genau ist dann das Imperium gefallen? Warum hat er nicht einfach seinen Kittel abgestaubt und den Krieg fortgesetzt? Warum in der Galaxis zog er sich auf diesen fernen, verborgenen Planeten zurück (Mordor, oder sowas)? Warum setzte er Snoke als seinen Handlanger ein, statt direkt zu herrschen? Warum trat er nicht vor, als Snoke getötet wurde? Warum ließ er zu, daß Ren die Macht übernahm? Wie baute er in seinem Exil eine riesige Flotte neuer Sternzerstörer auf, die mit planetenzerstörenden Lasern bewaffnet sind? Warum suchte Ren nach ihm? Etc. Natürlich ergibt nichts davon Sinn, was bedeutet, daß Palpatines Wiederauferweckung willkürlich, dumm und unverständlich ist.

Oh, und das werdet ihr lieben: die Erste Ordnung war nur der Anfang. Wenn Palpatine seine neue Flotte startet, werden wir die Letzte Ordnung haben.

Palpatine befiehlt Ren, Rey zu töten, weil er sie fürchtet. Aber warum nimmt Ren nun Befehle von Palpatine entgegen?

Währenddessen treffen Poe Dameron, Findu Nuffin und Chewbacca eine Kontaktperson, die ihnen von einem Maulwurf in der Ersten Ordnung erzählt. Sie entkommen, indem sie noch vor dem Frühstück bis zu sechs unmögliche Stunts vollführen und wild in den Hyperraum und wieder zurück springen, während es den feindlichen Raumjägern immer noch gelingt, ihnen zu folgen. (Das können sie jetzt also?) Dann sehen wir Rey gefährliche und unmögliche Kunststücke vollbringen, während sie unter ihrer neuen Jedimeisterin Leia trainiert.

Auch das hat die Glaubwürdigkeit eines Roadrunner-Zeichentrickfilms, und es erscheint im Universum von Star Wars sehr blöd, wo es trotz aller Arten von Magie und fortschrittlicher Technologie dennoch ein Gefühl von Regeln und Grenzen gibt, was dem Zuseher dabei hilft, seinen Unglauben zu suspendieren.

Jar Jar Abrams spottet ausdrücklich über Lucas‘ Regeln (und unseren Unglauben), als Sturmtruppler zu fliegen beginnen. „Sie fliegen jetzt?“ fragt Findu ungläubig. Den ganzen Film hindurch dachten viele von uns ungläubig: „Sie … jetzt?“ Aber Ungläubigkeit ist eine Barriere gegen ein wirkliches Eintauchen in die Geschichte. Was ein Grund dafür ist, daß dieser Film so gottverdammt langweilig ist.

Als Poe, Findu und Chewie zur Basis zurückkehren, zanken sie wie Kinder mit Rey. Rey und ihre Gefährten sind von Palpatines Rückkehr genauso überrascht wie wir, daher fliegen sie zum exotischen Planeten Pasadena, um nach einem McGuffin zu suchen, das Rey zufällig in einem von Lukes Büchern findet. [Anm. d. Ü.: im Film heißt der Planet Pasaana.] Dieses zweite McGuffin wird zum ersten McGuffin führen, das nach Mordor oder so führen wird.

Es gibt in Abrams‘ Drehbuch keine Hemmungen und kein Zögern. Keine Probleme, die Charaktere durcheinanderzubringen. Kein Gefühl, daß die Planung militärischer Kampagnen mehr braucht als ein Zusammenhocken im Umkleideraum. Nur eine Reihe willkürlicher McGuffins, um sie von einer Verfolgungsjagd, Raumschlacht, Monster oder Schwertduell zu einer anderen zu bringen. Aber irgendwie ist der Film dennoch 142 Minuten lang, und irgendwie scheint er noch länger zu sein.

Auf Pasadena laufen unsere Helden praktischerweise einfach Lando Calrissian über den Weg, der bequemerweise weiß, wo nach dem zweiten McGuffin in der Wüste zu suchen ist: im aufgegebenen Schiff eines Sith-Assassinen, das einfach etwa 20 Jahre dagelegen ist, unberührt von den Sith, unausgeschlachtet von Jawas. Verdammt, es scheint, als hätten nicht einmal die einheimischen Teenies darin „Parties“ gefeiert. Bequemerweise ist nicht einmal die Batterie entladen, daher können unsere Helden später damit entkommen. Unsere Helden finden auch die Knochen des Assassinen und einen Dolch, auf dem Sith-„Runen“ eingraviert sind – natürlich schreiben die bösesten Leute im Universum in Runen – die den Ort des McGuffin verraten, das die Lage des Sith-Planeten verrät.

Aber nachdem C-3PO dazu programmiert ist, Sith nicht zu übersetzen (Hassrede ist in seinen Dienstbedingungen gesperrt), erfordert dieses neue Stück Willkürlichkeit einen Besuch auf noch einem Planeten, Kijimi, wo eine winzige Puppe die Information aus 3POs Kopf holt. Diese ganze Abschweifung sowie die blöde Idee, etwas, was im Grunde eine Notiz ist, auf einem alt aussehenden Dolch einzugravieren, hätte einfach vermieden werden können, wenn man einen Post-it-Zettel auf das Armaturenbrett des Schiffes geklebt hätte, der die Lage des McGuffins verrät, oder noch besser, eine direkte Route zu dem Sith-Planeten. Es wäre nicht blöder gewesen, und es hätte den Film beträchtlich gestrafft.

Kylo Ren nutzt seine Macht-Bindung zu Rey, um sie auf Pasadena zu finden. Er greift durch Raum und Zeit und nimmt ihr irgendwie ihre Halskette ab, die sie zufällig auf Pasadena erworben hatte, daher begibt Ren sich dorthin, um sie zu treffen. Aber wenn Ren ihr über unzählige Lichtjahre hinweg ihre Halskette wegnehmen kann, warum kann er dann nicht einfach auf magische Weise ihren Aufenthaltsort erspüren? Tatsächlich erspürt er auf magische Weise, wo sie ist. Warum gibt er also ihre Koordinaten nicht einfach seinen Lakaien? Warum muß er „Analyse“ einsetzen, um festzustellen, woher die Halskette ist? Und warum sollte er annehmen, daß sie auf dem Planeten ist, von dem die Halskette stammt? (Stellt euch vor, sie hätte die Halskette auf einem anderen Planeten gekauft. Wißt ihr, Mädchen, die gern reisen, tun das.)

Ren und die Erste Ordnung tauchen auf Pasadena auf. Rey konfrontiert ihn und erledigt Rens TIE-Jäger mit einem Lichtschwert. Aber nachdem dies ein Roadrunner-Zeichentrickfilm ist, geht er von dem brennenden Wrack weg. Die Erste Ordnung schnappt Chewbacca und die Newmanium Falcon. Rey benutzt ihre magischen Kräfte im Versuch, den Transporter der Ersten Ordnung am Verlassen des Planeten zu hindern. (Sie kann das jetzt.) Aber der Transporter explodiert und tötet Chewbacca. Aber keine Sorge, nachdem das ein Roadrunner-Zeichentrickfilm ist, erfahren wir bald, daß Chewie in einem anderen Transporter war.

Der alt aussehende Dolch enthält Koordinaten zu dem Sith-McGuffin auf dem zweiten Todesstern, der wann nochmal gebaut wurde, vor 40 Jahren? Und wurde der Todesstern nicht sowieso in Atome zersprengt? Bequemerweise nicht. Er stürzte auf „den nahen Waldmond Endor“, und obwohl er in einem Ozean „auf dem nahen Waldmond Endor“ landete, befindet sich die Stelle mit dem McGuffin bequemerweise oberhalb der Wasserlinie. Bequemerweise haben auch die ominösen Metalltüren immer noch elektrische Energie, und sie sind nicht einmal versperrt. Rey schnappt sich das McGufffin und hat eine Vision von sich, wie sie sich zum Bösen gewandelt hat.

Dann taucht Ren auf, schnappt sich das McGuffin und macht es kaputt. Nun kann sie nur noch mit ihm nach Mordor gelangen. Dann kämpfen sie. Leia benutzt die Macht quer über die Galaxis hinweg, um Ren abzulenken (sie kann das jetzt), und Rey sticht ihn nieder. Leia stirbt, und Rey fühlt sich so schlecht, daß sie Magie benutzt, um Rens Wunde zu heilen. (Sie kann das jetzt.) Ren, der im letzten Film seine Mutter zu töten versuchte, empfindet nun Reue. Rey stiehlt Rens Raumschiff, während er durch seine Vision von seinem Vater Harrison Ford abgelenkt ist. Ren hat ganze Planeten gesprengt, aber es gibt immer noch Gutes in ihm. Zumindest diese Blödheit ist die von Lucas. Ren wirft seine Waffe weg. Er wird nun ein guter Junge sein.

Es gibt auch eine Sequenz, wo Findu und Poe das Kommandoschiff der Ersten Ordnung infiltrieren, um Chewbacca zu retten, was sich als absurd leicht herausstellt. Aber ich erinnere mich nicht, wie das zum Rest der Geschichte paßte, weil sie bis zu dieser Zeit so überkompliziert geworden war, daß sogar mein großes Gehirn müde wurde.

Ren kommuniziert Rey auch auf magische Weise, daß ihre Eltern nicht wirklich Niemande waren. Seht ihr, ihr Vater war Imperator Palpatines Sohn, dadurch ist sie Palpatines Enkelin. Ja, Palpatine hat nun einen Sohn. Doch das hinderte Palpatine nicht daran, Reys Eltern töten zu lassen, weil sie sie vor ihm versteckt hatten, denn schon als sie ein Kleinkind war, fürchtete er ihre Kräfte und wollte sie tot haben.

Es war ein großes Drama, als Darth Vader Luke Skywalker sagte, daß er sein Vater war. Aber diese neue Offenbarung erreicht kaum das Niveau einer Farce. (Ich war nicht der einzige in dem Kino, der spöttelte.) Vielleicht kann Disneys nächste Star-Wars-Trilogie sich auf die Abenteuer der Zimmerkollegin der Freundin von Palpatines Neffen fokussieren.

Die Entdeckung, daß ihr Großvater der Imperator ist, bringt Reys Kopf durcheinander, daher beschließt sie, zum Planeten Ahch-To zu fliegen, wo Luke sich versteckte, um dort ordentlich zu weinen. Als sie dort ankommt, verbrennt sie Kylos Sternenschiff. Sie versucht ihr Lichtschwert in das Feuer zu werfen, aber der Geist von Luke Skywalker fängt es auf und sagt ihr, daß die Waffe eines Jedi mehr Respekt verdient. Dann überzeugt er sie davon, wieder in den Kampf zurückzukehren.

Aber wie? Sie hat gerade ihr Transportmittel verbrannt. Zum Glück setzt Luke Magie ein, um seinen X-Flügel-Jäger vom Grund des Ozeans heraufzuheben, wo er wie viele Jahre gelegen ist? Bequemerweise ist er perfekt funktionsfähig. Luke gibt ihr auch Leias Lichtschwert, denn sie ist nun rückwirkend ebenfalls zu einer Jedi gemacht worden, und in einer Rückblende sehen wir, daß sie noch besser als Luke war. Auch wurde das McGuffin in Rens Schiff irgendwie nicht von den Flammen verzehrt, daher benutzt Rey es, um Mordor zu finden, wo sie dem Imperator gegenübertreten wird.

Als Rey auf Mordor eintrifft, übermittelt sie dessen Lage an den Widerstand, der sich mobilisiert, um Palpatines Flotte anzugreifen. Als Rey Palpatine begegnet, verlangt er, daß sie ihn tötet und seinen Platz auf dem Eisernen Thron einnimmt. Wenn er stirbt, werden sein Geist und die Geister anderer Sith in ihr weiterleben. (Sie können das jetzt.) Dann taucht Kylo Ren, der nun wieder zum guten Jungen Ben Solo geworden ist, irgendwie auf, um Rey zu helfen. Aber irgendwie tauchen seine Schergen, die Ritter von Ren, ebenfalls auf. Aus irgendeinem Grund sind sie nun auf Palpatines Seite, daher muß er gegen sie kämpfen. Zu schade, daß er seine Waffe in einem Anfall von Gram weggeworfen hat. Rey leiht ihm ein Lichtschwert.

Als Ben auftaucht, nimmt Palpatine eine Planänderung vor. Seht ihr, Ben und Rey haben so viele Midichlorianer oder sowas, daß sie eine Dyade [Paar] der Macht bilden. (Sowas gibt es jetzt.) Es stellt sich heraus, daß eine Macht-Dyade genau das ist, was Palpatine braucht, um von der Lebenserhaltungsapparatur loszukommen. Daher zapft er sie an, um sich zu verjüngen. Dann kehrt er wieder zu seinem Wunsch zurück, Rey zu töten.

Nein, Palpatine ist nicht verrückt. Wenn er verrückt wäre, wie könnte er dann solche extremen Stimmungsschwankungen bewältigen?

Palpatine wirft Ben in ein Loch hinunter, aber nachdem dies ein Roadrunner-Zeichentrickfilm ist, klettert er wieder heraus. Palpatine greift die Flotte des Widerstands mit Machtblitzen an. (Er kann das jetzt.) Rey schafft es, sich wieder zurück in den Kampf zu schleppen, und mit den Lichtschwertern von Luke und Leia gelingt es ihr, Palpatine zu töten. Dann stirbt sie aufgrund der Belastung. Ben Solo erweckt sie dann wieder zum Leben, worauf sie ihn küßt, und dann stirbt er.

Währenddessen vernichtet ein vielfältiges Aufgebot von Raumjägern des Widerstands Palpatines Flotte. Mein Lieblingsmoment ist, als Findu und ein wuschelhaariges Mulattenmädel einen Kavallerieangriff über die Oberseite eines Sternzerstörers hinweg anführen. (Diese Dummheit ist einfach eine Fortsetzung von Lucas‘ vom Vietcong inspirierter Vorstellung von Primitiven – Ewoks, Gungans –, die imperiale Hightech-Armeen besiegen.)

Dann haben wir lang ausgewalzte Feierszenen, einschließlich eines Paares von Katzenmuttis, die sich küssen. Der Film endet mit Rey auf Tatooine, wo sie die Lichtschwerter von Luke und Leia nahe dem Haus vergräbt, wo er aufwuchs. Eine Passantin fragt nach Reys Name, und sie sagt „Rey Skywalker.“ Und in einem Stück Symbolismus sehen wir die Geister von Luke und Leia, während Tatooines Zwillingssonnen untergehen.

Als Luke Rey daran hindert, ihr Lichtschwert wegzuwerfen, und als uns gesagt wird, daß Reys Vater Palpatines Sohn war, versuchte Jar Jar eindeutig, einige der Einwendungen von Fans zu Die letzten Jedi zu besänftigen. Abgesehen von dem anscheinend lesbischen Katzenmuttikuß – und wer sind wir überhaupt, daß wir annehmen, was ihr Geschlecht ist? – scheint Abrams sich tatsächlich alle Mühe gegeben zu haben, diesen Film so harmlos wie möglich zu machen.

Zum Beispiel hat die lange befürchtete Liebesvereinigung zwischen Rey und Findu nie stattgefunden. Genausowenig kommt das asiatische Mädel Rose am Ende mit Findu zusammen. Stattdessen scheint die Einführung des wuschelhaarigen Mulattenmädchens auf Endor ihn mit einer Frau aus seiner eigenen Rasse zusammenzubringen. Sogar die Bösen sind rassisch und sexuell vielfältig, mit starken womyn und magischen Negern, die gemeinsam mit weißen Kerlen mit britischem Akzent Genozid an ganzen Planeten begehen.

Tatsächlich sind die einzige demographische Gruppe, die in Der Aufstieg Skywalkers beleidigt werden, die Gungans. Dieser Film enthält alle Arten von humanoider und außerirdischer Vielfalt, so ziemlich jede Spezies, die wir in den anderen Filmen gesehen haben, außer den Gungans. Die Gungans fallen durch ihre Abwesenheit auf, was sie meiner Meinung nach zum Schlüssel zu dem ganzen verdammten Film machen. Wo sind die Gungans? Sie müssen beteiligt sein. Und wenn sie nicht vor der Kamera stehen, müssen sie hinter der Kamera sein. Regisseur Jar Jar Abrams zum Beispiel. Wenn man so darüber nachdenkt, dann scheint der Einfluß von Krypto-Gungans die einzig mögliche Erklärung für einen so schlechten Film zu sein.

Der Aufstieg Skywalkers hat wirklich nur eines, das positiv ist: John Williams‘ schöne Musik, aber in diesem Fall fügt sie dem Film keine Tiefe hinzu, sondern hebt nur hervor, wie seicht und dumm er ist. Der Aufstieg Skywalkers ist nicht schlecht wie etwas von Ed Wood oder Coleman Francis, sodaß man einfach der Versuchung erliegen könnte, ihn sich trotzdem anzusehen. Er ist schlicht und einfach schlecht, eine schmerzliche Verschwendung von Zeit und eine Verhöhnung von Lucas‘ ursprünglichem Mythos und der Millionen Fans, die Bedeutung und Vergnügen darin fanden. Jar Jar Abrams und Disney haben Star Wars getötet. Hoffen wir, daß die Fans in Scharen wegbleiben und die Karrieren der Leute töten, die für diese widerliche kinematische Fehlgeburt verantwortlich sind.

*   *   *   *   *   *   *   *

Hier sind die von mir übersetzten Star-Wars-Rezensionen von Trevor Lynch / Greg Johnson:

Star Wars, Episode VII: Das Erwachen der Macht

Star Wars: Die letzten Jedi

Solo: A Star Wars Story

Und hier ist der finale Trailer zu „Rise of Skywalker“:

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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Ein Kommentar

  1. „Mein Lieblingsmoment ist, als Findu und ein wuschelhaariges Mulattenmädel einen Kavallerieangriff über die Oberseite eines Sternzerstörers hinweg anführen.“

    Diese Stelle hatte ich als im übertragenen Sinne gemeint aufgefaßt, also daß sie mit Raumschiffen wie bei einem Kavallerieangriff über einen Sternzerstörer hinwegfegen.

    Aber im Trailer sieht man sie ab 1:44 min. tatsächlich mit Pferden über den Sternzerstörer reiten, und jegliche Zweifel, ob dieses Raumschiff nicht vielleicht irgendwo auf dem Boden liegt, werden ab 1:53 min. beseitigt, wo man sie noch einmal von hinten in Richtung des Raumschiffbugs reiten sieht und im Hintergrund die anderen Sternzerstörer im Weltraum schweben.

    Jar Jar Abrams ist offenbar wirklich nichts zu unsinnig, um es dem Publikum zuzumuten.

    Nachtrag: Inzwischen habe ich diesen Film gesehen und kann alles bestätigen, was Greg Johnson darüber schreibt. Der Kavallerieangriff auf der Oberseite des Sternzerstörers findet jedoch nicht im Weltraum statt, sondern die Schiffe des Imperators befinden sich dabei noch in der Atmosphäre des Planeten Mordor Exegol:

    Darin sind aber schon wieder die nächsten beiden Unsinnigkeiten enthalten: erstens, daß die Raumschiffe überhaupt dort herumschweben, statt energiesparend entweder auf dem Boden zu stehen oder im Orbit zu kreisen, und zweitens, daß solche Supersternenschiffe nicht in der Lage sein sollen, ohne einen Leitstrahl von einem Sendeturm oder vom Kommandoschiff aus dieser Atmosphäre hinauszufinden, während die Rebellenschiffe das sehr wohl können.

    Hier die Zerstörung des zweiten Todessterns in Die Rückkehr der Jedi-Ritter:

    Diese Explosion sieht nicht gerade danach aus, als könnte da noch das einigermaßen zusammenhängende Wrack übrigbleiben, das in Der Aufstieg Skywalkers noch aus dem Ozean von Endor ragt, ganz abgesehen davon, daß so ein Absturz zusätzlich ziemlich zerstörerisch wäre.

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